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Sonntag, 3. Mai 2020

Burnout - Warum Christen ausbrennen

Ich bin überzeugt, dass es zwei Aspekte ein und desselben Grundes gibt, warum Christen ausbrennen:

Zum einen, weil sie nicht in ihrer Berufung und damit im „Flow“ leben; sich in ihrem Tun nicht an den ihnen ganz persönlich von Gott verliehenen Gaben orientieren. Wir haben alle verschiedene Gaben von Gott bekommen (vgl. Rö 12 und 1Kor 12). Diese gilt es zu wertschätzen und in ihnen zu leben; sie auszuleben. Wenn Gott mir die Gabe der Diakonie gegeben hat, ich mich aber als Gemeindeleiter versuche, werde ich ausbrennen.

Zum anderen brennen Christen aus, weil sie nicht in der von Gott gewollten Einheit mit dem „Christus in euch“, der „Hoffnung der Herrlichkeit“ (Kol 1,27) leben; weil sie versuchen „für“ Christus zu leben, statt IHN — an sich, in sich und durch sich — Sein Werk tun zu lassen durch den Heiligen Geist. Jesus hat uns gelehrt: „Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Joh 15,4+5) Wer sich selbst so überschätzt, dass er Joh 15,5 ignoriert, in dem Glauben, er selbst könne, unabhängig vom Heiligen Geist, irgendetwas für Gott bewirken, der brennt unweigerlich aus.

Beides jedoch sind Aspekte ein und derselben Sache: es geht um Einheit. Um die Einheit mit dem in mir wohnenden Christus, mit seiner Person, dem Heiligen Geist — und um die Einheit mit seinem Plan für mein Leben; meiner Bereitschaft, die Gaben, die Er mir gegeben hat für Ihn in Seinem Reich einzusetzen.

Wo beides zusammenkommt, die Hingabe an meine Berufung in Anerkennung meiner Gaben, das „nicht, wie ich will, sondern wie Du willst“ (Mt 26,39) — und das frohe Anerkennen, dass es  „Gott ist, der in euch wirkt [...] das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ (Phil 2,13), da mögen wohl Stürme kommen und Müdigkeit, aber immer auch die Erfahrung: „die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden.“ (Jes 40,31)

#burnout #flow #berufung #geistesgaben

Sonntag, 12. Januar 2020

Die Jahreslosung 2020 „Ich glaube; hilf meinem Unglauben“ (Markus 9, 24)

[Predigt als MP3]

Einleitung

Seham hat Gastritis und ich habe für sie gebetet. In mir war dabei ein riesiger Kampf. Warum?  Ich hatte Zweifel! Woran? Bestimmt nicht Gottes Können (Er kann ein Universum aus dem Nichts schaffen“). Bei mir ist es vielmehr ein Zweifel an Gottes Wollen. Ich habe vielmehr Angst, dass „nichts passiert“. 

Aber warum? Zum einen: Woher soll ich vorher wissen können, dass Er „Ja!“ sagt? Ich meine: außer bei einer mir bekannten ausdrücklichen Verheißung? Vor allem aber: Was bedeutet das, wenn nichts passiert? Dass Gott „Nein!“ sagt? Dass Gott nicht existiert? Dass ich nicht feste genug glaube? Dass ich vielleicht gar nicht richtig gläubig bin? Oder (für mich) am schlimmsten: Dass Gott mich nicht leiden kann? 

Solche Gedanken können einen innerlich zerreißen! Und solche Zweifel haben wir alle! Welcher ist Deiner?

Wie 

  • ... diese „Schäden“, die wir mit uns rumtragen, unseren Glauben hindern ...
  • ... und wie das mit der Jahreslosung zusammenhängt ...
  • ... und was die Lösung dafür ist ...

das wollen wir uns im folgenden mal etwas genauer ansehen.


Inhalt 

Worum geht es also heute?

  • Unser Text
    • Zu Beginn möchte ich mit Euch den Text lesen
    • Und auch kurz zusammenfassen, was da passiert ist

  • Der wunde Punkt
    • Dann - zusammen: den wunden Punkt des Vaters anschauen
    • Wo liegt die Schwierigkeit?
      • 1x von der theologischen Seite
      • 1x von der psychologischen Seite

  • Der Tag der Wahrheit
    • In den Kern vordringen:
      • Was genau ist das Problem?
      • Was genau ist die Ursache?

  • Der Hoffnungs-Schlüssel
    • Bei allen wunden Punkten und Problemen ist doch die Frage: 
    • „Was ist nun der Schlüssel?“. Auch dahinein möchte ich Euch mitnehmen

  • Balsam für Dein Herz
    • Zum Schluss möchte ich uns 4 hilfreiche Gedanken mit auf den Weg geben

Lasst uns zu Anfang mal den Text gemeinsam lesen.


Unser Text

Die Heilung eines besessenen Knaben

Und sie kamen zu den Jüngern und sahen eine große Menge um sie herum und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. Und sobald die Menge ihn sah, entsetzten sich alle, liefen herbei und grüßten ihn. Und er fragte sie: Was streitet ihr mit ihnen? Einer aber aus der Menge antwortete: Meister, ich habe meinen Sohn hergebracht zu dir, der hat einen sprachlosen Geist. Und wo er ihn erwischt, reißt er ihn; und er hat Schaum vor dem Mund und knirscht mit den Zähnen und wird starr. Und ich habe mit deinen Jüngern geredet, daß sie ihn austreiben sollen, und sie konnten's nicht. Er aber antwortete ihnen und sprach: O du ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn her zu mir! Und sie brachten ihn zu ihm. Und sogleich, als ihn der Geist sah, riß er ihn. Und er fiel auf die Erde, wälzte sich und hatte Schaum vor dem Mund. Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange ist's, daß ihm das widerfährt? Er sprach: Von Kind auf. Und oft hat er ihn ins Feuer und ins Wasser geworfen, daß er ihn umbrächte. Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns! Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst - alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt. Sogleich schrie der Vater des Kindes: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! Als nun Jesus sah, daß das Volk herbeilief, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir: Fahre von ihm aus und fahre nicht mehr in ihn hinein! Da schrie er und riß ihn sehr und fuhr aus. Und der Knabe lag da wie tot, so daß die Menge sagte: Er ist tot. Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf, und er stand auf. Und als er heimkam, fragten ihn seine Jünger für sich allein: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Und er sprach: Diese Art kann durch nichts ausfahren als durch Beten.

Was war passiert?

Jesus kommt vom Berg der Verklärung (Joh 1,14: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“) herunter in die Realität dieser Welt. 

Und was sieht Er?Er sieht die Pharisäer streiten mit den Jüngern streiten (Ähnlich wie Moses am Sinai  das Volk ein goldenes Kalb anbeten sah, direkt nachdem er Gott begegnet war und die 10 Gebote von ihm erhalten hatte). Und worüber wurde gestritten? Über Sinn und Unsinn dieser "neuen Religion", die angeblich "kraftlos" war (bitte nicht vergessen: die Jünger hatten bereits böse Geister ausgetrieben!).

Auch interessant finde ich an diesem Bericht: Kaum kommt Jesus, plötzlich tun alle plötzlich ganz freundlich. Und was dann passiert ist eine Demonstration in Leadership: Jesus nimmt die Situation in die Hand, stellt sich vor seine Jünger und fragt was anliegt.

Der Vater meldet sich: er ist aufgrund der Geschichte schwer belastet und von der Situation und dem Unvermögen der Jünger frustriert und enttäuscht. Und was mach Jesus? Erst einmal schimpft Jesus seine Jünger und auch die Menge für ihren Unglauben. Doch warum?  Weil der Unglaube eine Majestätsbeleidigung ist! Als ob Gott nicht helfen könnte oder wollte!

Gott ist das Inbild der Weisheit, Güte und Allmacht in Person. Er ist das Inbild von Wahrheit und Schönheit und Gerechtigkeit! Nochmal: Joh 1,14: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Es gibt keinen Grund an Gott zu zweifeln!

Und dann lässt Jesus sich den Jungen bringen. Und sofort reißt in der Geist, weil er weiß, was ihm blüht. Doch unbeeindruckt von der Show des Dämons fragt Jesus weiter und erfährt die tragische Historie des Jungen. Und bitte bemerkt: Während der ganzen Zeit gibt es noch immer keine Gebetserhörung; keine Linderung des Leidens von Vater und Sohn!

Aber warum macht Jesus das? Auch das werden wir uns noch ansehen.


Der Wunde Punkt

Im folgenden möchte ich mit Euch den wunden Punkt des Vaters anschauen und uns fragen: Wo genau liegt die Schwierigkeit? 1x von der theologischen Seite. 1x von der psychologischen Seite.

Der Vater wird also immer verzweifelter und ruft: „Wenn Du etwas kannst“. Er hat also eher das „kann-nicht-Problem“ - und nicht (wie ich) das „will-nicht-Problem“. 

Doch dann spitzt Jesus die Situation aufs äußerste zu, indem Er sagt: "dem, der glaubt, sind alle Dinge möglich“. Ja toll! Dieser Satz muss sich für den Vater angefühlt haben, ist wie ein Stich mit einem glühenden Eisen mitten ins Herz. Er verhundertfacht seinen Schmerz. Und zwar, weil dieser Satz ihn auf seinen wunden Punkt hinweist: auf Seinen Zweifel.

Was aber genau ist das Problem? 

Zuerst mal theologisch: In Hebräer 11,6 steht: „Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt.“ Und in Epheser 2,8+9: „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es,  nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.“

Das also ist der wunde Punkt: Ich soll glauben! Ich kann Glauben aber nicht machen Ich kann Jesus kein Werk, keine Leistung präsentieren, die Ihn verpflichten würde, mir zu helfen! Ich kann Gott also nichts bringen, außer meinem Zweifel. Ich kann also nur nackt vor Gott stehen, so wie ich wirklich bin - und Ihn um Seine Gnade bitten (Johannes 4,24: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“).

Ich kann das Problem nicht mit der Kraft meines Willens lösen! Aber wie kann Gott von mir Glauben fordern, wenn er doch weiß, dass ich ihn nicht machen kann? Was bleibt mir da noch?

<wir werden sehen>


Der Tag der Wahrheit

Jetzt möchte ich mit Euch gemeinsam in den Kern vordringen: 

  • Was genau ist das Problem? 
  • Was genau ist die Ursache?

Zuerst einmal ist eines super-wichtig: Jesus hilft trotzdem! Das erinnert mich an Hesekiel 37,11-13: „Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, und es ist aus mit uns. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf und bringe euch ins Land Israels. Und ihr sollt erfahren, daß ich der HERR bin [...]“

Und noch etwas: Die Erkenntnis, dass ich nackt bin vor Gott ist bereits Ergebnis Seines Heils-Werks an mir: ohne Seinen Geist würde ich mich gar nicht an Ihn wenden: Johannes 6,44: „Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat [...]“. Das heißt: ohne das Wirken von Gottes Geist hätte ich gar keine Erkenntnis über meinen verlorenen Zustand. Versteht ihr? Die Tatsache, dass ich merke, dass ich ein Problem habe – ist bereits der Hoffnungsschimmer! Ich kann erkennen, dass ich zweifle, weil ich schon Glauben habe!! Mit anderen Worten: Zweifel ist eine Krankheit, die man nur bekommen kann, wenn man glaubt!

Ich fasse noch mal zusammen: Jesus brauche ich nichts zu bringen: Er hilft von Herzen gerne!  Ihm genügt das kleinste Quentchen Glauben!

Doch was ist jetzt die Lösung? Und was hat das damit zu tun, dass Jesus den armen Mann so auf die Folter spannt? Was können wir aus dem allen lernen? Warum macht Jesus das?

Ich denke, es geht um den Tag der Wahrheit: Jesus will den Mann konfrontieren will mit der Wahrheit. Mit dem, was in Seiner Seele kaputt ist. Mmit der Tatsache, dass er grundlegende, echte Zweifel hat. Ganz konkrete Zweifel – ja Unglauben!

Aber Warum lässt Jesus den Mann so durchs Feuer gehen? Ich denke, weil Jesus will, dass der Mann ehrlich wird in Seinem Gebet. Weil ER längst weiß, dass in ihm etwas kaputt gegangen ist. Weil ER längst weiß, dass er in seinem Leben eine traumatische Erfahrung gemacht hat. Nicht zuletzt mit den Jesu Jüngern (für den Mann war das sicher, wie eine Bestätigung: „Es geht ja eh nicht – wie immer!“)

Und weil Jesus weiß, wo unsere Zweifel herkommen: weil Grundüberzeugungen in unserem Leben zerbrochen wurden! Und weil Jesus weiß: das muss etwas heilen in unseren Herzen! Und damit es heilen kann, müssen wir darüber reden – es endlich aussprechen. Wir müssen die Dinge endlich beim Namen nennen!

Was habe ich gesehen, gehört, gerochen, geschmeckt, getastet? Was habe ich empfunden? Angst? Schmerz? Zorn? Furcht? Was habe ich gebraucht? Sicherheit? Freiheit? Geborgenheit? Hoffnung? Welche Überzeugung ist in mir zerbrochen? Die Zeit wird nicht reichen, hier noch weiter in die Tiefe zugehen. Nur so viel: es muss alles raus – es muss ans Licht! So, wie es im Evangelium heißt: Johannes 8,32: „ihr [...] werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“


Der Hoffnungs-Schlüssel

Bei all unseren wunden Punkten und Problemen ist doch die tiefste Frage: „Was ist nun der Schlüssel?“ Ich glaube, dass es 4 ganz wesentliche Schlüssel gibt – uns sie stecken im Text!

Der 1. Schlüssel ist Gnade

Für mich das allerwichtigste an diesem Text ist: Jesus beantwortet Gebet. Selbst dann, wenn unser Glaube durchsät ist von Zweifeln. Jesus reicht dieses Quentchen von Glauben – dieses „Ich glaube...!“ Übrigens: obwohl mein Gebet für Seham‘s Gastritis von mir die "Schulnote 5" bekommen hätte (mangelhaft), waren Sehams Magenschmerzen am nächsten Tag weg!

Der 2. Schlüssel ist Glaube

Was aber ist das genau „Glaube“? Heb 11:1 „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ In diesem Text steckt die Lösung! Es geht um das, was man nicht sieht! Wie können wir aber das Unsichtbare sehen? Durch Offenbarung; durch Gottes Wort! Ein Teil der Lösung besteht also darin, sich auf Gottes Wort zu stellen! Auf Seine Verheißungen. Dazu müssen wir Gottes Wort lesen! Übrigens: es gibt ganze Bücher voll mit Verheißungen zum Nachschlagen!

Der 3. Schlüssel ist das Gebet

Manche Situationen erfordern besonders intensives Gebet. Aber wozu? Bestimmt nicht, um noch ein Quentchen Glauben mehr aus der eigenen Seele heraus zu quetschen. Ich hoffe, das ist klar geworden – es geht nicht um Leistung. Auch nicht, um damit Gott zu beeindrucken. Und schon gar nicht darum, Gott zu etwas zu zwingen (als ob man Gott zu etwas zwingen könnte!)

Sondern es geht darum, Gott nahe zu sein. IHM zu begegnen. In Seiner Herrlichkeit, Gnade, Barmherzigkeit, Geduld, Güte, Treue, Weisheit, ... Im Anblick Seines Kreuzes das Vertrauen (zurück) zu gewinnen. Dass ER gut ist! Um IHM die eigenen Sorgen und Nöte in seine guten Hände zu übergeben. Um auf das vorbereitet zu werden, was GOTT tun will.

Matthäus 7,7-8 steht „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“ Und Habakus 2,3 steht „Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht trügen. Wenn sie sich auch hinzieht, so harre ihrer; sie wird gewiß kommen und nicht ausbleiben.“

Der 4. und für heute letzte Schlüssel liegt in der Seelsorge

Es gibt Dinge, Überzeugungen in uns, die sind zerbrochen, weil Schlimmes passiert ist. Diese Dinge in unserer Seele brauchen Gottes Heilung. Das ist manchmal nicht mehr alleine möglich. Dann brauchen wir Seelsorge. Wir brauchen es, im Gespräch miteinander und mit Gott die Dinge auszusprechen, die uns geprägt haben; die etwas in uns zerbrochen haben. Wir brauchen Gebet und Gottes Hilfe. Wir brauchen eine Neuprägung. Dazu ist das seelsorgerliche Gespräch da.


Balsam für Dein Herz 

Zum Schluss möchte ich uns 4 hilfreiche Gedanken mit auf den Weg geben:

  • Gnade: 
    • Sei getrost: Gott hört dein Gebet!
    • Jesaja 42,3 steht: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus.“

  • Glaube: 
    • Halte fest an Gottes Wort 
    • Vertraue auf Gottes Verheißungen für Deine Situation!
    • Denke daran: Hebräer 6,18: „es ist unmöglich, dass Gott lügt“

  • Gebet: 
    • Gehe ins Gebet (nicht nur heute, nicht nur kurz, sondern wirklich intensiv!)   begegne wirklich Gott: sprich mit Ihm offen über Deinen Zweifel und bitte Ihn um Gnade und Hilfe: darum, Dir die Ursachen zu offenbaren und Dich innerlich von dem zu heilen, was Dich zweifeln lässt. Werde ehrlich – stelle Dich ganz in das Licht Seiner Wahrheit – : Wo genau, angesichts welcher Situationen, in welcher Hinsicht, läuft Dein Glaube auf Grundeis? Woran (ver-)zweifelst Du?

  • Seelsorge:
    • Schütte Dein Herz einem erfahrenen Seelsorger aus. 

Mittwoch, 1. Mai 2013

Was tun, wenn uns der Zweifel überfällt...

Grundproblematik
 
Wenn auch nicht täglich, so haben wir doch alle immer wieder einmal mit Zweifeln zu kämpfen, der "Krankheit des Glaubens". Dabei hat der Zweifel in der Regel immer den gleichen Grundinhalt: 

Bezweifelt wird zumeist:
    Die Existenz Gottes (Atheismus, Nihilismus)
      • "Gott ist tot!" (Nietzsche)
      • "Wo ist nun Dein Gott?" (Ps 42:4) 
    Dieser Zweifel fragt sich angesichts des Leidens in der Welt und des eigenen Leidens, ob es überhaupt einen Gott gibt. Dass also das Leiden der Welt und das eigene Leid offensichtlich fortbestehen, gibt Anlass zur Frage, wo denn nun bitteschön Gott in all diesem Leid sei und ob aus dem Nichterkennbarkeit Seines Eingreifens nicht auch das Nichtvorhandensein seiner Existenz gefolgert werden müsse.
    Dieser Zweifel fragt also nach der Existenz und der Möglichkeit der Erkenntnis Gottes.
    Der gute Charakter Gottes (Theodizeefrage)
      • und Seiner Gebote: "Ja, sollte Gott [wirklich] gesagt haben?" (1Mo 3:1) und zwar
      • angesichts persönlichen Leidens und Not: "Als es mir wehe tat im Herzen..." (Ps 73:21f) 
    Dieser Zweifel setzt die Existenz Gottes zwar prinzipiell voraus, fragt sich jedoch angesichts des entweder einschränkenden oder fordernden Charakters von Gottes Geboten, ob Gott dem Menschen etwas vorenthalten wolle, oder ob er wirklich gute Absichten mit diesen Geboten verfolge. Auch die Frage nach dem Leiden der Welt und nach dem eigenen Leid wird hier nicht mit der Frage nach der Existenz Gottes beantwortet, sondern mit der Frage nach Seiner Gutheit.
    Diesem Zweifel geht es um die Frage nach der Ethik und charakterlichen Integrität Gottes.
    Die Glaubwürdigkeit Seines Wortes (Bibelkritik)
    Dieser Zweifel zielt auf die Verlässlichkeit der Schrift und des darin vermittelten biblischen Gottesbildes, in dem er danach fragt, ob die Schrift wirklich von Gott eingegeben sei, ob sie korrekt überliefert oder von Menschen verfälscht oder sonstwie in ihrer Glaubwürdigkeit beschädigt worden sei.
    Es geht diesem Zweifel also um die Frage der Authentizität und der Qualität der Schrift.

    Antwortmöglichkeiten

    Auf jede dieser Formen des Zweifels können eine Vielzahl theoretischer Antworten gegeben werden, die dann nach Belieben analysiert, angegriffen, verteidigt und sonstwie diskutiert werden können, wie z.B. ...
    Existenz Gottes
    ...die Beantwortung der Frage nach der Existenz und der Möglichkeit der Erkenntnis Gottes mittels eines sogenannten 'Gottesbeweises' (z.B. dem ontologischen Beweis nach Anselm von Canterbury, dem kosmologischen Beweis nach Thomas von Aquin oder als moralische Notwendigkeit nach Immanuel Kant; letzterer übrigens ohne Möglichkeit der Erkenntnis des Transzendenten aus dem Immanenten heraus).
    Charakter Gottes
    ...die Beantwortung der Frage nach der Ethik und charakterlichen Integrität Gottes mittels des Argumentes nach Gottes Funktion im Gericht (Rö 3:6), bzw. in direkter Ableitung aus expliziten Aussagen der Schrift (Ps 33:5, 1Jo 1:5, u.v.a.m).
    Glaubwürdigkeit der Schrift
    ...die Beantwortung der Frage nach der Authentizität und der Qualität der Schrift aus literaturhistorischer Sicht, aus Sicht der Prophetie oder aus Sicht der Archäologie.

    Diese Vielzahl theoretischer Antworten mag zwar zu interessanten und abendfüllenden Gesprächen führen, doch dem Zweifelnden sind diese kein Trost. Dem persönlich Betroffenen stellt sich ja vielmehr die Frage: "Wie gehe ich mit dem Zweifel um?" Oder besser: "Wie werde ich den Zweifel los?" Die Antwort auf diese Fragen sind also mehr auf der Handlungsebene angesiedelt, als auf der intellektuellen Ebene, ohne jedoch die intellektuelle Ebene auszugrenzen. Daher möchte ich im folgenden von meinem ganz persönlichen Umgang mit dem Zweifel berichten - in der Hoffnung, dass es dem einen, oder anderen eine Hilfe sein mag.


    Theorie für die Praxis

    Zu Beginn ist mir dabei wichtig festzustellen, dass die oben genannten Antwortmöglichkeiten eine innere 'Reihenfolge' oder 'Ordnung' haben, denn: Sind die Authentizität und Qualität der Heiligen Schrift erst einmal geklärt, dann klären sich mit ihnen auch die Fragen nach der Existenz, sowie nach der ethischen Integrität des Charakters Gottes, denn zu diesen Fragen bezieht die Heilige Schrift klar Stellung.

    Mir waren dabei in der Praxis folgende Überlegungen eine Hilfe:
    Argumente für die Glaubwürdigkeit der Schrift
    Neben den in früheren Artikeln gegebenen Argumenten für die Glaubwürdigkeit der Schrift aus literaturhistorischer Sicht, aus Sicht der Prophetie oder aus Sicht der Archäologie war es mir immer ein Trost, zu wissen, dass fast alle Apostel und einige Kirchenväter als Märtyrer ihr Leben für ihren Glauben an die Wahrheit des Evangeliums ließen.
    Ich fragte mich: "Wer würde angesichts des Todes an einer Lüge festhalten?" Die regelmäßig danach auftauchende Frage nach der moralischen Integrität der Apostel ist aus der Schrift sehr einfach zu beantworten: Jeder, der die biblischen Zeugnisse aufmerksam liest, kann nicht umhin, die Aufrichtigkeit, ja teilweise Einfalt der Berichte zu bemerken. Wenn also der Apostel Johannes schreibt:
    "Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens - und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist -,was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei." (1Jo 1:1-4)
    dann kann ich ihm gerade aufgrund seiner Einfalt glauben schenken, dass was er da berichtet tatsächlich sein ganz persönlicher Augenzeugenbericht ist. Darauf folgende, etwaig noch rührige Zweifel an der korrekten Überlieferung der Schrift wurden mit den Jahren und mit fortschreitendem Studium der Schrift (Joh 5:39, Apg 17:11) und der Literaturhistorie ebenfalls immer seltener. Vielmehr kann ich nach über 25 Jahren Prüfung bestätigen: "Alle Schrift [ist] von Gott eingegeben" (2Tim 3:16).
    Existenz und Erkenntnis Gottes
    In der Praxis bewährt hat sich für mich der kosmologischen Beweis des Thomas von Aquin, genauer: der Kausalitätsbeweis in folgender Abwandlung: "Das Universum existiert seit dem Urknall. Mit dem Urknall entstanden Zeit und Raum. Als Auslöser für die unvorstellbaren Energien des Urknalls kommt nur eine Ursache in Frage, die 'allmächtig', 'überzeitlich' und 'überräumlich' ist: Gott."
    Damit ist für mich nicht nur die Frage nach der Existenz Gottes beantwortet, sondern mit Römer 1:20 auch die Frage nach Erkenntnis Gottes: "Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt..."
    Charakter Gottes
    An dieser Stelle, das sei hier eingestanden, kämpfe ich am stärksten, härtesten und schon am längsten. Allein aus diesem Grunde habe ich vor etlicher Zeit eine systematische Theologie basierend auf der Analyse der Psalmen und des Matthäus-Evangeliums begonnen, deren exegetische 'Nebenprodukte' regelmäßig in diesem Blog erscheinen.
    Doch trotz allem Studium kämpfe ich noch immer mit der Spannung die sich aus dem Leid in meinem Leben und dem Leben meiner Nächsten, dem scheinbaren und teilweise realen Schweigen Gottes und Seinem in der Schrift offenbarten Charakter ergibt.
    Die Gedanken, die mich in solchen Spannungen bis zu einem gewissen Punkt getragen haben, sind diesen Versen entnommen: "Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR,sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." (Jes 55:8f). Und: "Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet." (Jer 29:11).
    Kurz: Ich armes, begrenztes und fehlerhaftes Menschlein kann in keinster Weise auch nur im Ansatz ermessen, was Er, der unendlich Weise und Allwissende plant. Mein Verstand ist zu klein um zu verstehen, was Gott mit all dem 'Durcheinander' in meinem Leben vorhat. Oder mit den Worten des Predigers Salomo: "Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende." (Pred 3:11)
    So bleibt mir oft nur, die Spannung des Leidens, des Glaubens und noch nicht Schauens, auszuhalten. Doch das gelingt im Hinblick auf die Frage nach dem guten Charakter Gottes oftmals nur noch durch das Studium der Psalmen und wenn es ganz hart auf hart kommt:
    Im Anblick meines Heilandes am Kreuz.
    Nur dort wird sichtbar, dass Gott gut sein muss: Er richtet die Sünde (Er ist also gerecht) und Er trägt meine Sünde (und beweist damit de facto, dass Er barmherzig ist). Manchmal früher, manchmal später kann ich -so aufs Kreuz blickend- dann mit Paulus ausrufen: "was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und [hat] sich selbst für mich dahingegeben." (Gal 2:20)
    In dieser Spannung, innerlich leidend und um Gottes Existenz und Seine Gutheit wissend, bleibt mir nichts anderes, als zu warten, dass Gott seine Verheißungen wahr macht, wie Er es im Propheten Habakuk bezeugt: "Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht trügen. Wenn sie sich auch hinzieht, so harre ihrer; sie wird gewiss kommen und nicht ausbleiben" (Hab 2:3).
    Beim diesem Warten helfen dann auch Paulus' Aussagen aus dem Römerbrief: "Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld. Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht. Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht (Psalm 44,23): »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.« Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. " (Rö 8:24ff).

    Weiterführende Gedanken

    Mir ist bewußt, dass ich das Problem des Zweifels und des Leidens und die Antworten darauf nur im Groben anreißen konnte. Daher möchte ich an dieser Stelle noch drei Bücher empfehlen, von denen zwei mir bereits sehr gute Dienste geleistet haben und deren Drittes ich leider noch nicht kenne (jedoch den empfehlenswerten Autor):
    Ich möchte dieses Posting abschließen mit den Versen aus zwei Liedern, die mein Vater auf seiner Beerdigung singen ließ; eines davon war schon seit Jahren zuvor eines meiner liebsten Kirchenlieder: 
    So nimm denn meine Hände
    1. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt: wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit.

    2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Lass ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind: es will die Augen schließen und glauben blind.

    3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht: so nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich!
    Befiehl Du Deine Wege
    1. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.
    2. Dem Herren musst du trauen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen: es muss erbeten sein.
    3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt.

    4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun.

    [Predigt als MP3]



    Sonntag, 9. September 2012

    Hat Gott mir wirklich vergeben?


    Wie alles begann
    Es ist noch keine Woche her, da habe ich mal wieder so richtig daneben gegriffen. Mehrfach. Nichts von wegen "[...] seid heilig; denn ich bin der HERR, euer Gott (3Mo 20,7)." Eher: "Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. (Psalm 14,1-3, Röm 3,12)". So ist das, ohne meine Fehltritte entschuldigen zu wollen, leider oft noch in dieser Welt, denn: "Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns (1Joh 1,8)."

    Nun gibt es ja, Gott sei Dank!, einen der wichtigsten Verse im Neuen Testament, in dem es heißt: "Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit (1Joh 1,9)". Doch auch 27 Jahre Erfahrung sind nicht immer ein Garant dafür, mit diesen Wahrheiten auch richtig umgehen zu können. In meinem Falle bedeutete das, dass mir Gottes "Vergebung", wenigstens scheinbar, nicht so recht zuteil werden wollte, denn: Wie sehr ich auch betete, flehte und bettelte, ich fand einfach keinen "Frieden". 

    Erst einige Tage später sollte ich -diesmal hoffentlich endgültig- lernen, welcher Lüge des Feindes ich nun schon zum tausendsten Male aufgesessen war: Der Verwechslung von Emotion mit Information und damit der Verwechslung von Ursache und Wirkung wahrer Vergebung. Und weil ich nicht möchte, dass die Seelen meiner Geschwister im Glauben auf ähnliche Weise zerfetzt werden, wie die meinige, habe ich mich entschlossen, diesen Blog-Artikel zu schreiben.

    Dazu zuerst zwei Anleitungen:
    • Wie man es falsch macht
    • Wie man es richtig macht

    Wie man es falsch macht 

    Diese Anleitung ist nur zu empfehlen für masochistische Geister, die gerne wieder einmal die volle Wucht von Traurigkeit, Unglauben, Verzweiflung, Haß, Verachtung und Lästerung gegen Gott spüren und sich selbst an den Abgrund eines Selbstmordes bringen möchten.

    Um diese Wirkung zu erzielen, ist folgende Abfolge zu empfehlen:
    • kräftig sündigen - "bis dass es raucht"
    • Reue empfinden und umkehren
    • Gott um Vergebung anflehen
    • keinen "Frieden" fühlen und daraus schließen, das Gebet sei nicht erhört worden
    • Gott um Vergebung anflehen
    • keinen "Frieden" fühlen und daraus schließen, das Gebet sei nicht erhört worden
    • Gott um Vergebung anflehen
    • sauer werden, weil Gott einen nicht erhört
    • sich Vorwürfe machen (lassen), weil man jetzt auch noch aufmüpfig, statt demütig wird
    • Gott doppelt um Vergebung anflehen
    • keinen "Frieden" fühlen und daraus schließen, das Gebet sei nicht erhört worden
    • richtig sauer werden, weil Gott einen immer noch nicht erhört
    •  Gott dreifach um Vergebung anflehen
    • ...
    Dieses Spiel lässt sich munter mehrere Tage hintereinander spielen und treibt einen sehr zuverlässig in die Verzweiflung.


    Wie man es richtig macht
    • beten, um nicht in Anfechtung zu fallen
    • und falls man dann doch fällt:
    • Reue empfinden und umkehren
    • Gott um Vergebung anflehen
    • keinen "Frieden" fühlen und doch aus Gottes Wort schließen, das Gebet sei erhört worden
    • Gott danken für seine unendliche Liebe und Treue 
    • weiter gehen
    Dieses Spiel lässt sich "leider" nur einmal pro Fehltritt spielen, da es einen zuverlässig in die Anbetung treibt. Doch was ist hier der wesentliche Punkt - und vor allem: was hat das mit Emotion und Information beziehungsweise mit Ursache und Wirkung zu tun?


    Emotion versus Information 

    Es geht bei wahrer Vergebung nicht primär um eine Emotion. Sondern es geht primär um eine Tatsache - um eine Information. Um die Information über die Tatsache, dass Christus am Kreuz die Worte sprach: "Es ist vollbracht (Joh 19,30)!". Um die Information über die Tatsache, dass Christus "um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt [wurde] (Röm 4,25)." Und um die Information über die Tatsache, dass: "Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit (1Joh 1,9)." Treu, weil Er uns auch nach unserem einhundertsten Fehltritt nicht fallen lässt. Und gerecht, weil er uns um unserer Sünde willen nicht mehr bestraft, weil Er sie in Christus bereits gestraft hat. Und treu und gerecht, weil er uns, wenn wir Ihn um Vergebung und Reinigung bitten, Christi volle Gerechtigkeit zuerkennt, weil Er es uns versprochen hat.


    Ursache und Wirkung

    Wenn wir zuerst diese Information glauben, das heißt: wenn wir Gottes Wort für wahr halten und ihm unser volles Vertrauen schenken, auch wenn wir nichts davon sehen oder fühlen können, dann wird unser Herz ruhig und wir spüren, wie diese Ruhe unserer Seele gut tut. 

    Diese Ruhe ist sicherlich erstrebenswert und ist doch nicht zu verwechseln mit dem Frieden Gottes. Denn der ist eine unsichtbare Tatsache, welche einer anderen Dimension zugeordnet ist, als die Kräfte unserer Seele (Vernunft, Wille und Gefühl). Daher heißt es auch in der Schrift: "[...] der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus (Phil 4,7)." Denn: "Es ist [...] der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht." (Heb 11,1). Und was wir nicht sehen können, ist eben genau diese Wahrheit: da "[...] wir [...] gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott [...] (Röm 5,1)".

    Zuerst kommt also die Ursache: das Vertrauen darauf, dass Gott nicht lügt, "[...] denn es ist unmöglich, dass Gott lügt [...] (Hebr 6,18)". Dann kommt die Wirkung: Dass Ruhe in unserer Seele einkehrt.


    Wirkung böser Ursachen

    Wenn wir aber zuerst "Gottes Frieden" "fühlen" wollen, dann können wir lange warten. 

    Warum? Weil wir nicht alleine sind in diesem "guten Kampf des Glaubens" (1Tim 6,12)". Weil wir einen Widersacher haben: den Teufel. "Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge (Joh 8,44)." Er ist "[...] der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt" (Offb 12,9). Er ist "der Verkläger unserer Brüder (Offb 12,10)". Und "[...] er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. (2Kor 11,14)"

    Er verführt uns also erst zur Sünde, dann verklagt er uns - und wenn wir Frieden bei Gott suchen, dann verstellt er sich als der Heilige Geist, als ein Engel des Lichts und belügt uns und führt uns in die Irre: "Wenn Du den Frieden Gottes nicht fühlen kannst, dann bist Du verdammt." 

    Wahr ist aber vielmehr: "Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht. (Gal 1,8)".

    Martin Luther schrieb es nicht umsonst:
    "81. Deshalb sollen wir unser Herz befestigen durch diese und ähnliche Aussprüche der Schrift, damit wir dem Teufel, wenn er uns anklagt: Du bist ein Sünder, also bist du verdammt, antworten können: Weil du sagst, daß ich ein Sünder sei, darum will ich gerecht und selig sein. — Ja, du wirst verdammt werden! — Nein; denn ich nehme meine Zuflucht zu Christo, „der sich selbst für meine Sünden gegeben hat“. Darum wirst du, Satan, damit nichts ausrichten, daß du versuchst, mich dadurch zu erschrecken, daß du mir die Größe meiner Sünde vorhältst und mich so in Traurigkeit, Mißglauben, Verzweiflung, Haß, Verachtung und Lästerung gegen Gott bringen willst. Ja, gerade dadurch, daß du sagst, ich sei ein Sünder, gibst du mir die Waffen wider dich in die Hand, daß ich dich mit deinem eigenen Schwerte erwürgen und vernichten kann, weil Christus für die Sünder gestorben ist.

    82. Sodann predigst du selbst mir die Ehre Gottes, denn du erinnerst mich der väterlichen Liebe Gottes gegen mich elenden und verdammten Sünder, der „also die Welt geliebt hat, daß er seinen eingebornen Sohn gab“ [usw.] [Joh 3,16]. Desgleichen, so oft du mir vorwirfst, daß ich ein Sünder bin, so oft rufst du mir die Wohltat Christi, meines Erlösers, ins Gedächtnis, auf dessen Schultern, nicht auf den meinigen, alle meine Sünden liegen. Denn der Herr hat alle unsere Missetat auf ihn gelegt; desgleichen, er hat um der Missetat seines Volks willen ihn geplagt, [Jes. 53,5.8]. Darum, wenn du mir vorhältst, ich sei ein Sünder, so schreckst du mich nicht, sondern tröstest mich über die Massen wohl."

    Wir haben diesen Frieden also. Ob wir ihn fühlen, oder nicht. Weil Gott es uns versprochen hat "dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit (1Joh 1,9)". Darauf können und sollen wir uns verlassen, "[...] denn es ist unmöglich, dass Gott lügt [...] (Hebr 6,18)".

    So haben wir nun die Wahl: 
    • Wir können Emotion mit Information verwechseln und die Reihenfolge von Ursache und Wirkung verkehren und bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag auf einen emotionalen "Frieden" in unserer Seele warten, der dank des Feindes Gottes niemals kommen wird. 
    • Oder wir können uns im Glauben, das ist: im Vertrauen auf die Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Treue unseres Gottes, darauf verlassen, dass Er sein Versprechen halten wird; und über kurz oder lang erfahren, dass der Friede Gottes, den wir längst haben, auch unserer Seele Ruhe verschafft, denn "[...] als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben. (Lk 5,20)"

    Mittwoch, 4. April 2012

    Die große Ernte (Matthäus 9:35-38)


    Text

     

    35 Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. 36 Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. 37 Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. 38 Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte sende.


    Kommentar

    Vers 35 wirkt im Zusammenhang wie ein Einschnitt, eine Zusammenfassung der Kapitel 8 und 9: Jesus ist 'on tour', lehrt und predigt das Evangelium Seiner Liebes- und Gnadenherrschaft, macht alle Kranken gesund und zeigt gerade dadurch: "der Herr, der Gott Israels [...] hat besucht und erlöst sein Volk und hat [...] aufgerichtet eine Macht des Heils" (Lk 1:68-69); eine Macht und ein Ausmaß anbrechender Herrlichkeit nach dem wir Menschen von heute von Herzen verlangen.

    36 Jesus tut alles, was Er tut, mit ganzem Herzen: ER, die zweite Person der Allmächtigen Gottheit, der Unheilbare heilt, liebt uns und sorgt sich herzlich um uns. Er sieht uns in all der Verlorenheit und Bedürftigkeit unserer Gottesferne, außerhalb seiner schützenden und umsorgenden Herrschaft.

    37 Angesichts dieser Not drängt es Jesus innerlich zu unserer Rettung, zur Rettung seiner Schöpfung, seiner Geschöpfe. Doch die weltweite Aufgabe ist immens und es finden sich nur wenige Menschen, die bereits mit anpacken, um so vielen Menschen wie möglich das Evangelium zu bringen und somit an ihrer Errettung mitzuwirken.

    38 Darum ermahnt und drängt Jesus Seine Nachfolger geradezu ins Gebet zu der ersten Person der Gottheit, Gott dem Vater, um Hilfe und Unterstützung in dieser weltweit wichtigsten, auf ewig Leben rettenden Aufgabe. So ein Gebet nach Gottes Willen wird ganz sicher von Gott gehört und beantwortet (siehe 1Jo 5:14-15) und kann einzig in der Kraft des Heiligen Geistes, der dritten Person der göttlichen Trinität ausgeführt werden (siehe Lk 24:49, vgl. Joh 15:5).

    Freitag, 11. November 2011

    Von der depressiven Nabelschau zu echter Heilung & Veränderung

    Es steht geschrieben: “Untersucht euch selbst, ... Prüft euch selbst!" (2Kor 13:5). Uns ist geboten, uns selbst zu erkennen. Doch dieser erste Schritt dient allein dazu uns wachzurütteln aus unsererm egozentrischen Selbstbild (je nach Veranlagung: als selbstzentriertes "Opfer der anderen" oder aber in ebenso egozentrischer Manier: als selbstgerechter "Massstab für andere") und zu erkennen, wer wir wirklich sind: hilflose und im Herzen verwundete und zu "wahrer Gutheit" aus eigener Kraft unfähige Menschen.

    Kurz, Jesus ist mit denen, die den Schaden in ihren Herzen erkannt haben, einer Meinung: Wir schaffen es nicht aus eigener Kraft, sondern brauchen, wie die Weintraube, 'Hilfe von außerhalb unserer selbst': "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun." (Joh 15:5)

    Darum dürfen wir nicht in der Selbsterkenntnis "stecken bleiben":

    Die Heilung unserer Wunden und die Korrektur unserer Fehlhaltungen liegt vielmehr in einem zweiten Schritt: Der Erkenntnis des auferstandenen Christus, der allein fähig ist, unser Herz zu heilen und unsere Sünde, mit der wir an anderen schuldig wurden zu vergeben: "...Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilt. " (Jes 53:5) Diese wahre Veränderung der Ursachen (d.i. unserer Herzen) im Gegensatz zur behaviouristischen Korrektur der Symptome (d.i. unseres Verhaltens) kann uns nur Christus schenken: Er allein kennt unser Herz, Er allein hat unsere Schuld am Kreuz für uns bezahlt und Er allein ist in der Lage, die Wunden in unseren Herzen zu heilen.

    Doch wie geht das?

    Um Christus zu erkennen, müssen wir ihn "sehen". Darum heißt es "...lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens..."(Heb 12:1-2). Nur der Blick auf Christus ist es letztlich, durch den wir geheilt, geheiligt und befreit werden - um ihm jeden Tag ein Stück ähnlicher zu werden, oder wie Paulus es ausdrückt: "Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn ..., und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist." (2Kor 3:18)

    Doch wie kann ich diesen auferstandenen und in die unsichtbare Welt entrückten Christus "sehen", der mich heilt und mir vergibt? Zu allererst in der Heiligen Schrift, in der es heißt: "Ihr sucht in der Schrift, denn ihr ... habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeugt" (Joh 5,39). Aber auch in der Natur: "Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt." (Rö 1:20)

    Erst wenn wir Christus in der Schrift begegnen und an seiner Vollkommenheit und in seinen Worten unsere Unvollkommenheit erkennen undwie sehr das Bild Gottes in uns, dem wir ähneln sollten (1.Mo 1:26) zerbrochen ist, werden wir ihm unsere Schuld & Fehler bringen und Ihn um Vergebung und Heilung bitten. Dann erst beginnt das wahre Leben, für das wir geschaffen wurden.

    Und in diesem Leben können (und wollen) wir (von Herzen gerne) bleiben.

    Und wie geht dieses"bleiben in ihm (s.o., Joh 15:5)?": Vor allem durch den Glauben an die Predigt des Evangeliums (1.Joh 2:24), durch die Gemeinschaft mit Christus im Abendmahl (Joh 6:56), im Halten seiner Gebote (Joh 14:23) und vor allem durch die aus diesem Glauben an die vollkommene Vergebung unserer Lebensschuld, der prozesshaften Heilung der uns zugefügten Lebenswunden und des völligen von-Gott-angenommen-seins entspringende Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen (Gal 5:6, 1.Joh 3:17), die sich in einer tatsächlich praktizierten Nächstenliebe manifestiert (Jak 2:14ff).

    Darum: "Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben" (Hebr 4,16 ), "...lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist" (Hebr 12,1 ) und "...solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann..." (Gal 6,10)