Mittwoch, 23. September 2026

Johannes Evangelium 8,37-47

Das Buch der Zeichen - Wes Geistes Kind?

Das Gespräch ging weiter. Jesus hatte sehr wohl kapiert, dass sie dachten, er rede von ihrer irdischen Abstammung von Abraham. Er aber meinte, wes Geistes Kind sie waren: _ihre geistliche Heimat_. Sie wollten ihn ermorden – weil sie für das, was er zu sagen hatte, keinen Raum in ihren Herzen hatten. Er redete von Dingen, die sein himmlischer Vater ihm gezeigt hatte. Sie aber wollten Dinge tun, die ihnen ihr geistlicher Vater eingeflüstert hatte.

Doch sie beharrten auf ihrer irdischen Abstammung von Abraham. Also erklärte Jesus es ihnen noch einmal: wenn sie wirklich – im Geiste! – Abrahams Kinder wären, würden sie auch so handeln wie Abraham. Alles, was er, Jesus, getan habe, sei gewesen, ihnen das weiterzugeben, was er von Gott gehört habe. Sie aber wollten ihn dafür umbringen. So etwas hätte Abraham niemals getan. Sie täten vielmehr, was ihr _wahrer_ (geistlicher) Vater tue.

Sie verstanden ihn immer noch nicht: »Wir sind keine unehelichen Kinder!« versteiften sie sich. »Gott allein ist unser Vater!« Daraufhin sagte Jesus ihnen, dass sie ihn, wenn Gott _wirklich_ ihr Vater wäre, nicht umbringen wollten, sondern lieben würden. Denn von Gott war er zu ihnen gekommen. Und das auch nicht eigenmächtig: Gott selbst hatte ihn geschickt.

Warum nur ging ihnen nicht in den Kopf, was er sagte? Weil sie unfähig waren, anzunehmen, was er sagte. Sie waren „des Teufels Kinder“: unfrei – gefangen in dessen Lügen – und wollten tun, was _er_ im Sinn hatte. Der, so Jesus, sei von Anfang an ein Mörder und unwahrhaftig gewesen; in ihm existiere nicht ein Funke Wahrheit. Zu lügen, das sei sein Wesen: er sei ein Lügner; ja, der Vater der Lüge.

Eben _weil_ Jesus die Wahrheit sagte, glaubten sie ihm nicht – so gebunden waren sie. Nicht eine Sünde konnten sie ihm nachweisen. Und doch: wenn er wirklich die Wahrheit sagte, wieso glaubten sie ihm dann nicht? Wer nämlich wirklich Gott zum Vater hat, der hört auch auf das, was Gott zu sagen hat. Sie aber hörten eben _deshalb_ nichts, weil sie Gott _nicht_ zum Vater hatten.

O-Ton: »Ich weiß wohl, dass ihr von Abraham abstammt. Trotzdem versucht ihr, mich zu töten, weil ihr mein Wort nicht in euch wohnen und wirken lasst. Ich rede von dem, was mein Vater mir gezeigt hat. Ihr aber tut, was euer Vater euch gesagt hat.« 

Sie wandten ein: »Unser Vater ist Abraham!« Jesus erwiderte: »Wenn ihr wirklich Abrahams Kinder wärt, würdet ihr in seinem Sinne handeln. Alles, was ich getan habe, war, euch die Wahrheit weiterzugeben, wie ich sie von Gott gehört habe. Ihr aber versucht, mich zu töten. So etwas hat Abraham nicht getan. Ihr handelt wie euer wirklicher Vater!« 

»Wir sind nicht im Ehebruch gezeugt«, erwiderten sie. »Wir haben nur den einen Vater: Gott.« Jesus sagte zu ihnen: »Wäre Gott wirklich euer Vater, dann würdet ihr mich lieben. Denn ich bin von Gott zu euch gekommen. Ich kam nicht in eigenem Auftrag, sondern er hat mich gesandt.

Warum versteht ihr denn nicht, was ich sage? Weil ihr unfähig seid, mein Wort aufzunehmen. Ihr seid Kinder des Teufels, der ist euer Vater, und ihr wollt nur ausführen, wonach ihm der Sinn steht. Er ist von Anfang an ein Mörder gewesen und hat niemals etwas mit der Wahrheit zu tun gehabt, weil es in ihm keine Wahrheit gibt. Wenn er lügt, so entspricht das seinem Wesen; denn er ist ein Lügner und alle Lüge stammt von ihm. 

Gerade weil ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. Wer von euch kann mir eine Sünde nachweisen? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir dann nicht? Wer Gott zum Vater hat, hört, was Gott sagt. Aber ihr hört es nicht, weil ihr ihn nicht zum Vater habt.« (Joh 8:37-47, GNB)