Samstag, 22. Juni 2019

„Hüte Deine Zunge!“ - 2. Timotheus 2,14-17a

[Predigt als MP3]

Inhalt

Beim Durcharbeiten des Textes hat sich die folgende Struktur der Predigt ergeben:

  • Einleitung
  • Text
  • Das Problem
    • Was war passiert? Was war das Problem?
    • Die Motivation hinter dem Problem
    • Die Folgen des Problems
    • Die Lösung: 
      • Was sollte passieren? Was ist das Ziel?
      • Wie geht man mit so einem Problem um? Was ist der Weg?
      • Was ist die Motivation für diesen Weg? 
  • Und zu guter Letzt: Was heißt das für mich? 2 Fragen an Dein Herz


Einleitung

Kennt ihr den Unterschied zwischen einem Messer und einem Messer? Überlegt mal: Wenn ich mit einem Messer herumfuhrwerke, um zu töten, wird wahrscheinlich etwas anderes dabei herauskommen, als wenn ich versuche, damit in Ruhe Kartoffeln zu schälen. Das Messer selber ist dabei nur ein Werkzeug. Ebenso verhält es sich mit Worten: ich kann mit ihnen herumhantieren, um vor einem Publikum Eindruck zu schinden oder ich kann sie verwenden, um Menschen aus Liebe im Glauben aufzurichten, um sie zu ermuntern, Gutes zu tun. Meine Worte sind dabei nur ein Werkzeug. Die Motivation und das Ziel dahinter aber bestimmen über das Ergebnis; nicht das Instrument, mit dem ich hantiere. Von daher müsste unsere heutige Predigt eigentlich heißen: „Hüte Dein Herz!“ Aber als mir das aufgefallen ist, war es schon zu spät... ;)

Das, was in unserem Herzen ist, bestimmt also darüber, wie wir mit unseren Worten umgehen – und damit darüber, was unsere Worte anrichten – oder was sie Gutes tun. Oder, um es mit den Worten von Jesus zu sagen: „Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken [...]“ (Mt 15,18f)

Ich möchte in dieser Predigt daher nicht allein auf den Inhalt der in Ephesus grassierenden Irrlehren eingehen, oder auf die griechische Vorliebe für Diskussionen und Philosophie (also auf die konkreten Worte oder Instrumente), sondern ich möchte vor allem den Streitern und falschen Lehrern ins Herz schauen, von denen Paulus hier spricht. Ich möchte mit Euch hineinschauen in das Herz von Paulus und das Ziel seiner Aufforderungen an Timotheus.  Wir werden also nicht nur sehen, was in Ephesus alles schief gelaufen ist, sondern uns auch das Ziel und die Motivation dahinter anschauen.

Dabei denke ich, dass es im heutigen Text – sozusagen „hinter den Kulissen“ – um 2 verschiedene Motivationen oder Ziele geht: um die Prahlerei und um die Liebe. Im 1. Korintherbrief lesen wir dazu im 8. Kapitel: „Die Erkenntnis bläht auf; aber die Liebe baut auf.“ (1Kor 8,1) – und im 13. Kapitel: „die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern [...] sie freut sich aber an der Wahrheit;“ (1Kor 13,4-6).

Die Frage ist also nicht nur: "Was genau ist eigentlich in Ephesus passiert?" Sondern auch: "Was war das Motiv der Irrlehrer?" Und: "Was sollte Timotheus‘ Motiv und Ziel sein?" Oder mit anderen Worten: Was ist eigentlich das Problem? Und wie kann man es lösen? Diese Fragen werden uns am Ende zu der Frage führen: "Was hat das alles mit mir zu tun?" 

Aber der Reihe nach.  Lesen wir erst einmal den Text...

Unser Text (2Tim 2,14-17a)

dort heißt es: „Daran erinnere sie und ermahne sie inständig vor Gott, daß sie nicht um Worte streiten, was zu nichts nütze ist, als die zu verwirren, die zuhören. Bemühe dich darum, dich vor Gott zu erweisen als einen rechtschaffenen und untadeligen Arbeiter, der das Wort der Wahrheit recht austeilt. Halte dich fern von ungeistlichem losem Geschwätz; denn es führt mehr und mehr zu ungöttlichem Wesen, und ihr Wort frißt um sich wie der Krebs.“  (2Tim 1,14-17a)

Das Problem – Was war passiert?

Ungeistliches loses Geschwätz: Bei der Formulierung „ungeistliches, loses Geschwätz“ musste ich erst an Gerüchte, anzügliche Witze oder sexistische Bemerkungen denken. Einige Bibelkommentare später ist mir dann aufgefallen, dass der Kontext das gar nicht hergibt. Denn hier geht es ja ganz konkret um Häresien und Sonderlehren.

Und die entstehen ganz offenbar nicht im „luftleeren Raum“, sondern hinter ihnen steht eine treibende Kraft: die Zurschaustellung der eigenen „Kompetenz“. Und so eine schiefe Motivation macht auch die beste Theologie kaputt. Wo ich mich nicht mehr bemühe, Gottes Wort zu verstehen und mir von ihm etwas sagen zu lassen, sondern vielmehr versuche, vor anderen etwas darzustellen – am besten indem ich etwas modernes oder neues von mir gebe, weil das einfach besser wirkt, als dieses altmodische „Wort Gottes“, da geht alles den Bach runter, was dieses Wort Gottes eigentlich bezwecken will – oder wie der Schweizer Reformator es ausdrückte: «[...] wo sich ein ehrgeiziger Wunsch nach Wohlgefallen durchsetzt, gibt es keinen starken Wunsch nach Erbauung mehr.» (Calvin) 

Das falsche Motiv zerstört also das gewünschte Ergebnis: Am Ende steht dann der Beifall der Menge – statt dem Glauben und dem Trost für den Anderen oder die Gemeinde. 

Um Worte streiten: Um zu verstehen, was in Ephesus geschehen war, hilft ein Blick in den 1. Brief des Paulus an den Timotheus – dort steht: „Du weißt, wie ich dich ermahnt habe, in Ephesus zu bleiben, als ich nach Mazedonien zog, und einigen zu gebieten, daß sie nicht anders lehren, auch nicht achthaben auf die Fabeln und Geschlechtsregister, die kein Ende haben und eher Fragen aufbringen, als daß sie dem Ratschluß Gottes im Glauben dienen.“ (1Tim 1,3-4)

Zum einen ging es also in Ephesus um völlig irrelevante theologische Randgebiete und außerhalb des Glaubens befindliche Sonderlehren. Dem stellt Paulus das eigentliche Ziel des Glaubens gegenüber: „Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben.“ (1Tim 1,5)

Weiter ist im 1Timotheusbrief zu lesen, „daß das Gesetz gut ist, wenn es jemand recht gebraucht, weil er weiß, daß dem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen, den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ungeistlichen  [...]“ (1Tim 1,9)

Es ging in Ephesus also auch darum, dass das Gesetz missbraucht wurde. Gesetzesgerechtigkeit kann dabei viele Blüten treiben. So zum Beispiel die, dass Gläubige das ganze Gesetz zu halten hätten. Gerecht vor Gott werden wir aber nicht, weil wir seine Gebote perfekt halten, sondern einzig und allein dadurch, dass Jesus - stellvertretend für uns - am Kreuz den Preis für unsere Schuld bezahlt hat und dass Er – der Auferstandene – uns mit dem Glauben an Ihn Seine vollkommene Gerechtigkeit schenkt. Umsonst! Ohne Leistung!

Zu guter Letzt lesen wir dann in 1Tim 6,3-5: „Wenn jemand anders lehrt und bleibt nicht bei den heilsamen Worten unseres Herrn Jesus Christus und bei der Lehre, die dem Glauben gemäß ist, der ist aufgeblasen und weiß nichts, sondern hat die Seuche der Fragen und Wortgefechte. Daraus entspringen Neid, Hader, Lästerung, böser Argwohn, Schulgezänk solcher Menschen, die zerrüttete Sinne haben und der Wahrheit beraubt sind, die meinen, Frömmigkeit sei ein Gewerbe.“ (1Tim 6,3-5)

Es ging in Ephesus also auch darum, dass falsche Lehrer aufgetreten waren, die – wie heutzutage einige Fernsehprediger – der Ansicht waren, das Evangelium zu predigen sei vor allem profitabel. Es ging also in Ephesus – statt um die gute Nachricht, dass Gott uns liebt und uns unsere Schuld vergibt – um Sonderlehren und Irrlehren (z.B., dass die Auferstehung schon geschehen sei; siehe 2Tim 2,18) – um Werkgerechtigkeit und um prahlerische Zurschaustellung und um Profit.

All das führte zu endlosen Wortgefechten und zu Zank und Streit in der Gemeinde.

Das Problem – Die Motivation dahinter

Die Frage ist jetzt natürlich: warum streiten sich Menschen um Worte? Das Wort, was Paulus hier gebraucht, könnte man auch übersetzen mit „Krieg der Worte“ oder „Wortgefecht“. Es ging also bei den Streitereien gar nicht um die Wahrheit – um das „Vorbild der heilsamen Worte“ – also um das Evangelium. 

Es geht bei solchen Wortgefechten meist um kleinkarierte Wortklaubereien und spitzfindige Auslegungen, die nur die Selbstprofilierung und Angeberei der Streitenden zum Ziel haben – nicht aber die Erbauung des Nächsten oder der Gemeinde – und schon gar nicht geschieht ein solches Wortgefecht aus Liebe – oder in Liebe.

Das eigentliche Motiv hinter einem „Wortgefecht“ ist meistens Frage, wer dieses Gefecht gewinnt, also die Frage: „Wer hat Recht?“ – und vor allem: „Wer behält Recht?“ – „Wer steht am Ende besser da?“ – „Wer sieht nachher klüger aus?“ – „Wer gewinnt?“ Das eigentliche Motiv hinter der ganzen Streiterei sind Hochmut und Besserwisserei. – Und die führen nicht nur zu Streit, sondern – weil das Motiv schief ist – am Ende auch zu einer „schiefen Theologie“. Das richtige Ergebnis wird durch den Missbrauch der Mittel verfehlt. So, wie beim Küchenmesser... Streiten macht also schlechte Theologen!

Die Lösung – Das Ziel

Die beste Chance auf Heilung bei Krebs ist bekanntlich immer noch, ihn so früh, wie möglich zu erkennen und zu behandeln. Und dafür hat Paulus drei ganz konkrete Methoden parat:
  • Die Aufforderung, die Gemeinde an das Evangelium zu erinnern und es zu predigen
  • Die inständige Ermahnung, sich nicht zu streiten
  • Die Aufforderung, den Besserwissern aus dem Weg zu gehen

Daran erinnere sie: Wenn Paulus sagt: „Daran erinnere sie“, dann meint er damit das Evanglium (Vers 8). Das Evangelium von Gottes Wesen und Werk – unserer Sünde und unserer Begnadigung – von Gottes unfassbarer Liebe am Kreuz – und von der absoluten Glückseligkeit und ewigen Herrlichkeit, die auf uns warten. 

Und es ist wichtig, dass wir an das Evangelium erinnert werden. Wir sind nämlich sehr vergesslich. Kaum haben wir am Sonntag die Predigt gehört, haben wir sie auch schon wieder vergessen. Darum haben wir es nötig, dass die wichtigsten Dinge – immer und immer wieder – wiederholt werden. So prägen sie sich über die Zeit dann doch ein – trotz unserer Vergesslichkeit. 

Das Wort der Wahrheit recht austeilen: Und wenn es um das Evangelium geht, dann ist es Paulus wichtig, dass es so gepredigt wird, wie es ist. Ohne Gesetzlichkeit und ohne Gesetzlosigkeit. Ohne Angst vor dem Gericht und ohne Lauheit in der Heiligung. Was Paulus sich wünscht ist, dass Timotheus das Evangelium „gerade schneidet“. So, dass es am Ende nicht krumm und schief wird. 

Damit es von Gottes Wahrheit im Evangelium am Ende nicht heißen muss «Einige verstümmeln sie, andere zerreißen sie, andere foltern sie, andere zerbrechen sie in Stücke, andere halten sie an der Außenseite, (wie wir gesagt haben) kommen nie zum Kern der Lehre.» (Calvin)  Der Kern der Lehre aber ist die Liebe!

und ermahne sie inständig vor Gott: Paulus will aber nicht nur, dass Timotheus die Gemeinde an das Evangelium erinnert – und dass er das Evangelium dabei nicht verzerrt –, er will auch, dass er die Gemeinde ermahnt – sie inständig ermahnt! 

Die Geschwister sollen sich nicht über Nichtigkeiten oder gar Irrlehren streiten. Das ist ihm so superwichtig, weil er weiß, dass nicht nur das komplette Gemeindeklima und das harmonische Zusammenleben darunter leiden, sondern das bei Irr- und Sonderlehren vor allem der Frieden im Gewissen und der Trost des Glaubens in Gefahr sind.  

Die Lösung – Das Ziel

Halte Dich fern: Zu guter Letzt aber hilft nicht nur das erinnern und ermahnen der Guten, es ist auch wichtig, mit den Bösen richtig umzugehen. Jetzt könnte man mit Adolf Schlatter fragen: «Könnte man ihren Verfechtern nicht helfen, wenn man ihre Meinungen eingehend mit ihnen verhandelte? Paulus verneint das. Ihre Wurzel ist krank, und aus dieser wird nichts Gesundes erwachsen.“ Daher „braucht [Timotheus] solche Theorien nicht zu ewägen oder zu widerlegen. Je weniger Aufmerksamkeit ihnen gewährt wird, um so besser.» (Adolf Schlatter)

Die goldene Regel im Umgang mit christlichen Posern ist also: „Nimm nicht an ihren Wortgefechten teil; gehe ihnen einfach dem aus dem Weg!“ {Beispiel: Peter, mein alter Exec VP: Er sagte einmal auf meine Frage, warum er auf eine gewisse Unverschämtheit nicht reagiert habe: „Darauf antworte ich gar nicht. So viel Aufmerksamkeit hat der gar nicht verdient.“ Und siehe da, das Thema beruhigte sich.}

Selbstverständlich muss man, was den Umgang mit geistlichen Fragen angeht, die Motive gut unterscheiden, denn – ich zitiere noch mal Schlatter –: «ob die Anstöße und Bedenken aus treuem Herzen kommen und ein aufrichtiger Sinn zweifelt oder ob ein gottloser Wille theologisiert, dazu braucht es den bewährten Arbeiter und jene geschickte Hand, die „gerade schneidet“.» (Adolf Schlatter)

Die Lösung – Die Motivation

Bemühe dich: Erinnern, ermahnen und aus dem Weg gehen. Das sind die Anweisungen von Paulus in einer solchen Situation. Doch was soll die Motivation hinter diesen Anweisungen sein? 

Es ist – wer hätte das gedacht – das Gegenteil von Menschenfurcht und Prahlerei: es sind die Ehrfurcht vor Gott und der Wunsch, ihm zu gefallen. «Kurz gesagt, [Paulus] bittet Timotheus fleißig zu arbeiten, damit er sich vor Gott nicht schämen muss; während ehrgeizige Menschen nur diese Art von Scham fürchten, um nichts von ihrem Ruf für Scharfsinn oder tiefes Wissen zu verlieren.» (Calvin) 

Rechtschaffen und untadelig: Mit „rechtschaffen“ und „untadelig“ meint Paulus dabei, sich so zu verhalten, dass man vor Gott ein gutes Gewissen haben kann. So zu leben, dass man sich vor Gott nicht schämen muss; – nicht rot zu werden braucht. Wir müssen uns nicht, wie die ungeistlichen Streiter davor fürchten, in einem Streit den Kürzeren zu ziehen – oder etwas nicht zu wissen. Es kann uns Wurscht sein, was die Menschen über uns denken. Wichtig und entscheidend ist nur, das wir aus Lieben handeln – und was Gott dann über uns denkt! 

Das also ist die alles entscheidende Frage: Was ist Dein Motiv? 

Willst Du vor Gott gut dastehen oder vor den Menschen? Willst Du Recht behalten oder willst Du in der Liebe bleiben? (2x)

Die Entscheidung liegt allein bei Dir!

2 Fragen an Dein Herz

  • Ist mein Motiv die Liebe? 
    • Strebe ich nach Wahrheit, Heilung und Hilfe? 
    • Oder will ich nur Recht behalten und gut dastehen?
  • Wo bin ich beteiligt an unnützem Streit? 
    • Was  will ich konkret tun, damit dieser Krebs nicht
      weiter wächst und Charakter und Glauben zerfrisst?

„Die Liebe ist langmütig und freundlich [...] 
Sie eifert nicht [...] 
sie bläht sich nicht auf [...] 
Sie sucht nicht das Ihre“  
(1Kor 13,4-5)


„Für‘s Evangelium leiden?!“ - 2. Tim 2,9-13

Struktur

[Predigt als MP3]
  • Einleitung
  • Predigt
  •  - Unser Text
  •  - Geduld
  •  - Der Zweck
  •  - Das Ziel
  •  - Der Weg
  •  - Die Kraft
  • Zwei Fragen an Dein Herz


Einleitung: „Brand im Notre Dame & Münchner Waisenhaus“

Am 1. Mai 2019 hat es im Münchner Waisenhaus gebrannt. – Aber keine Angst: Alle Kinder wurden gerettet. Aber stellt Euch einfach nur mal vor, es wäre so gelaufen: die Leute vom Waisenhaus rufen bei der Feuerwehr an, jemand nimmt den Hörer ab – und gibt so eine Antwort: 

"Wie? Es brennt?! So ein Quatsch! Sowas wie Feuer und Brände gibt’s doch gar nicht! Legen Sie sich mal ruhig wieder schlafen!" Oder so: "Also hören Sie mal! Wieso rufen Sie hier an?! Wissen Sie, wie spät es ist?" Oder so: "Wie? Es brennt?! Ja, was geht mich das an?! Hab ich das gelegt?! Löschen Sie‘s doch selber ihr olles Feuer!!" Oder so: "Wie? Feuer?! Wissen Sie, wie gefährlich das ist?! Nee, lassen Sie mal, das ist mir echt zu heiß!" Oder sogar so: "Wie? Es brennt?! Jetzt machen Sie mal keine Panik! Das wird schon..."

Erwarten wir nicht, wie selbstverständlich folgendes: Dass die Feuerwehr allzeit bereit ist? Bereit auch Leid zu ertragen? Weil die Feuerwehrleute wissen, dass löschen eine gute Sache ist? Weil sie wissen, wie schön das Leben ist - und es denen wünschen, die im Feuer gefangen sind? Weil sie wissen, dass ihr Dienst Leben rettet? Weil sie wissen, dass genau das am Ende ihre Ehre ist: dass sie ihr Leben für die Freude anderer gewagt haben? Weil sie wissen, dass es für ihren Dienst einfach keine Alternative gibt? (wohl wissend: letztlich ist alles in Gottes Hand)?


Unser Text - 2. Timotheus 2, 9-13

[...] nach meinem Evangelium, 9 für welches ich leide bis dahin, dass ich gebunden bin wie ein Übeltäter; aber Gottes Wort ist nicht gebunden. 10 Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie die Seligkeit erlangen in Christus Jesus mit ewiger Herrlichkeit.

11 Das ist gewisslich wahr: 
Sterben wir mit, so werden wir mit leben; 
12 dulden wir, so werden wir mit herrschen; 
verleugnen wir, so wird er uns auch verleugnen; 
13 sind wir untreu, so bleibt er doch treu; 
denn er kann sich selbst nicht verleugnen.


Aktive Geduld – Drunter bleiben – Vers 9+10 „Darum dulde ich alles...“

Der Kontext: Paulus liegt – weil er das Evangelium weiter gegeben hat – im Gefängnis in Rom – angekettet, wie ein Verbrecher – und wartet wohl auf seinen Tod. 

Bei der Vorbereitung der Predigt habe ich mich gefragt: „Wie würde ich wohl reagieren, wenn mir das passieren würde?!“ Dabei ist mir eine Phrase – und in dieser Phrase ein kleines Wort – besonders ins Gesicht gesprungen: „Darum dulde ich alles...“ Das Wort, was hier für „dulden“ steht, heißt: „ὑπομένω“ – es setzt sich zusammen aus den Wörtern „ὑπο“ (unter) und „μένω“ (bleiben) – heißt also: „ darunter bleiben, ertragen, erdulden“.

Als ich das Wort las und – in dieser Zusammensetzung – seine Bedeutung verstand, musste ich an eine Begegnung von vor vielen Jahren denken (es muss auf einer Freizeit in Wiedenest gewesen sein oder auf Besuch bei Freunden in der Nähe von Rotenburg, ich weiß es nicht mehr genau),  da sprach ich mit einem (damals für mich) „älteren“ Bruder über das Thema „Geduld“. Er gab mir dann Zeugnis von seinem eigenwilligen und rebellischen Wesen und wie Gott den Zusammenbruch seiner Firma benutzt hatte, um ihn Demut zu lehren – und zu lehren, dass es Gott ist, der in allem den ersten Platz einnehmen sollte, der voran geht, den Weg vorgibt und dem wir im Vertrauen und im Gehorsam nachfolgen sollen. Und in eben diesem Zusammenhang benutzte er diese Formulierung: „drunter bleiben“.

Heute sehe ich, wo er diese Phrase her hatte – und warum sie so wichtig für uns ist: im Angesicht von Anfechtung und Leid ist es unsere alte Natur, die aufbegehren und rebellieren will: – sie will nicht leiden – sie will nicht „drunter bleiben“ – sie will ihren Willen – und zwar „jetzt gleich!“ – Nicht so Paulus: er bleibt aktiv/freiwillig(!) „drunter“.


Die Freude der anderen – Um der Auserwählten willen... – Vers 10 „...um der Auserwählten willen, damit auch sie die Seligkeit erlangen in Christus Jesus mit ewiger Herrlichkeit.“

Aber wie bringt Paulus das fertig? Wieso randaliert er nicht gegen Gott? Wieso zetert und lamentiert er nicht in seiner Zelle und fragt: „Mein Gott, warum?!“ Wie kann er so was sagen: „Darum dulde ich das alles...“? Wie bringt er das fertig?

Ich denke, dass uns Paulus in diesem Text mindestens 3 Gründe darauf angibt, was ihn zu dieser Haltung befähigt – und hinter diesen 3 Hinweisen steht – so glaube ich – wohl noch etwas 4. – was all diesen Hinweisen gemeinsam ist.

Den ersten dieser Gründe habe ich „Den Zweck“ genannt. Er beantwortet die Frage „wozu“ Paulus dieses Leiden auf sich nimmt. Was ist der „Mehrwert“? Was „bringt“ es, dass Paulus so leidet? Die Antwort von Paulus ist ziemlich klar: „damit auch die Auserwählten die Seligkeit erlangen – in Christus – mit ewiger Herrlichkeit“. Paulus ist offensichtlich klar, dass Erlösung kein „Selbstläufer“ ist – er weiß: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.“ (Römer 10,17). Im Bilde von der Feuerwehr: ihm ist klar, dass er die Ungläubigen nicht sich selbst überlassen kann und sagen „Wie? Es brennt?! Jetzt machen Sie mal keine Panik! Das wird schon... (von ganz alleine)“. 

Und ganz offensichtlich ist ihm auch noch etwas anderes klar: nämlich, was passieren würde, wenn er sagen würde: „Wie? Es brennt?! So ein Quatsch! Sowas gibt’s doch gar nicht! Legen Sie sich mal ruhig wieder schlafen.“ Denn: „...ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen“ (Hebr 11,6). Jesus hat das ganz klar gepredigt: „fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet viel mehr den, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.“ (Mt 10,28). Die Frage ist nur: glauben wir das? Also letztlich: dass der Glaube aus der Predigt kommt - und ohne Glauben niemand den Himmel erreicht?


Das eigene Lohn – Um seiner selbst willen... – Verse 11f „Sterben wir mit, werden wir mitleben; dulden wir, werden wir mitherrschen“

Paulus hat noch einen 2. Grund, der ihn motiviert, das Evangelium weiter zu sagen. Einen 2. Grund, der ihn motiviert, auch dann nicht damit aufzuhören, wenn das Leiden bedeutet: Er hat begriffen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen unserem Handeln und dem, was uns im Himmel erwartet. Er hat begriffen, dass das, was uns im Himmel erwartet, kein Automatismus ist – sondern absolut damit zu tun hat, was wir auf Erden getan haben.

In 1Kor 3,8b-15 beschreibt er das so: „Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe ich den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird es ans Licht bringen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.“.

Paulus war also klar: „Von nichts kommt nichts!“. – Ihm war aber auch klar, wie unfassbar überschwänglich unser Lohn sein wird: Römer 8:18 schreibt er: „...ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ – Ich denke, es ist nicht zu viel, zu sagen, dass Paulus davon überzeugt war, dass „das bisschen, was es hier zu leiden gibt“ in überhaupt gar keinem Verhältnis steht zu dem, was an Lohn in der Herrlichkeit dafür auf uns wartet.  „Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit...“ (2Kor 4,16)


Der schmale Weg – Weil es nicht anders sein kann... – Vers 12+13 „verleugnen wir, wird er uns auch verleugnen; sind wir untreu, bleibt er doch treu; “

Der 3. Grund, den Paulus nennt, warum er das Evangelium weiter gibt – auch, wenn das für ihn Leiden bedeuten sollte – finden wir in den Versen 12 und 13: Paulus macht hier 2 Dinge ganz unmissverständlich klar: den Ernst und die Güte Gottes – von denen er in Römer 11,22 schreibt: „Darum sieh die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du bei seiner Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden. “

Paulus sagt damit ganz klar, dass 1. „vom Glauben abfallen“ keine Option ist, denn es hätte – wenn es denn überhaupt möglich wäre – zur Folge, „abgehauen“ zu werden. Das ist ja auch logisch: Wenn es tatsächlich „ohne Glauben unmöglich ist, Gott zu gefallen“ (Hebr 11,6) und wenn tatsächlich ohne Glauben „Leib und Seele in der Hölle verderben“ (Mt 10,28), dann ist auch klar, warum es keine Option ist, den Glauben angesichts von Leiden aufzugeben. Oder wie Jesus es sagt: „Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Menschensohn auch schämen, wenn er kommen wird in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.“ (Lukas  9,26)

Zum 2. macht Paulus aber auch klar, dass unsere Erlösung letzten Endes nicht auf unseren Schultern ruht –hier öffnet sich im Text für uns ein Blick direkt in das Herz Gottes hinein! – ein Blick auf Seine Treue und Barmherzigkeit – auf Seine Geduld mit uns und Seine Gnade: 
Sind wir einmal „untreu, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“
Da, wo wir – entgegen dem Wollen unseres neuen Menschen – versagen, da trägt uns Seine Gnade. Jesus weiß: „Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“ (Mt 26,41) Darum hat er uns versprochen: „Wenn wir [...] unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ (1Jo 1,9). Nur darum kann Paulus seine eigene Frage „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?“ beantworten mit: „Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!“ (Rö 7,24-25)


Die Kraft Gottes – Der Blick nach oben... – Verse 10-13 „Seligkeit [...] ewige Herrlichkeit. [...] mitleben [...] mitherrschen [...] bleibt treu.

Paulus ist willig, für die Predigt des Evangeliums zu leiden, weil er 3 gute Gründe hat: 

Zum 1. möchte er, dass die von Gott Auserwählten das Evangelium hören und zum Glauben finden und so für alle Ewigkeit gerettet werden vor dem gerechten Zorn Gottes über ihre Sünden – ja, dass sie – vielmehr noch! – für alle Ewigkeit glücklich und selig werden – ja, dass sie eine ewige Herrlichkeit erlangen.

Zum 2. ist ihm wichtig, dass auch er selbst dahin kommt, mit Christus zu leben und zu herrschen – weil ihm klar ist, dass das, was im Himmel auf ihn wartet, nicht allein ein Geschenk ist (das wäre schon ein Leben in Ewigkeit ohne Schmerz und Sünde), sondern dass es etwas zu tun hat mit dem Lohn für seine Werke hier auf Erden (wohl wissend, dass es „Gott ist, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ (Phil 2,13)

Zum 3. haben wir gesehen, dass Paulus klar war, dass es auch gar nicht anders sein kann, als dass er das Evangelium predigt. Zum einen, weil die Verleugnung Christi keine Option ist – und zum anderen, weil Er sich von Gottes Gnade getragen weiß.

Hinter all diesen Gründen zeichnet sich für mich ein 4. Grund ab – der alle anderen Gründe in sich schließt. Der Grund, der Paulus die Kraft gibt, das alles auszuhalten – es ist der „Blick nach oben“ – auf Christus, auf die Herrlichkeit, in die Ewigkeit, auf den so übergroßen Lohn und auf die ewige und unbeschreibliche Freude, die uns erwartet. Darum sagt Hebräer 12,1-2 : „Deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.“


Zwei Fragen an Dein Herz

Was möchtest Du ändern, um Gottes Herrlichkeit (noch) tiefer zu begegnen?
Wo (noch) kannst Du Gottes Evangelium mit anderen teilen?


„So spiegeln wir alle
mit aufgedecktem Angesicht
die Herrlichkeit des Herrn wieder. 
Und wir werden seinem Bild 
immer ähnlicher, 
denn seine Herrlichkeit 
verwandelt uns.“ 

(2. Korinther 3,18)

Dienstag, 23. April 2019

Mein Gott, warum?!

„Mein Gott, warum?!“ (Jona, Kapitel 4)



Einleitung


Als ich noch ganz klein war – ich denke, ich darf die Geschichte erzählen, sie wurde schon oft erzählt – hatte mein kleiner Bruder öfters mal ziemliche Tobsuchtsanfälle. Er hat dann gebrüllt, was das Zeug hält und ist puterrot im Gesicht geworden. Ich weiß nicht sicher warum. Aber wahrscheinlich, weil er nicht gekriegt hat, was er wollte. Einmal war es dann ganz schlimm: er hat so gebrüllt, dass er nicht nur puterrot geworden ist, sondern so, dass er sprichwörtlich keine Luft mehr gekriegt hat. Meine Mutter war in Panik: sie hatte Angst: „Das Kind erstickt!“

Zum Glück war an diesem Tag meine „Trierer Oma“ da. Die Trierer Oma war eine schwarz gekleidete, ernste und sehr strenge Oma. Sie hatte schon ein gutes Herz. Aber sie war eben streng. Sehr streng. Wir hatten alle großen Respekt vor ihr. Die „Trierer Oma“ sagte dann – völlig ruhig und souverän – zu meiner Mutter so was Ähnliches, wie: „Nun beruhige Dich mal! Das ist doch nicht schlimm. Das macht man so!!“ Und dann packte sie meinen kleinen Bruder am Hosenboden, schleppte ihn ins Badezimmer, stellte ihn – immer noch nach Luft schnappend – in die Badewanne und drehte das kalte Wasser auf! Der Rest ist Geschichte: Mein Bruder tat, bibbernd vor Kälte, einen Riesen-Schnaufer - und alles war wieder in Ordnung. Ich bin nicht sicher, aber ich glaube später hat mein Bruder nie wieder so gebrüllt...


Übersicht


Was diese Geschichte mit unserem heutigen Predigt-Text zu tun hat und mit uns und unserem Wesen – mit unserem Kernproblem – und was sie zu tun hat mit und Gottes Wesen und Werk – das werden wir im Folgenden sehen: Wir werden sehen, dass Gott zu begegnen sehr anders sein kann – sehr überraschend.

Struktur
 - Unser Text
 - Unser Text im Kontext
 - Das Problem
 - Die Wahrheit - Die Lösung

 - Am Schluss: Eine Frage an Dein Herz


Unser Text (Jona 4)

Das aber verdross Jona sehr, und er ward zornig und betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, das ist's ja, was ich dachte, als ich noch in meinem Lande war. Deshalb wollte ich ja nach Tarsis fliehen; denn ich wusste, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und lässt dich des Übels gereuen. So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot sein als leben. Aber der HERR sprach: Meinst du, dass du mit Recht zürnst? Und Jona ging zur Stadt hinaus und ließ sich östlich der Stadt nieder und machte sich dort eine Hütte; darunter setzte er sich in den Schatten, bis er sähe, was der Stadt widerfahren würde. Gott der HERR aber ließ einen Rizinus wachsen; der wuchs über Jona, dass er Schatten gab seinem Haupt und ihn errettete von seinem Übel. Und Jona freute sich sehr über den Rizinus. Aber am Morgen, als die Morgenröte anbrach, ließ Gott einen Wurm kommen; der stach den Rizinus, dass er verdorrte. Als aber die Sonne aufgegangen war, ließ Gott einen heißen Ostwind kommen, und die Sonne stach Jona auf den Kopf, dass er matt wurde. Da wünschte er sich den Tod und sprach: Ich möchte lieber tot sein als leben. Da sprach Gott zu Jona: Meinst du, dass du mit Recht zürnst um des Rizinus willen? Und er sprach: Mit Recht zürne ich bis an den Tod. Und der HERR sprach: Dich jammert der Rizinus, um den du dich nicht gemüht hast, hast ihn auch nicht aufgezogen, der in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb, und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen sind, die nicht wissen, was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere?


Unser Text im Kontext


Vers 11 „Ninive, eine große Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen sind.“

Mal kurz für die Neutestamentler unter uns – eine kurze Übersicht über die vorangehende Geschichte: 
  • Jona 1: Jona kriegt von Gott den Auftrag, der Stadt Nivie eine Gerichtspredigt zu verpassen. Jona haut ab und versucht mit einem Schiff ans Ende der Welt zu segeln. Gott ließ einen Orkan aufziehen und letztendlich schmissen die Seeleute den guten Jona über Bord.
  • Jona 2: Ein großer Fisch verschluckt Jona für 3 Tage und Jona kriegt Panik. Er erlebt im Fisch eine Art Bekehrung und ist jetzt willens, nach Ninive zu gehen.
  • Jona 3: Jona geht, wie von Gott gewünscht, nach Ninive und hält seine Gerichtspredigt. Und siehe da: die Niniveïten kehren um zu Gott – und Gott bestrafte sie nicht.
  • Und jetzt kommt unser Kapitel: Jona 4.



Unverständnis

Und Jona ist STOCKSAUER! Aber sowas von! Ich habe ehrlich gesagt – bis zu dieser Predigt – nie verstanden, warum der Jona sich so aufgeregt hat. Warum er abgehauen ist. Und vor allem, warum er so eine komische Antwort gibt: „Deshalb wollte ich ja nach Tarsis fliehen; denn ich wusste, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und lässt dich des Übels gereuen.“

Er haut ab, weil Gott gnädig ist? Ich hätte verstanden, wenn er gesagt hätte. „Deshalb wollte ich ja nach Tarsis fliehen; weil ich keinen Bock hatte, denn ich wusste, dass du ein harter Richter bist und zornig und von großer Macht und kannst die Sünde nicht ausstehen. Und ich hatte einfach keine Lust so eine schreckliche Strafpredigt zu halten.“ (Vers 2)

Auch habe ich nie verstanden, warum es im Text heißt: „Und Jona ging zur Stadt hinaus und ließ sich östlich der Stadt nieder und machte sich dort eine Hütte; darunter setzte er sich in den Schatten, bis er sähe, was der Stadt widerfahren würde.“ (Vers 5)


Ein Licht aufgegangen

Erst bei der Vorbereitung der Predigt ist mir dann ein Licht aufgegangen: Ich hatte echt schon einige Kommentare durchgelesen – aber immer noch nicht rausgefunden, warum Jona sich so aufregt. Und dann kam ein Hinweis von Ron – einem meiner besten Freunde – und danach: 

„Wer suchet der Findet!“ „Zack!“ www.bibelkommentare.de – Ninive war die Stand der Assyrer. Der damaligen Erzfeinde der Israeliten. Die Stadt aus der der König Sanherib kam, der das Volk Israel aufs bitterste verspottete. Ein Typ voller Hochmut und Spott. Der Prophet Nahum sagte über Ninive: „Weh der mörderischen Stadt, die voll Lügen und Räuberei ist und von ihrem Rauben nicht lassen will!“ (Nah 3,1). Eine Stadt voller Lügner, Räuber und Mörder. Eine Stadt voller Feinde. 

Und Jona, das lesen wir ja, ist überzeugt von Gottes Gnade! ER weiß, dass Gott „gnädig“ ist „barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und lässt“ sich „des Übels gereuen“. Alles klar? Jona will nicht, dass die Stadt sich bekehrt! Er will, dass Gott ihnen anständig eine verpasst! Jona will Rache!


Das Problem


V3 „So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; ich möchte lieber tot sein als leben.“

Jona ist sauer

Jona war also stinksauer, dass Gott den Niniveïten keine verpasst hatte. Darum heißt es im Text: „Und Jona ging zur Stadt hinaus und ließ sich östlich der Stadt nieder und machte sich dort eine Hütte; darunter setzte er sich in den Schatten, bis er sähe, was der Stadt widerfahren würde.“  ----  Irgendwie hatte er wohl immer noch die Hoffnung, dass Gott es sich anders überlegt und die Niniveïten doch noch für ihre Greueltaten bestraft. ---- Und mal ehrlich: irgendwie konnte ich Jona da verstehen.


Emotionen

So schaut die Welt aus, wenn man vom Baum der Erkenntnis gegessen hat. Wenn man selber definieren kann, was Gut und Böse ist:  Wir sind im Recht. Und Gott ist im Unrecht! Da gibt es nichts zu rütteln. Nichts zu diskutieren!

Und diese innere Spannung macht etwas mit unseren Emotionen: Jona ist am Ende. Was er erlebt ist eine Achterbahn der Gefühle: Erst heißt es „Das aber verdross Jona sehr, und er ward zornig“ – und dann wieder „Und Jona freute sich sehr“ – und dann wieder „dass er matt wurde“. Rauf und runter. Das hält kein Mensch aus.

Und bitte glaubt mir: Ich nehme das sehr ernst, was hier im Text steht:  Jona hat Depressionen und Todessehnsucht. Und das sagt er auch: „So nimm nun, HERR, meine Seele von mir; denn ich möchte lieber tot sein als leben.“  (gewöhnlich ein nicht zu ignorierendes Signal für einen Selbstmörder – je konkreter, desto schlimmer!)

Eigenes Zeugnis!! Depression / Schlaflosigkeit / Angstzustände / Panikattacken / Todessehnsucht (kann sich keiner vorstellen, der es nicht erlebt hat!) Aufruf: wenn Du im Finstern steckst: gib nicht auf – und wenn es Jahrzehnte dauert! „Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.“ (Jak 5,11)


Unsere subjektive Sicht auf die Zumutungen Gottes

So, wie wir die Dinge sehen, sind wir im Recht – und Gott ist im Unrecht. Auch Hiob formuliert das so: „So merkt doch endlich, dass Gott mir Unrecht getan hat ...“ (Hi 19,6). Ja, er setzt noch einen drauf und sagt: Hi 23,3-7 3 „Ach dass ich wüsste, wie ich ihn finden und zu seiner Stätte kommen könnte! So würde ich ihm das Recht darlegen und meinen Mund mit Beweisen füllen und erfahren die Reden, die er mir antworten, und vernehmen, was er mir sagen würde. Würde er mit großer Macht mit mir rechten? Nein, er selbst würde achthaben auf mich. Dort würde ein Redlicher mit ihm rechten, und für immer würde ich entrinnen meinem Richter! „Er selbst würde achthaben!“ Merkt ihr was? Der Allmächtige sitzt auf der Anklagebank und wird ganz kleinlaut, als der gerechte Hiob ihn zurechtweist. So stellen wir uns das vor!


Der Baum der Erkenntnis

Und Hiob ist nicht allein! Auch Jona hat vom Baum der Erkenntnis gegessen: Auch Er glaubt, dass der selbst die Weisheit mit Löffeln gefressen hätte: Er allein weiß, was Gut und Böse ist – Er allein hat die richtige Definition!  Wir erinnern uns an die Verführung der Schlange im Paradies: „Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ (1Mo 3,5) ---- Und da ist es natürlich klar, wie die Antwort auf Gottes Frage ausfallen muss: „Da sprach Gott zu Jona: Meinst du, dass du mit Recht zürnst um des Rizinus willen? Und er sprach: Mit Recht zürne ich bis an den Tod.“ (2x) ---- So sind wir! Wir fühlen uns Gott gegenüber im Recht – und sind absolut sicher, wir wüssten, wo‘s lang geht – wenn Gott nur unseren Rat annehmen wollte!


Martin Luther

Martin Luther hat zu unserer Überzeugung, Gott in Seiner Regierung des Universums beraten zu können, folgendes zu sagen: „Lasset uns die Ordnung, die Gott in Regierung seiner Heiligen pflegt zu halten, lernen. Ich habe mich auch Öfters unterstanden, unserm Herrn Gott gewisse Weise vorzuschreiben, deren er sich bedienen sollte in Regierung entweder seiner Kirche oder anderer Dinge. Ach Herr, ich wollte gern, daß dies nach der Ordnung möchte geschehen und daß es einen solchen Ausgang möchte gewinnen. Aber Gott tat dem, das ich gebeten hatte, gerade zuwider. Da gedachte ich zum selben Mal: Nun, es ist ja gleichwohl mein Rat nicht wider Gottes Ehre, sondern wird sehr nütz sein, daß dadurch der Name Gottes geheiligt, sein Reich gesammelt und gemehrt werde usw.‚ in Summa: es ist ja ein schöner Rat und wohl bedacht; aber Gott hat ohne Zweifel solcher Weisheit gelacht und gesagt: Wohlan, ich weiß wohl, daß du ein verständiger, gelehrter Mann bist; aber ich habe den Brauch nie gehabt, daß mich Petrus oder Doktor Martinus oder wer es auch sein möchte, unterrichten, regieren oder führen müsse. Ich bin nicht ein solcher Gott, der sich will lehren oder regieren lassen, sondern der da pflegt andere zu führen, zu regieren und zu lehren.“


Die Wahrheit


Vers 10 „Dich jammert der Rizinus, um den du dich nicht gemüht hast, hast ihn auch nicht aufgezogen, der in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb.“


Die Dinge, die uns bewegen

Ich weiß nicht, welche Dinge Euch bewegen. Wo ihr an Gott scheitert. Wo ihr im Clinch mit Ihm liegt. Ihr wisst es. Und Gott weiß es. 
  • Vielleicht ist es eine chronische Krankheit
  • Vielleicht ist es ein negativer Bescheid
  • Vielleicht ist es ein verstockter Ehepartner
  • Vielleicht ist es ein unerfüllter Herzenswunsch
  • Vielleicht ist es der Verlust eines geliebten Menschen
  • Vielleicht ist es eine langanhaltende geistliche Dunkelheit 
  • Vielleicht ist es das unerträgliche, herzzerreißende Schweigen Gottes
Ich weiß es nicht. Gott weiß es! 

Die Wahrheit – über unser Wesen und Gottes Wesen – über unser Handeln und Gottes Handeln ist eine doppelte: Wir sind trotzig und verzagt – wir rebellieren und fürchten uns. Und Gott ist souverän und gut – Er ist HERR und Heiland – ER ist gnädig und vergibt. (2x)


Unser Trotz und unsere Angst

Wir sind trotzig und verbohrt. Und wir sind im Unrecht! In Vers 10 sagt Gott zu Jona: „Dich jammert der Rizinus, um den du dich nicht gemüht hast, hast ihn auch nicht aufgezogen, der in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb“: Wir maßen uns ein Recht an auf Dinge, auf die wir kein Anrecht haben; Dinge die uns geschenkt wurden.

Ich bete, wir könnten begreifen: Es ist alles Gnade! – Es ist alles ist Geschenk: unser Leben, unser Glück, unsere Gesundheit, unsere Lieben, ja selbst unsere Körper – sie gehören uns nicht! „Oder wisst ihr nicht, dass [...] ihr nicht euch selbst gehört?“ (1Kor 6,19). Und doch ist es so, wie Gott schon zu Jeremia sagte: „Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen?“ (Jer 17,9). Wir sind wie kleine Kinder: dickköpfig bis der Arzt kommt – und haben Angst im Dunkeln.


Gottes Souveränität 

Gott aber ist Souverän. Ihm zu begegnen kann ganz anders sein, als wir es uns vorgestellt haben. GANZ ANDERS: Sein Wille ist unverrückbar und Sein Plan ist unumstößlich. ER allein ist allmächtig. Und Gottes Allmacht und Souveränität alleine und für sich genommen können einen zur Verzweiflung treiben. An Gottes Willen können wir (wenn wir es falsch anstellen) scheitern und zerschellen. Hiob hat das so gesagt: „Doch er hat's beschlossen, wer will ihm wehren? Und er macht's, wie er will. Ja, er wird vollenden, was mir bestimmt ist, und hat noch mehr derart im Sinn. Darum erschrecke ich vor seinem Angesicht, und wenn ich darüber nachdenke, so fürchte ich mich vor ihm. Gott ist's, der mein Herz mutlos gemacht, und der Allmächtige, der mich erschreckt hat; denn nicht der Finsternis wegen muss ich schweigen, und nicht, weil Dunkel mein Angesicht deckt.“ (Hi 23,13-17)


Gottes Gutheit: Gerechtigkeit und Güte

Doch Gott ist nicht alleine allmächtig. ER ist herrlich! Wisst ihr, was das heißt „herrlich“? Es heißt: Wunderbar. Schön. Prächtig. Und wisst ihr warum? Weil ER GUT ist. Zutiefst gut. Zuallertiefst. ER selbst ist der Ursprung alles Guten. Ja, ER selbst ist die Definition und das Vorbild von allem, was wir „gut“ nennen. ER ist absolut gut. Und Er ist absolut gerecht! 

Gegen Ende seiner Leidensgeschichte hört Hiob aus dem Munde von Elihu diese Worte – und die möchte ich heute in Dein Herz sprechen – ich bitte Dich: „Hör gut zu!“: „Ohne Zweifel, Gott tut niemals Unrecht, und der Allmächtige beugt das Recht nicht.“ (2x) (Hi 34,12). Vielmehr ist dies wahr: „Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue.“ (2x) (Ps 86,15)


Die Lösung


Vers 2 „ich wusste, dass du gnädig, barmherzig, langmütig und von großer Güte bist und lässt dich des Übels gereuen."

Die Lösung liegt nicht darin, dass Gott von seinem Irrtum umkehrt – die Lösung liegt darin, dass wir umkehren. Gott ist unveränderlich gut – Er kennt Dich – und er hat Dich lieb!


Gottes unveränderliche Güte

Gott ist unveränderlich gut. Er kann gar nicht sündigen. ER ist die Liebe! ER ist das Licht unseres Lebens! Von IHM allein heißt es zu Recht: “Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel von Licht und Finsternis.“ (Jak 1,17). 

Auch Hiob hat das am Ende erkannt.  Erst war es noch Elihu, der ihm zurufen musste:  “Siehe, Gott ist mächtig und verwirft niemand; er ist mächtig an Kraft des Herzens.“ (Hi 36,5). Dann aber – nachdem ER dem Allmächtigen begegnet ist – kann Hiob es selber sagen: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.“ (Hi 42,5)


Gott kennt Dich 

Gott kennt Dich ganz genau. Er „versteht Deine Gedanken von ferne“ (Ps 139,2). „Er weiß, was für ein Gebilde Du bist; er gedenkt daran, dass Du Staub bist.“ (Ps 103,14) Er kennt Deinen Trotz und Deine Dickköpfigkeit – Deine Sturheit und Deinen Eigensinn.  Er weiß um Deine Angst – Deine Traurigkeit – Deine Depression und Deine Dunkelheit


Gott hat Dich lieb

Und trotzdem ist es so: ER LIEBT DICH!! „Er selbst, der Vater, hat euch lieb“ schreibt Johannes (Joh 16,27). Mag sein, Du kannst es nicht fühlen – ich kann es auch oft nicht fühlen – aber es ist WAHR: GOTT SELBST „war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete uns unsere Sünden nicht zu“ (2Kor 5,19)


Und wir haben ein Vorbild – das größte, dass es gibt: JESUS. 

Schau auf Christus, der Dir auf diesem Weg der Demut vorangegangen ist. Von Ihm heißt es: „Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!“ (Mt 26,39)


Du kannst ihm vertrauen – zu 100%

Und weil Gott gut ist – absolut – ohne Abstriche – unveränderlich gut! – kannst Du ihm zu 100% vertrauen. ER kennt Deinen Schmerz – und ER sagt Dir durch Petrus zu „Alle Deine Sorge werfe auf mich; ich sorge für Dich!“ (1Petr 5,7)


Wir können umkehren – anstatt an Gott zu zerschellen

Und Du kannst – weil Du IHM vertrauen kannst – umkehren: von Deiner Rebellion, von Deiner Dickköpfigkeit, von Deiner Bitterkeit, von Deinem Stolz. „Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.“ (1Petr 5,5-6)

Genau darum geht es, wenn wir Gott begegnen: IHN zu erkennen als der ER ist: GOTT - barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue.“ (Ps 86,15) Und dass wir uns IHM – WEIL Er Gott ist - in Demut und im Glauben anvertrauen.

Darum habe ich zum Ende meiner Predigt nur noch eine Frage an Dich –  


Eine Frage an Dein Herz


Was willst Du in Gottes Hände legen - im Vertrauen auf Seine unveränderliche Güte?

„Befiehl dem HERRN deine Wege 
und hoffe auf ihn, 
er wird's wohlmachen.“ 

(Ps 37,5)


Montag, 4. März 2019

Das Gleichgewicht der Werte

Ich kann in Gottes Welt nicht einfach einen Wert gegen einen anderen ausspielen, ohne, dass das Gute dabei „abstürzt“; z.B. kann ich nicht (als fiktives Beispiel) den Wert der Freiheit eines Menschen (oder einer Gruppe von Menschen) gegen den Wert der Sicherheit eines Menschen (oder einer anderen Gruppe von Menschen) einseitig durchsetzen.
Beide Werte sind wichtig. Beide haben ihren rechten Platz in Gottes Welt. Denn: Ohne alle Freiheit wäre die Welt ein Gefängnis. Ohne Sicherheit aber wäre sie ein Schlachtfeld. Es kann also niemals um den Sieg eines Wertes gegen einen anderen gehen, sondern es geht um ein dynamisches Gleichgewicht; siehe auch Jesu Antwort auf einen solchen Werte-Konflikt in Mt 22:15-22.
Zur Vertiefung des Verständnisses vom Wertekonflikt und vom Gleichgewicht der Werte und auch überhaupt empfehle ich dringend eines der besten Bücher, die ich diesbezüglich jemals gelesen habe: „Der Klang“ (von Martin Schleske, einem der besten Geigenbauer der Neuzeit)

Glückseligkeit als höchstes Gut?!

Aristoteles hatte in seiner Nikomachischen Ethik unrecht, als er die Glückseligkeit zum höchsten Gut erhob. 

Das höchste Gut ist und bleibt die Ehre Gottes, die sich im liebenden Handeln des nach Seinem Bilde geschaffenen Menschen wiederspiegelt und manifestiert.

Setzen wir stattdessen die Glückseligkeit, so laufen wir Gefahr, dass der Hedonismus jedwede in Gottes Wesen gegründete Ethik samt ihren Werten mit fortreißt und so der Egozentrik des Menschen Tür und Tor öffnet.

(Jesaja 43,7Markus 12,29-31Genesis 1,26)

Sonntag, 13. Januar 2019

Jahreslosung 2019 - "Lass ab vom Bösen und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!" (Psalm 34,15)


Übersicht
  • Intro: „Die neuesten Nachrichten“
  • Unser Text (Psalm 34,15) 
  • Was ist das für ein Frieden?
  • Warum sollten wir diesem Frieden "nachjagen"?
  • Was bedeutet also "nachjagen"?
  • Wie geht das: "nachjagen"?
  • Fragen an Dein Herz



Intro: „Die neuesten Nachrichten“

Wenn ich mich in unserer Welt so umschaue, in der Presse, in den Medien, in den Nachrichten, Radio höre oder fernsehe oder auch nur Gespräche führe, wird mir eines immer deutlicher: unsere Welt ist kaputt. Ich gehe noch einen Schritt weiter: sie ist auf jede nur erdenkliche Art und Weise kaputt. Damit meine ich nicht, dass in unserer alles kaputt ist. Ich meine damit, dass jeder nur denkbare Aspekt von diesem Kaputtsein betroffen ist.

Mein Nächster: Ich höre von Mobbing in Schulen, von Schießereien und Amokläufen, von Terrorismus, Kriegen und Hungersnöten, von Flüchtlingswellen, Menschenhandel und Sklaverei und von der weltweit größten Christenverfolgung aller Zeiten.

Schöpfung: Ich lese von Luftverschmutzung, von Plastikmüll in den Meeren, von Überdüngung, Chemie-Giganten und Glyphosat, von der Ausbeutung von Rohstoffen, der Abholzung des Regenwaldes und der Überfischung der Meere, ich lese von Nahrungsmittel-Giganten und der kommerziellen Ausbeutung unserer Wasser-Reserven, ich lese von ausgesetzten Haustieren, von tierquälerischer Hühner- und Schweinezucht und unsäglichen Tiertransporten.

Ich selbst: Ich begegne Menschen mit Depressionen, Selbstmordgedanken, Drogen- Spiel- und Sexsüchtigen, arroganten Egoisten, Rechthabern und Selbstgerechten, ich begegne Menschen, deren Seele von ihrer Vergangenheit verkrümmt ist und die trotz ihres Alters nicht innerlich geheilt sind.

Gott: Früher hatten wir New Age samt Baghwan und Esoterik aller Orten. Heute sehe ich auf der einen Seite das Neuheidentum mit seiner spirituellen Verirrung ins Heidnisch-Okkulte, und den Neo-Atheismus samt seiner Beschränkung der Welt auf das Natürliche. Und ich begegnen immer wieder Menschen, die auf Gott und den christlichen Glauben nicht gut zu sprechen sind.

Wie gesagt: es ist nicht alles kaputt. Es gibt noch immer hilfsbereite Menschen, wahnsinnig schöne Sonnenuntergänge am Meer, gesunde Persönlichkeiten und an Christus Gläubige. Aber es ist in jedem Bereich der Schöpfung etwas zerbrochen - und zwar auf Ebene der Beziehung – und dies auf eine vierfache Weise: 1. In der Beziehung zwischen mir und meinem Nächsten, 2. in der Beziehung zwischen mir und der Schöpfung, 3. in der Beziehung zu mir selbst, und 4. in der Beziehung zwischen mir und Gott. In dieses Zerbrochen-Sein hinein spricht unsere Jahreslosung. Sie spricht von Frieden, von einem Shalom, von einer Wiederherstellung all dieses Kaputten – und darüber, wie wir da hin kommen.


Unser Text (Psalm 34,15) 

Eigentlich wollte ich uns, bevor wir uns auf die Jahreslosung konzentrieren, den ganzen Text lesen, damit wir ihn in seinem Kontext betrachten können. Das hätte bedeutet, wesentliche Teile dieser Predigt wegzulassen. Daher bitte ich Euch, den Psalm 34 in der nächsten Woche gern noch einmal zu Hause nachzulesen – und mir zu vertrauen, dass die nachfolgende Zusammenfassung zumindest einigermaßen korrekt ist: Der Psalm ist überschrieben mit „Unter Gottes Schutz“ und hat 6 Sinn-Abschnitte: 1. dass unser Gott ein Gott ist der zutiefst lobenswert ist, 2.Dass unser Gott ein Gott ist, der unser Gebet beantwortet, der uns hilft, uns rettet und uns Freude schenkt, 3. dass unser Gott freundlich ist, und wir ihn darum suchen und ehren sollen, 4. fordert dieser Psalm dazu auf, dass, wer ein gutes Leben, ja ewiges Leben haben möchte, umkehren sollte! Aktiv etwas tun sollte. Das Böse lassen und dem Frieden nachjagen sollte, 5. sagt Psalm 34, dass Gott den bußfertigen Sünder errettet und die Gottlosen richtet und 6. heißt es dort, dass wir im Leben zwar leiden müssen, aber Gott uns - wenn wir auf Ihn vertrauen, uns von aller unserer Schuld erlöst und unser Leben befreit!

Unser Psalm redet also auf der einen Seite vom herrlichen Wesen Gottes, der unsere Gebete erhört, der uns hilft und uns rettet und der uns Freude schenkt. Er redet auf der anderen Seite aber auch ganz klar von zwei Sorten von Menschen: denen, die umkehren und gerettet werden - und denen, die Gottes Gebote hinter sich werfen, sie verachten und ins Gericht kommen. Unser Vers steht dabei genau in dem Block, den ich zusammen fassen möchte mit dem Satz: „Wer ein gutes Leben, ewiges Leben, haben möchte, der soll vom Bösen umkehren und dem Frieden nachjagen!“


Was ist das für ein Frieden?

Das scheint ja ziemlich wichtig zu sein, mit diesem Frieden nachjagen! Da kann (und sollte!) man jetzt natürlich erst mal fragen: was ist denn das für ein Frieden, dem ich da nachjagen soll? Das Wort, das in unserer deutschen Bibel mit „Frieden“ übersetzt wurde, heißt auf hebräisch „Shalom“. Und Shalom bedeutet viel mehr als unser deutsches Wort „Frieden“. Es bedeutet nicht nur „kein Krieg“ oder „kein Streit“. Die Wikipedia[1] weiß dazu: „Der hebräische Begriff Schalom bedeutet [...] Unversehrtheit, Heil; es ist damit nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe.“ 

Kannst Du Dir das vorstellen? Der biblische Frieden beschreibt einen Zustand, in dem die Dinge heil sind, nicht kaputt. Einen Zustand, in dem der Mensch und die Natur gesund sind, in dem Mensch und Natur in Sicherheit sind, einen Zustand in denen ein wahrhaft himmlischer Frieden herrscht – ein ganzheitliches Heil, welches die ganze Schöpfung umfasst – und damit auch unsere Beziehung zu unserem Schöpfer selbst. Der biblische Frieden beschreibt also einen Zustand, in dem die 4 Ebenen der Beziehung, über die ich am Anfang gesprochen habe, wiederhergestellt sind: 1. Meine Beziehung zu meinem Nächsten, 2. meine Beziehung zur Schöpfung, 3. meine Beziehung zu mir selbst, und 4. meine Beziehung zu Gott.


Warum sollten wir diesem Frieden "nachjagen"?

Nachdem wir uns nun angesehen haben, was es mit diesem Frieden auf sich hat, ist natürlich die nächste Frage, warum man sich für diesen Frieden einsetzen sollte – was einen motivieren sollte, hier aktiv zu werden. Und bitte verstehe mich richtig: dass es ein guter Zustand ist, dass also der Sinn und Zweck dieses Friedens erstrebenswert sind, daran habe ich keinen Zweifel. Auch daran nicht, dass Du das genau so siehst. Wenn ich also nach dem „Warum?“ frage, dann nicht, weil ich glaube es Du wärest ein Bösewicht, der da denkt: „Ah – Frieden! So ein Quatsch! Da kann ich getrost drauf verzichten! Hauptsache, ich kriege morgen noch mehr kaputt gemacht, als heute!“

Ich denke, wir sehnen uns alle nach diesem Zustand: nach Frieden, nach Heil, nach Sicherheit, nach Gesundheit – auf allen genannten Ebenen: in unserer Beziehung zum Nächsten (und unseres Nächsten zu uns), in unserer Beziehung zur Welt und unserer Beziehung zu uns selbst und – last, but by all means first! – unserer Beziehung zu Gott. 

Meine Frage nach dem „Warum“, geht also vielmehr in die Richtung: „Was hat das mit mir zu tun?“ Denn da steht ja: „jage ihm nach“. Das ist ein Imperativ! Und der meint mich. Und Dich. Er meint jeden von uns. Und ich denke, dass der Grund für diesen Imperativ ziemlich simpel ist: Die Welt ist kaputt. Daran besteht kein Zweifel. Vor allem aber wird sie sich nicht von selbst reparieren. Die Welt – unsere Schöpfung, wir selbst und unser Nächster – kann nur in Ordnung kommen, wenn jemand etwas dafür tut. Denn: vom einfach nur Rumsitzen passiert gar nichts. Oder mit den Worten von Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“


Was bedeutet also "nachjagen"?

Wenn es also darum geht, einen eigenen Beitrag dazu zu leisten, dass dieser Friede Gestalt annimmt, dann wäre es natürlich gut zu wissen, was genau dieser Beitrag sein kann – und auch, wo man dabei vom Pferd fallen kann. Damit man eben nicht runter fällt. 


Schöpfung: Ich denke, in den genannten 4 Beziehungsfeldern geht es dabei um folgendes: in unserer Beziehung zur Schöpfung, also zu der Welt in der wir leben, können wir mindestens zwei verschiedene falsche Haltungen einnehmen: die Haltung der Vergötzung und die Haltung der Verachtung. 

Die Haltung der Vergötzung macht die Welt zu seinem Gott. Wer das tut, der sucht sein Glück im Streben nach Geld, Macht, Status, Anerkennung oder Lust. Sich das ewige Glück von der Welt zu erwarten ist dabei keine so gute Idee: Der Apostel Johannes schreibt dazu: „Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.“ (1Joh 2,17)

Die andere Haltung, mit der wir der Welt begegnen können, ist die der Verachtung. Verachtung bedeutet, dass es mir Wurst ist, was mit der Welt um mich herum passiert. Ob die Umwelt nun verschmutzt wird oder nicht. Ob Tiere gequält werden oder nicht. Ob Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken oder nicht. Ob Christen verfolgt werden oder nicht. Weil es ja nicht mein Problem ist. 

Oder meine Haltung kann sein, dass ich mich aktiv dafür einsetze, dass hier etwas besser wird. Durch einen bewussten, nachhaltigen Umgang mit meiner Umwelt, durch aktiven Einsatz für den Tierschutz, durch politischen und auch persönlichen Einsatz für Menschen, die aus Angst vor Misshandlung oder Tod ihre Heimat verlassen haben oder durch die Unterstützung von Organisationen, die verfolgten Christen helfen. Um die Welt zumindest ein ganz kleines bisschen besser zu machen. 

Darf ich Dich das mal fragen? "Wo stehst Du hier?" Und: "Was könntest Du tun?" Und: "Was tust Du tatsächlich?"


Nächste: In unserer Beziehung zu unserem Nächsten, und das sind meistens wirklich die Menschen, die uns am nächsten sind: unsere Ehepartner, Kinder, Verwandte und Arbeitskollegen), in diesen Beziehungen werden wir immer wieder, und teilweise sehr tief, verletzt. Oder wir verletzen selber. 

In diesen Beziehungen geht es um Vergebung. Vergebung, die wir schenken können. Oder Vergebung, die wir erbitten können. Damit diese Beziehungen wieder heil werden können. Damit wirklich Friede wird. Wahrer Shalom. Das passiert nicht von selbst. Ich bin vielmehr von Gott dazu aufgefordert, selbst aktiv zu werden. Diesem Frieden nachzujagen. Mich mit jeder Faser meines Seins dafür einzusetzen, dass dieser Friede Gestalt gewinnt. Jesus sagt dazu „Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.“ (Lk 6,37). 

Ich frage Dich das mal: "Wo in Deinem Leben sind Beziehungen kaputt?" Und: Bist Du bereit zu vergeben? Und: "Bist Du bereit, um Vergebung zu erbitten?" 


Selbst: Auch in unserer Beziehung zu uns selbst gibt es mehr als genug zu tun: Auf der einen Seite können wir uns fragen, wo es uns an Heiligung fehlt. Ich frage das mal ganz direkt: „Wo gibt es in Deinem Leben eine Sünde, von der Du genau weißt, dass Du sie lassen solltest?“ Ich bin sicher: es ist genau diese Sache, die Dir jetzt gerade durch den Kopf geht. Salomo sagt dazu: „Wer seine Missetat leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.“ (Spr 28,13)

Auch dazu möchte ich Dich was fragen: "Willst Du diese Sünde bekennen und lassen?"

Auf der anderen Seite gibt es aber auch Verletzungen in unserer Seele, die wir vielleicht schon seit Jahren, ja Jahrzehnten!, mit uns herumtragen. An denen wir uns abschleppen. Aus Scham davor, mit jemandem darüber zu sprechen. Gott möchte, dass wir heil werden. Und dazu hat er uns einander gegeben. Wäre es nicht schön, Dich einem Menschen anzuvertrauen und in tiefen Gesprächen über die Zeit Heilung zu erfahren? Ich bitte Dich herzlich: Wenn Dich etwas quält, bitte sprich mit jemandem darüber – mit einem erfahrenen Seelsorger oder einer erfahrenen Seelsorgerin, dem/der Du vertraust. 

"Warte nicht länger!"


Gott: Letztlich aber steht und fällt all das oben gesagte mit unserer Beziehung zu Gott: Nur, wenn meine Beziehung zu Ihm wirklich im Reinen ist, bin ich davor gefeit, die Schöpfung zu vergöttern oder zu verachten; bin ich bemüht, mit meinem Nächsten ins Lot zu kommen; bin ich bereit, auch an mir selbst zu arbeiten, um Christus ähnlicher zu werden. 

Darum möchte ich Dich fragen: "Lebst Du tatsächlich in täglicher Hingabe an Ihn?" Und: "Lebst Du ein Leben in beständiger Umkehr vom Bösen?" Und: "Lässt Du Dir überhaupt von Gott sagen, was Gut und Böse ist?" 

Oder hast Du, wie Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen und bist Dein eigener Gott: Dir selbst Gesetz? Es kann aber auch sein: Du hast ein völlig falsches Bild von Gott. Fällt es Dir schwer, Ihm zu vertrauen? Scheint Er Dir fern? Oder drohend? Oder gar böse? Wenn das so sein sollte, möchte ich Dich auch hier herzlich bitten, Dich einem erfahrenen Seelsorger anzuvertrauen. 

"Suche aktiv nach Hilfe!"


Wie geht das: "nachjagen"?

Nachdem wir nun wissen, was Frieden ist, und wissen, was wir ganz konkret dazu tun können, möchte ich uns noch vor einem großen Irrtum bewahren: Dem Irrtum, wir müssten nur „einen Entschluss fassen“ und „uns anständig Mühe geben“ und „dann wird das schon“. Das wäre der Weg des Gesetzes. Und der funktioniert nicht. 

Natürlich steht auch Hebräer 12,14 „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird...“ Aber in Römer 8,7 steht auch, dass sich unser „Fleisch [...] dem Gesetz Gottes nicht unterwirft; denn es vermag's auch nicht.“ Gottes Wort macht uns also nicht die geringste Hoffnung, dass wir auf dem Wege der Selbsterlösung Erfolg haben werden.

Ja, wie denn jetzt? Wir haben doch jetzt die ganze Zeit gesagt, wir sollen dem Frieden nachjagen? Oder etwa nicht? Und jetzt sage ich Dir: „Jaja, aber das geht gar nicht!“ Will ich Dich denn jetzt etwa veräppeln? Natürlich nicht! Es ist vielmehr beides richtig: Gott möchte, dass wir "dem Frieden nachjagen", also alles in unserer Macht stehende tun, um unseren Beitrag zum Frieden zu leisten. Und Gott weiß auch, dass wir die Kraft dazu nicht in uns selbst finden werden.

"Ja, wie soll es den dann gehen?" fragst Du nun vielleicht. Nun, die Lösung, also die Antwort auf diese Frage, hat etwas mit Beziehung zu tun: mit Deiner Beziehung zu Gott. Denn die Lösung liegt nicht in einem Kraftakt. Und nicht in Deiner Disziplin. Die Lösung liegt in einer Person. Und zwar in Jesus Christus selbst.

Bitte höre bei den folgenden Versen ganz genau hin: In 1Kor 1,30 steht: „Gott allein hat es ermöglicht, dass ihr in Christus Jesus sein dürft. DEN hat er zu unserer Weisheit gemacht. Durch IHN sind wir vor Gott gerecht gesprochen und unser Leben wird durch IHN geheiligt. Durch IHN sind wir erlöst.“ (NLB)

Wenn ich also eine Beziehung zu Jesus Christus habe, dann ist ER die Kraft in mir zur Heiligung. Er IST unsere Heiligung! Wenn wir also vom Bösen lassen und dem Guten und dem Frieden nachjagen wollen, ist ER die Antwort. ER ALLEIN! 

ER ist auch unsere Heilung: In Jesaja 53:5 lesen wir: „Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf IHM, auf daß wir Frieden hätten, und durch SEINE Wunden sind wir geheilt.“ (Jes 53:5) ER ALLEIN ist in der Lage, die Wunden unserer Seele zu verarzten, dafür zu sorgen, dass wir innerlich wirklich heil werden!

Letzten Endes liegt der Frieden, dem wir nachjagen sollen in Seiner Person begründet: „ER ist unser Friede “lesen wir in Epheser 2,14 – und in Jesaja 9,5-6 noch genauer: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und ER heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf daß seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende sei [...] in seinem Königreich [...]“. Wenn wir also wirklich Frieden suchen, dem Frieden nachjagen wollen, dann ist unser Ziel eine Person!

ER ist es, der durch seinen Heiligen Geist in uns „wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ (Phil 2,13). ER ist es, der spricht: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe [...]: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ (Jer 29:11“) ER ist es, der spricht: „ICH will [...] solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.“ (Hes 36,27)

ER ist es, der spricht: „Ihre Wege habe ich gesehen, aber ICH will sie heilen und sie leiten und ihnen wieder Trost geben; und denen, die da Leid tragen, will ich Frucht der Lippen schaffen. Friede, Friede denen in der Ferne und denen in der Nähe, spricht der HERR; ICH will sie heilen.“ (Jes 57:18-19)

GOTT ist es, der Dich zum Frieden ruft. 

Und dieser Gott ist es, der Dich befähigen will, Seinen Willen zu tun. Dieser Gott ist es, der Mensch geworden ist, der aus Liebe zur Dir Sein Leben gegeben hat als Preis für Deine Sünden am Kreuz von Golgatha. Dieser Gott ist es, JESUS CHRISTUS, der auferstanden ist und lebt, der Dich persönlich ruft und bittet: „komm und folge mir nach!“ (Lk 18,22) – auf dem Weg des Friedens. 

AMEN.


Fragen an Dein Herz

  • An welchen Stellen hat Gott Dein Herz berührt und Dich zur Umkehr gerufen?
  • Willst Du Ihm vertrauen und folgen?


„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.“ 

(Galater 2,20)

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[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Schalom_(Hebr%C3%A4isch), aufgerufen am 12.01.2019 um 16:26)