Das Buch der Zeichen - Das Zeugnis für den Sohn, Teil 2
Die Pharisäer machen einen kapitalen Fehler: nicht theologisches Wissen führt zur Erlösung, sondern das Einssein mit Gott in und durch Jesus. Ewiges Leben ist kein Ergebnis religiöser Studien oder theologischer Forschung. Ewiges Leben ist ein Geschenk, dass nur er, der Ewige, selbst verschenken kann: indem er sich selbst verschenkt an alle, die zu ihm kommen.
Jesus geht es mit dieser Aussage nicht darum, sich selbstherrlich in den Mittelpunkt zu stellen. Was er sagt, sagt er nicht, weil er will, dass sich alles um ihn dreht. Alles was er sagt und tut hat nur einen Grund: Gottes Auftrag, uns Menschen zu retten. Um so schlimmer ist es, dass die Pharisäer zwar jedem selbst ernannten „Heilsbringer“ gerne hinterher laufen, aber ihn — die Quelle ewigen Lebens — ablehnen. Weil sie Gott nicht wirklich lieben.
Ihnen geht es nicht um eine liebende Beziehung zu Gott; darum, in seinen Augen wertgeschätzt zu sein. Ihnen geht es allein um die Zustimmung und den Beifall untereinander. Und genau diese falsche Ausrichtung ihrer Herzen steht dem wahren Glauben und damit ihrer Rettung im Weg.
Jesus kam nicht in die Welt, um uns zu verurteilen, sondern um uns zu retten (Joh 3,17). Deshalb warnt er die Pharisäer vor ihrem selbstgebauten Dilemma: es sind die Worte Moses‘, die sie verurteilen. Moses hatte nämlich in Prophetien (z.B. 5. Buch Mose 18,15–19) auf Jesus hingewiesen und ausdrücklich verlangt, auf ihn zu hören. Wenn sie aber nicht auf Moses hören, obwohl sie auf ihn hoffen, wie können sie dann an Jesus glauben, auf den doch Moses zeigt?
O-Ton: Ihr forscht doch in den Heiligen Schriften und seid überzeugt, in ihnen das ewige Leben zu finden – und gerade sie weisen auf mich hin. Aber ihr seid nicht bereit, zu mir zu kommen und so das ewige Leben zu haben.
Ich bin nicht darauf aus, von Menschen geehrt zu werden. Außerdem kenne ich euch; ich weiß, dass in euren Herzen keine Liebe zu Gott ist. Ich bin im Auftrag meines Vaters gekommen, doch ihr weist mich ab. Wenn aber jemand in seinem eigenen Auftrag kommt, werdet ihr ihn aufnehmen.
Wie könntet ihr denn auch zum Glauben an mich kommen? Ihr legt ja nur Wert darauf, einer vom andern bestätigt zu werden. Aber die Anerkennung bei Gott, dem Einen, zu dem ihr euch bekennt, die sucht ihr nicht.
Ihr braucht aber nicht zu denken, dass ich euch bei meinem Vater verklagen werde. Mose klagt euch an, derselbe Mose, auf dessen Fürsprache ihr hofft. Wenn ihr Mose wirklich glaubtet, dann würdet ihr auch mir glauben; denn er hat über mich geschrieben. Da ihr aber seinen geschriebenen Worten nicht glaubt, wie könnt ihr dann meinen gesprochenen glauben?« (Joh 5,39-47)
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