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Dienstag, 14. Oktober 2025

Johannes Evangelium 1,29-34

 


Das Buch der Zeichen - Die Zeugenaussage des Täufers - über das Gotteslamm


Gedanken: Einen Tag nach der Befragung sieht der Täufer, wie Jesus auf ihn zugeht und proklamiert, was ihm auf übernatürliche Weise gezeigt worden ist: dass dieser Jesus - oberflächlich nur der Sohn eines einfachen Zimmermanns - das ‚Lamm Gottes‘ ist; also der, der die Sünde der ganzen Welt wegträgt; der, dessen Opfer für die Bezahlung und Löschung von all unserer Schuld reicht.

Und dann erklärt Johannes der Täufer, dass es genau das war, worauf uns schon der Apostel Johannes im Prolog seines Evangeliums hingewiesen hatte: Eben, dass Jesus nicht nur der Sohn eines Zimmermanns war – ein Mensch, wie du und ich – sondern eben auch der, der unendlich weit über uns steht: der ewige Gott, der schon da war, bevor Johannes der Täufer auch nur geboren wurde.

Natürlich kannten sich Johannes und Jesus, zumindest als Menschen. Denn schließlich waren die beiden Cousins. Dass Jesus aber auch der Messias war, der Mensch gewordene Gott, unser Erlöser, das war Johannes, bevor Gottes ihm zeigte, noch nicht klar. 

Nachdem er es aber offenbart bekommen hatte, fing er damit an, seine Mitbürger zu taufen. Diese Taufe war ein Symbol der Umkehr. Johannes wollte das ganze Volk darauf vorbereiten, die wahre Identität von Jesus zu erkennen.

Dass Jesus der Messias ist, der Sohn des allmächtigen Gottes, das hatte Gott dem Täufer klar gemacht, indem er ihm - noch bevor es passierte - zeigte, woran er ihn erkennen würde: daran, dass der Geist des Dreieinen auf ihn herab kommen und bei ihm bleiben würde. Und als Johannes es dann exakt so passieren sah, wusste er es ohne jeden Zweifel und konnte es vor der ganzen Welt bezeugen.

O-Ton: „Als Johannes am nächsten Tag Jesus auf sich zukommen sah, sagte er: »Seht dort das Opferlamm Gottes, das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt. 

Von ihm habe ich gesprochen, als ich sagte: 'Nach mir kommt einer, der über mir steht; denn bevor ich geboren wurde, war er schon da.' 

Auch ich kannte ihn vorher nicht. Aber eben deshalb bin ich gekommen und habe mit Wasser getauft, damit er in Israel bekannt wird.« 

Johannes machte dazu folgende Zeugenaussage: »Ich sah, dass der Geist Gottes wie eine Taube vom Himmel auf ihn kam und bei ihm blieb. Vorher wusste ich nicht, dass er es war. 

Aber Gott, der mir den Auftrag gab, mit Wasser zu taufen, hatte zu mir gesagt: 'Wenn du einen siehst, auf den sich der Geist niederlässt und bei dem er bleibt, dann weißt du: Das ist der, der mit dem Heiligen Geist tauft.' Das habe ich gesehen«, sagte Johannes, »und ich verbürge mich dafür, dass dieser der Sohn Gottes ist.«“ (Joh 1,29–34)

Montag, 13. Oktober 2025

Johannes Evangelium 1,19-28

 


Das Buch der Zeichen - Die Zeugenaussage des Täufers - über sich selbst

Gedanken: Leute aus dem religiösen Establishment Jerusalems - Mitglieder oder Abgesandte des Hohen Rates, des Sanhedrin, also Sadduzäer und vor allem Pharisäer - schickten jüdische Geistliche und Lehrer des mosaischen Gesetzes los, um höchstamtlich untersuchen zu lassen, ob Johannes möglicherweise der Messias oder zumindest ein angekündigter Prophet sein könnte. Johannes aber bezeugte die Wahrheit und stritt nicht ab, dass er nicht der Messias wäre.

Zur damaligen Zeit erwartete das Volk Israel aufgrund einer Prophezeiung im Propheten Maleachi (Kapitel 4, Vers 9), dass der Prophet Elia als Vorläufer des Messias auftreten würde - oder zumindest laut Moses ein anderer Prophet. Nachdem Johannes klargemacht hatte, dass er selbst nicht der Messias ist, war es nur klar, was er als Nächstes gefragt werden würde: ob er zumindest Elia sei, oder “der Prophet“. Aber auch hier kriegen Sie von Johannes nur ein klares und knappes “Nein.“ als Antwort.

Nun machen die Fragesteller Druck. Sie sind schließlich mit einem Auftrag los geschickt worden und wollen nicht mit leeren Händen zurückkommen. Man kann die aufgeheizte Situation beinah greifen. Und zum ersten Mal geben Sie die Antworten nicht vor, sondern stellen eine offene Frage. Und Johannes beantwortet sie, indem er den Propheten Jesaja (aus Kapitel 40, Vers 3) zitiert und dann auf sich bezieht; er ist ganz einfach: „der Wegbereiter“ des Messias.

Unter den Fragern waren auch Pharisäer, und die wollten nun mit Nachdruck wissen, mit welcher Berechtigung Johannes dann das jüdische Volk taufte, die doch bereits gläubige Juden waren? Normalerweise taufte man nur, um gläubige Nicht-Juden (Proselyten) ins jüdische Volk aufzunehmen. Und „Wegbereiter des Messias“ war den Pharisäern wohl noch nicht genug.

Johannes antwortet ihnen, er taufe nur mit Wasser – als Symbol zum Abwaschen der Sünden. Das eigentliche Drama aber sei, dass sich mitten unter ihnen bereits der Messias befinde, sie ihn aber nicht erkannt hätten: er, der, weil er der ewige Gott in menschlicher Gestalt ist, so heilig ist, dass Johannes sich nicht einmal würdig fühlte, ihm die Sandalen von den Füßen zu schnallen. All das passierte am Ostufer des Jordan ca. 9 km nördlich des Toten Meeres; in der Nähe von Bethanien.

O-Ton: „Die führenden Männer aus Jerusalem schickten Priester und Leviten zu Johannes. Die sollten ihn fragen: »Wer bist du?« Da machte Johannes seine Zeugenaussage; er wich der Antwort nicht aus, sondern bezeugte mit aller Deutlichkeit: »Ich bin nicht der versprochene Retter.«

 »Wer bist du dann?«, fragten sie ihn. »Bist du Elija?« »Nein, der bin ich auch nicht.« »Bist du der erwartete Prophet?« »Nein.« »Sag uns, wer du bist«, forderten sie. »Die Männer, die uns geschickt haben, verlangen eine Antwort von uns. Was sagst du selbst von dir?« Johannes antwortete: »Der Prophet Jesaja hat von mir gesprochen. Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: 'Macht den Weg bereit, auf dem der Herr kommt!'« 

Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten Johannes: »Wenn du weder der versprochene Retter bist noch Elija und auch nicht der Prophet, warum taufst du dann die Leute?« 
Johannes antwortete: »Ich taufe nur mit Wasser. Aber mitten unter euch steht schon der, den ihr nicht kennt: er, der nach mir kommt. Ich bin nicht gut genug, ihm die Schuhe aufzubinden.« Das ereignete sich in Betanien auf der anderen Seite des Jordans, wo Johannes taufte.“ (Joh 1,19-28)

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Johannes Evangelium 1,6-8

 


Jesus Christus - Gottes Wort von Ewigkeit her -  Zeugnis des Täufers über das Licht (1,6–8)


Gedanken: Hier im Prolog, im Vorwort, fasst der Apostel Johannes nur kurz zusammen, wovon er später in seinem Evangelium noch im Detail berichten wird.

Als Gott ihm zeigte, dass die Zeit dazu reif war, verließ ein anderer Johannes, nämlich Johannes der Täufer, die Wüste, in der er seine Zeit mit Gott verbracht hatte und begann - nach Jahrhunderten des Schweigens Gottes – sein öffentliches Wirken in Israel.

Er sollte Jesus, „das Licht der Welt“, vor aller Augen als Zeuge identifizieren, damit alle nicht nur erkennen, dass er „das Opferlamm Gottes“ ist „das die Schuld der ganzen Welt wegnimmt“ - der, der uns vor Gottes Zorn über unsere Schuld erretten kann - sondern auch wirklich an ihn glauben und tatsächlich gerettet werden.

Dem Apostel Johannes ist dabei sehr wichtig, zu betonen, dass Johannes der Täufer nicht selbst „das Licht“ - also der verheißene Erlöser - ist, sondern nur sein Zeuge.

O-Ton: Es trat einer auf, den Gott gesandt hatte; er hieß Johannes. Er sollte Zeuge sein für das Licht und alle darauf hinweisen, damit sie es erkennen und annehmen. Er selbst war nicht das Licht; er sollte nur auf das Licht hinweisen. (Joh 1,6–8 GNB)

Sonntag, 4. Mai 2014

Die Verklärung Jesu (Mt 17:1-13)


Text

1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. 2 Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. 3 Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia; die redeten mit ihm. 4 Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. 5 Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! 6 Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. 7 Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht! 8 Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als Jesus allein. 9 Und als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt von dieser Erscheinung niemandem sagen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist. 10 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elia kommen? 11 Jesus antwortete und sprach zu ihnen:Elia soll freilich kommen und alles zurechtbringen. 12 Doch ich sage euch: Elia ist schon gekommen, aber sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm getan, was sie wollten. So wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. 13 Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte.


Kommentar

Zusammenfassung

Auf einem hohen Berg wird Jesus vor Zeugen, Seinen engsten Jüngern, verklärt und von Seinem Vater als der Christus, der Bringer des Evangeliums bestätigt. Mit Mose und Elia spricht er über sein Leiden, stärkt, ermutigt und ermahnt Seine Nachfolger und legt ihnen die Schrift richtig aus.


Struktur

1-4 Mit drei seiner engsten Jüngern besteigt Jesus einen hohen Berg und wird vor ihren Augen verklärt, wie er es ihnen vorhergesagt hatte. Mose und Elia erscheinen und sprechen mit Christus über dessen Leidensweg. Und Petrus, völlig hin und weg vom verklärten Christus, will, selbstvergessen, allen dreien je eine Hütte bauen.

5-8 Noch spricht Petrus, da überschattet die Shekinah-Wolke die Gemeinschaft und der allmächtige Vater selbst bestätigt und autorisiert Seinen Sohn und seine Predigt. Zutiefst erschreckt über die gewaltige Stimme Gottes fallen die Jünger anbetend auf ihr Angesicht; Christus aber rührt sie an und spricht ihnen Mut zu. Und schon ist die himmlische Schau vorüber.

9-13 Während des Abstieges ermahnt Christus die Jünger zu absolutem Schweigen über das Gesehene bis zu Seiner Auferstehung, um seinen Leidensweg nicht durch falsche Ambitionen des Volkes zu torpedieren. Und er erklärt Seinen, aufgrund einer irrigen Auslegung der Schriftgelehrten, verwirrten Jüngern, dass das Verschwinden Elias kein Widerspruch zur Schrift ist - und prophezeit noch einmal sein Leiden. 


Inhalt

1-4 Vor kaum einer Woche hatte Jesus Seinen Jüngern prophezeit, "Wahrlich, ich sage euch: Es stehen einige hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich" (Mt 16:28) und schon vollzieht sich die erste Vorschattung dessen, wovon Er sprach. Christus hatte den Kreis Seiner drei engsten Jünger, Simon Petrus und die Donnersöhne Jakobus und Johannes (Mk 3:17), mit sich genommen und sie -sie allein- auf einen "hohen Berg" geführt; vermutlich den im Nordosten von Cäserea Philippi liegenden über 2.800 m hohen Hermon.

Dort oben, in der Einsamkeit der Bergwelt, abgeschottet vom hektischen Treiben der Welt, geschieht etwas. Etwas so Außergewöhnliches, dass die Worte unserer irdischen Sprachen es kaum zu fassen vermögen. Es ist, als ob Gott den Schleier der Diesseitigkeit beiseite schöbe, ja so, als ob das, was wir als Realität betrachten, plötzlich transparent würde und den Blick freigäbe auf das, was wirklich ist, auf das letzgültige und wahre Sein, die ultimative Wirklichkeit. Vor den Augen der Jünger vollzieht sich, was mit Worten nicht auszusagen ist (vgl. 2Kor 12:4), denn für einen Moment ist es ihnen vergönnt, einen tieferen Blick zu erhaschen auf Ihn: Jesus Christus, den Sohn Gottes, die zweite Person der Trinität, den Allmächtigen, in Seiner Herrlichkeit: das Antlitz Christi erstrahlt wie die gleißende Sonne und seine Gewänder werden "hell und sehr weiß, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann" (Mk 9,3); so weiß, wie das Licht. 

Er ist " »...der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs«" und dieser "Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden" (Mt 22,32). Und so wird den Jüngern ein Stück der Blick frei in die himmlische Welt, die Welt der Lebenden in Christus. Moses und Elia, die größten Propheten nach Johannes dem Täufer, werden sichtbar und sprechen mit Christus über dessen Leidensweg (Lk 9:30f). 

So überirdisch ist die Schau des verklärten Christus, dass Petrus, völlig verzückt, gern für immer dort geblieben wäre. So sagt er es seinem Herrn und fragt ihn, ob auch Er gerne bliebe; gerne würde er mit frohem Herzen jedem der Drei eine eigene Bleibe bauen; sich selbst und seine Mitjünger hatte er ob der himmlischen Schau schon ganz vergessen. So verzückt war er, das Lukas später schrieb: "er wusste aber nicht, was er redete" (Lk 9,33).

5-8 Mitten in diesem Moment der Verklärung, hinein in das Gestammel Petri werden sie alle von der Shekinah überschattet, der leuchtenden Wolke der manifestierten Gegenwart Gottes des Vaters, in der Er sich auch schon bei der Einweihung des Tempels Salomons (2Chr 5:14) dem Volk Israel zeigte. Und aus der Wolke heraus hören sie alle die Stimme des Allmächtigen, der ihnen, wie schon bei Christi Taufe versichert "Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe..." (Mt 3,17) und dieses Mal hinzufügt "...auf den sollt ihr hören!" Damit bestätigt der Vater nicht allein die Echtheit Seines Sohnes, Seine Identität und Authentizität, sondern auch Seine Vollmacht und Autorität in der Verkündigung Seines Evangeliums vom Reich Gottes: das Er die Schuld unserer Sünde am Kreuz bezahlte, damit wir -von aller Schuld freigesprochen- ewig leben können.

So machtvoll, vielschichtig und reich ist Gottes Stimme, wie das Rauschen großer Wasser (Hes 1:24, vgl. Offb 1:15); so gewaltig ist die Stimme des Allmächtigen, dass die Jünger sich zu Tode erschreckten und vor Ihm niederfielen - mit dem Gesicht zum Boden, in die Haltung der Anbetung. Doch sogleich ist Jesus bei ihnen, kommt ihnen in Seiner Barmherzigkeit nahe und berührt sie mit Seiner Kraft und spricht die ermutigenden und stärkenden Worte zu ihnen, die schon vor ihnen gehört haben, die vor der Stimme Gottes erzitterten: "Fürchtet Euch nicht!" (vgl. 1Mo 15:1, 1Mo 26:24, 1Mo 46:3, u.v.a.m.; vgl. insbesondere Johannes: Offb 1:12-18). 

Und Jesus fügt hinzu: "Steht auf!", als ob er sagen wollte, "Es ist vorüber!". Und kaum hat Er diese Worte ausgesprochen, kaum haben die Jünger sich auch nur ein wenig von ihrem Schrecken erholt, kaum heben sie ihren Kopf, schon ist dieser Moment der außergewöhnlichen Gnade und Verzückung vorbei und sie finden sich wieder mit Jesus ganz allein auf dem Berg, zurück in der Welt des Profanen.

9-13 Und Christus bleibt auch nach diesem Erlebnis, als sie den Berg hinabsteigen, bei Ihnen, wenn auch nicht mehr in Herrlichkeit, sondern in Knechtsgestalt (Phil 2:6-7). Auf dem langen Weg des Abstieges schärft Er es Ihnen ein: keinesfalls sollen sie mit einer Menschenseele über das Gesehene sprechen; wohl um Seinen hinab ans Kreuz führenden Weg nicht durch unangebrachte Ambitionen des Volkes zu hindern, das seit nun schon über 400 Jahre auf das Erscheinen des Messias gewartet hatte und sich sehnte, die Befreiung aus der römischen Besatzungsherrschaft möge vom König der Könige in Seiner Macht und Herrlichkeit beendet werden. Deshalb mahnt Jesus Seine Jünger, über das Gesehene zu schweigen, bis dass Er, - und bei dieser zweiten Leidensankündigung (vgl. Mt 16:21) kommen die Jünger ins Stocken -, von den Toten auferstanden sei. 

Nicht die Auferstehung von den Toten gibt Ihnen Rätsel auf, denn von ihr ist auch schon im Alten Testament die Rede (Jes 26:19), sondern vielmehr verwirrt sie, dass Elia, den sie eben noch sahen, nun nicht mehr da ist. Elia jedoch, so hatten sie es von den Schriftgelehrten sagen gehört, solle zuvor kommen, um alles zurecht zu bringen. Die dieser Lehre zugrunde liegende Prophezeiung jedoch (Mal 3:23) bezog sich auf das zweite Kommen Christi (siehe 2Pe 3:4). Und so legt ihnen Christus die Prophezeiung richtig aus: Natürlich soll Elia vor dem großen Tag des Herrn kommen und "das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern" (Mal 3:24). Doch wie für so viele Prophetien, so gibt es auch für diese eine Vorschattung; und zwar für die Zeit von Jesu erstem Kommen - der Zeit der Jünger. 

Eben dies war aber bereits geschehen. Die Schriftgelehrten und Pharisäer hatten ihn jedoch nicht erkannt, sondern ihn vielmehr einen Besessenen genannt (Lk 7:30.33). Und so, wie Johannes leiden musste, der von Herodes getötet wurde (Mk 6:14-29), so würde auch Christus leiden müssen. Als Jesus es ihnen so erklärt, verstehen die Jünger, von wem er redete: von Johannes dem Täufer, der zwar nicht Elia in Person war (Joh 1:21), der jedoch den Geist der Reformation Elias repräsentierte in dem er Busse zur Vergebung der Sünden predigte und so den Weg für den Messias ebnete, wie es vorhergesagt war (Jes 40:3-5, Mal 3:1, Lk 3:3-6). 


Praktische Anwendung

1. Wenn Christus Dich in Höhen führt und verzückt, freue Dich - und lasse los: noch sind wir nicht im Himmel; und noch wird es immer wieder einen Abstieg geben.

2. Höre auf Christus und Sein Evangelium vom Gnadenreich Gottes; Er ist es der Dich mit Seinem Wort anrührt und Dir auch in der Angst neue Kraft gibt.

3. Was Christus Dir anvertraut, verkündige zur rechten Zeit und bitte Ihn um Seinen Heiligen Geist, dass Er Dir die Schrift recht auslege.

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[Predigt als MP3]