Dienstag, 29. September 2026

Johannes Evangelium 8,48-59

Das Buch der Zeichen – Jesus und Abraham – Jesus ist der ewige Gott

Nachdem Jesus ihnen attestiert hatte, dass sie sich mit ihrem Verhalten als Teufelskinder offenbart hätten, platzte seinen Zuhörern der Kragen. Sie warfen Jesus vor, besessen zu sein. Jesus antwortete, dass er – indem er die Wahrheit sagte – nur Gottes Ehre suchen würde, nicht seine eigene. Die würde Gott schon suchen und der wäre der ultimative Richter. Und dann wiederholte er es noch einmal: „Wer nach meinen Worten lebt, der wird ewig leben.“ – damit meinte er: wer sein Leben an meinen Worten ausrichtet, bei dem hat der Tod nicht mehr das letzte Wort.

Die Leute konterten: „Jetzt sieht es ein Blinder mit einem Krückstock, dass Du besessen bist: Abraham ist tot, die Propheten sind tot, und du behauptest, wer sich nach deinen Worten richtet, würde nicht sterben. Selbst unser Stammvater Abraham ist tot. Du willst doch wohl nicht behaupten, du wärest sogar mehr als Abraham? Selbst die Propheten sind tot! Was glaubst du eigentlich, wer du bist?“

Jesus sagte ihnen daraufhin: „Eigenlob stinkt. Es ist Gott, der mich ehrt – der, von dem ihr behauptet, er wäre euer Gott. Aber ihr habt ihn nie wirklich kennengelernt; ich dagegen kenne ihn. Wenn ich behaupten würde, ihn nicht zu kennen, wäre ich genauso ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und tue, was er sagt. Abraham feierte es, dass er mein Kommen erleben sollte. Und er hat es erlebt und war total glücklich!“

Das ging ihnen nicht in den Kopf. Sie hielten Jesus noch immer für einen ganz normalen Menschen. Und so sagten sie: „Du bist noch nicht mal fünfzig und willst Abraham getroffen haben?“ Aber Jesus antwortete ihnen: „Ich garantiere euch: bevor Abraham überhaupt geboren wurde, BIN ICH.“ Damit sagte er nicht nur, dass er schon ewig existiert hätte – die Art, wie er es sagte, spielte auf den Namen an, mit dem Gott sich Mose am brennenden Dornbusch vorgestellt hatte: „ICH BIN DER ICH BIN“.

Das war seinen Zuhörern zu viel. Für sie war klar: Jesus behauptete ganz offensichtlich, Gott zu sein – und von Ewigkeit her zu existieren. Das erschien ihnen als reinste Gotteslästerung und darauf stand die Steinigung. Also hoben sie Steine auf, um ihn umzubringen. Jesus aber entzog sich ihren Blicken und verließ den Tempel. – Doch: was, wenn er tatsächlich nichts als die Wahrheit gesagt hat?

O-Ton: Die Juden erwiderten: »Wir haben doch Recht! Du bist ein Samariter und bist von einem bösen Geist besessen.« »Ich bin nicht besessen«, sagte Jesus, »ich erweise nur meinem Vater Ehre; aber ihr verachtet mich. Ich selbst suche keine Ehre für mich. Ein anderer sucht sie, und er ist der Richter. Amen, ich versichere euch: Wer sich nach meinem Wort richtet, wird in Ewigkeit nicht sterben.« 

Da sagten sie: »Jetzt sind wir sicher, dass ein böser Geist aus dir spricht. Abraham ist gestorben, die Propheten sind gestorben, und du sagst: 'Wer sich nach meinem Wort richtet, wird in Ewigkeit nicht sterben.' Unser Vater Abraham ist tot. Du willst doch nicht etwa behaupten, dass du mehr bist als Abraham? Auch die Propheten sind gestorben. Für wen hältst du dich eigentlich?« 

Jesus antwortete: »Wenn ich mich selbst ehren wollte, hätte diese Ehre keinen Wert. Mein Vater ehrt mich, von dem ihr sagt, er sei euer Gott. Ihr habt ihn nie wirklich erkannt, ich aber kenne ihn. Ich wäre ein Lügner wie ihr, wenn ich behauptete, ihn nicht zu kennen. Ich kenne ihn und gehorche seinem Wort. Euer Vater Abraham jubelte darüber, dass er mein Kommen erleben sollte. Er erlebte es und war glücklich!«
 
Da sagten sie zu ihm: »Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?« Jesus erwiderte: »Amen, ich versichere euch: Ich bin – bevor Abraham überhaupt geboren wurde.« 

Da hoben sie Steine auf und wollten ihn töten. Aber Jesus brachte sich in Sicherheit und verließ den Tempel.  (Johannes 8:48-59, GNB)

Mittwoch, 23. September 2026

Johannes Evangelium 8,37-47

Das Buch der Zeichen - Wes Geistes Kind?

Das Gespräch ging weiter. Jesus hatte sehr wohl kapiert, dass sie dachten, er rede von ihrer irdischen Abstammung von Abraham. Er aber meinte, wes Geistes Kind sie waren: _ihre geistliche Heimat_. Sie wollten ihn ermorden – weil sie für das, was er zu sagen hatte, keinen Raum in ihren Herzen hatten. Er redete von Dingen, die sein himmlischer Vater ihm gezeigt hatte. Sie aber wollten Dinge tun, die ihnen ihr geistlicher Vater eingeflüstert hatte.

Doch sie beharrten auf ihrer irdischen Abstammung von Abraham. Also erklärte Jesus es ihnen noch einmal: wenn sie wirklich – im Geiste! – Abrahams Kinder wären, würden sie auch so handeln wie Abraham. Alles, was er, Jesus, getan habe, sei gewesen, ihnen das weiterzugeben, was er von Gott gehört habe. Sie aber wollten ihn dafür umbringen. So etwas hätte Abraham niemals getan. Sie täten vielmehr, was ihr _wahrer_ (geistlicher) Vater tue.

Sie verstanden ihn immer noch nicht: »Wir sind keine unehelichen Kinder!« versteiften sie sich. »Gott allein ist unser Vater!« Daraufhin sagte Jesus ihnen, dass sie ihn, wenn Gott _wirklich_ ihr Vater wäre, nicht umbringen wollten, sondern lieben würden. Denn von Gott war er zu ihnen gekommen. Und das auch nicht eigenmächtig: Gott selbst hatte ihn geschickt.

Warum nur ging ihnen nicht in den Kopf, was er sagte? Weil sie unfähig waren, anzunehmen, was er sagte. Sie waren „des Teufels Kinder“: unfrei – gefangen in dessen Lügen – und wollten tun, was _er_ im Sinn hatte. Der, so Jesus, sei von Anfang an ein Mörder und unwahrhaftig gewesen; in ihm existiere nicht ein Funke Wahrheit. Zu lügen, das sei sein Wesen: er sei ein Lügner; ja, der Vater der Lüge.

Eben _weil_ Jesus die Wahrheit sagte, glaubten sie ihm nicht – so gebunden waren sie. Nicht eine Sünde konnten sie ihm nachweisen. Und doch: wenn er wirklich die Wahrheit sagte, wieso glaubten sie ihm dann nicht? Wer nämlich wirklich Gott zum Vater hat, der hört auch auf das, was Gott zu sagen hat. Sie aber hörten eben _deshalb_ nichts, weil sie Gott _nicht_ zum Vater hatten.

O-Ton: »Ich weiß wohl, dass ihr von Abraham abstammt. Trotzdem versucht ihr, mich zu töten, weil ihr mein Wort nicht in euch wohnen und wirken lasst. Ich rede von dem, was mein Vater mir gezeigt hat. Ihr aber tut, was euer Vater euch gesagt hat.« 

Sie wandten ein: »Unser Vater ist Abraham!« Jesus erwiderte: »Wenn ihr wirklich Abrahams Kinder wärt, würdet ihr in seinem Sinne handeln. Alles, was ich getan habe, war, euch die Wahrheit weiterzugeben, wie ich sie von Gott gehört habe. Ihr aber versucht, mich zu töten. So etwas hat Abraham nicht getan. Ihr handelt wie euer wirklicher Vater!« 

»Wir sind nicht im Ehebruch gezeugt«, erwiderten sie. »Wir haben nur den einen Vater: Gott.« Jesus sagte zu ihnen: »Wäre Gott wirklich euer Vater, dann würdet ihr mich lieben. Denn ich bin von Gott zu euch gekommen. Ich kam nicht in eigenem Auftrag, sondern er hat mich gesandt.

Warum versteht ihr denn nicht, was ich sage? Weil ihr unfähig seid, mein Wort aufzunehmen. Ihr seid Kinder des Teufels, der ist euer Vater, und ihr wollt nur ausführen, wonach ihm der Sinn steht. Er ist von Anfang an ein Mörder gewesen und hat niemals etwas mit der Wahrheit zu tun gehabt, weil es in ihm keine Wahrheit gibt. Wenn er lügt, so entspricht das seinem Wesen; denn er ist ein Lügner und alle Lüge stammt von ihm. 

Gerade weil ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir dann nicht? Wer Gott zum Vater hat, hört, was Gott sagt. Aber ihr hört es nicht, weil ihr ihn nicht zum Vater habt.« (Joh 8:37-47, GNB)

Montag, 21. September 2026

Johannes Evangelium 8,31-36

Das Buch der Zeichen - Freiheit oder Sklaverei - Teil 1

Jesus erklärte den Menschen, die angefangen hatten, an ihn zu glauben, wie wichtig es ist, nicht nur zu wissen, was er sagt, sondern es vor allem zu tun. Nur, wenn sie ihr Leben an dem ausrichten, was er ihnen beibringt, sind sie wirklich seine Schüler. Nur dann werden sie die volle Wahrheit erkennen und diese Erkenntnis wird sie frei machen.

Wie so oft, dachten seine Zuhörer, dass das, was er über Sklaverei und Freiheit sagte, sich auf das Diesseits beziehen würde. Darum machten seine Worte für sie keinen Sinn. Schließlich war Abraham ihr Urahn und sie waren nie in die Sklaverei verkauft worden. Was um Himmels willen also meinte Jesus, wenn er sagte, sie würden frei werden?

Daraufhin erklärte ihnen Jesus, dass es ihm um eine ganz andere Art von Sklaverei ginge: die Sklaverei der Sünde. Denn jeder, der – egal auf welche Weise – sündigt, wird süchtig nach dieser Sünde und damit ihr Sklave. Sklaven aber gehörten nicht zur Familie. Nur Söhne und Töchter gehören zu (Gottes) Familie — und zwar für immer. Nur, wenn Jesus sie von ihren Sünden befreite, würden Sie also wirklich frei.

O-Ton: Jesus sagte zu den Juden, die zum Glauben an ihn gekommen waren: »Wenn ihr bei dem bleibt, was ich euch gesagt habe, und euer Leben darauf gründet, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.« 

»Wir stammen von Abraham ab«, antworteten sie ihm, »und wir haben nie jemand als Sklaven gedient. Was meinst du, wenn du sagst: 'Ihr werdet frei werden'?« 

Jesus sagte zu ihnen: »Amen, ich versichere euch: Wer sündigt, ist ein Sklave der Sünde. Ein Sklave gehört nicht für immer zur Familie. Nur der Sohn gehört für immer dazu. Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei. (Joh 8,31-36) 

Montag, 7. September 2026

Johannes Evangelium 8,21-30


 

Das Buch der Zeichen - „Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht kommen“

Nachdem Jesus am Spendenkasten beim Tempel offenbart hatte, dass er vom Himmel gekommen war und dass er das Licht der Welt ist, wiederholte er seine Ankündigung, dass er die Erde wieder verlassen würde. Wohin er gehen würde - damit meinte er den Himmel -, dahin könnten Sie ihm nicht folgen. Dann würden Sie ihn suchen, aber nicht mehr finden können und in ihren Sünden umkommen.

Aber die Leute verstanden nicht, was er meinte. Sie dachten, dass Jesus sich womöglich umbringen wollte und deswegen sagte, er würde an einen Ort gehen, an den sie ihm nicht folgen könnten.

Deswegen erklärte Jesus es ihnen nochmal: sie stammen von hier unten; haben ihre Wurzeln in dieser Welt. Er aber kommt von oben, vom Himmel; nicht von dieser Welt. Er ist der Eine, an dem sich ihr Schicksal entscheidet: wenn sie auch weiterhin nicht an ihn glauben würden, würden Sie in ihren Sünden sterben.

Da wollten Sie von ihm wissen, wer er denn nun sei? Jesus sagte Ihnen: „Das erkläre ich euch doch schon die ganze Zeit! Und auch über euch hätte ich noch eine ganzeMenge zu sagen und zu urteilen – aber ich will mich auf das beschränken, was ich von dem gehört habe, der mich zu euch geschickt hat, denn er ist wahrhaftig.“ Die Leute aber verstanden nicht, dass er von seinem Vater sprach; von Gott.

Darum erklärte Jesus Ihnen, dass sie, wenn sie den ‚Menschensohn‘ (mit diesem Titel wurde im Alten Testament der Messias bezeichnet!) ‚erhöht‘ haben würden (mit diesem Wort spielte er auf seine Kreuzigung an), begreifen würden, dass er selbst eben dieser ‚Menschensohn‘ ist. Dann würden Sie erkennen, dass er nie eigenmächtig gehandelt, sondern nur das an sie weitergegeben habe, was sein Vater im Himmel ihm beigebracht hatte.

Außerdem stünde der Vater ihm zur Seite und würde ihn nie allein lassen, weil er immer nur das tun würde, was Gott gefällt. Als er das gesagt hatte, kam viele zum Glauben an ihn.


O-Ton: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: »Ich werde fortgehen. Dann werdet ihr vergeblich nach mir suchen und in eurem Unglauben zugrunde gehen. Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht kommen.« 

Die Leute meinten: »Wenn er sagt: 'Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht kommen' – heißt das, dass er Selbstmord begehen will?« 

Jesus antwortete: »Ihr seid von hier unten, aber ich komme von oben. Ihr gehört zu dieser Welt, aber ich bin nicht von dieser Welt. Ich habe es euch ja gesagt, dass ihr in eurem Unglauben zugrunde gehen werdet. Ich bin der, an dem sich alles entscheidet. Wenn ihr das nicht glauben wollt, werdet ihr in eurem Unglauben zugrunde gehen.« 

»Du? Wer bist du denn?«, fragten sie ihn. Jesus antwortete: »Was rede ich überhaupt noch zu euch? Ich hätte zwar vieles über euch zu sagen und allen Grund, euch zu verurteilen; aber der, der mich gesandt hat, steht zu seinen Zusagen; und ich sage der Welt nur das, was ich bei ihm gehört habe.« Sie verstanden nicht, dass Jesus vom Vater sprach. 

Deshalb sagte er zu ihnen: »Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, werdet ihr es begreifen: Ich bin der, an dem sich alles entscheidet. Dann werdet ihr auch erkennen, dass ich nichts von mir aus tue, sondern nur das sage, was der Vater mich gelehrt hat. 

Er, der mich gesandt hat, steht mir zur Seite und lässt mich nicht allein; denn ich tue stets, was ihm gefällt.« Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn. (Johannes 8:21-30)