Wir leben, lieben, leiden. Wir denken, fragen, lernen - wo es Antworten auf unsere Fragen gibt. Wir suchen Wahrheit, Ziel & Sinn. Wir wollen verstehen. Suchen Anregungen, die reflektierten Austausch wert sind. Dieser Blog nennt Fakten, Texte & Gedanken – rund um das Buch der Bücher. Jeder, der sucht, soll Anregungen und unverfälschte Antworten auf seine Fragen finden. Und vielleicht am Ende den, der hinter allen Fragen und Antworten auf uns wartet. Jemanden der uns unendlich liebt...
Dienstag, 24. März 2026
Johannes Evangelium 7,1-9
Mittwoch, 3. Dezember 2025
Johannes Evangelium 5,19–23
Auch seine ganze richterliche Macht hat der Vater dem Sohn übergeben; er selbst spricht über niemand das Urteil. Denn alle sollen den Sohn ebenso ehren wie den Vater. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat. (5,19–23)
Mittwoch, 29. Oktober 2025
Johannes Evangelium 3,22-30
Ihr könnt selbst bestätigen, dass ich sagte: 'Ich bin nicht der versprochene Retter, sondern ich bin nur vor ihm hergesandt worden.' Wer die Braut bekommt, ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams steht dabei, und wenn er den Bräutigam jubeln hört, ist er voller Freude. Genauso geht es jetzt mir: An meiner Freude fehlt nichts mehr. Sein Einfluss muss wachsen, meiner muss abnehmen.« (Joh 3,22-30)
Sonntag, 9. Februar 2020
"Die Schönheit des Evangeliums - Wie Gott uns sieht" (Lukas 18,9-14)
Einleitung
Im Jahre 1991 habe ich eine Zeit durchlitten schwerster Depression mit Angstzuständen und mit Schlaflosigkeit. Ich war damals so fertig, dass ich selbst mit dem Ablesen der Uhrzeit ganz und gar überfordert war.
Die Ursache war und ist unklar. Ja, ich hatte mit zwölf Jahren die Mutter verloren. Ja, ich hatte sie nach siebzehn Jahren wieder gefunden - und da hatte sie bereits Krebs. Ja, ich hatte einen Burnout von meiner Arbeit bei Microsoft. Es kam wohl alles zusammen.
Was noch dazu kam, war ein absolutes Bewusstsein meiner Schuld vor Gott. Eine Angst, die Erde würde sich unter mir auftun und mich verschlingen. Wie bei Datan und Abiram aus 4. Mose 16, 31-32, wo es heißt: da „[...] zerriss die Erde unter ihnen 32 und tat ihren Mund auf und verschlang sie [...]“. Wir werden später noch sehen, was das mit unserem heutigen Text zu tun hat.
Damit die Stimmung jetzt aber nicht zu düster wird, erzähle ich Euch noch eine Geschichte. Diese Geschichte wurde zuerst von einem Mann namens Fred Ciampi erzählt. Ich kenne Fred Ciampi nicht. Ich weiß auch nicht, ob die Geschichte wahr ist. Aber ich fand sie recht amüsant und dazu auch noch sehr erhellend. Also, hier ist sie: Fred Ciampi erzählte:
"Gott sei Dank sind meine Tage als Verkaufsleiter vorbei und ich bin im Ruhestand. Ich bin früher mehrmals im Monat geflogen, und [ein Freund] hat gerade eine Erinnerung von vor etwa 15 Jahren wachgerufen. Ich flog gerade von San Francisco [...] zurück, als eine Mitarbeiterin am Schalter eine Verspätung für den Flug ankündigte. Ein gut gekleideter Herr stürzte sich auf die Mitarbeiterin und schrie: "Wissen Sie, wer ich bin?". Und er wiederholte: "Wissen Sie, wer ich bin?" Die junge Dame nahm sehr ruhig ihr Mikrofon in die Hand und sagte mit lauter und angenehmer Stimme: "Wir haben hier oben am Schalter einen Herrn, der nicht weiß, wer er ist. Gibt es jemanden im Terminal, der ihn kennt und ihm helfen kann?“ Die Gesichtsfarbe des Mannes oszillierte durch alle Schattierungen von rot und dann stürmte er aus dem Terminal. Ich habe nie herausgefunden, wer er war.“
Was für ein wunderbares Beispiel für Arroganz! Auch hier werden wir später sehen, was das mit unserem heutigen Text zu tun hat.
Inhalt
Worum geht es also heute?
- Unser Text
- Worum es geht
- Anlass
- Rahmen
- Inhalt
- Der Pharisäer
- Wer ist er?
- Was denkt er?
- Was ist sein Problem?
- Der Zöllner
- Wer ist er?
- Was geht in ihm vor?
- Balsam für Dein Herz
Lasst uns zu Anfang mal den Text gemeinsam lesen.
Unser Text
Der Pharisäer und der Zöllner (Lukas 18,9-13)
9 Er sagte aber zu einigen, die überzeugt waren, fromm und gerecht zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: 10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 11 Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. 12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. 13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! 14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
Worum es geht
Der Pharisäer
„Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, UND DEINEN NÄCHSTEN WIE DICH SELBST!« (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18). “ (Lukas 10,27)
Der Zöllner
Samstag, 22. Juni 2019
„Hüte Deine Zunge!“ - 2. Timotheus 2,14-17a
Inhalt
Beim Durcharbeiten des Textes hat sich die folgende Struktur der Predigt ergeben:- Einleitung
- Text
- Das Problem
- Was war passiert? Was war das Problem?
- Die Motivation hinter dem Problem
- Die Folgen des Problems
- Die Lösung:
- Was sollte passieren? Was ist das Ziel?
- Wie geht man mit so einem Problem um? Was ist der Weg?
- Was ist die Motivation für diesen Weg?
- Und zu guter Letzt: Was heißt das für mich? 2 Fragen an Dein Herz
Einleitung
Unser Text (2Tim 2,14-17a)
Das Problem – Was war passiert?
Das Problem – Die Motivation dahinter
Die Lösung – Das Ziel
- Die Aufforderung, die Gemeinde an das Evangelium zu erinnern und es zu predigen
- Die inständige Ermahnung, sich nicht zu streiten
- Die Aufforderung, den Besserwissern aus dem Weg zu gehen
Die Lösung – Das Ziel
Die Lösung – Die Motivation
2 Fragen an Dein Herz
- Ist mein Motiv die Liebe?
- Strebe ich nach Wahrheit, Heilung und Hilfe?
- Oder will ich nur Recht behalten und gut dastehen?
- Wo bin ich beteiligt an unnützem Streit?
- Was will ich konkret tun, damit dieser Krebs nicht
weiter wächst und Charakter und Glauben zerfrisst?
Sonntag, 27. September 2015
Warum und wie Hochmut blind macht
Samstag, 26. September 2015
Von der Gefahr des Hochmuts in theologischer Rechthaberei
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Michael Künnemann
Natürlich erhöhen wir die Inbrunst unserer Gefühle nicht, indem wir die Aufnahmefähigkeit unseres Gehirns herunterfahren. Noch werden wir jemals die Frucht des Geistes tragen, wenn die Saat des Wortes nur in den felsigen Boden unserer Gehirne, statt in den fruchtbaren Boden unserer Herzen pflanzen. Sicher müssen wir Ihn kennen um Ihn zu lieben. Sicher müssen wir Ihn studieren, um Ihn zu kennen. Doch niemand hat Ihn gründlicher studiert, als der Teufel und es hat ihm nicht im Mindesten gut getan.
Erst vor einigen Wochen, während ich schreibe, öffnete das Reformation Bible College seine Türen zum ersten Mal. Der erste Kurs, den ich lehrte, hat einen ziemlich pompösen Namen: ST101 Theologische Prolegomena. Diese hochgestochene Überschrift bedeutet so ungefähr "Einführung in die Systematische Theologie". Es ist das Studium, welches wir betreiben, bevor wir unser Studium beginnen. Geschichtlich gesehen würde ein solcher Kurs, einleuchtender weise, mit der Lehre der Offenbarung beginnen, untersuchend, wie Gott Sich Selbst in Seinem Wort und der Natur offenbart. Er würde Kernpunkte des Kanons berücksichtigen und verschiedene Theorien der Inspiration. Wir werden, letztendlich, zu diesen wichtigen Punkten kommen. In einem anderen Semester werden wir unsere Aufmerksamkeit dem zuwenden, was wir "Theology Proper" [d.i. "Vom Wesen Gottes", ein Teilbereich der Systematischen Theologie, Anm. d. ÜS.] nennen, dem effektiven Studium des Wesens und der Eigenschaften Gottes. Ungeachtet des Unterrichtsstoffes dieses künftigen Kurses, begannen wir diesen ersten Kurs mit einem klassischen Werk, The Holiness of God.
Meine Befürchtung, im Blick auf diesen ersten Kurs war, dass wir in die Falle gehen würden, in die schon so viele reformierte Menschen tappten. Ich befürchtete, dass wir, selbst mit den herrlichen Wahrheiten der Schrift, dabei landen würden, den Ohren zu schmeicheln. Ich wäre schuldig, den Ohren zu schmeicheln, wenn ich, in meiner Lehre, die Studenten dazu ermutigte zu dem Schluss zu kommen, "Was für ein pfiffiger Mensch ich doch bin!" anstatt: "Was für ein herrliches Evangelium hat einen so elenden Sünder wie mich gerettet." Ich wollte uns, durch das gemeinsame Studium dieses Buches, ermöglichen, in den Spiegel Seines Charakters und Seiner Herrlichkeit zu sehen, um zu erkennen, abscheulich wir sind. I wollte, dass wir etwas vom Umfang Seiner Transzendenz verstehen auf dass wir jemals versucht wären, zu dem Schluss zu kommen, dass unsere Studien in den Himmel reichten, wie der Turm zu Babel. Ich hatte Angst um meine Studenten, gerade weil ich mich erinnerte, wie ich als Student so war. Mit was für einem cleveren Teufel wir doch kämpfen, der unser Studium einwandfreier Theologie in eine Gelegenheit zum Stolz verwandeln kann.
Wir werden nicht gesund werden, bis wir diese offenkundige Wahrheit annehmen: Pfiffig zu sein ist keine der Früchte des Heiligen Geistes. (Hervorhebungen durch den ÜS.) Natürlich haben wir Gott mit unserem ganzen Verstand zu lieben. Doch wir sollen Gott mit all unserem Verstand lieben, Ihn nicht bloß verstehen. Wenn unser Wissen die Distanz von unseren Köpfen hinunter zu unseren Herzen nicht durchqueren kann, leiden wir unter geistlicher Leere. Wir werden nicht anfangen gesund zu werden, bis wir diese offenkundige Wahrheit annehmen: Wir kommen ins Königreich nicht als Wissenschaftler oder Studenten, sondern als Kinder.
Kurz: Wir werden nicht gesund werden wenn und bis wir nicht lernen aufzuhören, akademischem Respekt nachzulaufen, und zu beginnen, das Königreich Gottes und Seine Gerechtigkeit zu suchen. Wir sollen alle irdische Sorge hinter uns lassen. Wir sollen aufhören, zu suchen, was die Heiden suchen. Die Frucht der Liebe, ist letztendlich die Frucht des Geistes. Liebe zeugt Liebe. Liebe bringt Freude hervor. Liebe spendet Frieden. Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstdisziplin: all diese brechen hervor wie die großen Reben voll Trauben, welche die Israelitischen Späher im Gelobten Land fanden. Keine von diesen kommt jedoch hervor von dem unfruchtbaren Boden unserer intellektuellen Neugier, viel weniger noch von der verbrannten Erde intellektuellen Stolzes.
Edwards war ein großer Mann Gottes. Das war er jedoch, weil er erstrebte, ein Mann Gottes zu sein, anstatt ein großer Mann zu sein. Dass seine Nachkommenschaft Senatoren und Gouverneure waren, Professoren und Universitäts-Rektoren, bedeutete ihm gar nichts. Dass sie demütig dem Sohn des Zimmermanns aus Galiläa folgten - das war, was er hoffte und wofür er betete und arbeitete. Das ist die Frucht der Nächstenliebe.
Dr. R.C. Sproul Jr. ist Lehrbeauftragter bei Ligonier Ministries, Gründer von Highland Ministries und Autor von Bound for Glory: A Practical Handbook for Rainsing a Victorious Family. Folge ihm auf Twitter @RCSproulJr.
