Das Buch der Zeichen - Auftritt beim Laubhüttenfest - Jesus in Jerusalem: Die Ungerechtigkeit des Volkes
Auch wenn viele von seiner Weisheit beeindruckt waren, waren trotzdem nicht alle mit Jesus einer Meinung, was die Auslegung der Tora anging. Und Jesus sagt ihnen auch, woran das liegt: „Niemand von Euch hält sich an das Gesetz, das euch Moses damals übergeben hat. Ja, nicht nur das, man will mich sogar töten!“ Einige aus der Menge daraufhin so: „Du bist wohl nicht mehr ganz dicht?! Wer will dich hier töten?!“
Daraufhin lässt Jesus die Katze aus dem Sack und sagt ihnen, worum es hier wirklich geht: nicht etwa nur um unterschiedliche Ansichten, sondern um einen ganz konkreten Vorfall: vor vielen Monaten hatte er in Jerusalem einen Gelähmten geheilt, der am Teich Betesda schon seit 38 Jahren krank lag. Und zwar an einem Sabbat; einem Ruhetag. Das war es, weswegen sie so verbittert und zornig auf ihn waren. Schon damals wollten sie ihn töten.
Und wegen dieser Ungerechtigkeit hält Jesus ihnen jetzt den Spiegel vor: sie selber werden doch auch am Sabbat aktiv, wenn es darum geht, ihre Söhne genau am achten Tag beschneiden zu lassen, weil es so in Moses’ Gesetz steht – wobei die Beschneidung ja eigentlich schon von Abraham eingeführt wurde. Sie selber werden also an einem Ruhetag aktiv, weil sie das Gesetz nicht übertreten, sondern erfüllen wollen.
Und Jesus wollen Sie genau das jetzt vorwerfen? Dass er am Ruhetag nicht nur Moses‘ Gesetz gehalten, sondern sogar einen lebendigen Menschen wieder gesund gemacht hat? Da müssen sie sich dann auch diese Kritik von ihm gefallen lassen: “Urteilt nicht dem oberflächlichen Schein nach, sondern so, wie es dem tiefsten und eigentlichen Sinn des Gesetzes entspricht.“
O-Ton: Mose hat euch doch das Gesetz gegeben. Aber niemand von euch hält sich daran. Ihr wollt mich sogar töten!« Die Menge antwortete: »Du bist wohl von einem bösen Geist besessen! Wer will dich töten?«
Jesus antwortete: »Ich habe hier in Jerusalem eine einzige Tat vollbracht und ihr nehmt alle Anstoß daran.
Ihr Beschneidet eure Söhne, wenn es sein muss, auch am Sabbat, weil Mose angeordnet hat, dass eure Kinder am achten Tag beschnitten werden sollen. – Aber eigentlich haben schon die Stammväter die Beschneidung eingeführt und nicht erst Mose. – Ein Junge wird also auch am Sabbat an einem Teil seines Körpers beschnitten, damit die Vorschriften Moses nicht verletzt werden.
Wie könnt ihr euch dann über mich aufregen, weil ich am Sabbat einen ganzen Menschen gesund gemacht habe? Urteilt nicht nach dem äußeren Eindruck, sondern wie es wirklich dem Gesetz entspricht!« (Joh 7,19-24)
