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Dienstag, 29. September 2026

Johannes Evangelium 8,48-59

Das Buch der Zeichen – Jesus und Abraham – Jesus ist der ewige Gott

Nachdem Jesus ihnen attestiert hatte, dass sie sich mit ihrem Verhalten als Teufelskinder offenbart hätten, platzte seinen Zuhörern der Kragen. Sie warfen Jesus vor, besessen zu sein. Jesus antwortete, dass er – indem er die Wahrheit sagte – nur Gottes Ehre suchen würde, nicht seine eigene. Die würde Gott schon suchen und der wäre der ultimative Richter. Und dann wiederholte er es noch einmal: „Wer nach meinen Worten lebt, der wird ewig leben.“ – damit meinte er: wer sein Leben an meinen Worten ausrichtet, bei dem hat der Tod nicht mehr das letzte Wort.

Die Leute konterten: „Jetzt sieht es ein Blinder mit einem Krückstock, dass Du besessen bist: Abraham ist tot, die Propheten sind tot, und du behauptest, wer sich nach deinen Worten richtet, würde nicht sterben. Selbst unser Stammvater Abraham ist tot. Du willst doch wohl nicht behaupten, du wärest sogar mehr als Abraham? Selbst die Propheten sind tot! Was glaubst du eigentlich, wer du bist?“

Jesus sagte ihnen daraufhin: „Eigenlob stinkt. Es ist Gott, der mich ehrt – der, von dem ihr behauptet, er wäre euer Gott. Aber ihr habt ihn nie wirklich kennengelernt; ich dagegen kenne ihn. Wenn ich behaupten würde, ihn nicht zu kennen, wäre ich genauso ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und tue, was er sagt. Abraham feierte es, dass er mein Kommen erleben sollte. Und er hat es erlebt und war total glücklich!“

Das ging ihnen nicht in den Kopf. Sie hielten Jesus noch immer für einen ganz normalen Menschen. Und so sagten sie: „Du bist noch nicht mal fünfzig und willst Abraham getroffen haben?“ Aber Jesus antwortete ihnen: „Ich garantiere euch: bevor Abraham überhaupt geboren wurde, BIN ICH.“ Damit sagte er nicht nur, dass er schon ewig existiert hätte – die Art, wie er es sagte, spielte auf den Namen an, mit dem Gott sich Mose am brennenden Dornbusch vorgestellt hatte: „ICH BIN DER ICH BIN“.

Das war seinen Zuhörern zu viel. Für sie war klar: Jesus behauptete ganz offensichtlich, Gott zu sein – und von Ewigkeit her zu existieren. Das erschien ihnen als reinste Gotteslästerung und darauf stand die Steinigung. Also hoben sie Steine auf, um ihn umzubringen. Jesus aber entzog sich ihren Blicken und verließ den Tempel. – Doch: was, wenn er tatsächlich nichts als die Wahrheit gesagt hat?

O-Ton: Die Juden erwiderten: »Wir haben doch Recht! Du bist ein Samariter und bist von einem bösen Geist besessen.« »Ich bin nicht besessen«, sagte Jesus, »ich erweise nur meinem Vater Ehre; aber ihr verachtet mich. Ich selbst suche keine Ehre für mich. Ein anderer sucht sie, und er ist der Richter. Amen, ich versichere euch: Wer sich nach meinem Wort richtet, wird in Ewigkeit nicht sterben.« 

Da sagten sie: »Jetzt sind wir sicher, dass ein böser Geist aus dir spricht. Abraham ist gestorben, die Propheten sind gestorben, und du sagst: 'Wer sich nach meinem Wort richtet, wird in Ewigkeit nicht sterben.' Unser Vater Abraham ist tot. Du willst doch nicht etwa behaupten, dass du mehr bist als Abraham? Auch die Propheten sind gestorben. Für wen hältst du dich eigentlich?« 

Jesus antwortete: »Wenn ich mich selbst ehren wollte, hätte diese Ehre keinen Wert. Mein Vater ehrt mich, von dem ihr sagt, er sei euer Gott. Ihr habt ihn nie wirklich erkannt, ich aber kenne ihn. Ich wäre ein Lügner wie ihr, wenn ich behauptete, ihn nicht zu kennen. Ich kenne ihn und gehorche seinem Wort. Euer Vater Abraham jubelte darüber, dass er mein Kommen erleben sollte. Er erlebte es und war glücklich!«
 
Da sagten sie zu ihm: »Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?« Jesus erwiderte: »Amen, ich versichere euch: Ich bin – bevor Abraham überhaupt geboren wurde.« 

Da hoben sie Steine auf und wollten ihn töten. Aber Jesus brachte sich in Sicherheit und verließ den Tempel.  (Johannes 8:48-59, GNB)

Mittwoch, 23. September 2026

Johannes Evangelium 8,37-47

Das Buch der Zeichen - Wes Geistes Kind?

Das Gespräch ging weiter. Jesus hatte sehr wohl kapiert, dass sie dachten, er rede von ihrer irdischen Abstammung von Abraham. Er aber meinte, wes Geistes Kind sie waren: _ihre geistliche Heimat_. Sie wollten ihn ermorden – weil sie für das, was er zu sagen hatte, keinen Raum in ihren Herzen hatten. Er redete von Dingen, die sein himmlischer Vater ihm gezeigt hatte. Sie aber wollten Dinge tun, die ihnen ihr geistlicher Vater eingeflüstert hatte.

Doch sie beharrten auf ihrer irdischen Abstammung von Abraham. Also erklärte Jesus es ihnen noch einmal: wenn sie wirklich – im Geiste! – Abrahams Kinder wären, würden sie auch so handeln wie Abraham. Alles, was er, Jesus, getan habe, sei gewesen, ihnen das weiterzugeben, was er von Gott gehört habe. Sie aber wollten ihn dafür umbringen. So etwas hätte Abraham niemals getan. Sie täten vielmehr, was ihr _wahrer_ (geistlicher) Vater tue.

Sie verstanden ihn immer noch nicht: »Wir sind keine unehelichen Kinder!« versteiften sie sich. »Gott allein ist unser Vater!« Daraufhin sagte Jesus ihnen, dass sie ihn, wenn Gott _wirklich_ ihr Vater wäre, nicht umbringen wollten, sondern lieben würden. Denn von Gott war er zu ihnen gekommen. Und das auch nicht eigenmächtig: Gott selbst hatte ihn geschickt.

Warum nur ging ihnen nicht in den Kopf, was er sagte? Weil sie unfähig waren, anzunehmen, was er sagte. Sie waren „des Teufels Kinder“: unfrei – gefangen in dessen Lügen – und wollten tun, was _er_ im Sinn hatte. Der, so Jesus, sei von Anfang an ein Mörder und unwahrhaftig gewesen; in ihm existiere nicht ein Funke Wahrheit. Zu lügen, das sei sein Wesen: er sei ein Lügner; ja, der Vater der Lüge.

Eben _weil_ Jesus die Wahrheit sagte, glaubten sie ihm nicht – so gebunden waren sie. Nicht eine Sünde konnten sie ihm nachweisen. Und doch: wenn er wirklich die Wahrheit sagte, wieso glaubten sie ihm dann nicht? Wer nämlich wirklich Gott zum Vater hat, der hört auch auf das, was Gott zu sagen hat. Sie aber hörten eben _deshalb_ nichts, weil sie Gott _nicht_ zum Vater hatten.

O-Ton: »Ich weiß wohl, dass ihr von Abraham abstammt. Trotzdem versucht ihr, mich zu töten, weil ihr mein Wort nicht in euch wohnen und wirken lasst. Ich rede von dem, was mein Vater mir gezeigt hat. Ihr aber tut, was euer Vater euch gesagt hat.« 

Sie wandten ein: »Unser Vater ist Abraham!« Jesus erwiderte: »Wenn ihr wirklich Abrahams Kinder wärt, würdet ihr in seinem Sinne handeln. Alles, was ich getan habe, war, euch die Wahrheit weiterzugeben, wie ich sie von Gott gehört habe. Ihr aber versucht, mich zu töten. So etwas hat Abraham nicht getan. Ihr handelt wie euer wirklicher Vater!« 

»Wir sind nicht im Ehebruch gezeugt«, erwiderten sie. »Wir haben nur den einen Vater: Gott.« Jesus sagte zu ihnen: »Wäre Gott wirklich euer Vater, dann würdet ihr mich lieben. Denn ich bin von Gott zu euch gekommen. Ich kam nicht in eigenem Auftrag, sondern er hat mich gesandt.

Warum versteht ihr denn nicht, was ich sage? Weil ihr unfähig seid, mein Wort aufzunehmen. Ihr seid Kinder des Teufels, der ist euer Vater, und ihr wollt nur ausführen, wonach ihm der Sinn steht. Er ist von Anfang an ein Mörder gewesen und hat niemals etwas mit der Wahrheit zu tun gehabt, weil es in ihm keine Wahrheit gibt. Wenn er lügt, so entspricht das seinem Wesen; denn er ist ein Lügner und alle Lüge stammt von ihm. 

Gerade weil ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir dann nicht? Wer Gott zum Vater hat, hört, was Gott sagt. Aber ihr hört es nicht, weil ihr ihn nicht zum Vater habt.« (Joh 8:37-47, GNB)

Montag, 21. September 2026

Johannes Evangelium 8,31-36

Das Buch der Zeichen - Freiheit oder Sklaverei - Teil 1

Jesus erklärte den Menschen, die angefangen hatten, an ihn zu glauben, wie wichtig es ist, nicht nur zu wissen, was er sagt, sondern es vor allem zu tun. Nur, wenn sie ihr Leben an dem ausrichten, was er ihnen beibringt, sind sie wirklich seine Schüler. Nur dann werden sie die volle Wahrheit erkennen und diese Erkenntnis wird sie frei machen.

Wie so oft, dachten seine Zuhörer, dass das, was er über Sklaverei und Freiheit sagte, sich auf das Diesseits beziehen würde. Darum machten seine Worte für sie keinen Sinn. Schließlich war Abraham ihr Urahn und sie waren nie in die Sklaverei verkauft worden. Was um Himmels willen also meinte Jesus, wenn er sagte, sie würden frei werden?

Daraufhin erklärte ihnen Jesus, dass es ihm um eine ganz andere Art von Sklaverei ginge: die Sklaverei der Sünde. Denn jeder, der – egal auf welche Weise – sündigt, wird süchtig nach dieser Sünde und damit ihr Sklave. Sklaven aber gehörten nicht zur Familie. Nur Söhne und Töchter gehören zu (Gottes) Familie — und zwar für immer. Nur, wenn Jesus sie von ihren Sünden befreite, würden Sie also wirklich frei.

O-Ton: Jesus sagte zu den Juden, die zum Glauben an ihn gekommen waren: »Wenn ihr bei dem bleibt, was ich euch gesagt habe, und euer Leben darauf gründet, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.« 

»Wir stammen von Abraham ab«, antworteten sie ihm, »und wir haben nie jemand als Sklaven gedient. Was meinst du, wenn du sagst: 'Ihr werdet frei werden'?« 

Jesus sagte zu ihnen: »Amen, ich versichere euch: Wer sündigt, ist ein Sklave der Sünde. Ein Sklave gehört nicht für immer zur Familie. Nur der Sohn gehört für immer dazu. Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei. (Joh 8,31-36) 

Montag, 7. September 2026

Johannes Evangelium 8,21-30


 

Das Buch der Zeichen - „Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht kommen“

Nachdem Jesus am Spendenkasten beim Tempel offenbart hatte, dass er vom Himmel gekommen war und dass er das Licht der Welt ist, wiederholte er seine Ankündigung, dass er die Erde wieder verlassen würde. Wohin er gehen würde - damit meinte er den Himmel -, dahin könnten Sie ihm nicht folgen. Dann würden Sie ihn suchen, aber nicht mehr finden können und in ihren Sünden umkommen.

Aber die Leute verstanden nicht, was er meinte. Sie dachten, dass Jesus sich womöglich umbringen wollte und deswegen sagte, er würde an einen Ort gehen, an den sie ihm nicht folgen könnten.

Deswegen erklärte Jesus es ihnen nochmal: sie stammen von hier unten; haben ihre Wurzeln in dieser Welt. Er aber kommt von oben, vom Himmel; nicht von dieser Welt. Er ist der Eine, an dem sich ihr Schicksal entscheidet: wenn sie auch weiterhin nicht an ihn glauben würden, würden Sie in ihren Sünden sterben.

Da wollten Sie von ihm wissen, wer er denn nun sei? Jesus sagte Ihnen: „Das erkläre ich euch doch schon die ganze Zeit! Und auch über euch hätte ich noch eine ganzeMenge zu sagen und zu urteilen – aber ich will mich auf das beschränken, was ich von dem gehört habe, der mich zu euch geschickt hat, denn er ist wahrhaftig.“ Die Leute aber verstanden nicht, dass er von seinem Vater sprach; von Gott.

Darum erklärte Jesus Ihnen, dass sie, wenn sie den ‚Menschensohn‘ (mit diesem Titel wurde im Alten Testament der Messias bezeichnet!) ‚erhöht‘ haben würden (mit diesem Wort spielte er auf seine Kreuzigung an), begreifen würden, dass er selbst eben dieser ‚Menschensohn‘ ist. Dann würden Sie erkennen, dass er nie eigenmächtig gehandelt, sondern nur das an sie weitergegeben habe, was sein Vater im Himmel ihm beigebracht hatte.

Außerdem stünde der Vater ihm zur Seite und würde ihn nie allein lassen, weil er immer nur das tun würde, was Gott gefällt. Als er das gesagt hatte, kam viele zum Glauben an ihn.


O-Ton: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: »Ich werde fortgehen. Dann werdet ihr vergeblich nach mir suchen und in eurem Unglauben zugrunde gehen. Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht kommen.« 

Die Leute meinten: »Wenn er sagt: 'Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht kommen' – heißt das, dass er Selbstmord begehen will?« 

Jesus antwortete: »Ihr seid von hier unten, aber ich komme von oben. Ihr gehört zu dieser Welt, aber ich bin nicht von dieser Welt. Ich habe es euch ja gesagt, dass ihr in eurem Unglauben zugrunde gehen werdet. Ich bin der, an dem sich alles entscheidet. Wenn ihr das nicht glauben wollt, werdet ihr in eurem Unglauben zugrunde gehen.« 

»Du? Wer bist du denn?«, fragten sie ihn. Jesus antwortete: »Was rede ich überhaupt noch zu euch? Ich hätte zwar vieles über euch zu sagen und allen Grund, euch zu verurteilen; aber der, der mich gesandt hat, steht zu seinen Zusagen; und ich sage der Welt nur das, was ich bei ihm gehört habe.« Sie verstanden nicht, dass Jesus vom Vater sprach. 

Deshalb sagte er zu ihnen: »Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, werdet ihr es begreifen: Ich bin der, an dem sich alles entscheidet. Dann werdet ihr auch erkennen, dass ich nichts von mir aus tue, sondern nur das sage, was der Vater mich gelehrt hat. 

Er, der mich gesandt hat, steht mir zur Seite und lässt mich nicht allein; denn ich tue stets, was ihm gefällt.« Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn. (Johannes 8:21-30) 

Dienstag, 7. Juli 2026

Johannes Evangelium 8:12-20

 


Das Buch der Zeichen - Jesus ist das Licht der Welt

Jesus erklärte denen, die um ihn herum standen, dass er „das Licht der Welt“ sei; derjenige, der das Dunkel einer rein materiellen Weltsicht erhellt. Wer in seine Fußstapfen tritt, für den liegt die himmlische Wirklichkeit nicht länger im Dunkeln, sondern er hat in Jesus sowohl das Licht der Erkenntnis – von Gott im Himmel und sich selbst; von der Notwendigkeit, gerettet zu werden und von Gottes Liebe und Gnade –, als auch, in der Verbindung mit Jesus, das ewige Leben.

Sofort versuchten die Pharisäer, das, was Jesus gesagt hatte, zu entkräften. Ihre Logik: behaupten kann einer ja viel – aber deshalb muss man ihm ja nicht gleich alles glauben. Wenn es wirklich wahr wäre, was er behaupte, wo seien dann seine Zeugen? Wo seien andere, die bestätigen könnten, dass er die Wahrheit sagt?

Was Jesus darauf antwortet, zielt direkt auf ihre Weltsicht ab: Sie haben im Gegensatz zu ihm keinen blassen Schimmer davon, dass er von Gott aus dem Himmel gekommen ist und auch wieder dahin zurückkehren wird: sie wollen ihn, den Mensch gewordenen Gott, verurteilen – und das auch noch mit menschlichen Maßstäben. Jesus aber verurteilt niemanden.

Wenn er sich aber ein Urteil bildet, dann nur auf dem festen Fundament der Wahrheit – also ein gültiges Urteil. Und außerdem ist er mit dem, was er sagt, auch nicht alleine: Gott der Vater, sein Vater, der ihn zu uns auf die Erde geschickt hat, sieht die Dinge genauso wie er.

Und dann hält Jesus den Pharisäern das Gesetz des Moses vor, auf das sie so pochen: dort steht nämlich, dass eine übereinstimmende Aussage dann gültig ist, wenn es mindestens zwei Zeugen gibt. Und wenn man seine Aussage und die seines Vaters im Himmel nimmt, der ihn geschickt hat, – der ihn nicht nur bei seiner Taufe, sondern auch durch seine Wunder ständig als Gottes Sohn bestätigt –, dann hat man genau die zwei Zeugen, die es braucht.

Aber die Pharisäer dachten noch immer nur in irdischen Dimensionen. Sie fragen ihn spöttisch, – schließlich war sein weltlicher Vater Josef nicht anwesend, – wo denn bitteschön sein Vater sei? Jesus aber, weil er nicht nur die irdische, sondern die volle Realität im Blick hat, antwortet Ihnen, wie es in Wirklichkeit aussieht: Sie haben keine Ahnung, wer sein Vater ist. Nur wenn sie ihn, Jesus, wirklich kennen würden, und zwar als den, der er ist, würden sie auch seinen Vater kennen.

Dieser ganze Dialog fand im Tempel statt, und zwar in der Halle, wo die Spendenkästen aufgestellt waren. Und niemand  konnte ihn verhaften. Denn der von Gott 
dafür vorgesehene Zeitpunkt war noch nicht gekommen. (siehe Joh 8:12-20) 


O-Ton: Jesus sprach weiter zu den Leuten: »Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir folgt, tappt nicht mehr im Dunkeln, sondern hat das Licht und mit ihm das Leben.«

Die Pharisäer sagten zu ihm: »Jetzt trittst du als Zeuge in eigener Sache auf. Was du sagst, hat keine Beweiskraft!« 

»Was ich sage, ist wahr«, entgegnete Jesus, »selbst wenn ich mein eigener Zeuge bin. Ich weiß nämlich, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe. Ihr aber wisst nicht, woher ich komme und wohin ich gehe. Ihr urteilt und verurteilt nach menschlichen Maßstäben; ich verurteile niemand.

Wenn ich aber ein Urteil fälle, dann ist es auf die Wahrheit gegründet und gültig; denn ich stehe damit nicht allein da. Es ist mein Urteil und das meines Vaters, der mich gesandt hat.

In eurem Gesetz heißt es, dass die übereinstimmende Aussage von zwei Zeugen gültig ist. Ich bin mein eigener Zeuge, und auch der Vater, der mich gesandt hat, tritt für mich als Zeuge auf.«
»Wo ist denn dein Vater?«, fragten sie ihn. Jesus antwortete: »Ihr kennt weder mich noch meinen Vater. Wenn ihr mich kennen würdet, würdet ihr auch meinen Vater kennen.«

Das alles sagte Jesus, als er im Tempel lehrte. Es geschah in der Halle, wo die Kästen für die Geldspenden aufgestellt waren. Und keiner konnte ihn festnehmen; denn seine Stunde war noch nicht gekommen. (Joh 8:12-20)

Donnerstag, 25. Juni 2026

Johannes Evangelium 7:53 - 8:11


Das Buch der Zeichen - Jesus und die Ehebrecherin - Eine hinterlistige Falle


Nachdem die Gerichtsdiener Jesus nicht zu fassen bekommen hatten und der Hohe Rat darüber disputiert hatte, ob Jesus nun der Messias oder eher zu verurteilen sei, ging jeder nach Hause. Jesus dagegen ging, wohl um zu beten, zum Ölberg, einem Garten östlich vor den Stadtmauern von Jerusalem.

Am nächsten Morgen war er schon in aller Herrgottsfrühe wieder zurück im Tempel. Er wurde sofort von vielen Menschen umringt, setzte sich und fing an, ihnen beizubringen, was eigentlich Gottes Wille ist.

Da kamen wieder die Gesetzeslehrer und Pharisäer. Diesmal hatten sie eine Frau dabei, die sie – ein Kunststück! – in flagranti beim Ehebruch ertappt hatten. 

Sie drängten sich mit der Frau in die Mitte der Menge und fragten Jesus vor allen Leuten, was sie jetzt mit der Frau machen sollten? Laut Moses’ Gesetz würde auf Ehebruch ja die Todesstrafe stehen. Dass dabei nicht nur die Frau, sondern auch der Ehebrecher gemeint waren, unterschlugen sie.

Anstatt sie vor ihr ordentliches Gericht zu stellen, benutzten sie die Frau als Mittel zum Zweck, um Jesus ein Bein zu stellen; um endlich einen Grund zu haben, ihn verklagen zu können, denn: wäre er für Freispruch, hätte er Moses‘ Gesetz missachtet; wäre er für ihren Tod, würde er das römische Gesetz brechen, denn die römischen Besatzer hatten jüdische Exekutionen verboten.

Aber Jesus ließ sich gar nicht darauf ein. Er ging in die Hocke und begann, völlig unbeeindruckt, mit dem Finger auf die Erde zu schreiben. 

Als die Oberen nicht aufhörten, ihn zu löchern, richtete er sich auf und sprach Ihnen direkt ins Gewissen: wer von Ihnen schuldlos sei, der solle mit der Steinigung anfangen. Danach ging er wieder in die Hocke und schrieb, wie zuvor unbeeindruckt, weiter auf die Erde.

Seine Aufforderung schlug ein wie eine Bombe: einer nach dem anderen zogen sie sich zurück; die Ältesten zuerst. Am Ende war keiner übrig geblieben, und Jesus war mit der Frau alleine. 

Da stand er wieder auf und fragte die Frau, wo nun ihre Ankläger geblieben seien; ob keiner mehr da sei, um das Urteil zu vollstrecken? Was mag sich wohl für eine Mischung aus Schuld und Erleichterung in der Seele dieser Frau abgespielt haben, als sie sagen konnte, dass keiner ihrer Henker mehr da und die unmittelbare Todesgefahr vorüber war? 

Und in dieses Herz hinein spricht Jesus mit Gnade und Wahrheit: auch er wird sie nicht verurteilen – sie soll aufhören, die Ehe mit ihrem Mann zu brechen. 

O-Ton: Dann gingen sie alle nach Hause. Jesus aber ging zum Ölberg. 

Am nächsten Morgen kehrte er sehr früh zum Tempel zurück. Alle Leute dort versammelten sich um ihn. Er setzte sich und sprach zu ihnen über den Willen Gottes. 

Da führten die Gesetzeslehrer und Pharisäer eine Frau herbei, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu Jesus: »Lehrer, diese Frau wurde ertappt, als sie gerade Ehebruch beging. Im Gesetz schreibt Mose uns vor, dass eine solche Frau gesteinigt werden muss. Was sagst du dazu?« Mit dieser Frage wollten sie ihm eine Falle stellen, um ihn anklagen zu können. 

Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 

Als sie nicht aufhörten zu fragen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: »Wer von euch noch nie eine Sünde begangen hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!« Dann bückte er sich wieder und schrieb auf die Erde. 

Als sie das hörten, zog sich einer nach dem andern zurück; die Älteren gingen zuerst. Zuletzt war Jesus allein mit der Frau, die immer noch dort stand. 

Er richtete sich wieder auf und fragte sie: »Frau, wo sind sie geblieben? Ist keiner mehr da, um dich zu verurteilen?« »Keiner, Herr«, antwortete sie. 

Da sagte Jesus: »Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen; aber tu diese Sünde nicht mehr!« (Joh 7:53 - 8:11)

Dienstag, 9. Juni 2026

Johannes Evangelium 7,44-52

 


Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Der Unglaube der Verantwortlichen

Nach Jesus’ Rede, wie unser Durst nach Leben bei ihm gestillt werden kann, der Diskussion über seine Identität und dem misslungenen Versuch, ihn gefangen zu nehmen, kamen die Gerichtsdiener mit leeren Händen zurück. Auf die Frage, warum sie ihn nicht verhaftet hätten, sagten sie ehrlich: »So haben wir noch nie jemanden reden hören!«

Das passte den Pharisäern gar nicht! Anstatt nach der Wahrheit zu fragen, versuchten Sie, ihnen ihre eigene Sicht aufzuzwingen. Dazu behaupteten sie, sie seien einer Täuschung zum Opfer gefallen und „bewiesen“ das mit der Mehrheit der Mächtigen: es gäbe im Hohen Rat niemanden, der Jesus Glauben schenke. Die einzigen die das täten seien die ungebildeten und von Gott verfluchten Massen.

Doch das stimmte nicht. Unter ihnen gab es jemanden, der Jesus Fairness wünschte: Nikodemus, der Jesus schon einmal besucht hatte, um von ihm zu lernen. Nikodemus versuchte, seine Kollegen im Hohen Rat zur Vernunft zu bringen – die Debatte von der Machtfrage zurück zur Wahrheitsfrage zu lenken. Sein Argument: erst einmal muss man jemanden anhören, bevor man ihn zurecht verurteilen kann.

Doch seinen Kollegen ging es nicht um die Wahrheit; nicht um eine faire Prüfung. Darum zielten sie mit ihrer klassischen Taktik gegen die Person, statt auf die Sache. Mit ihrem »Du kommst wohl auch aus Galiläa?« versuchten sie, ihn in ein schlechtes Licht zu stellen; als sei er ein Komplize von Jesus. 

Und dann als „Sachargument“, er solle doch mal selber nachforschen, dann würde er schon dahinterkommen, dass der Messias nicht in Galiläa geboren würde – was zwar stimmte; aber das Argument war zu etwas ganz anderem da: ihn vor versammelter Mannschaft als dumm erscheinen zu lassen. Ironischerweise traf ihr Argument sie selbst, denn hätten sie selber nachgeforscht, hätten Sie erkannt, dass Jesus tatsächlich nicht in Galiläa, sondern in Bethlehem geboren wurde.

So geht man auch heute noch oft mit der Wahrheit um: man sucht nicht nach ihr, hört ihr nicht zu, sondern unterdrückt sie mit Macht, und versucht, diejenigen mundtot zu machen, die einem widersprechen, indem man die Person angreift; sie unglaubwürdig und lächerlich macht.

O-Ton: Die Gerichtspolizisten kehrten wieder zurück. Die führenden Priester und die Pharisäer fragten sie: »Warum habt ihr ihn nicht mitgebracht?« Die Männer antworteten: »So wie dieser Mensch hat noch keiner gesprochen.« 

»Ihr habt euch also auch von ihm hinters Licht führen lassen!«, sagten die Pharisäer. »Gibt es denn unter den Mitgliedern des Rates oder den Pharisäern einen Einzigen, der seinen Anspruch ernst nimmt? Die Menge tut es. Sie kennt Gottes Gesetz nicht und steht deshalb unter seinem Fluch.« 

Da sagte Nikodemus, der selbst Pharisäer und Ratsmitglied war und der Jesus früher einmal aufgesucht hatte: »Ist es nach unserem Gesetz möglich, einen Menschen zu verurteilen, ohne dass wir ihn verhört haben? Erst muss doch festgestellt werden, ob er sich strafbar gemacht hat.« 

»Du kommst anscheinend auch aus Galiläa«, erwiderten sie. »Lies die Heiligen Schriften genauer, dann wirst du sehen, dass der erwartete Prophet nicht aus Galiläa kommt.« (Joh 7,45-52 GNB)

Montag, 25. Mai 2026

Johannes Evangelium 7,40–43


Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Meinungsverschiedenheiten


Als die Menge gehört hatte, was Jesus über unseren Lebensdurst zu sagen hatte – dass jeder, der durstig ist nach Leben, nach Wahrheit, nach einer Beziehung zu Gott, zu ihm kommen und an ihn glauben sollte – ging eine ziemliche Diskussion los: die einen hielten ihn für den Vorboten des Messias, einen Propheten, dessen Auftreten schon im Alten Testament vorhergesagt worden war.

Andere dagegen waren richtigerweise der Überzeugung, dass Jesus selbst der Messias in Person sei: der uns von Gott versprochene Retter vor den ewigen Konsequenzen eines Lebens ohne ihn, vor denen Gott uns warnt. 

Und eine dritte Meinung war die irrige Ansicht, dass Jesus aus Galiläa stammte, wo er als Zimmermann gearbeitet hatte. Dazu zitierten sie als „Beweis“ dafür, dass er gar nicht der Messias sein könne, das Alte Testament, in dem – was für eine Ironie! – klar prophezeit wurde, dass der Messias aus der Linie König Davids stammen und in Bethlehem, Davids Dorf, geboren werden würde.

Es gab also – wie auch heutzutage – alles andere als Einigkeit, was die Person Jesu anging. Manche hätten ihn sogar am liebsten festnehmen und abführen lassen; aber er war einfach nicht zu fassen.

O-Ton: Als die Leute in der Menge dieses Wort von Jesus hörten, sagten einige: »Er ist wirklich der Prophet, der kommen soll!« Andere meinten: »Er ist der versprochene Retter!« 

Wieder andere sagten: »Der Retter kommt doch nicht aus Galiläa! In den Heiligen Schriften steht, dass er von David abstammt und aus Betlehem kommt, dem Dorf, in dem David lebte.« 

Die Menge war also geteilter Meinung über ihn. Einige hätten ihn am liebsten festgenommen; aber niemand konnte Hand an ihn legen. (Joh 7,40–43)

Dienstag, 12. Mai 2026

Johannes Evangelium 7,37-39


Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Lebendiges Wasser im Überfluss


Am letzten Tag, dem Highlight des Laubhüttenfests, stellte sich Jesus, wohl an einer erhöhten Stelle, vor die Volksmenge und rief laut, dass jeder, der tief innerlich durstig ist – nach Leben, nach Wahrheit, letztlich nach einer Beziehung zu Gott –, zu ihm kommen und aus seiner Quelle trinken – also an ihn glauben und sich mit ihm verbinden soll. 

Wer aus dieser Quelle trinkt – an Jesus glaubt; also in einer vertrauensvollen Beziehung zu ihm lebt – wird selbst zu einer durstlöschenden Quelle für andere: dasselbe Wasser des Lebens, das erst seinen Durst gestillt hat, fließt dann aus ihm zu seinen Mitmenschen. Mit diesem Bild beschrieb Jesus das Wirken des heiligen Geistes, den jeder erhalten würde, der an ihn glaubt.

Zum Zeitpunkt des Laubhüttenfestes war der heilige Geist jedoch noch nicht gekommen, weil Jesus noch nicht gekreuzigt, gestorben, auferstanden und in die Herrlichkeit Gottes zurück gekehrt war. Das sollte erst 50 Tage nach seiner Auferstehung, dem ersten Ostern, passieren.

O-Ton: Am letzten Festtag, dem Höhepunkt des ganzen Festes, trat Jesus vor die Menge und rief: »Wer durstig ist, soll zu mir kommen und trinken – jeder, der mir vertraut! 

Denn in den Heiligen Schriften heißt es: 'Aus seinem Innern wird lebendiges Wasser strömen.'« Jesus meinte damit den Geist Gottes, den die erhalten sollten, die ihn im Glauben annehmen. 

Damals war der Geist noch nicht gekommen, weil Jesus noch nicht in Gottes Herrlichkeit aufgenommen war (Joh 7,37-39)

Mittwoch, 6. Mai 2026

Johannes Evangelium 7,32–36

 


Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Jesus kündigt seinen Weggang an


Nachdem Jesus erklärt hatte, dass er von Gott geschickt worden war und deshalb vom Himmel gekommen sei, begannen viele Menschen im Volk zu glauben, dass er tatsächlich der Messias ist. Als die Pharisäer aber mitbekamen, was die Leute über Jesus sagten — nämlich „Glaubt ihr wirklich, der Messias könnte noch mehr Wunder tun, als dieser Mann?!“ — schickten sie ihre Büttel aus, um ihn festzunehmen; um ihn aufzuhalten, damit er das Volk nicht noch weiter mitreißen würde.

Jesus wusste genau, was auf ihn wartete: dass er gekreuzigt werden, auferstehen und zu Gott im Himmel auffahren würde. Als er also mitbekam, dass die Pharisäer ihn loswerden wollten, antwortete er darauf mit einer Prophezeiung: dass es nicht mehr lange dauern würde, bis er dahin zurückkehren würde, wo er hergekommen sei: zu dem, der ihn geschickt hatte – und dass sie ihn dann in Zeiten der Not vergeblich suchen würden, weil sie ihm dahin, wo er dann sein würde, nicht folgen könnten.

Als die Leute hörten, dass er an einen Ort gehen würde, wo sie ihn zwar suchen, aber nicht finden könnten — einen Ort, den sie nicht erreichen würden — waren sie verwirrt und fragten sich, wo er wohl hinwolle? Vielleicht ins Ausland, um dort auch andere Völker zu lehren? Dass er in den Himmel zurückkehren würde, überstieg ihr Verständnis.

O-Ton: Die Pharisäer hörten, dass die Leute so über Jesus redeten. Auf ihre Veranlassung schickten die führenden Priester einige Gerichtspolizisten aus, die ihn verhaften sollten. 

Jesus sagte: »Nur noch kurze Zeit bin ich bei euch, dann kehre ich zu dem zurück, der mich gesandt hat. Ihr werdet mich suchen, aber nicht finden; denn wo ich dann bin, dorthin könnt ihr nicht kommen.« 

Die Leute sagten unter sich: »Wohin wird er gehen, dass wir ihn nicht finden können? Will er ins Ausland reisen und dort den Nichtjuden seine Lehre vortragen? Was soll das heißen, wenn er sagt: 'Ihr werdet mich suchen, aber nicht finden'? Und: 'Wo ich dann bin, dorthin könnt ihr nicht kommen'?« (Joh 7,32–36)


Freitag, 10. April 2026

Johannes Evangelium 7,25-31


Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Ist er der versprochener Retter? - Skepsis und Glauben

„Ja, schaut euch das an!“ Einige der Einwohner Jerusalems waren ziemlich von der Rolle, als sie mitkriegten, wie Jesus öffentlich predigte, ohne dass die Oberen, die doch ein Mordkomplott gegen ihn geschmiedet hatten, ihn davon abhielten: „Glauben die jetzt doch, dass er der Messias ist?“ — „Kann nicht sein! Angeblich heißt es doch, keiner würde eine Ahnung davon haben, wo der Messias herkommt; aber von dem da wissen wir’s doch genau!“

Als Jesus, der noch im Tempel lehrte, das mitkriegte, rief zu ihnen herüber: „Ihr wisst also, wer ich bin und woher ich komme? Ich hab‘ mich nicht selbst geschickt. Der, der mich geschickt hat, ist der wahrhaftige Gott. Und den kennt ihr gar nicht, aber ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und er mich geschickt hat.“

Wegen dieser Aussage hätten sie ihn am liebsten festgenommen, aber es kriegte ihn keiner zu fassen; weil der von Gottes Vorsehung dafür bestimmte Zeitpunkt noch nicht gekommen war. In der Volksmenge gab es aber nicht nur Widerspruch, im Gegenteil: viele begannen zu glauben. Und die fragten ironisch zurück in die Menge: „Glaubt ihr wirklich, der Messias könnte noch mehr Wunder tun, als dieser Mann hier?!“ 

O-Ton: Einige Leute in Jerusalem sagten: »Seht euch das an! Ist das nicht der, den sie töten wollten? Er redet in aller Öffentlichkeit und keiner verbietet es ihm! Sollten die Ratsmitglieder zu der Überzeugung gekommen sein, dass er der versprochene Retter ist? Aber wenn der Retter eines Tages auftritt, wird keiner wissen, woher er kommt. Und die Herkunft dieses Menschen kennen wir doch alle!« 

Jesus aber, der gerade im Tempel lehrte, rief mit lauter Stimme: »Wisst ihr wirklich, wer ich bin und woher ich komme? Ich bin nicht im eigenen Auftrag gekommen. Aber der, der mich gesandt hat, ist glaubwürdig. Und den kennt ihr nicht. Ich kenne ihn, denn ich komme von ihm und er hat mich gesandt.« 

Da wollten sie ihn festnehmen. Aber keiner konnte Hand an ihn legen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. Viele in der Menge kamen zum Glauben an ihn und sagten: »Kann der versprochene Retter, wenn er kommt, mehr Wunderzeichen tun, als dieser Mann getan hat?« (Joh 7,25–31)

Donnerstag, 2. April 2026

Johannes Evangelium 7,19-24


 Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Jesus in Jerusalem: Die Ungerechtigkeit des Volkes


Auch wenn viele von seiner Weisheit beeindruckt waren, waren trotzdem nicht alle mit Jesus einer Meinung, was die Auslegung der Tora anging. Und Jesus sagt ihnen auch, woran das liegt: „Niemand von Euch hält sich an das Gesetz, das euch Moses damals übergeben hat. Ja, nicht nur das, man will mich sogar töten!“ Einige aus der Menge daraufhin so: „Du bist wohl nicht mehr ganz dicht?! Wer will dich hier töten?!“

Daraufhin lässt Jesus die Katze aus dem Sack und sagt ihnen, worum es hier wirklich geht: nicht etwa nur um unterschiedliche Ansichten, sondern um einen ganz konkreten Vorfall: vor vielen Monaten hatte er in Jerusalem einen Gelähmten geheilt, der am Teich Betesda schon seit 38 Jahren krank lag. Und zwar an einem Sabbat; einem Ruhetag. Das war es, weswegen sie so verbittert und zornig auf ihn waren. Schon damals wollten sie ihn töten.

Und wegen dieser Ungerechtigkeit hält Jesus ihnen jetzt den Spiegel vor: sie selber werden doch auch am Sabbat aktiv, wenn es darum geht, ihre Söhne genau am achten Tag beschneiden zu lassen, weil es so in Moses’ Gesetz steht – wobei die Beschneidung ja eigentlich schon von Abraham eingeführt wurde. Sie selber werden also an einem Ruhetag aktiv, weil sie das Gesetz nicht übertreten, sondern erfüllen wollen.

Und Jesus wollen Sie genau das jetzt vorwerfen? Dass er am Ruhetag nicht nur Moses‘ Gesetz gehalten, sondern sogar einen lebendigen Menschen wieder gesund gemacht hat? Da müssen sie sich dann auch diese Kritik von ihm gefallen lassen: “Urteilt nicht dem oberflächlichen Schein nach, sondern so, wie es dem tiefsten und eigentlichen Sinn des Gesetzes entspricht.“

O-Ton: Mose hat euch doch das Gesetz gegeben. Aber niemand von euch hält sich daran. Ihr wollt mich sogar töten!« Die Menge antwortete: »Du bist wohl von einem bösen Geist besessen! Wer will dich töten?«

Jesus antwortete: »Ich habe hier in Jerusalem eine einzige Tat vollbracht und ihr nehmt alle Anstoß daran.

Ihr Beschneidet eure Söhne, wenn es sein muss, auch am Sabbat, weil Mose angeordnet hat, dass eure Kinder am achten Tag beschnitten werden sollen. – Aber eigentlich haben schon die Stammväter die Beschneidung eingeführt und nicht erst Mose. – Ein Junge wird also auch am Sabbat an einem Teil seines Körpers beschnitten, damit die Vorschriften Moses nicht verletzt werden. 

Wie könnt ihr euch dann über mich aufregen, weil ich am Sabbat einen ganzen Menschen gesund gemacht habe? Urteilt nicht nach dem äußeren Eindruck, sondern wie es wirklich dem Gesetz entspricht!« (Joh 7,19-24)

Mittwoch, 1. April 2026

Johannes Evangelium 7,14-18


 

Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Jesus in Jerusalem: Jesus lehrt selbstlos und mit Vollmacht 


Als das Laubhüttenfest schon zur Hälfte vorbei war, kam für Jesus der Zeitpunkt, um auf dem Fest an die Öffentlichkeit zu treten. Er ging also den Berg hinauf zum Tempel und unterrichtete dort die Leute. Und das Volk war baff angesichts seiner außergewöhnlichen Kenntnis von Gottes Wort – sie fragten: „Wie kann das sein, dass er die Tora so gut kennt? Er hatte doch nie eine theologische Ausbildung?“

Jesus ging darauf ein und antwortete: „Was ich lehre, ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern stammt von dem, der mich zu Euch geschickt hat. Und jeder der bereit ist, in die Tat umzusetzen was Gott will, der wird – indem er es tut! – merken, ob ich mir das was ich euch beibringe selbst ausgedacht habe, oder ob es wirklich von Gott kommt.“

„Wer nur in sein eigenes Horn bläst, der sucht den Ruhm für sich selber. Wer aber will, dass derjenige geehrt wird, der ihn geschickt hat, der ist ehrlich und hat keine faulen Motive.“

O-Ton: Die Hälfte der Festwoche war schon vorüber, da ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte das Volk. Die Leute waren sehr erstaunt und sagten: »Er hat doch keinen Lehrer gehabt. Wie kommt es, dass er die Heiligen Schriften so gut kennt?« 

Jesus ging darauf ein und sagte: »Meine Lehre habe ich nicht selbst ausgedacht. Ich habe sie von Gott, der mich gesandt hat. Wer bereit ist, Gott zu gehorchen, wird merken, ob meine Lehre von Gott ist oder ob ich meine eigenen Gedanken vortrage.

Wer seine eigenen Gedanken vorträgt, dem geht es um die eigene Ehre. Wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, ist vertrauenswürdig. Man kann ihm keinen Betrug vorwerfen. (Joh 7,14-18)

Dienstag, 31. März 2026

Johannes Evangelium 7,10–13



Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Jesus in Jerusalem: Gemunkel hinter vorgehaltener Hand

Letztlich zog auch Jesus los; seinen Brüdern nach, die sich schon vor ihm nach Jerusalem auf den Weg gemacht hatten. Jedoch hielt er sich vor der Öffentlichkeit noch verborgen. Und das aus gutem Grund: von den führenden Männern im Volk wurde schon nach ihm gefahndet und der Zeitpunkt, um auf dem Fest an die Öffentlichkeit zu treten, war für ihn noch nicht gekommen. 

Unter den Menschenmengen, die aus allen Landesteilen zum Fest nach Jerusalem gekommen waren, wurde bereits über ihn gemunkelt. „Der Typ ist voll in Ordnung“, fanden die einen. Andere wiederum behaupteten: „Der verführt doch die Massen“. Aber keiner wagte offen auszusprechen, was er dachte, weil sie alle Angst vor der Obrigkeit hatten.

O-Ton: Nachdem seine Brüder zum Fest nach Jerusalem hinaufgegangen waren, kam Jesus nach; aber er zeigte sich nicht in der Öffentlichkeit. Die führenden Männer suchten ihn unter den Festbesuchern. »Wo ist er?«, fragten sie. 

In der Volksmenge wurde viel über ihn geflüstert. »Der Mann ist gut«, meinten einige. Andere entgegneten: »Nein, er ist ein Volksverführer.« Aber niemand sprach offen über ihn, weil sie Angst vor ihren führenden Männern hatten. (Joh 7,10–13)

Dienstag, 24. März 2026

Johannes Evangelium 7,1-9


Das Buch der Zeichen - Jesus und seine Brüder

Nach der Brotrede zog Jesus durch Galiläa, ganz im Norden des Landes, also so weit wie möglich von Judäa und damit von Jerusalem entfernt, wo der Hohe Rat saß, der bereits Pläne geschmiedet hatte, ihn umzubringen.

Kurz vor dem Laubhüttenfest, zu dem das ganze Volk aus allen Landesteilen nach Jerusalem strömen würde, gaben seine Brüder Jesus einen sarkastischen Rat: wenn er denn seine Schüler wirklich beeindrucken wolle, dann solle er doch nach Judäa gehen, damit dort alle seine spektakulären Taten bestaunen könnten. Wer berühmt werden wolle, brauche schließlich Publicity – und dafür müsse man auch selber etwas tun. Mit dieser Einstellung zeigten sie, dass sie ihm nicht glaubten; weder wer er ist, noch wozu er gekommen war.
 
Ihr Vorschlag traf bei Jesus jedoch auf taube Ohren. Er will den gottbestimmten Zeitpunkt treffen, um auf dem Fest an die Öffentlichkeit zu treten. Im Gegensatz zu seinen Brüdern. Die sangen noch immer das Lied der Welt und eckten deshalb nirgendwo an. Sollten sie doch gehen! Ihnen stünde die Welt ganz sicher nicht entgegen. Jesus aber predigte genau dieser Welt Umkehr von ihrem gottlosen Leben und rechnete deshalb mit dem Hass der Welt.  Für ihn war es absolut lebensgefährlich, einfach eigenmächtig loszuziehen. Deshalb blieb er vorerst im sichereren Galiläa.

O-Ton: Danach zog Jesus in Galiläa umher. Er hielt sich von Judäa fern, weil die führenden Männer dort ihn töten wollten. 

Das jüdische Laubhüttenfest stand vor der Tür. Da sagten seine Brüder zu ihm: »Du solltest nicht hier bleiben, sondern nach Judäa gehen, damit deine Anhänger dort die großen Taten zu sehen bekommen, die du tust. Wenn jemand bekannt werden möchte, versteckt er sich nicht. Wenn du schon solche Taten vollbringst, dann sorge auch dafür, dass alle Welt davon erfährt!« Denn nicht einmal seine Brüder schenkten ihm Glauben. 

Jesus sagte zu ihnen: »Meine Zeit ist noch nicht da. Für euch dagegen passt jede Zeit. Euch kann die Welt nicht hassen; aber mich hasst sie, weil ich als Zeuge gegen sie bestätige, dass ihr Tun böse ist. Zieht doch ihr zu diesem Fest hinauf! Ich gehe nicht zum Fest, weil meine Zeit noch nicht da ist.« Das sagte er zu ihnen und blieb in Galiläa. (Joh 7,1-9)

Dienstag, 17. März 2026

Johannes Evangelium 6,66-71


Das Buch der Zeichen - Worte, die zum ewigen Leben führen - Das Bekenntnis des Petrus - und der erste Hinweis auf den Verräter


Als Jesus fertig war mit seiner harten Rede, dass wir „sein Fleisch essen“ und „sein Blut trinken“, ihn also im Glauben in uns aufnehmen müssen, um Anteil an ihm und seinem ewigen Leben zu bekommen, kehrten ihm viele seiner Anhänger den Rücken und entschieden sich, ihm nicht länger zu folgen.

Daraufhin wendete sich Jesus an den inneren Kreis der zwölf ihm am nächsten stehenden Schüler und fragte sie, ob sie sich nun auch von ihm abwenden wollten. Stellvertretend für die Gruppe antwortete ihm Petrus mit einer Gegenfrage, in der die ganze Tragweite klar wird, nämlich wie alternativlos der Glaube an ihn ist: in Jesus begegnet ihnen der Messias, kein Geringerer als Gott selbst; und allein in seinen Worten liegt ewiges Leben.

So richtig Petrus’ Antwort auch war, es gab einen Aspekt, der ihm verborgen geblieben war, und den wollte Jesus offenbaren: Zwar hatte er alle Zwölf, den engsten Kreis, selbst ausgewählt, und doch lag Petrus schief, wenn er für die ganze Gruppe sprach: Jesus wusste bereits, dass einer von ihnen, Judas, nicht – wie Petrus – mit einem glaubenden Herzen an ihm hing, sondern ein Feind war und ihn später verraten würde.

O-Ton: Als sie das hörten, wandten sich viele seiner Anhänger von ihm ab und wollten nicht länger mit ihm gehen. 

Da fragte Jesus die Zwölf: »Und ihr, was habt ihr vor? Wollt ihr mich auch verlassen?« Simon Petrus antwortete ihm: »Herr, zu wem sonst sollten wir gehen? Deine Worte bringen das ewige Leben. Wir glauben und wissen, dass du der bist, in dem Gott uns begegnet.« 

Jesus antwortete ihm: »Euch zwölf habe ich doch selber ausgewählt. Trotzdem ist einer von euch ein Teufel!« Er meinte Judas, den Sohn von Simon Iskariot. Judas war es, der Jesus später verriet – einer aus dem Kreis der Zwölf. (Joh 6,66-71)

Mittwoch, 4. März 2026

Johannes Evangelium 6,60–65

 


Das Buch der Zeichen - Worte, die zum ewigen Leben führen - Murren  offenbart Unglauben.

Die Reaktion auf das, was Jesus mit den Worten vom Fleisch und Blut über den Glauben gesagt hatte – nämlich, dass wir ihn selbst, Gottes Sohn durch Glauben in uns aufnehmen müssen – ließ nicht lange auf sich warten. Viele seiner Anhänger waren außer sich und protestierten hinter vorgehaltener Hand: »Das ist jetzt echt too much! Das ist ja nicht zum aushalten!«

Auch wenn das Murmeln wohl kaum zu hören gewesen sein durfte, war es für Jesus kein Geheimnis. Er wusste innerlich schon längst was ihnen quer lag. Und er sagte Ihnen daraufhin – in Anspielung auf die Himmelfahrt bei der seine Göttlichkeit nicht länger zu leugnen sein würde – »Das findet ihr schon krass? Dann wartet mal, bis ich in meine Herrlichkeit zurückkehre; dahin, wo ich hergekommen bin.«

Ihr Unglaube hatte sie blind gemacht für Jesus‘ wahre Identität und damit für die Glaubwürdigkeit seiner Worte. Darum sagt Jesus es ihnen noch einmal ganz klar: alle menschliche Anstrengung ist zu nichts nütze, denn das ewige Leben kann nur Gott allein schenken; durch seinen Heiligen Geist — und alles, was er ihnen gesagt hat ist von eben diesem Heiligen Geist getragen und vermittelt ewiges Leben.

Das Problem lag also nicht in den Worten, sondern an seinen Zuhörern; daran, dass einige seiner Nachfolger sich weigerten, seine wahre Identität anzuerkennen und an ihn zu glauben. Jesus wusste das von Anfang an: wer ihn ablehnen würde und sogar, dass es Judas sein würde, der ihn am Ende verraten würde.

Eben, weil es wahr ist, dass das ewige Leben nur Gott durch seinen Heiligen Geist schenken kann, hatte Jesus ihnen genau das gesagt: »Nur diejenigen, die vom Vater dazu befähigt werden, können im Glauben daran zu mir kommen, dass ich tatsächlich der Messias bin; Gott in menschlicher Gestalt.«

O-Ton: Als sie das hörten, sagten viele, die sich Jesus angeschlossen hatten: »Was er da redet, geht zu weit! So etwas kann man nicht mit anhören!« 

Jesus wusste schon von sich aus, dass sie murrten, und sagte zu ihnen: »Daran nehmt ihr Anstoß? Wartet doch, bis ihr den Menschensohn dorthin zurückkehren seht, wo er vorher war! 

Gottes Geist allein macht lebendig; alle menschlichen Möglichkeiten richten nichts aus. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind von diesem Geist erfüllt und bringen das Leben. 

Doch einige von euch haben keinen Glauben.« Jesus kannte nämlich von Anfang an die, die ihn nicht annehmen würden, und wusste auch, wer ihn verraten würde. 

Und er fügte hinzu: »Aus diesem Grund habe ich zu euch gesagt: Nur die können zu mir kommen, die der Vater dazu fähig macht.« (Joh 6,60–65)

Dienstag, 24. Februar 2026

Johannes Evangelium 6,48–59


Das Buch der Zeichen - Jesus ist das Brot vom Himmel, das ewiges Leben gibt -  Ewiges Leben wird vermittelt durch das Opfer Christi am Kreuz


Jesus erklärt die unbekannten Dinge in der unsichtbaren Welt oft mit bekannten Dingen aus der sichtbaren Welt. Diesmal vergleicht er irdisches Brot, das nur für eine Zeitlang unser biologisches Leben erhält, mit sich selbst - dem Brot, dessen „Verzehr“ vor dem ewigen Tod bewahrt.

Er beschreibt sich als das lebendige Himmelsbrot - das lebensspendende Brot, dessen „Verzehr“ ewiges Leben garantiert. Was er uns geschenkt hat ist das Opfer seines Körpers am Kreuz von Golgatha, wo er sich als Stellvertreter für unsere Sünden hingab, damit alle, die auf dieses Opfer vertrauen, das ewige Leben bekommen können.

Seine Zuhörer haben seine Metapher jedoch willentlich wörtlich genommen und Jesus vorgeworfen, er wolle Ihnen, wie bei Kannibalen, das Fleisch seines Körpers zu essen geben. Daraufhin versichert Jesus ihnen noch einmal, und diesmal mit Nachdruck, dass sie nur dann Anteil am ewigen Leben haben werden, wenn sie „sein Fleisch und sein Blut“ – also ihn selbst, das ewige Leben in Person – in sich aufnehmen. Das aber geschieht im Glauben an sein Opfer für uns am Kreuz.

Wer so mit ihm vereint ist und bleibt – im Glauben an Jesus‘ stellvertretendes Opfer für die eigene Sünde und Schuld, der wird ewig leben, auch wenn sein Körper stirbt; Jesus wird ihn am Ende aller Tage auferwecken. Denn er, den wir voll Vertrauen in unser Herz aufnehmen und so eins mit ihm werden, ist die wahre Nahrung und der wahre Trank; er ist der Ewige selbst; das ewige Leben in Person. 

Zum Schluss fasst Jesus seine Rede in der Synagoge Kafarnaums noch einmal zusammen: der Vater hat ihn gesandt. Und so wie Jesus in Einheit mit ihm ewig lebt, können auch wir in Einheit mit Jesus ewig leben. Im Glauben an sein Opfer – sein Fleisch und Blut, die er am Kreuz für unsere Sünden hingab – „essen“ wir ihn; nehmen ihn in uns auf; werden eins mit ihm. Er, das Himmelsbrot, ist anders, als das Manna, das dem Volk Israel nur das irdische Leben rettete: wer an ihn glaubt, wird ewig leben.

O-Ton: Ich bin das Brot, das Leben schenkt. Eure Vorfahren aßen das Manna in der Wüste und sind trotzdem gestorben. Hier aber ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit, wer davon isst, nicht stirbt. 

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird ewig leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Leib. Ich gebe ihn hin, damit die Menschen zum Leben gelangen können.« 

Das löste unter den Zuhörern einen heftigen Streit aus. »Wie kann dieser Mensch uns seinen Leib, sein Fleisch, zu essen geben?«, fragten sie. Jesus sagte zu ihnen: »Amen, ich versichere euch: Ihr habt keinen Anteil am Leben, wenn ihr das Fleisch des Menschensohns nicht esst und sein Blut nicht trinkt. 

Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn am letzten Tag vom Tod erwecken. Denn mein Fleisch ist die wahre Nahrung, und mein Blut ist der wahre Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt mit mir verbunden und ich mit ihm.

Der Vater, von dem das Leben kommt, hat mich gesandt, und ich lebe durch ihn. Genauso wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Das also ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist etwas ganz anderes als das Brot, das eure Vorfahren gegessen haben. Sie sind gestorben, wer aber dieses Brot isst, wird ewig leben.« Dies sagte Jesus in der Synagoge von Kafarnaum, so lehrte er dort die Menschen. (Joh 6,48–59)

Freitag, 20. Februar 2026

Johannes Evangelium 6,41–47

 


Das Buch der Zeichen - Jesus ist das Brot, das Leben gibt -  ewiges Leben ist reine Gnade

Auf seine Aussage hin, dass er selbst das personifizierte Himmelsbrot ist, die spirituelle Nahrung, die unser Herz und unsere Seele wirklich satt macht, fangen seine Zuhörer an, hinter vorgehaltener Hand zu meckern. Sie sehen nur auf das, was vor Augen ist: Jesus‘ irdischen Körper und seine irdische Abstammung.

Was Jesus darauf sagt, geht unfassbar tief: er sagt Ihnen nicht nur, dass sie aufhören sollen zu meckern. Er offenbart Ihnen ein Geheimnis. Dass es nämlich einen Grund dafür gibt, dass Menschen überhaupt zu ihm kommen; sich ihm im Glauben zuwenden: Gott der Vater selbst muss sie ziehen. Und wer immer sich im Herzen von Gott ziehen lässt und wirklich im Glauben zu Jesus kommt, den wird Jesus am Ende der Zeiten zum ewigen Leben auferwecken.

Um das zu unterstreichen, zitiert Jesus die Propheten, die schon damals sagten, dass alle Gläubigen von Gott gelehrt sein würden. Doch was lehrt Gott der Vater? Er sagte auf dem Berg der Verklärung über Jesus: »Dies ist mein Sohn, ihm gilt meine Liebe; auf ihn sollt ihr hören!« (Markus 9,7). Wer in seinem Herzen auf diese Stimme Gottes hört und Gottes Zeugnis Glauben schenkt – nämlich, dass Jesus tatsächlich sein Sohn ist und wir auf ihn hören sollen – der kommt auch zu Jesus.

Niemand von uns hat Gott je gesehen, gehört, gefühlt, gerochen, geschmeckt. Niemand von uns hat den Unendlichen jemals mit seinen Gedanken umfasst. Alles, was wir über Gott wissen können, können wir nur von dem Einen wissen; von ihm, der Gott tatsächlich gesehen hat: Jesus. Dem, der vom Himmel herabgekommen ist, um uns am eigenen Beispiel Gottes Wesen zu zeigen.

Wer an ihn glaubt; auf ihn vertraut — an ihn, auf den Gott der Vater hinweist und zu dem er unsere Herzen hinzieht; an ihn, der als Sohn allein weiß, wer Gott wirklich ist, weil nur er ihn wirklich gesehen hat; an ihn, der tatsächlich der Heiland ist; an ihn, der zu unserer Rettung vom Himmel auf die Erde gekommen ist; an ihn, der tatsächlich das Himmelsbrot ist; der das ewige Leben in sich trägt — der wird aufgrund dieser Beziehung selbst ewig leben.

O-Ton: Die Zuhörenden murrten, weil er gesagt hatte: »Ich bin das Brot, das vom Himmel gekommen ist.« Sie sagten: »Wir kennen doch seinen Vater und seine Mutter! Er ist doch Jesus, der Sohn Josefs! Wie kann er behaupten: 'Ich komme vom Himmel'?« 

Jesus sagte zu ihnen: »Was murrt ihr? Nur die können zu mir kommen, die der Vater, der mich gesandt hat, zu mir führt. Und ich werde alle, die zu mir kommen, am letzten Tag vom Tod auferwecken. 

In den Schriften der Propheten heißt es: 'Alle werden von Gott unterwiesen sein.' Wer den Vater hört und von ihm lernt, kommt zu mir. 

Nicht, dass je ein Mensch den Vater gesehen hätte. Nur der Eine, der von Gott gekommen ist, hat den Vater gesehen. 
Amen, ich versichere euch: Wer sich an mich hält, hat das ewige Leben. (Joh 6,41–47)

Mittwoch, 18. Februar 2026

Johannes Evangelium 6,36–40

 


Das Buch der Zeichen - Jesus ist das Brot, das Leben gibt -  Gottes Wille: ewiges Leben

Das Volk hatte Jesu Wunder mit eigenen Augen gesehen. Und trotzdem wollen sie schlicht nicht an ihn glauben. Dieser durch Unglauben verursachten Blindheit für seine Identität stellt Jesus eines der größten christlichen Mysterien gegenüber: alle, die Gott schon vor Erschaffung der Welt dazu erwählt hat, werden zum Glauben an Jesus kommen — und jeder einzelne, der bei Jesus Gnade und Vergebung sucht, wird mit offenen Armen empfangen werden.

Denn Jesus hat den Himmel nicht verlassen, um irgendwelche egoistischen Ziele zu verfolgen, sondern nur, um sein Leben - in völliger Übereinstimmung mit dem Willen Gottes - einer einzigen Sache zu widmen: absolut sicherzustellen, dass alle Menschen, die der Vater im Himmel ihm anvertraut hat, die zu ihm gekommen sind und an ihn glauben, ohne Ausnahme gerettet werden.

Jesus wird am Ende der Zeiten all den Menschen, die auf ihn vertrauen, einen neuen, herrlichen und unvergänglichen Körper und ewiges Leben geben. Es ist Gottes ausdrücklicher Wille, dass jeder, der seine Hoffnung auf Jesus setzt und an ihn glaubt, am Ende aller Tage zu diesem neuen, ewigen und herrlichen Leben auferweckt wird, wie es Gott selbst es beschreibt; siehe Offenbarung 21,4.

O-Ton: Aber ich habe es euch bereits gesagt: Obwohl ihr meine Taten gesehen habt, schenkt ihr mir keinen Glauben. Alle, die mein Vater mir gibt, werden zu mir kommen, und niemand, der zu mir kommt, wird von mir abgewiesen. 

Ich bin vom Himmel gekommen, nicht um zu tun, was ich will, sondern um zu tun, was der will, der mich gesandt hat. Und er will von mir, dass ich niemand von denen verliere, die er mir gegeben hat. 

Vielmehr soll ich sie alle am letzten Tag zum Leben erwecken. Mein Vater will, dass alle, die den Sohn sehen und sich an ihn halten, ewig leben. Ich werde sie am letzten Tag vom Tod auferwecken.« (Joh 6,36–40)