Das Buch der Zeichen – Jesus heilt einen Blindgeborenen
Als Jesus an einem Blinden vorbeiging, fragten ihn seine Schüler, warum er blind sei. Sie dachten, vielleicht wären er oder seine Eltern gegenüber Gott schuldig geworden. Als Jesus das hörte, rückte er ihre Theologie wieder zurecht: Krankheiten und Einschränkungen sind nicht einfach 1:1 eine Strafe von Gott. Wir leben in einer gefallenen Welt. Doch Gott liebt alle Menschen. Und diesem Menschen wollte er helfen und dadurch sichtbar machen, wer er ist: ein guter Gott.
Dann erklärte er seinen Schülern, dass er nicht für immer auf der Erde bleiben würde. Und daher wäre es wichtig, dass das, was Gott getan haben möchte, getan würde, solange er – als „Licht der Welt“ – noch bei ihnen und es daher hell sei. Denn schon bald würde er gekreuzigt werden und dann würde es sinngemäß „dunkel“: da könne dann niemand etwas tun.
Gesagt, getan! Jesus spuckte in den Staub und machte – warum, wissen wir nicht wirklich – einen Brei, den er dem Mann auf die Augen strich. Dann schickte er den Mann zum Teich „Schiloach“, was übersetzt „der Gesandte“ heißt. Der Mann – auch wenn es ihm bestimmt komisch vorgekommen ist – tat, was Jesus ihm gesagt hatte, ging zu dem Teich und wusch sich das Gesicht. Und als er zurückkam, konnte er tatsächlich sehen – zum ersten Mal in seinem Leben!
Zurück in seiner Nachbarschaft meinten alle, auch die, die ihn nur als Bettler kannten: „Ist das nicht der, der immer bettelnd an der Straße saß?“ Einige waren sich ganz sicher: „Das ist er!“ Andere waren so verblüfft, dass sie gar nicht glauben konnten, dass es derselbe Mann war und meinten daher: „Das ist er nicht; er ist ihm nur ähnlich.“ Aber der Mann selber sagte klipp und klar: „Doch! Ich bin’s!“
Das wollte den Leuten nicht in den Kopf. Darum fragten sie ihn: „Wieso kannst du jetzt auf einmal sehen?!“ Woraufhin ihnen der Mann die ganze Geschichte erzählte: dass ein Mann gekommen wäre, der Jesus heißt, und einen Brei gemacht und ihm auf die Augen gestrichen und ihm gesagt hätte, er solle zum Teich „Schiloach“ gehen und sich das Gesicht waschen – und dass er, als er das alles gemacht hätte, auf einmal habe sehen können. Daraufhin wollten alle wissen, wo denn dieser Jesus stecken würde. „Keine Ahnung“, sagte der Mann, denn wo Jesus inzwischen war, wusste er nicht.
O-Ton: 1 Im Vorbeigehen sah Jesus einen Mann, der von Geburt blind war. 2 Die Jünger fragten Jesus: »Rabbi, wer ist schuld, dass er blind geboren wurde? Wer hat hier gesündigt, er selbst oder seine Eltern?« 3 Jesus antwortete: »Weder er ist schuld noch seine Eltern. Er ist blind, damit Gottes Macht an ihm sichtbar wird.
4 Solange es Tag ist, müssen wir die Taten Gottes vollbringen, der mich gesandt hat. Es kommt eine Nacht, in der niemand mehr wirken kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.«
6 Als Jesus dies gesagt hatte, spuckte er auf den Boden und rührte einen Brei mit seinem Speichel an. Er strich den Brei auf die Augen des Mannes 7 und befahl ihm: »Geh zum Teich Schiloach und wasche dir das Gesicht.« Schiloach bedeutet: der Gesandte. Der Mann ging dorthin und wusch sein Gesicht. Als er zurückkam, konnte er sehen.
8 Da sagten seine Nachbarn und die Leute, die ihn vorher als Bettler gekannt hatten: »Ist das nicht der Mann, der immer an der Straße saß und bettelte?« 9 Einige meinten: »Das ist er.« Andere sagten: »Nein, er ist es nicht; er sieht ihm nur ähnlich.« Der Mann selbst bestätigte: »Ich bin es!«
10 »Wieso kannst du auf einmal sehen?«, fragten sie ihn. 11 Er antwortete: »Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Brei, strich ihn auf meine Augen und sagte: 'Geh zum Teich Schiloach und wasche dein Gesicht.' Ich ging hin, und als ich mich gewaschen hatte, konnte ich sehen.« 12 »Wo ist er?«, fragten sie ihn. Er antwortete: »Ich weiß es nicht.« (Joh 9,1–12, GNB)
