Samstag, 18. April 2026

Heiliger Heiland


 

Ich habe heute Leviticus 10,2 gelesen; eine Bibelstelle, die mich sehr erschreckt hat: da sterben Menschen, weil sie Gott in einer Weise begegnen, die seine Heiligkeit ignoriert.

Das passt so gar nicht zu dem Bild, das ich von Jesus habe. Das kann und will ich nicht einfach schönreden. Denn es gehört mit dazu: dass Gott nicht harmlos ist; dass seine Heiligkeit echt ist – so echt, dass sie Menschen im Alten Testament das Leben gekostet hat.

Doch „Wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ (Johannes 6,68)

Wenn ich dann auf Jesus schaue, dann sehe ich keinen anderen Gott, sondern eben diesen Gott – und dass er mir nahekommt. Einen Gott, der nicht nur heilig ist, sondern der selbst den Preis dafür trägt, dass ich leben kann.

Ich versteh‘ das noch immer nicht völlig. Wirklich nicht. Doch ich will vertrauen: er, vor dem ich erschrecke, ist derselbe, der mich erlöst und mich hält. 

Der Heilige:

Mein Heiland.

Darin finde ich Ruhe.

Freitag, 10. April 2026

Johannes Evangelium 7,25-31


Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Ist er der versprochener Retter? - Skepsis und Glauben

„Ja, schaut euch das an!“ Einige der Einwohner Jerusalems waren ziemlich von der Rolle, als sie mitkriegten, wie Jesus öffentlich predigte, ohne dass die Oberen, die doch ein Mordkomplott gegen ihn geschmiedet hatten, ihn davon abhielten: „Glauben die jetzt doch, dass er der Messias ist?“ — „Kann nicht sein! Angeblich heißt es doch, keiner würde eine Ahnung davon haben, wo der Messias herkommt; aber von dem da wissen wir’s doch genau!“

Als Jesus, der noch im Tempel lehrte, das mitkriegte, rief zu ihnen herüber: „Ihr wisst also, wer ich bin und woher ich komme? Ich hab‘ mich nicht selbst geschickt. Der, der mich geschickt hat, ist der wahrhaftige Gott. Und den kennt ihr gar nicht, aber ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und er mich geschickt hat.“

Wegen dieser Aussage hätten sie ihn am liebsten festgenommen, aber es kriegte ihn keiner zu fassen; weil der von Gottes Vorsehung dafür bestimmte Zeitpunkt noch nicht gekommen war. In der Volksmenge gab es aber nicht nur Widerspruch, im Gegenteil: viele begannen zu glauben. Und die fragten ironisch zurück in die Menge: „Glaubt ihr wirklich, der Messias könnte noch mehr Wunder tun, als dieser Mann hier?!“ 

O-Ton: Einige Leute in Jerusalem sagten: »Seht euch das an! Ist das nicht der, den sie töten wollten? Er redet in aller Öffentlichkeit und keiner verbietet es ihm! Sollten die Ratsmitglieder zu der Überzeugung gekommen sein, dass er der versprochene Retter ist? Aber wenn der Retter eines Tages auftritt, wird keiner wissen, woher er kommt. Und die Herkunft dieses Menschen kennen wir doch alle!« 

Jesus aber, der gerade im Tempel lehrte, rief mit lauter Stimme: »Wisst ihr wirklich, wer ich bin und woher ich komme? Ich bin nicht im eigenen Auftrag gekommen. Aber der, der mich gesandt hat, ist glaubwürdig. Und den kennt ihr nicht. Ich kenne ihn, denn ich komme von ihm und er hat mich gesandt.« 

Da wollten sie ihn festnehmen. Aber keiner konnte Hand an ihn legen, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. Viele in der Menge kamen zum Glauben an ihn und sagten: »Kann der versprochene Retter, wenn er kommt, mehr Wunderzeichen tun, als dieser Mann getan hat?« (Joh 7,25–31)

Donnerstag, 2. April 2026

Johannes Evangelium 7,19-24


 Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Jesus in Jerusalem: Die Ungerechtigkeit des Volkes


Auch wenn viele von seiner Weisheit beeindruckt waren, waren trotzdem nicht alle mit Jesus einer Meinung, was die Auslegung der Tora anging. Und Jesus sagt ihnen auch, woran das liegt: „Niemand von Euch hält sich an das Gesetz, das euch Moses damals übergeben hat. Ja, nicht nur das, man will mich sogar töten!“ Einige aus der Menge daraufhin so: „Du bist wohl nicht mehr ganz dicht?! Wer will dich hier töten?!“

Daraufhin lässt Jesus die Katze aus dem Sack und sagt ihnen, worum es hier wirklich geht: nicht etwa nur um unterschiedliche Ansichten, sondern um einen ganz konkreten Vorfall: vor vielen Monaten hatte er in Jerusalem einen Gelähmten geheilt, der am Teich Betesda schon seit 38 Jahren krank lag. Und zwar an einem Sabbat; einem Ruhetag. Das war es, weswegen sie so verbittert und zornig auf ihn waren. Schon damals wollten sie ihn töten.

Und wegen dieser Ungerechtigkeit hält Jesus ihnen jetzt den Spiegel vor: sie selber werden doch auch am Sabbat aktiv, wenn es darum geht, ihre Söhne genau am achten Tag beschneiden zu lassen, weil es so in Moses’ Gesetz steht – wobei die Beschneidung ja eigentlich schon von Abraham eingeführt wurde. Sie selber werden also an einem Ruhetag aktiv, weil sie das Gesetz nicht übertreten, sondern erfüllen wollen.

Und Jesus wollen Sie genau das jetzt vorwerfen? Dass er am Ruhetag nicht nur Moses‘ Gesetz gehalten, sondern sogar einen lebendigen Menschen wieder gesund gemacht hat? Da müssen sie sich dann auch diese Kritik von ihm gefallen lassen: “Urteilt nicht dem oberflächlichen Schein nach, sondern so, wie es dem tiefsten und eigentlichen Sinn des Gesetzes entspricht.“

O-Ton: Mose hat euch doch das Gesetz gegeben. Aber niemand von euch hält sich daran. Ihr wollt mich sogar töten!« Die Menge antwortete: »Du bist wohl von einem bösen Geist besessen! Wer will dich töten?«

Jesus antwortete: »Ich habe hier in Jerusalem eine einzige Tat vollbracht und ihr nehmt alle Anstoß daran.

Ihr Beschneidet eure Söhne, wenn es sein muss, auch am Sabbat, weil Mose angeordnet hat, dass eure Kinder am achten Tag beschnitten werden sollen. – Aber eigentlich haben schon die Stammväter die Beschneidung eingeführt und nicht erst Mose. – Ein Junge wird also auch am Sabbat an einem Teil seines Körpers beschnitten, damit die Vorschriften Moses nicht verletzt werden. 

Wie könnt ihr euch dann über mich aufregen, weil ich am Sabbat einen ganzen Menschen gesund gemacht habe? Urteilt nicht nach dem äußeren Eindruck, sondern wie es wirklich dem Gesetz entspricht!« (Joh 7,19-24)

Mittwoch, 1. April 2026

Johannes Evangelium 7,14-18


 

Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Jesus in Jerusalem: Jesus lehrt selbstlos und mit Vollmacht 


Als das Laubhüttenfest schon zur Hälfte vorbei war, kam für Jesus der Zeitpunkt, um auf dem Fest an die Öffentlichkeit zu treten. Er ging also den Berg hinauf zum Tempel und unterrichtete dort die Leute. Und das Volk war baff angesichts seiner außergewöhnlichen Kenntnis von Gottes Wort – sie fragten: „Wie kann das sein, dass er die Tora so gut kennt? Er hatte doch nie eine theologische Ausbildung?“

Jesus ging darauf ein und antwortete: „Was ich lehre, ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern stammt von dem, der mich zu Euch geschickt hat. Und jeder der bereit ist, in die Tat umzusetzen was Gott will, der wird – indem er es tut! – merken, ob ich mir das was ich euch beibringe selbst ausgedacht habe, oder ob es wirklich von Gott kommt.“

„Wer nur in sein eigenes Horn bläst, der sucht den Ruhm für sich selber. Wer aber will, dass derjenige geehrt wird, der ihn geschickt hat, der ist ehrlich und hat keine faulen Motive.“

O-Ton: Die Hälfte der Festwoche war schon vorüber, da ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte das Volk. Die Leute waren sehr erstaunt und sagten: »Er hat doch keinen Lehrer gehabt. Wie kommt es, dass er die Heiligen Schriften so gut kennt?« 

Jesus ging darauf ein und sagte: »Meine Lehre habe ich nicht selbst ausgedacht. Ich habe sie von Gott, der mich gesandt hat. Wer bereit ist, Gott zu gehorchen, wird merken, ob meine Lehre von Gott ist oder ob ich meine eigenen Gedanken vortrage.

Wer seine eigenen Gedanken vorträgt, dem geht es um die eigene Ehre. Wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, ist vertrauenswürdig. Man kann ihm keinen Betrug vorwerfen. (Joh 7,14-18)