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Sonntag, 26. Juli 2020

"Wie wir Gott begegnen können - Teil 1: In Seinem Wort" (Apostelgeschichte 2,42)

[Predigt als MP3] 


Einleitung

Guten Morgen, ihr Lieben! Ich möchte heute mal mit einer Frage einsteigen: Was wissen wir überhaupt über Gott? Wir können Ihn nicht sehen. Wir können Ihn nicht hören. Wir können Ihn nicht riechen. Wir können Ihn nicht schmecken. Wir können Ihn nicht fühlen. Und selbst wenn wir es könnten: Woher wollten wir wissen, dass es Gott ist und keine Illusion - oder jemand anderes?

Damit wir wissen können, wer Er ist - hat Er uns Sein Wort gegeben - Sein Buch. Das ist jetzt natürlich schwierig, weil: Bücher gibt es viele. Und über manche andere wird auch behauptet, sie seien Gottes Wort.

Darum hat Gott Sein Wort an uns beglaubigt: und zwar in dem Er uns Menschen persönlich besucht hat - durch viele Wunder bewiesen hat, dass Er tatsächlich Gott ist – und dann (als klar war, dass Er Gott ist und immer die Wahrheit spricht) bekräftigt hat, dass dieses Wort, was wir heute in den Händen halten, Gottes Wort ist.

Kurzer Ausflug für die Wissenschaftler unter uns: es gibt 2 Sorten von Wissenschaften: Wissenschaften, die sich mit der Gegenwart befassen: hier werden Theorien im Experiment bewiesen oder widerlegt - und es gibt historische Wissenschaften: hier dienen historische Fakten der Beweisführung. Wie die Paläontologie, zählen auch die Geschichtswissenschaften, Teile der Sprachwissenschaften und Teile der Literaturwissenschaft, sowie die Archäologie zu den historischen Wissenschaften. Auch die historischen Wissenschaften arbeiten also mit Fakten – und diese Fakten kann man – wie z.B. alte Handschriften, Pergamente und Papyri – anfassen und analysieren und datieren, etc.

Die Zeit würde nicht reichen, hier über die Glaubwürdigkeit der Heiligen Schrift zu sprechen.

Für heute nur einmal so viel:  Nach 40jähriger Forschungsarbeit stellte Prof. Kurt Aland vom Institut für neutestamentliche Textforschung an der Universität Münster zur Überlieferung des Neuen Testaments fest: "Der Text des Neuen Testaments ist hervorragend überliefert, besser als der jeder anderen Schrift der Antike; die Aussicht, dass sich Handschriften finden, die seinen Text grundlegend verändern, ist gleich Null."  Prof. Kurt Aland war übrigens einer der Mitherausgeber des griechischen Grundtextes, auf dem unsere modernen deutschen Bibelübersetzungen basieren. 

Buchempfehlung: Kurt Aland, Das Neue Testament zuverlässig überliefert. Die Geschichte des neutestamentlichen Textes und die Ergebnisse der modernen Textforschung, Reihe: Wissenswertes zur Bibel, Teil 4, Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart, 1986, S.28. ASIN der Ausgabe von 1993: B0052U73C6

Doch warum ist das so wichtig, dass die Bibel wirklich Gottes Wort ist? Weil Jesus selbst gesagt hat, dass wir Ihn in diesem Buch finden können, Ihm begegnen können. „Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind's, die von mir zeugen“ (Joh 5,39) Gottes Wort legt also Zeugnis ab von Jesus – und, wie wir noch sehen werden – es spricht zu uns – aber davon später.

Darum soll es heute gehen: Gott zu begegnen - In Seinem Wort 

Doch der Reihe nach.


Inhalt 

  • Unser Text - Apostelgeschichte 2,42
    • Zu Beginn möchte ich mit Euch den Text lesen
    • Und auch kurz zusammenfassen, was da passiert ist

  • Gott begegnen – Warum?
    • Zu erst einmal möchte ich mal ganz frech fragen: Warum überhaupt Gott begegnen? Wir werden sehen: es gibt die besten Gründe!

  • Gott begegnen – aber wie?
    • Und nachdem klar geworden ist, warum es so wichtig ist, Gott zu begegnen, möchte ich mit Euch der Frage auf den Grund gehen, wie das denn gehen soll, Gott zu begegnen? Wie wir sehen werden, gibt es mehrere wirklich wesentliche Wege, wie das geschehen kann.

  • Gott begegnen – in Seinem Wort
    • Und last, but not least, möchte ich Euch heute mit in eine dieser Möglichkeiten Gott zu begegnen mit hineinnehmen – eben: wie wir Ihm in Seinem Wort begegnen können.

  • Balsam für Dein Herz
    • Zum Schluss möchte ich Euch eine Verheißung Gottes mitgeben – und Euch eine ganz konkrete Frage stellen.


Unser Text


Lasst uns zu Anfang mal den Text gemeinsam lesen. In Apostelgeschichte 2,42 lesen wir: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Eine moderne Übertragung der Bibel in heutiges Deutsch ist mir da fast noch lieber gewesen – dort heißt es: „Sie alle widmeten sich eifrig dem, was für sie als Gemeinde wichtig war: Sie ließen sich von den Aposteln unterweisen, sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen, sie feierten das Abendmahl, und sie beteten gemeinsam.“ (Die Gute Nachricht)

Sie alle widmeten sich also eifrig dem, was für sie als Gemeinde wichtig war. Sich von den Aposteln in Gottes Wort unterweisen zu lassen, war also für die erste Gemeinde wichtig. Und ich bin der tiefsten Überzeugung, es ist auch für uns wichtig – vielleicht sogar wichtiger, als wir uns vorstellen können!

Gott begegnen? Warum?


Schon eine ganz schön freche Frage: „Gott begegnen. Schön und gut – aber warum?“ Ich glaube es ist nicht nur eine freche Frage, es ist auch eine ganz schön doofe Frage. Fast so doof, wie zu fragen: „Warum sollte ich Zeit mit meiner Frau verbringen?“ Na, weil es einfach das beste ist, was Dir überhaupt passieren kann! 

Lass mich erklären, warum ich das sage – und es mit Gottes Wort begründen:

  • In Psalm 15 betet der Psalmist: „Bewahre mich, Gott, denn bei dir finde ich Zuflucht! Ich sage zum HERRN: »Du bist mein Herr. Nur bei dir finde ich mein ganzes Glück!“ (Ps 15:2) Suchst Du Schutz vor den Ängsten Deiner Seele; vor den Gefahren in der Welt? Begegne Gott! ER ist Deine Zuflucht! Suchst Du wahre Freude, statt der unstillbaren Sucht nach immer noch mehr Befriedigung in der Welt? Begegne Gott! ER ist Dein Glück!

  • In 2. Korinther 3,18 lesen wir: „Und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Ja, wir alle sehen mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn. Wir sehen sie wie in einem Spiegel, und indem wir das Ebenbild des Herrn anschauen, wird unser ganzes Wesen so umgestaltet, dass wir ihm immer ähnlicher werden und immer mehr Anteil an seiner Herrlichkeit bekommen. Diese Umgestaltung ist das Werk des Herrn; sie ist das Werk seines Geistes.“ (2Kor 3,18) Willst Du frei werden von Bindungen und Süchten? Dann brauchst Du nicht herum zu krampfen: Es ist Sein Werk! Begegne Gott! ER gestaltet Dich um! Willst Du Jesus immer ähnlicher werden? Dann brauchst Du Ihm keine großen Leistung bringen: Es ist Sein Werk! Begegne Gott! ER gestaltet Dich um! Willst Du frei werden von Schuld und Scham? Dann brauchst Du Dich nicht länger zu verstecken! Er gibt Dir Anteil an Seiner Herrlichkeit! Es ist Sein Werk! Begegne Gott! ER gestaltet Dich um! Bei uns kommt zu dieser natürlichen Motivation noch hinzu: Unsere Vision als Gemeinde: Wir wollen Gott begegnen - um bewegt zu werden - und um letztlich Leben zu teilen.

Gott begegnen – aber Wie?


Ich habe kürzlich mit Joi darüber gesprochen: Wie machen wir das? Wie begegnen wir Gott?

Lukas, der Arzt, schreibt dazu in der Apostelgeschichte den Vers, den wir eingangs gelesen haben: „Sie alle widmeten sich eifrig dem, was für sie als Gemeinde wichtig war. Sie ließen sich von den Aposteln unterweisen, sie hielten in gegenseitiger Liebe zusammen, sie feierten das Mahl des Herrn, und sie beteten gemeinsam“_ (Apg 2,42)

Schon in meiner letzten Predigt (mit der Überschrift „Wie werde ich ein guter Christ?“) hatten wir gesehen: mindestens diese 4 Sachen braucht es, um in Jesus zu bleiben.  Wir hatten gesagt: 
  • Bleibe beim Lesen und Hören von dem, was Jesus sagt
  • Bleibe ganz praktisch in der Liebe – in der Gemeinschaft mit Deinen Geschwistern
  • Bleibe im Abendmahl – Jesus freut sich auf Dich!
  • Bleibe im Gebet – und lass‘ Dich begeistern vom Anblick Seiner Herrlichkeit 

Und genau das sind auch die 4 Dinge, die in der Apostelgeschichte stehen: Weil es genau die Dinge sind, die es braucht, um in Jesus zu bleiben – darum sind es auch genau die Dinge, die für die Gemeinde wichtig sind – die Dinge, die für Dich ganz persönlich wichtig sind!
  • Gottes Wort
  • Die Gemeinschaft mit Deinen Geschwistern
  • Das Abendmahl und 
  • Das Gebet
Wenn ich in diesen Dingen bleibe, dann bleibe ich in Jesus. Wenn ich aber in Jesus bin – was bedeutet das anderes, als dass ich ich Gott im tiefsten Herzen meiner Seele begegne? Über diese 4 Aspekte möchte ich in der nächsten Zeit predigen: über „das, was für sie als Gemeinde wichtig war“; darüber, wie wir Gott begegnen: in seinem Wort, in der Liebe, im Abendmahl und im Gebet. 

Heute möchte ich anfangen mit Gottes Wort. Ich glaube, dass es mindestens 3 wesentliche Weisen gibt, wie ich Gott begegnen kann in Seinem Wort. Die möchte ich mir gemeinsam mit Euch anschauen.


Gott Begegnen – In Seinem Wort


Wir begegnen Gott also in Seinem Wort. Aber wie geht das? Gott in seinem Wort begegnen?

Erst einmal ist es nichts, was wir machen können. Gott ist souverän und er offenbart sich uns nicht auf Knopfdruck, nach Seinem vollkommenen Willen. Und doch schenkt Er uns mindestens 3 Möglichkeiten, Ihm in seinem Wort zu begegnen – und die möchte ich Euch heute ans Herz legen

  1. Wir können ganz einfach Sein Wort lesen. Die erste, sehr einfache – und überall  verfügbare Möglichkeit ist – ich kann die Bibel (z.B. in der morgendlichen Stille / Andacht – aber auch zu jeder anderen Tages- und Nachtzeit) lesen. Wichtig dabei ist, dass ich sie nicht lese, wie das Kleingedruckte auf der Rückseite einer Shampoo-Flasche (nämlich – falls überhaupt – mit der geringstmöglichen Aufmerksamkeit). Wichtig dabei ist, dass ich mir bewusst mache, was ich da lese: Das lebendige Wort des Allmächtigen Gottes der selbst die absolute Wahrheit ist. Wichtig dabei ist, dass ich mir bewusst mache, dass Gott mir in Seinem Wort begegnen will. Jeder, der das schon mal erlebt hat, weiß: Gott wirkt durch den Heiligen Geist wundersamer Weise mit dem gelesenen (oder auch gelehrten und gepredigten) Wort in unserem Herzen zusammen. Er wirkt dort „rhema“ (vs. „logos“) – Er macht Sein Wort lebendig – Er spricht direkt zu mir ins Herz – und so begegne ich Gott in Seinem Wort. Das kann auch passieren, wenn ihr einem Menschen aus der Bibel vorlest. Gottes Geist hat eine Unfassbare Kraft. Gott kann ich also begegnen beim Lesen seines Wortes! Er spricht darin und berührt mein Herz!

  2. Wir können Predigten anhören. Um Sein Wort auszusäen, hat Gott uns Prediger gegeben, die Sein Wort predigen; es uns in der Predigt auslegen uns das Evangelium sagen. Auch hier wirkt Gottes Geist mit Wort zusammen: aus dem Wort » kommt die Predigt  || und aus der Predigt, in der der heilige Geist wirkt » kommt der Glaube an Jesus. Auch hier ist es wichtig, dass ich nicht zähle, wie viele Gummibärchen lang die Predigt war oder überlege, was man alles kritisieren könnte oder gar meinen Blick durch die Reihen und dann meine Gedanken schweifen lasse, um zu sehen, was für Leute sich hier tummeln. Sondern zu erwarten, dass Gott hier zu mir reden will – zu mir persönlich! Habt ihr das auch schon einmal erlebt? Dass Euch Gottes Wort mitten in einer Predigt erschreckt, wie eine Hand auf Eurer Schulter im Dunklen – und Euch offenbart, dass Eure geheime Schuld nicht länger geheim ist? Dass Euch Gottes Wort mitten in einer Predigt trifft, wie ein Hammer? Euch herausfordert, umzukehren von Sünde? Oder dass es Euch ganz sanft trifft – mitten im Herzen? – Mit dem Trost  und der Hoffnung des Evangeliums? – Mit dem Wort von Gottes unendlicher Liebe zu Dir, die selbst am Kreuz nicht kehrt gemacht hat, um Dich zu retten? – Mit dem Wort von Gottes unfassbarem Geschenk – von dieser unbeschreiblichen Hoffnung, die für Dich aufbewahrt ist in den Himmeln? Gott kann ich also begegnen beim Hören seines Wortes! Er spricht darin und belebt mein Herz!

  3. Wir können uns von guten Lehrern unterrichten lassen. Um Sein Wort noch besser kennenzulernen und zu verstehen, hat Gott uns Lehrer gegeben, die Sein Wort auslegen; uns unterweisen – uns lehren. Das kann im Hauskreis geschehen – oder in einer Bibelstunde – oder sogar in der Bibelschule. Das blöde ist nur: gute biblische Lehrer sind nicht jederzeit für mich persönlich verfügbar – die treffen sich ja nicht alle regelmäßig morgens bei mir zu Hause zum Kaffee. Darum gibt es zusätzlich zur gesprochenen Lehre auch noch die geschriebene Lehre: Auslegungen, Kommentare, Bibellexika und Konkordanzen. Gott sei Dank sind wir nicht alle gleich – daher gibt es auch wirklich gute Bildbände oder thematische Bücher. Und wem das immer noch zu trocken ist: es gibt auch wirklich gute Hörbücher und auch Videos. Meine Empfehlung – falls ihr Englisch könnt: Ligonier.org – eine absolute Fundgrube! Auch für die Bibel auf dem iPhone gibt es Apps mit hunderten von Tonnen von Material! Extrem praktisch. Mir ist es so gegangen beim Lesen von Augustinus auf dem iPhone in der Mittagspause: ich wurde und tief berührt von Seiner Auslegung der Schöpfung – und zu Tränen gerührt von Seiner tiefen, tiefen Liebe zu Gott! Gott kann ich also begegnen beim Studieren seines Wortes! Indem ich mich unterrichten lasse! Gott selbst spricht darin und lehrt mein Herz!

Balsam für Dein Herz


Natürlich ist nicht jeder Zugang jedermanns Sache und die Versuchung ist leicht da, einen der Wege zu vernachlässigen. Darum erlaubt mir, Euch daran zu erinnern, dass Gott uns eine große Verheißung gegeben hat: 

„Ihr werdet mich suchen und finden;
denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet,
so will ich mich von euch finden lassen,
spricht der HERR,
und will eure Gefangenschaft wenden.“

(Jer 29:12-14)


Lass mich das Wesentliche noch einmal für Dich wiederholen:

  • Gott zu begegnen ist Dein Glück: Bei Ihm findest Du Zuflucht und Schutz. Bei ihm wirst Du los von Bindungen und Süchten. Er schenkt Dir Freiheit. Bei ihm wirst Du frei von Leistungsdruck und Krampf. Er gestaltet Dich um in sein Bild. Bei ihm wirst Du frei von Schuld und Scham. Er schenkt Dir Anteil an seiner Herrlichkeit. Er bewegt Dich und macht Dich fähig, Leben zu teilen

  • Du kannst Gott begegnen 
    • im Lesen seines Wortes: Sein Geist macht Sein Wort in Dir lebendig. 
    • im Hören einer Predigt: im Evangelium. Er macht Dich lebendig; spricht zu Dir! 
    • im Studieren seines Wortes: Er selbst lehrt Dein Herz durch Seinen Geist.

Du kannst also Gott — und mit Ihm Schutz und Vergebung, Freiheit und Glück, Leben und Weisheit — finden in Seinem Wort; wenn Du ihn wirklich von ganzem Herzen dort suchst: im Lesen, im Hören und im Studieren. So hieß es auch in einer der vorangegangenen Jahreslosungen: „Dir nahe zu sein ist mein ganzes Glück“ (Ps 73,28)

Deshalb möchte ich Dir jetzt zum Abschluss eine einzige Frage stellen:
  • „Was willst Du heute ändern, um Gott im Wort und in der Tiefe zu begegnen?“
Und ich möchte Dir zusagen, was Jesus uns zugesagt hat: 

„Darum sage ich euch: [...]
sucht, und ihr werdet finden; [...]
Denn jeder, der [...] sucht, findet [...].“

(Lk 11:9+10)

Mittwoch, 1. Mai 2013

Was tun, wenn uns der Zweifel überfällt...

Grundproblematik
 
Wenn auch nicht täglich, so haben wir doch alle immer wieder einmal mit Zweifeln zu kämpfen, der "Krankheit des Glaubens". Dabei hat der Zweifel in der Regel immer den gleichen Grundinhalt: 

Bezweifelt wird zumeist:
    Die Existenz Gottes (Atheismus, Nihilismus)
      • "Gott ist tot!" (Nietzsche)
      • "Wo ist nun Dein Gott?" (Ps 42:4) 
    Dieser Zweifel fragt sich angesichts des Leidens in der Welt und des eigenen Leidens, ob es überhaupt einen Gott gibt. Dass also das Leiden der Welt und das eigene Leid offensichtlich fortbestehen, gibt Anlass zur Frage, wo denn nun bitteschön Gott in all diesem Leid sei und ob aus dem Nichterkennbarkeit Seines Eingreifens nicht auch das Nichtvorhandensein seiner Existenz gefolgert werden müsse.
    Dieser Zweifel fragt also nach der Existenz und der Möglichkeit der Erkenntnis Gottes.
    Der gute Charakter Gottes (Theodizeefrage)
      • und Seiner Gebote: "Ja, sollte Gott [wirklich] gesagt haben?" (1Mo 3:1) und zwar
      • angesichts persönlichen Leidens und Not: "Als es mir wehe tat im Herzen..." (Ps 73:21f) 
    Dieser Zweifel setzt die Existenz Gottes zwar prinzipiell voraus, fragt sich jedoch angesichts des entweder einschränkenden oder fordernden Charakters von Gottes Geboten, ob Gott dem Menschen etwas vorenthalten wolle, oder ob er wirklich gute Absichten mit diesen Geboten verfolge. Auch die Frage nach dem Leiden der Welt und nach dem eigenen Leid wird hier nicht mit der Frage nach der Existenz Gottes beantwortet, sondern mit der Frage nach Seiner Gutheit.
    Diesem Zweifel geht es um die Frage nach der Ethik und charakterlichen Integrität Gottes.
    Die Glaubwürdigkeit Seines Wortes (Bibelkritik)
    Dieser Zweifel zielt auf die Verlässlichkeit der Schrift und des darin vermittelten biblischen Gottesbildes, in dem er danach fragt, ob die Schrift wirklich von Gott eingegeben sei, ob sie korrekt überliefert oder von Menschen verfälscht oder sonstwie in ihrer Glaubwürdigkeit beschädigt worden sei.
    Es geht diesem Zweifel also um die Frage der Authentizität und der Qualität der Schrift.

    Antwortmöglichkeiten

    Auf jede dieser Formen des Zweifels können eine Vielzahl theoretischer Antworten gegeben werden, die dann nach Belieben analysiert, angegriffen, verteidigt und sonstwie diskutiert werden können, wie z.B. ...
    Existenz Gottes
    ...die Beantwortung der Frage nach der Existenz und der Möglichkeit der Erkenntnis Gottes mittels eines sogenannten 'Gottesbeweises' (z.B. dem ontologischen Beweis nach Anselm von Canterbury, dem kosmologischen Beweis nach Thomas von Aquin oder als moralische Notwendigkeit nach Immanuel Kant; letzterer übrigens ohne Möglichkeit der Erkenntnis des Transzendenten aus dem Immanenten heraus).
    Charakter Gottes
    ...die Beantwortung der Frage nach der Ethik und charakterlichen Integrität Gottes mittels des Argumentes nach Gottes Funktion im Gericht (Rö 3:6), bzw. in direkter Ableitung aus expliziten Aussagen der Schrift (Ps 33:5, 1Jo 1:5, u.v.a.m).
    Glaubwürdigkeit der Schrift
    ...die Beantwortung der Frage nach der Authentizität und der Qualität der Schrift aus literaturhistorischer Sicht, aus Sicht der Prophetie oder aus Sicht der Archäologie.

    Diese Vielzahl theoretischer Antworten mag zwar zu interessanten und abendfüllenden Gesprächen führen, doch dem Zweifelnden sind diese kein Trost. Dem persönlich Betroffenen stellt sich ja vielmehr die Frage: "Wie gehe ich mit dem Zweifel um?" Oder besser: "Wie werde ich den Zweifel los?" Die Antwort auf diese Fragen sind also mehr auf der Handlungsebene angesiedelt, als auf der intellektuellen Ebene, ohne jedoch die intellektuelle Ebene auszugrenzen. Daher möchte ich im folgenden von meinem ganz persönlichen Umgang mit dem Zweifel berichten - in der Hoffnung, dass es dem einen, oder anderen eine Hilfe sein mag.


    Theorie für die Praxis

    Zu Beginn ist mir dabei wichtig festzustellen, dass die oben genannten Antwortmöglichkeiten eine innere 'Reihenfolge' oder 'Ordnung' haben, denn: Sind die Authentizität und Qualität der Heiligen Schrift erst einmal geklärt, dann klären sich mit ihnen auch die Fragen nach der Existenz, sowie nach der ethischen Integrität des Charakters Gottes, denn zu diesen Fragen bezieht die Heilige Schrift klar Stellung.

    Mir waren dabei in der Praxis folgende Überlegungen eine Hilfe:
    Argumente für die Glaubwürdigkeit der Schrift
    Neben den in früheren Artikeln gegebenen Argumenten für die Glaubwürdigkeit der Schrift aus literaturhistorischer Sicht, aus Sicht der Prophetie oder aus Sicht der Archäologie war es mir immer ein Trost, zu wissen, dass fast alle Apostel und einige Kirchenväter als Märtyrer ihr Leben für ihren Glauben an die Wahrheit des Evangeliums ließen.
    Ich fragte mich: "Wer würde angesichts des Todes an einer Lüge festhalten?" Die regelmäßig danach auftauchende Frage nach der moralischen Integrität der Apostel ist aus der Schrift sehr einfach zu beantworten: Jeder, der die biblischen Zeugnisse aufmerksam liest, kann nicht umhin, die Aufrichtigkeit, ja teilweise Einfalt der Berichte zu bemerken. Wenn also der Apostel Johannes schreibt:
    "Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens - und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist -,was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei." (1Jo 1:1-4)
    dann kann ich ihm gerade aufgrund seiner Einfalt glauben schenken, dass was er da berichtet tatsächlich sein ganz persönlicher Augenzeugenbericht ist. Darauf folgende, etwaig noch rührige Zweifel an der korrekten Überlieferung der Schrift wurden mit den Jahren und mit fortschreitendem Studium der Schrift (Joh 5:39, Apg 17:11) und der Literaturhistorie ebenfalls immer seltener. Vielmehr kann ich nach über 25 Jahren Prüfung bestätigen: "Alle Schrift [ist] von Gott eingegeben" (2Tim 3:16).
    Existenz und Erkenntnis Gottes
    In der Praxis bewährt hat sich für mich der kosmologischen Beweis des Thomas von Aquin, genauer: der Kausalitätsbeweis in folgender Abwandlung: "Das Universum existiert seit dem Urknall. Mit dem Urknall entstanden Zeit und Raum. Als Auslöser für die unvorstellbaren Energien des Urknalls kommt nur eine Ursache in Frage, die 'allmächtig', 'überzeitlich' und 'überräumlich' ist: Gott."
    Damit ist für mich nicht nur die Frage nach der Existenz Gottes beantwortet, sondern mit Römer 1:20 auch die Frage nach Erkenntnis Gottes: "Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt..."
    Charakter Gottes
    An dieser Stelle, das sei hier eingestanden, kämpfe ich am stärksten, härtesten und schon am längsten. Allein aus diesem Grunde habe ich vor etlicher Zeit eine systematische Theologie basierend auf der Analyse der Psalmen und des Matthäus-Evangeliums begonnen, deren exegetische 'Nebenprodukte' regelmäßig in diesem Blog erscheinen.
    Doch trotz allem Studium kämpfe ich noch immer mit der Spannung die sich aus dem Leid in meinem Leben und dem Leben meiner Nächsten, dem scheinbaren und teilweise realen Schweigen Gottes und Seinem in der Schrift offenbarten Charakter ergibt.
    Die Gedanken, die mich in solchen Spannungen bis zu einem gewissen Punkt getragen haben, sind diesen Versen entnommen: "Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR,sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." (Jes 55:8f). Und: "Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet." (Jer 29:11).
    Kurz: Ich armes, begrenztes und fehlerhaftes Menschlein kann in keinster Weise auch nur im Ansatz ermessen, was Er, der unendlich Weise und Allwissende plant. Mein Verstand ist zu klein um zu verstehen, was Gott mit all dem 'Durcheinander' in meinem Leben vorhat. Oder mit den Worten des Predigers Salomo: "Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende." (Pred 3:11)
    So bleibt mir oft nur, die Spannung des Leidens, des Glaubens und noch nicht Schauens, auszuhalten. Doch das gelingt im Hinblick auf die Frage nach dem guten Charakter Gottes oftmals nur noch durch das Studium der Psalmen und wenn es ganz hart auf hart kommt:
    Im Anblick meines Heilandes am Kreuz.
    Nur dort wird sichtbar, dass Gott gut sein muss: Er richtet die Sünde (Er ist also gerecht) und Er trägt meine Sünde (und beweist damit de facto, dass Er barmherzig ist). Manchmal früher, manchmal später kann ich -so aufs Kreuz blickend- dann mit Paulus ausrufen: "was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und [hat] sich selbst für mich dahingegeben." (Gal 2:20)
    In dieser Spannung, innerlich leidend und um Gottes Existenz und Seine Gutheit wissend, bleibt mir nichts anderes, als zu warten, dass Gott seine Verheißungen wahr macht, wie Er es im Propheten Habakuk bezeugt: "Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht trügen. Wenn sie sich auch hinzieht, so harre ihrer; sie wird gewiss kommen und nicht ausbleiben" (Hab 2:3).
    Beim diesem Warten helfen dann auch Paulus' Aussagen aus dem Römerbrief: "Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld. Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt. Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind. Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht. Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht (Psalm 44,23): »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.« Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn. " (Rö 8:24ff).

    Weiterführende Gedanken

    Mir ist bewußt, dass ich das Problem des Zweifels und des Leidens und die Antworten darauf nur im Groben anreißen konnte. Daher möchte ich an dieser Stelle noch drei Bücher empfehlen, von denen zwei mir bereits sehr gute Dienste geleistet haben und deren Drittes ich leider noch nicht kenne (jedoch den empfehlenswerten Autor):
    Ich möchte dieses Posting abschließen mit den Versen aus zwei Liedern, die mein Vater auf seiner Beerdigung singen ließ; eines davon war schon seit Jahren zuvor eines meiner liebsten Kirchenlieder: 
    So nimm denn meine Hände
    1. So nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich. Ich mag allein nicht gehen, nicht einen Schritt: wo du wirst gehn und stehen, da nimm mich mit.

    2. In dein Erbarmen hülle mein schwaches Herz und mach es gänzlich stille in Freud und Schmerz. Lass ruhn zu deinen Füßen dein armes Kind: es will die Augen schließen und glauben blind.

    3. Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht, du führst mich doch zum Ziele auch durch die Nacht: so nimm denn meine Hände und führe mich bis an mein selig Ende und ewiglich!
    Befiehl Du Deine Wege
    1. Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.
    2. Dem Herren musst du trauen, wenn dir's soll wohlergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen: es muss erbeten sein.
    3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt.

    4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Tun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst tun.

    [Predigt als MP3]



    Freitag, 22. März 2013

    Amazing "Groom, Texas"

    Kürzlich erhielt ich eine Email mit dem Titel: "Amazing "Groom, Texas". In der Email stellte mir ein Freund die Frage, was Menschen dazu antreibe so etwas zu gestalten, wie es auf der Site „Turn back to GOD“ zu sehen sei. Ob es der Glaube alleine sei?

    Hier meine Antwort: Es ist die Die Liebe zu Christus.

    Ob die Bilder nun – rein ästhetisch – schön sind oder nicht, ist eine andere Frage. Aber wer erkannt hat, dass er aufgrund seiner Gottlosigkeit und Gotteslästerung, als Renegat und Rebell des Höchsten, eigentlich die Höchststrafe verdient hätte – und dennoch von Gott geliebt wird – so sehr, dass Gott bereit war, Mensch zu werden, um für uns zu sterben(!), der weiß nichts anderes mehr, als diese Liebe von ganzem Herzen zu erwidern.

    Die Erkenntnis über unser das spirituell absolut verdorbene Wesen unserer Persönlichkeit, die immer und überall nach Autonomie und Rebellion statt Gottvertrauen, Selbstgerechtigkeit statt Gnade und Vergebung, Rechthaberei statt Liebe, Selbstgefälligkeit statt Demut trachtet, kann uns nur der Heilige Geist durch Offenbarung geben – in unserem Gewissen, welches beim Hören oder Lesen von Gottes Wort von der Wahrheit überführt wird, dass wir in der Tat nicht so sind, wie Gott uns haben wollte. Nicht so, wie Goethe es beschrieb: „edel, ... hilfreich und gut“.

    Die Rechthaberei, Lieblosigkeit, Selbstgerechtigkeit und Selbstgefälligkeit – kurz: unsere Egozentrik - sehen wir jeden Tag im Straßenverkehr, in den Nachrichten, im Miteinander mit unserer Familie und in der Arbeit. Und doch verschließen wir die Augen vor dem Faktum, dass mit der Welt – und damit mit uns – etwas ganz grob nicht in Ordnung ist.

    Doch warum verschließen wir trotz so viel offensichtlichem Fehlverhalten die Augen? Es liegt an der „...Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten“. Denn: „Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.“

    Und trotzdem heißt es: „so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Das ist Gnade. Denn so ist Gott: „...barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue“. Allein aus diesem Grunde sagt Er: „Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?“

    Die Frage ist nur: Wollen wir das? Wollen wir umkehren zu diesem Gott und damit zugeben, dass wir unsere bisherige Lebenszeit verschwendet haben, ohne Ihn zu ehren? Selbstzentriert, immer auf der Suche nach Selbstbefriedigung, Selbstdarstellung und Autonomie? Dass es wahr ist, was geschrieben steht, dass wir: "...obwohl [wir] von Gott wussten, ... ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt [haben], sondern ... dem Nichtigen verfallen [sind] in ... [unseren] Gedanken, und ... [unser] unverständiges Herz ... verfinstert [ist]"?

    Dass es doch so wäre!

    Ich wünsche jedem, der diese Zeilen liest, dass er oder sie sie aufmerksam liest, zweimal liest - und ehrlich mit sich ist. Warum? Weil ich jedem das wünsche, was uns am Ende des "dicken Buches" von Gott persönlich versprochen wird: 

    "Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst."

    Gott gebe, dass wir diesen Durst in uns verspüren.