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Montag, 2. Juli 2012

Toleranz oder Wahrheit - 7 Aussagen

1. Die Behauptung “alle Wege führen zu Gott” ist eine absolute Aussage und somit nach den Regeln des Pluralismus eine Unverschämtheit.

2. Die Aussage Christi: “niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich” ist eine ebenso absolute Aussage. Nur sagt sie das absolute Gegenteil der ersten Behauptung aus.

3. Die Frage ist also nicht welche Aussage dem pluralistischen Wunschdenken am meisten widerspricht, denn das tun sie beide in gleicher Weise. Sondern es geht bei beiden Aussagen um Wahrheitsaussagen. Die eigentliche Frage ist also welche von beiden Aussagen wahr ist – nicht, welche uns besser in den Kram passt.

4. Die Heilige Schrift lehrt klar, dass wir Menschen von uns aus keinerlei Fähigkeit zur Gotteserkenntnis haben, nicht über die Sinne, noch die Gefühle oder den Verstand. Das lehren uns zu Recht auch Biologie, Philosophe, Psychologie und Physik. Insofern ist kein Christ klüger oder dümmer als ein Nichtchrist, denn unsere Voraussetzungen zur Gotteserkenntnis sind, weil wir alle begrenzte Menschen sind, weltweit die selben.

5. Die Heilige Schrift lehrt jedoch klar, dass Gott von sich aus die Kluft der Erkenntnis überbrückt hat, indem ER sich uns Menschen offenbart hat; in einer Weise, die für uns sowohl verständlich als auch historisch nachvollziehbar ist.

6. Wer die antiken Schriften aufrichtig und ohne Vorurteil auf die Korrektheit ihrer Überlieferung hin prüft, wird feststellen, dass sie das ungefälschte Zeugnis vieler Zeitzeugen enthält, die von einer historischen Figur mit einem absolut einwandfreien Charakterzeugnis berichten. Und davon, dass diese Person eine absolut ungeheuerliche Aussage machte.

7. Die Christen haben die Weisheit also nicht mit Löffeln gefressen und sind daher auch nicht klüger als alle anderen. Als Menschen, die erkannt haben, dass sie vor Gott Sünder sind, haben sie sogar noch viel weniger Grund zum Hochmut, als die gemeine Volksmeinung uns gerne glauben machen will. Vielmehr sind sie dankbare Empfänger der von Gott gegebenen Erkenntnis, dass allein in Jesus Christus, dem offenbarten Gott, die Wahrheit, der Weg zu Gott und damit ewiges Leben zu finden ist (Joh 14,6).

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siehe auch: http://goo.gl/P05U2, sowie: http://goo.gl/R9uyr

Dienstag, 26. Juni 2012

Lügner, Irrer oder Herr?

Das 'Trilemma' - adaptiert aus 'Mere Christianity' von C.S. Lewis

In seinem klassischen Werk 'Mere Christianity' (1) bietet C.S. Lewis ein überwältigendes Argument dafür, dass wir Jesus nicht einfach als guten Morallehrer ansehen können und dürfen. Jesus lehrte und verkündete vieles was ihn selbst betraf. In Johannes 16,28 finden wir folgende Aussagen, welche Jesus seinen Jüngern, ihn selbst betreffend, klar darlegte:

"Ich bin vom Vater ausgegangen 
und in die Welt gekommen; 
ich verlasse die Welt wieder 
und gehe zum Vater." 

(Johannes 16,28)


1. Seine Prä-Existenz beim Vater
2. Seine Inkarnation
3. Seinen Tod, Beerdigung und Auferstehung
4. Seine Himmelfahrt zum Vater

Diese Aussagen offenbaren uns den Kern der Identität und Mission Jesu: Er ist der ewige Gott. Er wurde Fleisch. Er litt und starb, um uns zu Gott zu bringen. Er auferstand aus dem Grab. Er fuhr auf zur rechten Hand des Vaters. Große Gefahr droht, wenn wir dieses große, gewichtige Zentrum von seiner Lehre und seinem Beispiel trennen. Gehen wir vorsichtig vor! Doch gehen wir mit zuversichtlicher Gewissheit über das biblische Zeugnis vor; bestätigt aus dem Mund Jesu und der Feder der Apostel. 


Doch lassen wir C.S. Lewis zu Wort kommen.

"Dort taucht plötzlich ein Mann auf unter den Juden der herumgeht und redet, als ob er Gott wäre. Er behauptet, Sünden zu vergeben. Er sagt, Er habe schon immer existiert. Er sagt, dass Er wiederkommen wird, um die Welt zu richten, am Ende der Zeiten. Nun lasst uns das klar stellen: Unter Pantheisten, wie den Hindus, kann jeder sagen, dass er ein Teil von Gott oder eins mit Gott ist: Daran wäre nichts wirklich Seltsames. Doch dieser Mann, weil er ein Jude war, konnte nicht diese Art von Gott meinen. Gott, in ihrer Sprache, bedeutete das Wesen außerhalb der Welt, welches sie gemacht hatte und uneendlich verschieden von allem anderen war. Und wenn Sie das begriffen haben, werden Sie sehen, dass das, was dieser Mann sagte, ganz einfach das Schockierendste war, was jemals von menschlichen Lippen geäußert wurde.

Ein Teil des Anspruches droht uns unbemerkt zu entgehen, weil wir ihn schon so oft gehört haben, dass wir nicht mehr sehen, worauf er hinausläuft. Ich meine den Anspruch, Sünden zu vergeben: Jede Sünde. Nun, es sei denn der Sprecher ist Gott, ist diese Aussage so absurd, dass sie fast komisch wäre. Wir können alle verstehen, dass ein Mann Beleidigungen gegen ihn selbst vergibt. Sie treten auf meine Zehen und ich vergebe Ihnen. Aber was sollen wir mit einem Mann machen, selbst unberaubt und ungetreten, der ankkündigt, dass er Ihnen vergäbe, dass Sie auf anderer Männer Füße getreten sind und anderer Männer Geld gestohlen haben? 'Idiotische Einfältigkeit' wäre wohl die freundlichste Umschreibung, die wir über Sein Verhalten abgeben würden. Doch das ist, was Jesus tat. Er sagte Menschen, dass ihre Sünden vergeben wären und wartete nie, um all die anderen Menschen zu befragen, welche deren Sünden unzweifelhaft verletzt hatten. Er benahm sich ohne zu zögern so, als ob Er die am meisten betroffene Seite, die in allen Delikten am meisten beleidigte Person sei. Das macht nur Sinn, wenn Er wirklich Gott war, dessen Liebe verwundet und dessen Gesetze mit jeder Sünde gebrochen werden. Im Munde jedes Sprechers, der nicht Gott ist, würden diese Worte implizieren, was ich nur als eine Dummheit und Einbildung ansehen kann, die unter allen Charakteren der Geschichte ihresgleichen sucht.

Und doch (und das ist die merkwürdige, bedeutende Sache) selbst seine Feinde haben, wenn sie die Evangelien lesen, für gewöhnlich nicht den Eindruck von Dummheit oder Einbildung. Noch viel weniger unvoreingenommene Leser. Christus sagt, er sei "demütig und bescheiden" und wir glauben Ihm; ohne zu bemerken dass, wäre Er lediglich ein Mensch, Demut und Bescheidenheit wohl die letzten Eigenschaften wären, die wir einigen Seiner Aussprüche beimessen würden.

Ich versuche hier, jeden davon abzuhalten, diese wirklich alberne Sache zu sagen, die Leute oft über Ihn sagen: "Ich bin bereit, Jesus als einen großen Morallehrer anzuerkennen, aber ich erkennene nicht Seinen Anspruch an, Gott zu sein." Das ist das Eine, was wir nicht sagen dürfen. Ein Mensch, der nur ein Mensch war und die Sorte von Dingen sagte, die Jesus sagte, wäre sicher nicht ein großer Morallehrer. Er wäre entweder ein Irrer - auf einer Ebene mit dem Mann der sagte er sei ein gekochtes Ei - oder er wäre der Teufel der Hölle. Sie müssen sich entscheiden. Entweder war und ist dieser Mann der Sohn Gottes: oder aber ein Verrückter oder etwas noch Schlimmeres. Sie können Ihn als einen Irren einsperren, Sie können Ihn anspucken und als einen Dämon töten; oder Sie können zu Seinen Füßen niederfallen und Ihn Herr und Gott nennen. Aber kommen Sie mir nicht mit so einem gönnerhaften Unsinn wie, Er wäre ein großer menschlicher Lehrer gewesen. Das hat er uns nicht offen gelassen. Das hat er nicht beabsichtigt.


So sind wir mit einer beängstigenden Alternative konfrontiert. Dieser Mann über den wir sprechen war entweder (und ist) genau das, was er sagte oder aber ein Irrer oder etwas Schlimmeres. Nun scheint es mir offensichtlich zu sein, dass Er weder ein Irrer noch ein Unhold war: und konsequenterweise, so fremd oder furchteinflößend oder unwahrscheinlich es auch scheinen mag, habe ich die Sicht zu akzeptieren, das Er Gott war und ist. Gott ist in menschlicher Gestalt auf dieser feindbesetzten Welt gelandet.

Und nun, was war der Sinn von alledem? Was ist Er gekommen zu tun? "Nun, um zu lehren, natürlich," ist für gewöhnlich die Antwort.

Doch sobald Sie ins Neue Testament oder irgend ein anderes christliches Schriftstück schauen, werden Sie finden, dass man ständig über etwas anderes redet - über Seinen Tod und Seine Auferstehung. Es ist offensichtlich, dass die Christen denken, dass der Hauptpunkt der Geschichte hier liegt. Sie denken, der Hauptgrund, weshalb Er auf die Erde kam, war, zu leiden und zu sterben.

Ein Mensch kann annehmen, was Christus getan hat, ohne zu verstehen, wie es funktioniert: In der Tat, er wird nicht verstehen, wie es funktioniert, bis er es angenommen hat.

Uns wird gesagt, dass Christus für uns getötet wurde, das Sein Tod unsere Sünden abgewaschen und dass er durch Sein Sterben den Tod selbst außer Gefecht gesetzt hat. Das ist die Formel. Das ist das Christentum. Das ist, was zu glauben ist.

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(1) Erstmals in deutscher Sprache erschienen unter dem Titel "Christentum schlechthin". Neuere deutsche Ausgaben tragen den Titel 'Pardon, ich bin Christ' und den Untertitel 'Meine Argumente für den Glauben'.

Freitag, 11. November 2011

„Welcher Gott ist der Richtige?“

Aus menschlicher Perspektive sieht die Religionslandschaft unserer Zeit nicht weniger oder mehr bunt gescheckt aus, als zu Zeiten Christi, der Römer, der Griechen, der Meder & Perser, oder der Babylonier.  

Die Fragen, die sich angesichts der Vielfalt der Religionen auf diesem Planeten – und nicht zuletzt angesichts der Vielfalt der Parteiungen in der Christlichen Kirche stellen lauten: „Wer hat denn nun eigentlich Recht?“ und vor allem „Warum?“. „Wer darf in Gottes Namen sprechen?“ Oder, um es mit fremden Worten zu sagen, die mir sehr gut gefallen haben: „Der [christliche] Glaube [erscheint dem außen stehenden Betrachter] nicht als klare Richtschnur sondern als vielfach fraktionierte Transzendenz mit einer teilweise gemeinsamen Symbolik.“

Diese bunte Landschaft möchte ich der Einfachheit halber in zwei Gruppen einteilen:

1) Die Christen in all ihren Fraktionen
2) Weitere Religionen: Judentum, Christentum und den Islam sowie alle andere [Welt-]Religionen: Taoismus, Hinduismus, Buddhismus, Animismus u.v.m.


Christliche Fraktionen: Wenn es um die unterschiedlichen ‚Lager‘ im christlichen Glauben geht, so sind dies nach Ablauf von nahezu 2.000 Jahren kirchlicher Geschichte samt ihren Schismen, Erweckungen und Reformationen im Wesentlichen: die Orthodoxe Kirche – koptische, russische, griechische, syrische, etc. pp. + etliche autonome Partriachate, die Katholische Kirche – d.s. die ‚Katholiken‘ samt ‚Altkatholiken‘, sowie die mazedonisch-katholische, koptisch-katholische Kirche, u.v.a.m. sowie die Evangelischen Kirchen – d.s. die landeskirchlichen Kirchen: reformierte, calvinistische, protestantische, lutherische, etc. und freikirchlichen Kirchen: baptistische, evangelisch freikirchliche, freikirchlich evangelische, brüdergemeindliche, mennonitische, methodistische, charismatische, oder pfingstlerische, etc. pp.

 Alle diese Kirchen haben eines gemeinsam: Das auf der Bibel basierende Glaubensbekenntnis, d.h. dass sie daran glauben, dass Gott die Welt gemacht hat, die Er in Christus als Gott in Menschengestalt besucht und erlöst hat, dass dieser Christus von den Toten auferstanden ist und einmal alle Menschen richten wird, an den Heiligen Geist (und damit letztlich an die Trinität), die Vergebung der Sünden, die Gemeinschaft der Gläubigen und das ewige Leben, etc. Der Wortlaut (des apostolischen Glaubensbekenntnisses) ist:

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Zusammen gefasst bedeutet das, dass alle Christen weltweit daran glauben, dass Gottes ihnen auf Basis des Opfers Christi am Kreuz, dem Mensch gewordenen Gott, Ihre Schuld vergibt – weil Er sich freiwillig für sie geopfert hat, weil er ihre Sünden stellvertretend für sie getragen hat – und dass Er dies von Herzen gerne tat, weil Er uns unabänderlich liebt.

Damit haben alle christlichen Kirchen der Welt weitaus mehr gemeinsam, als das, was sie trennt: nämlich das Zentrale, das Evangelium, die Grundlage unserer Erlösung – auch wenn sie sich in einigen nicht wirklich heilsnotwendigen Fragen unterscheiden, wie z.B. der Anzahl der Sakramente, der Zulassung zum Abendmahl, der Sicht zur Kindertaufe, etc.

Leider ist es jedoch in der Kirchengeschichte – und das ist mehr als nur zu bedauern – immer wieder vorgekommen, dass es unter Christen gegenseitige Ausgrenzungen, oder sogar Streit gab. Das findet sich in den Schismen der Frühkirche (Konzil zu Chalcedon, etc.), der Ausgrenzung evangelischer Christen vom katholischen/orthodoxen Abendmahl, dem Streit zwischen den katholischen und evangelischen Christen in Irland u.v.a.m.

Wenn es allerdings, wie eingangs beschrieben, um die Frage geht, welcher Gott der richtige sei, also um sogenannte „unbedingt heilsnotwendige Fragen“ dann sind sich alle Christen einig: Gott ist der Drei-Eine, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, der die Welt erschaffen und uns durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz erlöst hat, der uns in diesem Leben umgestaltet in sein Bild (Heiligung) und der mit einem Himmel auf uns wartet von dem es heißt: „Jede Träne wird er von ihren Augen wischen. Es wird keinen Tod mehr geben und auch keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war, ist für immer vorbei. "Seht, ich mache alles ganz neu!", sagte der, der auf dem Thron saß, und wandte sich dann zu mir: "Schreib diese Worte auf! Sie sind wahr und zuverlässig."“ (Offenbarung 21:4+5)

Als Grundlage zur Beantwortung der Frage nach dem Heil sollte also die Heilige Schrift als Grundlage des Glaubens herangezogen werden, nicht das z.T. falsche, davon abweichende Handeln der Gläubigen. Denn die Basis des Glaubens besteht allein im geoffenbarten Wort Gottes und nicht in der Kongruenz des Verhaltens der daran Gläubigen dazu. Kurz: Zwar sind auch Christen „nur Menschen“, was allerdings deren Fehlverhalten nicht im Geringsten entschuldigt. Was die Glaubwürdigkeit der Schrift jedoch angeht, so macht das Verhalten der Christen genausowenig einen Unterschied, wie das Überfahren einer roten Ampel die Straßenverkehrsordnung nichtig macht.

Weitere Religionen: Judentum, Christentum und den Islam sowie alle andere [Welt-]Religionen: Taoismus, Hinduismus, Buddhismus, Animismus u.v.m.

Nachdem sich alle christlichen Fraktionen in den heilsentscheidenden Fragen um die Person und das Werk Gottes, von einigen Differenzen abgesehen, relativ einig sind, muss also die Frage gestellt werden, wie sich denn nun der Alleinigkeitsanspruch des Christentums gegenüber den anderen Religionen, insbesondere gegenüber dem Judentum und dem Islam rechtfertigt.

Dazu möchte ich vorausschicken, dass alle menschliche Erkenntnis begrenzt, relativ und fehlerhaft ist und somit – auf sich allein gestellt! – auch nur begrenztes, relatives und fehlerhaftes Wissen produzieren kann. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, muss es jedem modernen, durch die Aufklärung naturalistisch, existentialistisch und relativistisch geprägten Menschen der Postmoderne zwangsläufig so erscheinen, als sei die Frage unmöglich und vor allem unmöglich in absoluter Weise zu beantworten.

 Und aus der Perspektive des Menschen aus ist sie es auch nicht. Der Relativismus unserer Erkenntnis, der sich notwendigerweise aus der Beschränktheit unseres Seins, Denkens und Erkennens ergibt, kann nicht „von innerhalb des Systems“ aufgehoben werden. Das wäre in der Tat anmaßend und arrogant, wie es vielen Christen auch heute noch zu Unrecht vorgeworfen wird (s.u.).

 Wenn überhaupt dann kann der Relativismus der Erkenntnis allein von „außerhalb des Systems“ überwunden werden, indem Gott das tut, was dem Menschen unmöglich ist: Die Brücke zwischen Transzendenz und Immanenz zu überschreiten. Ob ein solches Ereignis jemals stattgefunden hat, lässt sich jedoch rein prinzipiell historisch-faktisch überprüfen. Entweder es gibt glaubwürdige Belege dafür, dass ein Gott diese Welt besucht hat, oder nicht.

 Und es war Christus, der die Frage "Dann bist du also der Sohn Gottes?" (Lukas 22:70) nicht nur mit einem simplen „Ja“ beantwortete, sondern mit dem im griechischen Text überlieferten Ausspruch „ego eimi“ (s. ebd.), also mit der gleichen Antwort, die Mose bekam, als er den allmächtigen Gott fragte, wen er denn als Auftraggeber für die Mission, die Israeliten aus Ägypten zu befreien, benennen sollte. Die göttliche Antwort lautete auch hier: „ego eimi“, d.h. sinngemäß: „ich bin der [ewig] Seiende“. Dieser Ewigkeitsanspruch findet sich übrigens auch in anderen, konkreteren Aussagen Jesu, wie z.B. „Ja, ich versichere euch", sagte Jesus, "ich war schon da, bevor Abraham überhaupt geboren wurde."“ (Johannes 8:58).

Dieser Jesus beansprucht also für sich, der ewige Gott selber in menschlicher Gestalt zu sein. Und dieser Jesus ist es (und nicht die christliche Kirche, die diesen Anspruch lediglich zitiert), der zudem auch noch einen Exklusiv-Anspruch auf die Erlösung erhob, in dem er sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als durch mich.“ (Johannes 14:6). Diese beiden Dinge sind - auch in Anbetracht aller anderen Weltreligionen - einmalig und singulär.

Damit bleiben 2 Dinge zu klären:

1) Hat Christus diese Dinge wirklich gesagt, d.h. ist die Überlieferung glaubwürdig?
2) Kann Christus seinem eigenen Anspruch genügen, d.h. ist Christus glaubwürdig?

Um die erste Frage zu klären, ist ein Vergleich mit bekannten Schriften der Antike, allen voran der „Ilias“ des Homer und dem „De bello gallico“ des Cäsar nicht nur interessant, sondern vor allem aufschlussreich (siehe http://wahrheit-suchen.blogspot.com/2011/11/wunsch-und-wirklichkeit.html).

Dabei fällt folgendes ins Auge: Die „Ilias“ beherbergt 764 fragliche Zeilen von insgesamt ~15.600, was einer „Fraglichkeit“ von 4,9%, bzw. einer Textgenauigkeit von 95,1% entspricht. Damit ist sie das am zweitbesten rekonstruierbare Dokument der Antike. Das Neue Testament enthält dem gegenüber ~20.000 Textzeilen. Allein 40 davon sind „fraglich“, entsprechend einer Ratio von 0,2% oder einer Textgenauigkeit von 99,8%. Damit ist das NT das am besten überlieferte Schriftstück der Antike.

Beim Vergleich der Anzahl erhaltener Abschriften dieser antiken Dokumente fällt weiter ins Auge: Von der „Ilias“ sind 643 Abschriften erhalten, von Cäsar’s „De bello gallico“ 10 und vom Neuen Testament 5.500 bis 5.600 überlieferten Handschriften und insgesamt 24.970 Manuskripte. Damit ist das NT nicht nur das am genauesten überlieferte, sondern auch das am besten „bezeugte“ Schriftstück der Antike.

Vergleicht man weiter die Zeitspanne zwischen der Abfassung der Dokumente und ihrer ältesten Abschrift, so fällt ins Auge, dass hier bei der „Ilias“ ganze 400 Jahre dazwischen liegen. Beim NT sind es 40 Jahre, also eine 10x kürzere Zeitspanne.

Das älteste Fragment des NT (genannt „P52“) wird dabei auf 130 n.Chr. datiert, wobei die Verfassung des Originals Johannesevangeliums an das traditionell akzeptierte Datum 90 n. Chr. herankommt, also ca. 57 Jahre nach Christi Tod und Auferstehung und damit noch zu Lebzeiten der Augenzeugen verfasst wurde.

Neuere Forschungen ergeben als früheste überlieferte Handschrift, den Papyrus "Magdalen GR 17", der auf die Zeit um 65 n. Chr. datiert wird, also 36 Jahre nach Christi Tod* (29 n.Chr.) und damit ebenfalls zu Lebzeiten der Augenzeugen. (http://www.gutenachrichten.org/ARTIKEL/gn99so_art3.htm). Der Apostel Johannes starb im 101 in Ephesus (http://www.almdorfammertal.de/heiligedez.html).

Ob also "P52" oder "Magdalen GR 17": die handschriftliche Überlieferung der Bibel beginnt, entgegen der allgemeinen Annahme, bereits zu Lebzeiten der Augenzeugen.

Dazu kommt, dass die Bibel voll ist mit erfüllten Prophetien – einer für unser zeitgebundenes Denken völlig unerklärlichen Tatsache: Wie kann z.B. Jesaja ca. 800 Jahre vor Christus dessen Mission und Tod voraussehen, oder wie kann z.B. David ca. 1000 Jahre vor Christus das Kreuzesgeschehen minutiös voraussehen? Für den allwissenden Gott, der aus der Ewigkeit auf alle Zeiten sieht: Kein Problem.

Darüber hinaus ist die Glaubwürdigkeit und Genauigkeit der historischen Angaben der Schrift durch archäologische Ausgrabungen bestens bestätigt: Ob Ephesus, oder Athen, ob der Tempel der Artemis oder der Aeropag – alle sind keine Hirngespinste religiöser Fanatiker, sondern historische Städte und Bauwerke, deren Ruinen noch heute besichtigt werden können, bzw. deren Historizität außerbiblisch bestens belegt ist.

Wenn wir also glauben, dass es einen Cäsar gegeben hat, der „Veni, vidi, vici!“ ausrief und ein Verhältnis mit Cleopatra hatte, dann führt kein Weg daran vorbei, auch alle Aussagen des NT als glaubwürdig überliefert zu betrachten – ja als noch viel glaubwürdiger und genauer.

Damit bleibt allein noch zu klären, ob Christus selber glaubwürdig war. Vor allem vor dem Bildhintergrund seines Gottes- und alleinigen Erlösungsanspruches. Dazu ist zu sagen, dass wir über den historisch überlieferten Jesus vieles behaupten könnten, eines jedoch nicht: Dass er ein unaufrichtiger Lügner und Betrüger war. Seine gesamte Biographie (und Lukas war der wohl anerkannt genaueste Historiker seiner Zeit!) zeigt mit jeder Zeile, dass er aufrichtig, gut, ehrlich und liebevoll war.

Was aber machen wir dann mit seinem Gottes- und Erlösungsanspruch? Was könnte zeigen, dass er wirklich nicht nur ein Mensch war, sondern Gott in menschlicher Gestalt? Das NT ist voll von Belegen für seine Wundertätigkeit, die ich keinem „normalen“ Menschen abnehmen würde – die ich bei einem Gott jedoch unbedingt erwarten würde!

Vor allem aber beschreibt das NT die Auferstehung Christi von den Toten – einem Ereignis, für dessen Historizität seine Jünger alle ihr Leben ließen. Wieso hat es Paulus gewagt, noch zu Lebzeiten der Augenzeugen, die nachprüfbare Aussage zu machen: „Danach erschien er mehr als 500 Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch am Leben sind; nur einige sind entschlafen.“? (1. Korinther 15:6)?


Zusammenfassung: Wer das NT und seine Entstehung wirklich studiert, anstatt die ‚urban legends‘ unserer Zeit ungeprüft zu übernehmen, wer sich den historischen, archäologischen und logischen Fakten nicht verschließt, der kommt nicht umhin, das NT und damit die Aussagen Christi als das wahrzunehmen was sie sind: Gottes transzendente Worte in unsere immanente Welt.