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Sonntag, 15. Juni 2025

Anbetung

 


Eine kurze Andacht über das Leid in der Welt,
Gottes große Liebe zu uns Menschen und über
unsere Hoffnung auf Seine Herrlichkeit.


Samstag, 6. August 2022

Ohne Gebet ist alles Nichts - 1. Das Geheimnis vom geistlichen Sieg (Apostelgeschichte 16,22-34)


[Predigt als Video] | [Predigt als MP3]

Mit ist jede Predigt ein Herzensanliegen. Ich bereite mich auf jede Predigt anständig vor. Aber die heute, die ist mir ein ganz besonderes Herzensanliegen. Weil: ich weiß nicht, wann das angefangen hat, aber ich gehe seit Jahrzehnten in einen Gebetskreis... Und ich weiß nicht, wie ich das rüberbringen kann heute... Ich hoffe, es gelingt! Aber Gebet ist, denke ich, eine der ganz zentralen Tätigkeiten im christlichen Leben. Und es ist mir wirklich ein Herzensanliegen.

Ich denke mal, Gebet ist so wie die Einspritzpumpe in einem Auto, wenn der Heilige Geist das Benzin ist. Ja? Also keiner möchte seine 1,6 Tonnen schieben. Und ohne Benzin geht nichts. Ohne den Heiligen Geist geht nichts. Aber auch der Heilige Geist reagiert auf unser Gebet. Gott reagiert auf unser Gebet und ich denke, dass es ein Geheimnis gibt, was geistlichen Sieg angeht. Und das hat was mit Gebet zu tun. Und ich fand es auch so schön, Ruth, was du gesagt hast: Die Zeit, die dir am besten gefallen hat, war die Zeit von Anbetung und Lobpreis und Gebet. Und es ist wirklich so, dass da ein Geheimnis drin liegt. Und da möchte ich heute ein bisschen was zu sagen, bevor ich in den Text reingehe.


Was bisher geschah

Ganz kurz, wie in jeder guten Fernsehserie, da kriegt man ja immer mit, was bisher geschah. Also bevor unser Text passiert ist, sozusagen, ist der Paulus unterwegs gewesen auf Missionsreise. Die Purpurhändlerin Lydia ist zum Glauben gekommen. Dann hat er noch eine Dienstmagd, von dem bösen Wahrsagegeist befreit. Man hätte sagen können, eigentlich lief alles prächtig. Aber dann auch ähnlich wie bei euch: gerade dann, wenn es prächtig läuft, dann kommen die Anfechtungen. Und da haben jetzt die Chefs dieser Dienstmagd, die haben mit diesem Wahrsagegeist, den der Paulus da ausgetrieben hat, fleißig Geld verdient. Sozusagen: hier die Wahrsagerin mit der Kugel und dem ganzen Cash, den haben die sich da eingesackt. Und als der Wahrsagegeist raus war, gab es halt kein Cash mehr, und da waren die jetzt nicht so amüsiert. Und dann haben die Paulus und Silas vors Gericht geschleppt, haben einen Meineid geschworen und haben behauptet, sie würden das Volk gegen die Obrigkeit aufwiegeln und haben dann dafür gesorgt, dass die beiden ins Gefängnis kommen.


Unser heutiger Text

Und den Text, den lesen wir uns jetzt mal durch, der steht in der Apostelgeschichte, Kapitel 16 und ich habe jetzt mal ab Vers 22 genommen, weil da geht es ja schon los mit dem Unschönen. Da steht jetzt: "Die Stadtoberen ließen Paulus und Silas die Kleider vom Leib reißen und gaben Befehl, sie mit Stöcken zu prügeln. Nachdem man ihnen viele Schläge verabreicht hatte, brachte man sie ins Gefängnis. Dem Gefängniswärter wurde eingeschärft, sie sicher zu verwahren. Er sperrte sie darauf in die hinterste Zelle und schloss ihre Füße in den Block. Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und priesen Gott in Lobgesang. Die anderen Gefangenen hörten zu. Da gab es plötzlich ein gewaltiges Erdbeben. Die Mauern des Gefängnisses schwankten, alle Türen sprangen auf und die Ketten fielen von den Gefangenen ab. Der Gefängniswärter fuhr aus dem Schlaf. Als er die Türen offen stehen sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten, denn er dachte, die Gefangenen seien geflohen. Aber Paulus rief so laut er konnte Tu dir nichts an, wir sind alle noch hier. Der Wärter rief nach Licht, stürzte in die Zelle und warf sich zitternd vor Paulus und Silas nieder. Dann führte er sie hinaus und fragte Ihr Herren, Götter oder Boten der Götter, was muss ich tun, um gerettet zu werden? Sie antworteten Jesus ist der Herr. Erkenne ihn als Herrn an und setze dein Vertrauen auf ihn, dann wirst du gerettet und die deinen mit dir. Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus die Botschaft Gottes. Der Gefängniswärter nahm Paulus und Silas noch in derselben Nachtstunde mit sich und wusch ihre Wunden. Dann ließ er sich mit seiner ganzen Hausgemeinschaft, seiner Familie und seinen Leuten taufen. Anschließend führte er die beiden hinauf ins Haus und lud sie zu Tisch. Er und all die Seinen waren überglücklich, dass sie zum Glauben an Gott gefunden hatten."


"Sind die bescheuert?"

Ja. Erst lief es so gut und dann: öffentlich entkleidet. Hart geschlagen mit Stöcken. Ins innerste Gefängnis gelegt, die Füße im Block. Wie kann man so eine Situation beschreiben? Mir sind dazu die Wörter eingefallen: Hoffnungslos. Trostlos. Friedlos. Und freudlos. Hilflos. Und dann lesen wir, nachdem denen das alles passiert ist, die sitzen im hintersten Knast. Und ich sage mal, damals waren die Gefängnisse jetzt nicht so wirklich gemütlich. Füße im Block. Hart geschlagen. Keiner versorgt die Wunden. Die liegen also sozusagen mit den offenen Wunden mitten im Dreck. Und dann singen die Lobpreis Lieder.

Da könnte man doch jetzt fragen (das ist mir so in der Vorbereitung gekommen): "Sind die bescheuert?" Mitten in der Nacht! Ich habe mir gedacht, also wahrscheinlich waren die noch wegen ihren Schmerzen wach. Ja. Aber ich denke, die waren nicht bescheuert, sondern sie kennen ein Geheimnis, eine geistliche Wahrheit. Und die möchte ich euch jetzt mit ein paar anderen Versen aus der Schrift nahebringen und dann ein bisschen erklären. In Matthäus 7, Vers 7 lesen wir "Bittet, so wird euch gegeben. Denn wer da bittet, der empfängt." Das heißt, eine Wahrheit ist, dass es Verheißungen gibt, auf die wir uns stellen können. Wo Gott uns verspricht: Wenn wir X tun, macht er Y. Wenn wir bitten, werden wir empfangen. Und das zweite steht im Psalm 50 ganz am Ende; Vers 23: "Wer Dank opfert, der preist mich. Und da ist der Weg, dass ich ihm zeige, dass Heil Gottes." Auf Deutsch. Was dort steht, ist auch eine Verheißung. Da steht: Wenn du mir dankst, wenn du mich preist, dann ist das der Anfang von einem Weg, wo ich dir zeige, wo du das Heil finden kannst. Das heißt, ich denke, das große Geheimnis, um das es hier geht, ist Verheißungsorientiert und dankbar, gottzentriert zu beten und zu loben. Weil damit der Fokus eben nicht auf der eigenen Situation bleibt, sondern weggeht. Auf Gott. Auf sein Wesen. Weg von unserer Unfähigkeit an irgendeiner Situation.

Was hätten der Paulus und Silas machen sollen? Die hatten Füße im Block, die kamen da nicht mehr raus. Da war nichts zu holen. Aber was für uns unmöglich ist, das ist für Gott überhaupt kein Problem. Das heißt, sie haben weggeschaut von ihrer Situation hin auf den, der alles kann, hin auf den, von dem es heißt, dass er so gerne hilft. Sie haben hingeschaut auf den, der für uns ans Kreuz gegangen ist. Jesus Christus.

Ich kann das Thema Gebet hier mitnichten in einer Predigt oder in zehn Predigten erschöpfend behandeln. Der Markus hat schon mal von einem Buch gesprochen. Das habe ich schon vor X Jahrzehnten gekauft und gelesen. Das kann ich jedem nur das beste Buch, was ich jemals zum Thema Gebet gelesen habe: Ole Hallesby, "Vom Beten". Ganz kleines Taschenbuch. Kauft euch das Buch! Wenn es euch nicht gefällt, bezahle ich euch das Geld zurück. Aber kauft das Buch.


Da wackelt die Wand!

Ja, und jetzt ist die Frage, was passiert? Die sitzen jetzt da immer noch im Knast. Immer noch die Füße im Block, immer noch offene Wunden mitten im Dreck. Aber sie loben Gott. Sie danken ihm, weil sie das wissen. Er ist allmächtig. Er hilft gern. Wer bittet, der empfängt. Und was passiert dann? Wir lesen von einem großen Erdbeben. Davon, dass die Grundmauern erschüttert werden. Davon, dass alle Türen aufgehen und alle Ketten abfallen. Das heißt, die komplette Situation ist auf einmal verändert. Das heißt was Lob und Dank und Gebet bewirken können. Das ist einfach krass. Und ich denke, dieses Geheimnis, wie unsere Sorgen und Nöte gelöst werden, liegt eben genau da im Gebet, das heißt im Bitten und im Lobpreis.

Das ist eben dieser Geist der Dankbarkeit. Noch eine Stelle aus dem Sacharja 4, Vers 6. Dort steht glasklar drin "Es soll nicht durch Heer oder durch Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen. Spricht der Herr der Heerscharen." Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen. Und dieser Herr der Heerscharen? Dieser Gott ist unser Jesus, der Allmächtige.


Ein Zeugnis zum Thema Lob, Dank und Gebet

Ich möchte ganz kurz ein Zeugnis geben zum Thema Lob, Dank und Gebet. Das ist eine der krassesten. Ich habe mehrfach solche Sachen erlebt, aber das ist sicherlich die krasseste. Ganz kurz nur: Ich bin mit dem Helmut Hilliges, da war ich 33, also ist es ungefähr 27 Jahre her, mit dem Motorrad nach Portugal in Urlaub gefahren und dann haben wir in Saintes-Maries-de-la-Mer Zwischenstopp gemacht, übernachtet, weil das ist ja eine lange Reise, 2.500 Kilometer. Und auf dem Motorrad zählt jeder Kilometer doppelt, was die Anstrengung angeht.

Und ich hatte damals ein Bremsenschloss. Das macht man vorne auf die Scheibenbremse drauf und dann kann man das Rad nicht mehr bewegen. Also nächsten Morgen wachen wir auf und ich war natürlich jung und dumm, habe auch vergessen, dass ich dieses Kettenschloss da drauf hatte. Setz mich drauf und wollte einen ganz besonders coolen Start hinlegen. Zündschlüssel rein, Maschine angemacht, die stand auf dem Ständer und wenn man sich dann nach hinten bewegt und richtig Gas gibt und den ersten Gang rein macht, dann springt die von dem Hauptständer. Der klappt dann automatisch ein. Wenn's klappt, schaut es cool aus. Wenn man vorne im Bremsen Schloss drin hat, gibt es ein Problem. Das heißt, ich habe einen Satz gemacht von zwei Metern und dann lag ich schon auf der Schnauze, weil das Bremsenschloss ist natürlich nicht abgegangen. Das ist ein Riesen Stahlprügel, der da vorne drin sitzt und hat mir die komplette vordere Bremse abgerissen.

So, jetzt waren wir in Frankreich und zwar in Saintes-Maries-de-la-Mer. Der Urlaub hatte gerade erst begonnen. Und ich konnte nicht mehr fahren; konnte vorne nicht mehr bremsen. Und dann meinte der Helmut: "Schaffst du es noch bis zur Werkstatt?" Sag ich: "Müssen wir gucken." Bremsenschloss abgebaut: Ja, rollen tut es noch. Verzogen ist es auch nicht. Wir also zur Werkstatt.

Lange Rede, kurzer Sinn: In der Werkstatt gab es keine Ersatzteile. Dann haben wir ihm gesagt, er soll bitte in den umliegenden Werkstätten rum schauen. Da gab es auch keine Ersatzteile. Da haben wir gesagt er soll beim Zentralhandel nachfragen. Der sagt "ja", der kann was bestellen. Dann wird es zum Zentralhandel geschickt. Der schickt es dann zu uns. Ich sage Wie lange dauert das? Acht Tage. So, da saßen wir wie Paulus und Silas im Knast. Hoffnungslose Situation. Der Urlaub war gelaufen. Weil du brauchst nach Portugal runter locker zweieinhalb Tage. Und zurück noch mal zweieinhalb. Plus acht. Wir hatten 14 Tage Urlaub. Den Rest könnt ihr euch ausrechnen.

Das wäre jetzt nicht mehr wirklich was geworden. Und damals hatte ich mich zum Ersten Mal mit diesem Thema Lob und Dank beschäftigt und habe im Helmut drüber geredet. Der hat gesagt: "Ja, das machen wir jetzt. Wir danken jetzt für die Situation, auch wenn wir nicht verstehen, wozu die gut sein soll. Aber möge Gott sich verherrlichen." Da hab ich gedacht: "Na ja, das fängt ja...". Ich war ja jung im Glauben. Ich habe gedacht, "Jetzt sind die bescheuert." Aber ich sagte "Okay, machen wir."

Dann haben wir gebetet und haben Gott dafür gedankt, dass wir jetzt in dieser Situation stecken, auch wenn wir die Situation nicht verstehen. Ich schwör's euch, ihr Lieben, das hat keine fünf Minuten gedauert, fährt einer auf den Hof von diesem Motorradhändler, stellt sich auch an den Tresen, und fängt an zu erklären, was er da gerne hätte. Kriegt mit: "Parlez allemand?". "Sprechen Sie deutsch?" "Gut. Was ist Ihre Problème?" Haben wir das erklärt: Bremse kaputt. "Oh!" sagt er, "Ich fahr' so eine Maschine für Rennen. Kann ich nach Hause fahren, baue ich meine Bremse aus, bringe ich und kaufe ich dann deine Bremse nach acht Tage, die du gekauft hast?" 

Und dann ist der losmarschiert, hat bei seinem Moped... - er hat exakt die gleiche Maschine gefahren - ... baut also die Bremse aus, und bringt die. Wir bauen die ein. Nach zwei Stunden waren wir wieder fertig.

So, jetzt kommt ihr. So Lob und Dank und Gebet!


Panik und Selbstmordgedanken

Das hat mich tief beeindruckt. Und ich habe dann öfter mal Situationen gehabt, wo ich dann gesagt habe Ich verstehe es nicht. Ich finde es auch wirklich nicht lustig, das sage ich Gott dann schon auch. Und ja, weil es manchmal einfach so ist: manchmal schätzen wir eine Situation komplett falsch ein, so wie der Kerkermeister. Ja, der Kerkermeister sieht die Türen offen, denkt alle sind weg. Der hätte ja sowieso mit seinem Leben dafür bezahlt, hat er gedacht. Bevor die mich umbringen, bring ich mich lieber selber um. Und auf solche dummen Gedanken kann man kommen, wenn man entweder wie Paulus und Silas im Knast liegt, mit den Füßen im Block oder wie der Kerkermeister, wenn er alle Türen offen sieht. Oder ich, wenn ich mir denk "Bremse ab. Feierabend!" Ja, solche Gedanken dummen Gedanken können einem kommen, wenn man den Fokus auf den Problemen lässt. Statt auf Gott.


Das Evangelium

Aber Gott sei Dank hat Paulus ja dann den Kerkermeister davon abgehalten, sich selber umzubringen und sich in Schwert zu stürzen. Und dann kommt für mich der Hammer in dieser Geschichte. Die beiden sind nicht nur frei, sondern der Kerkermeister, der kommt ja an, der bettelt ja darum, dass man ihm das Evangelium erzählt. Muss man sich mal geben! Jochen! Das passiert jetzt nicht jeden Tag, dass einer kommt und sagt "Bitte schön, was muss ich tun, um gerettet zu werden?" Da muss man manchmal jahrelang beten, dass einer so weit ist, dass er so einen Satz von sich gibt, wenn überhaupt. Und das heißt, der Paulus und Silas können jetzt nicht nur frei sein, sondern sie können ihm und seiner ganzen Familie samt seinen Haushaltshilfen das Evangelium weitersagen. Und am Ende vom Lied, am Ende von dieser Story, sitzen alle happy beim Frühstück. Oder wie wir in der Vorbereitung gesagt haben Es ist Party. 


Das Geheimnis

Meine Stiefmutter hätte jetzt gefragt. "Und? Was hat uns das gelernt?" Ja, ich würde sagen, schauen wir uns dazu noch mal Anfang und Ende an. Am Anfang haben wir einen Paulus und einen Silas. Die sind öffentlich beschämt, schmerzerfüllt, in einer ausweglosen Situation. Und am Ende ist Party. Alle sitzen mit Freude beim Frühstück, weil eine ganze Familie zum Glauben gekommen ist. Und mal ganz ehrlich, wer hätte das in so einer Situation erwartet, dass das der Ausgang ist? Und was hat diesen krassen Unterschied bewirkt? Gott natürlich, seine Hilfe. Aber wie ist die gekommen? Paulus und Silas haben nicht auf das Problem geschaut, sondern auf Gottes Wesen und seine Möglichkeiten. Das heißt, Paulus und Silas kannten das Geheimnis vom geistlichen Sieg. Nämlich dieses Wissen darum, wie viel Unerwartetes geschehen kann, wenn wir in einer völlig prekären Situation beten und loben. So bescheuert, wie das klingt: Beten und loben. Es gibt noch irgendeine andere Stelle im Neuen Testament, wo Paulus, glaube ich, auch sagt Bringt eure Anliegen mit Dank und Lob zu Gott. Also nicht nur beten! Weil beim Beten sagt man ganz oft "Aber bitte!" und dann guckt man auf das Problem. Sondern weggucken! Gott ist kein Ding unmöglich!

Und da gibt es noch eine ganz tolle Stelle. Ich glaube, das war bei der Taufe von Semina, wenn ich mich richtig erinnere. "Er ruft mich an, darum will ich ihn hören." Das heißt, wenn ihr mal auf die Vorderseite von eurer Karte guckt, dann steht da dieser Spruch vom Johannes Hartl: "Gebet ist nicht alles, aber ohne Gebet ist alles nichts." Dieses Gebet, dieses Lob, das ist das, was den Unterschied macht, auf das hin Gott handelt.


Gutes für Dein Herz

Ich möchte Dich zum Schluss etwas fragen, und zwar, ob du dieses Geheimnis auch gerne lüften würdest. Weil, wenn ja, dann würde ich dich bitten: Such dir in den nächsten Tagen einen vertrauten Menschen, mit dem du offen reden kannst und sprich mit ihm über die Rückseite von deiner Karte. Und überlegt mal, was kommt Dir dazu in den Sinn?

All diese Anliegen, die da draufstehen, die haben ja zentral mit der Vision unserer Gemeinde zu tun. Ihr kennt unseren Slogan "Gott begegnen. Bewegt werden. Leben teilen." All diese Anliegen... Jeder hat jetzt ein eigenes.

Übrigens hier hinten gibt es auch noch mehr. Wenn ihr euer Anliegen durchgebetet habt, könnt ihr es gerne wieder da reinschmeißen und euch ein neues ziehen. Das werden wir, glaube ich, da hinten irgendwo aufstellen. Aber ich denke, dass das ein Anreiz sein kann, erst mal über diese Anliegen... Aber auch über diese Anliegen hinaus sich mal inspirieren zu lassen: Was sagt mir dieses Anliegen auch für mein Leben... 

Wir haben alle, Leute, wir haben alle was zu tragen im Leben. Und vielleicht hat Gott es ja genau so geführt, dass du diese Karte hast, wo du sagst: "Die, die sagt mir was, das hat auch was mit meinem Leben zu tun!" Und dann könntet ihr euch austauschen und könntet über diese Dinge ins Gebet kommen. Ins Lob kommen. Und wegschauen von diesen Problemen, weg von der Hilflosigkeit hin auf Gott, auf seine Güte und seine Möglichkeiten. Und dann Gott um das zu bitten, was du brauchst.

Und Gott auch um das zu bitten, was wir als Gemeinde brauchen. Weil das kommt auch nicht von automatisch irgendwie her. Wenn wir das wirklich erleben wollen, ihr Lieben, dass wir irgendwann eine Gemeinde sind, wo jeder weiß, da kommt das Evangelium in den ganzen Stadtteil, wo wirklich die Liebe so gelebt wird, dass die Menschen erkennen, dass wir Gottes Kinder sind: das kommt nicht von ungefähr! All die Dinge im geistlichen Leben, die werden durch Gottes Geist bewirkt, und der bewegt sich (wie das Benzin in der Leitung) auf Gebet hin. Das heißt, wenn wir das erleben wollen, dass wir die Gemeinde, die wir in unserer Vision sehen können, dass die Wirklichkeit wird, dann ist das erste, was wir machen sollten, das Erste, was wir machen dürfen: zu beten.

Und ich denke, wir können selbst angesichts unserer Schwäche, unserer Begrenztheit und unserer persönlichen Nöte Gott loben. Für seine Güte, für sein Wesen. Dafür, dass er uns so gerne hilft. Dafür, dass er wirklich unmögliche Situationen zum Guten wenden kann.

Ich möchte da noch mal zwei Verheißungen - die habe ich da hinten auch an die Wand geschmissen - die sind mir in meinem persönlichen Leben wirklich wichtig geworden: Matthäus 19, Vers 26 steht "Wenn es auf die Menschen ankommt, dann ist es unmöglich. Aber für Gott ist alles möglich." Das heißt, wenn du in irgendeiner Situation steckst, wo du sagst, da ist nichts mehr zu holen. So wie Paulus und Silas im Block. So wie Helmut und ich in Frankreich, wo wir sagen "Es ist Feierabend! Es geht einfach nicht!" Für Gott kein Problem.

Und das zweite: diese Zusage Gottes. Weil auch da muss ich persönlich sagen, manchmal habe ich Zweifel und dann hilft mir Gottes Wort. Weil wenn ich mich auf irgendetwas verlassen kann auf diesem Planeten, dann darauf, dass Gottes Wort die Wahrheit ist und dass er hält, was er verspricht. Und Psalm 91 eben diese Verheißung "Er hängt an mir mit ganzer Liebe. Darum werde ich ihn bewahren. Weil er mich kennt und ehrt, werde ich ihn in Sicherheit bringen. Wenn er mich ruft, dann antworte ich. Wenn er in Not ist, bin ich bei ihm, hole ihn heraus und bringe ihn zu Ehren."


Ihr Lieben! Gott hat uns das versprochen. Und es ist mein Wunsch, mein Gebet für uns alle, dass wir eine betende Gemeinde werden, die angesichts von unwägbaren und aussichtslosen Situationen. Der es gelingt, den Blick hin zu wenden auf Gott, der es gelingt, trotz dieser unwägbaren und unlösbaren Situationen, Gott zu bitten, Gott zu loben und dann wirklich Wunder erlebt. 

Amen.

Sonntag, 4. Mai 2014

Die Verklärung Jesu (Mt 17:1-13)


Text

1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3 Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. 4 Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. 5 Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! 6 Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. 7 Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! 8 Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. 9 Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist. 10 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elia kommen? 11 Jesus antwortete und sprach zu ihnen:Elia soll freilich kommen und alles zurechtbringen. 12 Doch ich sage euch: Elia ist schon gekommen, aber sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm getan, was sie wollten. So wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. 13 Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte.


Kommentar

Zusammenfassung

Auf einem hohen Berg wird Jesus vor Zeugen, Seinen engsten Jüngern, verklärt und von Seinem Vater als der Christus, der Bringer des Evangeliums bestätigt. Mit Mose und Elia spricht er über sein Leiden, stärkt, ermutigt und ermahnt Seine Nachfolger und legt ihnen die Schrift richtig aus.


Struktur

1-4 Mit drei seiner engsten Jüngern besteigt Jesus einen hohen Berg und wird vor ihren Augen verklärt, wie er es ihnen vorhergesagt hatte. Mose und Elia erscheinen und sprechen mit Christus über dessen Leidensweg. Und Petrus, völlig hin und weg vom verklärten Christus, will, selbstvergessen, allen dreien je eine Hütte bauen.

5-8 Noch spricht Petrus, da überschattet die Shekinah-Wolke die Gemeinschaft und der allmächtige Vater selbst bestätigt und autorisiert Seinen Sohn und seine Predigt. Zutiefst erschreckt über die gewaltige Stimme Gottes fallen die Jünger anbetend auf ihr Angesicht; Christus aber rührt sie an und spricht ihnen Mut zu. Und schon ist die himmlische Schau vorüber.

9-13 Während des Abstieges ermahnt Christus die Jünger zu absolutem Schweigen über das Gesehene bis zu Seiner Auferstehung, um seinen Leidensweg nicht durch falsche Ambitionen des Volkes zu torpedieren. Und er erklärt Seinen, aufgrund einer irrigen Auslegung der Schriftgelehrten, verwirrten Jüngern, dass das Verschwinden Elias kein Widerspruch zur Schrift ist - und prophezeit noch einmal sein Leiden. 


Inhalt

1-4 Vor kaum einer Woche hatte Jesus Seinen Jüngern prophezeit, "Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich" (Mt 16:28) und schon vollzieht sich die erste Vorschattung dessen, wovon Er sprach. Christus hatte den Kreis Seiner drei engsten Jünger, Simon Petrus und die Donnersöhne Jakobus und Johannes (Mk 3:17), mit sich genommen und sie -sie allein- auf einen "hohen Berg" geführt; vermutlich den im Nordosten von Cäserea Philippi liegenden über 2.800 m hohen Hermon.

Dort oben, in der Einsamkeit der Bergwelt, abgeschottet vom hektischen Treiben der Welt, geschieht etwas. Etwas so Außergewöhnliches, dass die Worte unserer irdischen Sprachen es kaum zu fassen vermögen. Es ist, als ob Gott den Schleier der Diesseitigkeit beiseite schöbe, ja so, als ob das, was wir als Realität betrachten, plötzlich transparent würde und den Blick freigäbe auf das, was wirklich ist, auf das letzgültige und wahre Sein, die ultimative Wirklichkeit. Vor den Augen der Jünger vollzieht sich, was mit Worten nicht auszusagen ist (vgl. 2Kor 12:4), denn für einen Moment ist es ihnen vergönnt, einen tieferen Blick zu erhaschen auf Ihn: Jesus Christus, den Sohn Gottes, die zweite Person der Trinität, den Allmächtigen, in Seiner Herrlichkeit: das Antlitz Christi erstrahlt wie die gleißende Sonne und seine Gewänder werden "hell und sehr weiß, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann" (Mk 9,3); so weiß, wie das Licht. 

Er ist " »...der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«" und dieser "Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden" (Mt 22,32). Und so wird den Jüngern ein Stück der Blick frei in die himmlische Welt, die Welt der Lebenden in Christus. Moses und Elia, die größten Propheten nach Johannes dem Täufer, werden sichtbar und sprechen mit Christus über dessen Leidensweg (Lk 9:30f). 

So überirdisch ist die Schau des verklärten Christus, dass Petrus, völlig verzückt, gern für immer dort geblieben wäre. So sagt er es seinem Herrn und fragt ihn, ob auch Er gerne bliebe; gerne würde er mit frohem Herzen jedem der Drei eine eigene Bleibe bauen; sich selbst und seine Mitjünger hatte er ob der himmlischen Schau schon ganz vergessen. So verzückt war er, das Lukas später schrieb: "er wusste aber nicht, was er redete" (Lk 9,33).

5-8 Mitten in diesem Moment der Verklärung, hinein in das Gestammel Petri werden sie alle von der Shekinah überschattet, der leuchtenden Wolke der manifestierten Gegenwart Gottes des Vaters, in der Er sich auch schon bei der Einweihung des Tempels Salomons (2Chr 5:14) dem Volk Israel zeigte. Und aus der Wolke heraus hören sie alle die Stimme des Allmächtigen, der ihnen, wie schon bei Christi Taufe versichert "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe..." (Mt 3,17) und dieses Mal hinzufügt "...auf den sollt ihr hören!" Damit bestätigt der Vater nicht allein die Echtheit Seines Sohnes, Seine Identität und Authentizität, sondern auch Seine Vollmacht und Autorität in der Verkündigung Seines Evangeliums vom Reich Gottes: das Er die Schuld unserer Sünde am Kreuz bezahlte, damit wir -von aller Schuld freigesprochen- ewig leben können.

So machtvoll, vielschichtig und reich ist Gottes Stimme, wie das Rauschen großer Wasser (Hes 1:24, vgl. Offb 1:15); so gewaltig ist die Stimme des Allmächtigen, dass die Jünger sich zu Tode erschreckten und vor Ihm niederfielen - mit dem Gesicht zum Boden, in die Haltung der Anbetung. Doch sogleich ist Jesus bei ihnen, kommt ihnen in Seiner Barmherzigkeit nahe und berührt sie mit Seiner Kraft und spricht die ermutigenden und stärkenden Worte zu ihnen, die schon vor ihnen gehört haben, die vor der Stimme Gottes erzitterten: "Fürchtet Euch nicht!" (vgl. 1Mo 15:1, 1Mo 26:24, 1Mo 46:3, u.v.a.m.; vgl. insbesondere Johannes: Offb 1:12-18). 

Und Jesus fügt hinzu: "Steht auf!", als ob er sagen wollte, "Es ist vorüber!". Und kaum hat Er diese Worte ausgesprochen, kaum haben die Jünger sich auch nur ein wenig von ihrem Schrecken erholt, kaum heben sie ihren Kopf, schon ist dieser Moment der außergewöhnlichen Gnade und Verzückung vorbei und sie finden sich wieder mit Jesus ganz allein auf dem Berg, zurück in der Welt des Profanen.

9-13 Und Christus bleibt auch nach diesem Erlebnis, als sie den Berg hinabsteigen, bei Ihnen, wenn auch nicht mehr in Herrlichkeit, sondern in Knechtsgestalt (Phil 2:6-7). Auf dem langen Weg des Abstieges schärft Er es Ihnen ein: keinesfalls sollen sie mit einer Menschenseele über das Gesehene sprechen; wohl um Seinen hinab ans Kreuz führenden Weg nicht durch unangebrachte Ambitionen des Volkes zu hindern, das seit nun schon über 400 Jahre auf das Erscheinen des Messias gewartet hatte und sich sehnte, die Befreiung aus der römischen Besatzungsherrschaft möge vom König der Könige in Seiner Macht und Herrlichkeit beendet werden. Deshalb mahnt Jesus Seine Jünger, über das Gesehene zu schweigen, bis dass Er, - und bei dieser zweiten Leidensankündigung (vgl. Mt 16:21) kommen die Jünger ins Stocken -, von den Toten auferstanden sei. 

Nicht die Auferstehung von den Toten gibt Ihnen Rätsel auf, denn von ihr ist auch schon im Alten Testament die Rede (Jes 26:19), sondern vielmehr verwirrt sie, dass Elia, den sie eben noch sahen, nun nicht mehr da ist. Elia jedoch, so hatten sie es von den Schriftgelehrten sagen gehört, solle zuvor kommen, um alles zurecht zu bringen. Die dieser Lehre zugrunde liegende Prophezeiung jedoch (Mal 3:23) bezog sich auf das zweite Kommen Christi (siehe 2Pe 3:4). Und so legt ihnen Christus die Prophezeiung richtig aus: Natürlich soll Elia vor dem großen Tag des Herrn kommen und "das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern" (Mal 3:24). Doch wie für so viele Prophetien, so gibt es auch für diese eine Vorschattung; und zwar für die Zeit von Jesu erstem Kommen - der Zeit der Jünger. 

Eben dies war aber bereits geschehen. Die Schriftgelehrten und Pharisäer hatten ihn jedoch nicht erkannt, sondern ihn vielmehr einen Besessenen genannt (Lk 7:30.33). Und so, wie Johannes leiden musste, der von Herodes getötet wurde (Mk 6:14-29), so würde auch Christus leiden müssen. Als Jesus es ihnen so erklärt, verstehen die Jünger, von wem er redete: von Johannes dem Täufer, der zwar nicht Elia in Person war (Joh 1:21), der jedoch den Geist der Reformation Elias repräsentierte in dem er Busse zur Vergebung der Sünden predigte und so den Weg für den Messias ebnete, wie es vorhergesagt war (Jes 40:3-5, Mal 3:1, Lk 3:3-6). 


Praktische Anwendung

1. Wenn Christus Dich in Höhen führt und verzückt, freue Dich - und lasse los: noch sind wir nicht im Himmel; und noch wird es immer wieder einen Abstieg geben.

2. Höre auf Christus und Sein Evangelium vom Gnadenreich Gottes; Er ist es der Dich mit Seinem Wort anrührt und Dir auch in der Angst neue Kraft gibt.

3. Was Christus Dir anvertraut, verkündige zur rechten Zeit und bitte Ihn um Seinen Heiligen Geist, dass Er Dir die Schrift recht auslege.

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[Predigt als MP3]

Montag, 17. Juni 2013

Unter Gottes Schutz (Ps 34:1-23)

Text

1 Von David, als er sich wahnsinnig stellte vor Abimelech und dieser ihn von sich trieb und er wegging. 2 Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. 3 Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, daß es die Elenden hören und sich freuen. 4 Preiset mit mir den HERRN und laßt uns miteinander seinen Namen erhöhen! 5 Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. 6 Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. 7 Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. 8 Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus. 9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet! 10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. 11 Reiche müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut. 12 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren. 13 Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen? 14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, daß sie nicht Trug reden. 15 Laß ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach! 16 Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. 17 Das Angesicht des HERRN steht wider alle, die Böses tun, daß er ihren Namen ausrotte von der Erde. 18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not. 19 Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. 20 Der Gerechte muß viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR. 21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, daß nicht eines zerbrochen wird. 22 Den Gottlosen wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld. 23 Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.


Kommentar

Zusammenfassung

Dieser Lehrpsalm, geschrieben anlässlich David's Flucht vor Abimelech, führt uns die frohmachende und lobenswerte Allmacht der göttlichen Gnade und Liebe, Vorsehung und Hilfe vor Augen, wie Gott sie allen zusagt, die Ihm vertrauen und ihm im Gehorsam, in Wort und Tat, folgen. Und er warnt uns eindringlich vor dem unausweichlichen göttlichen Gericht, welches alle treffen wird, welche die Gnade und Herrschaft Gottes, wie sie im Kreuz und Seinen Geboten offenbar werden, verachten.


Struktur

1 David nennt seine Flucht vor Abimelech und Seine Rettung aus verzweifelter Todesnot als Anlass für diesen Lehrpsalm, in welchem er uns Gottes mächtige Hilfe und bewahrende Vorsehung vor Augen führt, die allein uns Gläubigen zuteil wird und uns ins Lob führt.

2-4 David will Gott dabei so loben, dass die Elenden froh mit einstimmen.

5-8 Und er dankt Gott für Dessen Offenbarung und Hilfe, er preist die Glückseligkeit der Erkenntnis der Gnade Gottes und versichert uns der Gebetserhörung wider allen anderen Schein, ja die Hilfe des Engels Gottes selbst.

9-11
Diese Gnade und Hilfe ruft uns David auf zu schmecken und sagt denen, die Gott ehren und ihm wider alle Umstände vertrauen, Dessen Segen und Bewahrung vor Mangel zu.

12-15 David lehrt die nächste Generation wahre Gottesfurcht, die sich im Reden, Handeln und im erstrebten Frieden mit allen Menschen zu erkennen gibt.

16-19
Und das mit gutem Grund: Gott sieht alles und straft die Bösen. Den durch Christus Gerechtfertigten jedoch steht er bei, ist ihnen nahe und erhört ihre Gebete und hilft ihnen.

20-23 Ja, für uns wurde Christus gekreuzigt und auf Sein Bitten hin von Gott zu neuem Leben erweckt. Wer dieses höchste Opfer der Liebe Gottes im Hass verschmäht, wird gerichtet; wer es jedoch in gläubiger Dankbarkeit annimmt, dem wird alle Schuld vergeben.


Inhalt

1 Im Titel nennt David uns den Anlass für die Dichtung dieses Lehrpsalms: Es war die in 1Sam 21:11-22:1 festgehaltene Begebenheit, die sich am Hofe des Philisterkönigs Achisch von Gat abspielte. Wie uns im Samuelbuch berichtet wird, flüchtete David sich damals, offenbar völlig kopflos, vor Saul an den Hof des Königs von Gat, und wurde dort unglücklicherweise von dessen Fürsten wiedererkannt. Aus Furcht vor dem König wendete er daher eine List an, stellte sich wahnsinnig und konnte sich so zu guter Letzt in eine Höhle retten.

Dass David diesen König, der im 1. Samuelbuch Achisch genannt wird, im hier vorliegenden Psalm Abimelech nennt, hat folgenden Hintergrund: Abimelech ist nicht nur ein Eigenname, sondern wohl auch eine generelle Bezeichnung für Philisterkönige, vergleichbar etwa mit dem Titel Pharao für ägyptische Könige: Abimelech bedeutet "Mein Vater [ist] König". Der 'richtige' Name des Königs, um den es hier geht, war Achisch und er war der Sohn des Maacha oder Maoch und König von Gat (1Sam 27:2, 1Kö 2:39).

2-4 David beginnt seinen Psalm mit dem Ausdruck seines Herzenswunsches: Er hat die Absicht, dem Ewigen zu jeder Zeit mit seinen Worten die Erkenntnis Seines vollkommenen Wesens wiederzuspiegeln; beständig, so wünscht er sich, möge sein Mund gefüllt sein mit dem Lob seines wunderbaren Gottes. Ja, seine Seele, sein Innerstes, soll so vollmundig von seiner Erkenntnis Gottes strahlen, dass es auch die seelisch Niedergebeugten hören und über dem Evangelium, der öffentlich verkündeten Erkenntnis des guten Wesens Gottes (siehe Jer 9:22-23, 1Kor 1:31, 2Kor 10:17) froh werden. So froh, dass David sie einlädt, Ihn, den ewig Seienden, gemeinsam mit ihm zu lobpreisen und Seinem Wesen und Seiner Person in freudiger Gemeinschaft die Ehre zu geben.

5-8 Und kaum, dass David seinen Wunsch ausgeprochen hat, beginnt er auch schon, ihn in die Tat umzusetzen und lobt den Ewigen dafür, dass Er ihm Seine ersehnte Gemeinschaft schenkte, indem Er sich von ihm hatte finden lassen, ja ihm Antwort gab, als er Ihn herzlich suchte (vgl. Mt 7:8) und dafür, dass Er ihn aus seiner Not riss, indem Er ihn ganz und gar aus all seinen Ängsten errettete (vgl. Ps 50:15).

Und was, David persönlich erlebt hat, dass gilt auch allgemein: wer auf Gott in Christus schaut, auf Sein vollkommenes Wesen, Sein Werk am Kreuz, und die darin offenbarte unendliche Barmherzigkeit, wird über diesem Anblick der Herrlichkeit, der Liebe und der Gnade Gottes so von Herzen froh werden, dass er über sein ganzes Gesicht strahlen wird vor glücklicher, dankbarer Freude, weil er weiß, dass er sich nicht mehr wegen seiner Sünden zu schämen braucht, weil sein Erlöser sie aus Liebe zu ihm ans Kreuz trug und "
den Schuldbrief getilgt [hat], der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet" (Kol 2:14).

Noch einmal beteuert David mit einem Beispiel, dass Gott unsere Gebete, auch, wenn es oft anders scheinen mag, ganz sicher hört und uns hilft, wenn wir aus unserer Not, unserem Elend und unserem Jammer verzweifelt zu Ihm schreien. So ging es selbst Jesus, der "in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht [hat], der ihn vom Tod erretten konnte..." (Hebr 5:7) Ja, der Engel des Allmächtigen selbst wird sein schützendes Heerlager zur Verteidigung um all diejenigen herum aufrichten, die Gott fürchten und wird ihnen aus dem Auge des Sturmes der Not heraus helfen (vgl. Mt 4:11, Lk 22:43).

9-11 D
avid lädt uns ein, diese Freundlichkeit, Gnade und Barmherzigkeit, diese Hilfe Gottes aus der Not, bewusst zu betrachten, ja zu schmecken und zu kosten, wie wir es heute über Christus lesen und im Abendmahl erleben dürfen (vgl. 1Jo 1:1, Mt 26:26). Er verheißt all denen Gottes Segen und Wohlergehen, die Gott, Ihrem HERRN, ungeachtet aller Umstände vertrauen und Seine Majestät von Herzen ehren. Denn David weiß: wer Gott vertraut und Ihn im Herzen in Ehren hält, dem wird es außerhalb von Verfolgung an nichts mangeln (Ps 23:1, Heb 11:37), denn ihm hilft Gott mit Seinem Segen. Ob als Segen für eigenen Fleiß (Spr 14:23), in Form der Hilfe durch Geschwister (Apg 4:34, 2Kor 8:14f, 2Kor 9:12) oder durch die besondere Gnade der Genügsamkeit (Phil 4:11f): vor allem ist es immer und immer wieder die göttliche Vorsehung, die gerade im rechten Moment für Seine Kinder zu sorgen weiß, so dass sie auf die Frage Gottes: "habt ihr ... je Mangel gehabt?" wahrhaftig antworten können: "Niemals" (Lk 22:35).

12-15
So wie Christus, will auch David die Kinder um sich haben (Lk 18:16). Sie, die junge Generation, die gerade aufwachsende Gesellschaft von morgen, will er, wie später auch Luther ermahnte, im wichtigsten Fach des Lebens unterrichten: der Gottesfurcht als dem "Anfang der Weisheit" (Ps 111:10, Spr 9:10).

Diese Gottesfurcht jedoch muss echt sein und nicht bloße Religion: wer sich ein gutes Leben und Freude wünscht, soll dafür Sorge tragen, dass seine Ehrfurcht vor Gott auf moralischem Gebiet ganz praktische Auswirkungen hat, denn ohne Gehorsam gegen Gottes Gebote ist aller Gottesdienst nichtig (Mt 7:21), das gilt insbesondere für unser Reden (Jak 1:26): weder Betrug, noch Lüge, noch Zügellosigkeit soll unsere Worte kennzeichnen; weder im Leid, noch in der Freude, noch im Zorn.

Vielmehr sind wir aufgerufen, alles was Gott als Böse deklariert, zu lassen und vielmehr das zu tun, was Er, der allein alles weiß, für gut befindet: "Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden" (Rö 12:18). Diesen Frieden sollen wir stiften, ja ihn mit allen Kräften erstreben, denn damit säen wir aus, was wir einmal als Frucht unserer von Gott geschenkten Gerechtigkeit werden ernten dürfen (Jak 3:18): unsere Seligkeit (Mt 5:9).

16-19 Was für ein Trost! "Des HERRN Augen schauen alle Lande, daß er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind" (2Chr 16:9). Der Allmächtige selbst durchforstet mit Seinem alles durchdringenden Blick (Heb 4:13, Offb 19:12) das Weltgeschehen und achtet dabei besonders auf das flehentliche Rufen der durch Christus Gerechtfertigten.

Doch ihm sind auch die Boshaften nicht verborgen. Ja, der unermessliche Ernst Seiner Missbilligung und Sein eisernes Urteil über ihr böses Tun richten sich mit unwiderstehlicher Gewalt gegen sie und kennen nur ein Ziel: jeden einzelnen unter ihnen, wenn sie nicht umkehren von ihrer Bosheit und praktizierten Gottlosigkeit, zu vernichten (Ps 73:17ff).

Das Schreien der Gerechten aber hört der Ewige und reißt sie aus aller Not; Ja, er ist ganz nah bei denen, deren Herz über der eigenen Sündhaftigkeit zerbrochen wurde und deren Seele, vor lauter Kummer über den eigenen Mangel und über das Leid in der Welt, zersplittert am Boden liegt. Gerade ihnen, die begriffen haben, dass sie nur unnütze Kechte sind (Lk 17:10), gilt die volle Verheißung der Hilfe Gottes.

20-23 Ja, nicht nur die Verheißung der göttlichen Hilfe, sondern die Gnade und Liebe Gottes, die in dem, was Gott in Christus am Kreuz für uns tat, ihren Höhepunkt fand. Und so spricht es David in prophetischer Rede über Christus, dem allein Gerechten aus: Er, der von keiner Sünde wusste, musste leiden, wurde "für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt" (2Kor 5:21). "Wir hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Doch, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen" (Jes 53:4).

Doch trotz des unermesslichen Leidens, welches Christus auf sich nahm, wurde sein Gebet erhört. Ja Gottes Hilfe und Seine unverrückbare Vorsehung gingen so weit, dass wir im Neues Testament lesen, das Christus "in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht [hat], der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt" (Hebr 5:7). Und es heißt: "er hat ... ihn von den Toten auferweckt" (Apg 17:31). So unumstößlich ist der Plan Gottes, so groß Seine Allmacht und Vorsehung, dass selbst die feindlichen römischen Besatzungsmächte, ohne es zu wissen, Seine Verheißungen erfüllen halfen, als sie "zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war" und "brachen ... ihm die Beine nicht" (Joh 19:33).

Angesichts der zuvor gelehrten Tatsachen, dass wahre Gottesfurcht sich im Reden und im Tun offenbart und Gott die Bösen strafen, den Gerechtfertigten jedoch helfen wird, warnt und tröstet David zum Schluß noch einmal: Wer sich Gottes Sohn nicht beugt, sein Gesetz verachtet und Christus hasst, der ihn bis in den Tod geliebt hat, der fällt in größte Schuld vor Gott. Wer in der Gottesferne
bleibt und in der autonomen, selbstgerechten Feindschaft, ja im Haß gegen Christus verharrt und sich nicht durch Christi Liebe am Kreuz mit Gott versöhnen lässt, der wird, das steht auf ewig fest, katastrophal ums Leben kommen.

Wer seine Gerechtigkeit jedoch allein von Gott erwartet, sich Ihm und Seinem Willen unterwirft, dessen Leben wird, vom Ewigen Selbst, freigekauft von aller Schuld. Und wer Ihm aus Dankbarkeit für Seine unverdiente Gnade von Herzen dient, dessen Leben wird erlöst "von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes" (Rö 8:21) und mündet eines Tages in die ersehnte "Erlösung unseres Leibes" (Rö 8:23).


Praktische Anwendung

1. Vertraue Gott, dem Ewigen, der Deine Not sieht und Deine Gebete hört
2. Glaube Ihm, dessen unwiderstehliche Vorsehung auch Dir Hilfe sein wird
3. Folge Ihm und Seinem Gebot - in Worten, im Vertrauen und in liebender Tat


[Predigt als MP3]

Donnerstag, 9. Mai 2013

Übersicht zur Zungenrede

Übersicht / Inhalt

1. Wortbedeutungen
    Zunge (glossa)
    reden (laleo)
2. Bibeltexte
    Geistesgaben allgemein
    Zungenrede im Speziellen
3. Zusammenfassung
4. Fragen und Antworten
5. Buchempfehlungen für Laien

1. Wortbedeutungen


1.1 Zunge


[glossa] Zunge


A) Die Zunge


1) als Sprechorgan 
2) übertr.: züngelnde Flammen


B) Die Sprache


1) Sprache oder Mundart eines Volkes.   
2) besondere Gabe des Heiligen Geistes: Die Fähigkeit eine fremde Sprache zu sprechen die man nicht gelernt hat.   


1.2 reden


[laleo] sprechen


1) reden (können), seine Stimme hören lassen; artikuliert sprechen; etw. vernehmen lassen; sich äußern.    
2) tr.: etw. verkündigen, mitteilen, sagen, vorbringen; mit Worten seine Gedanken mitteilen.

 

2. Bibeltexte



2.1 Geistesgaben allgemein

Römer 12:3-8

  • Verteilung der Gaben auf verschiedene Gläubige.

    Alle Nutzung sei tugendhaft - vor allem in Demut!

 1 Kor 12-14  

  • Vielfalt der Gaben - Einheit des Glaubens. Zweck der Gaben: Nutzen für die Gemeinde, inbesondere Erbauung (1Kor 14:17).Größte der Gaben: Glaube, Hoffnung, Liebe. Kleinste Gabe: Sprachenrede (14:5); wird auch zuletzt genannt (12:28).


Eph 4:1-16

  • Wir sind Glieder eines Leibes - gerufen uns gegenseitig mit Gaben zu dienen 


1Pe 4:10-11 

  • Wir sollen mit unseren Gaben einander dienen - zur Ehre Gottes. 

     

2.2 Zungenrede im Speziellen 



Mk 16:15-18


Text


"Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie ... in neuen Zungen reden ..."


Zusammenfassung


Zungenrede ist eines der Kennzeichen von Gläubigen.


Kommentar


Wortbedeutung von 'die Zeichen' (semeia)


[semeion] das Siegel; der Beweis.


I) das Zeichen


1) das, womit eine Person oder Sache von anderen unterschieden und erkannt wird: das äußerliche Unterscheidungsmerkmal, Kennzeichen, Erkennungszeichen.


2) das Vorzeichen, der warnende Hinweis (bevorstehender Ereignissen).        


3) das (Wunder-)Zeichen, z.B.:


3a) eine ungewöhnliche Naturerscheinung welche nicht den Naturgesetzen entspricht; die Himmelserscheinungen.

3b) das zeichenhafte Wunder durch welches sich Gott oder Christus (aber auch der Teufel) manifestiert oder durch welches Gott Menschen bestätigt die in seinem Namen wirken. 

 


Apg 2:4-11


Text


"und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden."


Zusammenfassung


Eine (nicht die) Wirkung der Geistausgießung zu Pfingsten war die Verkündigung von Gottes Wort in irdischen Fremdsprachen.


Kommentar


Die Ausgießung des Heiligen Geistes über das unter die Völker verstreute Volk der Juden zu Pfingsten war ein epochales, geschichtlich einmaliges Ereignis und somit eine Ausnahme. Ausnahmen sollten nicht zur Regel erhoben werden.


Apg 10:44-48


Text


"Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. Und die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, weil auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde; denn sie hörten, dass sie in Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Kann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den Heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir? Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi. Da baten sie ihn, noch einige Tage dazubleiben."


Zusammenfassung


Das für die Juden (die es zu Pfingsten ja selber so erlebt hatten!) bestätigende Zeichen des Empfangs des Heiligen Geistes, war auch in diesem Falle die Rede in irdischen Fremdsprachen.


Kommentar


Die Erst-Ausgießung des Heiligen Geistes über die bislang i.d.R. von Gottes Reich ausgeschlossenen Heiden war ebenfalls ein epochales Ereignis und somit ebenfalls eine Ausnahme. Ausnahmen sollten nicht zur Regel erhoben werden. 

 

Apg 19:1-7

Text


"Es geschah aber, als Apollos in Korinth war, dass Paulus durch das Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand. Zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. Und er fragte sie: Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten. Es waren aber zusammen etwa zwölf Männer."


Zusammenfassung


Nachdem die zuvor noch nicht an Jesus Gläubigen Jünger Johannes' des Täufers zum Glauben kommen und sich taufen lassen, empfangen sie den Heiligen Geist. Auch hier ist das Zeichen für den Geist-Empfang die Rede in Fremdsprachen samt Weissagung.


Kommentar


Diese Stelle schildert ein einmaliges Ereignis zu Beginn der Kirchengeschichte.


Es herrschten folgende (heute nicht mehr gültige) Randbedingungen:


1) Die Apostel lebten noch.


2) Der Unterschied der Taufe des Johannes (zur Buße) und der christlichen Taufe (auf den Glauben an Jesus) war noch nicht allgemein bekannt. Hier war also ein Exempel nötig (die hier genannten, verstreuten Johannes-Jünger waren zuvor noch nicht an Jesus gläubig und hatten auch noch nie vom Heiligen Geist gehört).


Weiterhin kann auch hier, weder aus der Handauflegung durch einen Apostel, noch aus dem Zeichen der Zungenrede nach dem Empfang des Heiligen Geistes eine Regel abgeleitet werden; es handelt sich um den Bericht über ein Einzel-Ereignis! 

 


1Kor 12-14


1Kor 12:7-10


Text


"In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem andern wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist; einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem "einen" Geist; einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen. Dies alles aber wirkt derselbe "eine" Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will."


Zusammenfassung


Die Geistesgaben werden nach dem Willen des Heiligen Geistes auf die Gläubigen verteilt; nicht jeder bekommt dabei die Gabe der Zungenrede.


Kommentar


Diese Stelle lehrt am klarsten, weil explizit, dass der von vielen proklamierte "Empfang der Zungenrede als einziger Beweis des Geistesempfanges für alle Gläubigen" eine Irrlehre ist, denn: Einem wird als Gabe die Zungenrede gegeben und einem Anderen die Auslegung, d.h.: nicht jeder bekommt die Zungenrede! 

 


1Kor 12:28-30


Text


"Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede. Sind alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Sind alle Wundertäter? Haben alle die Gabe, gesund zu machen? Reden alle in Zungen? Können alle auslegen?"


Zusammenfassung


Gott setzt die Gaben in der Gemeinde ein. Er gibt verschiedene Gaben, darunter auch die Zungenrede; eine Gabe, die nicht jeder Gläubige bekommt.


Kommentar


Auch hier wird wieder überdeutlich: Nicht alle reden in Zungen. In der Liste der von Gott in der Gemeinde eingesetzten Ämter wird die Zungenrede zuletzt genannt. Auch wird nochmals klar bestätigt, dass nicht jeder diese Gabe hat.

 


1Kor 13:1ff


Text


"Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle."


Zusammenfassung


Zungenrede ohne Liebe ist wertlos.


Kommentar


Dieser Text ist kein Lehrabschnitt (etwa darüber, dass Gott den Gläubigen die Gabe der "Rede in Engelszungen" gegeben habe oder etwas dergleichen), sondern es handelt sich vielmehr um ein metaphorisches Bild, welches zum Ziel hat, die Sinnlosigkeit der Einzelgaben aufzuzeigen, die nur mit der [auf unseren Nächsten gerichteten!] Liebe ihren wahren Wert erhalten!

 


1Kor 14:2


Text


"Denn wer in Zungen redet, der redet nicht für Menschen, sondern für Gott; denn niemand versteht ihn, vielmehr redet er im Geist von Geheimnissen."


Zusammenfassung


Das Sprachengebet [o. Auslegung] ist für [unkundige] Menschen unverständlich und allein auf Gott gerichtet; es beinhaltet Gottes Geheimnisse (musterion)


Kommentar


Wortbedeutung [mysterion]


[mysterion] Ursprung von [myeo] "eingeweiht sein" (wie der Ort der "Eingeweihten," d.h. dort wo diese Geheimlehren ausgeübt werden, daher: das was nicht gesagt werden darf). Gräz.: ein religiöser terminus technicus für die Mysterien-Kulte mit ihren Gebräuchen und Geheimlehren die nur für "Eingeweihte" zugänglich waren. Diese versuchten durch sakramentale Kulthandlungen Anteil an Leiden, Tod und Auferstehung ihrer Gottheit zu bekommen. Paulus gebraucht den Ausdruck mysterion wohl bewusst um zu zeigen, dass das Evangelium von Jesus Christus das einzig wahre "Geheimnis" ist, wovon die "Mysterien" eben nur eine dämonische Nachäffung sind. Das Geheimnis eine verborgene und geheime Sache. Die Ratschlüsse Gottes, die jedoch, im Gegensatz zu den Mysterienkulten, von Gott geoffenbart werden.

 

1Kor 14:4-5


Text


"Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst; wer aber prophetisch redet, der erbaut die Gemeinde. Ich wollte, dass ihr alle in Zungen reden könntet; aber noch viel mehr, dass ihr prophetisch reden könntet. Denn wer prophetisch redet, ist größer als der, der in Zungen redet; es sei denn, er legt es auch aus, damit die Gemeinde dadurch erbaut werde."


Zusammenfassung


Das Sprachengebet [ohne Auslegung] ist [für Unkundige] unverständlich und kann die Gemeinde nicht erbauen, wie die prophetische Rede; sie ist dieser daher unterlegen.


Kommentar


Dennoch wünscht Paulus diese Gabe der ganzen Gemeinde; mehr jedoch die Prophetie.

 


1Kor 14:10


Text


"Es gibt so viele Arten von Sprache in der Welt und nichts ist ohne Sprache."


Zusammenfassung


Die Welt ist voller Fremdsprachen. Und keine dieser Sprachen ist ohne Laute.


Kommentar


Wörtlich: "...und derselben keine ist lautlos." ("...kai ouden auton aphonon")

 


1Kor 14:6-19


Text


"Nun aber, liebe Brüder, wenn ich zu euch käme und redete in Zungen, was würde ich euch nützen, wenn ich nicht mit euch redete in Worten der Offenbarung oder der Erkenntnis oder der Prophetie oder der Lehre? Verhält sich's doch auch so mit leblosen Dingen, die Töne hervorbringen, es sei eine Flöte oder eine Harfe: wenn sie nicht unterschiedliche Töne von sich geben, wie kann man erkennen, was auf der Flöte oder auf der Harfe gespielt wird? Und wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten? So auch ihr: wenn ihr in Zungen redet und nicht mit deutlichen Worten, wie kann man wissen, was gemeint ist? Ihr werdet in den Wind reden. Es gibt so viele Arten von Sprache in der Welt und nichts ist ohne Sprache. Wenn ich nun die Bedeutung der Sprache nicht kenne, werde ich den nicht verstehen, der redet, und der redet, wird mich nicht verstehen. So auch ihr: da ihr euch bemüht um die Gaben des Geistes, so trachtet danach, dass ihr die Gemeinde erbaut und alles reichlich habt. Wer also in Zungen redet, der bete, dass er's auch auslegen könne. Denn wenn ich in Zungen bete, so betet mein Geist; aber was ich im Sinn habe, bleibt ohne Frucht. Wie soll es denn nun sein? Ich will beten mit dem Geist und will auch beten mit dem Verstand; ich will Psalmen singen mit dem Geist und will auch Psalmen singen mit dem Verstand. Wenn du Gott lobst im Geist, wie soll der, der als Unkundiger dabeisteht, das Amen sagen auf dein Dankgebet, da er doch nicht weiß, was du sagst? Dein Dankgebet mag schön sein; aber der andere wird dadurch nicht erbaut. Ich danke Gott, dass ich mehr in Zungen rede als ihr alle. Aber ich will in der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit meinem Verstand, damit ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in Zungen. "


Zusammenfassung


Ohne Kenntnis der Bedeutung, also ohne Auslegung ist die Sprachenrede [für die Gemeinde] unverständlich und damit sinn-, nutz- und fruchtlos; sie ist "Reden in den Wind". Da das Ziel der Geistesgaben jedoch hauptsächlich die Erbauung der Gemeinde ist, gilt: die Gläubigen sollen danach trachten, nicht nur in Sprachen zu reden, sondern ihr eigenes Sprachengebet auch selbst auslegen zu können.


Kommentar


Auch hier ist das [stille] Sprachengebet zu Gott gemeint, welches [ohne Auslegung] nur der Erbauung des Beters im Geiste dient, ohne dass der Verstand davon etwas versteht. Erst mit der Gabe der Auslegung wird das Sprachengebet auch für den Beter und somit für die Gemeinde verständlich und somit nützlich.

 

1Kor 14:20-26


Text


"Liebe Brüder, seid nicht Kinder, wenn es ums Verstehen geht; sondern seid Kinder, wenn es um Böses geht; im Verstehen aber seid vollkommen. Im Gesetz steht geschrieben (Jesaja 28,11-12): »Ich will in andern Zungen und mit andern Lippen reden zu diesem Volk, und sie werden mich auch so nicht hören, spricht der Herr.« Darum ist die Zungenrede ein Zeichen nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die prophetische Rede aber ein Zeichen nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen. Wenn nun die ganze Gemeinde an einem Ort zusammenkäme und alle redeten in Zungen, es kämen aber Unkundige oder Ungläubige hinein, würden sie nicht sagen, ihr seid von Sinnen? Wenn sie aber alle prophetisch redeten und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger hinein, der würde von allen geprüft und von allen überführt; was in seinem Herzen verborgen ist, würde offenbar, und so würde er niederfallen auf sein Angesicht, Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig unter euch ist. Wie ist es denn nun, liebe Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung!"


Zusammenfassung


Zungenrede [ohne Auslegung] ist unverständlich und somit ein Zeichen für die Ungläubigen. Und weil die Zungenrede für die Ungläubigen unverständlich ist, wird sie nicht zu deren Bekehrung führen. Vielmehr soll die Gemeinde Christi die Zungenrede mit der zugehörigen Auslegung zu Ihrer Erbauung praktizieren.


Kommentar


Auch hier wieder ein Hinweis: das Sprachengebet [ohne Auslegung] ist eine stille und persönliche Angelegenheit zwischen dem Beter und Gott; die übersetzte Rede in Fremdsprachen jedoch eine Sache für die Öffentlichkeit und die Erbauung der Gemeinde.

 


1Kor 14:27-40


Text


"Wenn jemand in Zungen redet, so seien es zwei oder höchstens drei und einer nach dem andern; und einer lege es aus. Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde und rede für sich selber und für Gott. ... Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens. ... Wenn einer meint, er sei ein Prophet oder vom Geist erfüllt, der erkenne, dass es des Herrn Gebot ist, was ich euch schreibe. Wer aber das nicht anerkennt, der wird auch nicht anerkannt. Darum, liebe Brüder, bemüht euch um die prophetische Rede und wehrt nicht der Zungenrede. Lasst aber alles ehrbar und ordentlich zugehen."


Zusammenfassung


Die [öffentliche] Rede in Fremdsprachen wird hier vom Apostel Paulus persönlich auf maximal drei Sprecher begrenzt, die auch nicht durcheinander, sondern nacheinander sprechen sollen, wobei jeweils einer die Rede übersetzen soll. Ist jedoch kein Übersetzer zugegen, so soll der Gläubige mit der Fremdsprachen-Gabe ausdrücklich [öffentlich] schweigen und stattdessen [still] für sich selbst zu Gott sprechen. Ziel ist die Ordnung und der Friede in der Gemeinde, wie auch die Ehrbarkeit vor den Augen der Welt.


Kommentar


Dieser Textabschnitt sorgt sich um die Gemeindeordnung, also um die liturgischen Abläufe in der Kirche. Hier soll es (als Zeugnis vor den Heiden) ordentlich und ehrbar zugehen.

 

3. Zusammenfassung


Die "Zungenrede" ist die Fähigkeit eine fremde irdische Sprache zu sprechen die man nicht gelernt hat. Die Welt ist voller Fremdsprachen. Und keine dieser Sprachen ist ohne Laute.


Wie alle Gaben Gottes dient die "Zungenrede" dem Bau des Reiches Gottes. Die übernatürliche Zungenrede ist dabei nur eines unter vielen Kennzeichen von Gläubigen.


Die durch die "Zungenrede" von Gott besiegelte Ausgießung des Heiligen Geistes über die Juden zu Pfingsten, über die Heiden zu Cäserea sowie der Geistempfang der Johannes-Schüler waren epochale, geschichtlich einmalige Eregnisse und somit Ausnahmen, die nicht zur Regel erhoben werden sollten.


Die Geistesgaben werden nach dem Willen des Heiligen Geistes auf die Gläubigen verteilt; wobei nicht jeder Gläubige dabei die Gabe der Zungenrede empfängt.


Zungenrede ohne Liebe ist wertlos.


Das klare Ziel und der Zweck aller Rede in Sprachen ist die Auferbauung des Einzelnen und der Gemeinde. Das Sprachengebet [ohne Auslegung] ist für [unkundige] Menschen unverständlich und allein auf Gott gerichtet; es beinhaltet Gottes Geheimnisse (musterion). Dennoch wünscht Paulus der ganzen Gemeinde den Empfang dieser Gabe; jedoch noch mehr den Empfang der Gabe der Prophetie.


Ohne Kenntnis der Bedeutung, also ohne Auslegung ist die Sprachenrede wie gesagt unverständlich und damit sinn-, nutz- und fruchtlos; sie ist "Reden in den Wind". Da das Ziel der Geistesgaben jedoch die Erbauung der Gemeinde ist, sollten die Gläubigen danach trachten, nicht nur in Sprachen zu reden, sondern ihr eigenes Sprachengebet auch selbst auslegen zu können.


Was die Ordnung in der Gemeinde angeht, so gilt zweierlei:   


1. Zungenrede [ohne Auslegung] ist unverständlich und somit ein Zeichen für die Ungläubigen. Und weil die Zungenrede für die Ungläubigen unverständlich ist, wird sie nicht zu deren Bekehrung führen. Vielmehr soll die Gemeinde Christi die Zungenrede mit der zugehörigen Auslegung zu Ihrer Erbauung praktizieren.


2. Die [öffentliche] Rede in Fremdsprachen wird vom Apostel Paulus persönlich auf maximal drei Sprecher begrenzt, die auch nicht durcheinander, sondern nacheinander sprechen sollen, wobei jeweils einer die Rede übersetzen soll. Ist jedoch kein Übersetzer zugegen, so soll der Gläubige mit dieser Gabe ausdrücklich [öffentlich] schweigen und stattdessen [still] für sich selbst zu Gott sprechen. Ziel dieser Anweisung ist die Ordnung und der Friede in der Gemeinde, wie auch die Ehrbarkeit vor den Augen der Welt.

 

4. Fragen und Antworten


"Was ist Zungenrede / das Sprachengebet?"


"[Übernatürliche] Fähigkeit zuvor unbekannte irdische Fremdsprachen zu sprechen.

 


"Wozu ist das gut?"


"Zur Auferbauung der Gemeinde und Einzelner." (Gemeindebau, Freude/Trost).

 


"Wie ist das einzuordnen?"


"Die Zungenrede oder das Sprachengebet ist eine von vielen Geistesgaben, die dem Gemeindebau und der Erbauung einzelner dient. Sie ist eines der Siegel Gottes, mit dem er den Empfang des Heiligen Geistes bestätigt. Viel wesentlicher aber sind die Gaben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, sowie die Gaben der Prophetie, der Lehre, der Wunder, der Heilung, der Diakonie und der Gemeindeaufsicht."

 

"Gibt's das noch?"


"Die Gabe der [biblischen] Zungenrede [samt Auslegung] ist eher selten und nach meiner Kenntnis, bzw. Erfahrung nur in Missionsgebieten (z.B. Indianermission unter den Auca im brasilianischen Regenwald), oder bei epochalen Ereignissen (Mauerfall November 1989) zu beobachten. Sie wird aufhören, wenn das Vollkommene [d.i.: das Reich Gottes - der Himmel] kommen wird, wo wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen werden (1. Kor 3:8-12)".


"Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin."

 


"Gibt es Regeln zum Gebrauch?"


"Ja. Ohne Auslegung: Stilles Gebet zu Gott zur eigenen Erbauung. Mit Auslegung: 2-3 Redner, der Reihe nach und öffentlich, zur Erbauung der Gemeinde.

 


"Wer steuert das?"


"Der Gläubige." (1Kor 14,32)


"Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan."

 


5. Buchempfehlungen für Laien


"Zungenrede aus biblischer Sicht" (Ralph Shallis)


ISBN-10: 3878572298
ISBN-13: 978-3878572299


16 gebraucht ab EUR 0,01


"Der Heilige Geist" (Alfred Kuen)


ISBN-10: 3417122287
ISBN-13: 978-3417122282


6 gebraucht ab EUR 4,98


„Ich schwör's bei diesem Kreuz - ich töte euch!“ (Bruce Olson)


ISBN-10: 3880760152
ISBN-13: 978-3880760158


5 gebraucht ab EUR 7,28