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Sonntag, 31. Mai 2026

In Anfechtung! Was tun? – Wie wir trotz Gegenwind erfrischt werden können (Psalm 57 + Matthäus 11,28-30)

 


Zusammenfassung

In dieser Predigt wirst Du mitgenommen in eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem, was die Bibel „Anfechtung" nennt – jene Zeiten, in denen wir uns verklagt, bedroht und innerlich ausgehöhlt fühlen. Anhand von Psalm 57 und Matthäus 11,28–30 wird entfaltet, wie der Feind gezielt vorgeht, um uns in Erschöpfung und Verzweiflung zu treiben – und was die entscheidende Gegenbewegung ist: der Wechsel der Blickrichtung. Nicht mehr auf die eigene Schuld, die eigene Schwäche oder die dunklen Umstände zu schauen, sondern auf Christus, seine Gnade und seinen Charakter. Mit einem Wort Martin Luthers, und einem Vergleich aus der Physik mündet die Predigt in eine kraftvolle Ermutigung zur Einheit mit Gottes Willen und dem Einladungsruf Jesu an alle Erschöpften: Wir dürfen kommen, so wie wir sind – und finden Ruhe für unsere Seelen.

[Predigt als MP3]


Übersicht

Dieses ganze Thema aufzudröseln – das erste ist die Situation. Wie ist das eigentlich? Was ist Anfechtung? Wie fühlt sich das an? Verklagt sein, auf der Flucht sein, mit einem Herzen, das nach Hoffnung schreit, das Sehnsucht hat nach Gottes Schalom. Dann unser Gebet – und zwar auf Basis dessen, wer Gott ist und wie er ist, auf Basis seines Charakters, und was wir ihm bitten. Dann die Strategie des Feindes auch noch mal aufzudecken: Wie geht der eigentlich vor? Wie genau stellt er uns das Bein, damit wir das vielleicht beim nächsten Mal besser erkennen? Und dann die beiden zentralen Punkte: einmal die Wendung, nämlich etwas über den Wechsel unserer Blickrichtung. Und dazu dann auch noch ein paar Gedanken vom guten alten Martin Luther – also das ist auch einer von denen, wo ich mich schon darauf freue, den im Himmel mal zu sehen. Dem habe ich das eine oder andere zu sagen. Unter anderem, dass ich ihm dankbar bin für viele kernige Dinge, die er gesagt hat. Und last but not least das Eigentliche: der Blick auf Christus, wozu er uns einlädt, was er für uns tun will und was er uns rät. Und ganz zum Schluss möchte ich dann direkt in den Lobpreis überleiten. Das heißt, wenn ihr das Gefühl habt, so langsam aber sicher kommt der Michi jetzt wahrscheinlich zum Ende – Jochen, dann könnt ihr vielleicht schon mal vorgehen. Weil das wäre schön, wenn das so ein nahtloser Übergang werden könnte, denn die Lieder bringen, denke ich, ganz wunderbar zum Ausdruck, was Inhalt der Predigt ist.


Textlesungen

Psalm 57,1

Ein Güldenes Kleinod Davids, vorzusingen nach der Weise: Vertilge nicht. Als er vor Saul in die Höhle floh. „Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig. Denn auf dich traut meine Seele. Und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt. Er sende vom Himmel und helfe mir von der Schmähung dessen, der mir nachstellt. Sela. Gott sende seine Güte und Treue. Ich liege mitten unter Löwen. Verzehrende Flammen sind die Menschen. Ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter. Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und deine Herrlichkeit über alle Welt. Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt und meine Seele gebeugt. Sie haben vor mir eine Grube gegraben und fallen doch selbst hinein. Sela. Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe. Wach auf, meine Seele! Wach auf, Psalter und Harfe! Ich will das Morgenrot wecken. Herr, ich will dir danken unter den Völkern. Ich will dir lobsingen unter den Leuten, denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Herrlichkeit über alle Welt." 


Matthäus 11,28–30

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht." Danke, Felix.


Die Situation

Verklagt

Anhand der Verse, die wir gerade gehört haben aus Psalm 57 und auch aus dem Matthäusevangelium, möchte ich mit euch jetzt durchgehen durch diese Punkte: wie sich das anfühlt, wenn man angefochten ist, und wie gesagt, was wir tun können. 

Ich finde es schon ganz interessant, wie der Psalm überhaupt anfängt. Da steht ja ganz am Anfang: „Nach der Weise: Vertilge nicht." Und ich weiß nicht, wie es euch geht – mir geht es in Zeiten der Anfechtung oft so, dass man dieses Gefühl hat, man wird vertilgt, man wird aufgefressen, man wird – ja, weiß ich nicht – weggehext. Es gibt Zeiten in unserem Leben, da verklagt uns der Feind so sehr, und zwar ganz egal, ob wir gesündigt haben oder nicht, dass wir uns fürchten, Gott könnte zulassen, dass er uns verschlingt. Er heißt ja nicht umsonst der Verkläger der Brüder. Und es heißt auch nicht zuletzt deswegen in 1. Petrus 5, Vers 8: „Seid nüchtern und wacht, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge." Der Feind droht uns. Er macht uns Angst – entweder indem er uns unsere Schuld vorhält oder unsere Schwachheit. 

Auf der Flucht

David war damals auf der Flucht vor Saul, der geistig – würde ich jetzt mal sagen – nicht mehr ganz auf der Höhe war. Das wissen wir alle. Der hat ja David verfolgt, und David hat sich damals in einer Höhle versteckt. Und ich denke, so geht es uns auch, wenn wir angefochten sind: dass wir uns am liebsten verstecken wollen, dass wir uns vor diesem Ansturm der Anklagen, vor dem Ansturm der Drohungen irgendwo bergen wollen, dass wir Schutz suchen. 

Unser Herzensschrei

Und so wie David beten wir dann sicher auch: „Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig" – weil wir uns nichts anderes wünschen, als dass das endlich aufhört. Wir bitten um Erbarmen. Viele kennen das vielleicht aus den Landeskirchen noch: Kyrie eleison – das ist auf Griechisch nichts anderes als „Herr, erbarme dich." 

Unsere Hoffnung und Sehnsucht

Und letztlich ist das unsere Hoffnung und unsere Sehnsucht, dass wir unter dem Schutz seiner Flügel Zuflucht finden, bis dieser schreckliche, feurige Ansturm der Anklagen des Feindes vorüber ist. Ich muss bei diesem Vers „unter dem Schatten seiner Flügel" immer an die schwerste Zeit in meinem Leben denken. Ich war damals in der Nähe von Frankfurt, drei Monate lang auf Kur. Angstzustände, schwerste Depressionen, Selbstmordgedanken. Und irgendwann in dieser Zeit kommt ein junger Mann – ich glaube, der kam irgendwo aus Hamburg oder aus der Ecke. Der hat sich ans Klavier gesetzt und hat ein selbstkomponiertes Lied gespielt. Und das hieß: „Unter dem Schatten deiner Flügel." Und das ist mir seither ein schönes Bild geworden: unter dem Schatten der Flügel Gottes Zuflucht suchen zu können, bis der feurige Ansturm der Anklagen des Feindes vorüber ist.


Unser Gebet

Gottes Wesen: Allmächtig und Gnädig

Und das wünsche ich uns allen, dass wir in diesen Zeiten uns bei Gott bergen können, Schutz finden, bei ihm geborgen – Geborgenheit. Denn das, was wir suchen in dieser Zeit, ist Frieden, ist Schutz, ist Geborgenheit, ist Heil, Gottes Schalom. Und irgendwie denke ich, wissen wir das auch alle: Der Feind Gottes ist uns zu mächtig, um ihn zu besiegen. Ganz egal, ob er uns verklagt, ob er uns droht oder ob er uns die Zukunft mit dunklen Bildern vor Augen malt – ihn zu besiegen braucht es einen, der mächtiger ist als er, nämlich Gott selbst, den Allerhöchsten. Dazu braucht es einen, der meine Sache zu einem guten Ende führt. Ich denke, das zentrale Element dabei ist Gottes Wesen, sein Charakter – dass er ein Gott ist, der, weil er so ist wie er ist, unsere Sache zum guten Ende führen wird. Egal, was wir verbockt haben. Egal, wie schwach wir sind – oder vielleicht sogar gerade weil er weiß, wie schwach wir sind – trotz aller Widerstände. 

Unsere Bitte

In solchen Zeiten beten wir, dass Gott diese Anklagen wegnimmt, dass er diese Angst wegnimmt, dass er diese Drohungen wegnimmt, dass er uns von diesen verheerenden und niederschmetternden Bildern befreit – Bildern von unserer Schuld, Bildern von unserer Unzulänglichkeit, von unserem Versagen, unserer Schwäche – und dass er uns von unserem angeblich drohenden Schicksal befreit. Wir beten, dass wir, statt auf unsere Schwäche und unsere Schuld starren zu müssen, wieder auf ihn schauen können: auf seine Güte, auf seine Treue, auf seine nie endende Liebe. Und damit müsste das doch eigentlich erledigt sein, oder? 


Die Strategie des Feindes: Versuchung, Anklage & Zermürbung

Versuchung

Ich weiß nicht, wie ihr das erlebt. Aber ich erlebe das oft anders – weil der Feind nicht untätig ist und eine perfide Strategie hat. Am Anfang steht die Versuchung – entweder die Versuchung zur Sünde oder die Versuchung, auf die Umstände zu schauen oder, noch moderner gesagt, auf die Gefühle. Er versucht, uns zur Sünde zu verführen oder dazu, auf die Umstände zu schauen, auf unsere Gefühle – statt auf Gottes Wort, statt auf seine Verheißung. Und genau damit stellt er uns ein Bein, gräbt uns eine Grube, stellt uns eine Falle. Und so fängt das Elend immer an: Der Feind führt uns in Versuchung und wartet nur darauf, dass wir seinen Köder schlucken – dass wir anfangen, unseren Gefühlen mehr zu vertrauen als Gottes Wort, dass wir andere Wege gehen als die, die Gott für uns gewollt hat, dass wir hereinfallen auf seine Täuschung. 

Anklage

Und kaum haben wir angebissen – haben gesündigt oder auf die Umstände geschaut –, geht er schon zu Stufe zwei seiner bösartigen Strategie über. Denn jetzt wird verklagt: „Schau dir an, was du gemacht hast!" Oder es wird gedroht: „Schau dir an, wie deine Zukunft aussehen könnte!" Alles wird dunkel. Es wird Angst gemacht. Und ganz ehrlich, ihr Lieben: In dieser Welt, so wie sie ist – sie ist gefallen, sie ist kaputt –, das habe ich gerade in den letzten Monaten noch tiefer erfahren, auch durch meinen besten Freund, der auf eine schlimme Art krank geworden ist. Wo man einfach merkt: Der Zerbruch dieser Welt geht so tief, dass es Dinge gibt, die vielleicht nicht mehr zu heilen sind.

Und da ist es nicht ohne, wenn der Feind dann kommt und uns die Zukunft düster ausmalt: Was wird werden? Dunkle Bilder, dunkle Gefühle. Oder wir werden verklagt. Und da ist es ganz egal, ob das direkt geschieht, weil der Feind uns böse Gedanken schickt, oder ob er das indirekt macht, indem er böse Menschen gebraucht, die schlecht über uns reden oder schlecht mit uns reden. Was wir dann empfinden, ist genau das, was David in seinem Psalm so beschreibt – nämlich, dass unsere Seele wie von den Zähnen wilder Löwen zerfleischt wird, wie von Spießen und Pfeilen durchbohrt und von scharfen Schwertern durchdrungen. Und nichts wünschen wir uns dann mehr, als dass Gott sich von seinem Thron erhebt und einschreitet – endlich einschreitet –, dass sein Reich komme, so wie im Himmel, so auch auf Erden. Oder dass wir mit David beten: „Erhebe dich, Gott, über den Himmel und deine Herrlichkeit über alle Welt." 

Zermürbung

Aber damit ist der Feind immer noch nicht fertig. Er klagt nicht einmal kurz an und geht dann wieder. Er will uns fertig machen. Er heißt auch nicht umsonst „ein Menschenmörder von Anfang an"! Er will uns zermürben. Er will unsere Seele beugen und uns die letzte Kraft rauben. Er hört einfach nicht von selber auf. Und wenn wir ihn lassen, dann ist das Ergebnis immer das gleiche: dass er unsere Seele niederbeugt, zur Verzweiflung treibt und ihr jede Kraft raubt.


Und dass er uns in eine Traurigkeit stürzt, die kein gutes Ende nehmen will. Alles, was wir dann noch sehen können, ist die Grube, die er uns gegraben hat. Und irgendwann merkst du dann vielleicht, dass du keine Kraft mehr hast, dagegen anzukämpfen. Dann denkst du nicht mehr nach, dann funktionierst du nur noch. Du ziehst dich zurück. Und wenn es ganz schlimm kommt, dann zweifelst du nicht mal mehr an seinen Anklagen, an seinen Drohungen, an seinen dunklen Bildern, sondern fängst innerlich an, ihm zuzustimmen. Ich finde, das ist das Schlimmste. 


Die Wendung

Der Blickwechsel

Doch der Teufel hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn am Ende wird er es sein, der in die Grube fällt, die er uns gegraben hat. Doch nicht so schnell. Wie kommt es jetzt zu dieser Wendung? David schreibt in seinem Psalm: „Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe." Und an dieser Stelle – auch nach 40 Jahren, wenn ich den Psalm lese – muss ich immer wieder anhalten. Weil ich mir denke: Hallo. Wenn es dir wirklich so dreckig geht, David, wie kommst du darauf? Wie kommst du jetzt darauf, dass dein Herz bereit wird, Gott zu loben? Und wenn man genau hinschaut und genau liest, sieht man, was dort im Stillen passiert ist. David hat seinen Fokus geändert. Er schaut nicht mehr auf die Umstände. Er schaut nicht mehr auf seine Gefühle. Er schaut auf Gott, auf sein Wesen, auf seine Macht. Und er wird bereit, Gott zu loben. 

Das heißt, um die Frage zu beantworten, wie unsere Seele dahin kommt, dass sie trotz all der Umstände, trotz der ganzen Anfechtung Gott loben kann: Die Seele muss die Augen öffnen, muss endlich von sich selber wegsehen hin auf den, der allein ihr helfen kann. Muss auf den hören, der allein trösten und heilen kann. Und genau dazu möchte ich dann Matthäus 11,28–30 anschauen – um den Blick wegzukriegen von uns, von den Umständen, hin auf Christus; weg von unserer Misere, hin auf das, was Christus uns zu sagen hat; weg von unseren Gefühlen, hin auf Gottes Wort, auf seine Zusagen, auf seinen Rat, auf sein Wesen, auf seine Person. 

Martin Luther

Ich habe witzigerweise in der Zeit der Predigtvorbereitung letzte Woche – in den täglichen Andachten aus einem Andachtsbuch von Martin Luther etwas gelesen, das er nicht selber geschrieben hat, sondern wo jemand 365 Auslegungen einzelner Verse von Martin Luther zusammengetragen hat – und an dem Tag ging es um 1. Petrus 4, Vers 19. Dort steht: „Welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihre Seelen ihm anbefehlen als dem treuen Schöpfer in guten Werken." Ich lese es noch mal: „Welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen als dem treuen Schöpfer in guten Werken." Und Martin Luther schreibt in seiner unvergleichlichen Art zu diesem Vers Folgendes: „Das ist der Christen Kunst, daran wir alle zu lernen haben, dass wir aufs Wort sehen und tun weit aus den Augen alle anliegende, beschwerende Not und Leiden. Und es ist des Teufels Art eben, dass er das Wort weit aus den Augen rückt, dass einer nicht mehr sieht als ihn – die Not, die vorhanden ist. Aber das soll nicht sein. Wer sich nach dem Fühlen richtet, der verliert. Nur das Kreuz und Leiden, so sehr du immer kannst, aus dem Herzen und Sinne geschlagen. Sonst, wenn man lange drüber nachdenkt, so wird das Übel ärger." 

Also diese ganz klare Ansage: Wechsele deine Blickrichtung. Schau weg von den Umständen, schau weg von diesen Bildern, von diesen Gedanken, von deinen Gefühlen. Schau hin aufs Wort, schau hin auf das, was Gott dir zu sagen hat, auf das, was er dir verspricht, auf seine Verheißung. Schau hin auf sein Wesen, auf seine Art, auf seinen Plan.


Der Blick auf Christus

Aber das ist leichter gesagt als getan. Denn selbst wenn wir das wissen, dass es darum geht, den Blick wegzurichten von dem Dunklen und hinzurichten auf Gott, kann der Teufel uns so fertig machen, dass wir manchmal meinen, wir dürften Gott gar nicht mehr unter die Augen treten. Und deshalb möchte ich noch einen kleinen Umweg machen, bevor wir uns wirklich Matthäus 11 anschauen. Ich möchte mit uns eine Passage aus dem Hebräerbrief lesen, weil dort etwas ganz Wichtiges steht – nämlich, dass es völlig egal ist, was wir verbockt haben, dass es völlig egal ist, wie schwach wir sind, weil wir immer, immer, immer zu Jesus kommen dürfen. Immer. 

Die Erlaubnis

In Hebräer 4, Verse 14 bis 16 steht – ich habe jetzt mal die Gute Nachricht als Übersetzung genommen –: „Lasst uns also festhalten an der Hoffnung, zu der wir uns bekennen. Wir haben doch einen überragenden obersten Priester, der alle Himmel durchschritten hat und sich schon bei Gott im himmlischen Heiligtum befindet – Jesus, den Sohn Gottes. Dieser oberste Priester ist nicht einer, der kein Mitgefühl für unsere Schwächen haben könnte. Er wurde ja genau wie wir auf die Probe gestellt. Aber er blieb ohne Sünde. Darum wollen wir mit Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten. Dort werden wir, wenn wir Hilfe brauchen, stets Liebe und Erbarmen finden." Weil es so wichtig ist, möchte ich diese letzten beiden Sätze noch mal lesen. Darum – weil das so ist, weil Christus genauso gelitten hat wie wir, weil er genau weiß, wie es uns geht, weil er das alles selber gefühlt hat –: „Darum wollen wir mit Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten. Dort werden wir, wenn wir Hilfe brauchen, stets Liebe und Erbarmen finden."

Die Einladung

Und genau darum geht es in Matthäus 11,28 und folgende. Was sagt uns Jesus da? Was sagt er zu dir? Er sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid." Was ist das – mühselig sein? Mühselig mit deinen Werken der Buße, der Reue? Ich weiß nicht, kennt ihr das: dass man meint, man müsste sich erst wieder schön machen, damit man Gott vor die Augen treten darf? Diese verzweifelten Versuche, sich selber besser zu machen. Oder wenn man Angst hat: diese verzweifelten Versuche, sich selbst zu helfen. Diese verzweifelten Versuche, Gott gnädig zu stimmen, ihm zu gefallen oder sich selber gut zuzureden. So funktioniert das nicht. Das macht mühselig. Das erschöpft nur die Seele und lässt dich am Ende erschöpft und in Verzweiflung zurück. Beladen – was heißt das? Das heißt, dass wir am Ende des Tages mit all unseren Selbstversuchen immer noch diese Last spüren – entweder von Schuld oder von Angst –, was die Verzweiflung noch viel größer macht. 

Die Erquickung

Aber was sagt Jesus dazu? Er sagt: „Ich – ich will euch erquicken." Genau da will Jesus uns rausholen – mit seinem Rat und mit seiner Hilfe, mit seiner Gnade, mit seiner Vergebung. Er braucht unsere ganzen verzweifelten Anstrengungen, ihm zu gefallen, nicht. Er braucht auch nicht unsere Anstrengungen, die Lage besser zu machen. Er ist längst für dich. Er ist – Römer 5, Vers 8 – für dich gestorben, als du noch Sünder warst. Ich finde es einen der schönsten Verse in der ganzen Schrift: Gott ist für uns ans Kreuz gegangen, als wir ihm nichts zu bringen hatten als Dreck. Was für eine Liebe! Und da glaubst du, wenn du mit deiner Hilflosigkeit oder mit deiner Schuld gefallen bist, dass du nicht mehr kommen darfst? Nein. Er ist für dich gestorben, als du noch Sünder warst. Und er liebt dich heute wie am ersten Tag. Er liebt dich so sehr, dass er bereit war, für dich zu sterben, lange bevor du das erste Mal an Umkehr gedacht hast. Er kennt dich durch und durch. Er kennt deine Stärken, er kennt deine Schwächen. Er hat dich gemacht. Er kennt all deine Ängste. Er kennt all deine Sehnsüchte, all deine Träume. Er ist dein Schöpfer. Er kennt das Drama deines Lebens besser als du selbst, weil er alles sieht. Und alles, was er will, ist: dich erlösen, dich befreien, dich heilen, dir helfen, dich stärken. 

Die Therapie

Und das hier ist seine Therapie: „Nehmt auf euch mein Joch." Das bedeutet: Nimm deinen Platz ein. Stell dich mir zur Verfügung. Nicht mehr, nicht für mich. Gott will nicht, dass wir für ihn ackern. Er möchte, dass wir uns ihm zur Verfügung stellen, damit er an uns, in uns und durch uns wirken kann. Eine Geige spielt sich nicht selbst. Alles, was sie tun muss, ist sich dem Geiger zur Verfügung stellen – der spielt dann die schöne Melodie. „Stell dich mir zur Verfügung. Fang damit an, gemeinsam mit mir, neben mir, in mir mein Reich zu bauen." 

Und „lern von mir", sagt Jesus. Lern von mir. Was heißt das – lernen von mir? Das heißt: Lass dir etwas sagen. Das heißt: Höre auf die Führung meines Geistes. Nimm dir ein Beispiel an meinem Vorbild. Jesus sagt: „Ich bin sanftmütig." Und was das bedeutet – da möchte ich ganz besonders darauf eingehen: „Sanftmütig und von Herzen demütig." Das bedeutet: Ich bin eins mit dem Willen Gottes. Ich folge der Führung seines Geistes. Ich schmiege mich ein. Ich rebelliere nicht gegen den Willen Gottes. Ich ordne mich ihm unter. 

Ihr Lieben, ich denke, das ist der zentrale Punkt: auf ihn schauen, auf ihn hören. Sein Wort wahrnehmen und eins werden – das war Jesu großes Gebet. Johannes 17, das letzte Gebet: dass wir eins werden mit ihm, so wie er mit dem Vater eins ist. Was meint er damit? Ich will jetzt keine Physikvorlesung halten, aber das beste Bild, das ich dafür kenne, ist ein Laser. Ich denke, wir alle wissen: Laserlicht ist das stärkste Licht, das wir kennen. Mit einem guten Laser kann man Stahl schneiden. Aber wie funktioniert ein Laser? Ein Laser ist eigentlich nichts weiter als ein Gerät, in dem eine Lichtquelle so synchron erzeugt und gespiegelt wird, dass eine entstehende Welle die nächste entstehende Welle verstärkt – immer verstärkt –, weil sie alle in der gleichen Phase sind. Stellt euch das einfach mal vor wie Wasserwellen. Ihr habt eine Welle, die ist vielleicht nur einen Meter hoch. Und wenn jetzt die nächste Welle genau synchron über diese Welle geht, werden sich beide Wellenberge addieren – die Welle wird stärker. Gehen die Wellen auseinander in ihrer Frequenz, wird die Welle flach, dann ist keine Kraft mehr da. Aber bleibt es synchron, dann entsteht eine Kraft, die ist unvorstellbar. 

„Lernt von mir. Lasst euch etwas sagen. Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. Ich bin eins mit dem Willen Gottes." Ihr Lieben, das ist, was Gott sich für uns wünscht – und auch, was er sich von uns wünscht: dass wir eins werden mit ihm, eins werden mit seinem Willen. So, sagt Jesus, „so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen" – wenn unser Wille eins geworden ist mit Gottes Willen.

Und dann sagt er: „Denn mein Joch ist sanft." Das bedeutet: mit Jesus zu gehen, seinem Willen zu folgen, sich in diesen Willen einzuschmiegen – das hat nichts mit Zwang zu tun, hat nichts damit zu tun, gezwungen oder unterdrückt zu werden. Denn Gottes Führung ist eine Führung, die uns immer Freiheit lässt. Er inspiriert uns, er lockt uns, er zieht uns – aber er wird uns niemals zwingen. Wir haben immer die Wahl, ob wir mit ihm synchron oder ohne ihn und nicht synchron leben wollen. Synchron mit seiner Kraft, nicht synchron – ohne seine Kraft. Er wird uns niemals zwingen, denn er ist die Liebe in Person. 

Und deswegen sagt er zum Schluss: „Meine Last ist leicht." Denn das, was Gott von uns will, das ist nicht schwer. Was er von uns will, ist nichts anderes, als dass wir das große Doppelgebot der Liebe halten, dass wir uns, wie es in Hosea 11, Vers 4 steht, in Seilen der Liebe ziehen lassen. Das ist so, wie Gott sich die Beziehung zu uns vorstellt: eine Liebesbeziehung. Im Alten Testament wird die Beziehung Gottes zu seinem Volk oft mit dem Bild einer Ehe beschrieben. Ihr Lieben, was ist denn eine Ehe – eine gute Ehe? Da zwingt ja keiner den anderen. Sondern da schaut man, dass man synchron wird, dass man übereinstimmt, dass man gemeinsam in Einheit durchs Leben geht. Und das möchte Gott: dass wir gemeinsam mit ihm, im Einklang, in Einheit mit ihm sein Reich der Liebe bauen.


Schluss

Ich komme zum Schluss. Wenn wir also da angekommen sind, wo wir vor Gott kapitulieren, wo wir zu ihm kommen mit unserer Hilflosigkeit oder mit unserer Schuld – was es auch ist –, wo wir begreifen, dass alles, was wir ihm bringen können, wir selbst sind, und zwar so, wie wir sind: nicht besser, nicht schöner, nicht stärker, egal, ob wir beladen sind mit Schuld und Sünde oder ob wir voller Angst sind und uns fürchten, ächzend und stöhnend unter der Mühsal unserer Versuche, uns vor ihm schön oder besser zu machen. Wenn wir in völliger Klarheit darüber sind, wie verloren wir ohne ihn sind – so dürfen wir kommen, so wie wir sind. 

Und wenn wir dann erkennen – oder zum tausendsten Mal erkennen –, wie unfassbar groß seine Gnade und Treue zu uns sind: dass er uns vergeben will, immer und immer wieder, dass er uns helfen will, immer und immer wieder, dass er uns haben will, so wie wir sind, dass er mit uns sein will. 

Wenn wir da angekommen sind, ihr Lieben – wo wir bereit werden, gemeinsam mit ihm sein Reich der Liebe zu bauen, uns ihm zur Verfügung zu stellen, uns von ihm führen zu lassen –, 

wenn wir da angekommen sind, dann kehrt nicht nur Frieden ein, sondern ein unbändiges Lob. Das Lob, das Gott verdient hat für seine Gnade und für seine Treue und für seine Vergebung und für seine unerschütterliche Liebe zu uns. 

Und das klingt dann so, wie wir im nächsten Lied singen werden: Lasst uns aufstehen und Gott loben.

Lied: Ich will Dir danken


Samstag, 6. August 2022

Ohne Gebet ist alles Nichts - 1. Das Geheimnis vom geistlichen Sieg (Apostelgeschichte 16,22-34)


[Predigt als Video] | [Predigt als MP3]

Mit ist jede Predigt ein Herzensanliegen. Ich bereite mich auf jede Predigt anständig vor. Aber die heute, die ist mir ein ganz besonderes Herzensanliegen. Weil: ich weiß nicht, wann das angefangen hat, aber ich gehe seit Jahrzehnten in einen Gebetskreis... Und ich weiß nicht, wie ich das rüberbringen kann heute... Ich hoffe, es gelingt! Aber Gebet ist, denke ich, eine der ganz zentralen Tätigkeiten im christlichen Leben. Und es ist mir wirklich ein Herzensanliegen.

Ich denke mal, Gebet ist so wie die Einspritzpumpe in einem Auto, wenn der Heilige Geist das Benzin ist. Ja? Also keiner möchte seine 1,6 Tonnen schieben. Und ohne Benzin geht nichts. Ohne den Heiligen Geist geht nichts. Aber auch der Heilige Geist reagiert auf unser Gebet. Gott reagiert auf unser Gebet und ich denke, dass es ein Geheimnis gibt, was geistlichen Sieg angeht. Und das hat was mit Gebet zu tun. Und ich fand es auch so schön, Ruth, was du gesagt hast: Die Zeit, die dir am besten gefallen hat, war die Zeit von Anbetung und Lobpreis und Gebet. Und es ist wirklich so, dass da ein Geheimnis drin liegt. Und da möchte ich heute ein bisschen was zu sagen, bevor ich in den Text reingehe.


Was bisher geschah

Ganz kurz, wie in jeder guten Fernsehserie, da kriegt man ja immer mit, was bisher geschah. Also bevor unser Text passiert ist, sozusagen, ist der Paulus unterwegs gewesen auf Missionsreise. Die Purpurhändlerin Lydia ist zum Glauben gekommen. Dann hat er noch eine Dienstmagd, von dem bösen Wahrsagegeist befreit. Man hätte sagen können, eigentlich lief alles prächtig. Aber dann auch ähnlich wie bei euch: gerade dann, wenn es prächtig läuft, dann kommen die Anfechtungen. Und da haben jetzt die Chefs dieser Dienstmagd, die haben mit diesem Wahrsagegeist, den der Paulus da ausgetrieben hat, fleißig Geld verdient. Sozusagen: hier die Wahrsagerin mit der Kugel und dem ganzen Cash, den haben die sich da eingesackt. Und als der Wahrsagegeist raus war, gab es halt kein Cash mehr, und da waren die jetzt nicht so amüsiert. Und dann haben die Paulus und Silas vors Gericht geschleppt, haben einen Meineid geschworen und haben behauptet, sie würden das Volk gegen die Obrigkeit aufwiegeln und haben dann dafür gesorgt, dass die beiden ins Gefängnis kommen.


Unser heutiger Text

Und den Text, den lesen wir uns jetzt mal durch, der steht in der Apostelgeschichte, Kapitel 16 und ich habe jetzt mal ab Vers 22 genommen, weil da geht es ja schon los mit dem Unschönen. Da steht jetzt: "Die Stadtoberen ließen Paulus und Silas die Kleider vom Leib reißen und gaben Befehl, sie mit Stöcken zu prügeln. Nachdem man ihnen viele Schläge verabreicht hatte, brachte man sie ins Gefängnis. Dem Gefängniswärter wurde eingeschärft, sie sicher zu verwahren. Er sperrte sie darauf in die hinterste Zelle und schloss ihre Füße in den Block. Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und priesen Gott in Lobgesang. Die anderen Gefangenen hörten zu. Da gab es plötzlich ein gewaltiges Erdbeben. Die Mauern des Gefängnisses schwankten, alle Türen sprangen auf und die Ketten fielen von den Gefangenen ab. Der Gefängniswärter fuhr aus dem Schlaf. Als er die Türen offen stehen sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten, denn er dachte, die Gefangenen seien geflohen. Aber Paulus rief so laut er konnte Tu dir nichts an, wir sind alle noch hier. Der Wärter rief nach Licht, stürzte in die Zelle und warf sich zitternd vor Paulus und Silas nieder. Dann führte er sie hinaus und fragte Ihr Herren, Götter oder Boten der Götter, was muss ich tun, um gerettet zu werden? Sie antworteten Jesus ist der Herr. Erkenne ihn als Herrn an und setze dein Vertrauen auf ihn, dann wirst du gerettet und die deinen mit dir. Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus die Botschaft Gottes. Der Gefängniswärter nahm Paulus und Silas noch in derselben Nachtstunde mit sich und wusch ihre Wunden. Dann ließ er sich mit seiner ganzen Hausgemeinschaft, seiner Familie und seinen Leuten taufen. Anschließend führte er die beiden hinauf ins Haus und lud sie zu Tisch. Er und all die Seinen waren überglücklich, dass sie zum Glauben an Gott gefunden hatten."


"Sind die bescheuert?"

Ja. Erst lief es so gut und dann: öffentlich entkleidet. Hart geschlagen mit Stöcken. Ins innerste Gefängnis gelegt, die Füße im Block. Wie kann man so eine Situation beschreiben? Mir sind dazu die Wörter eingefallen: Hoffnungslos. Trostlos. Friedlos. Und freudlos. Hilflos. Und dann lesen wir, nachdem denen das alles passiert ist, die sitzen im hintersten Knast. Und ich sage mal, damals waren die Gefängnisse jetzt nicht so wirklich gemütlich. Füße im Block. Hart geschlagen. Keiner versorgt die Wunden. Die liegen also sozusagen mit den offenen Wunden mitten im Dreck. Und dann singen die Lobpreis Lieder.

Da könnte man doch jetzt fragen (das ist mir so in der Vorbereitung gekommen): "Sind die bescheuert?" Mitten in der Nacht! Ich habe mir gedacht, also wahrscheinlich waren die noch wegen ihren Schmerzen wach. Ja. Aber ich denke, die waren nicht bescheuert, sondern sie kennen ein Geheimnis, eine geistliche Wahrheit. Und die möchte ich euch jetzt mit ein paar anderen Versen aus der Schrift nahebringen und dann ein bisschen erklären. In Matthäus 7, Vers 7 lesen wir "Bittet, so wird euch gegeben. Denn wer da bittet, der empfängt." Das heißt, eine Wahrheit ist, dass es Verheißungen gibt, auf die wir uns stellen können. Wo Gott uns verspricht: Wenn wir X tun, macht er Y. Wenn wir bitten, werden wir empfangen. Und das zweite steht im Psalm 50 ganz am Ende; Vers 23: "Wer Dank opfert, der preist mich. Und da ist der Weg, dass ich ihm zeige, dass Heil Gottes." Auf Deutsch. Was dort steht, ist auch eine Verheißung. Da steht: Wenn du mir dankst, wenn du mich preist, dann ist das der Anfang von einem Weg, wo ich dir zeige, wo du das Heil finden kannst. Das heißt, ich denke, das große Geheimnis, um das es hier geht, ist Verheißungsorientiert und dankbar, gottzentriert zu beten und zu loben. Weil damit der Fokus eben nicht auf der eigenen Situation bleibt, sondern weggeht. Auf Gott. Auf sein Wesen. Weg von unserer Unfähigkeit an irgendeiner Situation.

Was hätten der Paulus und Silas machen sollen? Die hatten Füße im Block, die kamen da nicht mehr raus. Da war nichts zu holen. Aber was für uns unmöglich ist, das ist für Gott überhaupt kein Problem. Das heißt, sie haben weggeschaut von ihrer Situation hin auf den, der alles kann, hin auf den, von dem es heißt, dass er so gerne hilft. Sie haben hingeschaut auf den, der für uns ans Kreuz gegangen ist. Jesus Christus.

Ich kann das Thema Gebet hier mitnichten in einer Predigt oder in zehn Predigten erschöpfend behandeln. Der Markus hat schon mal von einem Buch gesprochen. Das habe ich schon vor X Jahrzehnten gekauft und gelesen. Das kann ich jedem nur das beste Buch, was ich jemals zum Thema Gebet gelesen habe: Ole Hallesby, "Vom Beten". Ganz kleines Taschenbuch. Kauft euch das Buch! Wenn es euch nicht gefällt, bezahle ich euch das Geld zurück. Aber kauft das Buch.


Da wackelt die Wand!

Ja, und jetzt ist die Frage, was passiert? Die sitzen jetzt da immer noch im Knast. Immer noch die Füße im Block, immer noch offene Wunden mitten im Dreck. Aber sie loben Gott. Sie danken ihm, weil sie das wissen. Er ist allmächtig. Er hilft gern. Wer bittet, der empfängt. Und was passiert dann? Wir lesen von einem großen Erdbeben. Davon, dass die Grundmauern erschüttert werden. Davon, dass alle Türen aufgehen und alle Ketten abfallen. Das heißt, die komplette Situation ist auf einmal verändert. Das heißt was Lob und Dank und Gebet bewirken können. Das ist einfach krass. Und ich denke, dieses Geheimnis, wie unsere Sorgen und Nöte gelöst werden, liegt eben genau da im Gebet, das heißt im Bitten und im Lobpreis.

Das ist eben dieser Geist der Dankbarkeit. Noch eine Stelle aus dem Sacharja 4, Vers 6. Dort steht glasklar drin "Es soll nicht durch Heer oder durch Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen. Spricht der Herr der Heerscharen." Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen. Und dieser Herr der Heerscharen? Dieser Gott ist unser Jesus, der Allmächtige.


Ein Zeugnis zum Thema Lob, Dank und Gebet

Ich möchte ganz kurz ein Zeugnis geben zum Thema Lob, Dank und Gebet. Das ist eine der krassesten. Ich habe mehrfach solche Sachen erlebt, aber das ist sicherlich die krasseste. Ganz kurz nur: Ich bin mit dem Helmut Hilliges, da war ich 33, also ist es ungefähr 27 Jahre her, mit dem Motorrad nach Portugal in Urlaub gefahren und dann haben wir in Saintes-Maries-de-la-Mer Zwischenstopp gemacht, übernachtet, weil das ist ja eine lange Reise, 2.500 Kilometer. Und auf dem Motorrad zählt jeder Kilometer doppelt, was die Anstrengung angeht.

Und ich hatte damals ein Bremsenschloss. Das macht man vorne auf die Scheibenbremse drauf und dann kann man das Rad nicht mehr bewegen. Also nächsten Morgen wachen wir auf und ich war natürlich jung und dumm, habe auch vergessen, dass ich dieses Kettenschloss da drauf hatte. Setz mich drauf und wollte einen ganz besonders coolen Start hinlegen. Zündschlüssel rein, Maschine angemacht, die stand auf dem Ständer und wenn man sich dann nach hinten bewegt und richtig Gas gibt und den ersten Gang rein macht, dann springt die von dem Hauptständer. Der klappt dann automatisch ein. Wenn's klappt, schaut es cool aus. Wenn man vorne im Bremsen Schloss drin hat, gibt es ein Problem. Das heißt, ich habe einen Satz gemacht von zwei Metern und dann lag ich schon auf der Schnauze, weil das Bremsenschloss ist natürlich nicht abgegangen. Das ist ein Riesen Stahlprügel, der da vorne drin sitzt und hat mir die komplette vordere Bremse abgerissen.

So, jetzt waren wir in Frankreich und zwar in Saintes-Maries-de-la-Mer. Der Urlaub hatte gerade erst begonnen. Und ich konnte nicht mehr fahren; konnte vorne nicht mehr bremsen. Und dann meinte der Helmut: "Schaffst du es noch bis zur Werkstatt?" Sag ich: "Müssen wir gucken." Bremsenschloss abgebaut: Ja, rollen tut es noch. Verzogen ist es auch nicht. Wir also zur Werkstatt.

Lange Rede, kurzer Sinn: In der Werkstatt gab es keine Ersatzteile. Dann haben wir ihm gesagt, er soll bitte in den umliegenden Werkstätten rum schauen. Da gab es auch keine Ersatzteile. Da haben wir gesagt er soll beim Zentralhandel nachfragen. Der sagt "ja", der kann was bestellen. Dann wird es zum Zentralhandel geschickt. Der schickt es dann zu uns. Ich sage Wie lange dauert das? Acht Tage. So, da saßen wir wie Paulus und Silas im Knast. Hoffnungslose Situation. Der Urlaub war gelaufen. Weil du brauchst nach Portugal runter locker zweieinhalb Tage. Und zurück noch mal zweieinhalb. Plus acht. Wir hatten 14 Tage Urlaub. Den Rest könnt ihr euch ausrechnen.

Das wäre jetzt nicht mehr wirklich was geworden. Und damals hatte ich mich zum Ersten Mal mit diesem Thema Lob und Dank beschäftigt und habe im Helmut drüber geredet. Der hat gesagt: "Ja, das machen wir jetzt. Wir danken jetzt für die Situation, auch wenn wir nicht verstehen, wozu die gut sein soll. Aber möge Gott sich verherrlichen." Da hab ich gedacht: "Na ja, das fängt ja...". Ich war ja jung im Glauben. Ich habe gedacht, "Jetzt sind die bescheuert." Aber ich sagte "Okay, machen wir."

Dann haben wir gebetet und haben Gott dafür gedankt, dass wir jetzt in dieser Situation stecken, auch wenn wir die Situation nicht verstehen. Ich schwör's euch, ihr Lieben, das hat keine fünf Minuten gedauert, fährt einer auf den Hof von diesem Motorradhändler, stellt sich auch an den Tresen, und fängt an zu erklären, was er da gerne hätte. Kriegt mit: "Parlez allemand?". "Sprechen Sie deutsch?" "Gut. Was ist Ihre Problème?" Haben wir das erklärt: Bremse kaputt. "Oh!" sagt er, "Ich fahr' so eine Maschine für Rennen. Kann ich nach Hause fahren, baue ich meine Bremse aus, bringe ich und kaufe ich dann deine Bremse nach acht Tage, die du gekauft hast?" 

Und dann ist der losmarschiert, hat bei seinem Moped... - er hat exakt die gleiche Maschine gefahren - ... baut also die Bremse aus, und bringt die. Wir bauen die ein. Nach zwei Stunden waren wir wieder fertig.

So, jetzt kommt ihr. So Lob und Dank und Gebet!


Panik und Selbstmordgedanken

Das hat mich tief beeindruckt. Und ich habe dann öfter mal Situationen gehabt, wo ich dann gesagt habe Ich verstehe es nicht. Ich finde es auch wirklich nicht lustig, das sage ich Gott dann schon auch. Und ja, weil es manchmal einfach so ist: manchmal schätzen wir eine Situation komplett falsch ein, so wie der Kerkermeister. Ja, der Kerkermeister sieht die Türen offen, denkt alle sind weg. Der hätte ja sowieso mit seinem Leben dafür bezahlt, hat er gedacht. Bevor die mich umbringen, bring ich mich lieber selber um. Und auf solche dummen Gedanken kann man kommen, wenn man entweder wie Paulus und Silas im Knast liegt, mit den Füßen im Block oder wie der Kerkermeister, wenn er alle Türen offen sieht. Oder ich, wenn ich mir denk "Bremse ab. Feierabend!" Ja, solche Gedanken dummen Gedanken können einem kommen, wenn man den Fokus auf den Problemen lässt. Statt auf Gott.


Das Evangelium

Aber Gott sei Dank hat Paulus ja dann den Kerkermeister davon abgehalten, sich selber umzubringen und sich in Schwert zu stürzen. Und dann kommt für mich der Hammer in dieser Geschichte. Die beiden sind nicht nur frei, sondern der Kerkermeister, der kommt ja an, der bettelt ja darum, dass man ihm das Evangelium erzählt. Muss man sich mal geben! Jochen! Das passiert jetzt nicht jeden Tag, dass einer kommt und sagt "Bitte schön, was muss ich tun, um gerettet zu werden?" Da muss man manchmal jahrelang beten, dass einer so weit ist, dass er so einen Satz von sich gibt, wenn überhaupt. Und das heißt, der Paulus und Silas können jetzt nicht nur frei sein, sondern sie können ihm und seiner ganzen Familie samt seinen Haushaltshilfen das Evangelium weitersagen. Und am Ende vom Lied, am Ende von dieser Story, sitzen alle happy beim Frühstück. Oder wie wir in der Vorbereitung gesagt haben Es ist Party. 


Das Geheimnis

Meine Stiefmutter hätte jetzt gefragt. "Und? Was hat uns das gelernt?" Ja, ich würde sagen, schauen wir uns dazu noch mal Anfang und Ende an. Am Anfang haben wir einen Paulus und einen Silas. Die sind öffentlich beschämt, schmerzerfüllt, in einer ausweglosen Situation. Und am Ende ist Party. Alle sitzen mit Freude beim Frühstück, weil eine ganze Familie zum Glauben gekommen ist. Und mal ganz ehrlich, wer hätte das in so einer Situation erwartet, dass das der Ausgang ist? Und was hat diesen krassen Unterschied bewirkt? Gott natürlich, seine Hilfe. Aber wie ist die gekommen? Paulus und Silas haben nicht auf das Problem geschaut, sondern auf Gottes Wesen und seine Möglichkeiten. Das heißt, Paulus und Silas kannten das Geheimnis vom geistlichen Sieg. Nämlich dieses Wissen darum, wie viel Unerwartetes geschehen kann, wenn wir in einer völlig prekären Situation beten und loben. So bescheuert, wie das klingt: Beten und loben. Es gibt noch irgendeine andere Stelle im Neuen Testament, wo Paulus, glaube ich, auch sagt Bringt eure Anliegen mit Dank und Lob zu Gott. Also nicht nur beten! Weil beim Beten sagt man ganz oft "Aber bitte!" und dann guckt man auf das Problem. Sondern weggucken! Gott ist kein Ding unmöglich!

Und da gibt es noch eine ganz tolle Stelle. Ich glaube, das war bei der Taufe von Semina, wenn ich mich richtig erinnere. "Er ruft mich an, darum will ich ihn hören." Das heißt, wenn ihr mal auf die Vorderseite von eurer Karte guckt, dann steht da dieser Spruch vom Johannes Hartl: "Gebet ist nicht alles, aber ohne Gebet ist alles nichts." Dieses Gebet, dieses Lob, das ist das, was den Unterschied macht, auf das hin Gott handelt.


Gutes für Dein Herz

Ich möchte Dich zum Schluss etwas fragen, und zwar, ob du dieses Geheimnis auch gerne lüften würdest. Weil, wenn ja, dann würde ich dich bitten: Such dir in den nächsten Tagen einen vertrauten Menschen, mit dem du offen reden kannst und sprich mit ihm über die Rückseite von deiner Karte. Und überlegt mal, was kommt Dir dazu in den Sinn?

All diese Anliegen, die da draufstehen, die haben ja zentral mit der Vision unserer Gemeinde zu tun. Ihr kennt unseren Slogan "Gott begegnen. Bewegt werden. Leben teilen." All diese Anliegen... Jeder hat jetzt ein eigenes.

Übrigens hier hinten gibt es auch noch mehr. Wenn ihr euer Anliegen durchgebetet habt, könnt ihr es gerne wieder da reinschmeißen und euch ein neues ziehen. Das werden wir, glaube ich, da hinten irgendwo aufstellen. Aber ich denke, dass das ein Anreiz sein kann, erst mal über diese Anliegen... Aber auch über diese Anliegen hinaus sich mal inspirieren zu lassen: Was sagt mir dieses Anliegen auch für mein Leben... 

Wir haben alle, Leute, wir haben alle was zu tragen im Leben. Und vielleicht hat Gott es ja genau so geführt, dass du diese Karte hast, wo du sagst: "Die, die sagt mir was, das hat auch was mit meinem Leben zu tun!" Und dann könntet ihr euch austauschen und könntet über diese Dinge ins Gebet kommen. Ins Lob kommen. Und wegschauen von diesen Problemen, weg von der Hilflosigkeit hin auf Gott, auf seine Güte und seine Möglichkeiten. Und dann Gott um das zu bitten, was du brauchst.

Und Gott auch um das zu bitten, was wir als Gemeinde brauchen. Weil das kommt auch nicht von automatisch irgendwie her. Wenn wir das wirklich erleben wollen, ihr Lieben, dass wir irgendwann eine Gemeinde sind, wo jeder weiß, da kommt das Evangelium in den ganzen Stadtteil, wo wirklich die Liebe so gelebt wird, dass die Menschen erkennen, dass wir Gottes Kinder sind: das kommt nicht von ungefähr! All die Dinge im geistlichen Leben, die werden durch Gottes Geist bewirkt, und der bewegt sich (wie das Benzin in der Leitung) auf Gebet hin. Das heißt, wenn wir das erleben wollen, dass wir die Gemeinde, die wir in unserer Vision sehen können, dass die Wirklichkeit wird, dann ist das erste, was wir machen sollten, das Erste, was wir machen dürfen: zu beten.

Und ich denke, wir können selbst angesichts unserer Schwäche, unserer Begrenztheit und unserer persönlichen Nöte Gott loben. Für seine Güte, für sein Wesen. Dafür, dass er uns so gerne hilft. Dafür, dass er wirklich unmögliche Situationen zum Guten wenden kann.

Ich möchte da noch mal zwei Verheißungen - die habe ich da hinten auch an die Wand geschmissen - die sind mir in meinem persönlichen Leben wirklich wichtig geworden: Matthäus 19, Vers 26 steht "Wenn es auf die Menschen ankommt, dann ist es unmöglich. Aber für Gott ist alles möglich." Das heißt, wenn du in irgendeiner Situation steckst, wo du sagst, da ist nichts mehr zu holen. So wie Paulus und Silas im Block. So wie Helmut und ich in Frankreich, wo wir sagen "Es ist Feierabend! Es geht einfach nicht!" Für Gott kein Problem.

Und das zweite: diese Zusage Gottes. Weil auch da muss ich persönlich sagen, manchmal habe ich Zweifel und dann hilft mir Gottes Wort. Weil wenn ich mich auf irgendetwas verlassen kann auf diesem Planeten, dann darauf, dass Gottes Wort die Wahrheit ist und dass er hält, was er verspricht. Und Psalm 91 eben diese Verheißung "Er hängt an mir mit ganzer Liebe. Darum werde ich ihn bewahren. Weil er mich kennt und ehrt, werde ich ihn in Sicherheit bringen. Wenn er mich ruft, dann antworte ich. Wenn er in Not ist, bin ich bei ihm, hole ihn heraus und bringe ihn zu Ehren."


Ihr Lieben! Gott hat uns das versprochen. Und es ist mein Wunsch, mein Gebet für uns alle, dass wir eine betende Gemeinde werden, die angesichts von unwägbaren und aussichtslosen Situationen. Der es gelingt, den Blick hin zu wenden auf Gott, der es gelingt, trotz dieser unwägbaren und unlösbaren Situationen, Gott zu bitten, Gott zu loben und dann wirklich Wunder erlebt. 

Amen.

Sonntag, 20. Juli 2014

Dank und Bitte (Ps 40:1-18)

Text 

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. 2 Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. 3 Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, daß ich sicher treten kann; 4 er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den HERRN hoffen. 5 Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und denen, die mit Lügen umgehen! 6 HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich! Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. 7 Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. 8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben: 9 Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen. 10 Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde. Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen; HERR, das weißt du. 11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich. Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde. 12 Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; laß deine Güte und Treue allewege mich behüten. 13 Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl. Meine Sünden haben mich ereilt; ich kann sie nicht überblicken. Ihrer sind mehr als Haare auf meinem Haupt, und mein Herz ist verzagt. 14 Laß dir's gefallen, HERR, mich zu erretten; eile, HERR, mir zu helfen! 15 Schämen sollen sich und zuschanden werden, die mir nach dem Leben trachten, mich umzubringen. Es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die mir mein Unglück gönnen. 16 Sie sollen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da! 17 Laß deiner sich freuen und fröhlich sein alle, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, laß allewege sagen: Der HERR sei hoch gelobt! 18 Denn ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, säume doch nicht!


Kommentar

Zusammenfassung

In einer schlimmen Notsituation, umringt von mordlustigen Feinden und in der unsichtbaren Welt von seinen Sünden, wartet David geduldig auf das gnädige Eingreifen des allguten und allmächtigen Gottes; und wird erhört. Die Errettung Gottes führt David in die Anbetung und in die Mission und er verkündigt prophetisch Christus, den Bringer des Evangeliums Gottes. Dieser Gott ist es, den David um Gnade, Schutz und Hilfe bittet. Seinen Feinden wünscht er Schimpf und Schande, den Gottefürchtigen dagegen Freude und Lob. Sich selbst aber, dass Gott ihn nicht versäumen möge.


Struktur

1 Diesen Psalm dichtete David zum Vortrag vor der Gemeinde.

2-5 David trotzt aller seiner Not in Geduld und wartet, Gottes Wesen und Werk vor Augen, auf dessen gnädiges Eingreifen. Und er wird erhört: der Herrscher des Alls neigt sich liebend zu ihm herab, hilft ihm aus Sünde und Not hinauf auf den Felsen des Glaubens und der Gerechtigkeit und legt David damit, vielen zur Hoffnung, ein Loblied auf die Lippen.

6-11 Von Wunder seiner Errettung ergriffen, findet David in die Anbetung und in die Mission. In dem Wissen, dass es Gott um Bussfertigkeit und Gehorsam geht, scheint durch Davids Worte der Christus durch, der das Evangelium Seiner Gerechtigkeit nicht vor uns verbirgt.

12-14 Diesen allein guten, gnädigen und barmherzigen Gott bittet David, angesichts der Unzahl seiner Sünden, ihn aus freier Gnade zu erretten und um den Schutz und die Hilfe Seiner Gegenwart - auf allen Wegen.

15-16 Seinen mordgierigen Feinden aber wünscht er Schimpf und Schande und sich selbst, dass sie von ihm weichen mögen.

17 Den Gottesfürchtigen aber, die Seine Errettung lieben, wünscht er Freude, Fröhlichkeit und jederzeit ein Lob auf den Lippen.

18 David schließt dieses Vortragslied mit dem Bekenntnis seines Glaubens an Gottes Hilfe, Rettung und Fürsorge und mit dem Gebet um Gottes baldiges Eingreifen. 


Inhalt

1 Diesen Psalm dichtete David als Vortragslied, damit er vorgesungen würde.

2-5 Das ist die wohl größte Kunst, die David hier beschreibt: in allem Leid und aller Not nicht zu verzagen, nicht davon zu laufen, nicht abtrünnig zu werden, sondern, wider allen Schein und alles Fühlen, auf Gott zu warten, ja auszuharren, bis Er uns gnädig sei. Und so wartet David und führt sich Gott, Sein Wesen, Seinen Plan und Sein Werk vor Augen. Und dieses Aushalten, dieses demütige Warten, wird von Gott belohnt: aus höchster Höhe, von Seinem Thron im Himmel, auf dem Er seit Ewigkeiten mit souveräner Majestät und Herrlichkeit das All regiert, neigt er sich als der liebende Vater zu uns herab. Herunter in das Dunkel und in die Tiefe, in das Leid und in den schreienden Schmerz unserer von Gott gefallenen Welt. Erhört uns zu. Schenkt uns aus tiefstem Herzen Seine Aufmerksamkeit. Weil Er uns liebt. 

So erhörte Er auch das verzeifelte Rufen Davids und zog ihn aus dem tiefen Loch, aus dem er sich selbst nicht befreien konnte; aus der schrecklichen Situation des Leidens aufgrund von Sünde (V13) und Verfolgung (V15); hinaus aus Schmutz und Schlamm, hinauf auf den Felsen Christi (1Kor 10:4) und Seiner Gerechtigkeit, die allein aus dem Glauben an Christus kommt (Rö 1:17, 3:28). Hier steht David endlich auf festem Grund, ist in Sicherheit und findet Halt unter den Füßen, um sichere Schritte zu tun auf seiner Pilgerreise durch diese Welt (1Chr 29:15).

Mit dieser Rettung aus Leid und Not hat Gott in Davids Herzen ein neues Lied geboren, das er nun fröhlich singen kann: sein Mund fließt, von der Quelle der Dankbarkeit gespeist, über vom Lob Gottes. Und David ist sicher: von diesem Zeugnis seiner Errettung und Dankbarkeit werden -wie es heute durch den Psalter in der Tat geschieht- noch viele Menschen erfahren und dadurch zur Gottesfurcht geführt werden, so dass sie ihre Hoffnung ganz auf den Einen setzen, den ewigen Herrn des Alls. Diese Menschen, die ihre Hoffnung auf den Allmächtigen setzen und -wie wir- ihr Heil nicht bei den Arroganten und Verlogenen suchen, preist David von Herzen selig.

6-11 Und er lobt den Ewigen, seinen Herrn und Gott für Seine Wunder und Seine Gedanken. Und Seiner Wunder sind viele: die Wunder Seiner Schöpfung (Ps 139,14), die Wunder in der Geschichte Israels (Ps 77,15, Mt 21,15) und die Wunder in Seinem Wort und Seinen Geboten (Ps 119,18.27). Vor allem aber das große Wunder unserer Erlösung (Ps 98,1). Dieses Wunder und die Gedanken Gottes an uns Menschen sind wahrlich unzählbar, groß, schwer und sehr tief (Ps 40,6, Ps 92,6, Ps 139,17). Und so anbetet David den Ewigen, Einen, unbegreiflichen und unvergleichlich guten, gnädigen und barmherzigen Gott (Ps 103,8). So begeistert und so glückselig ist David, dass Er diese Wunder und Gedanken Gottes weitersagen will, auf dass auch andere von Ihm hören und Ihn kennen lernen mögen.

Das Wesen und die Wunder Gottes bleiben bei David nicht ohne Wirkung. Und so nimmt er uns in den nächsten Versen mit hinein in seine überströmende Freude und beschreibt uns, was ihm Gott und Sein Tun bedeuten; dabei scheint es so, als würden sich Selbstaussage und Prophetie überlagern, denn was David dichtet, findet sich 1.000 Jahre später in Christi Wesen und Werk in Vollendung wieder:

Er weiß, dass Gott nicht am Opfer als Solchem gelegen ist, weder am Schlachtopfer noch am Speisopfer; weder an unserem Bemühen um Vergebung noch an unserer ausdrücklichen Dankbarkeit (vgl. 3Mo 6:1ff). Sondern daran, dass wir Ihn mit offenen Ohren hören, wo Er in Seinem Wort zu uns spricht; diese offenen Ohren sind gleichwohl allein Gottes Werk: Er Selbst muss sie uns in der Wiedergeburt auftun, denn: "wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht" (1Joh 4:6, vgl. Joh 3:3). Gott will nur um unseretwillen unseren Gehorsam, denn: "So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe" (Hes 33:11). Unsere hörende, gehorchende Bussfertigkeit ist es also, die Gott so wichtig ist, "Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten" (Ps 51:19). 

Zu diesen zerbrochenen Herzen kommt Christus gern, Ihnen das Evangelium zu predigen; die Gerechtigkeit, mit der Er "gerecht macht den, der da ist aus dem Glauben an Jesus" (Röm 3,26). Diese Gerechtigkeit, derer wir so sehr bedürfen, verbirgt unser Heiland nicht in Seinem Innersten, sondern predigt sie durch das Wort Seiner weltweiten Kirche und lässt sich von nichts und niemandem den Mund verbieten. So bezeugt Ihn Johannes: "wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit" (Joh 1,14). Und so steht es schon in der Schrift. Denn wie die Chroniken oder die Bücher der Könige von David berichten, so ist es bei Christus die ganze Schrift des Alten Testaments für die gilt: "sie ist's, die von mir zeugt" (Joh 5,39). Und was sie uns bezeugt ist das, was Christus allein in Seiner vollkommenen Heiligkeit und Gerechtigkeit von sich sagen kann: "Der Geist des Herrn ist auf mir ... zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn" (Jes 61,1-2, Lk 4:18-21). Eben dies ist der Wille Gottes. Und Christus tut ihn von Herzen gern; in Ihm ist auch diese Verheißung Gottes in Vollkommenheit erfüllt: "Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben" (Jer 31,33). Er hat nicht nur das wunderbare Gesetz Gottes (Ps 119,18) im Herzen, Er selbst ist das ewige Wort des Evangeliums von der Gnade Gottes (Joh 1,1). Und Er selbst ist die Gerechtigkeit, mit der Gott uns gerecht spricht - in Person (1Kor 1,30).

12-14 Nach dieser Erinnerung an Gott, an Seine herzliche Barmherzigkeit und Errettung, Seine Wunder und Gedanken, Seinen Willen und Werk, Seine Gerechtigkeit, Sein Wesen, Sein Evangelium, ja Seine Person fleht David Gott darum an, mit dieser Barmherzigkeit bei ihm zu bleiben, sich nicht von ihm abzuwenden. Er sehnt sich danach, dass Gott auf allen seinen Wegen bei ihm bleibt und ihn in Seinem Erbarmen, Seiner wohlwollenden Zuwendung und in Seiner Treue, die sich selbst nicht verleugnen kann (2Tim 2:13), beschützt. Denn noch immer steckt David in schwersten Leiden, die ihn umringen, wie ein unzählbares Heer. Und der Grund für diese Leiden ist David offenbar: seine Sünden haben ihn eingeholt. Woran genau David denkt, wissen wir nicht, aber es darf uns dennoch eine Warnung sein: es gibt nichts in dieser Welt, was ohne Folgen bleibt - auch unsere Sünde nicht. So überwältigt ist David von seinen Missetaten, dass sie ihm endlos groß scheinen, unüberblickbar, wie das weite Meer und unzählbar viele, mehr als er Haare auf seinem Kopf hat. Und so verzweifelt sein geängstetes Herz ganz und gar und so betet er inbrünstig und fleht zu Gott, ihn zu erretten und ihm zu helfen. Doch nicht auf sein eigenes Tun und auf seine eigene Gerechtigkeit gründet David sein Gebet -denn er weiß genau, dass er Gott nichts zu bringen hat, außer seiner großen Schuld- sondern er richtet sein Gebet rein an den freien Gnadenwillen unseres souveränen Gottes, der von sich spricht: "Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich" (2.Mose 33,19, Röm 9:15) und der uns -gottlob!- auch versprochen hat: "Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit" (1Joh 1:9).

15-16 Nachdem David seine Beziehung zu Gott ins Reine gebracht hat, betet er zu Ihm um seiner Widersacher willen. Schämen sollen sie sich, ihm das Leben nehmen zu wollen; Gott möge schenken, dass ihre Mordlust völlig frustriert werde. Und sie selbst sollen -Dank Gottes Hilfe- von David ablassen, ja von ihm weichen, wie von einem übermächtigen Feind. Schande wünscht er ihnen, die ihm so kaltherzig begegnen; von seinem Unglück völlig ungerührt. Und soviel Selbsterkenntnis wünscht er seinen Feinden, dass sie sich, wegen ihres schändlich bösen Wesens, das sie zu so herzlosen Worten, wie etwa "Ja, schau dir den einmal an!" hinriss, selbst anwidern.

17 Allen Menschen jedoch, die nach Gott fragen, wünscht David Freude an Seiner Person und eine leichtherzige Fröhlichkeit; ja sie, die die Erlösung Gottes herzlich lieb gewonnen haben, mögen den Namen des Ewigen zu allen Zeiten aufs höchste preisen.

18 David schließt sein Gebet mit der Erkenntnis seiner eigenen Armut und Not vor Gott auf der einen Seite; und auf der anderen Seite in dem Wissen, dass er dennoch und trotz allem von Gott versorgt wird. Denn Gott selbst ist sein Nothelfer und sein Retter. Gleichwohl, trotz aller Erkenntnis von Gottes Wesen und Gnade, Seines Werkes und Heils, drängt David noch immer seine konkrete Not und so schließt er mit dem einem Doppelten: dem Bekenntnis seines Glaubens an die treue Sorge Gottes, seines Helfers und Erretters und mit der lieben Bitte an Gott, ihn doch bitte nicht zu versäumen. 


Praktische Anwendung

1. Wenn Deine Not auch lange währt: warte auf Gott, Seine Hilfe und Seine Gerechtigkeit
2. Bete zu Gott um Hilfe & Vergebung für Deien Sünde; Er wird Dich gern erhören (1Joh 1:9)
3. Schaue mit Hoffnung auf Christus, der Dich liebt und für Deine Schuld gestorben ist

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[Predigt als MP3]

Gebet in Krankheit (Ps 41:1-14)

Text 

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. 2 Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt! Den wird der HERR erretten zur bösen Zeit. 3 Der HERR wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und es ihm lassen wohlgehen auf Erden und ihn nicht preisgeben dem Willen seiner Feinde. 4 Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Lager; du hilfst ihm auf von aller seiner Krankheit. 5 Ich sprach:HERR, sei mir gnädig! Heile mich; denn ich habe an dir gesündigt. 6 Meine Feinde reden Arges wider mich:»Wann wird er sterben und sein Name vergehen? « 7 Sie kommen, nach mir zu schauen, und meinen's doch nicht von Herzen; sondern sie suchen etwas, daß sie lästern können, gehen hin und tragen's hinaus auf die Gasse. 8 Alle, die mich hassen, flüstern miteinander über mich und denken Böses über mich: 9 »Unheil ist über ihn ausgegossen; wer so daliegt, wird nicht wieder aufstehen. « 10 Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen. 11 Du aber, HERR, sei mir gnädig und hilf mir auf, so will ich ihnen vergelten. 12 Daran merke ich, daß du Gefallen an mir hast, daß mein Feind über mich nicht frohlocken wird. 13 Mich aber hältst du um meiner Frömmigkeit willen und stellst mich vor dein Angesicht für ewig. 14 Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Amen!


Kommentar

Zusammenfassung

Dieses Loblied König Davids erzählt vom Gottes Beistand gegen die Barmherzigen, Davids Krankheit und Gebet um Gnade, sowie von seinen argen Feinden, die ihn verlästern und sein Sterben herbeisehnen. Es erzählt von Davids Flehen um Heilung um der staatlichen Ordnung willen und von Davids Hoffnung auf Erhörung, die sich in seinem Glauben an Gottes Güte und unwandelbare Treue gründet. Diese sind Anlass für Davids Gotteslob.


Struktur

1 König David dichtete dies Loblied zum Vortrag durch den Chor:

2-4 Wer die Angefochtenen achtet, wird mit ihnen Gottes Segen erfahren: Schutz, Rettung und Heilung in schlimmer Zeit.

5 Angesichts seiner eigenen Sünde jedoch bittet David reumütig um Gnade.

6-10 Seine Feinde jedoch, falsch und von Hass erfüllt, lästern über ihn und wünschen ihm den Tod.

11 Angesichts dessen betet David um Gnade und Heilung, um die Übeltäter in seiner Funktion als Regent zurechtweisen zu können.

12-13 Gottes Gnade und ewige Treue erkennt David dabei am Scheitern seiner Feinde und weiß sich für ewig sicher in Gottes Hand.

14 Angesichts dieser Gewissheit stimmt David ein großes Gotteslob an und wünscht, es möge für immer fortklingen.


Inhalt

1 Auch dieses letzte Loblied des ersten Psalmenbuches wurde von David zu dem Zweck gedichtet, vom königlichen Meisterchor in Liedform vorgetragen zu werden.

2-4 Gleich zu Anfang seines Lobliedes stimmt David einen Segen an: denjenigen, die sich, weil sie die Angefochtenen recht achten, um die Anliegen derer kümmern, die so schwach sind, dass sie sich nicht mehr selbst helfen können, spricht er den Segen Gottes zu. Ihnen wird es wohlgehen in dieser Welt und selbst in schlimmen Zeiten wird der Ewige selbst ihr Retter sein. Er wird sie behüten vor allem und vor jedem, der ihnen zusetzt, sie bedroht und ihnen Übles will, so dass sie trotz der Boswilligkeit ihrer Feinde am Leben bleiben. Ja der Allmächtige selbst wird sie in ihrem Krankenbett erfrischen und ihnen von aller Krankheit zur Gesundheit helfen.

5 Kaum hat er diesen Segen Gottes über den Barmherzigen ausgesprochen, so bricht schon ein Gebet um Gnade und Heilung angesichts seiner eigenen Sünde aus David heraus: mit der Inbrunst der Not und völlig demütig kommt er vor den Ewigen Herrscher des Alls und fleht um Gnade. Denn er hat das Wesentliche seiner Sünde erkannt: was auch immer er tat, vor allem an Gott hat er gesündigt (Ps 51:6). Er hat begriffen, dass jede unserer Sünden die Gottebenbildlichkeit zerstört, zu der wir geschaffen wurden (1Mo 1:26). Und dass wir damit die Ehre Gottes in den Schmutz ziehen, für die wir gemacht sind (Jes 43:7). Auch verachtet unsere Sünde, in rebellischer Eigensucht, Gottes legislative Gewalt und sucht allein das eigene Wohl, statt erstlich Gottes Ehre und macht sich so, wider das erste Gebot, selbst zu Gott und Gesetz. Und so bittet David - was uns scheinen mag, wie eine eigenartige Kombination - angesichts seiner Sünde um Heilung. Fast, als ob er gewusst hätte, was Jahrhunderte später der Prophet Jesaja über Christus weissagen würde: "Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt" (Jes 53:5). Und wir dürfen gewiss sein, dass David's Gebet erhört wurde, denn das ist Gottes Verheißung an jedes bußfertige Herz und jedes reuevolle Gebet (1Joh 1:8f, Lk 18:13ff).

6-10 Während David im Stillen, inniglich und von Herzen, mit Gott über seine Schuld und die von Ihm ersehnte Vergebung redet, tragen Davids Feinde ihr herzloses und hasserfülltes Gerede hinterrücks hinaus in die Öffentlichkeit der Straße. Nicht einmal ihre Krankenbesuche sind ungeheuchelt, sondern dienen nur dem einen Zweck, sich Nachschub zur üblen Nachrede zu verschaffen. Konspirativ tuscheln seine Hasser miteinander und führen nur Verrat im Schilde; ihr sehnlichster Wunsch ist Davids Tod, sie können es gar nicht erwarten, dass er stirbt. Und so, wie sie über ihn denken, so reden sie auch über ihn: sie unken über sein angeblich nicht mehr zu verhinderndes Sterben. Davids Erleben jedoch ist, ohne sein Wissen, eine Vorschattung des Hasses und der Mordgedanken, die 1.000 Jahre später unserm lieben Heiland von den Pharisäern entgegenschlagen würde. Und so nimmt es nicht wunder, dass auch Worte dieses Psalms, dank Davids prophetischer Gabe, für die Zukunft transparent werden und der Verrat des Judas an Christus hindurchscheint, als David dichtet: "Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen."

11 Um dieser inneren, wie äußeren Not willen betet David ein Zweifaches: zuerst und im Angesicht seiner eigenen Sünde, dass der ewige und allmächtige König aller Könige ihm gnädig sei. Dann aber auch, dass Er ihm, entgegen allen Unkenrufen seiner Feinde, von seinem Krankenlager aufhelfe und ihn so in die Lage versetze, seine Widersacher zur Rechenschaft zu ziehen. Nicht gottlosen Hass und geistlich verwerfliche Rachegedanken hat David dabei im Sinn, sondern vielmehr, denn er ist König!, die Eingrenzung des Unrechts in seinem Reich und damit den Schutz und die Aufrechterhaltung des bürgerlichen Lebens.

12-13 Die herzliche Zugewandtheit Gottes und Dessen anerkennende Zufriedenheit mit seiner Person erkennt David dabei am Scheitern der Pläne seiner Feinde: wo Gott ihn liebt, wird es seinen Widersachern nicht gelingen, zu obsiegen; werden, die ihn hassen, niemals Triumphlieder über ihn anstimmen. Im Gegenteil: Gott wird ihn auch in Zukunft erhalten; nicht um seiner etwaigen Sündlosigkeit willen (David hatte ja nur wenige Verse zuvor um Gnade für seine Sünde gebeten), sondern vielmehr um des Wohlgefallens Gottes willen, welches seine Aufrichtigkeit und Integrität honoriert. Er, der Ewige, das weiß David gewiss, wird ihn bis zum Ende festhalten - niemand wird ihn aus Seiner Hand reißen (vgl. Joh 10:28f) - und wird ihn zu guter Letzt und für alle Ewigkeiten vor Sein Angesicht stellen mit Freuden (Jud 24).

14 Mit dieser Gewissheit vor Augen dichtet David, der Regent von Israel, die finalen Zeilen und wir können nur ahnen, wie der königliche Meisterchor Luft und Raum mit seinem volltönenden Klang erfüllt. Das gewaltige Gotteslob erhebt den Allmächtigen und Souverän auch über Davids Königreich und gibt Davids Sehnsucht Ausdruck, dass diese Euphonie fortklingen möge in alle Ewigkeit und bekräftigt diesen festen Entschluss mit einem unumstößlichen, doppelten Amen: "So ist es." und "So soll es sein - für immer."


Praktische Anwendung

1. Wenn Dein Nächster in Nöten ist, nimm Dich seiner voll Erbarmen an.
2. Wenn innere und äußere Not Dich bedrängt, bete zu Gott um Gnade, Heilung und Hilfe.
3. Sei gewiss und lobe Gott, denn: Er hört Dein Gebet und hält Dich fest in Ewigkeit.

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[Predigt als MP3]

Montag, 17. Juni 2013

Unter Gottes Schutz (Ps 34:1-23)

Text

1 Von David, als er sich wahnsinnig stellte vor Abimelech und dieser ihn von sich trieb und er wegging. 2 Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein. 3 Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, daß es die Elenden hören und sich freuen. 4 Preiset mit mir den HERRN und laßt uns miteinander seinen Namen erhöhen! 5 Als ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. 6 Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. 7 Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten. 8 Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus. 9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet! 10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel. 11 Reiche müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut. 12 Kommt her, ihr Kinder, höret mir zu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren. 13 Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen? 14 Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, daß sie nicht Trug reden. 15 Laß ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach! 16 Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. 17 Das Angesicht des HERRN steht wider alle, die Böses tun, daß er ihren Namen ausrotte von der Erde. 18 Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR und errettet sie aus all ihrer Not. 19 Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. 20 Der Gerechte muß viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der HERR. 21 Er bewahrt ihm alle seine Gebeine, daß nicht eines zerbrochen wird. 22 Den Gottlosen wird das Unglück töten, und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld. 23 Der HERR erlöst das Leben seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.


Kommentar

Zusammenfassung

Dieser Lehrpsalm, geschrieben anlässlich David's Flucht vor Abimelech, führt uns die frohmachende und lobenswerte Allmacht der göttlichen Gnade und Liebe, Vorsehung und Hilfe vor Augen, wie Gott sie allen zusagt, die Ihm vertrauen und ihm im Gehorsam, in Wort und Tat, folgen. Und er warnt uns eindringlich vor dem unausweichlichen göttlichen Gericht, welches alle treffen wird, welche die Gnade und Herrschaft Gottes, wie sie im Kreuz und Seinen Geboten offenbar werden, verachten.


Struktur

1 David nennt seine Flucht vor Abimelech und Seine Rettung aus verzweifelter Todesnot als Anlass für diesen Lehrpsalm, in welchem er uns Gottes mächtige Hilfe und bewahrende Vorsehung vor Augen führt, die allein uns Gläubigen zuteil wird und uns ins Lob führt.

2-4 David will Gott dabei so loben, dass die Elenden froh mit einstimmen.

5-8 Und er dankt Gott für Dessen Offenbarung und Hilfe, er preist die Glückseligkeit der Erkenntnis der Gnade Gottes und versichert uns der Gebetserhörung wider allen anderen Schein, ja die Hilfe des Engels Gottes selbst.

9-11
Diese Gnade und Hilfe ruft uns David auf zu schmecken und sagt denen, die Gott ehren und ihm wider alle Umstände vertrauen, Dessen Segen und Bewahrung vor Mangel zu.

12-15 David lehrt die nächste Generation wahre Gottesfurcht, die sich im Reden, Handeln und im erstrebten Frieden mit allen Menschen zu erkennen gibt.

16-19
Und das mit gutem Grund: Gott sieht alles und straft die Bösen. Den durch Christus Gerechtfertigten jedoch steht er bei, ist ihnen nahe und erhört ihre Gebete und hilft ihnen.

20-23 Ja, für uns wurde Christus gekreuzigt und auf Sein Bitten hin von Gott zu neuem Leben erweckt. Wer dieses höchste Opfer der Liebe Gottes im Hass verschmäht, wird gerichtet; wer es jedoch in gläubiger Dankbarkeit annimmt, dem wird alle Schuld vergeben.


Inhalt

1 Im Titel nennt David uns den Anlass für die Dichtung dieses Lehrpsalms: Es war die in 1Sam 21:11-22:1 festgehaltene Begebenheit, die sich am Hofe des Philisterkönigs Achisch von Gat abspielte. Wie uns im Samuelbuch berichtet wird, flüchtete David sich damals, offenbar völlig kopflos, vor Saul an den Hof des Königs von Gat, und wurde dort unglücklicherweise von dessen Fürsten wiedererkannt. Aus Furcht vor dem König wendete er daher eine List an, stellte sich wahnsinnig und konnte sich so zu guter Letzt in eine Höhle retten.

Dass David diesen König, der im 1. Samuelbuch Achisch genannt wird, im hier vorliegenden Psalm Abimelech nennt, hat folgenden Hintergrund: Abimelech ist nicht nur ein Eigenname, sondern wohl auch eine generelle Bezeichnung für Philisterkönige, vergleichbar etwa mit dem Titel Pharao für ägyptische Könige: Abimelech bedeutet "Mein Vater [ist] König". Der 'richtige' Name des Königs, um den es hier geht, war Achisch und er war der Sohn des Maacha oder Maoch und König von Gat (1Sam 27:2, 1Kö 2:39).

2-4 David beginnt seinen Psalm mit dem Ausdruck seines Herzenswunsches: Er hat die Absicht, dem Ewigen zu jeder Zeit mit seinen Worten die Erkenntnis Seines vollkommenen Wesens wiederzuspiegeln; beständig, so wünscht er sich, möge sein Mund gefüllt sein mit dem Lob seines wunderbaren Gottes. Ja, seine Seele, sein Innerstes, soll so vollmundig von seiner Erkenntnis Gottes strahlen, dass es auch die seelisch Niedergebeugten hören und über dem Evangelium, der öffentlich verkündeten Erkenntnis des guten Wesens Gottes (siehe Jer 9:22-23, 1Kor 1:31, 2Kor 10:17) froh werden. So froh, dass David sie einlädt, Ihn, den ewig Seienden, gemeinsam mit ihm zu lobpreisen und Seinem Wesen und Seiner Person in freudiger Gemeinschaft die Ehre zu geben.

5-8 Und kaum, dass David seinen Wunsch ausgeprochen hat, beginnt er auch schon, ihn in die Tat umzusetzen und lobt den Ewigen dafür, dass Er ihm Seine ersehnte Gemeinschaft schenkte, indem Er sich von ihm hatte finden lassen, ja ihm Antwort gab, als er Ihn herzlich suchte (vgl. Mt 7:8) und dafür, dass Er ihn aus seiner Not riss, indem Er ihn ganz und gar aus all seinen Ängsten errettete (vgl. Ps 50:15).

Und was, David persönlich erlebt hat, dass gilt auch allgemein: wer auf Gott in Christus schaut, auf Sein vollkommenes Wesen, Sein Werk am Kreuz, und die darin offenbarte unendliche Barmherzigkeit, wird über diesem Anblick der Herrlichkeit, der Liebe und der Gnade Gottes so von Herzen froh werden, dass er über sein ganzes Gesicht strahlen wird vor glücklicher, dankbarer Freude, weil er weiß, dass er sich nicht mehr wegen seiner Sünden zu schämen braucht, weil sein Erlöser sie aus Liebe zu ihm ans Kreuz trug und "
den Schuldbrief getilgt [hat], der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet" (Kol 2:14).

Noch einmal beteuert David mit einem Beispiel, dass Gott unsere Gebete, auch, wenn es oft anders scheinen mag, ganz sicher hört und uns hilft, wenn wir aus unserer Not, unserem Elend und unserem Jammer verzweifelt zu Ihm schreien. So ging es selbst Jesus, der "in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht [hat], der ihn vom Tod erretten konnte..." (Hebr 5:7) Ja, der Engel des Allmächtigen selbst wird sein schützendes Heerlager zur Verteidigung um all diejenigen herum aufrichten, die Gott fürchten und wird ihnen aus dem Auge des Sturmes der Not heraus helfen (vgl. Mt 4:11, Lk 22:43).

9-11 D
avid lädt uns ein, diese Freundlichkeit, Gnade und Barmherzigkeit, diese Hilfe Gottes aus der Not, bewusst zu betrachten, ja zu schmecken und zu kosten, wie wir es heute über Christus lesen und im Abendmahl erleben dürfen (vgl. 1Jo 1:1, Mt 26:26). Er verheißt all denen Gottes Segen und Wohlergehen, die Gott, Ihrem HERRN, ungeachtet aller Umstände vertrauen und Seine Majestät von Herzen ehren. Denn David weiß: wer Gott vertraut und Ihn im Herzen in Ehren hält, dem wird es außerhalb von Verfolgung an nichts mangeln (Ps 23:1, Heb 11:37), denn ihm hilft Gott mit Seinem Segen. Ob als Segen für eigenen Fleiß (Spr 14:23), in Form der Hilfe durch Geschwister (Apg 4:34, 2Kor 8:14f, 2Kor 9:12) oder durch die besondere Gnade der Genügsamkeit (Phil 4:11f): vor allem ist es immer und immer wieder die göttliche Vorsehung, die gerade im rechten Moment für Seine Kinder zu sorgen weiß, so dass sie auf die Frage Gottes: "habt ihr ... je Mangel gehabt?" wahrhaftig antworten können: "Niemals" (Lk 22:35).

12-15
So wie Christus, will auch David die Kinder um sich haben (Lk 18:16). Sie, die junge Generation, die gerade aufwachsende Gesellschaft von morgen, will er, wie später auch Luther ermahnte, im wichtigsten Fach des Lebens unterrichten: der Gottesfurcht als dem "Anfang der Weisheit" (Ps 111:10, Spr 9:10).

Diese Gottesfurcht jedoch muss echt sein und nicht bloße Religion: wer sich ein gutes Leben und Freude wünscht, soll dafür Sorge tragen, dass seine Ehrfurcht vor Gott auf moralischem Gebiet ganz praktische Auswirkungen hat, denn ohne Gehorsam gegen Gottes Gebote ist aller Gottesdienst nichtig (Mt 7:21), das gilt insbesondere für unser Reden (Jak 1:26): weder Betrug, noch Lüge, noch Zügellosigkeit soll unsere Worte kennzeichnen; weder im Leid, noch in der Freude, noch im Zorn.

Vielmehr sind wir aufgerufen, alles was Gott als Böse deklariert, zu lassen und vielmehr das zu tun, was Er, der allein alles weiß, für gut befindet: "Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden" (Rö 12:18). Diesen Frieden sollen wir stiften, ja ihn mit allen Kräften erstreben, denn damit säen wir aus, was wir einmal als Frucht unserer von Gott geschenkten Gerechtigkeit werden ernten dürfen (Jak 3:18): unsere Seligkeit (Mt 5:9).

16-19 Was für ein Trost! "Des HERRN Augen schauen alle Lande, daß er stärke, die mit ganzem Herzen bei ihm sind" (2Chr 16:9). Der Allmächtige selbst durchforstet mit Seinem alles durchdringenden Blick (Heb 4:13, Offb 19:12) das Weltgeschehen und achtet dabei besonders auf das flehentliche Rufen der durch Christus Gerechtfertigten.

Doch ihm sind auch die Boshaften nicht verborgen. Ja, der unermessliche Ernst Seiner Missbilligung und Sein eisernes Urteil über ihr böses Tun richten sich mit unwiderstehlicher Gewalt gegen sie und kennen nur ein Ziel: jeden einzelnen unter ihnen, wenn sie nicht umkehren von ihrer Bosheit und praktizierten Gottlosigkeit, zu vernichten (Ps 73:17ff).

Das Schreien der Gerechten aber hört der Ewige und reißt sie aus aller Not; Ja, er ist ganz nah bei denen, deren Herz über der eigenen Sündhaftigkeit zerbrochen wurde und deren Seele, vor lauter Kummer über den eigenen Mangel und über das Leid in der Welt, zersplittert am Boden liegt. Gerade ihnen, die begriffen haben, dass sie nur unnütze Kechte sind (Lk 17:10), gilt die volle Verheißung der Hilfe Gottes.

20-23 Ja, nicht nur die Verheißung der göttlichen Hilfe, sondern die Gnade und Liebe Gottes, die in dem, was Gott in Christus am Kreuz für uns tat, ihren Höhepunkt fand. Und so spricht es David in prophetischer Rede über Christus, dem allein Gerechten aus: Er, der von keiner Sünde wusste, musste leiden, wurde "für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt" (2Kor 5:21). "Wir hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Doch, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen" (Jes 53:4).

Doch trotz des unermesslichen Leidens, welches Christus auf sich nahm, wurde sein Gebet erhört. Ja Gottes Hilfe und Seine unverrückbare Vorsehung gingen so weit, dass wir im Neues Testament lesen, das Christus "in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht [hat], der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt" (Hebr 5:7). Und es heißt: "er hat ... ihn von den Toten auferweckt" (Apg 17:31). So unumstößlich ist der Plan Gottes, so groß Seine Allmacht und Vorsehung, dass selbst die feindlichen römischen Besatzungsmächte, ohne es zu wissen, Seine Verheißungen erfüllen halfen, als sie "zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war" und "brachen ... ihm die Beine nicht" (Joh 19:33).

Angesichts der zuvor gelehrten Tatsachen, dass wahre Gottesfurcht sich im Reden und im Tun offenbart und Gott die Bösen strafen, den Gerechtfertigten jedoch helfen wird, warnt und tröstet David zum Schluß noch einmal: Wer sich Gottes Sohn nicht beugt, sein Gesetz verachtet und Christus hasst, der ihn bis in den Tod geliebt hat, der fällt in größte Schuld vor Gott. Wer in der Gottesferne
bleibt und in der autonomen, selbstgerechten Feindschaft, ja im Haß gegen Christus verharrt und sich nicht durch Christi Liebe am Kreuz mit Gott versöhnen lässt, der wird, das steht auf ewig fest, katastrophal ums Leben kommen.

Wer seine Gerechtigkeit jedoch allein von Gott erwartet, sich Ihm und Seinem Willen unterwirft, dessen Leben wird, vom Ewigen Selbst, freigekauft von aller Schuld. Und wer Ihm aus Dankbarkeit für Seine unverdiente Gnade von Herzen dient, dessen Leben wird erlöst "von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes" (Rö 8:21) und mündet eines Tages in die ersehnte "Erlösung unseres Leibes" (Rö 8:23).


Praktische Anwendung

1. Vertraue Gott, dem Ewigen, der Deine Not sieht und Deine Gebete hört
2. Glaube Ihm, dessen unwiderstehliche Vorsehung auch Dir Hilfe sein wird
3. Folge Ihm und Seinem Gebot - in Worten, im Vertrauen und in liebender Tat


[Predigt als MP3]