Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Jesus in Jerusalem: Jesus lehrt selbstlos und mit Vollmacht
Wir leben, lieben, leiden. Wir denken, fragen, lernen - wo es Antworten auf unsere Fragen gibt. Wir suchen Wahrheit, Ziel & Sinn. Wir wollen verstehen. Suchen Anregungen, die reflektierten Austausch wert sind. Dieser Blog nennt Fakten, Texte & Gedanken – rund um das Buch der Bücher. Jeder, der sucht, soll Anregungen und unverfälschte Antworten auf seine Fragen finden. Und vielleicht am Ende den, der hinter allen Fragen und Antworten auf uns wartet. Jemanden der uns unendlich liebt...
Mittwoch, 1. April 2026
Johannes Evangelium 7,14-18
Sonntag, 14. Februar 2021
"Wie wir Gott begegnen können - Teil 5: Ein Tisch steht auf 4 Beinen" (Apostelgeschichte 2,42)
[Predigt als Video] | [Predigt als MP3]
Einleitung
Stellt Euch mal folgendes vor: Ein Mann schreibt seiner Frau gerne WhatsApps mit Liebesbekundungen und Herzchen und allem drum und dran – und die Frau liest sie natürlich gerne. Der Mann ist auch gerne mit seiner Frau zusammen und verbringt gern seine Zeit mit ihr – und die Frau natürlich auch mit ihm. Und manchmal hat der Mann große Sehnsucht nach inniger Nähe zu seiner Frau – und die Frau auch nach ihm. Und nicht zuletzt redet die Frau auch gerne mit ihrem Mann und der Mann hört ihr gerne zu.
Könnt ihr Euch das vorstellen?
Und dann passiert etwas: Der Arbeitgeber der Frau sagt ihr, dass das Unternehmen auf der Kippe steht. Und dass sie jetzt viele Überstunden machen muss, damit das Unternehmen – und mit ihm die vielen Arbeitsplätze in ihm - vor dem Ruin bewahrt werden kann. Und weil die Frau eine gute Mitarbeiterin ist, hilft sie natürlich gerne. Und sie arbeitet bis in die Puppen. Für die WhatsApps ihres Mannes hat sie natürlich keine Zeit mehr. Und wenn sie abends nach Hause kommt, ist sie auch hundemüde und hat nicht mehr so wirklich Zeit für Gemeinschaft. Und für gewisse andere Dinge ist sie viel zu müde. Und vor lauter Müdigkeit redet sie auch kaum noch mit ihm.
Könnt ihr Euch das auch vorstellen?
Das geht so eine Woche, noch eine Woche, noch eine Woche und noch eine Woche. Und noch einen Monat und noch einen Monat und noch einen und noch einen...
Könnt ihr Euch das immer noch vorstellen?
Was glaubt ihr? Nach über einem Jahr? Wie wird diese Ehe aussehen? Was meint ihr?
Jetzt fragt ihr Euch natürlich: was ist denn dass für eine seltsame Geschichte? Und warum erzählt uns der Michi die? Und vor allem: was hat das mit der Apostelgeschichte zu tun? Und vor allem: mit einem Tisch? Und: „mit 4 Beinen?!“
Ich würde mal sagen: „Es bleibt spannend!“
Inhalt
Worum geht es also heute?
- „Was bisher geschah“
- Zu Beginn möchte ich mit Euch den Text aus der Bibel lesen
- Und noch einmal kurz zusammenfassen, was wir bisher dazu gehört haben
- Ist ja immerhin schon wieder 1 Monat her, dass wir hier aufgehört haben
- Und bis dahin ist ja einiges passiert
- „Stürmische Zeiten“
- Nach der kurzen Zusammenfassung möchte ich eine Brücke schlagen
- Vom Text und seinem Inhalt – zu dem, was wir heute erleben
- Und von dem, was wir heute erleben – zu unserer seltsamen Geschichte von eben
- „Ein Tisch steht auf 4 Beinen“
- Zu guter Letzt möchte ich Euch mit hinein nehmen, in das, was mich – im Anblick dieser stürmischen Zeiten in denen wir aktuell leben – in geistlicher Hinsicht bewegt
- Fragen an Dein Herz
- Zum Schluss möchte ich Dir und mir ein paar Fragen stellen – eigentlich sogar nur eine Frage mit mehreren Facetten
- In der Hoffnung, dass unsere Antwort auf diese Frage uns zur Freude führt
Unser Text
„Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ (Apg 2,42)
- Teil 1 - Gott begegnen - In Seinem Wort: Im 1. Teil „Gott begegnen – In Seinem Wort“ ging es darum, dass wir Gott in Seinem Wort - der Bibel - begegnen können. Und wir hatten gesehen: Gott wirkt durch den Heiligen Geist in wundersamer Weise mit dem gelesenen oder auch gelehrten und gepredigten Wort in unserem Herzen zusammen. Er macht Sein Wort lebendig - Er spricht direkt zu mir ins Herz - und so begegne ich Gott in Seinem Wort. Wir hatten auch gesehen, dass Gott uns eine wunderbare Verheißung gegeben hat, was das Lesen Seines Wortes angeht: Er hat uns versprochen: „wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will eure Gefangenschaft wenden.“ (Jer 29:12-14) Und letztlich hatten wir gesehen, dass wir, wenn wir Gott in Seinem Wort finden – wir mit Ihm auch Schutz und Vergebung, Freiheit und Glück, Leben und Weisheit – finden.
- Teil 2 - Gott begegnen - In der Gemeinschaft: Bei meiner Begrüßung zum Teil 2 "Gott begegnen - In der Gemeinschaft" hatte ich Euch als Hobbits angesprochen; als Figuren aus dem Buch "Der Herr der Ringe". Und ich hatte Euch gesagt, dass ich davon überzeugt bin, dass wir zueinander sagen könnten: „Ich kenne die Hälfte von Euch nicht halb so gut, wie ich es gern möchte, und ich habe weniger als die Hälfte von uns auch nur halb so viel geliebt, wie ihr es verdient.“ Und dann hatte ich Euch davon berichtet, wie ich in Kenia die Erfahrung gemacht hatte, Christus in die Augen zu sehen – durch die Augen meines Freundes Chris Mwalwa. Ich war Christus begegnet – in meinem Bruder. Und ich hatte Euch gesagt, dass ich seitdem verstehe, warum Gottes Gebot so wichtig ist: „Denn das ganze Gesetz ist erfüllt, wenn ihr das eine Gebot haltet: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ (Gal 5,14). Dieses Gebot ist so wichtig: weil wir auf diese Weise Christus in unserem Bruder und unserer Schwester begegnen können. Und weil Jesus uns gesagt hat: „Daran wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr LIEBE untereinander habt.“ (Johannes 13,35). Weil dann die Welt eine Ahnung davon bekommt, wie Gott wirklich ist: nämlich Liebe!
- Teil 3 - Gott begegnen - Im Abendmahl: Im 3. Teil „Gott begegnen – Im Abendmahl“ hatten wir dann gesehen, dass wir Christus im Abendmahl begegnen können. Und dass sich die Tiefe und Innigkeit dieser Begegnung in der Ehe von Mann und Frau widerspiegelt. Wir hatten gesehen, dass ein Ehepaar sich nicht nur in der Öffentlichkeit begegnet oder im privaten Kreis von Freunden – sondern auch ganz im Vertrauten. Und, dass diese vertraute Begegnung etwas Hochheiliges ist. Die tiefste Art und Weise, wie sich zwei Menschen überhaupt begegnen können. Weil sie sich hier einander offenbaren. Ohne Masken, ohne Schleier, ohne äußeren Schein. Und dass wir Jesus im Abendmahl genau so begegnen können: ohne Maske. Einfach so. Als die, die wir sind. Weil wir wissen dürfen: wir sind von Ihm geliebt. Durch und durch geliebt. So, wie wir sind. Und weil das Abendmahl so etwas „Tiefes“ ist, hat Gott uns ganz einfache Zeichen - Brot und Wein – gegeben. Damit wir es sehen können - und schmecken können - und spüren können: „Ich gebe mich Euch hin – ich mache mich mit Euch eins – ich schenke Euch mein Leben!“
- Teil 4 - Gott begegnen - Im Gebet: Im 4. und letzten Teil - "Gott begegnen - Im Gebet" hatten wir gesehen, dass wir Gott auch im Gebet begegnen können. Dass wir ihn nicht erst motivieren müssen, unsere Gebete zu erhören - weil Er uns schon von Ewigkeit her geliebt hat – und liebt – und helfen kann und will. Wir hatten gesehen, dass alles, was es braucht, um im Gebet zu Gott zu kommen, unsere Hilflosigkeit ist: Zu spüren und zu wissen: dass allein schon die Tatsache, dass ich beten will, der Beweis dafür ist, dass Jesus vor meiner Herzenstüre steht und anklopft - weil Er mit mir Gemeinschaft haben will! Wir hatten gesehen, dass es beim Gebet nicht darum geht, „würdig zu werden“. Sondern ganz einfach darum, Jesus in unsere Not hinein zu lassen. Ihm zu sagen, was uns fehlt. Aber auch stille vor Ihm zu werden und zu staunen - über Seine Güte, seine Großzügigkeit, ja, Sein wunderbares Wesen.
„Stürmische Zeiten“
- Wie läuft es bei Dir mit der „Lehre der Apostel“?
- Damit, Gott zu begegnen in Seinem Wort?
- Hat sich da etwas verändert?
- Wie ist es heute bei Dir mit der „Gemeinschaft“?
- Damit, Gott zu begegnen in Deinen Brüdern und Schwestern?
- Hat sich da etwas verändert?
- Wie ist es in letzter Zeit mit dem „Brotbrechen“?
- Damit, Gott zu begegnen im Abendmahl?
- Und wie ist es mit dem „Gebet“?
- Damit, Gott zu begegnen?
- Ist da noch alles beim Alten?
Ein Tisch steht auf 4 Beinen
Fragen an Dein Herz
„Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Der Herr aber fügte täglich zur Gemeinde hinzu, die gerettet wurden.“ (Apg 2,46-47)
- Wen kann ich besuchen, um diese Freude neu zu erleben?
- Um die Bibel zu erforschen?
- Um Gemeinschaft zu haben?
- Um das Abendmahl zu feiern?
- Um Gott im Gebet und im Lobpreis zu begegnen?
- Das nämlich wünsche ich uns allen: Freude an der Begegnung mit Gott:
- In Seinem Wort
- In der Gemeinschaft untereinander
- Im Abendmahl
- Und im Gebet
Sonntag, 23. Dezember 2018
Viel Fleiß – viel Preis! (2. Tim 2,4-7)
Übersicht
- Einleitung
- Unser Text
- Hingabe
- Rechtschaffenheit
- Mühe
- Lohn
- Fragen
- ἐμπλέκεται (empleketai = sich verstricken)
- τοῦ βίου πραγματείαις (tou biou pragmataiais = Geschäfte täglichen Lebens)
- ist die Beschreibung die Paulus hier benutzt ein Bild, ein Gleichnis und daher nicht 1:1 auf unser Leben übertragbar. Und
- steht da außerdem nicht „er betreibt nicht Geschäfte des täglichen Lebens“! – Sondern: „er verwickelt sich nicht in Geschäfte des täglichen Lebens!“
- 2:5 rechtschaffenἀθλῇ (athlä = an [athletischem] Wettkampf teilnehmen)
- νομίμως (nomimos = gesetzeskonform)
- τὸν κοπιῶντα γεωργὸν (to kopionta georgon = schuftender Bauer)
- ἀρέσκω (areskoo = gefallen, zufrieden stellen, akzeptieren)
- στεφανοῦται (stephanoo = krönen)
- τῶν καρπῶν μεταλαμβάνειν (ton karpon metalambein = teilhaben)
- Wo verhindern nebensächliche Angelegenheiten Deine Hingabe?
- Wo ist Jesu Missionsbefehl für Dich unbequem oder schmerzhaft?
- Bist Du bereit, Dich ganz und gar in Jesu Dienst stellen zu lassen?
- Richte Deinen Blick nach oben und glaube:
Samstag, 29. Juli 2017
Echte Treue - 2Tim 4,1-7
Was ist „Echte Treue“? Manche von uns mögen dabei an ein Liebespaar denken, dass sich bis ins hohe Alter die eheliche Treue hält. Und das ist sicher ein gutes und ein schönes Bild. Denn auch in der Ehe gibt es stürmische Zeiten, die es zu überstehen gilt. Echte Treue gibt es nicht umsonst. Sie kostet etwas. Sie braucht Durchhaltevermögen. Und Selbstbeherrschung. Und gelegentlich braucht sie auch ein gerüttelt Maß an Leidensfähigkeit.
Wenn ich an „Echte Treue“ denke, dann denke ich – und ich bin nicht einmal ein ausgesprochener Fan von König Artus‘ Tafelrunde – an alte Rittersagen. Weil es darum nicht nur um Tugenden geht, sondern weil es dort auch um echte Gefahren geht. Um Mut. Um Kampf. Und eben um echte Treue – bis in den Tod. Treue, die etwas kostet. Treue, die auch Leidensbereitschaft mit einschließt. Und eben Tugendhaftigkeit.
Nun sind wir als Kinder Gottes natürlich nicht aufgerufen, alle Ritter zu werden. Und doch gibt es Elemente im christlichen Leben, die der Treue eines Ritters gegenüber seinem König gar nicht so unähnlich sind. Nicht zuletzt dienen wir ja einem König – ja, dem König der Könige! – und zu welcher Art von Treue ER uns ruft, darum wird es heute gehen.
In unserer heutigen Predigt möchte ich uns mit hinein nehmen in den Kontext unseres Textes – 2. Timotheus 4,1-7 – in die Situation des Paulus, wie auch in die Situation der Kirche damals – und uns dann, nachdem wir den Text gehört haben – mit hinein nehmen in unsere Zeit, die der des Paulus so unerwartet ähnlich ist – um uns zum Schluss Gottes Willen und Wunsch für unser Leben in dieser Zeit aufzuzeigen: Echte Treue.
Die äußere Situation der Gemeinde - Verfolgung
1. Mut statt Scham: den Aufruf zum Mut, zum Evangelium zu stehen, trotz äußeren oder inneren Widerstandes – also den Aufruf, sich seines Glaubens nicht zu schämen, sondern das Evangelium zu predigen. 2Tim 1:8 „Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin [...]“
2. Heiligung statt Lasterhaftigkeit: den Aufruf, durch die persönliche Heiligung, ein gutes Vorbild und Zeugnis zu sein: voll Glauben, friedlich, freundlich, keusch und gerecht -- statt ungerecht und Leidenschaften und Lüsten ergeben. 2Tim 2:22 „Fliehe die Begierden der Jugend! Jage aber nach der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden mit allen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen.“
5. Was ist diese Lehre? Sie ist Gottes Wort – die Heilige Schrift – das Zeugnis des Planes Gottes – und des Werkes Christi – sie ist die Wahrheit. 2Tim 1:9-10 „[Gott] hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus - der dem Tode die Macht genommen und das [ewige] Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.“
Diese 2 Verse enthalten das ganze Evangelium:
- Wir sind von Gott berufen vor Grundlegung der Welt
- Wir sind errettet aus Gnade – nicht aus Werken
- Wir sind Selig in Christus allein – dem Gott, der sich in der Geschichte offenbarte
- Wir haben Hoffnung auf ewiges Leben – und auf einen neuen Leib
Nachdem wir nun gesehen haben, aus welcher Situation heraus Paulus den 2. Timotheus Brief schrieb – als „dead man walking“ – in eine Gemeindesituation, die geprägt war von äußerer Verfolgung und innerer Verführung – und nachdem wir im groben gehört haben, was Paulus so am Herzen lag: Mut, Heiligung, Leidensbereit-schaft und die Bewahrung der reinen Lehre von der Gnade und Liebe Gottes - Hören wir das Wort, um das es heute gehen soll:
"1 So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der da kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: 2 Predige das Wort, steh dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. 3 Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, 4 und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren. 5 Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, richte dein Amt redlich aus. 6 Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Hinscheidens ist gekommen. 7 Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; 8 hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben." (2Tim 4:1-7)
Zusammenfassung des Textes
Die Gegenwart
Außen – Verfolgung
„Ich will ein Exempel geben, denselben Glauben zu stärken, und zu trösten diejenigen, so mit schelen Augen Gott verdächtigt haben, als sei er ungerecht. Siehe, Gott der Herr würket in äusserlichen Dingen in dieser Welt also, daß wenn man es nach Vernunft sollte ansehen und richten, man sagen müßte, daß entweder kein Gott wäre, oder je ein ungerechter Gott wäre, wie jener Poet sagt: Es ficht mich oft an, daß Gott sei. Denn siehe, wie es den Gottlosen in der Welt aufs allerbeste gehet; wiederum, wie es den Frommen und den Christen allenthalben so ganz übel gehet, wie dann solches das tägliche gemeine Sprüchwort und die Erfahrung, aus welcher alle Sprüchwörter kommen, bezeuget, daß man sagt, je größer der Schalk, je besser Glück: Und in den Hütten der Gottlosen (sagt Hiob) ist die Fülle allenthalben. In dem Psalm 73 ist auch die Klage, daß die Gottlosen in der Welt den Reichthum besitzen. Nun Lieber, sage mir, ist es nicht bei allen, so Vernunft und Verstand haben, für ganz unrecht anzusehen, daß es gottlosen und bösen Buben nach Wunsch soll gehen, und daß die Frommen im Kummer, Jammer, Herzeleid und allem Uebel sollen stecken? Wohlan, nun ist je öffentlich der Weltlauf also, und ist stets also gewesen von Anbeginn. (S. 541.)“
"Und wie Abraham auf Gottes Wort und Allmacht hin auch solches glaubte, wovon er jetzt nichts sah, ja, solches, das aufs höchste gegen alles stritt, was er sah oder bei sich fühlte, so muß auch jeder Christ auf die Zusage des Herrn hin glauben, seinem eigenen Sehen und Fühlen ganz zuwider. Das ist es, was eigentlich Glaube heißt; der Glaube an Gottes Allmacht und Treue, daß Er alles jetzt Gesehene und Gefühlte in das Gegenteil wenden kann. So hat Luther zum Trost der armen Christen den Glauben Abrahams und den Gott Abrahams dargestellt, der dem ruft, das nicht ist, daß es sei, indem er sagt: ,,Es scheint wohl nicht, wenn man Seine Christen mit Füßen tritt oder ihnen die Köpfe abhaut, daß es soll Ehre und Herrlichkeit, Freude und Seligkeit heißen, sondern es fühlt sich nur als eitel Widerspiel. Aber Gott spricht: Ich kann machen, daß da stehe, was da nicht ist, und daß eitel Freude werde aus Traurigkeit und allem Herzeleid. Ich kann sagen: Tod und Grab, sei du Leben! Hölle, werde du Himmel und Seligkeit! Gift, sei du köstliche Arznei und Labsal! Teufel und Welt, sei du Meinen Christen nützlicher als die lieben Engelein und frommen Heiligen! Denn Ich kann und will Meinen Weingarten also bauen und warten, daß er durch allerlei Leiden und Unglück nur besser soll werden."
- Anthropozentrische Anbetung → Zweck = Hochgefühl vs. Verherrlichung Gottes
- Emotionszentriertes Glaubensleben → Gefühl vs. Wort
- lockerer Umgang mit körperlichen Sünden → Seelsorge: "Anfassen" = normal
- Facebook-Foren: "Schwärmertum" → Inflation von "Offenbarung" und "Prophetie"
- Falsche Toleranz ("LGBTQ, Gender, ...) → Menschen lieben vs. Sünden hassen
"Am 30. Juni 2017, hat der Deutsche Bundestag eine Ergänzung von § 1353 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) beschlossen, der jetzt lautet: "Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen." Das ist eine verhängnisvolle Fehlentscheidung. Der eigentliche Skandal besteht [...] darin, dass die evangelischen Kirchen in dieser Sache Vorreiter waren. Der Rat der EKD gab dieser Bundestagsentscheidung in seiner Erklärung vom 28. Juni 2017 bereits vorab die kirchliche Zustimmung: „Dass auch für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum vollständig geöffnet wird, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen geschützt und unterstützt werden, begrüßt die EKD [...]"
1. Kor 6:9-10: „Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.“
Rö 1:22-28: „Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen [...] Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden, sie, die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen. Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, sodass sie tun, was nicht recht ist [...]“.
Wie wichtig das Festhalten am Wort Gottes ist, mögen uns folgende Stellen zeigen:
- Joh 8:31 „Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger.“
- 1Joh 2,24 „Was ihr gehört habt von Anfang an, das bleibe in euch. Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, so werdet ihr auch im Sohn und im Vater bleiben.“
- 2Thess 2,15 „So steht nun fest und haltet euch an die Überlieferungen, in denen ihr durch uns unterwiesen worden seid, es sei durch Wort oder Brief von uns.“
- Bleibe in der Schrift!
- Bekenne Christus mutig!
- Lebe heilig!
- Leide willig!
Phil 2,14-16 „Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, damit ihr ohne Tadel und lauter seid, Gottes Kinder, ohne Makel mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr scheint als Lichter in der Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens [...]“
Samstag, 14. Januar 2017
Alle Theologen sind Heuchler - Pharisäer und Schriftgelehrte
Auf einer christlichen Facebook-Seite las ich heute "Alle Theologen sind Heuchler". Die ganze Argumentation mündete in der Schlussfolgerung, die heutigen Theologen seien die neuzeitliche Entsprechung derer, die Jesus Pharisäer, Schriftgelehrte und Heuchler nannte.
Hier meine Stellungnahme.
Wie gesagt: könnte man. Doch sollte man?
Das war es, was Jesus den Pharisäern und Schriftgelehrten vorwarf.
Was jedoch die Lehre, das Wort und die Schrift angeht, ist Gott ganz offensichtlich der Ansicht, dass Lehre etwas Gutes ist - und dass sie aus seinem Wort kommen sollte, aus der Schrift. Und dass Sein Wort so heilig ist, dass es niemandem - aber auch absolut gar niemandem zusteht, darüber zu urteilen oder es gar zu verändern.
Und in eben diesem Wort steht, dass "alle Schrift, von Gott eingegeben, nütze [ist] zur Lehre" (2Tim 3,16). Von daher finde ich es am aller-interessantesten, dass eine der Gaben, die niemand anderes als der Heilige Geist(!) der Gemeinde gegeben hat, die Gabe des Lehrers ist! (1Kor 12:29) Und was macht ein Lehrer? Er lehrt. Ist ja klar. Aber was lehrt er? Er lehrt Gottes Wort, so wie es uns in der Heiligen Schrift überliefert wurde - ebendieses Wort, von dem Offb 22,19 steht: "Und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott ihm seinen Anteil wegnehmen am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben steht."
Allein darum heisst es in den Briefen: "die der Gemeinde gut vorstehen, die halte man zweifacher Ehre wert, besonders, die sich mühen im Wort und in der Lehre." (1Tim 5:17). Denn den Lehrern selbst wird gesagt: "Wenn du die Brüder und Schwestern [...] lehrst, so wirst du ein guter Diener Christi Jesu sein, genährt durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du gefolgt bist." (1Tim 4:6) Und weil die Lehrer so hoch angesehen sind bei Gott, steht auch: "Gedenkt eurer Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben; ihr Ende schaut an und folgt dem Beispiel ihres Glaubens." (Hebr 13:7).
Nun, ich gehöre nicht zu denen, die eine [Zitat des Autors des Postings auf der eingangs genannten Facebook-Seite] "religiöse Brille aufhaben und [...] die Pastoren/Theologen verteidigen." Im Gegenteil: vieles, was heutzutage in unseren Kirchen abgeht, ist nichts weniger als der Abfall von Gott und vom Glauben: dem Zeitgeist angepasste Anbiederung bei der Gesellschaft, kraftlose Predigten über Politik und Gesellschaft und nicht zu Letzt die Verschwendung von unter Zwang eingezogener Kirchensteuer [vgl. 2Kor 9:7]. Ich könnte noch einige Zeit so weiter machen - aber darum geht es hier ja gar nicht...
Worum es geht ist, dass ich vor allem glaube, dass es nicht gut und auch nicht richtig ist, alle Theologen in einen Topf zu werfen und zu behaupten, "jeder Theologe [sei] ein Heuchler".
Wer Gottes(!) Wort liest, der kann - siehe oben - gar nicht zu einer solchen Einschätzung kommen. Und wenn dann auch noch "Gott" im griechischen "theos" heißt und wenn "logos" im griechischen nicht nur "Wort" und "Äusserung", sondern auch "Lehre" bedeutet (und das tut es!), dann ist ein Theologe ganz einfach ein Mensch, der etwas über Gott gelernt hat und lehrt. Also ein Mensch, von denen Paulus und der Schreiber des Hebräerbriefes sich einig waren, dass wir ihn "zweifacher Ehre wert" halten sollten.
Der Satz: "jeder Theologe ist ein Heuchler" tut das nicht.
