Posts mit dem Label Werte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Werte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 4. März 2019

Das Gleichgewicht der Werte

Ich kann in Gottes Welt nicht einfach einen Wert gegen einen anderen ausspielen, ohne, dass das Gute dabei „abstürzt“; z.B. kann ich nicht (als fiktives Beispiel) den Wert der Freiheit eines Menschen (oder einer Gruppe von Menschen) gegen den Wert der Sicherheit eines Menschen (oder einer anderen Gruppe von Menschen) einseitig durchsetzen.
Beide Werte sind wichtig. Beide haben ihren rechten Platz in Gottes Welt. Denn: Ohne alle Freiheit wäre die Welt ein Gefängnis. Ohne Sicherheit aber wäre sie ein Schlachtfeld. Es kann also niemals um den Sieg eines Wertes gegen einen anderen gehen, sondern es geht um ein dynamisches Gleichgewicht; siehe auch Jesu Antwort auf einen solchen Werte-Konflikt in Mt 22:15-22.
Zur Vertiefung des Verständnisses vom Wertekonflikt und vom Gleichgewicht der Werte und auch überhaupt empfehle ich dringend eines der besten Bücher, die ich diesbezüglich jemals gelesen habe: „Der Klang“ (von Martin Schleske, einem der besten Geigenbauer der Neuzeit)

Sonntag, 24. August 2014

Die christliche Haustafel (Epheser 5:21-33)

Text

21 Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi. 22 Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. 23 Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, die er als seinen Leib erlöst hat. 24 Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen. 25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben, 26 um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er 27 sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei. 28 So sollen auch die Männer ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. 29 Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst; sondern er nährt und pflegt es wie auch Christus die Gemeinde. 30 Denn wir sind Glieder seines Leibes. 31 »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden "ein" Fleisch sein« (1.Mose 2,24). 32 Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde. 33 Darum auch ihr: ein jeder habe lieb seine Frau wie sich selbst; die Frau aber ehre den Mann.


Auslegung

Zuammenfassung

Dieser oft missverstandene Text redet vom schönsten und höchsten Glück, das uns auf Erden zuteil werden kann: Einer Ehe in der beide Ehepartner einander so sehr lieben, dass sie stets das Beste füreinander suchen. Die gegenseitige Unterordnung ist dabei der Schlüssel zum Verständnis der unterschiedlichen Rollen: Der Mann als liebender Träger von Verantwortung; die Frau als Inbild der hingebungsvollen Liebe. In diesser liebenden Einheit werden die Eheleute zu einem lebendigen Bildnis für die Liebe Christi zu Seiner Kirche und damit zu einem Stück erlebbaren Evangeliums.


Struktur

21 Christliche Eheleute ordnen sich einander unter und dienen einander in Liebe.

22-24 Christliche Ehefrauen folgen ihren sie liebenden Ehemännern in allem.

25-27 Christliche Ehemänner lieben ihre Frauen so aufopferungsvoll, wie Christus seine Kirche.

28-31 Das Ziel christlicher Ehe ist die vollkommene Einheit der Eheleute in Liebe.

32-33 Denn die Ehe ist nichts weniger als ein Bildnis für die Liebe Christi zu uns.


Inhalt

21 Die "Christliche Haustafel" beschreibt das Zusammenleben von Mann und Frau in der christlichen Ehe. Vers 21 ist dabei der Schlüsselvers zum Verständnis der an die Frau (Verse 22-24) und an den Mann (Verse 25-28a) gerichteten Aufforderungen. Dieser Eingangsvers besagt, dass -unabhängig von den Aufforderungen, die nur für die Frau oder nur für den Mann gelten- sich beide Ehepartner einander unterordnen sollen.

Unterordnung ist dabei nicht im weltlichen Sinne zu verstehen, als ob es hier um ein Machtgefüge ginge, lehrt uns doch Christus selbst in Lukas 22,25-26: "Die Könige herrschen über ihre Völker, und ihre Machthaber lassen sich Wohltäter nennen. Ihr aber nicht so! Sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener."

In Christi Reich geht es um die Liebe. Und in der Liebe dient jeder von Herzen gerne dem anderen, anstatt über ihn herrschen zu wollen. Insofern ist der Eingangsvers 21 so zu verstehen, dass, wer Christus 'fürchtet', d.h. Ihn als Seinen Heiland und Herrn angenommen hat und ihm somit in allen Dingen folgt, auch willig und bereit ist, von Herzen gerne das größte Gebot zu halten, nämlich: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« " (Matthäus 22,37-39).

22-24 Nachdem Paulus klargestellt hat, dass es um die gegenseitige Unterordnung in Liebe geht und nicht um eine Machtstruktur, wendet er sich an die Ehefrauen. Ihnen legt er ans Herz, sich den Männern unterzuordnen, die als 'Haupt' der Familie vor Gott die Verantwortung für die Familie zu tragen haben.

Haupt zu sein bedeutet dabei vielmehr eine Funktion, als es eine Position ist. Haupt zu sein, bedeutet (immer in Liebe und immer mit einem dienenden Motiv im Herzen) Verantwortung zu übernehmen für das Wohl der Familie. Sei es finanziell, körperlich, seelisch oder geistig. Dazu hat Gott dem Mann seine Stärke gegeben, dass er damit die Familie schützen und bewahren und ihr dienen soll. Und in dieser Rolle ist die Frau aufgerufen, sich der liebenden Führung ihres Mannes anzuvertrauen.

Paulus gebraucht an dieser Stelle zum ersten Mal das Bild der Beziehung zwischen Christus und Seiner Kirche: So wie Christus, der uns durch Sein Leiden und Sterben mit Seinem Blut erlöst hat, uns liebt und uns in allem dient und zu jeder Zeit unser Bestes sucht, ja sich selbst mit uns eins gemacht hat und uns mit dieser liebenden Gesinnung leitet, so soll leitet auch der Mann durch Sein Mühen und Wirken - mit der Liebe zu seiner Familie im Herzen - die Familie. Und so wie die Kirche ihrem (sie liebenden) Christus folgt, so soll auch die Ehefrau ihrem (sie liebenden) Ehemann in allen Dingen folgen.

25-27 Um jedes Missverständnis der eben beschriebenen Unterordnung zu vermeiden, richtet sich Paulus nun an die Ehemänner und fordert sie auf, solche Ehemänner zu sein, der sich die Ehefrauen von Herzen gerne unterordnen: in dem sie ihre Frauen von ganzem Herzen lieben. Dabei verwendet Paulus auch hier die Liebe Christi als das große Vorbild, an dem sich alle Liebe misst: "Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz" (Philipper 2,6-8).

Das Ziel Christi war und ist dabei die Heiligung und Reinigung seiner Kirche, ja ihre Schönheit, denn es ist Sein Bestreben, dass er "sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei" (Eph 5,27). In dieser Weise, stets nur das Schöne und Gute für ihre Frauen suchend, sollen die Männer ihre Frauen lieben:

28-31 Nun, da er den Ehefrauen und Ehemännern ans Herz gelegt hat, wie ihre Ehe (allezeit in Liebe) gelingen kann, deutet er das Geheimnis Christi zum ersten Male an: Es geht um eine vollkommene Einheit in Liebe.

Wenn also Paulus die Ehemänner auffordert, ihre Ehefrauen zu lieben, wie ihren eigenen Körper, so bedeutet das nichts anderes, als dass sie sie hüten sollen, wie ihren Augapfel. Ja, dass sie ihre Ehefrauen - in körperlicher, wie in seelischer Sicht - ebenso viel Gutes tun sollen, wie sie es (ohne, dass sie jemand dazu auffordern müsste) sich selbst Gutes tun. Mit der gleichen Hingabe sorgt nämlich auch Christus für Seine Kirche.

32 Und diese vollkommene Einheit - in Liebe und gegenseitiger Unterordnung, in der Übernahme von Verantwortung und Sorge für die Familie seitens des Mannes und in der hingebungsvollen Liebe und Kooperation der Frau - liegt der Schlüssel zum Verständnis für jede Ehe, der Schlüssel zum Gelingen jeder Ehe und vor allem der Schlüssel zum Verständnis der Ehe: sie soll nicht mehr und nicht weniger sein, als ein Abbild. Ein Abbild der Liebe Christi für Seine Kirche - und ein Abbild der Liebe der Christen zu ihrem Heiland.

So fasst es Paulus dann noch einmal zusammen: Jeder Mann liebe seine Frau wie sich selbst und jede Frau ehre ihren Mann durch ihre hingebungsvolle Zuwendung.

Donnerstag, 8. März 2012

Psalm 19 - Gottes Herrlichkeit in Seiner Schöpfung und in Seinem Gesetz

Text
 
1 "Ein Psalm Davids, vorzusingen." 2 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. 3 Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern, 4 ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme. 5 Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der Welt. Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; / 6 sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, zu laufen ihre Bahn.7 Sie geht auf an einem Ende des Himmels / und läuft um bis wieder an sein Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen. 8 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele. Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Unverständigen weise. 9 Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. 10 Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des HERRN sind Wahrheit, allesamt gerecht. 11 Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim. 12 Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen; und wer sie hält, der hat großen Lohn. 13 Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden! 14 Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, dass sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Tadel sein und rein bleiben von großer Missetat. 15 Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes / und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser.


Kommentar
 
1 Dieses Lied Davids besingt (wie Ps 8:4-5, Ps 65 und Ps 104) die Ehre Gottes, die in Seiner Schöpfung (vgl. Rö 1:19-20) sowie in Seinem Wort sichtbar wird.

2-7 Der Blick an den Himmel offenbart die Wunder der Schöpfung (vgl. Gen 1:14-19) und diese die Herrlichkeit und Ehre Gottes (vgl. Rö 1:19-20): Gottes Schöpfung spricht täglich zu uns, vom Anbeginn der Welt bis an das Ende der Zeit, ganz ohne Worte, durch ihre Schönheit und Vollkommenheit, zu unseren Herzen. Dieser Kommunikation sind keine räumlichen Grenzen gesetzt: sie ist in jedem Winkel dieser Welt und dieses Universums zu empfangen, so wie die Sonne alle Orte unseres Planeten erhellt und dabei keinen Flecken auslässt. Die phänomenologische Beschreibung des Sonnenlaufes ist dabei genau so zulässig, wie die Angabe von 'Sonnenaufgang' & 'Sonnenuntergang' in der Tagespresse.

8-12 Der Blick in Gottes Wort offenbart das Herz Gottes. Wie sein Wort (vgl. Joh 1:1-18 und 1Jo 1:1-5) so ist auch Er vollkommen und erquickt unsere Seele (vgl. Mt 11:28). Er ist verlässlich (1 Thess 5.24 und 2 Thess 3:3) und schenkt uns in Christus (vgl. 1Kor 1:30) gerne Weisheit (vgl. Jak 1:5). Er ist gerade und aufrichtig und es ist keine Ungerechtigkeit in Ihm (Joh 7:18 und 1Jo 1:5). Seine Gebote sind voller Wahrheit (Joh 17:17), absolut gerecht und rein, d.i. ohne Verschmutzung oder Befleckung durch eine Sünde, wie z.B. des Eigennutzes. Und sie sind, wenn man liebt, auch nicht schwer (Mt. 11:30 und 1Jo 5:3) sondern sie tun, was Gott unser Vater will: sie bringen seinen Kindern Freude (Joh 17:13) und Erkenntnis. Darum sind sie wertvoller als alles Gold Welt und erfreuen das Herz mehr als die süßesten Speisen. Sie erinnern unser Gewissen an das Wahre, das Gute und das Schöne und stellen uns, wenn wir sie halten, eine große Belohnung in Aussicht. Solche, in Gottes Wort und der Erkenntnis Seines Wesens gegründete Gottesfurcht ist ebenfalls rein und sie wird alle Ewigkeit überdauern.

13-14 Der Anblick von Gottes Heiligkeit, die sich in Seiner Schöpfung und in Seinem Wort offenbart, treibt David in die Erkenntnis seiner Sündhaftigkeit und in die Umkehr: David weiß, wie viele seiner Sünden er nicht einmal bemerkt, oder moderner: er ist sich darüber bewusst, dass sein ganzes Wesen von der Sünde durchzogen ist (vgl. Rö 7:18) und bittet Gott um Vergebung (vgl. Mt 6:12). Auch bittet David um Bewahrung vor den Bösen (vgl. Mt. 6:13), konkret: vor der Herrschaft der Arroganten; Er möchte durch die Herrschaft der Stolzen nicht grober Sünden schuldig werden (z.B. in dem ihm diese befohlen werden), denn er möchte vor Gott ohne bewussten Tadel sein.

15 Zum Abschluss des Liedes bittet David Gott darum, sein Gebet zu erhören, welches er aus dem Herzen und im Bewusstsein der Gegenwart Gottes spricht. Des Gottes, der Davids Schutzort ist und der ihn aus aller Not erlöst & rettet.