Posts mit dem Label Postmoderne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Postmoderne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 2. Dezember 2017

Müssen Christen leiden? - 2. Tim 1:6-8



Einleitung

Ihr Lieben!

Man kann sich ja heutzutage vielerorts prächtig in die Nesseln setzen!

Zum Beispiel, wenn man sich – als Nachfolger Christi – zu Themen, wie...
  • Militanter Atheismus
  • Gender
  • Homosexualität
  • Frühsexualisierung
  • Abtreibung
  • Flüchtlinge
  • Fremdenfeindlichkeit
  • Militanter Nationalismus
...oder ähnlichem äußert. Vor allem, wenn die eigene Äußerung dann nicht so "zeitgeistkonform" erfolgt, wie manche sich das um der „political correctness“ willen gerne wünschen würden. Auch, wenn man sich zu Randgruppen - ausgegrenzten Menschen - stellt, macht man sich selten Freunde; eher stellt man sich damit selbst ins Abseits – und das kann sehr weh tun.


Übersicht

Im Hauptteil möchte ich mich der Frage „Müssen Christen leiden?“ in 3 Schritten nähern:

2 Tim 1:6-8
  • Zuerst einmal wird es darum gehen, warum Paulus den Timotheus zum leiden auffordert
  • Zum zweiten wird es darum gehen, wie Timotheus dahin kommen kann, willig zu leiden
  • Und zum dritten wird es um das „was“ gehen: Wozu genau ruft Paulus den Timotheus auf?
Doch bevor ich auf darauf eingehe und zu unserem Text komme, möchte etwas Grundsätzliches zum Thema Leid klarstellen – und uns (natürlich nur für den Fall, dass das nicht schon längst vorher passiert ist) einen Zahn ziehen – und die vordergründige Frage direkt beantworten. Zum Schluss hin möchte ich uns dann mit hinein nehmen in die Frage, was uns unser Text in unserer Zeit zu sagen hat.


Müssen Christen leiden? - 3 Antworten  

 1. Ob,  2. Warum + Wozu, und 3. Wie.   
 
1. Ob? Ja!  Im Römerbrief lesen wir (Rö 8:17) "Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, wenn wir denn mit ihm leiden, damit wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.“ Paulus macht hier die ziemlich steile Aussage, dass wir Kinder Gottes sind, Erben Gottes, Miterben Christi – und zwar dann, wenn wir auch mit ihm leiden. Ich lasse das einfach mal so stehen. Um das Leiden kommen wir als Christen – auch, wenn das Wohlstandsevangelium etwas anderes predigt – nicht herum.

2. Warum und wozu? Gute Frage! Könnte Gott uns das Leiden nicht einfach ersparen? Zum Beispiel, weil es so unangenehm ist? Oder weil wir es uns so sehr wünschen? Eben, weil wir darunter leiden? Warum also läßt Gott das Leid in unserer Welt zu? Ich kann hier keine Theodizee bringen – und ganz sicher kann ich auch diese Frage nicht abschließend beantworten; daran haben sich weit größere als ich die Zähne ausgebissen. Ich will aber dennoch einen Aspekt der Antwort nennen, den ich in der Schrift gefunden habe: Gott lässt das Leid in unserem Leben zu, weil wir IHM in seinem Wesen gleich werden sollen . Er hat uns ja mit dem Plan geschaffen, dass wir Wesen „nach Seinem Bild“ sein sollten (1Mo 1:26). Nach Seinem Charakter: gnädig; barmherzig; geduldig; von großer Güte und Treue. Darum gilt es, Gehorsam zu lernen; Demut zu lernen; drunter zu bleiben; nicht zu rebellieren; unseren elendigen Stolz zu besiegen, der es immer besser weiß, ja als Gott. Ja, es geht darum, Christus in allem nachzufolgen, von dem es heißt: (Heb 5:8) "So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt.“ 

3. Wie? Gott nutzt die zwei stärksten Kräfte in unserer Seele, um uns in Sein Bild zu formen: Verzückung – und Leid (2Kor 3:18): "Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel, und wir werden verklärt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist.") Und auf der anderen Seite: (Phil 3:10-11 "Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.")


Der Text

„Aus diesem Grund erinnere ich dich daran,
dass du erweckest die Gabe Gottes,
die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände.
Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn
noch meiner, der ich sein Gefangener bin,
sondern leide mit für das Evangelium
in der Kraft Gottes.“


Warum leiden?

Unser heutiger Text beginnt mit der Formulierung "Aus diesem Grund...“. Aber welchen Grund meint Paulus damit?  Ich denke, die Antwort steht in Vers 4 - ihr erinnert Euch aus der letzten Predigt? -, wo es heißt :  "Und wenn ich an deine Tränen denke, verlangt mich, dich zu sehen, damit ich mit Freude erfüllt werde.".
 
Paulus hat Sehnsucht nach Timotheus. Er möchte ihn so gerne wieder sehen. Er sitzt im Gefängnis und weiß, dass er sterben wird. Paulus hat Sehnsucht. Und er würde sich so gerne freuen. Über Timotheus. Sein Gesicht zu sehen. Mit ihm zu reden. Gemeinschaft mit ihm zu haben. Das würde Paulus von Herzen freuen – ja er würde mit Freude erfüllt werden. Aber Timotheus hat Schiss. 

Darum richtet Paulus die Aufmerksamkeit von Timotheus weg von dessen Angst und dessen Scham – hin auf ihn, seinen Mentor, Lehrer, geistlichen Vater und Freund. Hin darauf, dass es nicht sein kann, dass Timotheus sich in Angst und Scham nach innen hin verschließt, wo er nach außen hin in Liebe leben könnte. Wo er Paulus eine unschätzbare Freude machen könnte; indem er sich zu ihm stellt.

Wir werden es später noch genauer sehen, aber hier deutet es sich schon an: es geht nicht um ein „Leiden um jeden Preis“, sondern es geht um die Liebe. Darum, die eigenen Schatten zu überwinden, um denen nahe sein zu können, die leiden.

"Erinnere ich dich daran, daß du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände." à Paulus erinnert Timotheus schon zum zweiten Mal: 1Tim 4:14: "Laß nicht außer acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist durch Weissagung mit Handauflegung der Ältesten.“ – scheinbar war das Erinnern nötig! 


 Wie soll das gehen?

Paulus ermahnt den Timotheus: „[ich] erinnere [...] dich daran, daß du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände." Woran also soll Timotheus sich erinnern?  Es geht ja darum, etwas zu „erwecken“. Das Wort, dass hier steht  "ἀναζωπυρεῖν“  (ana-zoo-pürein) enthält 3 Silben, die folgendes bedeuten: “ana = wieder”, “zoo = Leben” und “pyr = Feuer”, also in etwa: erneut zum Leben anfeuern. Stellt Euch ein Feuer vor, das heruntergebrannt ist und das zu erlöschen droht, wenn es nicht durch Anfachen und neues Brennmaterial am Leben erhalten wird. Um so ein Feuer geht es Paulus. Das Feuer des Glaubens im Timotheus. Paulus erinnert Timotheus daran, Seinem Glaubenfeuer neues Leben zuzufächern; seinen Glauben mit neuem Brennstoff zu versorgen.

Konkret soll Timotheus eben die Gabe zu neuem Leben anfachen,  “die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände." Dabei geht es um die Gabe, die Timotheus während seiner Ordination empfing. Natürlich ist das Handauflegen nur ein Zeichen. Es ist aber kein Zauber darin oder eigene Kraft. Vielmehr ist es Gott, der das Gebet des Paulus und der anderen Ältesten erhörte – und der der Geber aller guten Gaben ist.

Um Gottes Gnadengaben geht es also! Paulus aber noch konkreter Er schreibt: „[ich] erinnere [...] dich daran, daß du die Gabe Gottes erweckest, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände." Aber was ist das für eine Gabe?! Es ist, das macht der nachfolgende Text deutlich, das Charisma des Hirten und Lehrers von dem im Epheserbrief geschrieben steht: "Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden"
(Eph 4:11-12). Paulus fordert den Timotheus also auf, das Charisma des Geistes neu zu entfachen, damit die Gemeinde Gottes dadurch erbaut wird.


Wie soll das gehen?

Aber wie macht man das? “Die Gabe Gottes erwecken”? Paulus schreibt dazu: “Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Ja, Gott hat uns Seinen Geist gegeben. Allein über diesen Satz könnte man eine ganze Predigtreihe schreiben – weil es einfach der Kracher ist – stellt Euch das bitte einfach mal vor! Wir haben Gottes Geist! 

Und Gottes Geist ist kein Geist der Angst. Kein Geist, der Dich in die Ecke treiben will. Kein Geist, der Dich das fürchten lehrt. Das ist die Stimme des Feindes. Der Feind macht Angst; er verklagt; er schüchtertein; er macht Dich mutlos. Gottes Geist ist nicht so. Er macht Dich stark. Er lässt Dich mitfühlen. Er gibt Dir Weisheit und Vernunft; Klarheit und Verstand. Gottes Geist ist der Geist der Gnade und der Wahrheit. Es ist der Geist Christi. Der Geist der Liebe und Barmherzigkeit. Ein Geist der Rechtfertigung und der Gerechtigkeit. Dieser Geist ist kein knechtischer Geist, der uns versklaven will und unseren Willen bricht. Er achtet uns und unseren Willen.  Selbst dann, wenn wir die Gaben, die Er uns gegeben hat, „einschlafen lassen“. Er kommt dann nicht über uns und zwingt uns, seinen Willen zu tun. Er wartet. Er ist geduldig und demütig. Er liebt uns!

Das Anfachen Seiner Gnadengaben hat also zu tun mit einer Entscheidung unseres freien Willens. Weil Gott uns liebt und uns nie mit Gewalt zu etwas zwingen würde!  Um aber zu entscheiden braucht es mindestens zwei Wahlmöglichkeiten.  


Um was es geht

Und was sind diese zwei Wahlmöglichkeiten? Im Falle von Timotheus sind es: Angst und Scham  (auf der einen Seite) --- und Kraft, Liebe und Besonnenheit (auf der anderen Seite).  - Besonnenheit ist übrigens das genaue Gegenteil von hektischer Panik: σοφός / φρονώ bedeutet: weise und vernünftig. Darum schreibt Paulus „schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes.“  

"Genau um diese zwei Optionen geht es: Angst und Scham - oder die Kraft und innere Ruhe.

Genauer schreibt Paulus: „Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes.“ Genau das ist der erste Teils des Schlüssels für unseren heutigen Text: sich nicht für das Evangelium zu schämen; auch nicht für die, die ihm dienen, sondern dort willig und in der Kraft Gottes das Leid zu tragen, das zu tragen ist, wo die Welt -und „hinter ihr“ der Feind- sich gegen unsere Liebe zu Gott, Seinem Wort und Seinen Leuten stellt. 

Paulus geht es also um eine Entscheidung: die Betroffenen sind Gott, Sein Wort und Seine Leute. Die Kräfte des Bösen sind Angst und Scham. Ihr Ziel: Schweigen und Verleugnung. Die Gabe Gottes ist Sein Heiliger Geist und mit ihm mutige Kraft, herzliche Liebe und ruhige Besonnenheit. Sein Ziel: Bekenntnis und Solidarität. – auch, wenn das bedeutet, bewusst den Weg des Leidens zu wählen; um der Liebe willen!"

Konkret fordert Paulus den Timotheus auf: „schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit für das Evangelium in der Kraft Gottes.“  Und das ist der zweite Teils des Schlüssels für unseren heutigen Text: nicht in unserer eigenen Kraft zu leiden, sondern in der Kraft Gottes“.

Ich bin leider nicht sehr qualifiziert, über die Kraft Gottes zu sprechen. Alles, was ich tun kann, ist Euch vom Wort Gottes her zu sagen, was es mit der Kraft Gottes auf sich hat; auch wenn ich mir dabei zugegebenermaßen ein wenig vorkomme, wie ein Blinder, der von der Farbe spricht. 

Zum einen finden wir im Römerbrief und auch im 1. Korintherbrief Hinweise darauf, dass mit „Kraft Gottes“ das Wort vom Kreuz gemeint ist; das Evangelium: dass Christus aus Liebe für uns gestorben ist, um unsere Sünden zu tilgen und uns vor Gottes Heiligem Angesicht reinzuwaschen. Dieses Evangelium beinhaltet auch die Hoffnung auf den Himmel: eine Ewigkeit in Herrlichkeit und absoluter Glückseligkeit. Auch diese Hoffnung ist eine Kraft.  

Im 1. Korintherbrief beschreibt Paulus auch Christus selbst, der in uns wohnt, als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Letztendlich erfahren wir aber auch aus dem Markus- und Matthäus-Evangelium, aus dem Munde von Jesus selbst, was diese Kraft Gottes ist: es ist die „dunamis“ Gottes, mit der er Christus von den Toten auferweckt hat – und mit der er auch uns einst von den Toten auferwecken wird.

Die Kraft Gottes ist das Evangelium von der Sündenvergebung und der künftigen Herrlichkeit in Ewigkeit – ja sie ist die Kraft Christi selbst, mit der er aus den Toten auferstanden ist.

Ich persönlich glaube, dass dies unsere Waffen sind im Kampf gegen das Leiden: der Blick ans Kreuz; auf unseren geliebten König und Heiland, der uns im Leiden voran gegangen ist – und der Blick auf die Herrlichkeit unseres Erbes; wie auch Paulus betet: „dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen. Und er gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid, wie reich die Herrlichkeit seines Erbes für die Heiligen ist und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben durch die Wirkung seiner mächtigen Stärke. Mit ihr hat er an Christus gewirkt, als er ihn von den Toten auferweckt hat und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und jeden Namen, der angerufen wird, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und alles hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzt der Gemeinde zum Haupt über alles, welche sein Leib ist, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt.“ (Eph 1:17-23). 

Und ich glaube – vor allem aufgrund des Zeugnisses unserer Geschwister in der Welt – , dass Gottes Geist uns in den aller-schwärzesten Stunden, wenn wir gerufen sind „bis aufs Blut“ zu widerstehen, auch übernatürliche Gnade schenken kann, so wie es Elia in der Wüste und Christus in Gethsemane erlebt haben. 

In dieser Kraft sollen wir leiden. Nicht durch pure Willensanstrengung und eigene Kraft. Sondern im Blick auf Christus und sein Evangelium von der Gnade Gottes und unserer Hoffnung auf die Ewigkeit – und im Glauben an den in uns wohnenden Christus, der uns durch die Kraft des Heiligen Geistes nicht nur eines Tages von den Toten auferwecken wird, sondern der uns – in den schlimmsten Stunden unseres Leidens – mit seiner unbegrenzten Kraft zur Seite stehen kann.


Was heißt das für uns?

Doch was bedeutet all das für uns heute? Wo greift der Feind heute Gottes Wort und Leute an? 

Bei uns hier in Europa ist es zum einen sicher der neue Atheismus. Er brüllt wie ein Löwe und selbstbewusst; er verspottet Gottes Wort, und vor allem Aussagen über die metaphysische Welt, Himmel und Hölle, Gott und Engel, Teufel und Dämonen. Militant greift er Gottes Kirche an und glaubt, siegreich das Feld zu behalten.   

Es ist zum anderen auch die „political correctness“, die per Tabu und Scham der Gesellschaft verbietet, über Religion offen zu reden; vor allem, wenn sie christlich ist. Sie fordert Schweigen statt Evangelium. Jeder muss sich ihr beugen, will er nicht als überholter Fundamentalist aus dem vorletzten Jahrhundert gelten.   

Und es ist nicht zuletzt auch der den Zeitgeist bestimmende und alles durchdringende Relativismus, der jeder absoluten Aussage Gottes den Teppich unter den Füßen wegziehen will. Vor allem, wenn es um Gut und Böse geht, oder um die Exklusivität des Heils in Christus.

Anderswo auf der Welt sind es der Totalitarismus und Kommunismus - allen voran in Nordkorea und in der Volksrepublik China - sowie der militante Islamismus; nicht nur im nahen Osten und in Afrika. Sie verfolgen Gottes Volk, sie verbieten oder schänden Kirchen, Frauen und Kinder. Sie morden, was sich ihnen nicht beugt oder martern unsere Geschwister im Gefängnis, in Containern und Konzentrationslagern; unbeachtet von der Weltpresse und den Medien.  

Und was machen wir als Christen? Viele von uns schweigen. Aus Angst vor der Übermacht der öffentlichen Meinung und aus Angst, dem Bellen des Feindes keine adäquate Antwort geben zu können. Aus Scham, sich öffentlich zu blamieren. Und vielleicht - Gott behüte! - sogar aus Scham, als Christ erkannt zu werden.
  
Da geht es uns, wie dem Timotheus; da haben wir es nötig, dass man uns ermahnt - die Gabe Gottes in uns neu zu entfachen und mit Seiner Hilfe mutig den Mund auf zu machen und Antwort zu geben; Paroli denen zu bieten, die Gott, Sein Wort und Sein Volk verlachen. Seine Liebe zu Gott, Seinem Wort und zu Seinem Volk neu zu entfachen und sich ohne sich dafür zu schämen, klar zu bekennen, wo der Zeitgeist uns zum Schweigen bringen will.  Seine Besonnenheit ganz neu anzufachen und der Angst entgegen zu setzen, die uns von innen lähmen will.

Ich möchte uns etwas fragen: Wo wären wir einer Gefahr ausgesetzt, wenn wir der Liebe folgen würden - zu Gott, zu Seinem Wort, zu Seinem Volk? 

– Durch ein öffentliches - und politisch eher inkorrektes - Bekenntnis?
– Indem wir reden und nicht schweigen, wenn der Atheismus brüllt?
– Indem wir mutig das Evangelium weiter sagen und
– Indem wir uns in Liebe unseren verfolgten Geschwistern zur Seite stellen;
   
allen voran denen, die schon hier sind? 

Es geht also nicht - wie die Flagellaten im Mittelalter dachten - um "Leiden um jeden Preis: es geht um die Liebe Gottes und wie diese Liebe durch Dich zu denen kommt, die Gott Dir ans Herz legt (2x)  Es geht darum, Christus in Seiner Liebe nachzufolgen. Ihm, von dem der Hebräerbrief schreibt: à "Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So laßt uns nun zu ihm hinausgehen [...] und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir." (Heb 13:12-14)  
 
Und ihm nach zu folgen bedeutet, das zu tun, was Paulus auch im Brief an die Philipper schrieb „Seid so unter euch gesinnt, wie es [...] der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: Er, [...] hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, [...] und ward gehorsam bis zum [...]Tode am Kreuz.“ (Phil 2:5-8)


Fragen an Dein Herz

Und weil es darum geht, möchte ich Dich heute folgendes fragen. 

Bitte achte darauf, was Gott in Deinem Herzen spricht, wenn Du diese Fragen hörst:
 
Wer ist es, zu dem Gott Dich ruft?
Wer braucht Deine Liebe und Deinen Beistand?
Wo ruft Dich Gott, Ihn treu zu bekennen?
Wovor hast Du Angst; wovor fürchtest Du Dich?
Bitte Gott um Liebe, Kraft, Besonnenheit
Bitte Gott um klare Führung wo Du lieben und wo Du reden sollst!

Samstag, 29. Juli 2017

Echte Treue - 2Tim 4,1-7


Einleitung

Was ist „Echte Treue“? Manche von uns mögen dabei an ein Liebespaar denken, dass sich bis ins hohe Alter die eheliche Treue hält. Und das ist sicher ein gutes und ein schönes Bild. Denn auch in der Ehe gibt es stürmische Zeiten, die es zu überstehen gilt. Echte Treue gibt es nicht umsonst. Sie kostet etwas. Sie braucht Durchhaltevermögen. Und Selbstbeherrschung. Und gelegentlich braucht sie auch ein gerüttelt Maß an Leidensfähigkeit.

Wenn ich an „Echte Treue“ denke, dann denke ich – und ich bin nicht einmal ein ausgesprochener Fan von König Artus‘ Tafelrunde – an alte Rittersagen. Weil es darum nicht nur um Tugenden geht, sondern weil es dort auch um echte Gefahren geht. Um Mut. Um Kampf. Und eben um echte Treue – bis in den Tod. Treue, die etwas kostet. Treue, die auch Leidensbereitschaft mit einschließt. Und eben Tugendhaftigkeit.

Nun sind wir als Kinder Gottes natürlich nicht aufgerufen, alle Ritter zu werden. Und doch gibt es Elemente im christlichen Leben, die der Treue eines Ritters gegenüber seinem König gar nicht so unähnlich sind. Nicht zuletzt dienen wir ja einem König – ja, dem König der Könige! – und zu welcher Art von Treue ER uns ruft, darum wird es heute gehen.


Übersicht

In unserer heutigen Predigt möchte ich uns mit hinein nehmen in den Kontext unseres Textes – 2. Timotheus 4,1-7 – in die Situation des Paulus, wie auch in die Situation der Kirche damals – und uns dann, nachdem wir den Text gehört haben – mit hinein nehmen in unsere Zeit, die der des Paulus so unerwartet ähnlich ist – um uns zum Schluss Gottes Willen und Wunsch für unser Leben in dieser Zeit aufzuzeigen: Echte Treue.

Der Kontext

Historisch
Paulus sitzt in Rom. Er ist am Ende seines Lebens und seines Lebens in der Nachfolge angelangt. Er sitzt im Gefängnis und erwartet seine Hinrichtung. Timotheus ist sein Nachfolger. Paulus wünscht sich dringend seinen Besuch. Es ist beinahe Winter und Bootsüberfahrten von der Levante nach Italien sind von 10. November bis 10. März nicht mehr möglich (in dieser Zeit wurde der komplette Schifffahrtsbetrieb eingestellt). Doch selbst vom 15. September bis 9. November und vom 11. März bis zum 26. Mai waren Überfahrten teils noch sehr gefährlich. Darum ruft Paulus Timotheus zur Eile auf.

Die äußere Situation der Gemeinde - Verfolgung
Die äußerliche Situation der Gemeinde ist gekennzeichnet von der Christenverfolgung durch Nero: wir denken an "menschliche Fackeln", "Brot und Spiele" und Christen, die "den Löwen zum Fraß vorgeworfen" wurden. Paulus selbst wurde ~ A.D. 64 unter Nero hingerichtet

Die innere Situation der Gemeinde - Verführung
Die innere Situation der Gemeinde ist gekennzeichnet durch Angriffe griechischer Intellektueller: sie verbreiten die "Gnosis" – ein esoterisches Sonderwissen voll philosophischer Spekulationen. Alexander und Hymenäus "demythologisieren" den Glauben ("es gibt nichts Neues unter der Sonne":  Rudolf Bultmann). Irrlehrer - gekennzeichnet durch: Egoismus, Heuchelei, Sündhaftigkeit, Zügellosigkeit, Lasterhaftigkeit, etc. (sie zogen durch die Häuser und verführten weniger gebildete Frauen, etc.)


Der Text
Ohne näher auf den Aufbau einzugehen, ist der 2. Timotheusbrief – samt seiner Kernbotschaft – schnell auf den Punkt gebracht:  Er ist Paulus' Testament - Er ist Paulus‘ letzter Aufruf an Timotheus - Und er hat folgende – wesentliche – Facetten:

1. Mut statt Scham: den Aufruf zum Mut, zum Evangelium zu stehen, trotz äußeren oder inneren Widerstandes – also den Aufruf, sich seines Glaubens nicht zu schämen, sondern das Evangelium zu predigen. 2Tim 1:8 „Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin [...]“

2. Heiligung statt Lasterhaftigkeit: den Aufruf, durch die persönliche Heiligung, ein gutes Vorbild und Zeugnis zu sein: voll Glauben, friedlich, freundlich, keusch und gerecht -- statt ungerecht und Leidenschaften und Lüsten ergeben. 2Tim 2:22 „Fliehe die Begierden der Jugend! Jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen.“

3. Leidensbereitschaft statt Feigheit: den Aufruf, leidensbereit zu sein und zu predigen, statt sich schamvoll zu verkriechen und zu schweigen. 2Tim 1:8 „[...] leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes.“, 2Tim 2,3 „Leide mit als ein guter Streiter Christi Jesu.“

4. Und das Hauptstück – Die Bewahrung der Lehre: den Aufruf, die rechte Lehre zu bewahren und damit Widerstand gegen Irrlehrer zu leisten. 2Tim 2:2 „was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das befiehl treuen Menschen an, die tüchtig sind, auch andere zu lehren.“

5. Was ist diese Lehre? Sie ist Gottes Wort – die Heilige Schrift – das Zeugnis des Planes Gottes – und des Werkes Christi – sie ist die Wahrheit. 2Tim 1:9-10 „[Gott] hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus - der dem Tode die Macht genommen und das [ewige] Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.“

Diese 2 Verse enthalten das ganze Evangelium:
  • Wir sind von Gott berufen vor Grundlegung der Welt
  • Wir sind errettet aus Gnade – nicht aus Werken
  • Wir sind Selig in Christus allein – dem Gott, der sich in der Geschichte offenbarte
  • Wir haben Hoffnung auf ewiges Leben – und auf einen neuen Leib
Das ist das Evangelium, das wir  weitersagen sollen! Das ist die Gute Botschaft, die wir bewahren sollen. Gegen allen Widerstand von außen oder von innen. Hören wir die Botschaft noch einmal: 2Tim 1:9-10  „[Gott] hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus - der dem Tode die Macht genommen und das [ewige] Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.“

Nachdem wir nun gesehen haben, aus welcher Situation heraus Paulus den 2. Timotheus Brief schrieb – als „dead man walking“ – in eine Gemeindesituation, die geprägt war von äußerer Verfolgung und innerer Verführung – und nachdem wir im groben gehört haben, was Paulus so am Herzen lag: Mut, Heiligung, Leidensbereit-schaft und die Bewahrung der reinen Lehre von der Gnade und Liebe Gottes - Hören wir das Wort, um das es heute gehen soll:

"1 So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der da kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: 2 Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. 3 Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, 4 und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren. 5 Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, richte dein Amt redlich aus. 6 Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Hinscheidens ist gekommen.  7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; 8 hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben." (2Tim 4:1-7)

Zusammenfassung des Textes
Glauben ist also ein Marathon, ja ein Kampf! Auf dem Spiel stehen: Gottes Wort, Seine Wahrheit, die rechte Lehre. Die Kontrahenten sind: persönliche Lüste, dem Gusto angenehme Fabeln und Irrlehren. Die Waffen im Kampf sind: Nüchternheit, leidensfähige Hingabe und das Evangelium.


Die Gegenwart

Außen – Verfolgung
Wir erfahren es über OpenDoors, Hilfe für die Märtyrerkirche (HMK) oder Christian Solidarity International (CSI): » Blutige Attentate von IS und Boko Haram, Christen, die um ihres Glaubens willen verfolgt, vergewaltigt, aufgeschlitzt oder geköpft werden. » Bei uns ist es milder: Wir haben den modernen Atheismus, der in selbstherrlicher Aggressivität unseren christlichen Glauben verhöhnt.  Was in der Welt vorgeht, bedrängt meinen Glauben immer wieder aufs äußerste – und ich bin dankbar, dass Luther in seinem Traktat „Von der freien Gnade“ geschrieben hat:
„Ich will ein Exempel geben, denselben Glauben zu stärken, und zu trösten diejenigen, so mit schelen Augen Gott verdächtigt haben, als sei er ungerecht. Siehe, Gott der Herr würket in äusserlichen Dingen in dieser Welt also, daß wenn man es nach Vernunft sollte ansehen und richten, man sagen müßte, daß entweder kein Gott wäre, oder je ein ungerechter Gott wäre, wie jener Poet sagt: Es ficht mich oft an, daß Gott sei. Denn siehe, wie es den Gottlosen in der Welt aufs allerbeste gehet; wiederum, wie es den Frommen und den Christen allenthalben so ganz übel gehet, wie dann solches das tägliche gemeine Sprüchwort und die Erfahrung, aus welcher alle Sprüchwörter kommen, bezeuget, daß man sagt, je größer der Schalk, je besser Glück: Und in den Hütten der Gottlosen (sagt Hiob) ist die Fülle allenthalben. In dem Psalm 73 ist auch die Klage, daß die Gottlosen in der Welt den Reichthum besitzen. Nun Lieber, sage mir, ist es nicht bei allen, so Vernunft und Verstand haben, für ganz unrecht anzusehen, daß es gottlosen und bösen Buben nach Wunsch soll gehen, und daß die Frommen im Kummer, Jammer, Herzeleid und allem Uebel sollen stecken? Wohlan, nun ist je öffentlich der Weltlauf also, und ist stets also gewesen von Anbeginn. (S. 541.)“
Und Carl Olof Rosenius (* 03.02.1816; † 24.02.1868) – ein schwedischer Laienprediger und Initiator einer neuevangelischen schwedischen Erweckungsbewegung in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts tröstet darüber in seinem Kommentar zu Römer 4:16: 
"Und wie Abraham auf Gottes Wort und Allmacht hin auch solches glaubte, wovon er jetzt nichts sah, ja, solches, das aufs höchste gegen alles stritt, was er sah oder bei sich fühlte, so muß auch jeder Christ auf die Zusage des Herrn hin glauben, seinem eigenen Sehen und Fühlen ganz zuwider. Das ist es, was eigentlich Glaube heißt; der Glaube an Gottes Allmacht und Treue, daß Er alles jetzt Gesehene und Gefühlte in das Gegenteil wenden kann. So hat Luther zum Trost der armen Christen den Glauben Abrahams und den Gott Abrahams dargestellt, der dem ruft, das nicht ist, daß es sei, indem er sagt: ,,Es scheint wohl nicht, wenn man Seine Christen mit Füßen tritt oder ihnen die Köpfe abhaut, daß es soll Ehre und Herrlichkeit, Freude und Seligkeit heißen, sondern es fühlt sich nur als eitel Widerspiel. Aber Gott spricht: Ich kann machen, daß da stehe, was da nicht ist, und daß eitel Freude werde aus Traurigkeit und allem Herzeleid. Ich kann sagen: Tod und Grab, sei du Leben! Hölle, werde du Himmel und Seligkeit! Gift, sei du köstliche Arznei und Labsal! Teufel und Welt, sei du Meinen Christen nützlicher als die lieben Engelein und frommen Heiligen! Denn Ich kann und will Meinen Weingarten also bauen und warten, daß er durch allerlei Leiden und Unglück nur besser soll werden."
Innen - Verführung
  • Anthropozentrische Anbetung → Zweck = Hochgefühl vs. Verherrlichung Gottes
  • Emotionszentriertes Glaubensleben → Gefühl vs. Wort
  • lockerer Umgang mit körperlichen Sünden → Seelsorge:  "Anfassen" = normal
  • Facebook-Foren: "Schwärmertum" → Inflation von "Offenbarung" und "Prophetie"
  • Falsche Toleranz ("LGBTQ, Gender, ...) → Menschen lieben vs. Sünden hassen
Diese falsch verstandene Toleranz hat sich nun auch in unserem Grundgesetz niedergeschlagen – ich zitiere aus einem Rundbrief:
"Am 30. Juni 2017, hat der Deutsche Bundestag eine Ergänzung von § 1353 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) beschlossen, der jetzt lautet: "Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen."  Das ist eine verhängnisvolle Fehlentscheidung. Der eigentliche Skandal besteht [...] darin, dass die evangelischen Kirchen in dieser Sache Vorreiter waren. Der Rat der EKD gab dieser Bundestagsentscheidung in seiner Erklärung vom 28. Juni 2017 bereits vorab die kirchliche Zustimmung: „Dass auch für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum vollständig geöffnet wird, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen geschützt und unterstützt werden, begrüßt die EKD [...]"
Und das, obwohl die Heilige Schrift – glasklar(!) – davon spricht, was denen blüht, die so leben. Paulus schreibt:
1. Kor 6:9-10: „Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.“ 
  – oder noch klarer: 
Rö 1:22-28: „Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen [...] Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden, sie, die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen. Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, sodass sie tun, was nicht recht ist [...]“.
Bitte versteht mich Recht, ihr Lieben: ich habe Freunde in meinem Bekanntenkreis, die schwul sind. Ja, die schwul verheiratet sind. Und ich liebe sie – aufrichtig! Doch das ändert nichts daran, dass das, was sie tun, Sünde ist – Sünde, die genauso der Umkehr bedarf, wie Diebstahl, Drogenmissbrauch oder Okkultismus.


Gottes Wille
Was ist es nun also, was Christus von uns – im Angesicht äußerer Verfolgung und Verführung von innen – erwartet? Es ist das gleiche, was Paulus von Timotheus erwartet: Echte Treue – das ist: Der Mut, zum Evangelium zu stehen, trotz äußeren / inneren Widerstandes , d.i. den Mut, sich seines Glaubens nicht zu schämen, sondern das Evangelium klar zu predigen. Die Leidensbereitschaft, zu predigen, statt sich schamvoll zu verkriechen / zu schweigen. Die Persönliche Heiligung: d.i.: den Willen, durch ernsthafte Nachfolge ein gutes Vorbild und Zeugnis zu sein: voll Glauben, friedlich, freundlich, keusch und gerecht -- statt ungerecht, Irrlehren ergeben samt schändlichen Leidenschaften und Lüsten. Rechte Nüchternheit: die Bereitschaft, die rechte Lehre zu bewahren und damit Widerstand gegen Irrlehrer zu leisten - und das Evangelium hoch zu halten, die rechte Lehre, Gottes Wort, die Heilige Schrift, die Wahrheit → das Zeugnis Gottes Gnade, unserer Berufung, dem Leben, Sterben und der Auferstehung Christi und vom ewigen Leben.

Wie wichtig das Festhalten am Wort Gottes ist, mögen uns folgende Stellen zeigen:
  •  Joh 8:31 „Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger.“
  • 1Joh 2,24 „Was ihr gehört habt von Anfang an, das bleibe in euch. Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, so werdet ihr auch im Sohn und im Vater bleiben.“
  • 2Thess 2,15 „So steht nun fest und haltet euch an die Überlieferungen, in denen ihr durch uns unterwiesen worden seid, es sei durch Wort oder Brief von uns.“

Fazit / Aufruf
  • Bleibe in der Schrift!
  • Bekenne Christus mutig!
  • Lebe heilig!
  • Leide willig!
Mit einem letzten Vers aus Gottes Wort möchte ich schließen – in der Hoffnung, dass er sich uns einprägt in seiner Dringlichkeit – angesichts der Lage von Gottes Volk in unserer Zeit:
Phil 2,14-16 „Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, damit ihr ohne Tadel und lauter seid, Gottes Kinder, ohne Makel mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr scheint als Lichter in der Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens [...]“
 Amen.

Sonntag, 28. August 2016

"Jeder hat recht! - oder doch nicht?" Ein Gespräch mit Daniel von Wachter

Seit vielen Jahren, und das mit steigender Frequenz und Intensität, begegnen mir in alltäglichen Gesprächen zwei postmoderne Überzeugungen: "Jeder hat auf seine Weise Recht!" und "Der Wahrheitsanspruch der Christen ist intolerant!" Schon oft wollte ich einen eigenständigen Artikel darüber schreiben und habe es dann, neben einigen Andeutungen in Blogbeiträgen hier und dort, doch immer wieder hintangestellt. Nun ist mir - Gott sei Dank! - ein Besserer zuvor gekommen:

Der Philosoph Daniel von Wachter, der zusätzlich zur Philosophie auch Theologie und Maschinenbau studiert hat und somit nicht nur der Welt des Metaphysischen, sondern auch in den Alltäglichkeiten unserer physikalischen Welt zu Hause ist, nimmt in einem von
"Christliches Medienmagazin pro" geführten Interview Stellung zu solchen Überzeugungen und hinterfragt sie auf eine, wie ich finde, sehr gelungene Weise.

Darüber hinaus hat von Wachter zu unserem modernen Christentum und seinem eigentlichen Problem etwas zu sagen; ist es doch, so Wachter, zu einer Religion verkümmert, die "nur noch auf Gefühl beruht". In diesem Zusammenhang ruft von Wachter uns Christen in Deutschland auf, uns "wieder mehr [zu] bemühen, beständig in der Lehre zu bleiben."

Mit freundlicher Genehmigung von und herzlichem Dank an "Christliches Medienmagazin pro" und Herrn von Wachter, hier nun das Interview, welches "pro" mit ihm führte - und welches auch auf den Seiten von "pro" nachgelesen werden kann.



Postmoderne: „Jeder hat recht“ ist unlogisch
Postmodernes Denken prägt die gegenwärtige Politik, Theologie und öffentliche Debatten, meint der Religionsphilosoph Daniel von Wachter: Wahrheit gibt es nicht, alle haben recht, wer Wahrheit beansprucht, gilt als intolerant. Deshalb sorgt er sich um die freie Meinungsäußerung und die Zukunft des Christentums. Im Gespräch mit pro übt er Zeitkritik.

Daniel von Wachter ist 1970 in München geboren und dort aufgewachsen. Zunächst hat er Maschinenbau, dann Theologie, danach Philosophie studiert. Heute ist von Wachter Direktor der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein, einer privaten Hochschule für Philosophie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Metaphysik, analytische Religionsphilosophie, Ontologie und Kausalität.

pro: Was kennzeichnet postmodernes Denken? 
Daniel von Wachter: Postmodernismus ist nicht eine Analyse des Denkens der Mehrheit der heutigen Menschen, sondern besteht aus bestimmten Behauptungen bestimmter Autoren. Zum Beispiel: Es gibt keine objektive Wahrheit; es gibt keine Wirklichkeit, die von uns unabhängig ist; Vernunft und Wissenschaft sind nur Herrschaftsinstrumente; Texte haben keine zu entdeckende Bedeutung. Interessant ist, dass die vier Hauptautoren dieser Art von Rhetorik – Lyotard, Derrida, Rorty, Foucault – alle einen sozialistischen Hintergrund haben.

Wie denken Postmodernisten über den christlichen Glauben? 
Die Postmodernisten greifen die bloße Tatsache an, dass das Christentum eine Lehre hat; eine Botschaft, die wahr sein soll. Sie greifen die christliche Lehre nicht so an, wie es redlich und sinnvoll wäre, indem sie ihr Argumente entgegenhalten und sagen: Das ist falsch aus den und den Gründen. Stattdessen behaupten sie, Wahrheit und Wirklichkeit gebe es gar nicht. Zweitens greifen die Postmodernisten die Lehre der Christen an, dass die Bibel Gottes Wort und verbindliche Quelle der Lehre sei. Wieder geben sie keine Argumente, sondern sie sagen: Ein Text hat gar keine zu entdeckende Bedeutung. Jeder schafft sich seine eigene Bedeutung.

Wenn es keine Wahrheit gäbe, wäre jede Meinung gleichermaßen richtig? 
Es hat keinen Sinn, zu sagen: „Wenn jemand das anders sieht als ich, dann hat er ebenfalls recht.“ Das ist ein Widerspruch, es ist unvernünftig, so etwas zu sagen. Die Idee, dass man so einen Widerspruch „aushalten soll“, wird oft als menschlich und liebevoll dargestellt. Es ist aber unlogisch, wenn ich etwas glaube und das Gegenteil auch für richtig halte. Das bringt niemanden weiter. Wir wollen doch wissen, was richtig ist, und uns entsprechend entscheiden. Man darf die Wahrheit nicht gegen die Liebe ausspielen. Daher sollte man nicht sagen: Damit ich mehr Liebe übe, darf ich niemandem mehr widersprechen. Es ist sogar liebevoller, wenn ich versuche, ihn zu überzeugen, weil ich ja will, dass der andere auch die Wahrheit, also die richtige Auffassung erlangt. Manchmal ist es zum Beispiel in einer Gemeinde richtig zu sagen: „Wegen dieser Meinungsverschiedenheit trennen wir uns nicht“. Aber es ist töricht zu sagen: „Ich meine X, aber ich will nicht sagen, dass Nicht-X falsch wäre.

Kann man postmodernen Menschen überhaupt noch mit der „Wahrheit“ der christlichen Botschaft kommen? 
Die meisten Menschen nehmen natürlich an, dass es Wahrheit gibt. Wenn jemand tatsächlich vom postmodernistischen Denken beeinflusst ist, dann müssen wir, um ihn mit dem Evangelium erreichen zu können, ihn dahin führen, wieder Wahrheitsfragen zu stellen. Will sagen: Es wäre der ganz falsche Weg zu meinen, heute sollte man weniger Wahrheit predigen, weil die Menschen heute postmodernistisch denken. Im Gegenteil, wir müssen um so mehr Fragen stellen wie: Gibt es einen Gott? Ist Jesus Gottes Sohn, und ist das Evangelium wahr? Wenn ein Mensch das nicht fragen und nicht untersuchen kann, ob das wahr ist, hat er keine Chance, Christ zu werden.

Kommen Christen mit ihrem Wahrheitsanspruch nicht in Konflikt mit der Religionsfreiheit? 
Christen glauben an die christliche Lehre und haben mehr oder weniger Argumente dafür. Diese Argumente teilen sie ihren Mitmenschen mit und versuchen, sie davon zu überzeugen. Da ist kein Toleranzproblem. Ist das Toleranz, wenn ich sage: „Der hat eine andere Meinung und hat genauso recht“? Nein. Toleranz entsteht, wenn ich sage: „Ich meine A, der andere meint Nicht-A, ich schlage ihm trotzdem nicht den Schädel ein, ich unterdrücke ihn nicht, ich lasse ihn seine Religion frei ausüben.“ Christen müssen für Religionsfreiheit sein. Das ergibt sich klar aus dem Neuen Testament. Schon im 18. Jahrhundert findet sich bereits dieser Vorwurf gegen Christen, sie seien intolerant, weil sie behaupten, dass die christliche Lehre wahr ist. Das ist eine Verdrehung. Man merkt daran, dass diejenigen, die den Intoleranzvorwurf pflegen, selber gar nicht besonders tolerant sind. Die andere Person muss man achten und lieben, egal, was sie für eine Meinung hat. Man darf das aber nicht vermischen mit der Frage, ob etwas wahr ist oder nicht.

Inwiefern spiegelt sich postmodernistisches Denken auch in der Theologie wider? 
Der Kern der postmodernistischen Theologie – wie auch schon der modernistischen Theologie – ist, dass sie die überlieferten christlichen Lehren nicht nur ein bisschen anders versteht oder anders akzentuiert, sondern grundsätzlich umdeutet. Die Lehre der Dreifaltigkeit ist dann nicht mehr eine Lehre, die beschreibt, wie die drei göttlichen Personen Vater, Sohn und Heiliger Geist in Ewigkeit existieren und wie sie zusammenhängen, sondern es wird umgedeutet und etwa gesagt: Alles, was wir erleben, hat diese drei Aspekte. Die Botschaft von Weihnachten wird dann zu: Das Leben ist zwar schwer, aber es gibt immer noch Aufbruch, es gibt ein Licht. Die Lehre von der Auferstehung Jesu heißt nicht mehr, dass durch Jesu Auferstehung den Menschen bewiesen wurde, dass er wirklich der Messias ist und dass er den Tod besiegt hat, sondern sie wird dann zu einer Art Rhetorik, die Hoffnung machen will. Es klingt irgendwie so ein bisschen fromm. Aber es ist letztlich alles innerweltlich, und es ist nicht von Gott und unserer Beziehung zu ihm die Rede.

Gibt es das auch innerhalb der evangelikalen Bewegung? 
In der evangelikalen Welt in Deutschland hat sich stark ausgebreitet, dass man gefühlsorientiert ist und das Gefühl nicht mehr auf die Lehre gründet. Wenn Sie die Lieder der Reformation oder der Erweckungsbewegung ansehen, dann sind diese immer sehr emotional, das ganze Herz ist dabei. „Bis zum Tode bin ich gehorsam“ und „Alles geb‘ ich dir, mein Herr“ – das ist aber immer auf der Lehre gegründet: Weil Christus mein Herr ist, weil Jesus für mich gestorben ist, habe ich Hoffnung. Weil er auferstanden ist, den Tod besiegt hat, deshalb sehe ich nach vorne. Die evangelikale Welt in Deutschland hat sich stark davon abgewandt. Viele Lieder, die ich höre, haben Aussagen wie „Gott ist mir so nah, Gott ist so gut, ich bin so getröstet“, aber es ist kein Grund für den Trost genannt. Es wird versucht, das Gefühl auf andere Weise als durch die Lehre zu erzeugen.

Wo ist das Problem? 
Das ist eine ernsthafte Verirrung und eine wirklich Schwäche. Ein Christentum, das nur noch auf Gefühl beruht, das auch intellektuell schwach ist und wenig Festigkeit in der Lehre hat, kippt bei jedem Windhauch um. Es hat auch nicht viel Überzeugungskraft. Dabei ist das Christentum eine hochrationale Religion in dem Sinn, dass sie immer Begründungen liefert. Im Gegensatz zu anderen Religionen, die mehr auf Meditationstechniken setzen. Das Christentum hat mit dem Evangelium eine Lehre im Zentrum, und dazu kommen noch eine ganze Menge andere Lehren, die einen philosophischen, metaphysischen Inhalt haben. Darauf baut alles auf – die Emotionen, die Hoffnung und die Hingabe an Gott. Das Christentum hat Rationalität und Wissenschaft hervorgebracht. Mein eigenes Fach, die Philosophie, ist nicht zufällig im Christentum so zur Blüte gekommen. Die Christen haben von Anfang an gesehen: Sie müssen ihre Lehre untersuchen und verteidigen. Wir Christen in Deutschland müssen uns wieder mehr bemühen, beständig in der Lehre zu bleiben. So wie es am Beginn der Apostelgeschichte gesagt wird.

Was bedeutet es für die Religionsfreiheit, wenn Christen, Muslime oder Menschen anderen Glaubens aus vermeintlichen Toleranzgründen keinen Wahrheitsanspruch für ihre Religion erheben dürfen? 
Der Vorwurf der Intoleranz ist eine Gefahr für die Religionsfreiheit heute. Denn Religions- oder Meinungsfreiheit heißt ja: Jede Meinung und jeder Widerspruch dürfen geäußert werden. Der eine sagt, der Islam hat recht, dann darf jeder sagen, der Islam hat unrecht. Ich darf sagen, das Christentum ist wahr, und jeder darf sagen, das Christentum ist nicht wahr. Der Postmodernismus löst das auf und damit die Religionsfreiheit gleich mit. Das geht so: Wenn ich dem Moslem sage, dass er irrt, dann ist das laut den Postmodernisten eine gewalttätige Tat und muss verboten werden. In diese Richtung gehen tatsächlich schon Gesetzesentwürfe in Brüssel, die besagen, man darf anderen Religionen nicht widersprechen. Weil man diese Grenze zwischen Meinungsäußerung und wirklicher Gewalt- oder Unrechtstat aufgelöst hat, verlieren wir die Meinungs- und die Religionsfreiheit. Brüssel geht ganz klar in diese Richtung. Das ist politisch dramatisch und wird, wenn es so weitergeht, zu erheblichen Bedrängnissen führen.

Wie bewerten Sie unter dem Gesichtspunkt die gegenwärtige Debattenkultur? 
Ein Kennzeichen von heutigen Debatten ist, dass der Widerspruch und der inhaltliche Streit nicht mehr stattfinden und stattdessen mit Angriffen gearbeitet wird. Auch in der Flüchtlingsfrage ist es ja zum Beispiel so, dass die Äußerung bestimmter Meinungen, selbst wenn sie ziemlich offensichtlich wahr sind, auf einmal als verboten oder als schlecht angesehen wird. Zum Beispiel durfte bei einer Straftat nicht gesagt werden, wo derjenige herkam, der sie ausgeübt hat. Obwohl es eine Tatsache ist. Das ist politisch eine sehr gefährliche Situation. Wenn es unmoralisch ist, etwas zu sagen, was stimmt, oder wenn es überhaupt unmoralisch ist, eine bestimmte Meinung zu äußern, dann sind wir schon weit weg von der Meinungsfreiheit, die wir einmal hier in Europa errungen hatten.

In den vergangenen Monaten beschuldigen sich verschiedene Konfliktparteien gegenseitig der Hetze ... 
In der Debatte fallen schnell Begriffe wie „rechts“ und „links“, oder ganz beliebt ist zur Zeit ja „populistisch“. Egal, welche Position man inhaltlich bezieht, diese Bezeichnungen sagen nicht konkret, was falsch ist. Wenn ich sage, jemand ist extrem, ist das nicht informativ. Stattdessen sollte man sagen: Der ist gewalttätig, der wirft Steine auf Ausländer, oder was auch immer. So wäre es richtig. Dann könnte man sich eine Meinung bilden. Bei der Flüchtlingsfrage war zum Beispiel immer der latente Vorwurf dabei: Wenn du sagst, du bist für geschlossene Grenzen, dann bist du schuld, wenn morgen ein Flüchtlingsheim angezündet wird. Das ist keine offene und auch keine faire Diskussion. Wir sollten dazu beitragen, dass die Debatte wieder inhaltlich wird, dass man konkret sagt, welche Meinung falsch ist und welche Handlung böse. Dann käme man weiter.

Vielen Dank für das Gespräch!
Die Fragen stellten Norbert Schäfer und Jonathan Steinert. (pro)

Nachveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von "Christliches Medienmagazin pro" und Daniel von Wachter.