Das Buch der Zeichen - Die Zeugenaussage des Täufers - über sich selbst
Gedanken: Leute aus dem religiösen Establishment Jerusalems - Mitglieder oder Abgesandte des Hohen Rates, des Sanhedrin, also Sadduzäer und vor allem Pharisäer - schickten jüdische Geistliche und Lehrer des mosaischen Gesetzes los, um höchstamtlich untersuchen zu lassen, ob Johannes möglicherweise der Messias oder zumindest ein angekündigter Prophet sein könnte. Johannes aber bezeugte die Wahrheit und stritt nicht ab, dass er nicht der Messias wäre.
Zur damaligen Zeit erwartete das Volk Israel aufgrund einer Prophezeiung im Propheten Maleachi (Kapitel 4, Vers 9), dass der Prophet Elia als Vorläufer des Messias auftreten würde - oder zumindest laut Moses ein anderer Prophet. Nachdem Johannes klargemacht hatte, dass er selbst nicht der Messias ist, war es nur klar, was er als Nächstes gefragt werden würde: ob er zumindest Elia sei, oder “der Prophet“. Aber auch hier kriegen Sie von Johannes nur ein klares und knappes “Nein.“ als Antwort.
Nun machen die Fragesteller Druck. Sie sind schließlich mit einem Auftrag los geschickt worden und wollen nicht mit leeren Händen zurückkommen. Man kann die aufgeheizte Situation beinah greifen. Und zum ersten Mal geben Sie die Antworten nicht vor, sondern stellen eine offene Frage. Und Johannes beantwortet sie, indem er den Propheten Jesaja (aus Kapitel 40, Vers 3) zitiert und dann auf sich bezieht; er ist ganz einfach: „der Wegbereiter“ des Messias.
Unter den Fragern waren auch Pharisäer, und die wollten nun mit Nachdruck wissen, mit welcher Berechtigung Johannes dann das jüdische Volk taufte, die doch bereits gläubige Juden waren? Normalerweise taufte man nur, um gläubige Nicht-Juden (Proselyten) ins jüdische Volk aufzunehmen. Und „Wegbereiter des Messias“ war den Pharisäern wohl noch nicht genug.
Johannes antwortet ihnen, er taufe nur mit Wasser – als Symbol zum Abwaschen der Sünden. Das eigentliche Drama aber sei, dass sich mitten unter ihnen bereits der Messias befinde, sie ihn aber nicht erkannt hätten: er, der, weil er der ewige Gott in menschlicher Gestalt ist, so heilig ist, dass Johannes sich nicht einmal würdig fühlte, ihm die Sandalen von den Füßen zu schnallen. All das passierte am Ostufer des Jordan ca. 9 km nördlich des Toten Meeres; in der Nähe von Bethanien.
O-Ton: „Die führenden Männer aus Jerusalem schickten Priester und Leviten zu Johannes. Die sollten ihn fragen: »Wer bist du?« Da machte Johannes seine Zeugenaussage; er wich der Antwort nicht aus, sondern bezeugte mit aller Deutlichkeit: »Ich bin nicht der versprochene Retter.«
»Wer bist du dann?«, fragten sie ihn. »Bist du Elija?« »Nein, der bin ich auch nicht.« »Bist du der erwartete Prophet?« »Nein.« »Sag uns, wer du bist«, forderten sie. »Die Männer, die uns geschickt haben, verlangen eine Antwort von uns. Was sagst du selbst von dir?« Johannes antwortete: »Der Prophet Jesaja hat von mir gesprochen. Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: 'Macht den Weg bereit, auf dem der Herr kommt!'«
Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten Johannes: »Wenn du weder der versprochene Retter bist noch Elija und auch nicht der Prophet, warum taufst du dann die Leute?«
Johannes antwortete: »Ich taufe nur mit Wasser. Aber mitten unter euch steht schon der, den ihr nicht kennt: er, der nach mir kommt. Ich bin nicht gut genug, ihm die Schuhe aufzubinden.« Das ereignete sich in Betanien auf der anderen Seite des Jordans, wo Johannes taufte.“ (Joh 1,19-28)
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