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Donnerstag, 25. Juni 2026

Johannes Evangelium 7:53 - 8:11


Das Buch der Zeichen - Jesus und die Ehebrecherin - Eine hinterlistige Falle


Nachdem die Gerichtsdiener Jesus nicht zu fassen bekommen hatten und der Hohe Rat darüber disputiert hatte, ob Jesus nun der Messias oder eher zu verurteilen sei, ging jeder nach Hause. Jesus dagegen ging, wohl um zu beten, zum Ölberg, einem Garten östlich vor den Stadtmauern von Jerusalem.

Am nächsten Morgen war er schon in aller Herrgottsfrühe wieder zurück im Tempel. Er wurde sofort von vielen Menschen umringt, setzte sich und fing an, ihnen beizubringen, was eigentlich Gottes Wille ist.

Da kamen wieder die Gesetzeslehrer und Pharisäer. Diesmal hatten sie eine Frau dabei, die sie – ein Kunststück! – in flagranti beim Ehebruch ertappt hatten. 

Sie drängten sich mit der Frau in die Mitte der Menge und fragten Jesus vor allen Leuten, was sie jetzt mit der Frau machen sollten? Laut Moses’ Gesetz würde auf Ehebruch ja die Todesstrafe stehen. Dass dabei nicht nur die Frau, sondern auch der Ehebrecher gemeint waren, unterschlugen sie.

Anstatt sie vor ihr ordentliches Gericht zu stellen, benutzten sie die Frau als Mittel zum Zweck, um Jesus ein Bein zu stellen; um endlich einen Grund zu haben, ihn verklagen zu können, denn: wäre er für Freispruch, hätte er Moses‘ Gesetz missachtet; wäre er für ihren Tod, würde er das römische Gesetz brechen, denn die römischen Besatzer hatten jüdische Exekutionen verboten.

Aber Jesus ließ sich gar nicht darauf ein. Er ging in die Hocke und begann, völlig unbeeindruckt, mit dem Finger auf die Erde zu schreiben. 

Als die Oberen nicht aufhörten, ihn zu löchern, richtete er sich auf und sprach Ihnen direkt ins Gewissen: wer von Ihnen schuldlos sei, der solle mit der Steinigung anfangen. Danach ging er wieder in die Hocke und schrieb, wie zuvor unbeeindruckt, weiter auf die Erde.

Seine Aufforderung schlug ein wie eine Bombe: einer nach dem anderen zogen sie sich zurück; die Ältesten zuerst. Am Ende war keiner übrig geblieben, und Jesus war mit der Frau alleine. 

Da stand er wieder auf und fragte die Frau, wo nun ihre Ankläger geblieben seien; ob keiner mehr da sei, um das Urteil zu vollstrecken? Was mag sich wohl für eine Mischung aus Schuld und Erleichterung in der Seele dieser Frau abgespielt haben, als sie sagen konnte, dass keiner ihrer Henker mehr da und die unmittelbare Todesgefahr vorüber war? 

Und in dieses Herz hinein spricht Jesus mit Gnade und Wahrheit: auch er wird sie nicht verurteilen – sie soll aufhören, die Ehe mit ihrem Mann zu brechen. 

O-Ton: Dann gingen sie alle nach Hause. Jesus aber ging zum Ölberg. 

Am nächsten Morgen kehrte er sehr früh zum Tempel zurück. Alle Leute dort versammelten sich um ihn. Er setzte sich und sprach zu ihnen über den Willen Gottes. 

Da führten die Gesetzeslehrer und Pharisäer eine Frau herbei, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu Jesus: »Lehrer, diese Frau wurde ertappt, als sie gerade Ehebruch beging. Im Gesetz schreibt Mose uns vor, dass eine solche Frau gesteinigt werden muss. Was sagst du dazu?« Mit dieser Frage wollten sie ihm eine Falle stellen, um ihn anklagen zu können. 

Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 

Als sie nicht aufhörten zu fragen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: »Wer von euch noch nie eine Sünde begangen hat, soll den ersten Stein auf sie werfen!« Dann bückte er sich wieder und schrieb auf die Erde. 

Als sie das hörten, zog sich einer nach dem andern zurück; die Älteren gingen zuerst. Zuletzt war Jesus allein mit der Frau, die immer noch dort stand. 

Er richtete sich wieder auf und fragte sie: »Frau, wo sind sie geblieben? Ist keiner mehr da, um dich zu verurteilen?« »Keiner, Herr«, antwortete sie. 

Da sagte Jesus: »Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen; aber tu diese Sünde nicht mehr!« (Joh 7:53 - 8:11)

Sonntag, 13. Januar 2019

Jahreslosung 2019 - "Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!" (Psalm 34,15)


Übersicht
  • Intro: „Die neuesten Nachrichten“
  • Unser Text (Psalm 34,15) 
  • Was ist das für ein Frieden?
  • Warum sollten wir diesem Frieden "nachjagen"?
  • Was bedeutet also "nachjagen"?
  • Wie geht das: "nachjagen"?
  • Fragen an Dein Herz



Intro: „Die neuesten Nachrichten“

Wenn ich mich in unserer Welt so umschaue, in der Presse, in den Medien, in den Nachrichten, Radio höre oder fernsehe oder auch nur Gespräche führe, wird mir eines immer deutlicher: unsere Welt ist kaputt. Ich gehe noch einen Schritt weiter: sie ist auf jede nur erdenkliche Art und Weise kaputt. Damit meine ich nicht, dass in unserer alles kaputt ist. Ich meine damit, dass jeder nur denkbare Aspekt von diesem Kaputtsein betroffen ist.

Mein Nächster: Ich höre von Mobbing in Schulen, von Schießereien und Amokläufen, von Terrorismus, Kriegen und Hungersnöten, von Flüchtlingswellen, Menschenhandel und Sklaverei und von der weltweit größten Christenverfolgung aller Zeiten.

Schöpfung: Ich lese von Luftverschmutzung, von Plastikmüll in den Meeren, von Überdüngung, Chemie-Giganten und Glyphosat, von der Ausbeutung von Rohstoffen, der Abholzung des Regenwaldes und der Überfischung der Meere, ich lese von Nahrungsmittel-Giganten und der kommerziellen Ausbeutung unserer Wasser-Reserven, ich lese von ausgesetzten Haustieren, von tierquälerischer Hühner- und Schweinezucht und unsäglichen Tiertransporten.

Ich selbst: Ich begegne Menschen mit Depressionen, Selbstmordgedanken, Drogen- Spiel- und Sexsüchtigen, arroganten Egoisten, Rechthabern und Selbstgerechten, ich begegne Menschen, deren Seele von ihrer Vergangenheit verkrümmt ist und die trotz ihres Alters nicht innerlich geheilt sind.

Gott: Früher hatten wir New Age samt Baghwan und Esoterik aller Orten. Heute sehe ich auf der einen Seite das Neuheidentum mit seiner spirituellen Verirrung ins Heidnisch-Okkulte, und den Neo-Atheismus samt seiner Beschränkung der Welt auf das Natürliche. Und ich begegnen immer wieder Menschen, die auf Gott und den christlichen Glauben nicht gut zu sprechen sind.

Wie gesagt: es ist nicht alles kaputt. Es gibt noch immer hilfsbereite Menschen, wahnsinnig schöne Sonnenuntergänge am Meer, gesunde Persönlichkeiten und an Christus Gläubige. Aber es ist in jedem Bereich der Schöpfung etwas zerbrochen - und zwar auf Ebene der Beziehung – und dies auf eine vierfache Weise: 1. In der Beziehung zwischen mir und meinem Nächsten, 2. in der Beziehung zwischen mir und der Schöpfung, 3. in der Beziehung zu mir selbst, und 4. in der Beziehung zwischen mir und Gott. In dieses Zerbrochen-Sein hinein spricht unsere Jahreslosung. Sie spricht von Frieden, von einem Shalom, von einer Wiederherstellung all dieses Kaputten – und darüber, wie wir da hin kommen.


Unser Text (Psalm 34,15) 

Eigentlich wollte ich uns, bevor wir uns auf die Jahreslosung konzentrieren, den ganzen Text lesen, damit wir ihn in seinem Kontext betrachten können. Das hätte bedeutet, wesentliche Teile dieser Predigt wegzulassen. Daher bitte ich Euch, den Psalm 34 in der nächsten Woche gern noch einmal zu Hause nachzulesen – und mir zu vertrauen, dass die nachfolgende Zusammenfassung zumindest einigermaßen korrekt ist: Der Psalm ist überschrieben mit „Unter Gottes Schutz“ und hat 6 Sinn-Abschnitte: 1. dass unser Gott ein Gott ist der zutiefst lobenswert ist, 2.Dass unser Gott ein Gott ist, der unser Gebet beantwortet, der uns hilft, uns rettet und uns Freude schenkt, 3. dass unser Gott freundlich ist, und wir ihn darum suchen und ehren sollen, 4. fordert dieser Psalm dazu auf, dass, wer ein gutes Leben, ja ewiges Leben haben möchte, umkehren sollte! Aktiv etwas tun sollte. Das Böse lassen und dem Frieden nachjagen sollte, 5. sagt Psalm 34, dass Gott den bußfertigen Sünder errettet und die Gottlosen richtet und 6. heißt es dort, dass wir im Leben zwar leiden müssen, aber Gott uns - wenn wir auf Ihn vertrauen, uns von aller unserer Schuld erlöst und unser Leben befreit!

Unser Psalm redet also auf der einen Seite vom herrlichen Wesen Gottes, der unsere Gebete erhört, der uns hilft und uns rettet und der uns Freude schenkt. Er redet auf der anderen Seite aber auch ganz klar von zwei Sorten von Menschen: denen, die umkehren und gerettet werden - und denen, die Gottes Gebote hinter sich werfen, sie verachten und ins Gericht kommen. Unser Vers steht dabei genau in dem Block, den ich zusammen fassen möchte mit dem Satz: „Wer ein gutes Leben, ewiges Leben, haben möchte, der soll vom Bösen umkehren und dem Frieden nachjagen!“


Was ist das für ein Frieden?

Das scheint ja ziemlich wichtig zu sein, mit diesem Frieden nachjagen! Da kann (und sollte!) man jetzt natürlich erst mal fragen: was ist denn das für ein Frieden, dem ich da nachjagen soll? Das Wort, das in unserer deutschen Bibel mit „Frieden“ übersetzt wurde, heißt auf hebräisch „Shalom“. Und Shalom bedeutet viel mehr als unser deutsches Wort „Frieden“. Es bedeutet nicht nur „kein Krieg“ oder „kein Streit“. Die Wikipedia[1] weiß dazu: „Der hebräische Begriff Schalom bedeutet [...] Unversehrtheit, Heil; es ist damit nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe.“ 

Kannst Du Dir das vorstellen? Der biblische Frieden beschreibt einen Zustand, in dem die Dinge heil sind, nicht kaputt. Einen Zustand, in dem der Mensch und die Natur gesund sind, in dem Mensch und Natur in Sicherheit sind, einen Zustand in denen ein wahrhaft himmlischer Frieden herrscht – ein ganzheitliches Heil, welches die ganze Schöpfung umfasst – und damit auch unsere Beziehung zu unserem Schöpfer selbst. Der biblische Frieden beschreibt also einen Zustand, in dem die 4 Ebenen der Beziehung, über die ich am Anfang gesprochen habe, wiederhergestellt sind: 1. Meine Beziehung zu meinem Nächsten, 2. meine Beziehung zur Schöpfung, 3. meine Beziehung zu mir selbst, und 4. meine Beziehung zu Gott.


Warum sollten wir diesem Frieden "nachjagen"?

Nachdem wir uns nun angesehen haben, was es mit diesem Frieden auf sich hat, ist natürlich die nächste Frage, warum man sich für diesen Frieden einsetzen sollte – was einen motivieren sollte, hier aktiv zu werden. Und bitte verstehe mich richtig: dass es ein guter Zustand ist, dass also der Sinn und Zweck dieses Friedens erstrebenswert sind, daran habe ich keinen Zweifel. Auch daran nicht, dass Du das genau so siehst. Wenn ich also nach dem „Warum?“ frage, dann nicht, weil ich glaube es Du wärest ein Bösewicht, der da denkt: „Ah – Frieden! So ein Quatsch! Da kann ich getrost drauf verzichten! Hauptsache, ich kriege morgen noch mehr kaputt gemacht, als heute!“

Ich denke, wir sehnen uns alle nach diesem Zustand: nach Frieden, nach Heil, nach Sicherheit, nach Gesundheit – auf allen genannten Ebenen: in unserer Beziehung zum Nächsten (und unseres Nächsten zu uns), in unserer Beziehung zur Welt und unserer Beziehung zu uns selbst und – last, but by all means first! – unserer Beziehung zu Gott. 

Meine Frage nach dem „Warum“, geht also vielmehr in die Richtung: „Was hat das mit mir zu tun?“ Denn da steht ja: „jage ihm nach“. Das ist ein Imperativ! Und der meint mich. Und Dich. Er meint jeden von uns. Und ich denke, dass der Grund für diesen Imperativ ziemlich simpel ist: Die Welt ist kaputt. Daran besteht kein Zweifel. Vor allem aber wird sie sich nicht von selbst reparieren. Die Welt – unsere Schöpfung, wir selbst und unser Nächster – kann nur in Ordnung kommen, wenn jemand etwas dafür tut. Denn: vom einfach nur Rumsitzen passiert gar nichts. Oder mit den Worten von Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“


Was bedeutet also "nachjagen"?

Wenn es also darum geht, einen eigenen Beitrag dazu zu leisten, dass dieser Friede Gestalt annimmt, dann wäre es natürlich gut zu wissen, was genau dieser Beitrag sein kann – und auch, wo man dabei vom Pferd fallen kann. Damit man eben nicht runter fällt. 


Schöpfung: Ich denke, in den genannten 4 Beziehungsfeldern geht es dabei um folgendes: in unserer Beziehung zur Schöpfung, also zu der Welt in der wir leben, können wir mindestens zwei verschiedene falsche Haltungen einnehmen: die Haltung der Vergötzung und die Haltung der Verachtung. 

Die Haltung der Vergötzung macht die Welt zu seinem Gott. Wer das tut, der sucht sein Glück im Streben nach Geld, Macht, Status, Anerkennung oder Lust. Sich das ewige Glück von der Welt zu erwarten ist dabei keine so gute Idee: Der Apostel Johannes schreibt dazu: „Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.“ (1Joh 2,17)

Die andere Haltung, mit der wir der Welt begegnen können, ist die der Verachtung. Verachtung bedeutet, dass es mir Wurst ist, was mit der Welt um mich herum passiert. Ob die Umwelt nun verschmutzt wird oder nicht. Ob Tiere gequält werden oder nicht. Ob Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken oder nicht. Ob Christen verfolgt werden oder nicht. Weil es ja nicht mein Problem ist. 

Oder meine Haltung kann sein, dass ich mich aktiv dafür einsetze, dass hier etwas besser wird. Durch einen bewussten, nachhaltigen Umgang mit meiner Umwelt, durch aktiven Einsatz für den Tierschutz, durch politischen und auch persönlichen Einsatz für Menschen, die aus Angst vor Misshandlung oder Tod ihre Heimat verlassen haben oder durch die Unterstützung von Organisationen, die verfolgten Christen helfen. Um die Welt zumindest ein ganz kleines bisschen besser zu machen. 

Darf ich Dich das mal fragen? "Wo stehst Du hier?" Und: "Was könntest Du tun?" Und: "Was tust Du tatsächlich?"


Nächste: In unserer Beziehung zu unserem Nächsten, und das sind meistens wirklich die Menschen, die uns am nächsten sind: unsere Ehepartner, Kinder, Verwandte und Arbeitskollegen), in diesen Beziehungen werden wir immer wieder, und teilweise sehr tief, verletzt. Oder wir verletzen selber. 

In diesen Beziehungen geht es um Vergebung. Vergebung, die wir schenken können. Oder Vergebung, die wir erbitten können. Damit diese Beziehungen wieder heil werden können. Damit wirklich Friede wird. Wahrer Shalom. Das passiert nicht von selbst. Ich bin vielmehr von Gott dazu aufgefordert, selbst aktiv zu werden. Diesem Frieden nachzujagen. Mich mit jeder Faser meines Seins dafür einzusetzen, dass dieser Friede Gestalt gewinnt. Jesus sagt dazu „Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.“ (Lk 6,37). 

Ich frage Dich das mal: "Wo in Deinem Leben sind Beziehungen kaputt?" Und: Bist Du bereit zu vergeben? Und: "Bist Du bereit, um Vergebung zu erbitten?" 


Selbst: Auch in unserer Beziehung zu uns selbst gibt es mehr als genug zu tun: Auf der einen Seite können wir uns fragen, wo es uns an Heiligung fehlt. Ich frage das mal ganz direkt: „Wo gibt es in Deinem Leben eine Sünde, von der Du genau weißt, dass Du sie lassen solltest?“ Ich bin sicher: es ist genau diese Sache, die Dir jetzt gerade durch den Kopf geht. Salomo sagt dazu: „Wer seine Missetat leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.“ (Spr 28,13)

Auch dazu möchte ich Dich was fragen: "Willst Du diese Sünde bekennen und lassen?"

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Verletzungen in unserer Seele, die wir vielleicht schon seit Jahren, ja Jahrzehnten!, mit uns herumtragen. An denen wir uns abschleppen. Aus Scham davor, mit jemandem darüber zu sprechen. Gott möchte, dass wir heil werden. Und dazu hat er uns einander gegeben. Wäre es nicht schön, Dich einem Menschen anzuvertrauen und in tiefen Gesprächen über die Zeit Heilung zu erfahren? Ich bitte Dich herzlich: Wenn Dich etwas quält, bitte sprich mit jemandem darüber – mit einem erfahrenen Seelsorger oder einer erfahrenen Seelsorgerin, dem/der Du vertraust. 

"Warte nicht länger!"


Gott: Letztlich aber steht und fällt all das oben gesagte mit unserer Beziehung zu Gott: Nur, wenn meine Beziehung zu Ihm wirklich im Reinen ist, bin ich davor gefeit, die Schöpfung zu vergöttern oder zu verachten; bin ich bemüht, mit meinem Nächsten ins Lot zu kommen; bin ich bereit, auch an mir selbst zu arbeiten, um Christus ähnlicher zu werden. 

Darum möchte ich Dich fragen: "Lebst Du tatsächlich in täglicher Hingabe an Ihn?" Und: "Lebst Du ein Leben in beständiger Umkehr vom Bösen?" Und: "Lässt Du Dir überhaupt von Gott sagen, was Gut und Böse ist?" 

Oder hast Du, wie Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen und bist Dein eigener Gott: Dir selbst Gesetz? Es kann aber auch sein: Du hast ein völlig falsches Bild von Gott. Fällt es Dir schwer, Ihm zu vertrauen? Scheint Er Dir fern? Oder drohend? Oder gar böse? Wenn das so sein sollte, möchte ich Dich auch hier herzlich bitten, Dich einem erfahrenen Seelsorger anzuvertrauen. 

"Suche aktiv nach Hilfe!"


Wie geht das: "nachjagen"?

Nachdem wir nun wissen, was Frieden ist, und wissen, was wir ganz konkret dazu tun können, möchte ich uns noch vor einem großen Irrtum bewahren: Dem Irrtum, wir müssten nur „einen Entschluss fassen“ und „uns anständig Mühe geben“ und „dann wird das schon“. Das wäre der Weg des Gesetzes. Und der funktioniert nicht. 

Natürlich steht auch Hebräer 12,14 „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird...“ Aber in Römer 8,7 steht auch, dass sich unser „Fleisch [...] dem Gesetz Gottes nicht unterwirft; denn es vermag's auch nicht.“ Gottes Wort macht uns also nicht die geringste Hoffnung, dass wir auf dem Wege der Selbsterlösung Erfolg haben werden.

Ja, wie denn jetzt? Wir haben doch jetzt die ganze Zeit gesagt, wir sollen dem Frieden nachjagen? Oder etwa nicht? Und jetzt sage ich Dir: „Jaja, aber das geht gar nicht!“ Will ich Dich denn jetzt etwa veräppeln? Natürlich nicht! Es ist vielmehr beides richtig: Gott möchte, dass wir "dem Frieden nachjagen", also alles in unserer Macht stehende tun, um unseren Beitrag zum Frieden zu leisten. Und Gott weiß auch, dass wir die Kraft dazu nicht in uns selbst finden werden.

"Ja, wie soll es den dann gehen?" fragst Du nun vielleicht. Nun, die Lösung, also die Antwort auf diese Frage, hat etwas mit Beziehung zu tun: mit Deiner Beziehung zu Gott. Denn die Lösung liegt nicht in einem Kraftakt. Und nicht in Deiner Disziplin. Die Lösung liegt in einer Person. Und zwar in Jesus Christus selbst.

Bitte höre bei den folgenden Versen ganz genau hin: In 1Kor 1,30 steht: „Gott allein hat es ermöglicht, dass ihr in Christus Jesus sein dürft. DEN hat er zu unserer Weisheit gemacht. Durch IHN sind wir vor Gott gerecht gesprochen und unser Leben wird durch IHN geheiligt. Durch IHN sind wir erlöst.“ (NLB)

Wenn ich also eine Beziehung zu Jesus Christus habe, dann ist ER die Kraft in mir zur Heiligung. Er IST unsere Heiligung! Wenn wir also vom Bösen lassen und dem Guten und dem Frieden nachjagen wollen, ist ER die Antwort. ER ALLEIN! 

ER ist auch unsere Heilung: In Jesaja 53:5 lesen wir: „Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf IHM, auf daß wir Frieden hätten, und durch SEINE Wunden sind wir geheilt.“ (Jes 53:5) ER ALLEIN ist in der Lage, die Wunden unserer Seele zu verarzten, dafür zu sorgen, dass wir innerlich wirklich heil werden!

Letzten Endes liegt der Frieden, dem wir nachjagen sollen in Seiner Person begründet: „ER ist unser Friede “lesen wir in Epheser 2,14 – und in Jesaja 9,5-6 noch genauer: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und ER heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende sei [...] in seinem Königreich [...]“. Wenn wir also wirklich Frieden suchen, dem Frieden nachjagen wollen, dann ist unser Ziel eine Person!

ER ist es, der durch seinen Heiligen Geist in uns „wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ (Phil 2,13). ER ist es, der spricht: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe [...]: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ (Jer 29:11“) ER ist es, der spricht: „ICH will [...] solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.“ (Hes 36,27)

ER ist es, der spricht: „Ihre Wege habe ich gesehen, aber ICH will sie heilen und sie leiten und ihnen wieder Trost geben; und denen, die da Leid tragen, will ich Frucht der Lippen schaffen. Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HERR; ICH will sie heilen.“ (Jes 57:18-19)

GOTT ist es, der Dich zum Frieden ruft. 

Und dieser Gott ist es, der Dich befähigen will, Seinen Willen zu tun. Dieser Gott ist es, der Mensch geworden ist, der aus Liebe zur Dir Sein Leben gegeben hat als Preis für Deine Sünden am Kreuz von Golgatha. Dieser Gott ist es, JESUS CHRISTUS, der auferstanden ist und lebt, der Dich persönlich ruft und bittet: „komm und folge mir nach!“ (Lk 18,22) – auf dem Weg des Friedens. 

AMEN.


Fragen an Dein Herz

  • An welchen Stellen hat Gott Dein Herz berührt und Dich zur Umkehr gerufen?
  • Willst Du Ihm vertrauen und folgen?


„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.“ 

(Galater 2,20)

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[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Schalom_(Hebr%C3%A4isch), aufgerufen am 12.01.2019 um 16:26)

Samstag, 8. Dezember 2018

"Warum 'an Gott glauben' nicht ausreicht, um in den Himmel zu kommen"

Heutzutage glauben viele Menschen, dass sie in den Himmel kommen, weil Gott die Liebe ist und daher allein die Gnade regiert. Manche glauben auch, dass sie "gar nicht so schlimm" seien. Sie glauben, dass es reicht, "an Gott zu glauben", ohne dass dies irgendwelche Konsequenzen für ihr tägliches Leben hätte. Sie glauben, dass, wenn sie sterben, sie "einfach so" in den Himmel kommen.  -  Ja, es gibt sogar Menschen, die sich 'Christen' nennen, die glauben, mann könnte Jesus "in sein Leben einladen" und dann einfach weiter machen, wie bisher. Jesus soll im Leben dieser Menschen nur die Funktion des Trösters haben, des Helfers und des Heilands - nicht aber auch die des Herr und Meisters ihres Lebens.

Das diese Überzeugung ein tödlicher Irrtum ist, möchte ich im Folgenden aufzeigen.

Jesus ist nicht für unsere Schuld am Kreuz gestorben, damit wir ihn in unser sündiges Leben 'einladen' und dann einfach so weiter machen. Er will nicht nur unser Heiland sein. Natürlich: Er ist der Heiland der Welt. Er ist aber auch der König der Könige und der Herr aller Herren. Er ist der Schöpfer und Gesetzgeber dieser Welt und damit auch unser aller Richter.

Warum das wichtig zu wissen ist? Weil wir seine Gebote übertreten haben. Und wir tun das täglich. Was Jesus daher will, weil Er nicht nur gnädig, sondern auch wahrhaftig und gerecht ist, ist dass wir aufhören, unser "altes Leben" einfach so weiter zu leben. Er will, dass wir umkehren. Und dass wir Ihm von da an im Gehorsam nachfolgen. Er will, dass unser Glaube nicht nur ein wohliges Gefühl ist, sondern, dass ihm echte Taten folgen. Weil es ansonsten ein "toter Glaube" wäre. Eben das ist es, was der Apostel Jakobus meint, wenn er schreibt: "Genauso wie der Körper ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot." (Jak 2,26)

Niemand anders hat klarer gesagt als Jesus, dass die Abkehr von der Sünde und vom alten Leben, sowie die tägliche Nachfolge ein absolutes Muss sind. Er sagte: "»Wenn jemand mir nachfolgen will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen." (Mk 8,34) Und: "Wer versucht, sein Leben zu behalten, wird es verlieren. Doch wer sein Leben für mich aufgibt, wird das wahre Leben finden." (Mt 16,25)

Das Gleiche predigt Paulus, wenn er schreibt: "Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet." (Eph 4,22) Das schreibt er, weil er weiß: "wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr [ewig] sterben müssen." (Röm 8,13) Darum fordert er uns daher dazu auf, eben das zu töten, was sonst zum Tod führen würde: "Darum tötet alles, was zu eurer irdischen Natur gehört: sexuelle Unmoral, Schamlosigkeit, Leidenschaft, böse Lüste [...]" Für ihn liegt das unmoralische Leben ganz klar in der Vergangenheit eines Christen, nicht in der Gegenwart: "[...] wir waren früher unverständig, ungehorsam und gingen in die Irre. Wir waren Sklaven aller möglichen Leidenschaften und Begierden." (Tit 3,3). Dass unser Christenleben ein Kampf gegen die Sünde ist, bestätigt auch der Apostel Petrus, wenn er schreibt "[... doch] weil ihr jetzt vom Gehorsam bestimmt seid, lasst euch nicht mehr von den Begierden beherrschen [...]" (1Petr 1,14 )

Niemand hat so eindringlich davor gewarnt, wie Jesus, sich nicht von irgendwelchen falschen Propheten vorzumachen zu lassen, dass man auch ohne Umkehr den breiten Weg gehen kann. Wer das tut, geht verloren. Denn das Kennzeichen echter Nachfolge ist nicht, Jesus "Herr" zu nennen. Echtes Kennzeichen eines Jüngers Jesu ist der Gehorsam gegenüber Gottes Wort. Nichts sonst! Jesus sagte das so: "Geht durch das enge Tor! Denn das weite Tor und der breite Weg führen ins Verderben, und viele sind dorthin unterwegs. Wie eng ist das Tor und wie schmal der Weg, der ins Leben führt, und nur wenige sind es, die ihn finden! Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie sehen aus wie sanfte Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Von Dornen erntet man keine Weintrauben, und von Disteln kann man keine Feigen lesen. So trägt jeder gute Baum gute Früchte und ein schlechter Baum schlechte. Ein guter Baum wird keine schlechten Früchte tragen und ein schlechter Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb sage ich: An ihren Früchten werden sie erkannt. Nicht jeder, der dauernd 'Herr' zu mir sagt, wird in das Reich kommen, in dem der Himmel regiert, sondern nur der, der den Willen meines Vaters im Himmel tut." (Mt 7,13-21)

Samstag, 10. März 2018

Wie Gott unseren Lebensdurst löscht - Jahreslosung 2018 - Offenbarung 21,6


Wir haben alle Durst; Durst nach Leben. Wir sind so durstig, dass es weh tut; das hältst Du im Kopf nicht aus. Wir schütten alles in uns rein, was wir nur in die Finger kriegen können - Fußball, Musik, Autos, Kleidung, Beauty, Spaß, Party, Alkohol, Drogen, Sex, Abenteuer, Reisen, Esoterik, Mystik, Wissen, Status, Karriere, Geld, Besitz, Macht... - und werden nimmer satt.

Immer mehr von der Welt wollen wir in uns hinein stopfen, und immer stärker brennt dieser Durst nach Leben in uns; unstillbar, unüberhörbar, fordernd, reißend, lockend, alles versprechend - und nie wird es wahr, was Er verspricht; nie wird er gelöscht, so viel wir auch in uns hineinstopfen von dieser Welt. Denn in uns ist ein Loch; ein schwarzes Loch, das alles in sich hinein saugt, was nicht niet- und nagelfest ist.

Hinein in diesen Durst spricht Gott:

"Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst."

(Offenbarung 21,6)

Wer spricht da überhaupt?

Gott spricht. Doch wer ist dieser Gott? Er ist der, der im vorangehenden Vers von sich sagt: „Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende“. Er ist der ewige und allmächtige Gott. Der Dreieine! Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Er ist JHWE. Der ICH BIN DER ICH BIN. Der εγώ είμι. Das ist: Der Urgrund allen Seins. Der Ursprung der ganzen Schöpfung; unseres riesigen, unendlichen Universums. Er ist der Anfang aller Dinge.  Ohne Ihn gäbt es gar nichts, denn von nichts kommt nichts.

Ohne Ihn gäbe es auch uns nicht. Er ist unser Schöpfer – und damit unser König, unser Gesetzgeber und – am Ende aller Tage – auch unser Richter.. Er ist unser Schöpfer: Erfinder des Menschen und der Welt. Er weiß, wie wir funktionieren, Er hat Zweck und Sinn unseres Lebens für uns vorbestimmt (Gen 1:26, Jes 43:7). Er ist unser König, Gesetzgeber und Richter: Damit wir Sinn und zweckbestimmt leben, hat Er als unsere Regierung Gesetze erlassen:  

1. „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.  Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist:  Bete sie nicht an und diene ihnen nicht [...]“ (2Mo 20:2-5a)  

10. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.“ (2Mo 20:17) 

Zusammengefasst: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst. (Lk 10:27, 5Mo 6:5, 3Mo 19:18).“ 


Wem will Gott dieses "lebendige Wasser" geben? 

Es geht also um Liebe, nicht um Neid und Gier. Es geht ums Geben und nicht ums Nehmen. Es geht ums Verschenken und nicht ums Habenwollen. Egal ob es um spirituelles  geht (wem gilt unsere Anbetung? Idolen? Promis, Milliardären – Gott?), oder um Materielles (Mein Haus, mein Auto, mein Boot? – oder Brot für die Welt?) 

Es geht also um Selbstsucht vs. Liebe. Um Götzendienst vs. Anbetung. Um Gier vs. Dankbarkeit. Um Neid vs. Zufriedenheit. Und wir? Wir Kehren Gott den Rücken, beten Idole an, statt Ihm, oder Gegenstände und sind von unserer gefallenen Natur her von Gier und Neid zerfressen: Wir wollen immer mehr, als wir schon haben; und sind nimmer satt; nie dankbar und zufrieden.

Das Schlimmste aber ist: wir können uns selbst aus diesem Zustand nicht befreien. Weil etwas mit unserem Herzen nicht stimmt. Paulus spricht im Römerbrief davon, dass wir von unserer gefallenen Natur her Gottes Feinde sind (Rö 5:10). Ja, in Römer 7 macht er das ganze Dilemma unseres Sündefalls für uns deutlich, wo er von der Verzweiflung an sich selbst schreibt:

„Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich. Wenn ich aber tue, was ich nicht will, vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.  So finde ich nun das Gesetz: Mir, der ich das Gute tun will, hängt das Böse an. Denn ich habe Freude an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Verstand und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.  Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?“ (Rö 7:18-24)

Es heißt im Text: "dem Durstigen": Wer sind diese Durstigen? Das sind wir in unserer Not. Wir wollen seit dem Sündenfall selbst sein wie Gott, selber bestimmen was gut ist für uns, was erlaubt ist. Wir wollen Seine Grenzen nicht mehr akzeptieren.  Wir wollen selber bestimmen. Alles.

Wir sind dem Satan auf den Leim gegangen mit seiner  alten Lüge: „Ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ (1Mo 3:5) Und genau aus diesem Grund haben wir Gott -Ihm, der Quelle!- den Rücken gekehrt. 

Und jetzt haben wir ein Problem: denn das Wasser, dass wir uns gegraben haben, macht nicht satt. Geld macht nicht satt. Es schreit nur nach immer noch mehr Geld. Sex-Sucht und Drogen machen nicht satt. Sie schreien nur nach immer noch einem neuen Kick. Macht macht auch nicht satt: es ist nie genug. Wo das hinführt, kennen wir nur zu gut aus unserer Geschichte: „‚Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt'“. Und am Ende stehen wir mit gar nichts mehr da: finanziell ruiniert, oder drogensüchtig oder in einem von Bomben und Krieg zerfledderten Land.

Der Satan hat gelogen: Wir werden nicht sein wie Gott. Wir können (ohne, so wie ER allwissend zu sein), gar nicht wissen, was im Letzen gut für uns ist und was nicht. Wir sehen das auch an den ethischen Fragen, mit denen wir inzwischen konfrontiert sind, weil die von uns entwickelte Technologien (vor allem im Bereich Biologie/Geundheit) und schon längst über den ethischen Kopf gewachsen sind: wir sind heute mir Fragen konfrontiert, die wir gar nicht mehr beantworten können. – aber wir lassen nicht los von unserem bösen Traum: „Wir wollen sein, wie Gott – und selber entscheiden, was gut und was böse ist“. Und werden ständig enttäuscht. Darum! sind wir durstig!

Doch (Gottseidank!) ist Gott auch unser Priester, Heiland und Freund! Gott spricht: Er schweigt nicht angesichts unseres Elends, sondern kommt und spricht, bietet uns die Lösung an. Doch wo spricht Er? In Seinem Wort! Und was spricht Er? Das Evangelium! Und was ist das Evangelium?! Es ist, dass Gott spricht: "Ich will!" 

Und was ist es, was Er will? In Jeremia lesen wir: „… das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein“ (Jer 31,33) // Und in Hesekiel : „Ich tue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entheiligt habt unter den Völkern, wohin ihr auch gekommen seid. Denn ich will meinen großen Namen, der vor den Völkern entheiligt ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt, wieder heilig machen. Und die Völker sollen erfahren, dass ich der HERR bin, spricht Gott der HERR, wenn ich vor ihren Augen an euch zeige, dass ich heilig bin. Denn ich will euch aus den Völkern herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen, und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun. Und ihr sollt wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe, und sollt mein Volk sein, und ich will euer Gott sein. Ich will euch von all eurer Unreinheit erlösen  [...]“ (Hes 36:22-29)

Weil Gott will, können wir aufatmen. Wir müssen unsere Heiligung nicht selber schaffen. Darum steht geschrieben: „Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten.“ (Gal 6,8 ) und „[...] ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ (Phil 1,6). Denn „Christus Jesus, [wurde] uns zur Weisheit [...] durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung,“ (1Kor 1:30). Ja, Jesus ist „Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Heb 12:2). Gott will geben, nicht nehmen (außer unsere Sünden; unseren Dreck). „Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten [...] der HERR warf unser aller Sünde auf ihn“ (Jes 53:5+6)


Was will Gott uns geben? Was ist das: eine "Quelle des lebendigen Wassers"?

Wer ist also die Quelle lebendigen Wassers? Die Quelle ist Gott selbst; Sein Geist! Das lesen wir in der ganzen Schrift: Z.B. in den Psalmen: "Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht." (Ps 36:8-10 ) Und bei Johannes lesen wir: „Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“ (Joh 4:13-14) // und weiter: „[...] Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten [...]“ (Joh 7:38-39a) Ganz klar lesen wir es dann bei Jeremia: „Denn mein Volk tut eine zwiefache Sünde: mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich Zisternen, die doch rissig sind und kein Wasser geben.“ (Jer 2:13) 

Die Quelle des Lebendigen Wassers – die Quelle, die letztlich all unseren Durst stillt - ist Gott selbst. Paulus nennt es „der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Völkern ist, [...] Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ (Kol 1:27)


Wie soll das funktionieren? Müssen wir dazu etwas tun?

Im Text heißt es "umsonst". Doch was bedeutet das? Es bedeutet: Gott verschenkt sich selbst! Er will nichts zurück! Das ist das Evangelium. Keine Leistung, keine Werke, kein Krampf; sondern Gnade, Barmherzigkeit, Liebe! Wir brauchen uns also nicht anzustrengen – wir brauchen keine Angst und Sorge zu haben, ob die eigenen Werke „gut genug“ waren und Gottes Gefallen gefunden haben.

Gott hat allein Gefallen an dem vollendeten Werk Christi: „Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht“ (Rö 10:4) - Gott legt uns keine Verpflichtung auf, wie wir sie nach mancher Einladung bei noch nicht ganz so guten Freunden vielleicht – ob nun zu Recht oder zu Unrecht – empfinden mögen. Was Er sagt, das meint Er auch - kein doppelter Boden - umsonst heißt: geschenkt.

Doch geschenkt heißt nicht billig: Zum einen hat es Gott alles gekostet: „Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“ (Phil 2:6-8)

Und Gott will auch alles: Dich und Dein ganzes Herz. Nicht als Bezahlung. Nicht als Leistung. Nicht als Werke. Er ist Liebe! Und was Er gibt ist Liebe. Er gibt sich selbst! Aber was Er von Dir will ist Liebe (größtes Gebot!!!) - ein ungeteiltes Herz - keine Liebschaften, keine Nebenbuhler, keine Götzen - sondern Dein ganzes Herz, ein Herz, das bereit ist, Gott über alles zu lieben - über alle Dinge - alles loszulassen – alles IHM zu überlassen – auch den eigenen Willen – auch das eigene Entscheiden über Gut und Böse.


Was ist der Sinn von dem allem?

Alles loszulassen bedeutet damit: sich an Gott und Seiner Liebe genügen lassen - und die Dinge dieser Welt nicht mehr in sich hinein saugen zu müssen, wie ein schwarzes Loch, sondern loszulassen - ja sogar zu geben, wo Du vorher nur genommen hast.

Alles loszulassen - bedeutet vor allem aber auch: unser vermeintliches „Recht“ und unseren fleischlichen Eigenwillen loszulassen. Es heißt die Lüge Satans im Paradies zu entlarven und umzukehren. Es heißt, nicht mehr selbst bestimmen wollen, was gut für mich ist oder böse – sondern Gottes Herrschaft über mein Leben annehmen – IHN wirklich König sein lassen – in ALLEN Lebensbereichen – OHNE AUSNAHME!

Alles loszulassen – bedeutet: Christus nachzufolgen, der im Garten Gethsemane sprach: „doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Lk 22:42) Genau da will Gott uns hin entwickeln: Dass wir Christus ähnlich werden – der in ganzer Liebe und in ganzer Hingabe seines Willens lebte – nicht für sich selbst – sondern für andere – für UNS!

Wir müssen keine schwarzen Löcher mehr sein, müssen uns nicht mehr gierig alles in die Seele stopfen, was doch nichts ist: Gott selber will unseren Durst stillen, will uns satt machen mit Seiner Liebe und mit Seiner Gnade und Seiner Gerechtigkeit. Er will das schwarze Loch in uns, dieses gefräßige und nimmersatte Ungeheuer, verwandeln in eine Sonne, die strahlt; die leuchtet; die sich in Liebe verschenkt, weil sie über-fließt von der Liebe Gottes, die Er uns schenkt - umsonst! - ohne etwas von uns zurück zu verlangen. Gott gibt uns zu trinken von Sich: von der ewigen und unerschöpflichen Quelle des Lebens selbst.


Fragen an Dein Herz 

Und weil es darum geht, möchte ich Dich heute folgendes fragen – und bitte achte, während Du die Frage liest, darauf, was Gott in Deinem Herzen spricht.
  • Willst Du, dass Dein Durst gestillt wird?
Wenn Du das wirklich willst, dann komme zurück zu Gott! Sage Ihm, dass Du mit Ihm leben willst. Sage Ihm, dass Du nicht mehr ohne oder gegen Ihn leben willst! Lass Dich beschenken mit Seiner Liebe! Und gib sie weiter an andere, die genau so durstig sind...

Sonntag, 10. September 2017

Es gibt Hoffnung - für Dich! - 2Tim 1:1


[Audio als MP3 Download hier]

Einleitung

Ihr Lieben! Gott segne uns! - Gestern, als ich diese Predigt vorbereiten wollte, war ich sehr bedrückt: ich hatte mir gleich morgens nach dem Aufstehen die aktuellsten Berichte über den Hurrikan IRMA angesehen. Was dort in der Karibik gerade geschieht, geschah und noch geschehen mag – von Haiti über Kuba nach Florida – ist einfach erschütternd. Orkanböen fegen mit bis zu 300km/h über die Inseln und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Menschen sterben oder verlieren Hab und Gut.


Ich weiß nicht, warum Gott so etwas zulässt; doch es treibt mich um. Und mit diesen Emotionen bin ich scheinbar nicht alleine. Schon zu Jesu Zeiten geschahen solche Dinge: Gräuel und Unglücke. Damals hatte „[Pontius] Pilatus einige Leute aus Galiläa [...] ermorden lassen, während sie in Jerusalem im Tempel Opfer darbrachten.“ – und Jesus fragte : „»Meint ihr, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als andere Menschen in Galiläa?«. »Glaubt ihr, dass sie deshalb leiden mussten? Ganz und gar nicht! Ihr werdet [vielmehr] genauso umkommen, wenn ihr euch nicht von euren bösen Wegen abkehrt und euch Gott zuwendet. Und was ist mit den achtzehn Männern, die starben, als der Turm von Siloah auf sie herabstürzte? Waren sie etwa die größten Sünder in Jerusalem? Nein. Ich sage euch noch einmal: Wenn ihr nicht Reue zeigt und auf eurem Weg umkehrt, werdet ihr genauso umkommen.«“

Diese Worte Jesu ändern nichts an meinen Gefühlen. Ich bin noch immer erschüttert und bedrückt. Und doch muss ich nachdenken über das, was Jesus sagt. Auf den ersten Blick klingt es herzlos. Doch wenn man genauer hinsieht, erkennt man, dass Jesus ganz etwas anderes meint: Ihm geht es  um unser ewiges  Glück! Letztlich ist doch das, was Er sagt, folgendes: „Was macht ihr Euch solche Sorgen über den leiblichen Tod? Euch bedroht eine viel schlimmere Gefahr: ihr könntet für Zeit und Ewigkeit verloren gehen – und das will ich nicht! Ich möchte, dass es Euch gut geht! Darum, bitte, liebe Leute: kümmert Euch um die wirklich wichtigen Dinge! Schaut zu, dass ihr mit Gott in Ordnung kommt; darum geht es!“ – Und darum geht es auch heute.

 

Übersicht

Heute geht es vordergründig um die Einleitung eines Briefes, den Paulus an seinen Glaubensschüler Timotheus, schreibt.Vielleicht erinnert sich die Eine oder der Andere noch daran, worüber ich das letzte Mal gepredigt habe: es war 2. Timotheus 4 – die Verse 1 bis 7. Keine Bange. Hätte ich auch nicht mehr gewusst. Aber vielleicht erinnert ihr Euch noch daran, dass ich gesagt habe, es sei der letzte Brief des Paulus gewesen – sozusagen sein „Testament“. Darin ging es dem Pauls um 4 Dinge:



  • Trotz Verführung in der Schrift zu bleiben
  • Trotz Gegenwind Christus mutig zu bekennen
  • Im Angesicht der Welt heilig zu leben – und:
  • In Verfolgung standhaft zu bleiben und willig zu leiden

Aber das nur zur Erinnerung. Heute geht es, wie gesagt, um die Einleitung des Briefes von Paulus an Timotheus. Und die besteht aus nur zwei Versen. Den ersten möchte ich mir heute gemeinsam mit Euch ansehen und fragen:



  •     Wer sind die Personen, die in diesem Vers genannt werden?
  •     Was bedeuten die Begriffe, die in diesem Vers genannt werden?
  •     Welche tiefe Wahrheit liegt in diesem Vers verborgen?
  •     Und – last but not least – Was bedeutet diese Wahrheit für mich heute?

 

Der Vers

Die Textlesung geht heute recht schnell, denn es ist ja nur ein Vers. Er heißt: 

„Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes nach der Verheißung des Lebens in Christus Jesus “
(2. Timotheus 1,1).

Es ist, wie gesagt, nur ein Vers – und man liest normalerweise ziemlich schnell darüber hinweg; ich zumindest. Weil: man kennt das ja: „Klar, dass ist ein Brief von Paulus, der ist ja Apostel, etc. - und dann noch irgendwas mit Gott und Jesus.“ Fertig. --- Wirklich? Ich glaube nicht... Was ist in diesem Vers nicht alles verborgen! Schauen wir also mal etwas genauer hin! In diesem Vers finden wir:

3 Personen

  • Paulus
  • Gott
  • Christus

3 Begriffe

  • Apostel
  • Wille Gottes
  • Verheißung des Lebens

Und alle zusammen formen eine Aussage. Eine Aussage, die oberflächlich betrachtet nichts weiter ist, als eine übliche Absenderadresse für Briefe in neutestamentlicher Zeit. Eine Aussage, die aber, wenn man einmal etwas genauer hinschaut, das ganze Evangelium beinhaltet; die gute Nachricht von Gottes Gnade! Um das "auszupacken", möchte ich mir  – gemeinsam mit Euch – diese Personen und Begriffe einmal genauer ansehen:



Personen – 1. Gott
 

Gott: Der Ewige

Gott wird in unseren Vers zwar erst als dritte Person genannt, doch ich möchte IHN aus mehreren Gründen an den Anfang stellen. Nicht nur, weil ER „in allem der Erste ist“, sondern ehrlicherweise, weil es so auch irgendwie besser in mein Predigt-Konzept passt. Also:

Zuerst einmal ist Gott genau das: eben GOTT. Er ist der, der sich – als Moses ihn nach Seinem Namen fragte – antwortete: „JHWH“. Also der: „Ich bin der ich bin!“ Oder mit anderen Worten: „Ich bin der ewig Seiende!“ ER ist der ewige, unendliche, allwissende, allmächtige, allgegenwärtige, herrliche und wunderbare Gott.



Gott: Unser Schöpfer

Zum Zweiten ist Gott auch unser aller Schöpfer; der, der uns erfunden hat. In der Genesis lesen wir „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Und als er damit fertig war, lesen wir: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.“ Gott schuf also den Menschen. Und er gab unserem Leben, wie wir dort lesen können, einen Sinn: Ziel des Menschseins ist es, Gott gleich zu sein – und zwar um mittels dieser Ebenbildlichkeit die Schönheit und Herrlichkeit Gottes wieder zu spiegeln – wie ein Brillant das Licht der Sonne funkelnd reflektiert. Zu Gottes Ehre. So sagt es Gott über uns in Jesaja – dort nennt er uns „alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe.“


Gott: Herr und König

Und zum Dritten ist dieser Gott auch unser HERR und König. In Psalm 47 lesen wir: „Denn der Herr, der Höchste, ist ein heiliger Gott, ein großer König über die ganze Welt.“ Und als Regierender erlässt er selbstverständlich auch Gesetze – denken wir an die 10 Gebote – und natürlich verlangt ER, wie jede andere Regierung auch, dass wir diese Gesetze ernst nehmen und einhalten. Darum sagt ER auch: “Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der HERR, euer Gott.“ Das  war der Plan. Doch dann kam der Sündenfall – und mit ihm die Sünde in die Welt.

Damit kommen wir zu Paulus.



Personen – 2. Paulus

Saulus: Verfolger der Kirche

Der hieß nämlich nicht immer Paulus, sondern früher Saulus. Denn was wir Sünde nennen – diese Verfehlung des göttlichen Ziels, IHM ähnlich zu sein – war auch in Saulus Leben anzutreffen; wie bei uns allen.

Saulus selbst beschreibt sein Leben, wie es ohne Jesus war, wie folgt: "Wie die führenden Männer des jüdischen Volkes sehr wohl wissen, wurde ich von frühester Kindheit an bei meinem eigenen Volk und in Jerusalem nach jüdischer Tradition erzogen. Wenn sie es vielleicht auch nicht zugeben, so wissen sie doch genau, dass ich ein Mitglied der Pharisäer war, der strengsten Gruppierung unserer Religion. [...] Früher glaubte ich, alles, was in meinem Kräften steht, tun zu müssen, um den Anhängern des Jesus von Nazareth Einhalt zu gebieten.Von den Anführern des jüdischen Volkes dazu bevollmächtigt, ließ ich viele Gläubige in Jerusalem verhaften. Wenn sie zum Tode verurteilt wurden, stimmte ich ebenso gegen sie.Oft ließ ich sie in den Synagogen auspeitschen, weil ich sie dazu bringen wollte, Christus zu verfluchen. Ich bekämpfte sie mit solcher Erbitterung, dass ich sie sogar bis in weit entfernte Städte im Ausland verfolgte.)."

An einer Stelle – anlässlich der Steinigung des Heiligen Stephanus – wird sogar von Paulus berichtet „Die Anschuldigungen [...] versetzten die führenden Männer des jüdischen Volkes in maßlose Wut. [... Sie] hielten sie sich die Ohren zu, schrien mit lauter Stimme und stürzten sich auf ihn. Sie schleppten ihn hinaus vor die Stadt und steinigten ihn. Die amtlichen Zeugen der Hinrichtung zogen ihre Mäntel aus und legten sie zu Füßen eines jungen Mannes mit Namen Saulus nieder.“



Paulus: Prediger der Gnade und Liebe Gottes
 

Dieser Paulus war also ein religiöser Fanatiker und ein Möder oder doch zumindest ein Helfershelfer der Mörder vieler Christen. Ich will ihn hier nicht mit dem IS vergleichen, doch sein Verhalten kommt auf das Gleiche hinaus: durch seinen Fanatismus starben Menschen über Menschen.

Bis zu einem bestimmten Tag in seinem Leben – an dem er übrigens wieder einmal in einer Verfolgungs-Aktion unterwegs war. Auch über diesen Tag berichtet Paulus – mit den folgenden Worten: „[ich reiste] eines Tages mit der Ermächtigung und im Auftrag der obersten Priester nach Damaskus. Etwa gegen Mittag, o König, fiel aus dem Himmel ein Licht, strahlender als die Sonne, auf mich und meine Begleiter. Wir stürzten alle zu Boden, und ich hörte, wie eine Stimme auf Hebräisch zu mir sagte: `Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Es ist schwer für dich, gegen meinen Willen anzukämpfen.´  `Wer bist du, Herr?´, fragte ich. Und der Herr antwortete: `Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh jetzt auf! Denn ich bin dir erschienen, um dich zu meinem Diener und Zeugen zu machen. Du sollst der Welt von dieser Erfahrung und von anderen Ereignissen erzählen, bei denen ich dir erscheinen werde. Und ich werde dich sowohl vor deinem eigenen Volk als auch vor den anderen Völkern beschützen, zu denen ich dich senden werde. Ihnen sollen die Augen geöffnet werden, damit sie sich vom Dunkel zum Licht und aus der Macht Satans zu Gott bekehren. Dann werden sie Vergebung für ihre Sünden und einen Platz im Volk Gottes empfangen, alle, die durch den Glauben an mich ausgesondert sind.´ Deshalb [...] habe ich dieser Vision aus dem Himmel gehorcht. Ich habe zuerst den Juden in Damaskus, dann denen in Jerusalem und in ganz Judäa sowie auch den Nichtjuden gepredigt, dass sie sich von ihren Sünden abwenden und zu Gott bekehren müssen. Durch ihre guten Werke sollen sie beweisen, dass sie ihr Leben geändert haben.“

Jesus selbst hatte also, in Seiner Souveränität und Vollmacht, aus dem Saulus einen Paulus gemacht. Aus einem religiösen Fanatiker, der Menschen auf dem Gewissen hatte: einen frommen, demütigen und selbst verfolgten Prediger der Gnade und Liebe Gottes.



Personen – 3. Christus

Christus: Gott, König und Herr

Kommen wir zu der (in unserer Reihenfolge) letzten Person, die in diesem Vers genannt wird : Jesus Christus. Wer war er? Um Jesus Christus ranken sich Theorien und Spekulationen. In einer Hinsicht sind sich alle gleich: keiner bestreitet, dass Er gelebt hat, doch was man von ihm halten soll, da gehen die Meinungen auseinander. Der Islam hält ihn für einen Propheten, einige Philosophen für einen großen Lehrer, politisch motivierte für einen Revoluzzer und die breite Masse – hält ihn für einen Gutmenschen.

Das war auch schon früher so: im Matthäus-Evangelium lesen wir: „Als Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: »Für wen halten die Leute [mich]« »Nun«, erwiderten sie, »manche sagen, [Du seist] Johannes der Täufer, andere sagen, Elia, und wieder andere halten ihn für Jeremia oder einen der anderen Propheten.«  Daraufhin fragte er sie: »Und was meint ihr, wer ich bin?« Simon Petrus antwortete: »Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.« Da erwiderte Jesus: »Du bist gesegnet, Simon, Sohn des Johannes.« Denn das hat dir mein Vater im Himmel offenbart. Von einem Menschen konntest du das nicht haben.“

Jesus Christus ist also dem Bekenntnis des Petrus und der Bestätigung Christi nach Gott; genauer gesagt: die 2. Person der Dreieinigkeit: der Sohn. Und genau diese Aussage finden wir auch an zwei anderen Stellen in der Schrift: einmal, 650 Jahre vor Seiner Geburt im Propheten Jesaja, wo es heißt: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst“. – und noch klarer kurz vor Seiner Geburt, wo ein Bote Gottes zu Maria spricht: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.“ Christus ist also Gott in menschlicher Gestalt
– und damit ebenfalls Gott, König und Herr.


Christus: Heiland und Erlöser

Christus, die 2. Person der Trinität, ist aber nicht nur Gott, König und Herr. Er ist auch unser Heiland und Erlöser – also der, der uns von unserer Schuld und Sünde befreit. Doch Moment! Unsere Schuld und Sünde? Welche Schuld und Sünde denn? Wir sind doch schließlich keine Religionsfanatiker wie Paulus, die anderen Leuten nach dem Leben trachten! Wir sind doch ganz in Ordnung. Oder etwa nicht?

Betrachten wir diese Frage mal aus einem anderen Blickwinkel: Nehmen wir an, in unserem Land gäbe es ein Gesetz, dass sagen würde: „Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer [...] Steuern verkürzt oder für sich oder einen anderen nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt.“ Dieses Gesetz gibt es übrigens wirklich, nämlich
den §370 der Abgaben-Ordnung. Nehmen wir dann mal an, wir hätten es mit der Steuer nicht ganz so genau genommen. Und nehmen wir weiter an, wir würden uns dabei gar nicht so schlimm fühlen. So nach dem Motto: „Die anderen machen es ja auch!“. Schützt uns dieses gute Gefühl dann vor Gericht vor der Strafe, wenn uns jemand dahinter kommt?

Und dann denken wir noch an das, was wir eingangs gehört haben: auch Gott hat ein Gesetz erlassen. Und als König und Herrscher nimmt er seine Gesetze genauso ernst, wie unser lieber Staat. Und was gebietet ER ? ER sagt: „seid heilig!“ Vor allem aber sagt ER: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit deiner ganzen Kraft und all deinen Gedanken.´ Und: `[...] deinen Nächsten wie dich selbst“. Und? Tun wir das? Von ganzem Herzen? Mit all unserer Kraft? Glauben wir im Ernst, der Allwissende sähe nicht, wie es in unseren Herzen aussieht? Glauben wir im Ernst, es sei IHM egal? Wozu hat ER seine Gebote denn gegeben? Und warum heißt es dann „der Lohn der Sünde ist der Tod“? Begreifen wir jetzt, dass wir jemanden brauchen, der uns hilft und dafür sorgt, dass wir straffrei ausgehen? Begreifen wir jetzt, was es bedeutet, wenn es von Jesu Tod am Kreuz heißt: „Er ist das Opfer für unsere Sünden. Er tilgt nicht nur unsere Schuld, sondern die der ganzen Welt.“?

Lassen wir das erst einmal so stehen – und wenden uns wieder Paulus zu.



Begriffe

Apostel: Botschafter von Gottes Reich

Paulus nennt sich einen „Apostel Christi Jesu“. Aber was ist das genau, ein Apostel? Das griechische Wort ἀπόστολος (apostolos) bedeutet im Grunde: “der, der gesendet ist” oder “Bote”. Ein einfacher Überbringer einer Nachricht kann also bereits ein ἀπόστολος sein.

Es gibt aber noch eine weitere Bedeutung, die weitaus mehr Autorität in sich birgt und die am besten mit einem Begriff aus der Diplomatie wiedergegeben wird: “Botschafter”. Also ein “Abgesandter”, der seine Regierung im Ausland vertritt und mit besonderen Rechten und Befugnissen ausgestattet ist; bis hin zur Immunität.

Paulus war also mit den Augen der Diplomatie betrachtet, ein Botschafter Gottes – abgesandt, um Gottes himmlisches Reich auf Erden zu repräsentieren und um die Gute Nachricht vom Opfer Christi und von Gottes Gnade gegenüber unserer Schuld zu überbringen. Und er war, wie wir nachlesen können, von Gott mit Vollmacht ausgestattet und durch Gottes Geist befähigt, sogar bösen Mächten zu gebieten (siehe z.B. Apostelgeschichte 16,18 – die Magd mit dem Wahrsagegeist).

Wenn wir weiter ins Neue Testament schauen, dann sehen wir, dass ein Apostel in seinem Stand sogar über den Ältesten und Gemeindevorsteher stand. Ja wir
lesen: „sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.”

Und wenn wir in die Kirchengeschichte schauen, dann begreifen wir erst das volle Ausmaß der Autorität eines Apostels: kaum ein Mann hat sicherlich das christliche Abendland so sehr geprägt, wie Paulus, von dem ein Großteil der Briefe des Neuen Testaments stammen und der damit den Grundstein für die Kirche gelegt hat, die wiederum mit ihren Werten der Weisheit und Nächstenliebe die Kultur des "christlichen Abendlandes" geprägt hat und dazu beigetragen hat, dass in Europa Universitäten, Schulen, Waisen- und Krankenhäuser gegründet wurden.



Gottes Wille: Unsere Heiligung in Liebe

Was den Willen Gottes angeht: von dem haben wir schon zu Anfang gehört: Gott schuf den Menschen nach Seinem Bild – heilig, gerecht und gut. Und sein ausdrücklicher Wille an uns Menschen war – und ist: „Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der HERR, euer Gott.“  Oder mit anderen Worten: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ – was im Grunde übrigens ein und dasselbe ist.

Wir sollen also in unserem Leben nicht unseren eigenen egoistischen Lüsten nachjagen, sondern uns in Liebe zu Gott an unsere Mitmenschen verschenken. Oder noch einmal mit den Worten von Paulus: „Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht .“ Oder: „seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.“ Oder auch bei Petrus: „Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten Taten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft“.

Doch das ist ja genau das Problem, wie wir eben gesehen haben: wir tun es ja alle nicht! Wir alle haben das Gesetz Gottes übertreten und uns somit, egal, ob wir uns deswegen schlecht fühlen oder nicht, vor eben diesem Gesetz schuldig gemacht. Und wir brauchen dringend jemanden, der uns vor dem (gerechten!) Urteil Gottes rettet. Denn wir erinnern uns: Gottes Strafgesetzbuch sagt dazu: „Der Lohn der Sünde ist der [ewige] Tod“!



Gottes Wille: Unsere Rettung

Darum ist, was Jesus zum Thema Wille Gottes zu sagen hat, sicher das Aller-Bedeutsamste: „Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.“ – „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch seinen Sohn zu retten. Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt.“ Das ist also Gottes Wille: Das wir – trotz unserer Gesetzesübertretungen – gerettet werden und ewig leben!


Verheißung des Lebens: Das Evangelium

Und genau dieser Wille Gottes – uns vor unserer Strafe zu erretten! – ist es, der in den Verheißungen des Alten und auch des Neuen Testamentes anklingt – es ist das Evangelium:

Im Propheten Micha 5,1 lesen wir: „Du, Bethlehem Efrata, bist zwar zu klein, um unter die großen Städte Judas gerechnet zu werden. Dennoch wird aus dir einer kommen, der über Israel herrschen soll. Seine Herkunft reicht in ferne Vergangenheit zurück, ja bis in die Urzeit.“ Und im Matthäus-Evangelium: “Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“ Ja „All das geschah, damit sich erfüllt, was Gott [übrigens 650 Jahre vor der Geburt Christi!] durch seinen Propheten Jesaja angekündigt hat: »Seht! Die Jungfrau wird ein Kind erwarten! Sie wird einem Sohn das Leben schenken, und er wird Immanuel genannt werden. Das heißt: Gott ist mit uns.«“.

Und eben diese Verheißung, eben dieses Versprechen hat Gott eingelöst. In Lukas-Evangelium lesen wir: „In Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und gottesfürchtig. Simeon war vom Heiligen Geist erfüllt und wartete sehnsüchtig auf die Ankunft des Christus, der Israel Trost und Rettung bringen sollte. Der Heilige Geist hatte ihm offenbart, dass er nicht sterben würde, bevor er den vom Herrn gesandten Christus gesehen hätte. An diesem Tag führte der Heilige Geist ihn in den Tempel. Als Maria und Josef kamen, um das Kind dem Herrn zu weihen, wie es im Gesetz vorgeschrieben ist, war Simeon dort. Er nahm das Kind auf seine Arme und lobte Gott und sagte: »Herr, nun kann ich in Frieden sterben! Wie du es mir versprochen hast, habe ich den Retter gesehen, den du allen Menschen geschenkt hast. Er ist ein Licht, das den Völkern Gott offenbaren wird, und er ist die Herrlichkeit deines Volkes Israel!«“.



Verheißung des Lebens: SOLUS CHRISTUS

Gott möchte also, dass uns unsere Schuld vergeben und unsere Übertretungen nicht mehr angerechnet werden. Wir selbst können uns vor Seinem Gericht nicht gerecht sprechen. Jemand muss die Schuld bezahlen. Und genau das hat Jesus Christus für uns am Kreuz getan: „Er ist das Opfer für unsere Sünden. Er tilgt nicht nur unsere Schuld, sondern die der ganzen Welt.“

Und das ist der Grund, warum diese „Verheißung des Lebens“ nur „in Christus“ gilt: weil allein Christus unsere Strafe getragen hat – niemand sonst. Darum heißt es im Ephesebrief „In IHM haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade [...]"  Dieses ewige Leben ist also ALLEIN IN CHRISTUS zu finden. Nichts sonst wird uns dieses Leben geben – nicht unserer HERKUNFT – nicht unsere eigenen religiösen ANSTRENGUNGEN – noch unsere ABSTAMMUNG. Darum heißt es: „All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. Sie wurden dies weder durch ihre Abstammung noch durch menschliches Bemühen oder Absicht, sondern dieses neue Leben kommt von Gott.“ Und auch: „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.“. Allein aus diesem Grunde sagte Jesus: „»Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. NIEMAND kommt zum Vater außer durch mich.«“


Ohne Jesus Nachzufolgen gibt es jedoch keinen Frieden mit Gott. Denn so, wie es heißt: “Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.“, so heißt es auch: „Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.“ Darum steht geschrieben: „Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“ Darum –bitte!– höre auf Gott, wenn ER ruft: »Jetzt ist die Zeit gekommen [...] Das Reich Gottes ist nahe! Kehrt euch ab von euren Sünden und glaubt an diese gute Botschaft!«



Bedeutung

Wenn Du das erkannt hast: dass Du mit Deiner eigenmächtigen Art zu leben komplett schief liegst – und wenn Du dann erkannt hast, dass Gott Dich dennoch! liebt – dann wirst Du aus Freude über diese unverdiente Gnade Deinen alten Lebensstil loslassen, zu Gott umkehren und Dich innerlich neu ausrichten auf IHN und Seinen Willen – Du wirst beginnen, in der Liebe zu leben statt in der Selbstsucht, in der Heiligung statt in der Sünde, im Frieden statt im Streit, in der Selbstdisziplin statt in der Sucht, etc. pp.

Und eben das ist die Bedeutung all dessen, was im ersten Vers des 2. Briefes des Paulus an Timotheus verborgen liegt: Das Gott, Dein Schöpfer, Herr und König Dich liebt. Und dass ER Dich kennt – auch Dein kaputtes Herz und Dein vielleicht verkorkstes Leben –  Deine Unfähigkeit Seine guten Gebote zu halten – auch Deine Sünden, Deine Angst, Deine Zweifel und Deine Hoffnungslosigkeit. Und dass ER Dir genau aus diesem Grunde – genauso, wie er es verheißen hatte – das ewige Leben anbietet – dieses Leben, welches allein in Christus Jesus ist. Und dass ER mit Dir fertig wird – so, wie er mit Saulus fertig geworden ist. Nichts ist IHM unmöglich! ER kann auch Dich zu einem Botschafter Seiner Liebe machen!

Das ist das Evangelium: ER kann Dich retten und verändern – und ER WILL es!

Und ER KANN es, denn: „Wenn [...] der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.“ Darum schreibt Paulus weiter: „Ich bete, dass ihr erkennen könnt, wie übermächtig groß seine Kraft ist, mit der er in uns, die wir an ihn glauben, wirkt. Es ist dieselbe gewaltige Kraft,  die auch Christus von den Toten auferweckt und ihm den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite im Himmel gegeben hat.“



Schlussfolgerung

Es mag sein, dass Du nun glaubst, Du seist so verdorben, so kaputt, so sündig, Du hättest Dich schon so oft gegen Gott verfehlt, dass Du bei IHM „ganz unten durch“ wärst.

Dann möchte ich Dir sagen: Wenn Gott aus einem fanatischen Religionsfreak einen Apostel machen kann, dann kann Er auch mit Dir noch etwas anfangen; obwohl Du so bist, wie Du bist. Er allein kann Dich "umgestalten in Sein Bild" und Dich in Deine Bestimmung führen: Ein Ebenbild zu werden von der Herrlichkeit Gottes
– Seiner Liebe, Gnade, Wahrheit und Vollmacht.

Wie ER das anstellen will? Das lass SEINE Sorge sein. Tue Du das Deine: Schaue auf das Kreuz von Golgatha (vgl. 2. Korinther 3,18): Schaue auf Christus, Gottes Sohn, wie Er für Dich verblutet; wie ER für Dich Sein Leben gibt – aus Liebe! „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ 

ER, der geboten hat, siebzig mal sieben Mal zu vergeben, wird auch Dir vergeben. Und ER wird Dich auch erhalten bis Er kommt: denn „[...] ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“


Darum bitte ich Dich:

  • schau‘ aufs Kreuz!
  • erkenne Christi Liebe!
  • glaube Seiner Gnade!
  • und lebe in Hoffnung!

Sonntag, 12. Februar 2017

Wie Gott uns liebt...

Einleitung

Als man ihn nach dem größten Gebot fragte, antwortete Jesus damals: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (5.Mose 6:5, 3.Mose 19:18, Lk 10:27). Wir kennen diesen Vers als das große Doppelgebot. 

Und es scheint überall zu sein: An welcher Stelle man auch die Bibel aufklappt - überall schlägt es einem entgegen – dieses Gebot von der Liebe. Im Alten Testament (AT) lesen wir (Mi 6:8) "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott." Und im Neuen Testamant (NT) heißt es dann (1Tim 1:5) "Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben." In 1Kor 13,13 lesen wir sogar: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen." 

Doch warum ist das so?  In 1Joh 4:8 steht dazu: 

"Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe."

Zeugnis


Wir sollten also Gott lieben - und unsere Mitmenschen - dann wäre alles gut. Doch die Menschen haben - seit dem Sündenfall - leider oft ganz anders im Sinn . Eines Tages kam ich früher als erwartet nach Hause. Offensichtlich zu früh - und habe etwas sehen müssen, was ich lieber nicht gesehen hätte. Ich kann Euch mit Worten kaum sagen, wie sehr so ein Ehebruch schmerzt. Wie sehr es schmerzt, wenn jemand wirklich gegen die Liebe und Treue handelt . Das glaubt man erst gar nicht. Da zieht es einem den Boden unter den Füßen weg. Und um genau so eine Geschichte geht es auch heute.

Ich möchte, dass ihr heute eines mit nach Hause nehmt: das Wissen, dass Gott Euch unaussprechlich liebt - selbst dann, wenn ihr ihm den Rücken gekehrt haben solltet - selbst dann noch, wenn ihr Euch so sehr daneben benommen habt und so schäbig fühlt, dass ihr gar nicht mehr glauben könnt, noch etwas wert zu sein in seinen Augen. Ich möchte, dass ihr heute dieses Eine mit nach Hause nehmt: das Wissen, dass Gott Euch ruft - zu sich - in eine Liebesbeziehung - weil ER Euch unendlich liebt.

Und das möchte ich festmachen - an einem einzigen Vers: Jeremia 3:19. Dessen Inhalt möchte ich mit Euch aus 3 verschiedenen zeitlichen Blickwinkeln betrachten: Aus dem Blickwinkel Gottes zu seiner Zeit und damit in seinem historischen Kontext. Aus dem Blickwinkel Jesu zur Zeit des neuen Testaments. Und letztlich aus dem unserem Blickwinkel heute. Wie gesagt: an diesem Vers möchte ich Euch zeigen, wie sehr Gott uns liebt.

Der Kontext


Historischer Kontext


Dieses Wort spricht hinein ein die gleiche Zeit vor dem babylonischen Exil, die wir schon von der letzten Predigt aus dem Buch Hesekiel kennen. Dieses Wort stammt aus einer Buss-Predigt Jeremias. Auch er predigte, wie Hesekiel, zur Zeit des Umbruchs – zur Zeit der letzten 4 Könige vor dem Babylonischen Exil. Josia - er war ein guter König und versuchte durch Gott gefällige Reformen das Volk zu Gott zurück zu bewegen. Nach ihm Jojakim, einer der bösesten Könige überhaupt. Dann nach ihm Jojachim, der auch nicht viel besser war. Und zuletzt Zedekia, mehr eine Strohpuppe, als ein König. Danach (siehe auch die Predigt zur Jahreslosung aus Hesekiel) kam die Verschleppung des Volkes in die babylonische Gefangenschaft.

Textueller Kontext


Aufbau des Buches

Das heutige Wort stammt aus dem 3. Kapitel des Buches Jeremia. Die Jeremia-Worte aus Kapitel 1-6 sind dabei zeitlich eher schwer einzuordnen. Angenommen wird, dass das Kapitel 3 in die Zeit König Josias hineinspricht - also in eine Zeit, in der noch Hoffnung auf Besserung des Volkes bestand:

  • Kapitel 1: Berufung (klar)
  • Kapitel 2-6: Gottes Wort während der ersten Phase des Wirkens von Jeremia
    • Kapitel 2: Beginn des Wirkens
    • Kapitel 3: Buss-Worte gegen Religionsvermischung & Götzendienst im Volk
    • Kapitel 4: Erneuter Buss-Ruf an Israel
    • Kapitel 5: Israels ist dem Gericht verfallen (siehe Hesekiel: Spott)
    • Kapitel 6: Wohlverdientes Gericht 
  • Den Aufbau der Kapitel 7-52 werde ich hier aus Zeitgründen weglassen.


Kapitel 3 - Vers 19

Kapitel 3 fällt also in die erste Phase des Wirkens Jeremias; er war damals noch sehr jung (siehe Jer 1:6). Es ist eingegliedert in eine Serie von Buss-Rufen Gottes zur Zeit König Josias. Es bestand also noch Hoffnung, dass das Volk vielleicht doch noch zu Gott umkehrte. 

Und mitten in den Buss-Predigten zur Zeit Josias leuchtet unser Vers auf, wie ein Licht. Er gewährt uns einen Blick - mitten in Gottes liebendes Herz - und Seinen Schmerz. Hören wir einmal genau hin:

"Und ich dachte: Wie gern will ich dich unter die Söhne aufnehmen und dir das liebe Land geben, das allerschönste Erbteil unter den Völkern! Und ich dachte, du würdest mich dann »Lieber Vater« nennen und nicht von mir weichen." (Jeremia 3:19)

"Wie gern will ich [...] dir das liebe Land geben, das allerschönste Erbteil unter den Völkern": Gott will uns beschenken! Er meint es so unfassbar gut mit uns! "Ich dachte: [...] Du würdest mich dann »Lieber Vater« nennen und nicht von mir weichen": Gott will zurück geliebt werden! Das ist alles, worum es hier geht. Im ganzen Leben. Liebe! Gott lieben und unsere Mitmenschen. 

Aber auch: „Ich dachte..." (aber es kam doch so ganz anders): Wie sehr kann man enttäuscht werden, wenn man liebt!  Was war passiert? Gott klagt: "Allein erkenne deine Schuld, dass du wider den HERRN, deinen Gott, gesündigt hast und bist hin und her gelaufen zu den fremden Göttern unter allen grünen Bäumen, und ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht, spricht der HERR." (Jer 3:13)

Was schmerzt Gott so sehr? Es sind Götzendienst und Ungehorsam: Weglaufen von IHM und irgend etwas anderem hinterher laufen, was einem wichtiger ist. Und die Liebe zu Gott und den Menschen - das große Gebot - dabei aus den Augen verlieren: "Aber das Haus Israel hat mir nicht die Treue gehalten, gleichwie eine Frau wegen ihres Liebhabers nicht die Treue hält, spricht der HERR." (Jer 3:20)

Was für Schmerzen sind das, wenn man liebt und wird so betrogen? Genau die gleichen Schmerzen, die ein Ehemann empfindet, der seine Frau liebt und dann entdecken muss, dass diese geliebte Frau ihn betrügt. 

Und was macht Gott? Er versucht, den Riss zu kitten: "Kehrt zurück, ihr abtrünnigen Kinder, so will ich euch heilen von eurem Ungehorsam." (Jer 3:22)  Er hält fest an denen, die IHN so sehr verletzt haben. Was Gott sich wünscht, ist echte Reue - echte Erkenntnis darüber, wie viel sie doch an Gott und seiner Liebe haben. Er wünscht sich, dass Sein treuloses Volk Sätze spricht, wie Jer 3:23: "Wahrlich, es ist ja nichts als Betrug mit den Hügeln und mit dem Lärm auf den Bergen. Wahrlich, es hat Israel keine andere Hilfe als am HERRN, unserm Gott." ER will die Beziehung - aus Liebe zu seinem Volk - ER will sie beschenken.


NT


Die Geschichte aus dem AT haben wir nun gehört. Doch wie schaute es im NT aus? 

Gott bleibt der Selbe "gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." ("Hebr 13,8 ). Auch im NT ruft Gott sein Volk zur Umkehr - weil er es noch immer liebt! Jesus sagt von sich: "Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen..." (Lk 5,32) Auch im NT will Gott sein Volk beschenken: In Joh 4:10 spricht Jesus am Brunnen zur Samariterin "Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser."
 
Was ist diese Gabe Gottes, von der Jesus da redet?  Jesus nennt sie "lebendiges Wasser". Paulus klärt uns auf: "[...] die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn." (Rö 6:23). Diese Gabe ist unsere Errettung aus Glauben an Christus, wie Paulus Eph 2:8 weiter erläutert: „[...] aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es" (Eph 2:8). Diese "unaussprechliche Gabe" Gottes (1 Kor 9:15), dieses unerhört große Geschenk ist Jesus Christus selbst - Gottes Sohn! ER, der von sich sagt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Joh 14:6). ER, von dem Johannes der Täufer sagt: "Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!" (Joh 1:29). ER, der zu seinem Jünger Johannes in der Offenbarung sprach: "Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle." (Offb 1:17+18)

Heute


Und wie ist es mit uns heute? Sind wir wirklich so viel anders, als die Menschen zur Zeit Jeremias? Oder geben auch wir den gesellschaftlichen Strömungen nach? Lassen wir uns treiben im Strom von Egoismus, Zeitgeist & Toleranz? Oder sind wir in Liebe Gott verbunden? Stehen wir fest auf Seinem Wort? Bleiben wir IHM treu - auch dann, wenn es uns etwas kostet? Oder laufen wir Trugbildern nach? Sind es Ruhm und Ehre? Oder unsere persönliche Freiheit? Ist es Anerkennung? Drogen? Sex? Erfolg? Status? Geld? Macht? Ist es das liebe Geld? Unser gesellschaftlicher Status? An welche Götzen hängen wir unser Herz?  Unsere Selbstverwirklichung? An unseren Spaß? Vergnügungen? Unseren Hochmut? Unsere Selbstverherrlichung? Unseren Stolz? Oder ist es unsere ganz persönliche Sicherheit? Das alles so bleibt, wie es ist? 

Ich glaube, wir leben in einer Zeit, die gar nicht so viel anders ist, als damals. Doch Gott - dieser Gott, der Liebe ist - ruft auch heute noch nach uns: 

»Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken. Nehmt mein Joch auf euch. Ich will euch lehren, denn ich bin demütig und freundlich, und eure Seele wird bei mir zur Ruhe kommen. Denn mein Joch passt euch genau, und die Last, die ich euch auflege, ist leicht.« (Mt 11:28)

"[...] Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch seinen Sohn zu retten. Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt." (Joh 3:16-18). 

Gott will uns. Gott will DICH! Weil er Dich liebt! Und er hat nur eine Frage an Dich: Was willst Du?