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Mittwoch, 4. März 2026

Johannes Evangelium 6,60–65

 


Das Buch der Zeichen - Worte, die zum ewigen Leben führen - Murren  offenbart Unglauben.

Die Reaktion auf das, was Jesus mit den Worten vom Fleisch und Blut über den Glauben gesagt hatte – nämlich, dass wir ihn selbst, Gottes Sohn durch Glauben in uns aufnehmen müssen – ließ nicht lange auf sich warten. Viele seiner Anhänger waren außer sich und protestierten hinter vorgehaltener Hand: »Das ist jetzt echt too much! Das ist ja nicht zum aushalten!«

Auch wenn das Murmeln wohl kaum zu hören gewesen sein durfte, war es für Jesus kein Geheimnis. Er wusste innerlich schon längst was ihnen quer lag. Und er sagte Ihnen daraufhin – in Anspielung auf die Himmelfahrt bei der seine Göttlichkeit nicht länger zu leugnen sein würde – »Das findet ihr schon krass? Dann wartet mal, bis ich in meine Herrlichkeit zurückkehre; dahin, wo ich hergekommen bin.«

Ihr Unglaube hatte sie blind gemacht für Jesus‘ wahre Identität und damit für die Glaubwürdigkeit seiner Worte. Darum sagt Jesus es ihnen noch einmal ganz klar: alle menschliche Anstrengung ist zu nichts nütze, denn das ewige Leben kann nur Gott allein schenken; durch seinen Heiligen Geist — und alles, was er ihnen gesagt hat ist von eben diesem Heiligen Geist getragen und vermittelt ewiges Leben.

Das Problem lag also nicht in den Worten, sondern an seinen Zuhörern; daran, dass einige seiner Nachfolger sich weigerten, seine wahre Identität anzuerkennen und an ihn zu glauben. Jesus wusste das von Anfang an: wer ihn ablehnen würde und sogar, dass es Judas sein würde, der ihn am Ende verraten würde.

Eben, weil es wahr ist, dass das ewige Leben nur Gott durch seinen Heiligen Geist schenken kann, hatte Jesus ihnen genau das gesagt: »Nur diejenigen, die vom Vater dazu befähigt werden, können im Glauben daran zu mir kommen, dass ich tatsächlich der Messias bin; Gott in menschlicher Gestalt.«

O-Ton: Als sie das hörten, sagten viele, die sich Jesus angeschlossen hatten: »Was er da redet, geht zu weit! So etwas kann man nicht mit anhören!« 

Jesus wusste schon von sich aus, dass sie murrten, und sagte zu ihnen: »Daran nehmt ihr Anstoß? Wartet doch, bis ihr den Menschensohn dorthin zurückkehren seht, wo er vorher war! 

Gottes Geist allein macht lebendig; alle menschlichen Möglichkeiten richten nichts aus. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind von diesem Geist erfüllt und bringen das Leben. 

Doch einige von euch haben keinen Glauben.« Jesus kannte nämlich von Anfang an die, die ihn nicht annehmen würden, und wusste auch, wer ihn verraten würde. 

Und er fügte hinzu: »Aus diesem Grund habe ich zu euch gesagt: Nur die können zu mir kommen, die der Vater dazu fähig macht.« (Joh 6,60–65)

Freitag, 24. Oktober 2025

Johannes Evangelium 3,1-12

 


Das Buch der Zeichen - Jesus und Nikodemus

Nikodemus war ein strenggläubiger Jude, ein renommierter Gesetzeslehrer, dem sein Ruf vorauseilte, und ein reiches Mitglied des Hohen Rates. Also so etwas, wie ein Mitglied des Bundestages und des Bundesverfassungsgerichtes und noch dazu ein Kirchenoberhaupt; alles in einem. Der war so umgetrieben von Jesus, dass er mehr wissen wollte, über ihn. Aber aus Sorge davor, dass seine nicht gerade Jesus-freundlichen Kollegen etwas davon mitbekommen, besucht er Jesus bei Nacht und Nebel. 

Auch war es ihm wohl peinlich, dass er - als „Lehrer Israels“ - noch Fragen hatte. Und doch sieht man die Ernsthaftigkeit seiner Suche nach Wahrheit. Er hat wohl schon eine Ahnung davon, dass Jesus mehr sein könnte, als nur ein Prophet; aber er will sich diesbezüglich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Was er sicher weiß ist, dass Jesus zumindest ein von Gott geschickter Lehrer ist; das zeigen klar die Wunder, die er tut. Und so spricht er ihn auch an: als Rabbi.

Jesus aber hält sich nicht mit höflichem Geplänkel auf; er kommt gleich zur Sache. Er weiß, warum Nikodemus da ist: es geht um ihn, den Messias, den Retter. Und so fokussiert er Nikodemus auf eine einzige Tatsache: um ein Teil von Gottes Reich zu werden, das unsere sichtbare Welt durchdringt und doch, wie hinter einem Schleier, hinter ihr verborgen liegt, braucht es ein neues geistliches Leben. Weil wir seit dem Sündenfall im Paradies alle spirituell tot sind. Es braucht eine Geburt von oben; eine Geburt von Gott; eine neue Geburt.

Als Nikodemus das mit der neuen Geburt hört, missversteht er Jesus komplett: es sei absurd, zu glauben ein Erwachsener könnte in den Mutterleib zurückkehren, um noch einmal geboren zu werden, sagt er. Aber Jesus macht ihm klar, dass es darum nicht geht. Auch nicht um Karma oder gar um Seelenwanderung. Es geht darum, dass Gott von oben her etwas tun muss: Wer in Gottes Reich hineinkommen will, braucht eine neue Natur, …

… ein neues inneres geistliches Leben; nicht nur ein verbessertes irdisches Leben. Der braucht eine Erneuerung seines Herzens; eine Reinigung - wie mit Wasser - von seinem alten Wesen. Der braucht eine neue Sehnsucht nach Heiligkeit, eine neue Begeisterung dafür, Gottes Willen zu tun, statt ständig nur die eigenen Wünsche befriedigen zu wollen. Der braucht eine ganz neue Liebe zu Gott und seinen Nächsten. Diese komplette innere Neuschöpfung kann aber nur einer bewerkstelligen: der Heilige Geist selbst.

Und um den Sack zuzumachen, setzt Jesus noch einen obendrauf und zeigt, dass dies neue Leben nie von Menschen ‚produziert‘ werden kann: Menschen sind irdisch und können nur irdisches Leben produzieren. Gott allein ist himmlisch und nur er kann dieses neue Leben ‚von oben’ schenken. Nur Gottes Geist ist geistlich und nur er kann neues geistliches Leben schenken. Darum soll Nikodemus sich nicht wundern, dass das neue Leben von oben kommen muss. Doch wie genau das funktioniert, bleibt ein Mysterium; genau so unvorhersehbar, wie Ursprung und Ziel eines Windhauchs. 

Jetzt ist Nikodemus platt und fragt, wie das denn bitteschön funktionieren soll? Und genau für diese Frage fängt er sich von Jesus einen Rüffel ein: Er ist Israels Top-Theologe und kann diese einfache Frage nicht beantworten? Er hätte es in der Tat wissen müssen, denn was Jesus gerade erklärt hat, war seit hunderten von Jahren bekannt (siehe Hesekiel 37,9-14). 

Noch einmal richtet Jesus Nikodemus’ volle Aufmerksamkeit auf folgendes: er, Jesus, weiß Bescheid. Er ist vom Himmel. Er kennt sich aus. Er sieht die unsichtbare Welt so klar, wie wir die sichtbare. Darum müssen wir zuhören, was er zu sagen hat. Denn wenn wir schon das irdische nicht annehmen, was er uns zu sagen hat (nämlich, wie wir hier auf der Erde zum Glauben kommen und gerettet werden können), wie sollen wir dann die noch höheren Dinge annehmen, die er uns über den Himmel zu sagen hat?

O-Ton: Einer von den Pharisäern war Nikodemus, ein Mitglied des jüdischen Rates. Eines Nachts kam er zu Jesus und sagte zu ihm: »Rabbi, wir wissen, dass Gott dich gesandt und dich als Lehrer bestätigt hat. Nur mit Gottes Hilfe kann jemand solche Wunder vollbringen, wie du sie tust.« 

Jesus antwortete: »Amen, ich versichere dir: Nur wer von oben her geboren wird, kann Gottes neue Welt zu sehen bekommen.« »Wie kann ein Mensch geboren werden, der schon ein Greis ist?«, fragte Nikodemus. »Er kann doch nicht noch einmal in den Mutterschoß zurückkehren und ein zweites Mal auf die Welt kommen!« Jesus sagte: »Amen, ich versichere dir: Nur wer von Wasser und Geist geboren wird, kann in Gottes neue Welt hineinkommen. 

Was Menschen zur Welt bringen, ist und bleibt von menschlicher Art. Von geistlicher Art kann nur sein, was vom Geist Gottes geboren wird. Wundere dich also nicht, dass ich zu dir sagte: 'Ihr müsst alle von oben her geboren werden.' Der Wind weht, wo es ihm gefällt. Du hörst ihn nur rauschen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So geheimnisvoll ist es auch, wenn ein Mensch vom Geist geboren wird.« 


»Wie ist so etwas möglich?«, fragte Nikodemus. Jesus antwortete: »Du bist ein anerkannter Lehrer Israels und weißt das nicht? Amen, ich versichere dir: Wir sprechen über Dinge, die wir kennen, und bezeugen das, was wir gesehen haben. Aber keiner von euch ist bereit, auf unsere Aussage zu hören. Wenn ich zu euch über die irdischen Dinge rede und ihr mir nicht glaubt, wie werdet ihr mir dann glauben, wenn ich über die himmlischen Dinge mit euch rede?« (Joh 3,1–12)

Donnerstag, 9. Oktober 2025

Johannes Evangelium 1,9-13

 


Jesus Christus - Gottes Wort von Ewigkeit her -  Die Inkarnation des Wortes


Gedanken: Hier, gegen Ende des Epilogs, wiederholt und bekräftigt Johannes die geistlichen Wahrheiten und Wortbilder, die er für Christus verwendet hat: Jesus selbst, das lebendige Wort Gottes, ist das vertrauenswürdige Licht, dass unsere Welt besucht hat und uns den Weg zu unserer ewigen Rettung erhellt.

Noch einmal bekräftigt Johannes die Ewigkeit Christi, der schon vor Anbeginn der Schöpfung existierte, der immer noch ist, und immer sein wird. Noch einmal bezeugt er, dass alles was existiert, durch ihn geschaffen wurde. Und doch schlägt ihm, dem Schöpfer aller Dinge, seitens der Menschen, seiner Schöpfung, nur Ignoranz entgegen. Er betrat mit dieser Welt sein Eigentum, doch wir, seine Geschöpfe, nahmen ihn nicht an.

Die wenigen aber, die ihn willkommen hießen und ihm Glauben schenkten, begnadete er mit dem Vorrecht, verwandelt und in den höchstmöglichen Stand empor gehoben zu werden; den royalen Stand von Kindern des Höchsten des Universums.

Dieses Vorrecht ist aus menschlicher Sicht unmöglich zu erlangen; weder durch Erbfolge, durch Zeugung oder durch schiere Willenskraft. Was wirklich erforderlich ist, ist ein Akt Gottes: dass Gott selbst in uns den Funken ewigen Lebens entfacht.

O-Ton: „Das wahre Licht, das in die Welt gekommen ist und nun allen Menschen leuchtet, ist Er, der das Wort ist. 

Er, das Wort, war schon immer in der Welt, die Welt ist durch ihn geschaffen worden, und doch erkannte sie ihn nicht. Er kam in seine eigene Schöpfung, doch seine Geschöpfe, die Menschen, wiesen ihn ab. 

Aber allen, die ihn aufnahmen und ihm Glauben schenkten, verlieh er das Recht, Kinder Gottes zu werden. 

Das werden sie nicht durch natürliche Geburt oder menschliches Wollen und Machen, sondern weil Gott ihnen ein neues Leben gibt.“ (Joh 1,9-13)

Sonntag, 5. Januar 2014

Das Bekenntnis des Petrus und die Verheißung an ihn (Mt 16:13-20)

Text

13 Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, daß der Menschensohn sei? 14 Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten. 15 Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, daß ich sei? 16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! 17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. 18 Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. 19 Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein. 20 Da gebot er seinen Jüngern, niemandem zu sagen, daß er der Christus sei.


Kommentar

Zusammenfassung

In diesem kurzen Abschnitt findet sich eine der wichtigsten Wahrheiten des Glaubens: Nur durch Gottes Geist sind wir befähigt, Christus zu erkennen und Sein Evangelium von Gottes Gnade für Sünder zu verkündigen. Das Wort von der göttlichen Identität und des erlösenden Werkes Christi ist, wie das Wirken Seines Geistes, Grundstein und Kraft der angefochtenen Kirche Gottes in der Welt.


Struktur

13-14 Das Volk, so beantworten die Jünger die Frage Jesu nach Seiner Person, hält Ihn für einen Propheten. Das Geheimnis Seiner wahren Identität vermag ihr menschliches Denken nicht zu erkennen.

15-17 Petrus dagegen beantwortet die gleiche Frage, stellvertretend für alle Jünger, mit einem so klaren Glaubensbekenntnis, wie es nur durch göttliche Offenbarung möglich ist.

18-19 Dieses Bekenntnis Grund ist zur Freude, denn es ist die Grundlage der Gemeinde, die Kraft zur Überwindung des Bösen und Anlass zur Übertragung größter Verantwortung: der Vergebung der Sünden aufgrund des Evangeliums von der Gnade Gottes in Christus.

20 Noch sind die Jünger nicht bereit, das Geheimnis Christi zu verkünden, darum gebietet ihnen Christus, zur aktuellen Stunde darüber Stillschweigen zu bewahren.


Inhalt

13-14 Nach der Auseinandersetzung mit den Pharisäern im Gebiet von Magadan (Tarichea) auf der Westseite des Sees (Mt 15:39) und der, nach der Überfahrt zum Ostufer erfolgten Warnung vor dem Sauerteig der Pharisäer, geht die Reise Jesu und Seiner Jünger zu Fuß weiter über Bethsaida (Mk 8:22) ins Umland des nördlich gelegenen Cäserea Philippi (Mt 16:13). Dort angekommen fragt Jesus Seine Jünger, sozusagen 'zum aufwärmen' nach der Volksmeinung zu Seiner Person: für wen halten ihn die Menschen?

Interessant ist dabei die Art und Weise, wie Jesus Seine Frage formuliert, denn er bezeichnet sich selbst darin als den "Menschensohn". Damit baut Er eine gedankliche Brücke zu einer Prophetie Daniels, in der es heißt: "Da kam mit den Wolken des Himmels einer [der aussah] wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter..." (Dan 7:13f EU). Jesus deutet in Seiner Frage also bereits implizit Seine Herrschaft über alle Völker an und damit Seine wahre Identität als der Messias und ewige König über Gottes kommendes Reich.

Dennoch, weiter vermag der menschliche Intellekt nicht zu blicken, rangieren die Antworten nur von Johannes dem Täufer (vgl. Mt 14:2) über Elia und Jeremia bis hin zu den Propheten im Allgemeinen (vgl. Mt 23:31), beziehen sich also alle auf bereits verstorbene Gottesmänner. Allerdings auf sehr mutige und treue Gottesmänner. So hatte zum Beispiel Johannes der Täufer dem Herodes die Stirn geboten und ihm seine Sünde gesagt (Mt 14:2) und dafür mit seinem Leben bezahlt (Mt 14:10). Elia wiederum hatte große Zeichen getan, Ahab und Isebel die Stirn geboten (1Kön 18:18) und Ahab seine Sünde gesagt. Und Jeremia hatte dem König Zedekia, auch er unter Gefahr für sein Leben, Gottes Gericht angekündigt (Jer 34:2).

15-17 Nach dieser Aufwärmrunde fragt Jesus Seine Schüler direkt: Für wen halten sie Ihn? Was ist ihr Zeugnis über Ihn? Und wie so oft, prescht Petrus als Erster voran und gibt seine als kürzestes Glaubensbekenntnis formulierte Antwort: "Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!"

Diese Antwort, das macht Jesus klar, ist Grund und Anlass zur höchsten Freude, denn sie zeigt unbestreitbar an, dass Petrus tatsächlich gerettet ist: "Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, daß Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst ... so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet" (Rö 10:9-10, vgl. Joh 3:36, 16:27, 1Jo 2:23b).

Diese Errettung geschieht allein aus Gnade und nicht aus eigener Anstrengung (Fleisch) oder aufgrund edler Abstammung (Blut) (Joh 1:13, vgl. Rö 3:24, 4:5.10, 9:12, 11:6, Eph 2:5. Die von Petrus gegebene Antwort kann also kein Mensch aus sich selbst heraus geben, sondern allein derjenige, dem die hinter der Antwort stehende Wahrheit[1] von Gott dem Vater offenbart wurde. Diese Antwort kann nur derjenige aufrichtig geben, der durch die Wiedergeburt durch den Heiligen Geist dazu befähigt wurde, an Jesus zu glauben (Joh 3:3, vgl. Mt 11:25, Joh 6:44, Eph 1:17).

Petrus ist übrigens, entgegen einer verbreiteten, anderslautenden Überzeugung, nicht der erste, der dieses Zeugnis gibt. Schon vor dieser Episode war es zuerst Nathanael, der dieses Bekenntnis ablegte (Joh 1:49). Später waren es dann die Jünger anlässlich der Stillung des Sturms (Mt 14:33) und auch Martha legte dieses Zeugnis öffentlich ab (Joh 11:27); dieses Zeugnis, welches zuletzt durch Christus selbst als wahr und richtig bestätigt (Mt 26:63-64) und mit Seinem Blut besiegelt wurde (Mt 26:28.66, Joh 19:34).

18-19 Dieses Glaubensbekenntnis ist für Jesus der Anlass zu einer viel diskutierten Verheißung: das Wortspiel von Petrus, vom Felsen (vgl. Joh 1:42, Κηφας (Kephas) = Fels) und vom Gemeindebau.

Zu erst sei dazu festgestellt, dass es 1Kor 3:11 heißt: "Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus." Und von Jesus selbst heißt es auch 1Kor 10:4 "der Fels aber war Christus." Der wahre Fels und Grund auf den die Gemeinde gebaut ist, ist also Christus, nicht Petrus. Auch ist die genannte Verheißung nicht im luftleeren Raum entstanden, sondern Christus gibt sie aus einem konkreten Anlass: dem Glaubensbekenntnis des Petrus.

Auf diese Erkenntnis Christi, des Geheimnisses Gottes (Rö 16:25, Eph 3:3ff, Kol 1:26f, 2:2, 1Tim 3:16), welche allein durch göttliche Offenbarung und Wiedergeburt durch den Heiligen Geist möglich ist (
Mt 11:25, Lk 10:21, Joh 3:3), auf sie will Jesus Seine Gemeinde aufbauen. Dieses Credo ist es, von dem später Johannes bezeugt, dass es sogar den Erzfeind Gottes überwindet: "denn ... sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses" (Offb 12:10b-11). Dieses Credo der Gemeinde macht sie so stark, dass selbst die Tore der Hölle ihr nicht standhalten werden. Jesus Christus ist Gottes Geheimnis, Sein von Ewigkeit her offenbartes Wort (Joh 1:1). Von der Welt unerkannt (Joh 1:10) und doch ein Wort "wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt" (Jer 23:29).

Das Fundament, der Eckstein auf den die Gemeinde gebaut ist, ist also Christus allein
(Eph 2:20). Und auf diesen Grund baut Er Seine Gemeinde. Und zwar durch Wiedergeburt und göttliche Offenbarung und durch den Heiligen Geist. Und ihr als Gemeinschaft, nicht Petrus allein, überträgt Er die Schlüsselgewalt über den Zugang zu Gottes Himmelreich durch die Verkündigung des Evangeliums. Dass nicht Petrus als Einzigem, sondern allen Jesusnachfolgern gemeinsam diese Vollmacht zuteil geworden ist, berichtet uns die Schwesterstelle zum vorliegenden Text: "Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel gelöst sein." (Mt 18:18). Eingebettet zwischen Schuld und Gnade, zwischen dem Lehrtext über die Zurechtweisung eines sündigenden Bruders und dem Thema Vergebung am Beispiel des Schalksknechts, spricht sie klar davon, dass die Vollmacht, einen Menschen von seiner Schuld freizusprechen, nun in der Hand der Gemeinde Christi liegt. Und dies, die Verkündigung des Evangeliums von der Herrschaft Christi und der darin beinhalteten Vergebung der Sünden, ist ihr Auftrag (Mt 28:18ff, Lk 24:47).

Und was hier auf Erden vergeben wird von einem Kind Gottes, dazu verpflichtet sich Christus, soll auch im Himmel vergeben sein. Was für eine unfassbar große Macht und Verantwortung gibt Er uns da! Beten wir zu Gott, dass wir sie nur nach Seinem Willen gebrauchen. Nicht, wie die Schriftgelehrten und Pharisäer, die Jesus schalt: "Weh euch, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein, und die hinein wollen, laßt ihr nicht hineingehen." (Mt 23:13). Möge uns allezeit im Gedächtnis bleiben, dass Christus predigte: "wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben."

Petrus also bekennt Christus. Und Christus verspricht ihm, dass dieses Bekenntnis Grund ist zur Freude, Grundlage der Gemeinde, Kraft zur Überwindung des Reiches des Bösen und Anlass zur Übertragung größter Verantwortung: der Vergebung der Sünden aufgrund des Evangeliums. Dies ist im Moment des Bekenntnisses konkret dem Petrus zugesprochen; doch nicht ihm allein, sondern mit ihm, wie an anderer Stelle bezeugt (
Mt 18:18), der ganzen Gemeinde Christi.

20 Warum Christus Seinen Schülern an dieser Stelle befiehlt, Seine Identität geheim zu halten, wo Er Ihnen doch bei Seiner Himmelfahrt das genaue Gegenteil gebietet (
Mt 28:18ff), sagt uns der Text nicht explizit. Doch wie so oft, wenn Gottes Wort sich zu widersprechen scheint, liegt der Schlüssel darin verborgen, das alles seine Zeit hat "...und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde" (Pred 3:1ff). Jetzt war es noch nicht an der Zeit für die Jünger, Ihn öffentlich zu bekennen, denn sie waren noch nicht mit "Kraft aus der Höhe" ausgerüstet für diesen angefochtenen Dienst (Lk 24:49). So kam es auch, dass sie sich nach Karfreitag zurückzogen und selbst noch am Ostertag die "Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden", (Joh 20:19). Als sie jedoch ausgerüstet waren mit dem Geist der Kraft (2Tim 1:7), begannen sie, ihn freimütig zu bekennen (Apg 2:3ff), kulminierend in der mutigen Pfingstpredigt des Petrus (Apg 2:14ff).


Praktische Anwendung
  • Wenn Du Christus mit dem Munde bekennst und mit dem Herzen glaubst, dass Er der von Gott verheißene Messias ist, so freue Dich, daß Dein Name im Himmel geschrieben ist (Lk 10:20).

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[1] das ist: dass Jesus der Christus ist, der Messias, der Kyrios, der HERR, der Mensch gewordene Sohn Gottes, der inkarnierte, fleischgewordene Gott und Schöpfer dieses Universums selbst