Donnerstag, 8. März 2012

Psalm 19 - Gottes Herrlichkeit in Seiner Schöpfung und in Seinem Gesetz

Text
 
1 "Ein Psalm Davids, vorzusingen." 2 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. 3 Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern, 4 ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme. 5 Ihr Schall geht aus in alle Lande und ihr Reden bis an die Enden der Welt. Er hat der Sonne ein Zelt am Himmel gemacht; / 6 sie geht heraus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer und freut sich wie ein Held, zu laufen ihre Bahn.7 Sie geht auf an einem Ende des Himmels / und läuft um bis wieder an sein Ende, und nichts bleibt vor ihrer Glut verborgen. 8 Das Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele. Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Unverständigen weise. 9 Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. 10 Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des HERRN sind Wahrheit, allesamt gerecht. 11 Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim. 12 Auch lässt dein Knecht sich durch sie warnen; und wer sie hält, der hat großen Lohn. 13 Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden! 14 Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, dass sie nicht über mich herrschen; so werde ich ohne Tadel sein und rein bleiben von großer Missetat. 15 Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes / und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser.


Kommentar
 
1 Dieses Lied Davids besingt (wie Ps 8:4-5, Ps 65 und Ps 104) die Ehre Gottes, die in Seiner Schöpfung (vgl. Rö 1:19-20) sowie in Seinem Wort sichtbar wird.

2-7 Der Blick an den Himmel offenbart die Wunder der Schöpfung (vgl. Gen 1:14-19) und diese die Herrlichkeit und Ehre Gottes (vgl. Rö 1:19-20): Gottes Schöpfung spricht täglich zu uns, vom Anbeginn der Welt bis an das Ende der Zeit, ganz ohne Worte, durch ihre Schönheit und Vollkommenheit, zu unseren Herzen. Dieser Kommunikation sind keine räumlichen Grenzen gesetzt: sie ist in jedem Winkel dieser Welt und dieses Universums zu empfangen, so wie die Sonne alle Orte unseres Planeten erhellt und dabei keinen Flecken auslässt. Die phänomenologische Beschreibung des Sonnenlaufes ist dabei genau so zulässig, wie die Angabe von 'Sonnenaufgang' & 'Sonnenuntergang' in der Tagespresse.

8-12 Der Blick in Gottes Wort offenbart das Herz Gottes. Wie sein Wort (vgl. Joh 1:1-18 und 1Jo 1:1-5) so ist auch Er vollkommen und erquickt unsere Seele (vgl. Mt 11:28). Er ist verlässlich (1 Thess 5.24 und 2 Thess 3:3) und schenkt uns in Christus (vgl. 1Kor 1:30) gerne Weisheit (vgl. Jak 1:5). Er ist gerade und aufrichtig und es ist keine Ungerechtigkeit in Ihm (Joh 7:18 und 1Jo 1:5). Seine Gebote sind voller Wahrheit (Joh 17:17), absolut gerecht und rein, d.i. ohne Verschmutzung oder Befleckung durch eine Sünde, wie z.B. des Eigennutzes. Und sie sind, wenn man liebt, auch nicht schwer (Mt. 11:30 und 1Jo 5:3) sondern sie tun, was Gott unser Vater will: sie bringen seinen Kindern Freude (Joh 17:13) und Erkenntnis. Darum sind sie wertvoller als alles Gold Welt und erfreuen das Herz mehr als die süßesten Speisen. Sie erinnern unser Gewissen an das Wahre, das Gute und das Schöne und stellen uns, wenn wir sie halten, eine große Belohnung in Aussicht. Solche, in Gottes Wort und der Erkenntnis Seines Wesens gegründete Gottesfurcht ist ebenfalls rein und sie wird alle Ewigkeit überdauern.

13-14 Der Anblick von Gottes Heiligkeit, die sich in Seiner Schöpfung und in Seinem Wort offenbart, treibt David in die Erkenntnis seiner Sündhaftigkeit und in die Umkehr: David weiß, wie viele seiner Sünden er nicht einmal bemerkt, oder moderner: er ist sich darüber bewusst, dass sein ganzes Wesen von der Sünde durchzogen ist (vgl. Rö 7:18) und bittet Gott um Vergebung (vgl. Mt 6:12). Auch bittet David um Bewahrung vor den Bösen (vgl. Mt. 6:13), konkret: vor der Herrschaft der Arroganten; Er möchte durch die Herrschaft der Stolzen nicht grober Sünden schuldig werden (z.B. in dem ihm diese befohlen werden), denn er möchte vor Gott ohne bewussten Tadel sein.

15 Zum Abschluss des Liedes bittet David Gott darum, sein Gebet zu erhören, welches er aus dem Herzen und im Bewusstsein der Gegenwart Gottes spricht. Des Gottes, der Davids Schutzort ist und der ihn aus aller Not erlöst & rettet.

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