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Montag, 21. September 2026

Johannes Evangelium 8,31-36

Das Buch der Zeichen - Freiheit oder Sklaverei - Teil 1

Jesus erklärte den Menschen, die angefangen hatten, an ihn zu glauben, wie wichtig es ist, nicht nur zu wissen, was er sagt, sondern es vor allem zu tun. Nur, wenn sie ihr Leben an dem ausrichten, was er ihnen beibringt, sind sie wirklich seine Schüler. Nur dann werden sie die volle Wahrheit erkennen und diese Erkenntnis wird sie frei machen.

Wie so oft, dachten seine Zuhörer, dass das, was er über Sklaverei und Freiheit sagte, sich auf das Diesseits beziehen würde. Darum machten seine Worte für sie keinen Sinn. Schließlich war Abraham ihr Urahn und sie waren nie in die Sklaverei verkauft worden. Was um Himmels willen also meinte Jesus, wenn er sagte, sie würden frei werden?

Daraufhin erklärte ihnen Jesus, dass es ihm um eine ganz andere Art von Sklaverei ginge: die Sklaverei der Sünde. Denn jeder, der – egal auf welche Weise – sündigt, wird süchtig nach dieser Sünde und damit ihr Sklave. Sklaven aber gehörten nicht zur Familie. Nur Söhne und Töchter gehören zu (Gottes) Familie — und zwar für immer. Nur, wenn Jesus sie von ihren Sünden befreite, würden Sie also wirklich frei.

O-Ton: Jesus sagte zu den Juden, die zum Glauben an ihn gekommen waren: »Wenn ihr bei dem bleibt, was ich euch gesagt habe, und euer Leben darauf gründet, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen.« 

»Wir stammen von Abraham ab«, antworteten sie ihm, »und wir haben nie jemand als Sklaven gedient. Was meinst du, wenn du sagst: 'Ihr werdet frei werden'?« 

Jesus sagte zu ihnen: »Amen, ich versichere euch: Wer sündigt, ist ein Sklave der Sünde. Ein Sklave gehört nicht für immer zur Familie. Nur der Sohn gehört für immer dazu. Wenn der Sohn euch frei macht, dann seid ihr wirklich frei. (Joh 8,31-36) 

Montag, 7. September 2026

Johannes Evangelium 8,21-30


 

Das Buch der Zeichen - „Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht kommen“

Nachdem Jesus am Spendenkasten beim Tempel offenbart hatte, dass er vom Himmel gekommen war und dass er das Licht der Welt ist, wiederholte er seine Ankündigung, dass er die Erde wieder verlassen würde. Wohin er gehen würde - damit meinte er den Himmel -, dahin könnten Sie ihm nicht folgen. Dann würden Sie ihn suchen, aber nicht mehr finden können und in ihren Sünden umkommen.

Aber die Leute verstanden nicht, was er meinte. Sie dachten, dass Jesus sich womöglich umbringen wollte und deswegen sagte, er würde an einen Ort gehen, an den sie ihm nicht folgen könnten.

Deswegen erklärte Jesus es ihnen nochmal: sie stammen von hier unten; haben ihre Wurzeln in dieser Welt. Er aber kommt von oben, vom Himmel; nicht von dieser Welt. Er ist der Eine, an dem sich ihr Schicksal entscheidet: wenn sie auch weiterhin nicht an ihn glauben würden, würden Sie in ihren Sünden sterben.

Da wollten Sie von ihm wissen, wer er denn nun sei? Jesus sagte Ihnen: „Das erkläre ich euch doch schon die ganze Zeit! Und auch über euch hätte ich noch eine ganzeMenge zu sagen und zu urteilen – aber ich will mich auf das beschränken, was ich von dem gehört habe, der mich zu euch geschickt hat, denn er ist wahrhaftig.“ Die Leute aber verstanden nicht, dass er von seinem Vater sprach; von Gott.

Darum erklärte Jesus Ihnen, dass sie, wenn sie den ‚Menschensohn‘ (mit diesem Titel wurde im Alten Testament der Messias bezeichnet!) ‚erhöht‘ haben würden (mit diesem Wort spielte er auf seine Kreuzigung an), begreifen würden, dass er selbst eben dieser ‚Menschensohn‘ ist. Dann würden Sie erkennen, dass er nie eigenmächtig gehandelt, sondern nur das an sie weitergegeben habe, was sein Vater im Himmel ihm beigebracht hatte.

Außerdem stünde der Vater ihm zur Seite und würde ihn nie allein lassen, weil er immer nur das tun würde, was Gott gefällt. Als er das gesagt hatte, kam viele zum Glauben an ihn.


O-Ton: Jesus sagte noch einmal zu ihnen: »Ich werde fortgehen. Dann werdet ihr vergeblich nach mir suchen und in eurem Unglauben zugrunde gehen. Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht kommen.« 

Die Leute meinten: »Wenn er sagt: 'Wo ich hingehe, dorthin könnt ihr nicht kommen' – heißt das, dass er Selbstmord begehen will?« 

Jesus antwortete: »Ihr seid von hier unten, aber ich komme von oben. Ihr gehört zu dieser Welt, aber ich bin nicht von dieser Welt. Ich habe es euch ja gesagt, dass ihr in eurem Unglauben zugrunde gehen werdet. Ich bin der, an dem sich alles entscheidet. Wenn ihr das nicht glauben wollt, werdet ihr in eurem Unglauben zugrunde gehen.« 

»Du? Wer bist du denn?«, fragten sie ihn. Jesus antwortete: »Was rede ich überhaupt noch zu euch? Ich hätte zwar vieles über euch zu sagen und allen Grund, euch zu verurteilen; aber der, der mich gesandt hat, steht zu seinen Zusagen; und ich sage der Welt nur das, was ich bei ihm gehört habe.« Sie verstanden nicht, dass Jesus vom Vater sprach. 

Deshalb sagte er zu ihnen: »Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, werdet ihr es begreifen: Ich bin der, an dem sich alles entscheidet. Dann werdet ihr auch erkennen, dass ich nichts von mir aus tue, sondern nur das sage, was der Vater mich gelehrt hat. 

Er, der mich gesandt hat, steht mir zur Seite und lässt mich nicht allein; denn ich tue stets, was ihm gefällt.« Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn. (Johannes 8:21-30) 

Mittwoch, 4. März 2026

Johannes Evangelium 6,60–65

 


Das Buch der Zeichen - Worte, die zum ewigen Leben führen - Murren  offenbart Unglauben.

Die Reaktion auf das, was Jesus mit den Worten vom Fleisch und Blut über den Glauben gesagt hatte – nämlich, dass wir ihn selbst, Gottes Sohn durch Glauben in uns aufnehmen müssen – ließ nicht lange auf sich warten. Viele seiner Anhänger waren außer sich und protestierten hinter vorgehaltener Hand: »Das ist jetzt echt too much! Das ist ja nicht zum aushalten!«

Auch wenn das Murmeln wohl kaum zu hören gewesen sein durfte, war es für Jesus kein Geheimnis. Er wusste innerlich schon längst was ihnen quer lag. Und er sagte Ihnen daraufhin – in Anspielung auf die Himmelfahrt bei der seine Göttlichkeit nicht länger zu leugnen sein würde – »Das findet ihr schon krass? Dann wartet mal, bis ich in meine Herrlichkeit zurückkehre; dahin, wo ich hergekommen bin.«

Ihr Unglaube hatte sie blind gemacht für Jesus‘ wahre Identität und damit für die Glaubwürdigkeit seiner Worte. Darum sagt Jesus es ihnen noch einmal ganz klar: alle menschliche Anstrengung ist zu nichts nütze, denn das ewige Leben kann nur Gott allein schenken; durch seinen Heiligen Geist — und alles, was er ihnen gesagt hat ist von eben diesem Heiligen Geist getragen und vermittelt ewiges Leben.

Das Problem lag also nicht in den Worten, sondern an seinen Zuhörern; daran, dass einige seiner Nachfolger sich weigerten, seine wahre Identität anzuerkennen und an ihn zu glauben. Jesus wusste das von Anfang an: wer ihn ablehnen würde und sogar, dass es Judas sein würde, der ihn am Ende verraten würde.

Eben, weil es wahr ist, dass das ewige Leben nur Gott durch seinen Heiligen Geist schenken kann, hatte Jesus ihnen genau das gesagt: »Nur diejenigen, die vom Vater dazu befähigt werden, können im Glauben daran zu mir kommen, dass ich tatsächlich der Messias bin; Gott in menschlicher Gestalt.«

O-Ton: Als sie das hörten, sagten viele, die sich Jesus angeschlossen hatten: »Was er da redet, geht zu weit! So etwas kann man nicht mit anhören!« 

Jesus wusste schon von sich aus, dass sie murrten, und sagte zu ihnen: »Daran nehmt ihr Anstoß? Wartet doch, bis ihr den Menschensohn dorthin zurückkehren seht, wo er vorher war! 

Gottes Geist allein macht lebendig; alle menschlichen Möglichkeiten richten nichts aus. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind von diesem Geist erfüllt und bringen das Leben. 

Doch einige von euch haben keinen Glauben.« Jesus kannte nämlich von Anfang an die, die ihn nicht annehmen würden, und wusste auch, wer ihn verraten würde. 

Und er fügte hinzu: »Aus diesem Grund habe ich zu euch gesagt: Nur die können zu mir kommen, die der Vater dazu fähig macht.« (Joh 6,60–65)

Dienstag, 24. Februar 2026

Johannes Evangelium 6,48–59


Das Buch der Zeichen - Jesus ist das Brot vom Himmel, das ewiges Leben gibt -  Ewiges Leben wird vermittelt durch das Opfer Christi am Kreuz


Jesus erklärt die unbekannten Dinge in der unsichtbaren Welt oft mit bekannten Dingen aus der sichtbaren Welt. Diesmal vergleicht er irdisches Brot, das nur für eine Zeitlang unser biologisches Leben erhält, mit sich selbst - dem Brot, dessen „Verzehr“ vor dem ewigen Tod bewahrt.

Er beschreibt sich als das lebendige Himmelsbrot - das lebensspendende Brot, dessen „Verzehr“ ewiges Leben garantiert. Was er uns geschenkt hat ist das Opfer seines Körpers am Kreuz von Golgatha, wo er sich als Stellvertreter für unsere Sünden hingab, damit alle, die auf dieses Opfer vertrauen, das ewige Leben bekommen können.

Seine Zuhörer haben seine Metapher jedoch willentlich wörtlich genommen und Jesus vorgeworfen, er wolle Ihnen, wie bei Kannibalen, das Fleisch seines Körpers zu essen geben. Daraufhin versichert Jesus ihnen noch einmal, und diesmal mit Nachdruck, dass sie nur dann Anteil am ewigen Leben haben werden, wenn sie „sein Fleisch und sein Blut“ – also ihn selbst, das ewige Leben in Person – in sich aufnehmen. Das aber geschieht im Glauben an sein Opfer für uns am Kreuz.

Wer so mit ihm vereint ist und bleibt – im Glauben an Jesus‘ stellvertretendes Opfer für die eigene Sünde und Schuld, der wird ewig leben, auch wenn sein Körper stirbt; Jesus wird ihn am Ende aller Tage auferwecken. Denn er, den wir voll Vertrauen in unser Herz aufnehmen und so eins mit ihm werden, ist die wahre Nahrung und der wahre Trank; er ist der Ewige selbst; das ewige Leben in Person. 

Zum Schluss fasst Jesus seine Rede in der Synagoge Kafarnaums noch einmal zusammen: der Vater hat ihn gesandt. Und so wie Jesus in Einheit mit ihm ewig lebt, können auch wir in Einheit mit Jesus ewig leben. Im Glauben an sein Opfer – sein Fleisch und Blut, die er am Kreuz für unsere Sünden hingab – „essen“ wir ihn; nehmen ihn in uns auf; werden eins mit ihm. Er, das Himmelsbrot, ist anders, als das Manna, das dem Volk Israel nur das irdische Leben rettete: wer an ihn glaubt, wird ewig leben.

O-Ton: Ich bin das Brot, das Leben schenkt. Eure Vorfahren aßen das Manna in der Wüste und sind trotzdem gestorben. Hier aber ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit, wer davon isst, nicht stirbt. 

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird ewig leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Leib. Ich gebe ihn hin, damit die Menschen zum Leben gelangen können.« 

Das löste unter den Zuhörern einen heftigen Streit aus. »Wie kann dieser Mensch uns seinen Leib, sein Fleisch, zu essen geben?«, fragten sie. Jesus sagte zu ihnen: »Amen, ich versichere euch: Ihr habt keinen Anteil am Leben, wenn ihr das Fleisch des Menschensohns nicht esst und sein Blut nicht trinkt. 

Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn am letzten Tag vom Tod erwecken. Denn mein Fleisch ist die wahre Nahrung, und mein Blut ist der wahre Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt mit mir verbunden und ich mit ihm.

Der Vater, von dem das Leben kommt, hat mich gesandt, und ich lebe durch ihn. Genauso wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Das also ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist etwas ganz anderes als das Brot, das eure Vorfahren gegessen haben. Sie sind gestorben, wer aber dieses Brot isst, wird ewig leben.« Dies sagte Jesus in der Synagoge von Kafarnaum, so lehrte er dort die Menschen. (Joh 6,48–59)

Dienstag, 13. Januar 2026

Johannes Evangelium 5,39-47

 


Das Buch der Zeichen - Das Zeugnis für den Sohn, Teil 2

Die Pharisäer machen einen kapitalen Fehler: nicht theologisches Wissen führt zur Erlösung, sondern das Einssein mit Gott in und durch Jesus. Ewiges Leben ist kein Ergebnis religiöser Studien oder theologischer Forschung. Ewiges Leben ist ein Geschenk, dass nur er, der Ewige, selbst verschenken kann: indem er sich selbst verschenkt an alle, die zu ihm kommen.

Jesus geht es mit dieser Aussage nicht darum, sich selbstherrlich in den Mittelpunkt zu stellen. Was er sagt, sagt er nicht, weil er will, dass sich alles um ihn dreht. Alles was er sagt und tut hat nur einen Grund: Gottes Auftrag, uns Menschen zu retten. Um so schlimmer ist es, dass die Pharisäer zwar jedem selbst ernannten „Heilsbringer“ gerne hinterher laufen, aber ihn — die Quelle ewigen Lebens — ablehnen. Weil sie Gott nicht wirklich lieben.

Ihnen geht es nicht um eine liebende Beziehung zu Gott; darum, in seinen Augen wertgeschätzt zu sein. Ihnen geht es allein um die Zustimmung und den Beifall untereinander. Und genau diese falsche Ausrichtung ihrer Herzen steht dem wahren Glauben und damit ihrer Rettung im Weg.

Jesus kam nicht in die Welt, um uns zu verurteilen, sondern um uns zu retten (Joh 3,17). Deshalb warnt er die Pharisäer vor ihrem selbstgebauten Dilemma: es sind die Worte Moses‘, die sie verurteilen. Moses hatte nämlich in Prophetien (z.B. 5. Buch Mose 18,15–19) auf Jesus hingewiesen und ausdrücklich verlangt, auf ihn zu hören. Wenn sie aber nicht auf Moses hören, obwohl sie auf ihn hoffen, wie können sie dann an Jesus glauben, auf den doch Moses zeigt? 

O-Ton: Ihr forscht doch in den Heiligen Schriften und seid überzeugt, in ihnen das ewige Leben zu finden – und gerade sie weisen auf mich hin. Aber ihr seid nicht bereit, zu mir zu kommen und so das ewige Leben zu haben. 

Ich bin nicht darauf aus, von Menschen geehrt zu werden. Außerdem kenne ich euch; ich weiß, dass in euren Herzen keine Liebe zu Gott ist. Ich bin im Auftrag meines Vaters gekommen, doch ihr weist mich ab. Wenn aber jemand in seinem eigenen Auftrag kommt, werdet ihr ihn aufnehmen. 

Wie könntet ihr denn auch zum Glauben an mich kommen? Ihr legt ja nur Wert darauf, einer vom andern bestätigt zu werden. Aber die Anerkennung bei Gott, dem Einen, zu dem ihr euch bekennt, die sucht ihr nicht. 

Ihr braucht aber nicht zu denken, dass ich euch bei meinem Vater verklagen werde. Mose klagt euch an, derselbe Mose, auf dessen Fürsprache ihr hofft. Wenn ihr Mose wirklich glaubtet, dann würdet ihr auch mir glauben; denn er hat über mich geschrieben. Da ihr aber seinen geschriebenen Worten nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen gesprochenen glauben?« (Joh 5,39-47)

Montag, 27. Oktober 2025

Johannes Evangelium 3,13-21


 

Das Buch der Zeichen - Ohne Glauben an Jesus kein Leben

Gerade erst hatte er Nikodemus mit der Nase darauf gestoßen, wie wichtig es ist, das anzunehmen, was er zu sagen hat. Denn jetzt kommt Jesus zu den ewigen Dingen. Dingen, die mit dem Himmel und mit dem Schicksal von uns allen zu tun haben: Er, Jesus, ist der Messias; der, den die Propheten als “Sohn eines Menschen“ vorher gesagt hatten. Er selbst ist der Ewige, der vom Himmel zu uns auf die Erde kam.

In einem Bild aus dem Alten Testament erklärt Jesus auch, was Er mit unserem Schicksal zu tun hat: wie er uns vor Gottes Gericht bewahren kann. Und zwar so, wie schon das Volk Israel im Alten Testament: durch Glauben. Sie mussten nur ein Symbol ansehen, das auf das Kreuz zeigte: auf Christus, der am Kreuz (Pfahl) die Strafe (Schlange) für unsere Sünde trug. Und genau so werden auch wir gerettet.

Was wir am Kreuz sehen ist, dass Gott bereit war, uns seinen geliebten Sohn zu schicken; vom Himmel auf die Erde zu kommen, um die Strafe, die wir verdient hätten, selbst zu tragen. Weil er unseren Freispruch will; dass wir in ewigem Glück leben können. Weil er uns so sehr liebt. Wer das begreift und glaubt, wird nicht vergehen. Dazu ist Jesus gekommen: uns zu retten; nicht uns zu verurteilen. Wer das glaubt, wir freigesprochen; nicht verurteilt.

Wer diese größte Liebestat aber in den Wind schießt, das unendliche Opfer Christi verachtet, der hat sich selbst schon das Urteil gesprochen. Das ist das Problem mit unserer Welt: dass wir den finsteren Abgrund der Sünde – unser ständiges, egoistisches Streben nach Befriedigung unserer Wünsche – mehr lieben als ihn; die Liebe in Person.

Den, der Gott den Rücken kehrt und nur zur Befriedigung seiner Wünsche lebt, ekelt es vor nichts mehr, als vorm Licht der Wahrheit Gottes. Diesem Licht weicht er aus, wo er nur kann, denn es würde die Hässlichkeit seines Strebens offenbaren. Wer aber die Tiefe der Liebe Gottes am Kreuz erkannt hat und umgekehrt ist zu einem Leben in Gottes Wahrheit, hat keine Angst, ins Licht zu treten, weil er weiß, dass ihn nichts als Lob erwartet.

O-Ton: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen als nur der eine, der vom Himmel herabgekommen ist, der Menschensohn. 

Mose richtete in der Wüste den Pfahl mit der bronzenen Schlange auf. Genauso muss auch der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die sich im Glauben ihm zuwenden, durch ihn ewiges Leben bekommen. 

Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf den Sohn Gottes verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben. Gott sandte den Sohn nicht in die Welt, um die Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu retten. Wer sich an den Sohn Gottes hält, wird nicht verurteilt. 

Wer sich aber nicht an ihn hält, ist schon verurteilt, weil er Gottes einzigen Sohn nicht angenommen hat. So geschieht die Verurteilung: Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen liebten die Dunkelheit mehr als das Licht; denn ihre Taten waren schlecht. 

Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und bleibt im Dunkeln, damit seine schlechten Taten nicht offenbar werden. Aber wer der Wahrheit gehorcht, kommt zum Licht; denn das Licht macht offenbar, dass er mit seinen Taten Gott gehorsam war. (Joh 3,13–21)

Freitag, 24. Oktober 2025

Johannes Evangelium 3,1-12

 


Das Buch der Zeichen - Jesus und Nikodemus

Nikodemus war ein strenggläubiger Jude, ein renommierter Gesetzeslehrer, dem sein Ruf vorauseilte, und ein reiches Mitglied des Hohen Rates. Also so etwas, wie ein Mitglied des Bundestages und des Bundesverfassungsgerichtes und noch dazu ein Kirchenoberhaupt; alles in einem. Der war so umgetrieben von Jesus, dass er mehr wissen wollte, über ihn. Aber aus Sorge davor, dass seine nicht gerade Jesus-freundlichen Kollegen etwas davon mitbekommen, besucht er Jesus bei Nacht und Nebel. 

Auch war es ihm wohl peinlich, dass er - als „Lehrer Israels“ - noch Fragen hatte. Und doch sieht man die Ernsthaftigkeit seiner Suche nach Wahrheit. Er hat wohl schon eine Ahnung davon, dass Jesus mehr sein könnte, als nur ein Prophet; aber er will sich diesbezüglich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Was er sicher weiß ist, dass Jesus zumindest ein von Gott geschickter Lehrer ist; das zeigen klar die Wunder, die er tut. Und so spricht er ihn auch an: als Rabbi.

Jesus aber hält sich nicht mit höflichem Geplänkel auf; er kommt gleich zur Sache. Er weiß, warum Nikodemus da ist: es geht um ihn, den Messias, den Retter. Und so fokussiert er Nikodemus auf eine einzige Tatsache: um ein Teil von Gottes Reich zu werden, das unsere sichtbare Welt durchdringt und doch, wie hinter einem Schleier, hinter ihr verborgen liegt, braucht es ein neues geistliches Leben. Weil wir seit dem Sündenfall im Paradies alle spirituell tot sind. Es braucht eine Geburt von oben; eine Geburt von Gott; eine neue Geburt.

Als Nikodemus das mit der neuen Geburt hört, missversteht er Jesus komplett: es sei absurd, zu glauben ein Erwachsener könnte in den Mutterleib zurückkehren, um noch einmal geboren zu werden, sagt er. Aber Jesus macht ihm klar, dass es darum nicht geht. Auch nicht um Karma oder gar um Seelenwanderung. Es geht darum, dass Gott von oben her etwas tun muss: Wer in Gottes Reich hineinkommen will, braucht eine neue Natur, …

… ein neues inneres geistliches Leben; nicht nur ein verbessertes irdisches Leben. Der braucht eine Erneuerung seines Herzens; eine Reinigung - wie mit Wasser - von seinem alten Wesen. Der braucht eine neue Sehnsucht nach Heiligkeit, eine neue Begeisterung dafür, Gottes Willen zu tun, statt ständig nur die eigenen Wünsche befriedigen zu wollen. Der braucht eine ganz neue Liebe zu Gott und seinen Nächsten. Diese komplette innere Neuschöpfung kann aber nur einer bewerkstelligen: der Heilige Geist selbst.

Und um den Sack zuzumachen, setzt Jesus noch einen obendrauf und zeigt, dass dies neue Leben nie von Menschen ‚produziert‘ werden kann: Menschen sind irdisch und können nur irdisches Leben produzieren. Gott allein ist himmlisch und nur er kann dieses neue Leben ‚von oben’ schenken. Nur Gottes Geist ist geistlich und nur er kann neues geistliches Leben schenken. Darum soll Nikodemus sich nicht wundern, dass das neue Leben von oben kommen muss. Doch wie genau das funktioniert, bleibt ein Mysterium; genau so unvorhersehbar, wie Ursprung und Ziel eines Windhauchs. 

Jetzt ist Nikodemus platt und fragt, wie das denn bitteschön funktionieren soll? Und genau für diese Frage fängt er sich von Jesus einen Rüffel ein: Er ist Israels Top-Theologe und kann diese einfache Frage nicht beantworten? Er hätte es in der Tat wissen müssen, denn was Jesus gerade erklärt hat, war seit hunderten von Jahren bekannt (siehe Hesekiel 37,9-14). 

Noch einmal richtet Jesus Nikodemus’ volle Aufmerksamkeit auf folgendes: er, Jesus, weiß Bescheid. Er ist vom Himmel. Er kennt sich aus. Er sieht die unsichtbare Welt so klar, wie wir die sichtbare. Darum müssen wir zuhören, was er zu sagen hat. Denn wenn wir schon das irdische nicht annehmen, was er uns zu sagen hat (nämlich, wie wir hier auf der Erde zum Glauben kommen und gerettet werden können), wie sollen wir dann die noch höheren Dinge annehmen, die er uns über den Himmel zu sagen hat?

O-Ton: Einer von den Pharisäern war Nikodemus, ein Mitglied des jüdischen Rates. Eines Nachts kam er zu Jesus und sagte zu ihm: »Rabbi, wir wissen, dass Gott dich gesandt und dich als Lehrer bestätigt hat. Nur mit Gottes Hilfe kann jemand solche Wunder vollbringen, wie du sie tust.« 

Jesus antwortete: »Amen, ich versichere dir: Nur wer von oben her geboren wird, kann Gottes neue Welt zu sehen bekommen.« »Wie kann ein Mensch geboren werden, der schon ein Greis ist?«, fragte Nikodemus. »Er kann doch nicht noch einmal in den Mutterschoß zurückkehren und ein zweites Mal auf die Welt kommen!« Jesus sagte: »Amen, ich versichere dir: Nur wer von Wasser und Geist geboren wird, kann in Gottes neue Welt hineinkommen. 

Was Menschen zur Welt bringen, ist und bleibt von menschlicher Art. Von geistlicher Art kann nur sein, was vom Geist Gottes geboren wird. Wundere dich also nicht, dass ich zu dir sagte: 'Ihr müsst alle von oben her geboren werden.' Der Wind weht, wo es ihm gefällt. Du hörst ihn nur rauschen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So geheimnisvoll ist es auch, wenn ein Mensch vom Geist geboren wird.« 


»Wie ist so etwas möglich?«, fragte Nikodemus. Jesus antwortete: »Du bist ein anerkannter Lehrer Israels und weißt das nicht? Amen, ich versichere dir: Wir sprechen über Dinge, die wir kennen, und bezeugen das, was wir gesehen haben. Aber keiner von euch ist bereit, auf unsere Aussage zu hören. Wenn ich zu euch über die irdischen Dinge rede und ihr mir nicht glaubt, wie werdet ihr mir dann glauben, wenn ich über die himmlischen Dinge mit euch rede?« (Joh 3,1–12)

Sonntag, 8. September 2019

„Was muss ich tun, um heilig zu werden?“ (Johannes 19,30)

[Predigt als MP3]

Einleitung

MOTIVATION: Zu dieser Andacht hat mich ein Vers aus den Evangelien inspiriert - das Wort Jesu am Kreuz aus Johannes 19,30 "Es ist vollbracht“. In Verbindung mit anderen Stellen aus der Bibel hat mir diese Stelle einmal mehr die Augen dafür geöffnet, was dieses "es ist vollbracht" für mich ganz persönlich bedeutet – was es für uns bedeutet - und was es insbesondere für unsere Heiligung bedeutet - und für unsere oftmals völlig falschen Vorstellungen davon. Doch bevor ich davon anfange, wie das mit der Heiligung denn nun wirklich funktioniert und was des Rätsels Lösung ist, möchte ich Euch erst mal mit hinein nehmen, wie ich meine Heiligung oft erlebt habe: Frustrierend! Ich habe ganz oft das Gefühl: „Ich werde ja nie „fertig“ werden!“

MEINE GRÖßTEN HINDERNISSE IN DER HEILIGUNG: Furcht vor neuen Herausforderungen; Zukunftsängste; Überlebensängste; Gefühl un-geborgen und verlassen zu sein. Lust der Augen: in Zeiten von starker Frustration und Anfechtung: Flucht die Scheinwelt von Nähe und Geborgenheit. Zorn: bei Unrecht und Gefährdung im Straßenverkehr; bei Respektlosigkeit im täglichen Leben.

DAS EIGENTLICHE PROBLEM: Nicht das wir sündigen ist das eigentliche Problem, sondern dass wir nicht damit aufhören können. Aus Römer 7 wissen wir: Alle eigene Anstrengung führt ja zu nichts – außer zu noch mehr Sündenerkenntnis: In Römer 7,15 lesen wir: „Denn ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich.“ Und aus Römer 7,19: "Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich." Und schließlich aus Römer 7,24: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Leib des Todes?“. Es scheint einfach hoffnungslos! Daher dann auch die Frage: „Wie funktioniert das mit Römer 8 – das mit dem "Leben im Geist"?“ Schließlich lesen wir in Römer 8,13: „[…] wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches tötet, so werdet ihr leben.“» Aber wie soll das gehen? Kennt ihr dieses Ringen? Diese Verzweiflung, von der Paulus hier schreibt?

DIE FRAGE IST ALSO SCHEINBAR: „Was muss ich tun, um heilig zu werden?“  Und, damit es konkret wird, möchte ich Euch da mal ganz persönlich in die Pflicht nehmen und Euch bitten, Euch mal ganz im Stillen eine Frage zu beantworten, was Eure ganz persönliche Heiligung angeht: 

WAS IST DEIN GRÖßTES HINDERNIS IN DER HEILIGUNG? 

  • Arroganz, Hochmut, Eingebildetsein und Stolz?
  • Geldliebe? Geiz? Habgier?
  • Süchte? Pornografie? Drogen? Spielsucht?
  • Maßlosigkeit? Völlerei? Kaufräusche?
  • Neid? Eifersucht? Missgunst? Bitterkeit?
  • Faulheit? Lauheit? Feigheit? Trägheit?

Du musst es niemandem sagen. Aber wenn Gottes Geist Dir beim Anhören dieser Liste auf die Schulter getippt hat, dann halte diesen Gedanken bitte fest. Denn an genau an diesem Punkt geht es um Deine ganz persönliche Heiligung. <PAUSE> Und genau diesem Punkt ist die heutige Andacht gewidmet. Denn das ZIEL DER HEUTIGEN ANDACHT ist es: die Frage zu beantworten: "Heiligung? Ja! - Aber wie?"


Inhalt

Diese Frage nach der Heiligung, danach, wie das gelingen kann mit der Heiligung – darum soll es heute gehen. Die Frage lautet also: „Was muss ich tun, um heilig zu werden?“ Diese Frage möchte ich beantworten. Dazu werde ich ein Wort Christi am Kreuz aus Johannes 19,30 in den Mittelpunkt stellen. Und ich werde einige andere Bibelworte dazu in Bezug setzen. Dazu möchte ich
  1. Gottes Sicht auf das Thema aus Seinem Wort beleuchten
  2. Die Kernaussage von Johannes 19,30 (und der dazu in Bezug gesetzten Verse) klar herausstellen. 
  3. Und letztlich die Frage stellen, was das für uns für eine praktische Bedeutung hat.
Zum Schluss möchte ich Dir 2 Fragen stellen - Fragen an Dein Herz

1. Unser Text

„Jesus [...] sprach [...] Es ist vollbracht!“ (Johannes 19,30)

Ich hatte Euch ja eingangs gesagt, dass dieses Wort Christi am Kreuz mir einmal mehr die Augen dafür geöffnet hat, was dieses „Es ist vollbracht“ für meine ganz persönliche Heiligung bedeutet. Und das hat etwas mit einigen Bibelstellen zu tun. Die möchte ich Euch jetzt einmal vorstellen und Euch dann mal 2 Fragen dazu stellen:

Jes 43,1 „Und nun spricht der HERR, der dich geschaffen hat, [...] und dich gemacht hat, [...] Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ WER hat uns geschaffen? Gott. Wieviel Leistung mussten wir dafür erbringen? Keine. ---- Mussten wir dafür etwas bezahlen? --- Unsere Schöpfung war also ein Geschenk!!

Römer 8,29-30  „Denn die er ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, daß sie gleich sein sollten dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.  Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.“ WER hat uns ausersehen, vorherbestimmt, berufen und gerecht gemacht? Das war auch Gott, richtig? Mussten wir da irgendwas großartig leisten, damit Gott das macht? Nein? Dass hat auch Gott ganz alleine gemacht! Dazu ist Jesus aus Liebe am Kreuz gestorben: um die Strafe für unsere Schuld zu bezahlen. Und dazu ist er auferstanden: Um uns Seine Gerechtigkeit zu schenken. Unsere Erwählung und unsere Rechtfertigung sind also auch ein Geschenk. WER wird uns eines Tages verherrlichen? Wer wird machen, dass wir mit einem unsterblichen Leib für alle Ewigkeit in Gesundheit und Freude leben können? In vollkommener Liebesgemeinschaft mit Gott? Das wird auch Gott machen. Unsere Verherrlichung ist also auch ein Geschenk.

Aber jetzt kommen wir, oder? Jetzt müssen wir uns kräftig anstrengen, damit das auch was wird mit der Heiligung. Oder? Wir müssen feste glauben und uns noch mehr anstrengen, damit wir auch ganz bestimmt heilig werden, oder? Schauen wir mal:

Joh 6,29 „Das ist Gottes Werk, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat.“ WER macht, dass wir Glauben? Wessen Werk ist das? <PAUSE> Also der Glaube ist auch ein Geschenk!

Phil 1,6 „ich bin darin guter Zuversicht, daß der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ Und was ist das für ein Werk? 2Kor 3,18 „Wir alle sehen in Christus mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit Gottes wie in einem Spiegel. Dabei werden wir selbst in das Spiegelbild verwandelt und bekommen mehr und mehr Anteil an der göttlichen Herrlichkeit. Das bewirkt der Herr durch seinen Geist.“ (GNB). WER verwandelt uns in Christi Spiegelbild? WER wirkt unsere Heiligung? Gott wirkt sie! Durch den Heiligen Geist! <PAUSE> Ihr Lieben! Auch unsere Heiligung ist ein Geschenk!

Ich finde, das ist so unfassbar. Das ist so zum Gott loben! Das ist doch der Kracher, oder?! Ich finde, das ist überhaupt nicht zu fassen! Gott schenkt uns einfach alles!! ALLES!!

2. Die Kernaussage


Also noch mal langsam zum Mitschreiben: Gott tut in unserer Errettung und Erlösung einfach alles: Vom Vorherwissen und -bestimmen (Rö 8,29) über das erschaffen (Jes 43,1), hin zum Berufen (Rö 8,30), Erlösen (Lk 1,68), Glauben (Joh 6,29) und Rechtfertigen (Rö 8,30), das Verwandeln und Gleichgestalten (2Kor 3,18), bis hin zum Vollenden (Phil 1,6) und Verherrlichen (Rö 8,30). 

Unsere Aufgabe ist daher keine krampfhafte Aktivität. Es ist ja GOTTES WERK. Nicht unseres. Wir müssen uns nicht abkrampfen. Wir müssen nicht angsvoll zittern, ob wir es schaffen werden. Gott selbst hat uns versprochen, dass Er das das gute Werk, das Er in uns angefangen hat auch vollenden wird bis an den Tag Christi Jesu. (Phil 1,6). Und warum: Weil Jesus am Kreuz dafür bezahlt hat. Weil Jesus am Kreuz dafür den Grundstein gelegt hat. Den Preis bezahlt hat. Darum heißt es „Es ist vollbracht“. Aus Gottes Sicht ist unsere Erlösung und Heiligung und Verherrlichung eine längst ausgemachte Sache. Nur für uns vollzieht sie sich in der zeit. Aus Gottes Perspektive ist Sein Werk längst fertig. Und es gibt für Gott keinen Zweifel: „Es ist vollbracht!“

Aber was bleibt uns dann zu tun? Die Bibel ist doch voller Anweisungen und Gebote und Mahnungen?

3. Praktische Anwendung


Das was uns bleibt ist – wenn alles tatsächlich Gottes Werk ist – eine „aktive Passivität“: eine ganz bewusste Entscheidung, Ihn in unserem Leben wirken zu lassen: in dem wir auf Sein leises Reden hören und dann im Vertrauen auf Seine Kraft das zu tun, was Er uns sagt – indem wir also Jesus im Glauben auf Seinem Weg ans Kreuz nachfolgen – und mit Christus beten: „[…] nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ Indem wir loslassen. Unsere Vorstellungen: wie die Dinge zu sein haben. Unseren Willen: wie wir es gerne hätten. Unsere Emotionen und unsere Ungeduld: wann wir es gerne hätten. Sondern stattdessen loszu lassen – und einfach darauf zu vertrauen, dass ER hält, was ER uns verspricht.

Wir müssen nichts beisteuern; nichts leisten; nichts machen. Es geht vielmehr darum, IHN machen zu lassen; IHM zu erlauben uns so zu gestalten und zu gebrauchen, wie ER es für richtig hält – und wann ER es für richtig hält. Das ist genau das, was Jesus getan hat – was ER für uns getan hat: Er hat sich selber, Seine Wünsche, Seinen Willen, Seine Ehre, Seine Macht, Sein Wohlbefinden, Er hat einfach alles losgelassen - aus Liebe zu Dir und zu mir! Und Er hat uns fest versprochen: Diese Liebe wird uns nicht aufgeben / wird nicht aufhören, uns zu heiligen / wird sich nicht von unseren Sünden erbittern lassen / wird uns das Böse nicht zurechnen (1Kor 13:5) - bis sie am Ziel ist.

Es ist alles Gottes Wirken! / Nicht unsere Leistung! ---- Es ist alles Geschenk! / Wir müssen nichts bezahlen!

Was für uns bleibt, ist Gott nicht im Wege zu stehen. IHN machen zu lassen. Es IHM zu erlauben. Indem wir uns loslassen – uns IHM überlassen. Und annehmen und darauf vertrauen, dass Er das schon hinkriegt, was uns so unmöglich scheint. Jetzt können wir hingehen und sagen: "Jesus hat alles getan und darum kann ich in seiner Kraft das tun, was Er von mir verlangt." Oder noch besser: "Jesus hat alles getan und darum kann ER in mir in seiner Kraft das tun, was Er von mir verlangt."  Alles was Gott von Dir erwartet ist, dass Du Dich ihm hingibst! Ihn machen lässt. 

Ich nenne das „aktive Passivität“: die völlige Hingabe meines Willens an Ihn im völligen Vertrauen auf Sein Wirken. Gnade statt Werke. Geist statt Fleisch (Sach 4,6 und Joh 6,63). Es geht nicht um das krampfhafte Kämpfen um Heiligung aus eigener Kraft - sondern darum, eine der wichtigsten Lektionen im Leben zu lernen: das Loslassen von dem "was ich will" und "wie ich es will" und "wann ich es will" - und stattdessen dieses andere zu lernen "sondern, wie Du willst", "zu Deiner Zeit" und "in Deiner Kraft". Es geht um das Loslassen des eigenen (Vorstellungen, Willen, Anstrengungen), und das Annehmen des Göttlichen (Wortes, Willens) und das Vertrauen auf Seine Kraft (Wort, Verheißung, Glaube, Erhörung).

Jesus hat sich für Dich verschenkt – Er hat Dich so sehr geliebt, dass Er bereit war, für Dich Sein Leben zu geben – ER will Dich beschenken – Und was ER sich dazu von Dir wünscht, das möchte ich Dich nun fragen:


Fragen an Dein Herz


  1. Wo kämpfst Du noch in eigener Kraft, heilig zu werden, anstatt Dich Jesus anzuvertrauen; Ihn wirken zu lassen? Willst Du Sein Geschenk annehmen?

  2. Spürst Du das Ziehen des Heiligen Geistes? Inneren Widerstand? Was willst Du loslassen?  Dich ganz Gott überlassen?

„[...] nicht wie ich will, sondern wie du willst!“
(Matthäus 26,36)




Sonntag, 11. August 2019

Geistliches Leben – vom Krampf zur Freude (Matthäus 11,28-30)

[Predigt als MP3]

Einleitung

Ich hatte Euch ja mindestens schon einmal davon erzählt, dass mir „die Sonne der Gnade Gottes in Zeitlupe aufgeht“. 

Was ich damit meine ist, dass ich viele, viele Jahre darunter gelitten habe, dass ich dachte, Gott sei ein hartherziger, allmächtiger Tyrann, der nichts anderes im Sinn habe, als mich zu versklaven, mir mit Gewalt Seinen Willen aufzuzwingen und mir dann – weil ich als gefallener Mensch ja gar nicht anders kann, als zu versagen – jeden kleinsten Fehler unter die Nase zu reiben und darauf herumzuhacken, mir Höllenängste zu bereiten und mich mit all diesen schrecklichen Ängsten alleine zu lassen.

Und was habe ich mich in diesen Jahren und Jahrzehnten bemüht, es Gott recht zu machen. Gott alleine weiß es. Und doch hatte ich immer das Gefühl, als sei es in der meisten Zeit meines Lebens nur finsterste Nacht. Ich fühlte mich, wie ein Atom-U-Boot, dass nur alle heiligen Zeiten einmal auftaucht, um frische Luft zu tanken. Die meiste Zeit aber war ich „unter Wasser“. Nur allzu gut konnte ich nachvollziehen (und bitte glaubt mir, dass ich mich nicht mit diesen Heiligen nicht vergleichen will!) , wie sich z.B. ein Jeremia gefühlt haben muss, als er schrieb:

„Ich bin der Mann, der Elend sehen muss durch die Rute seines Grimmes. Er hat mich geführt und gehen lassen in die Finsternis und nicht ins Licht. Er hat seine Hand gewendet gegen mich und erhebt sie gegen mich Tag für Tag. [...] Er hat mich ringsum eingeschlossen und mich mit Bitternis und Mühsal umgeben. Er hat mich in Finsternis versetzt wie die, die längst tot sind. Er hat mich ummauert, dass ich nicht herauskann, und mich in harte Fesseln gelegt. Und wenn ich auch schreie und rufe, so stopft er sich die Ohren zu vor meinem Gebet. Er hat meinen Weg vermauert mit Quadern und meinen Pfad zum Irrweg gemacht. [...] Meine Seele ist aus dem Frieden vertrieben; ich habe das Gute vergessen. Ich sprach: Mein Ruhm und meine Hoffnung auf den HERRN sind dahin.“ (Kla 3:1-18)

Oder was ein Hiob empfunden haben musste, um zu schreiben: „Aber gehe ich nach Osten, so ist er nicht da; gehe ich nach Westen, so spüre ich ihn nicht. Wirkt er im Norden, so schaue ich ihn nicht; verbirgt er sich im Süden, so sehe ich ihn nicht. Er aber kennt meinen Weg gut. [...] ich hielt meinen Fuß auf seiner Bahn und bewahrte seinen Weg und wich nicht ab und übertrat nicht das Gebot seiner Lippen und bewahrte die Reden seines Mundes bei mir. Doch er hat's beschlossen, wer will ihm wehren? Und er macht's, wie er will. Ja, er wird vollenden, was mir bestimmt ist, und hat noch mehr derart im Sinn. Darum erschrecke ich vor seinem Angesicht, und wenn ich darüber nachdenke, so fürchte ich mich vor ihm. Gott ist's, der mein Herz mutlos gemacht, und der Allmächtige, der mich erschreckt hat; denn nicht der Finsternis wegen muss ich schweigen, und nicht, weil Dunkel mein Angesicht deckt. “ (Hiob 23,8-17)

Und all die Jahre habe ich nicht verstanden, dass ich es selber war, der mir im Wege stand.

Wenn es also unter uns auch nur einen Einzigen / oder eine Einzige geben mag, die diese Art von Leiden kennen - die auch das Gefühl haben, dass ihr ganzes Leben ein einziger Krampf ist, dann hoffe und bete ich zu Gott, dass heute der Tag sein möge, an dem auch Dir dieser „Sonnenaufgang“ geschenkt wird – nämlich die Erkenntnis, wie Du „vom Krampf zur Freude“ kommen kannst.

Lasst uns dazu als erstes unseren Text lesen - dort heißt es:


Unser Text (Matthäus 11,28-30)


„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11,28-30)


Inhaltsübersicht


Die Einladung, die Jesus uns in diesem Text ausspricht, die Zusagen, die Er dabei macht und die Voraussetzungen, von denen Er spricht, möchte ich in 7 Teile unterteilen:
  1. Wer ist gemeint?
  2. Die Verheißung
  3. Die 1. Voraussetzung
  4. Die 2. Voraussetzung
  5. Jesu Wesen
  6. Jesu Verheißung (Teil 2)
  7. Leben in Freude
Und zum Schluss möchte ich uns fragen: 
  • Was heißt das für mich? (Fragen an Dein Herz)

1. Wer ist gemeint?


Vers 28a „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; [...]“

Jesus macht klar, an welche Adressaten Er sich richtet: es sind die, die sich durch ihr Leben quälen. Die es als mühevoll und als Last empfinden. κοπιῶντες (kopiontes: müde; erschöpft); πεφορτισμένοι (pefortismenoi: belastet; beladen). Es sind Menschen, sich mit großer Mühe und ohne jede Freude und ohne jede Hoffnung abplagen. Die sich wie ein schwer beladener Esel im Leben abplagen; die vollkommen müde und erschöpft.

Ich möchte diese Menschen in 3 Gruppen unterteilen:

A. In der ersten Gruppe sind die Ungläubigen, die noch die Welt lieben. Paulus beschreibt diese Menschen in 1. Tim 6,9-10 als solche, die : „die reich werden wollen“ und sagt: sie „fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis. Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen.“ Es sind Menschen, die ihr Heil in der Welt suchen: im Lustgewinn, im Spaß, im Geld, in der Macht, in Drogen und allem anderen, was uns außerhalb der Liebe Gottes fälschlicherweise Freude verspricht.

B. In der zweiten Gruppe sind die Menschen, denen Gott bereits das Gewissen aufgeweckt hat. Es sind Menschen, die ihre Sünde und Schuld vor Gott erkannt haben und nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Johannes Calvin sagt in seinem Kommentar zu Matthäus 11,28: Jesus „spricht von ihnen als arbeitend oder stöhnend unter einer Last [dabei] meint [er] im Allgemeinen nicht diejenigen, die mit Trauer und Ärger unterdrückt werden, sondern diejenigen, die von ihren Sünden überwältigt sind, die mit Besorgnis über den Zorn Gottes erfüllt sind und kurz davor stehen, unter dieser achso schweren Last zu versinken. [...] als mühselige und beladene Menschen bezeichnet Christus sie - deren Gewissen durch ihr Ausgeliefertsein an den ewigen Tod erschüttert ist und die innerlich durch ihr Elend so niedergedrückt werden, dass sie ohnmächtig werden“ und er fügt hinzu: „gerade diese Ohnmacht bereitet sie auf den Empfang seiner Gnade vor.“ (J. Calvin) 

C. In der dritten Gruppen befinden sich die Menschen, die durch gute Werke versuchen, es Gott recht zu machen. Es sind die, die sich mit großer Mühe und ohne jede Freude und ohne jede Hoffnung abplagen, um Gott zu gefallen. Matthew Henry beschreibt sie als „Diejenigen, die sich bemühen, ihre eigene Gerechtigkeit herzustellen“ und sagt von ihnen: sie „[arbeiten [...] vergeblich. Der überzeugte Sünder ist schwer belastet mit Schuld und Schrecken; und der verführte und betrübte Gläubige hat Mühen und Lasten.“ Wieviel Mühe wenden Sie auf, um Gott gnädig zu stimmen! Doch wie unnütz und wie unfruchtbar ist dieses Unterfangen! Nie kommen Sie ans Ziel. Nie sind ihre guten Werke gut genug, um Gott gnädig zu stimmen. Alles scheint ihnen sinnlos; all ihr Bemühen zwecklos. Und doch spricht Henry auch Ihnen Gottes Gnade zu und sagt: „Christus lädt alle ein, zu ihm zu kommen, um ihre Seelen zur Ruhe zu bringen.“ (M. Henry)


2. Die Verheißung


28b „[...] ich will euch erquicken.“

Dieser dumpfen Bedrückung, dieser überschweren Last und dieser unfruchtbaren Plackerei stellt Jesus Seine Verheißung gegenüber – eine herzliche Erfrischung. 

Das griechiche ἀναπαύσω (anapauó) bedeutet so viel, wie „Ruhe, Pause, Erfrischung“. Es ist das Bild davon, „jemanden freizustellen; ihm zu erlauben, dass er von jeder Bewegung oder Arbeit absieht, um sich zu erholen und seine Kräfte zu sammeln.“ 

Jesus offenbart all diesen verzweifelten Menschen hier Sein Motiv und Sein Ziel: Er hat absolut nur eines im Sinn: er will uns erfrischen, uns aus der Dürre heraus führen und unseren fürchterlichen Durst löschen. Er will uns unsere so überschwere Last abnehmen und uns aufatmen lassen. Nur das und nichts anderes hat Er im Sinn. 

Adolf Schlatter formuliert das so: „Er beendigt unsere unnützen Anstrengungen und unsere vergeblichen Anläufe, unsere törichten Versuche, mit denen wir uns helfen möchten, und bringt uns and Ziel.“ (A. Schlatter) Und Calvin ergänzt: „Die Erleichterung, die er verspricht, besteht in der freien Vergebung der Sünden, die allein uns den Frieden gibt.“ (J. Calvin)

Wer hätte das nicht gerne? Ruhe. Erfrischung. Echten Frieden! Doch wie kommt man da hin?!


3. Die Erste Voraussetzung


29a „Nehmt auf euch mein Joch [...]“

Jesus sagt uns, dass die Lösung im liebenden Glaubensgehorsam liegt. Darin, unserem selbstsüchtigen Eigensinn „Lebewohl!“ zu sagen. Das Geheimnis liegt darin, sich von unseren eigenwilligen Wünschen der Lebensgestaltung frei zu machen: nicht unabhängig von Gott zu sein und unser eigenes, selbstgewähltes Joch zu tragen, unsere eigenen Pläne zu verwirklichen, sondern uns Ihm, ganz und gar und ohne jeden Vorbehalt, hinzugeben. Uns von Ihm für Seine Sache einspannen zu lassen und mit Ihm zusammen den Acker des Reiches Gottes zu pflügen. Nicht rebellisch und widerspenstig. Sondern von Herzen und mit Ihm im Einklang. 

Schlatter sagt: „Christi Joch trägt, wer ihm gehorcht und von Ihm lernt. [...] Dasselbe [Joch] ist kein Marterinstrument, ermöglicht und erleichtert vielmehr dem Tiere seinen nützlichen Dienst, aber es lässt keinen Eigensinn zu. Wir müssen uns entschließen, seinen Willen zu tun; dann kommt Ruhe in unseren ganzen Lebenslauf.“ (A. Schlatter) 

So leben wir in echter Nachfolge: in sanftmütiger Hingabe und in frohem, demütigen Gehorsam gegenüber dem heiligen, vollkommenen, liebenden und heilbringenden Willen Gottes. Oder mit den Worten von Matthew Henry: „Der Weg der Pflicht ist der Weg der Ruhe.“ (M. Henry) 

Wer Jesu Joch auf sich nimmt, wer Seinen Egoismus gekreuzigt hat und nicht mehr auf seinem Recht besteht und nicht mehr auf seinen Forderungen besteht – wer, wie Jesus, sanftmütig und demütig geworden ist – der 'reibt' sich nicht mehr an den Widerhaken des Lebens, sondern gleitet darunter hinweg. Vor allem aber zerbricht er nicht mehr in stolzer Rebellion an der Souveränität Gottes. Dieser Souveränität, die uns nicht einmal, wenn wir leiden, Rechenschaft schuldig ist. Wer das begriffen hat – dass alles Gnade ist und nichts gefordert werden kann – der hat gelernt in Demut zu akzeptieren: Gott ist der HERR! Wer das gelernt hat, der kann wirklich von Herzen mit Christus beten: „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ (Mt 6:10) Ja sogar: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Lk 22:42)


4. Die Zweite Voraussetzung


29a „[...] und lernt von mir [...]“

Doch wo finden wir diese Demut? Wie lernen wir das?

Jesus sagt: „Um dahin kommen zu können, ist es nötig, dass Du bei mir in die Schule gehst; dass Du bereit wirst, von mir zu lernen.“

Doch was lernen wir in dieser Lebensschule Jesu? 

Zum einen lernen wir sicherlich zu erkennen, was der Wille Gottes ist. Und dass der Wille Gottes immer gut ist. Er ist immer die Wahrheit und immer die Liebe - und immer beides zusammen, niemals eine der beiden gegen die andere ausgespielt. 

Zum anderen lernen wir zu erkennen, wie dieser Wille getan werden kann: nicht aus eigener Kraft. Nicht mit eigener Anstrengung und Qual. Sondern allein(!) im Vertrauen auf Gottes Wort – allein im Glauben an Seine Verheißungen – allein im Vertrauen auf das Wirken Seines Heiligen Geistes in uns – und an uns – und durch uns. Nur der Heiligen Geist ist in der Lage – an uns – in uns – und durch uns – Gottes Werke zu tun.

Oder glauben wir wirklich wir könnten das, was nicht einmal Jesus konnte? Denn: Was sagte Er von sich selbst und von den Wundern die Er tat? Er sagte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts(!) von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut in gleicher Weise auch der Sohn.“ (Joh 5,19) Und an einer anderen Stelle: „Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht aus mir selbst. Der Vater aber, der in mir bleibt, der(!) tut seine Werke.“ (Joh 14,10)

Diese Werke aber tut Gott in denen, die Ihm vertrauen. Die Seinen Verheißungen Glauben schenken. Die nicht auf ihre Gefühle vertrauen. Die „ nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare.“ (2Kor 4,18). Die – manchmal entgegen allem äußeren Schein – im Glauben festhalten an Gott und an Seinem Wort – an Seinen Verheißungen – und an Seiner Treue mit der Er Sein Wort immer hält. 

Weil also alles geistliche Leben von Gottes Wirken abhängig ist – und weil Sein Wirken von unserem Glauben an Seine Verheißungen abhängig ist – und weil Seine Verheißungen allesamt in Seinem Wort stehen – darum ist es so wichtig, dass wir bei Jesus in die Schule gehen. Darum ist es so wichtig, dass wir Sein Wort kennen und es fleißig studieren.


5. Jesu Wesen


29a „[...] denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig [...]“

Nun sind wir leider durch den Sündenfall so sehr von Gott entfremdet, dass uns Seine Gebote hart erscheinen und wir uns im schlimmsten Fall vor Gott selbst fürchten – so wie Adam, der sich vor Ihm versteckte. Unsere Furcht vor Überforderung und unsere Furcht vor Gott beweisen aber nur eines: wie wenig wir noch wissen von Gottes Wesen. Davon, wie unendlich gnädig und geduldig Er ist. Wie barmherzig und liebevoll. Johannes drückt das einmal so aus: „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.“ (1Joh 4,18)

Jesus ist kein hartherziger Tyrann, der seine Untertanen mit einer stählernen Keule durchs Leben peitscht; kein liebloser Despot, der mit Gewalt seinen Willen durchzusetzen sucht. Er ist der liebende Gute Hirte: Er geht sanft und umsichtig mit Seinen Schafen um. Er zwingt nicht, sondern lockt und ruft uns leise in unseren Herzen. Er pocht nicht auf Seine Stellung und über alle Maßen hohe Majestät. Denn Er ist von Herzen demütig und uns in Liebe zugewandt. 

Schlatter sagt von Ihm: „Er ermuntert uns, dass wir uns vor ihm nicht fürchten. Er will nicht mit den harten und hoffärtigen Herren verglichen sein, die damals die Gemeinde regierten, sondern begründet seine Aufforderung durch seine Sanftmut und Demut. [...] [uns zu leiten und zu unterweisen] tut er ohne Härte und ohne Hoffart mit der freundlichen Geduld, die auch das Kleine und Schwache schätzt und verzeihen kann. Er will nicht durch uns glänzen, nicht durch uns erhöht sein und ruft uns nicht seinetwegen, sondern unsertwegen zu sich.“ (A. Schlatter)


6. Jesu Verheißung – Teil 2


29c „[...] so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“

Wenn wir das wirklich im Herzen erkennen – wenn wir es wirklich beherzigen - und wenn wir beginnen, danach zu leben, werden wir alle ungute Mühe und alle selbstgemachte Lasten im geistlichen Leben los: indem wir uns diesem liebenden, sanften und demütigen Hirten vollkommen anvertrauen. Uns abhängig machen von Seinem Wort, Seiner Führung, Seinem Wirken. 

Weil wir uns nicht mehr mit eigener Kraft und Anstrengung mühen und abplagen, sondern Ihm im schlichten Vertrauen nachfolgen: im Vertrauen auf Sein Wort - im Folgsamkeit gegenüber Seinen Gebote und im festen Vertrauen auf Seine Verheißungen, die Er in Seiner Allmacht und Treue immer erfüllt. „Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein.“ (Jes 30:15)

So wird aus ängstlicher Plackerei auf einmal ein seliger Frieden. 


7. Leben in Freude


30 „Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“

Schlatter sagt: „Unter der Bürde, die er uns zu tragen gibt, werden wir nicht wund; denn sie ist leicht. Und doch reißt Jesu Gebot die Seinen von allem los, was unser natürliches Begehren sucht, und macht sie zu solchen, die ihr Kreuz aufheben. Dennoch heißt er seinen Dienst Ruhe, sein Joch förderlich, seine Last ohne Druck. Das zeigt, wie mächtig in Jesu Augen der Friede Gottes ist, in den er uns stellt. Sein Trost trägt durch alles durch, weil er uns die Gemeinschaft mit den Vater gibt.“ (A. Schlatter) 

Wenn wir Jesus wirklich vertrauen und ihm nachfolgen, werden wir feststellen, dass echte Nachfolge gar keine mühsame Plackerei ist und keine schwere Last, sondern dass Jesus uns mit Sanftmut leitet und unser Dienst uns mit Leichtigkeit von der Hand geht: weil wir mehr und mehr erkennen, dass Gottes Wort und Gebote das Herz froh machen, denn „Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen “ (Ps 19:9). 

Unser Glaubensleben ist dann keine mühsame Plackerei und keine schwere Last mehr. Weil unsere Nachfolge dann aus einem liebenden und freien Entschluss entspringt – und nicht aus der Furcht vor Strafe oder dem unseligen Zwang, zu meinen Gott aus eigener Kraft gefallen zu müssen. Weil die guten Werke, die wir tun, nicht mehr unsere eigenen sind, sondern solche, „die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln“ (Eph 2,10). Weil das, was wir tun nicht mehr auf unserer Kraft und Stärke beruht, sondern allein von der allmächtigen Kraft Seines Heiligen Geistes gewirkt wird; wie geschrieben steht: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.“ (Sach 4,6)

Weil dann nicht mehr alles selbst im Griff haben wollen und in eigensinniger Manier den Weg selbst bestimmen wollen. Weil wir Ihn dann endlich in unserer Seele und in unserem Leben nach Seinem Willen gewähren und handeln lassen. Und dann auf einmal merken wir: „das [es] die Liebe zu Gott ist, dass wir seine Gebote halten – und seine Gebote sind nicht schwer.“ (1Jo 5:3). Weil wir Ihm endlich zur Verfügung stehen und begreifen: Es sind nicht wir! Es ist „Gott [...], der da ist über allen und durch alle und in allen. “ (Eph 4,6) Es „ist [...] Gott, der da wirkt alles in allen.“ (1Kor 12,6). ES IST ER SELBST: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“ (Kol 1:27). 

ER IST ES DER UNSEREN GLAUBEN LEBENDIG MACHT. ER IST ES DER ALLES IN ALLEM WIRKT. NICHT WIR. 
Wenn wir das begreifen – dass uns mit Christus längst alles geschenkt ist: Gottes Wohlgefallen – Seine Gnade – unsere Gerechtigkeit in Seinen Augen – ja sogar die guten Werke, die ER durch uns wirken will – dann wird aus der erschöpfenden Schinderei unseres geistlichen Lebens auf einmal ein angenehmer Dienst und wir erkennen: SEIN JOCH IST SANFT UND SEINE LAST IST LEICHT.

Amen.

Sonntag, 10. September 2017

Es gibt Hoffnung - für Dich! - 2Tim 1:1


[Audio als MP3 Download hier]

Einleitung

Ihr Lieben! Gott segne uns! - Gestern, als ich diese Predigt vorbereiten wollte, war ich sehr bedrückt: ich hatte mir gleich morgens nach dem Aufstehen die aktuellsten Berichte über den Hurrikan IRMA angesehen. Was dort in der Karibik gerade geschieht, geschah und noch geschehen mag – von Haiti über Kuba nach Florida – ist einfach erschütternd. Orkanböen fegen mit bis zu 300km/h über die Inseln und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Menschen sterben oder verlieren Hab und Gut.


Ich weiß nicht, warum Gott so etwas zulässt; doch es treibt mich um. Und mit diesen Emotionen bin ich scheinbar nicht alleine. Schon zu Jesu Zeiten geschahen solche Dinge: Gräuel und Unglücke. Damals hatte „[Pontius] Pilatus einige Leute aus Galiläa [...] ermorden lassen, während sie in Jerusalem im Tempel Opfer darbrachten.“ – und Jesus fragte : „»Meint ihr, diese Galiläer seien größere Sünder gewesen als andere Menschen in Galiläa?«. »Glaubt ihr, dass sie deshalb leiden mussten? Ganz und gar nicht! Ihr werdet [vielmehr] genauso umkommen, wenn ihr euch nicht von euren bösen Wegen abkehrt und euch Gott zuwendet. Und was ist mit den achtzehn Männern, die starben, als der Turm von Siloah auf sie herabstürzte? Waren sie etwa die größten Sünder in Jerusalem? Nein. Ich sage euch noch einmal: Wenn ihr nicht Reue zeigt und auf eurem Weg umkehrt, werdet ihr genauso umkommen.«“

Diese Worte Jesu ändern nichts an meinen Gefühlen. Ich bin noch immer erschüttert und bedrückt. Und doch muss ich nachdenken über das, was Jesus sagt. Auf den ersten Blick klingt es herzlos. Doch wenn man genauer hinsieht, erkennt man, dass Jesus ganz etwas anderes meint: Ihm geht es  um unser ewiges  Glück! Letztlich ist doch das, was Er sagt, folgendes: „Was macht ihr Euch solche Sorgen über den leiblichen Tod? Euch bedroht eine viel schlimmere Gefahr: ihr könntet für Zeit und Ewigkeit verloren gehen – und das will ich nicht! Ich möchte, dass es Euch gut geht! Darum, bitte, liebe Leute: kümmert Euch um die wirklich wichtigen Dinge! Schaut zu, dass ihr mit Gott in Ordnung kommt; darum geht es!“ – Und darum geht es auch heute.

 

Übersicht

Heute geht es vordergründig um die Einleitung eines Briefes, den Paulus an seinen Glaubensschüler Timotheus, schreibt.Vielleicht erinnert sich die Eine oder der Andere noch daran, worüber ich das letzte Mal gepredigt habe: es war 2. Timotheus 4 – die Verse 1 bis 7. Keine Bange. Hätte ich auch nicht mehr gewusst. Aber vielleicht erinnert ihr Euch noch daran, dass ich gesagt habe, es sei der letzte Brief des Paulus gewesen – sozusagen sein „Testament“. Darin ging es dem Pauls um 4 Dinge:



  • Trotz Verführung in der Schrift zu bleiben
  • Trotz Gegenwind Christus mutig zu bekennen
  • Im Angesicht der Welt heilig zu leben – und:
  • In Verfolgung standhaft zu bleiben und willig zu leiden

Aber das nur zur Erinnerung. Heute geht es, wie gesagt, um die Einleitung des Briefes von Paulus an Timotheus. Und die besteht aus nur zwei Versen. Den ersten möchte ich mir heute gemeinsam mit Euch ansehen und fragen:



  •     Wer sind die Personen, die in diesem Vers genannt werden?
  •     Was bedeuten die Begriffe, die in diesem Vers genannt werden?
  •     Welche tiefe Wahrheit liegt in diesem Vers verborgen?
  •     Und – last but not least – Was bedeutet diese Wahrheit für mich heute?

 

Der Vers

Die Textlesung geht heute recht schnell, denn es ist ja nur ein Vers. Er heißt: 

„Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes nach der Verheißung des Lebens in Christus Jesus “
(2. Timotheus 1,1).

Es ist, wie gesagt, nur ein Vers – und man liest normalerweise ziemlich schnell darüber hinweg; ich zumindest. Weil: man kennt das ja: „Klar, dass ist ein Brief von Paulus, der ist ja Apostel, etc. - und dann noch irgendwas mit Gott und Jesus.“ Fertig. --- Wirklich? Ich glaube nicht... Was ist in diesem Vers nicht alles verborgen! Schauen wir also mal etwas genauer hin! In diesem Vers finden wir:

3 Personen

  • Paulus
  • Gott
  • Christus

3 Begriffe

  • Apostel
  • Wille Gottes
  • Verheißung des Lebens

Und alle zusammen formen eine Aussage. Eine Aussage, die oberflächlich betrachtet nichts weiter ist, als eine übliche Absenderadresse für Briefe in neutestamentlicher Zeit. Eine Aussage, die aber, wenn man einmal etwas genauer hinschaut, das ganze Evangelium beinhaltet; die gute Nachricht von Gottes Gnade! Um das "auszupacken", möchte ich mir  – gemeinsam mit Euch – diese Personen und Begriffe einmal genauer ansehen:



Personen – 1. Gott
 

Gott: Der Ewige

Gott wird in unseren Vers zwar erst als dritte Person genannt, doch ich möchte IHN aus mehreren Gründen an den Anfang stellen. Nicht nur, weil ER „in allem der Erste ist“, sondern ehrlicherweise, weil es so auch irgendwie besser in mein Predigt-Konzept passt. Also:

Zuerst einmal ist Gott genau das: eben GOTT. Er ist der, der sich – als Moses ihn nach Seinem Namen fragte – antwortete: „JHWH“. Also der: „Ich bin der ich bin!“ Oder mit anderen Worten: „Ich bin der ewig Seiende!“ ER ist der ewige, unendliche, allwissende, allmächtige, allgegenwärtige, herrliche und wunderbare Gott.



Gott: Unser Schöpfer

Zum Zweiten ist Gott auch unser aller Schöpfer; der, der uns erfunden hat. In der Genesis lesen wir „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Und als er damit fertig war, lesen wir: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.“ Gott schuf also den Menschen. Und er gab unserem Leben, wie wir dort lesen können, einen Sinn: Ziel des Menschseins ist es, Gott gleich zu sein – und zwar um mittels dieser Ebenbildlichkeit die Schönheit und Herrlichkeit Gottes wieder zu spiegeln – wie ein Brillant das Licht der Sonne funkelnd reflektiert. Zu Gottes Ehre. So sagt es Gott über uns in Jesaja – dort nennt er uns „alle, die mit meinem Namen genannt sind, die ich zu meiner Ehre geschaffen und zubereitet und gemacht habe.“


Gott: Herr und König

Und zum Dritten ist dieser Gott auch unser HERR und König. In Psalm 47 lesen wir: „Denn der Herr, der Höchste, ist ein heiliger Gott, ein großer König über die ganze Welt.“ Und als Regierender erlässt er selbstverständlich auch Gesetze – denken wir an die 10 Gebote – und natürlich verlangt ER, wie jede andere Regierung auch, dass wir diese Gesetze ernst nehmen und einhalten. Darum sagt ER auch: “Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der HERR, euer Gott.“ Das  war der Plan. Doch dann kam der Sündenfall – und mit ihm die Sünde in die Welt.

Damit kommen wir zu Paulus.



Personen – 2. Paulus

Saulus: Verfolger der Kirche

Der hieß nämlich nicht immer Paulus, sondern früher Saulus. Denn was wir Sünde nennen – diese Verfehlung des göttlichen Ziels, IHM ähnlich zu sein – war auch in Saulus Leben anzutreffen; wie bei uns allen.

Saulus selbst beschreibt sein Leben, wie es ohne Jesus war, wie folgt: "Wie die führenden Männer des jüdischen Volkes sehr wohl wissen, wurde ich von frühester Kindheit an bei meinem eigenen Volk und in Jerusalem nach jüdischer Tradition erzogen. Wenn sie es vielleicht auch nicht zugeben, so wissen sie doch genau, dass ich ein Mitglied der Pharisäer war, der strengsten Gruppierung unserer Religion. [...] Früher glaubte ich, alles, was in meinem Kräften steht, tun zu müssen, um den Anhängern des Jesus von Nazareth Einhalt zu gebieten.Von den Anführern des jüdischen Volkes dazu bevollmächtigt, ließ ich viele Gläubige in Jerusalem verhaften. Wenn sie zum Tode verurteilt wurden, stimmte ich ebenso gegen sie.Oft ließ ich sie in den Synagogen auspeitschen, weil ich sie dazu bringen wollte, Christus zu verfluchen. Ich bekämpfte sie mit solcher Erbitterung, dass ich sie sogar bis in weit entfernte Städte im Ausland verfolgte.)."

An einer Stelle – anlässlich der Steinigung des Heiligen Stephanus – wird sogar von Paulus berichtet „Die Anschuldigungen [...] versetzten die führenden Männer des jüdischen Volkes in maßlose Wut. [... Sie] hielten sie sich die Ohren zu, schrien mit lauter Stimme und stürzten sich auf ihn. Sie schleppten ihn hinaus vor die Stadt und steinigten ihn. Die amtlichen Zeugen der Hinrichtung zogen ihre Mäntel aus und legten sie zu Füßen eines jungen Mannes mit Namen Saulus nieder.“



Paulus: Prediger der Gnade und Liebe Gottes
 

Dieser Paulus war also ein religiöser Fanatiker und ein Möder oder doch zumindest ein Helfershelfer der Mörder vieler Christen. Ich will ihn hier nicht mit dem IS vergleichen, doch sein Verhalten kommt auf das Gleiche hinaus: durch seinen Fanatismus starben Menschen über Menschen.

Bis zu einem bestimmten Tag in seinem Leben – an dem er übrigens wieder einmal in einer Verfolgungs-Aktion unterwegs war. Auch über diesen Tag berichtet Paulus – mit den folgenden Worten: „[ich reiste] eines Tages mit der Ermächtigung und im Auftrag der obersten Priester nach Damaskus. Etwa gegen Mittag, o König, fiel aus dem Himmel ein Licht, strahlender als die Sonne, auf mich und meine Begleiter. Wir stürzten alle zu Boden, und ich hörte, wie eine Stimme auf Hebräisch zu mir sagte: `Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Es ist schwer für dich, gegen meinen Willen anzukämpfen.´  `Wer bist du, Herr?´, fragte ich. Und der Herr antwortete: `Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh jetzt auf! Denn ich bin dir erschienen, um dich zu meinem Diener und Zeugen zu machen. Du sollst der Welt von dieser Erfahrung und von anderen Ereignissen erzählen, bei denen ich dir erscheinen werde. Und ich werde dich sowohl vor deinem eigenen Volk als auch vor den anderen Völkern beschützen, zu denen ich dich senden werde. Ihnen sollen die Augen geöffnet werden, damit sie sich vom Dunkel zum Licht und aus der Macht Satans zu Gott bekehren. Dann werden sie Vergebung für ihre Sünden und einen Platz im Volk Gottes empfangen, alle, die durch den Glauben an mich ausgesondert sind.´ Deshalb [...] habe ich dieser Vision aus dem Himmel gehorcht. Ich habe zuerst den Juden in Damaskus, dann denen in Jerusalem und in ganz Judäa sowie auch den Nichtjuden gepredigt, dass sie sich von ihren Sünden abwenden und zu Gott bekehren müssen. Durch ihre guten Werke sollen sie beweisen, dass sie ihr Leben geändert haben.“

Jesus selbst hatte also, in Seiner Souveränität und Vollmacht, aus dem Saulus einen Paulus gemacht. Aus einem religiösen Fanatiker, der Menschen auf dem Gewissen hatte: einen frommen, demütigen und selbst verfolgten Prediger der Gnade und Liebe Gottes.



Personen – 3. Christus

Christus: Gott, König und Herr

Kommen wir zu der (in unserer Reihenfolge) letzten Person, die in diesem Vers genannt wird : Jesus Christus. Wer war er? Um Jesus Christus ranken sich Theorien und Spekulationen. In einer Hinsicht sind sich alle gleich: keiner bestreitet, dass Er gelebt hat, doch was man von ihm halten soll, da gehen die Meinungen auseinander. Der Islam hält ihn für einen Propheten, einige Philosophen für einen großen Lehrer, politisch motivierte für einen Revoluzzer und die breite Masse – hält ihn für einen Gutmenschen.

Das war auch schon früher so: im Matthäus-Evangelium lesen wir: „Als Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: »Für wen halten die Leute [mich]« »Nun«, erwiderten sie, »manche sagen, [Du seist] Johannes der Täufer, andere sagen, Elia, und wieder andere halten ihn für Jeremia oder einen der anderen Propheten.«  Daraufhin fragte er sie: »Und was meint ihr, wer ich bin?« Simon Petrus antwortete: »Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.« Da erwiderte Jesus: »Du bist gesegnet, Simon, Sohn des Johannes.« Denn das hat dir mein Vater im Himmel offenbart. Von einem Menschen konntest du das nicht haben.“

Jesus Christus ist also dem Bekenntnis des Petrus und der Bestätigung Christi nach Gott; genauer gesagt: die 2. Person der Dreieinigkeit: der Sohn. Und genau diese Aussage finden wir auch an zwei anderen Stellen in der Schrift: einmal, 650 Jahre vor Seiner Geburt im Propheten Jesaja, wo es heißt: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst“. – und noch klarer kurz vor Seiner Geburt, wo ein Bote Gottes zu Maria spricht: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.“ Christus ist also Gott in menschlicher Gestalt
– und damit ebenfalls Gott, König und Herr.


Christus: Heiland und Erlöser

Christus, die 2. Person der Trinität, ist aber nicht nur Gott, König und Herr. Er ist auch unser Heiland und Erlöser – also der, der uns von unserer Schuld und Sünde befreit. Doch Moment! Unsere Schuld und Sünde? Welche Schuld und Sünde denn? Wir sind doch schließlich keine Religionsfanatiker wie Paulus, die anderen Leuten nach dem Leben trachten! Wir sind doch ganz in Ordnung. Oder etwa nicht?

Betrachten wir diese Frage mal aus einem anderen Blickwinkel: Nehmen wir an, in unserem Land gäbe es ein Gesetz, dass sagen würde: „Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer [...] Steuern verkürzt oder für sich oder einen anderen nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt.“ Dieses Gesetz gibt es übrigens wirklich, nämlich
den §370 der Abgaben-Ordnung. Nehmen wir dann mal an, wir hätten es mit der Steuer nicht ganz so genau genommen. Und nehmen wir weiter an, wir würden uns dabei gar nicht so schlimm fühlen. So nach dem Motto: „Die anderen machen es ja auch!“. Schützt uns dieses gute Gefühl dann vor Gericht vor der Strafe, wenn uns jemand dahinter kommt?

Und dann denken wir noch an das, was wir eingangs gehört haben: auch Gott hat ein Gesetz erlassen. Und als König und Herrscher nimmt er seine Gesetze genauso ernst, wie unser lieber Staat. Und was gebietet ER ? ER sagt: „seid heilig!“ Vor allem aber sagt ER: „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit deiner ganzen Kraft und all deinen Gedanken.´ Und: `[...] deinen Nächsten wie dich selbst“. Und? Tun wir das? Von ganzem Herzen? Mit all unserer Kraft? Glauben wir im Ernst, der Allwissende sähe nicht, wie es in unseren Herzen aussieht? Glauben wir im Ernst, es sei IHM egal? Wozu hat ER seine Gebote denn gegeben? Und warum heißt es dann „der Lohn der Sünde ist der Tod“? Begreifen wir jetzt, dass wir jemanden brauchen, der uns hilft und dafür sorgt, dass wir straffrei ausgehen? Begreifen wir jetzt, was es bedeutet, wenn es von Jesu Tod am Kreuz heißt: „Er ist das Opfer für unsere Sünden. Er tilgt nicht nur unsere Schuld, sondern die der ganzen Welt.“?

Lassen wir das erst einmal so stehen – und wenden uns wieder Paulus zu.



Begriffe

Apostel: Botschafter von Gottes Reich

Paulus nennt sich einen „Apostel Christi Jesu“. Aber was ist das genau, ein Apostel? Das griechische Wort ἀπόστολος (apostolos) bedeutet im Grunde: “der, der gesendet ist” oder “Bote”. Ein einfacher Überbringer einer Nachricht kann also bereits ein ἀπόστολος sein.

Es gibt aber noch eine weitere Bedeutung, die weitaus mehr Autorität in sich birgt und die am besten mit einem Begriff aus der Diplomatie wiedergegeben wird: “Botschafter”. Also ein “Abgesandter”, der seine Regierung im Ausland vertritt und mit besonderen Rechten und Befugnissen ausgestattet ist; bis hin zur Immunität.

Paulus war also mit den Augen der Diplomatie betrachtet, ein Botschafter Gottes – abgesandt, um Gottes himmlisches Reich auf Erden zu repräsentieren und um die Gute Nachricht vom Opfer Christi und von Gottes Gnade gegenüber unserer Schuld zu überbringen. Und er war, wie wir nachlesen können, von Gott mit Vollmacht ausgestattet und durch Gottes Geist befähigt, sogar bösen Mächten zu gebieten (siehe z.B. Apostelgeschichte 16,18 – die Magd mit dem Wahrsagegeist).

Wenn wir weiter ins Neue Testament schauen, dann sehen wir, dass ein Apostel in seinem Stand sogar über den Ältesten und Gemeindevorsteher stand. Ja wir
lesen: „sie setzten in jeder Gemeinde Älteste ein, beteten und fasteten und befahlen sie dem Herrn, an den sie gläubig geworden waren.”

Und wenn wir in die Kirchengeschichte schauen, dann begreifen wir erst das volle Ausmaß der Autorität eines Apostels: kaum ein Mann hat sicherlich das christliche Abendland so sehr geprägt, wie Paulus, von dem ein Großteil der Briefe des Neuen Testaments stammen und der damit den Grundstein für die Kirche gelegt hat, die wiederum mit ihren Werten der Weisheit und Nächstenliebe die Kultur des "christlichen Abendlandes" geprägt hat und dazu beigetragen hat, dass in Europa Universitäten, Schulen, Waisen- und Krankenhäuser gegründet wurden.



Gottes Wille: Unsere Heiligung in Liebe

Was den Willen Gottes angeht: von dem haben wir schon zu Anfang gehört: Gott schuf den Menschen nach Seinem Bild – heilig, gerecht und gut. Und sein ausdrücklicher Wille an uns Menschen war – und ist: „Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der HERR, euer Gott.“  Oder mit anderen Worten: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ – was im Grunde übrigens ein und dasselbe ist.

Wir sollen also in unserem Leben nicht unseren eigenen egoistischen Lüsten nachjagen, sondern uns in Liebe zu Gott an unsere Mitmenschen verschenken. Oder noch einmal mit den Worten von Paulus: „Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht .“ Oder: „seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.“ Oder auch bei Petrus: „Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr mit guten Taten den unwissenden und törichten Menschen das Maul stopft“.

Doch das ist ja genau das Problem, wie wir eben gesehen haben: wir tun es ja alle nicht! Wir alle haben das Gesetz Gottes übertreten und uns somit, egal, ob wir uns deswegen schlecht fühlen oder nicht, vor eben diesem Gesetz schuldig gemacht. Und wir brauchen dringend jemanden, der uns vor dem (gerechten!) Urteil Gottes rettet. Denn wir erinnern uns: Gottes Strafgesetzbuch sagt dazu: „Der Lohn der Sünde ist der [ewige] Tod“!



Gottes Wille: Unsere Rettung

Darum ist, was Jesus zum Thema Wille Gottes zu sagen hat, sicher das Aller-Bedeutsamste: „Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.“ – „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Gott sandte seinen Sohn nicht in die Welt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch seinen Sohn zu retten. Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt.“ Das ist also Gottes Wille: Das wir – trotz unserer Gesetzesübertretungen – gerettet werden und ewig leben!


Verheißung des Lebens: Das Evangelium

Und genau dieser Wille Gottes – uns vor unserer Strafe zu erretten! – ist es, der in den Verheißungen des Alten und auch des Neuen Testamentes anklingt – es ist das Evangelium:

Im Propheten Micha 5,1 lesen wir: „Du, Bethlehem Efrata, bist zwar zu klein, um unter die großen Städte Judas gerechnet zu werden. Dennoch wird aus dir einer kommen, der über Israel herrschen soll. Seine Herkunft reicht in ferne Vergangenheit zurück, ja bis in die Urzeit.“ Und im Matthäus-Evangelium: “Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“ Ja „All das geschah, damit sich erfüllt, was Gott [übrigens 650 Jahre vor der Geburt Christi!] durch seinen Propheten Jesaja angekündigt hat: »Seht! Die Jungfrau wird ein Kind erwarten! Sie wird einem Sohn das Leben schenken, und er wird Immanuel genannt werden. Das heißt: Gott ist mit uns.«“.

Und eben diese Verheißung, eben dieses Versprechen hat Gott eingelöst. In Lukas-Evangelium lesen wir: „In Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und gottesfürchtig. Simeon war vom Heiligen Geist erfüllt und wartete sehnsüchtig auf die Ankunft des Christus, der Israel Trost und Rettung bringen sollte. Der Heilige Geist hatte ihm offenbart, dass er nicht sterben würde, bevor er den vom Herrn gesandten Christus gesehen hätte. An diesem Tag führte der Heilige Geist ihn in den Tempel. Als Maria und Josef kamen, um das Kind dem Herrn zu weihen, wie es im Gesetz vorgeschrieben ist, war Simeon dort. Er nahm das Kind auf seine Arme und lobte Gott und sagte: »Herr, nun kann ich in Frieden sterben! Wie du es mir versprochen hast, habe ich den Retter gesehen, den du allen Menschen geschenkt hast. Er ist ein Licht, das den Völkern Gott offenbaren wird, und er ist die Herrlichkeit deines Volkes Israel!«“.



Verheißung des Lebens: SOLUS CHRISTUS

Gott möchte also, dass uns unsere Schuld vergeben und unsere Übertretungen nicht mehr angerechnet werden. Wir selbst können uns vor Seinem Gericht nicht gerecht sprechen. Jemand muss die Schuld bezahlen. Und genau das hat Jesus Christus für uns am Kreuz getan: „Er ist das Opfer für unsere Sünden. Er tilgt nicht nur unsere Schuld, sondern die der ganzen Welt.“

Und das ist der Grund, warum diese „Verheißung des Lebens“ nur „in Christus“ gilt: weil allein Christus unsere Strafe getragen hat – niemand sonst. Darum heißt es im Ephesebrief „In IHM haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade [...]"  Dieses ewige Leben ist also ALLEIN IN CHRISTUS zu finden. Nichts sonst wird uns dieses Leben geben – nicht unserer HERKUNFT – nicht unsere eigenen religiösen ANSTRENGUNGEN – noch unsere ABSTAMMUNG. Darum heißt es: „All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden. Sie wurden dies weder durch ihre Abstammung noch durch menschliches Bemühen oder Absicht, sondern dieses neue Leben kommt von Gott.“ Und auch: „Wer den Sohn hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.“. Allein aus diesem Grunde sagte Jesus: „»Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. NIEMAND kommt zum Vater außer durch mich.«“


Ohne Jesus Nachzufolgen gibt es jedoch keinen Frieden mit Gott. Denn so, wie es heißt: “Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.“, so heißt es auch: „Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.“ Darum steht geschrieben: „Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.“ Darum –bitte!– höre auf Gott, wenn ER ruft: »Jetzt ist die Zeit gekommen [...] Das Reich Gottes ist nahe! Kehrt euch ab von euren Sünden und glaubt an diese gute Botschaft!«



Bedeutung

Wenn Du das erkannt hast: dass Du mit Deiner eigenmächtigen Art zu leben komplett schief liegst – und wenn Du dann erkannt hast, dass Gott Dich dennoch! liebt – dann wirst Du aus Freude über diese unverdiente Gnade Deinen alten Lebensstil loslassen, zu Gott umkehren und Dich innerlich neu ausrichten auf IHN und Seinen Willen – Du wirst beginnen, in der Liebe zu leben statt in der Selbstsucht, in der Heiligung statt in der Sünde, im Frieden statt im Streit, in der Selbstdisziplin statt in der Sucht, etc. pp.

Und eben das ist die Bedeutung all dessen, was im ersten Vers des 2. Briefes des Paulus an Timotheus verborgen liegt: Das Gott, Dein Schöpfer, Herr und König Dich liebt. Und dass ER Dich kennt – auch Dein kaputtes Herz und Dein vielleicht verkorkstes Leben –  Deine Unfähigkeit Seine guten Gebote zu halten – auch Deine Sünden, Deine Angst, Deine Zweifel und Deine Hoffnungslosigkeit. Und dass ER Dir genau aus diesem Grunde – genauso, wie er es verheißen hatte – das ewige Leben anbietet – dieses Leben, welches allein in Christus Jesus ist. Und dass ER mit Dir fertig wird – so, wie er mit Saulus fertig geworden ist. Nichts ist IHM unmöglich! ER kann auch Dich zu einem Botschafter Seiner Liebe machen!

Das ist das Evangelium: ER kann Dich retten und verändern – und ER WILL es!

Und ER KANN es, denn: „Wenn [...] der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.“ Darum schreibt Paulus weiter: „Ich bete, dass ihr erkennen könnt, wie übermächtig groß seine Kraft ist, mit der er in uns, die wir an ihn glauben, wirkt. Es ist dieselbe gewaltige Kraft,  die auch Christus von den Toten auferweckt und ihm den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite im Himmel gegeben hat.“



Schlussfolgerung

Es mag sein, dass Du nun glaubst, Du seist so verdorben, so kaputt, so sündig, Du hättest Dich schon so oft gegen Gott verfehlt, dass Du bei IHM „ganz unten durch“ wärst.

Dann möchte ich Dir sagen: Wenn Gott aus einem fanatischen Religionsfreak einen Apostel machen kann, dann kann Er auch mit Dir noch etwas anfangen; obwohl Du so bist, wie Du bist. Er allein kann Dich "umgestalten in Sein Bild" und Dich in Deine Bestimmung führen: Ein Ebenbild zu werden von der Herrlichkeit Gottes
– Seiner Liebe, Gnade, Wahrheit und Vollmacht.

Wie ER das anstellen will? Das lass SEINE Sorge sein. Tue Du das Deine: Schaue auf das Kreuz von Golgatha (vgl. 2. Korinther 3,18): Schaue auf Christus, Gottes Sohn, wie Er für Dich verblutet; wie ER für Dich Sein Leben gibt – aus Liebe! „Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ 

ER, der geboten hat, siebzig mal sieben Mal zu vergeben, wird auch Dir vergeben. Und ER wird Dich auch erhalten bis Er kommt: denn „[...] ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“


Darum bitte ich Dich:

  • schau‘ aufs Kreuz!
  • erkenne Christi Liebe!
  • glaube Seiner Gnade!
  • und lebe in Hoffnung!