Posts mit dem Label Atheisten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Atheisten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 5. April 2013

Hinter den Kulissen...

Ich bin zwar evangelisch und damit nicht so direkt und unmittelbar betroffen, wie manche meiner Mitchristen anderer Konfessionen aber es ist und bleibt wahr: Die Kirche hat sich im Hochmittelalter und in der Neuzeit nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Diese Schande spreche ich in meinem Blog auch ganz offen an – und zwar hier.

Andererseits* ist der Hinweis auf die Irrungen der Kirche das Lieblingsargument derjenigen Menschen, die sich vor dem Anspruch Gottes an ihr Leben drücken wollen:
„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Mi 6,8) 
„Jesus aber antwortete ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«.“ (Mt 22,37)
„Ich bin der HERR, dein Gott.“ (2Mo 20,2)
* also ganz davon abgesehen, dass wir unsere Bildung und sozialen Einrichtungen, wie Kinderheime, Altenheime, Hospize, Universitäten, Krankenhäuser, u.v.a.m., der christlichen Kultur und damit den Christen verdanken - und damit letztlich Gott und dem von Ihm gebotenen Fleiß in der Nächstenliebe ...
Natürlich ist es richtig, das belegen ja die Fakten der Geschichte, dass die Kirche sich versündigt hat. Das waren Menschen. Sündige Menschen. Menschen, wie Du und ich. Und das ist keine Entschuldigung. Doch es ist genau so richtig, dass Jesus nie gesündigt hat. Auch das belegen die Fakten der Geschichte:
„Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde.“ (Hebr 4,15) 
„...kann mir einer von euch auch nur eine einzige Sünde nachweisen? Wenn ich euch die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir dann nicht?“ (Joh 8,46) 
Und das man der Präzision der historischen Überlieferung des Neuen Testaments weitaus mehr Vertrauen schenken kann, als den Überlieferungen von Homer, Tacitus oder Herodot, das hatte ich in diesem Blog bereits erläutert.

Und genau das ist der Punkt: Die Menschen, die damals und heute danebengegriffen haben, haben das Buch nicht geschrieben. Sie sind auch nicht Jesus, von dem das Buch berichtet. Das Handeln Jesu aber war moralisch einwandfrei. Und seine Lehre ebenfalls. Denn: wer könnte auch nur ein einziges Detail von dem was Jesus lehrte benennen, das nicht in Ordnung wäre ?

Von Jesus heißt es, dass er das Ebenbild Gottes war, ja der Herr selbst in menschlicher Gestalt:
„Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater?“ (Joh 14,9) 
Das ist also nicht das Problem. Das Problem ist ein anderes:
„Ist nun aber unser Evangelium verdeckt, so ist's denen verdeckt, die verloren werden, den Ungläubigen, denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes. Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr ist, ...“ (2 Kor 4,3-5) 
„Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.“ (Röm 1,18) 
Wir sehen die Wahrheit nicht, weil wir sie nicht sehen wollen. Nicht, weil sie nicht in der Schöpfung, der Natur, unserem Gewissen oder vor allem in der Heiligen Schrift geoffenbart worden wäre. Wir sehen sie nicht, weil in uns etwas ist, das Gott hasst. Seine Gebote hasst. Seine Autorität hasst. Seine Souveränität. Und unsere Abhängigkeit von Ihm verleugnet. Weil wir nicht wahrhaben wollen, dass Er der Chef ist. Weil wir noch immer an die gleiche Lüge glauben wollen, die schon unseren Ur-Großeltern als Flause ins Hirn gesetzt wurde:
„...und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist...“ (1Mo 3,5)
So hätten wir es gerne: Wir sind Gott. Wir machen die Regeln. Wir bestimmen, was gut ist und was böse. Wir regieren. Und jeder regiert für sich allein in dem winzigen Königreich seines eigenen Lebens. Und wenn er auf einen anderen Mini-König trifft, der dummerweise oft anderer Ansicht darüber ist, was gut und was böse ist, dann gibt es Streit. Oder, wenn sich ganze Gruppen im Streit gegenüber stehen, Krieg. „Wunderbar!“

Genau darum ist unsere Welt so kaputt: Weil wir es nicht wahrhaben wollen, das unser egozentrischer Wunsch nach Selbst-Bestimmung, Autonomie und Egozentrik es ist, der die Welt und unser Leben zerstört. Im Gegenteil: dieser Wunsch ist unser höchstes Ziel. Die Endausbaustufe nennt man Diktator: Absolute Macht, Absolute Freiheit – und (wo gab es schon eine Ausnahme?) absolutes Verderben – für ihn selber und alle, die ihm folgen.

Und warum? Weil im Menschen etwas Falsches ist: und das ist genau dieser Wunsch nach Gottlosigkeit. Doch gottlob haben wir einen Gott, der so darüber denkt:
„Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk 23,34)
Und der uns nur aus diesem Grund das Angebot macht:
„Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr.“ (Jes 45,22)
Und das nur aus einem Grund:
„So sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben, ihr vom Hause Israel?“ (Hes 33,11)
Sein Angebot steht. Wir sind aufgerufen, unsere Gottlosigkeit bewusst zu den Akten zu legen: Wir sind aufgerufen, unseren Wunsch nach Alleinbestimmung in unserem Leben zurück zu legen in die Hände dessen, der uns erfunden hat. Und wir sind aufgerufen uns dem anzuvertrauen der uns liebt: So sehr, dass er bereit war, den Himmel zu verlassen, Mensch zu werden, uns ein Vorbild zu geben, zu lehren, zu heilen und letztlich die Strafe für unsere Schuld auf sich zu nehmen:
„Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ (Jer 31,3)
„Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.“ (Joh 15,13)
„Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater; und wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.“ (Joh 13,1)
Dieses Angebot gilt jedem von uns. Doch nur eine begrenzte Zeit. Gott wird nicht ewig auf uns warten. Wann genau es zu spät sein wird, weiß niemand. Nur, dass es überraschend sein wird. Und endgültig. Final. Dass es kein ‚zurück‘ mehr geben wird:
„...denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.“ (1Thess 5,2)
„Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ (Mt 24,36)
„Denn der Tag des HERRN ist nahe über alle Heiden. Wie du getan hast, soll dir wieder geschehen, und wie du verdient hast, so soll es auf deinen Kopf kommen.“ (Ob 15)
Und was haben wir verdient? Das bestimmen, wie überall wo ordentlich Gericht gehalten wird, 'Recht und Gesetz'. In unserem Falle: Gottes Recht und Gottes Gesetz. Denn: Es ist Sein Universum, Seine Welt und wir sind Seine Geschöpfe. Wir haben Ihm den Rücken gekehrt und wir haben gegen Seine Regierung rebelliert. Wir haben Ihn vom Thron unserer Herzen gestoßen und uns selbst zu Königen gekrönt.

Und für diese Rebellion verlangt das Gesetz Gottes zu Recht den „Tod“ (d.i.: lebenslange Haft im „Hochsicherheitstrakt“):
„Sie wissen, dass, die solches tun, nach Gottes Recht den Tod verdienen; aber sie tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.“ (Röm 1,32)
„Wenn dich aber deine Hand zum Abfall verführt, so haue sie ab! Es ist besser für dich, dass du verkrüppelt zum Leben eingehst, als dass du zwei Hände hast und fährst ... in das Feuer, das nie verlöscht.“ (Mk 9,43)
„Denn der Sünde Sold ist der Tod...“ (Röm 6,23a)
Doch das ist nicht Gottes letzte Wort. Er liebt uns!
Darum kam Er und starb für uns!
Und darum ist Sein letztes Wort:
"Gott ist bereit, mit Nachsicht über das hinwegzusehen, was ihr bisher aus reiner Unwissenheit getan habt. Jetzt aber fordert er alle Menschen überall auf, umzudenken und einen neuen Anfang zu machen. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er über die ganze Menschheit ein gerechtes Gericht halten will..." (Apg 17,30f)
„...der Sünde Lohn ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“ (Röm 6,23)
„Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ (Offb 22,17)
Also: Komm!

Freitag, 14. Dezember 2012

Der große Lobpreis der Herrlichkeit Gottes (Ps 29:1-11)

Text

1 Ein Psalm Davids. Bringet dar dem HERRN, ihr Himmlischen, bringet dar dem HERRN Ehre und Stärke! 2 Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, betet an den HERRN in heiligem Schmuck! 3 Die Stimme des HERRN erschallt über den Wassern, der Gott der Ehre donnert, der HERR, über großen Wassern. 4 Die Stimme des HERRN ergeht mit Macht, die Stimme des HERRN ergeht herrlich. 5 Die Stimme des HERRN zerbricht die Zedern, der HERR zerbricht die Zedern des Libanon. 6 Er läßt hüpfen wie ein Kalb den Libanon, den Sirjon wie einen jungen Wildstier. 7 Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen; 8 die Stimme des HERRN läßt die Wüste erbeben; der HERR läßt erbeben die Wüste Kadesch. 9 Die Stimme des HERRN läßt Eichen wirbeln und reißt Wälder kahl. In seinem Tempel ruft alles: »Ehre! « 10 Der HERR hat seinen Thron über der Flut; der HERR bleibt ein König in Ewigkeit. 11 Der HERR wird seinem Volk Kraft geben; der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden.


Kommentar

Zusammenfassung

Der 29. Psalm, "Der große Lobpreis der Herrlichkeit Gottes" spricht in seinen 11 Versen 18-mal vom HERRN, Seiner Macht, Ehre und Herrlichkeit und zeigt uns deutlich, dass Gott, trotz allen Widerstandes der Welt, in alle Ewigkeit der HERR aller Herren und der König aller Könige bleiben wird, der die Welt durch Sein Wort richtet und die Seinen durch Sein Wort stärkt und ihnen Frieden gibt.


Struktur

1a Davids Lied besingt die Ehre Gottes, Seines Namens und Seiner Macht
1b-2 IHM sollen wir in stillem und sanftem Geist würdige Anbetung zollen
3-4 Gottes Stimme und Wort sind hoch erhoben über Heidenvölker und Leid
5-9a Die unvergleichliche Urgewalt Seines Wortes richtet die Heidenkönige
9b-10 Trotz allen Widerstandes bleibt Gott der HERR in Ewigkeit
11 Und ER, der Allmächtige, will uns stärken und gibt uns Seinen Frieden.


Inhalt

1a Auch in diesem Psalmlied umschreibt David, wie schon in Psalm 11 und Psalm 18, die Macht und Herrlichkeit Gottes mit Bildern gewaltiger Naturschauspiele und erinnert so auch an die Reden Gottes aus dem Wettersturm (Hiob 38:1ff). Dabei geht es ihm vorrangig um eines: die Ehre Gottes und Seines Namens und Dessen in Seiner Macht sich offenbarende Herrlickkeit.

1b-2
Bevor uns David jedoch mit hinein nimmt in seine Gottesschau, fordert er die himmlischen Heerscharen und damit auch uns, als die in Christus Jesus im Himmel eingesetzten Gottessöhne (Eph 2:6, Joh 10:34), auf, eine unserem Allmächtigen HERRN würdige Haltung einzunehmen, indem wir wie lebendige Spiegel Sein Wesen reflektieren: indem wir IHM in unseren Herzen die Ehre geben und IHM im Schmuck des verborgenen Menschen, in stillem und sanftem Geist (1Pe 3:3f), die Anbetung zollen, die Seiner Macht und Herrlichkeit und der Ehre Seines Namens würdig sind.

3-4
Hoch über dem Völkermeer der Nationen und hoch über der tosenden See von Trübsal und Angst, in der Heiligen Schrift an vielen Stellen mit dem Bild großer Wasser umschrieben (Ps 144:7, Jes 17:12f, Ps 18:17, Ps 32:6), erschallt mit herrlicher, donnernder Macht die gewaltige Stimme des HERRN (vgl. Hi 40:9).

5-9a Diese Stimme, das Wort des Allmächtigen Gottes, ist wie ein schwerer Sturm, der Eichen umherwirbelt wie Spielzeug und ganze Wälder kahl zu reißen vermag. Es ist wie "ein Hammer, der Felsen zerschmeißt" (Jer 23:29): wie ein Orkan, der selbst libanesische Zedern zerbricht, immergrüne Bäume, deren Wuchshöhen bis zu 50 Meter erreichen, deren Durchmesser bis zu zwei Meter betragen und die über 1.000 Jahre alt werden können.

Die "Zedern des Libanon" sind zugleich auch ein Bild für mächtige Könige und Herrscher (vgl. 2Kö 14:9, 2Chr 25:18, Hes 31:2-3), denn unser Gott ist auch der, von dem es heißt: "er setzt Könige ab und setzt Könige ein" (Dan 2,21).


So gewaltig ist die Macht der Stimme Gottes und Seines Wortes, dass David sie mit einem feuersprühenden Vulkanausbruch vergleicht und einem Erbeben, das die Bergkette des Libanon) so erschüttert, dass sie vom Hermon (1) im Süden, bis in die Wüste Kadesch im Norden, tanzt, wie einen Wildstier beim Rodeo.



9b-10 Über den Fluten der Völker, dem Toben die Heiden, dem Murren der Völker und der Auflehnung der Könige auf Erden (Ps 2:1-2) bleibt Gott der HERR von Ewigkeit zu Ewigkeit "der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen" (1Tim 6:15f)! Und in seinem Tempel ruft alles: »Ehre! «

11 Dieser Allmächtige Gott, dessen Wort die Völker und Könige richtet, ist es, von dem wir trotz aller Not in dieser Welt wissen dürfen: ER ist für uns (Rö 8:31) und wird uns, die wir eine kleine Zeit leiden, neue Kraft geben und uns "aufrichten, stärken, kräftigen, gründen" (1Pe 5:10) und uns, Sein Volk, mit Seinem Frieden segnen (Joh 14:27), "der höher ist als alle Vernunft" , und so unsere "Herzen und Sinne in Christus Jesus [bewahren]" (Phil 4,7).


Praktische Anwendung

1. In der Macht Seines Wortes offenbart sich die Herrlickkeit und Ehre Gottes; IHM sollen wir im stillen und sanften Geist der Anbetung begegnen.

2. ER, der Allmächtige, steht hoch über den Nationen und über aller Trübsal und Leid und bleibt trotz allen Widerstandes der Nationen und ihrer Regenten Gott in Ewigkeit, ja Sein Wort wird sie mit Urgewalt richten.

3. Uns gegenüber jedoch, Seinen in Christus im Himmel eingesetzten Kindern, ist ER freundlich; stärkt uns in der Not und gibt uns Seinen Frieden.



________________________________

1) Sirjon ist der Sidonische Name des Hermon; er besteht aus Kalkstein und vulkanischen Gesteinen

Dienstag, 26. Juni 2012

Lügner, Irrer oder Herr?

Das 'Trilemma' - adaptiert aus 'Mere Christianity' von C.S. Lewis

In seinem klassischen Werk 'Mere Christianity' (1) bietet C.S. Lewis ein überwältigendes Argument dafür, dass wir Jesus nicht einfach als guten Morallehrer ansehen können und dürfen. Jesus lehrte und verkündete vieles was ihn selbst betraf. In Johannes 16,28 finden wir folgende Aussagen, welche Jesus seinen Jüngern, ihn selbst betreffend, klar darlegte:

"Ich bin vom Vater ausgegangen 
und in die Welt gekommen; 
ich verlasse die Welt wieder 
und gehe zum Vater." 

(Johannes 16,28)


1. Seine Prä-Existenz beim Vater
2. Seine Inkarnation
3. Seinen Tod, Beerdigung und Auferstehung
4. Seine Himmelfahrt zum Vater

Diese Aussagen offenbaren uns den Kern der Identität und Mission Jesu: Er ist der ewige Gott. Er wurde Fleisch. Er litt und starb, um uns zu Gott zu bringen. Er auferstand aus dem Grab. Er fuhr auf zur rechten Hand des Vaters. Große Gefahr droht, wenn wir dieses große, gewichtige Zentrum von seiner Lehre und seinem Beispiel trennen. Gehen wir vorsichtig vor! Doch gehen wir mit zuversichtlicher Gewissheit über das biblische Zeugnis vor; bestätigt aus dem Mund Jesu und der Feder der Apostel. 


Doch lassen wir C.S. Lewis zu Wort kommen.

"Dort taucht plötzlich ein Mann auf unter den Juden der herumgeht und redet, als ob er Gott wäre. Er behauptet, Sünden zu vergeben. Er sagt, Er habe schon immer existiert. Er sagt, dass Er wiederkommen wird, um die Welt zu richten, am Ende der Zeiten. Nun lasst uns das klar stellen: Unter Pantheisten, wie den Hindus, kann jeder sagen, dass er ein Teil von Gott oder eins mit Gott ist: Daran wäre nichts wirklich Seltsames. Doch dieser Mann, weil er ein Jude war, konnte nicht diese Art von Gott meinen. Gott, in ihrer Sprache, bedeutete das Wesen außerhalb der Welt, welches sie gemacht hatte und uneendlich verschieden von allem anderen war. Und wenn Sie das begriffen haben, werden Sie sehen, dass das, was dieser Mann sagte, ganz einfach das Schockierendste war, was jemals von menschlichen Lippen geäußert wurde.

Ein Teil des Anspruches droht uns unbemerkt zu entgehen, weil wir ihn schon so oft gehört haben, dass wir nicht mehr sehen, worauf er hinausläuft. Ich meine den Anspruch, Sünden zu vergeben: Jede Sünde. Nun, es sei denn der Sprecher ist Gott, ist diese Aussage so absurd, dass sie fast komisch wäre. Wir können alle verstehen, dass ein Mann Beleidigungen gegen ihn selbst vergibt. Sie treten auf meine Zehen und ich vergebe Ihnen. Aber was sollen wir mit einem Mann machen, selbst unberaubt und ungetreten, der ankkündigt, dass er Ihnen vergäbe, dass Sie auf anderer Männer Füße getreten sind und anderer Männer Geld gestohlen haben? 'Idiotische Einfältigkeit' wäre wohl die freundlichste Umschreibung, die wir über Sein Verhalten abgeben würden. Doch das ist, was Jesus tat. Er sagte Menschen, dass ihre Sünden vergeben wären und wartete nie, um all die anderen Menschen zu befragen, welche deren Sünden unzweifelhaft verletzt hatten. Er benahm sich ohne zu zögern so, als ob Er die am meisten betroffene Seite, die in allen Delikten am meisten beleidigte Person sei. Das macht nur Sinn, wenn Er wirklich Gott war, dessen Liebe verwundet und dessen Gesetze mit jeder Sünde gebrochen werden. Im Munde jedes Sprechers, der nicht Gott ist, würden diese Worte implizieren, was ich nur als eine Dummheit und Einbildung ansehen kann, die unter allen Charakteren der Geschichte ihresgleichen sucht.

Und doch (und das ist die merkwürdige, bedeutende Sache) selbst seine Feinde haben, wenn sie die Evangelien lesen, für gewöhnlich nicht den Eindruck von Dummheit oder Einbildung. Noch viel weniger unvoreingenommene Leser. Christus sagt, er sei "demütig und bescheiden" und wir glauben Ihm; ohne zu bemerken dass, wäre Er lediglich ein Mensch, Demut und Bescheidenheit wohl die letzten Eigenschaften wären, die wir einigen Seiner Aussprüche beimessen würden.

Ich versuche hier, jeden davon abzuhalten, diese wirklich alberne Sache zu sagen, die Leute oft über Ihn sagen: "Ich bin bereit, Jesus als einen großen Morallehrer anzuerkennen, aber ich erkennene nicht Seinen Anspruch an, Gott zu sein." Das ist das Eine, was wir nicht sagen dürfen. Ein Mensch, der nur ein Mensch war und die Sorte von Dingen sagte, die Jesus sagte, wäre sicher nicht ein großer Morallehrer. Er wäre entweder ein Irrer - auf einer Ebene mit dem Mann der sagte er sei ein gekochtes Ei - oder er wäre der Teufel der Hölle. Sie müssen sich entscheiden. Entweder war und ist dieser Mann der Sohn Gottes: oder aber ein Verrückter oder etwas noch Schlimmeres. Sie können Ihn als einen Irren einsperren, Sie können Ihn anspucken und als einen Dämon töten; oder Sie können zu Seinen Füßen niederfallen und Ihn Herr und Gott nennen. Aber kommen Sie mir nicht mit so einem gönnerhaften Unsinn wie, Er wäre ein großer menschlicher Lehrer gewesen. Das hat er uns nicht offen gelassen. Das hat er nicht beabsichtigt.


So sind wir mit einer beängstigenden Alternative konfrontiert. Dieser Mann über den wir sprechen war entweder (und ist) genau das, was er sagte oder aber ein Irrer oder etwas Schlimmeres. Nun scheint es mir offensichtlich zu sein, dass Er weder ein Irrer noch ein Unhold war: und konsequenterweise, so fremd oder furchteinflößend oder unwahrscheinlich es auch scheinen mag, habe ich die Sicht zu akzeptieren, das Er Gott war und ist. Gott ist in menschlicher Gestalt auf dieser feindbesetzten Welt gelandet.

Und nun, was war der Sinn von alledem? Was ist Er gekommen zu tun? "Nun, um zu lehren, natürlich," ist für gewöhnlich die Antwort.

Doch sobald Sie ins Neue Testament oder irgend ein anderes christliches Schriftstück schauen, werden Sie finden, dass man ständig über etwas anderes redet - über Seinen Tod und Seine Auferstehung. Es ist offensichtlich, dass die Christen denken, dass der Hauptpunkt der Geschichte hier liegt. Sie denken, der Hauptgrund, weshalb Er auf die Erde kam, war, zu leiden und zu sterben.

Ein Mensch kann annehmen, was Christus getan hat, ohne zu verstehen, wie es funktioniert: In der Tat, er wird nicht verstehen, wie es funktioniert, bis er es angenommen hat.

Uns wird gesagt, dass Christus für uns getötet wurde, das Sein Tod unsere Sünden abgewaschen und dass er durch Sein Sterben den Tod selbst außer Gefecht gesetzt hat. Das ist die Formel. Das ist das Christentum. Das ist, was zu glauben ist.

__________

(1) Erstmals in deutscher Sprache erschienen unter dem Titel "Christentum schlechthin". Neuere deutsche Ausgaben tragen den Titel 'Pardon, ich bin Christ' und den Untertitel 'Meine Argumente für den Glauben'.

Sonntag, 22. Januar 2012

Psalm 17:1- 15 - Hilferuf eines Unschuldigen

Text
1 "Ein Gebet Davids." HERR, höre die gerechte Sache, merk auf mein Schreien, vernimm mein Gebet von Lippen, die nicht trügen. 2 Sprich du in meiner Sache; [mögen] deine Augen sehen, was recht ist. 3 Du prüfst mein Herz und suchst es heim bei Nacht; du läuterst mich und findest nichts. Ich habe mir vorgenommen, dass mein Mund sich nicht vergehe. 4 Im Treiben der Menschen bewahre ich mich / vor gewaltsamen Wegen durch das Wort deiner Lippen. 5 Erhalte meinen Gang auf deinen Wegen, dass meine Tritte nicht gleiten. 6 Ich rufe zu dir, denn du, Gott, wirst mich erhören; neige deine Ohren zu mir, höre meine Rede! 7 Beweise deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen gegenüber denen, die sich gegen deine rechte Hand erheben. 8 Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel 9 vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun, vor meinen Feinden, die mir von allen Seiten nach dem Leben trachten. 10 Ihr Herz haben sie verschlossen, mit ihrem Munde reden sie stolz. 11 Wo wir auch gehen, da umgeben sie uns; ihre Augen richten sie darauf, dass sie uns zu Boden stürzen, 12 gleichwie ein Löwe, der nach Raub lechzt, wie ein junger Löwe, der im Versteck sitzt. 13 HERR, mache dich auf, tritt ihm entgegen und demütige ihn! Errette mich vor dem Gottlosen mit deinem Schwert, 14 vor den Leuten, HERR, mit deiner Hand, vor den Leuten dieser Welt, die ihr Teil haben schon im Leben, denen du den Bauch füllst mit deinen Gütern, deren Söhne auch noch satt werden und ihren Kindern ein Übriges hinterlassen. 15 Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, ich will satt werden, wenn ich erwache, an deinem Bilde.
Kommentar
 1-3a Wie immer, so betet David auch dieses Gebet aus tiefstem Herzen: In seiner inneren und äußeren Not schreit (Buber: wimmert) er zu Gott, seinem Retter. Es geht ihm um eine gerechte Sache, die er Gott, obwohl es dabei um ihn selbst geht, ohne die Wahrheit zu seinen Gunsten zu verdrehen, vorträgt. Im Wissen um Gottes Heiligkeit und Sein Allwissen bringt David seinen Fall in Demut vor Gott: Er allein kennt die ganze Wahrheit und ist Davids Hoffnung auf Rechtsprechung (statt "sprich Du in meiner Sache" haben Buber, die ESV und die Elberfelder die m.E. genauere ÜS: "Von Deinem Angesicht geht meine Rechtfertigung aus"). David bekräftigt seine Wahrhaftigkeit, indem er Gott daran 'erinnert', dass ER selbst ihn nächtlich prüft und reinigt und dabei "nichts" an ihm findet, d.i.: nichts Unaufrichtiges. Natürlich weiß David um seine generelle Sündhaftigkeit (vgl. Ps 19:13 [siehe auch Kommentar], Ps 51:5), doch hier steht seine Wahrhaftigkeit im Fokus.
 3b -5 David hat durch Gottes Wort gelernt, seine Zunge zu zügeln (vgl. Jak 3:2-15). Auch Angesichts des [gottlosen] Verhaltens der Menschen um ihn herum kann und will David sich mit Hilfe von Gottes Wort disziplinieren, um nichts falsches zu sagen, oder gar die Wege der Gewalttäter einzuschlagen (vgl. Mt 5:22-26) indem er sein Herz aus Hass zur Mördergrube macht. Auch dass es so bleiben möge, ist Davids Gebet, denn er weiß, dass nur Gott ihn vorm Ausrutschen und Abirren vom Wege bewahren kann.
6-8 Noch einmal ringt Davids Seele um Gottes Aufmerksamkeit, darum, dass Er ihm zuhöre, denn David weiß, dass Gott seine Bitte erhören wird:, dass Gott ihn behütet und beschützt, wie seinen Augapfel, oder eine Henne ihre Küken, und durch dieses Eingreifen all denen, die sich angesichts der Feinde Gottes voll Vertrauen bei Gott als ihrem Retter bergen, seine Wohlgesonnenheit David gegenüber zeigt.
9-12 Wer sind diese Feinde und was tun sie? Es sind gottlose Gewalttäter, unbarmherzige Menschen, die David ermorden wollen, auf Schritt und Tritt (heimlich und verborgen, wie ein Löwe auf der Lauer) nach Möglichkeiten suchen, ihn als König zu stürzen.
13-14a David fleht Gott an, höchst persönlich aktiv zu werden, den Atheisten Einhalt zu gebieten und sie "zu demütigen" (wörtl. "in die Knie zu zwingen", od. "niederzuwerfen"). Wo David das Schwert Gottes noch buchstäblich versteht, dürfen wir diesen Wunsch mit Heb 4:12 auf Gottes Wort beziehen.
14b Wie auch in Ps 37:20 oder Ps 73:4-5 und Ps 73:12 so stellt David auch hier als potentiell charakterverderbenden Umstand den Wohlstand und das Wohlergehen der Gottlosen heraus: sie haben an nichts Mangel und selbst nach ihrem Leben noch genug, es an Kinder und Enkel zu vererben.
15 David aber macht sich nicht aus dem Materialismus der Ungläubigen, denn er weiß um das einzig wahre Gut: die Gemeinschaft mit Gott: Sein freundliches Angesicht ist für David Reichtum und Wohlergehen, an Gottes gnädigem Blick und Seiner Barmherzigkeit, die uns Sünder rechtfertigt, will er sich sattsehen, wenn er erwacht. Im übertragenen Sinne könnte David mit der 'Nacht' auch das gesamte Leben im Diesseits, bzw. vor der Auferstehung (vgl. 1Pe 1:6 und Heb 10:37) im Blick gehabt haben.