Donnerstag, 24. November 2011

Niederländisches Glaubensbekenntnis - Artikel 1 - Vom Wesen Gottes

Wir glauben von Herzen und bekennen mit dem Munde, dass da ist ein einziges (1) und einfaches geistiges (2) Wesen, das wir Gott nennen, ewig (3), unbegreiflich (4), unsichtbar (5), unveränderlich (6), unendlich(7), der vollkommen weise ist (8), gerecht (9) und gut (10) und die reichlichste Quelle aller Güter ist (11).

1) Eph. 4, 6; 5. Mos. 6, 4; 1. Tim. 2, 5; 1. Kor. 8, 6 2) Joh. 4, 24 3) Jes. 40, 28 4) Röm. 11, 33 5) Röm. 1, 10 6) Mal. 3, 6 7) 2. Chron. 6, 18 8) 1. Tim. 1, 17 9) Jer. 12, 1 10) Matth. 19, 17 11) 1. Chron. 29, 10-12

Sonntag, 20. November 2011

Wissenschaft als Weg zur Erkenntnis?

Heute las ich folgendes Zitat

„Die moderne Physik führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort. - Keiner der Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler. Alle waren sie sehr mittelmäßige Philosophen.“
–– Sir Arthur Stanley Eddington (1882-1946), englischer Astronom und Physiker ––

Nun bin ich zwar, offen gestanden, selber überzeugt davon, dass die Naturwissenschaft mit dem Glauben an Gott nicht nur vereinbar ist, sondern sich sogar bestens mit ihm verträgt – viel besser gar, als es eine atheistische oder agnostische Weltanschauung angesichts aktueller Forschungsergebnisse vermag. Doch dass uns die Naturwissenschaft notwendig zu Gott führe, das widerlegen aus meiner Sicht die Existenz atheistischer Wissenschaftler und deren Interpretationen der Ergebnisse aktueller Forschung.

Und ich denke, dafür gibt es einen guten Grund:

Weil nämlich alles Untersuchen und alle Wissenschaft und das aus ihr resultierende Weltbild maßgeblich von den Prämissen und Axiomen beeinflusst wird, die wir festlegen, bevor wir uns überhaupt auf die Suche nach Erkenntnis machen. Und das gilt, nicht nur aus Gründen der Fairness, sondern aus Gründen der Notwendigkeit, für christliche und atheistische Forscher gleichermaßen.

So ist es möglich, dass der gläubige Wissenschaftler, weil er bereits vor dem Beginn seiner Forschung davon ausgeht, dass Gott die Welt schuf, im Urknall erkennt und bestätigt findet, dass die Ursache desselben die Existenz Gottes „beweist“, weil ‚vor‘ der Existenz von Raum & Zeit, Masse & Energie, Kräften & Feldern keine andere Ursache in Frage kommt, als eine überräumliche, überzeitliche, etc.

Der atheistische Wissenschaftler wiederum geht – a priori – davon aus, dass es keinen Gott gibt und auch er wird seine Untersuchungsergebnisse entsprechend deuten. Dabei wird vermutlich herauskommen, dass der Urknall nicht auf den Schöpfungsakt zurück zu führen, sondern z.B. das Ergebnis eines vorherigen Universums ist, welches bis zum Punkt der Singularität kontrahierte. Damit hätten Raum & Zeit, Masse & Energie, Kräfte & Felder, etc. selbst "Ewigkeitscharakter".

Als Christ bin ich überzeugt, dass die Existenz unserer Welt samt unserem Gerechtigkeitsempfinden, unserer Ethik und unserem Gewissen, mit unserem Wahrheitsbegriff und der überall gegenwärtigen Schönheit, mit der Existenz Gottes besser zu erklären ist: Eines allmächtigen, über und neben der Schöpfung und der Zeit stehenden, allgegenwärtigen, Ethik, Moral und Gewissen erklärenden, Liebe und Barmherzigkeit bevorzugenden Gottes, der der alleinige Urheber der Schönheit der Natur und in den Künsten ist.

Der Atheist wird dafür andere Konzepte bemühen und – hier gebe ich Sir Eddington sinngemäß recht – sich dabei in Tautologien und Kompliziertheiten verstricken, die, entgegen dem Prinzip vom "Ockhams Rasiermesser", in umständlicheren Erklärungsversuchen resultieren, um die Herkunft des Universums letztlich zu "erklären".

Einen guten Einblick da hinein, welchen Einfluss unsere Annahmen auf die Ergebnisse der Forschung haben, bietet folgender Beitrag – von einem Standpunkt jedoch ist niemand frei. Weder der Christ, noch der Atheist oder der Agnostiker.

Aus Ockhams Sicht betrachtet, ist das christliche Weltbild das glaubwürdigere, denn es erklärt das Absolute (also das im wahrsten Sinne des Wortes ‚Wesentliche‘) am Grund unserer Existenz, an der Schönheit, an der Gerechtigkeit und an der Wahrheit nicht einfach weg. Die Ursache unserer Existenz wird nicht tautologisch mit der Existenz der Materie wegerklärt, die Liebe nicht auf einen rein pharmakologisch-chemischen Prozess im Hirn reduziert, Gerechtigkeit nicht allein als evolutionärer Entwicklungsgang in die graue Vorzeit verlagert oder als elektro-chemischer Prozess im Körper interpretiert.

Die Dimension des Absoluten – in der Natur und im persönlichem Erleben

Kurz: Unser tiefstes, aufrichtiges Empfinden wird nicht um die wesentlichste Dimension beraubt, von der wir alle zutiefst wissen, dass sie existiert: Wir alle wissen zutiefst um das Glück, welches in wahrer Schönheit verborgen liegt. Wir wissen um die Verantwortlichkeit des Menschen, die letztendlich Ethik und Gerechtigkeit fordert und wir wissen um die Existenz absoluter Wahrheit und unserer Existenz:

Spätestens dann, wenn wir einen Sonnenuntergang am Meer genießen, erkennen wir die Absolutheit der Schönheit: Weil wir unmittelbar erkennen, dass wir das, was wir als schön empfinden nur als schön erkennen können, weil es so etwas wie Schönheit tatsächlich gibt. Und wir werden diesen Moment genießen und bis zum Letzen auskosten. Nicht, weil uns unsere Chemie einen Streich gespielt hätte, sondern weil wir wissen, dass solche Momente wirklich wertvoll sind.

Spätestens dann, wenn ein Unrecht an uns begangen wird, wissen wir um die Absolutheit der Ethik und um die Verantwortlichkeit unseres Mitmenschen, weil wir unmittelbar – an und in uns selbst – erkennen, dass das, was uns gerade widerfahren ist, tatsächlich Unrecht ist. Und wir werden alles tun, damit wir unser Recht bekommen. Nicht, weil wir hormonell gesteuerte Tiere wären, sondern weil wir in uns selber wissen, dass es Dinge gibt, die absolut richtig, oder falsch sind.

Und spätestens dann, wenn wir auf einer Kreuzung stehen und einen LKW auf uns zu rasen sehen, werden wir nicht mehr über den Begriff von Wahrheit kontra Illusion philosophieren, oder ob der Wert unseres Körpers eine reine, auf elektro-chemischen Prozessen basierende Fiktion chemischer Substanzen ist. Sondern wir werden alles tun, um die Kreuzung so schnell wie möglich zu verlassen, um nicht überfahren zu werden. Und das nicht etwa, weil wir „nur instinktgesteuerte Affen“ wären, die sich nicht im Klaren darüber sind, was sie da eigentlich tun, sondern gerade weil wir wissen, dass die Welt, in der wir leben, real ist, dass der LKW real ist und das es – daraus folgend – so etwas, wie absolute, real existierende Wahrheit tatsächlich gibt: Wie zum Beispiel die absolute Tatsache unserer Existenz und der Endlichkeit unseres Lebens.

Die Dimension des Absoluten in der Schrift

All diese Aussagen über Existenz und Herkunft unserer Welt, über den Ursprung von Schönheit, Ethik und Wahrheit begegnen uns auch in der Heiligen Schrift. Dort heißt es: „Am Anfang schuf Gott...“ [1]. Dort lesen wir auch, dass alle Schönheit von Gott kommt, vom „König ... in seiner Schönheit“ [2]. Die Bibel spricht davon, dass alle Wahrheit „seine Wahrheit“ ist [3], dass Christus, der menschgewordene Gott, „voll Wahrheit“ ist [4], und von sich selbst sagt: „ich bin...die Wahrheit“ [5].

Ein Wort zum Schluss – das Ergebnis zählt:

Das Argument jedoch, welches neben aller Wissenschaft am meisten für die christliche Wahrheit spricht, ist ihr Ergebnis: Wahre Christen aller Zeitalter liebten die Schönheit, die Gerechtigkeit und die Wahrheit und sie handelten entsprechend. Sie malten Fresken, schrieben Sinfonien, haben sich für die Abschaffung der Sklaverei eingesetzt, bauten Schulen und Waisenhäuser. Sie leben in der Liebe zu Gott und ihren Mitmenschen und kümmern sich um die Armen in der Welt. Vor allem aber: Sie taten all das nicht nur aus Liebe zu den Menschen, sondern aus Liebe zu Gott.

Wahre Nachfolger Christi sind per Definition Christi diejenigen, die seine Gesetze beachten: „"Hört her!", rief Jesus seinen Jüngern und den Menschen zu, die bei ihm waren: "Wer mir nachfolgen will, der darf nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen.“ [6]

Damit scheiden all diejenigen aus, von denen Gott sagen muss: „Den ganzen Tag habe ich meine Hände nach einem Volk ausgestreckt, das sich nichts sagen lässt und gegen meinen Willen handelt!“ [7]. Dieses Wort gilt allen Menschen – auch denjenigen, die sich, trotz ihres offenkundig lieblosen, eigensüchtigen oder gar übergriffigen Lebensstils erdreisten, den Namen Christi zu führen. Solche Menschen hat es immer gegeben, gibt es und wird es geben solange die Welt besteht. Es sind die unter uns, die nicht umgekehrt sind zu Gott, sich seiner Herrschaft nicht unterstellen, sondern ihr eigener Gott, Gesetzgeber und Richter sein wollen. Rebellen, die ihr eigenes Reich regieren wollen.

Doch genau daran, an den Konsequenzen ihrer Herzenshaltung, sind sie zu erkennen: An ihrem Verhalten. Oder, um es mit den Worten Christi zu sagen: „Wie man einen Baum an seiner Frucht erkennt, so erkennt man sie [=solche Menschen] an dem, was sie tun. Weintrauben kann man nicht von Dornbüschen und Feigen nicht von Disteln ernten. Ein guter Baum bringt gute Früchte und ein kranker Baum schlechte. Ein guter Baum wird keine schlechten Früchte tragen und ein kranker Baum keine guten. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und verbrannt.“ [8]

Von diesem Jesus, dem menschgewordenen und für unsere Schuld gekreuzigten Gott, von dem, der die Wahrheit in Person ist, kommen Recht und Ethik, die er uns offenbart um den „Menschen [zu] sagen, was richtig für sie ist“ [9]. Auch zur Absolutheit unserer Existenz und unseres Todes finden sich in der Schrift klare Worte: „Jeder Mensch muss einmal sterben und kommt danach vor Gottes Gericht.“ [10]. Deshalb betete schon David, „Mach uns bewusst, wie kurz unser Leben ist, damit wir endlich zur Besinnung kommen!“ [11].

Durch die Wissenschaft kommen wir nicht notwendig zur Erkenntnis der Wahrheit und damit zur Besinnung. Aber Gott möge es geben, dass wir zur Erkenntnis der Wahrheit und zur Besinnung kommen, denn – unser Leben hängt davon ab!

___________________
[1] 1. Mose 1:1
[2] Jesaja 33:17
[3] Psalm 91:4, Psalm 100:5
[4] Johannes 1:14
[5] Johannes 14:6
[6] Markus 8:34
[7] Römer 10:21
[8] Matthäus 7:16-19
[9] Hiob 33:23
[10] Hebräer 9:27
[11] Psalm 90:12


Freitag, 11. November 2011

"Wozu überhaupt glauben?" bzw. "Ist Gottes Gnade wirklich fair?"

Die folgenden Fragen wurden mir gestellt: „Warum sollte ich an Gott glauben?“ bzw. „Wozu brauche ich ... überhaupt einen Gott, wenn der nicht mal Tsunamis verhindert?“ oder „Geht es um den Versuch dem eigenen Leben auf Erden Sinn zu geben?“ Oder noch provokativer: „Wenn ein mehrfacher Mörder am Ende seines Lebens seine Taten bereut und sich wirklich und wahrhaftig Gott zuwendet, wird er am Ende für Gott mehr zählen als ein einfacher, nach irdischen Maßstäben redlich lebender Mensch, der aber an Gott (ver-)zweifelt?“


Für Gott ist jeder Mensch wichtig. Er liebt uns alle. So sehr, dass er bereit war, die Ewigkeit für uns zu verlassen und Mensch zu werden. Und nicht nur das, sondern um für uns all das zu tun, was wir nicht getan haben und um für das zu sterben, was wir getan haben – aus einem einzigen Grund: Weil er uns liebt und nicht will, dass wir sterben – auch, wenn wir es verdient hätten.

Oder mit den Worten von Paulus: "Er war [genauso wie] Gott / und hielt es nicht gewaltsam fest, Gott gleich zu sein. Er legte alles ab / und wurde einem Sklaven gleich. / Er wurde Mensch / und alle sahen ihn als Menschen. Er erniedrigte sich selbst / und gehorchte Gott bis zum Tod - zum Verbrechertod am Kreuz". (Philipper 2:6-8)

Oder mit den Worten des Apostels und Evangelisten Johannes: "Denn so hat Gott der Welt seine Liebe gezeigt: Er gab seinen einzigen Sohn dafür, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern ewiges Leben hat. Gott hat seinen Sohn ja nicht in die Welt geschickt, um sie zu verurteilen, sondern um sie durch ihn zu retten. Wer ihm vertraut, wird nicht verurteilt, wer aber nicht glaubt, ist schon verurteilt. Denn der, an dessen Namen er nicht geglaubt hat, ist der einzigartige Sohn Gottes. Und so vollzieht sich das Gericht: Das Licht ist in die Welt gekommen, aber die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Taten waren schlecht. Wer Böses tut, scheut das Licht. Er kommt nicht ans Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer sich aber nach der Wahrheit richtet, tritt ans Licht," (Johannes 3:16-21)

Es ist nicht die Ungerechtigkeit Gottes, wenn er einen Menschen richtet. Wir laufen vor ihm [dem Licht] davon, weil wir genau wissen, was wir auf dem Kerbholz haben – und weil wir uns schämen und uns fürchten wirklich in unserem Innersten offenbar zu werden.

Vielmehr ist Gott gerecht, denn seine Gebote sind gut – und wir übertreten sie ständig! Den oben genannten redlichen Menschen gibt es also gar nicht. Und schon gar nicht aus der Perspektive des vollkommenen, heiligen und absoluten Gottes. In seinen Augen sind wir nur das, was wir sind – nicht mehr und nicht weniger - „in uns selbst verkrümmte“ Wesen, die nur sich selbst und ihr Wohlbefinden zum Ziel haben.

Der eine stiehlt und mordet um an anderer Leute Geld zu kommen – damit er sich gut fühlt. Der nächste vergewaltigt kleine Kinder – damit er sich gut fühlt. Der nächste heischt „nur“ um Anerkennung – damit er sich gut fühlt. Und wieder einer tut (was in sich prinzipiell lobenswert ist!) „gute Werke“ – damit er sich gut fühlt.

Alles was wir Menschen tun, geschieht in menschenbezogener, selbstbezogener, und teils gar selbstsüchtiger Manier und mit selbstsüchtigen Motiven – auch wenn einige dieser Taten ebenso erstrebenswert gute Auswirkungen auf unsere Mitmenschen haben, wie der liebende Gehorsam des Christen gegenüber den Geboten Gottes. Und hier unterscheidet Gott, wie wir es uns auch wünschen würden, ganz klar in „nach irdischen Maßstäben redliche“ und „nach irdischen Maßstäben unredliche“ Menschen. Sonst wäre über den ‚reichen Jüngling‘ auch sicher nicht in der Bibel zu lesen „Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb...“ (Markus 10:21)

Doch trotz aller menschlich gesehen vorteilhafter ‚guter Taten‘: Keiner auf unserem Planeten kümmert sich um das, was eigentlich seine Bestimmung wäre: In einer von Liebe, Wahrheit und Vertrauen geprägten Beziehung mit eben diesem Gott zu leben, dem wir unsere Existenz verdanken. Oder durch seinen Charakter und sein Tun (zum absoluten Wohle seiner Mitmenschen) die Herrlichkeit Dessen widerzuspiegeln, der allein vollkommen gut ist. Denn wenn wir alle es täten: Es wäre das Paradies auf Erden – aber das ist es nicht: Weil wir es nicht sind und tun.

So müsste man doch eigentlich genau anders herum fragen: „Wie kann es sein, dass ein absolut heiliger und allwissender Gott, der absolut gute Gebote gegeben hat, überhaupt auf die Idee kommt, eine Sünde nicht zu bestrafen?“ Das ist doch so, als würden wir denken, es sei das Normalste von der Welt, wenn ein Bundesrichter jeden Schwerverbrecher automatisch begnadigte – anstatt ihm seine gerechte Strafe zukommen zu lassen.

Ist nicht die Begnadigung die Ausnahme und das gerechte Urteil die Regel? Sollte das bei Gott anders sein? Würden wir uns wünschen, dass Gott dem Täter, der ein Kind missbraucht und anschließend feige erdrosselt hat, einfach so laufen lässt? Würden wir einen Himmel voll solcher (unbekehrter!) Täter haben wollen? Das wäre kein Himmel, das wäre die reine Hölle! Allein schon aus diesem Grunde bin ich froh, dass Gott vor den Glauben die Umkehr gesetzt hat: Wer nicht freiwillig umkehrt und sich nicht abkehrt von seinem gottlosen Wesen, für den ist in der Gegenwart Gottes – aufgrund eigener Wahl! – kein Platz.

Mit anderen Worten: Wenn Gott wirklich gerecht ist – und Er ist es! – und wenn seine Gebote wirklich gut sind – und sie sind es! – dann sind wir alle schuldig – und zwar nicht allein, weil wir an unseren Mitmenschen sündigen (hier ist er schon wieder, der anthropozentrische Focus, der uns zeigt wie sehr wir uns selbst im Blick haben und wie sehr wir Gott aus dem Blick verloren haben!), sondern vor allem auch, weil wir uns an unserem liebenden Schöpfer versündigen – unserem Vater im Himmel, der uns unendlich viel mehr liebt, als alle Menschen auf diesem Planeten zusammen es jemals könnten. So sehr, dass er bereit war für uns zu sterben!

Wenn Gott nun aber hergeht und in seiner Souveränität als Schöpfer, Gesetzgeber, Richter und Erlöser auch nur einen einzigen Menschen begnadigt, dann ist das Barmherzigkeit und nicht Recht. Dann ist das Gnade und die reicht weit über die Sphäre der reinen ‚Fairness‘ hinaus.

Die Frage ist also nicht zuerst: „Was habe ich davon?“, denn das ist eine machiavellistisch-hedonistische Frage, die nur ein Politiker oder Geschäftsmann stellt, aber kein an die Liebe Gottes Glaubender. Die Frage ist vielmehr: „Was ist Gnade?“ oder „Was ist Vergebung?“

 Es ist die unverdiente Güte Gottes, die er aus freien Stücken – und vollkommen souverän – an jeden austeilt, der seine persönliche Schuld erkannt hat, ihm bekennt und sich innerlich neu ausrichtet: auf ein nicht allein anthropozentrisches, sondern auch & vor allem theozentrisches Leben. Der „umkehrt“ zu Gott von seinem gottlosen Leben und erfährt, was es wirklich heißt, geliebt und unverdient und unbedingt angenommen zu sein – und ohne Lohn dafür zu erwarten, andere liebt und damit am eigenen Leibe erfährt, dass das viel besser ist als „Geschäfte zu machen“ und enttäuscht zu werden, wenn die andere Seite nicht „zahlt“ – weil eben genau das das Schönste ist: Wirklich zu lieben – umsonst & frei.

„Welcher Gott ist der Richtige?“

Aus menschlicher Perspektive sieht die Religionslandschaft unserer Zeit nicht weniger oder mehr bunt gescheckt aus, als zu Zeiten Christi, der Römer, der Griechen, der Meder & Perser, oder der Babylonier.  

Die Fragen, die sich angesichts der Vielfalt der Religionen auf diesem Planeten – und nicht zuletzt angesichts der Vielfalt der Parteiungen in der Christlichen Kirche stellen lauten: „Wer hat denn nun eigentlich Recht?“ und vor allem „Warum?“. „Wer darf in Gottes Namen sprechen?“ Oder, um es mit fremden Worten zu sagen, die mir sehr gut gefallen haben: „Der [christliche] Glaube [erscheint dem außen stehenden Betrachter] nicht als klare Richtschnur sondern als vielfach fraktionierte Transzendenz mit einer teilweise gemeinsamen Symbolik.“

Diese bunte Landschaft möchte ich der Einfachheit halber in zwei Gruppen einteilen:

1) Die Christen in all ihren Fraktionen
2) Weitere Religionen: Judentum, Christentum und den Islam sowie alle andere [Welt-]Religionen: Taoismus, Hinduismus, Buddhismus, Animismus u.v.m.


Christliche Fraktionen: Wenn es um die unterschiedlichen ‚Lager‘ im christlichen Glauben geht, so sind dies nach Ablauf von nahezu 2.000 Jahren kirchlicher Geschichte samt ihren Schismen, Erweckungen und Reformationen im Wesentlichen: die Orthodoxe Kirche – koptische, russische, griechische, syrische, etc. pp. + etliche autonome Partriachate, die Katholische Kirche – d.s. die ‚Katholiken‘ samt ‚Altkatholiken‘, sowie die mazedonisch-katholische, koptisch-katholische Kirche, u.v.a.m. sowie die Evangelischen Kirchen – d.s. die landeskirchlichen Kirchen: reformierte, calvinistische, protestantische, lutherische, etc. und freikirchlichen Kirchen: baptistische, evangelisch freikirchliche, freikirchlich evangelische, brüdergemeindliche, mennonitische, methodistische, charismatische, oder pfingstlerische, etc. pp.

 Alle diese Kirchen haben eines gemeinsam: Das auf der Bibel basierende Glaubensbekenntnis, d.h. dass sie daran glauben, dass Gott die Welt gemacht hat, die Er in Christus als Gott in Menschengestalt besucht und erlöst hat, dass dieser Christus von den Toten auferstanden ist und einmal alle Menschen richten wird, an den Heiligen Geist (und damit letztlich an die Trinität), die Vergebung der Sünden, die Gemeinschaft der Gläubigen und das ewige Leben, etc. Der Wortlaut (des apostolischen Glaubensbekenntnisses) ist:

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Zusammen gefasst bedeutet das, dass alle Christen weltweit daran glauben, dass Gottes ihnen auf Basis des Opfers Christi am Kreuz, dem Mensch gewordenen Gott, Ihre Schuld vergibt – weil Er sich freiwillig für sie geopfert hat, weil er ihre Sünden stellvertretend für sie getragen hat – und dass Er dies von Herzen gerne tat, weil Er uns unabänderlich liebt.

Damit haben alle christlichen Kirchen der Welt weitaus mehr gemeinsam, als das, was sie trennt: nämlich das Zentrale, das Evangelium, die Grundlage unserer Erlösung – auch wenn sie sich in einigen nicht wirklich heilsnotwendigen Fragen unterscheiden, wie z.B. der Anzahl der Sakramente, der Zulassung zum Abendmahl, der Sicht zur Kindertaufe, etc.

Leider ist es jedoch in der Kirchengeschichte – und das ist mehr als nur zu bedauern – immer wieder vorgekommen, dass es unter Christen gegenseitige Ausgrenzungen, oder sogar Streit gab. Das findet sich in den Schismen der Frühkirche (Konzil zu Chalcedon, etc.), der Ausgrenzung evangelischer Christen vom katholischen/orthodoxen Abendmahl, dem Streit zwischen den katholischen und evangelischen Christen in Irland u.v.a.m.

Wenn es allerdings, wie eingangs beschrieben, um die Frage geht, welcher Gott der richtige sei, also um sogenannte „unbedingt heilsnotwendige Fragen“ dann sind sich alle Christen einig: Gott ist der Drei-Eine, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, der die Welt erschaffen und uns durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz erlöst hat, der uns in diesem Leben umgestaltet in sein Bild (Heiligung) und der mit einem Himmel auf uns wartet von dem es heißt: „Jede Träne wird er von ihren Augen wischen. Es wird keinen Tod mehr geben und auch keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war, ist für immer vorbei. "Seht, ich mache alles ganz neu!", sagte der, der auf dem Thron saß, und wandte sich dann zu mir: "Schreib diese Worte auf! Sie sind wahr und zuverlässig."“ (Offenbarung 21:4+5)

Als Grundlage zur Beantwortung der Frage nach dem Heil sollte also die Heilige Schrift als Grundlage des Glaubens herangezogen werden, nicht das z.T. falsche, davon abweichende Handeln der Gläubigen. Denn die Basis des Glaubens besteht allein im geoffenbarten Wort Gottes und nicht in der Kongruenz des Verhaltens der daran Gläubigen dazu. Kurz: Zwar sind auch Christen „nur Menschen“, was allerdings deren Fehlverhalten nicht im Geringsten entschuldigt. Was die Glaubwürdigkeit der Schrift jedoch angeht, so macht das Verhalten der Christen genausowenig einen Unterschied, wie das Überfahren einer roten Ampel die Straßenverkehrsordnung nichtig macht.

Weitere Religionen: Judentum, Christentum und den Islam sowie alle andere [Welt-]Religionen: Taoismus, Hinduismus, Buddhismus, Animismus u.v.m.

Nachdem sich alle christlichen Fraktionen in den heilsentscheidenden Fragen um die Person und das Werk Gottes, von einigen Differenzen abgesehen, relativ einig sind, muss also die Frage gestellt werden, wie sich denn nun der Alleinigkeitsanspruch des Christentums gegenüber den anderen Religionen, insbesondere gegenüber dem Judentum und dem Islam rechtfertigt.

Dazu möchte ich vorausschicken, dass alle menschliche Erkenntnis begrenzt, relativ und fehlerhaft ist und somit – auf sich allein gestellt! – auch nur begrenztes, relatives und fehlerhaftes Wissen produzieren kann. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, muss es jedem modernen, durch die Aufklärung naturalistisch, existentialistisch und relativistisch geprägten Menschen der Postmoderne zwangsläufig so erscheinen, als sei die Frage unmöglich und vor allem unmöglich in absoluter Weise zu beantworten.

 Und aus der Perspektive des Menschen aus ist sie es auch nicht. Der Relativismus unserer Erkenntnis, der sich notwendigerweise aus der Beschränktheit unseres Seins, Denkens und Erkennens ergibt, kann nicht „von innerhalb des Systems“ aufgehoben werden. Das wäre in der Tat anmaßend und arrogant, wie es vielen Christen auch heute noch zu Unrecht vorgeworfen wird (s.u.).

 Wenn überhaupt dann kann der Relativismus der Erkenntnis allein von „außerhalb des Systems“ überwunden werden, indem Gott das tut, was dem Menschen unmöglich ist: Die Brücke zwischen Transzendenz und Immanenz zu überschreiten. Ob ein solches Ereignis jemals stattgefunden hat, lässt sich jedoch rein prinzipiell historisch-faktisch überprüfen. Entweder es gibt glaubwürdige Belege dafür, dass ein Gott diese Welt besucht hat, oder nicht.

 Und es war Christus, der die Frage "Dann bist du also der Sohn Gottes?" (Lukas 22:70) nicht nur mit einem simplen „Ja“ beantwortete, sondern mit dem im griechischen Text überlieferten Ausspruch „ego eimi“ (s. ebd.), also mit der gleichen Antwort, die Mose bekam, als er den allmächtigen Gott fragte, wen er denn als Auftraggeber für die Mission, die Israeliten aus Ägypten zu befreien, benennen sollte. Die göttliche Antwort lautete auch hier: „ego eimi“, d.h. sinngemäß: „ich bin der [ewig] Seiende“. Dieser Ewigkeitsanspruch findet sich übrigens auch in anderen, konkreteren Aussagen Jesu, wie z.B. „Ja, ich versichere euch", sagte Jesus, "ich war schon da, bevor Abraham überhaupt geboren wurde."“ (Johannes 8:58).

Dieser Jesus beansprucht also für sich, der ewige Gott selber in menschlicher Gestalt zu sein. Und dieser Jesus ist es (und nicht die christliche Kirche, die diesen Anspruch lediglich zitiert), der zudem auch noch einen Exklusiv-Anspruch auf die Erlösung erhob, in dem er sagte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als durch mich.“ (Johannes 14:6). Diese beiden Dinge sind - auch in Anbetracht aller anderen Weltreligionen - einmalig und singulär.

Damit bleiben 2 Dinge zu klären:

1) Hat Christus diese Dinge wirklich gesagt, d.h. ist die Überlieferung glaubwürdig?
2) Kann Christus seinem eigenen Anspruch genügen, d.h. ist Christus glaubwürdig?

Um die erste Frage zu klären, ist ein Vergleich mit bekannten Schriften der Antike, allen voran der „Ilias“ des Homer und dem „De bello gallico“ des Cäsar nicht nur interessant, sondern vor allem aufschlussreich (siehe http://wahrheit-suchen.blogspot.com/2011/11/wunsch-und-wirklichkeit.html).

Dabei fällt folgendes ins Auge: Die „Ilias“ beherbergt 764 fragliche Zeilen von insgesamt ~15.600, was einer „Fraglichkeit“ von 4,9%, bzw. einer Textgenauigkeit von 95,1% entspricht. Damit ist sie das am zweitbesten rekonstruierbare Dokument der Antike. Das Neue Testament enthält dem gegenüber ~20.000 Textzeilen. Allein 40 davon sind „fraglich“, entsprechend einer Ratio von 0,2% oder einer Textgenauigkeit von 99,8%. Damit ist das NT das am besten überlieferte Schriftstück der Antike.

Beim Vergleich der Anzahl erhaltener Abschriften dieser antiken Dokumente fällt weiter ins Auge: Von der „Ilias“ sind 643 Abschriften erhalten, von Cäsar’s „De bello gallico“ 10 und vom Neuen Testament 5.500 bis 5.600 überlieferten Handschriften und insgesamt 24.970 Manuskripte. Damit ist das NT nicht nur das am genauesten überlieferte, sondern auch das am besten „bezeugte“ Schriftstück der Antike.

Vergleicht man weiter die Zeitspanne zwischen der Abfassung der Dokumente und ihrer ältesten Abschrift, so fällt ins Auge, dass hier bei der „Ilias“ ganze 400 Jahre dazwischen liegen. Beim NT sind es 40 Jahre, also eine 10x kürzere Zeitspanne.

Das älteste Fragment des NT (genannt „P52“) wird dabei auf 130 n.Chr. datiert, wobei die Verfassung des Originals Johannesevangeliums an das traditionell akzeptierte Datum 90 n. Chr. herankommt, also ca. 57 Jahre nach Christi Tod und Auferstehung und damit noch zu Lebzeiten der Augenzeugen verfasst wurde.

Neuere Forschungen ergeben als früheste überlieferte Handschrift, den Papyrus "Magdalen GR 17", der auf die Zeit um 65 n. Chr. datiert wird, also 36 Jahre nach Christi Tod* (29 n.Chr.) und damit ebenfalls zu Lebzeiten der Augenzeugen. (http://www.gutenachrichten.org/ARTIKEL/gn99so_art3.htm). Der Apostel Johannes starb im 101 in Ephesus (http://www.almdorfammertal.de/heiligedez.html).

Ob also "P52" oder "Magdalen GR 17": die handschriftliche Überlieferung der Bibel beginnt, entgegen der allgemeinen Annahme, bereits zu Lebzeiten der Augenzeugen.

Dazu kommt, dass die Bibel voll ist mit erfüllten Prophetien – einer für unser zeitgebundenes Denken völlig unerklärlichen Tatsache: Wie kann z.B. Jesaja ca. 800 Jahre vor Christus dessen Mission und Tod voraussehen, oder wie kann z.B. David ca. 1000 Jahre vor Christus das Kreuzesgeschehen minutiös voraussehen? Für den allwissenden Gott, der aus der Ewigkeit auf alle Zeiten sieht: Kein Problem.

Darüber hinaus ist die Glaubwürdigkeit und Genauigkeit der historischen Angaben der Schrift durch archäologische Ausgrabungen bestens bestätigt: Ob Ephesus, oder Athen, ob der Tempel der Artemis oder der Aeropag – alle sind keine Hirngespinste religiöser Fanatiker, sondern historische Städte und Bauwerke, deren Ruinen noch heute besichtigt werden können, bzw. deren Historizität außerbiblisch bestens belegt ist.

Wenn wir also glauben, dass es einen Cäsar gegeben hat, der „Veni, vidi, vici!“ ausrief und ein Verhältnis mit Cleopatra hatte, dann führt kein Weg daran vorbei, auch alle Aussagen des NT als glaubwürdig überliefert zu betrachten – ja als noch viel glaubwürdiger und genauer.

Damit bleibt allein noch zu klären, ob Christus selber glaubwürdig war. Vor allem vor dem Bildhintergrund seines Gottes- und alleinigen Erlösungsanspruches. Dazu ist zu sagen, dass wir über den historisch überlieferten Jesus vieles behaupten könnten, eines jedoch nicht: Dass er ein unaufrichtiger Lügner und Betrüger war. Seine gesamte Biographie (und Lukas war der wohl anerkannt genaueste Historiker seiner Zeit!) zeigt mit jeder Zeile, dass er aufrichtig, gut, ehrlich und liebevoll war.

Was aber machen wir dann mit seinem Gottes- und Erlösungsanspruch? Was könnte zeigen, dass er wirklich nicht nur ein Mensch war, sondern Gott in menschlicher Gestalt? Das NT ist voll von Belegen für seine Wundertätigkeit, die ich keinem „normalen“ Menschen abnehmen würde – die ich bei einem Gott jedoch unbedingt erwarten würde!

Vor allem aber beschreibt das NT die Auferstehung Christi von den Toten – einem Ereignis, für dessen Historizität seine Jünger alle ihr Leben ließen. Wieso hat es Paulus gewagt, noch zu Lebzeiten der Augenzeugen, die nachprüfbare Aussage zu machen: „Danach erschien er mehr als 500 Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch am Leben sind; nur einige sind entschlafen.“? (1. Korinther 15:6)?


Zusammenfassung: Wer das NT und seine Entstehung wirklich studiert, anstatt die ‚urban legends‘ unserer Zeit ungeprüft zu übernehmen, wer sich den historischen, archäologischen und logischen Fakten nicht verschließt, der kommt nicht umhin, das NT und damit die Aussagen Christi als das wahrzunehmen was sie sind: Gottes transzendente Worte in unsere immanente Welt.

'Kategorischer Imperativ' als Orientierung? Das 3.-10. Gebot als Richtschnur des Handelns?

Eine weitere Frage die in den Zusammenhang der allgemeineren Fragestellung nach den "Guten Werken" passt, ist die Frage, ob es nicht ausreicht, wenn wir uns an einer guten Richtschnur für unser Leben orientieren. Das führt mich zu folgenden Gedanken:
Der„Kategorische Imperativ“ von Kant, d.i.: nur das zur Maxime zu erheben, von dem ich wollen kann, dass es ein allgemeines Gesetz werde, ist sicher eine exzellente Richtschnur für alles menschliche Handeln. Es entspricht dem christlichen „Und deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.“ (Lukas 10:27) oder dem „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch für sie!“ (Matthäus 7:12).

Nur: die Sache hat zwei Haken:

Zum einen macht man im alleinigen Bezug auf Kant die Rechnung ohne den Wirt. Denn vor dem Gebot: „Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst“ steht das Gebot „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand.“ (Lukas 10:27).

Genau gegen dieses Gebot verstößt jedoch jeder unerlöste Mensch auf diesem Planeten – ohne Ausnahme. Oder wie Paulus es ausdrückt: „So steht es in der Schrift: "Keiner ist gerecht, auch nicht einer."“ (Römerbrief 3:10). „Alle haben sie den rechten Weg verlassen und sind unbrauchbar geworden. Niemand ist da, der [nach göttlichem Maßstab] Gutes tut, kein Einziger.“ (Römer 3:12).

Denn, es reicht aus Gottes Perspektive, der eine Liebesbeziehung zu uns möchte, einfach nicht aus – wie ich schon im Posting "Vom "Gutes tun"" versucht habe zu zeigen – wenn wir anderen Gutes tun, Demjenigen aber, der uns für die Liebe zu sich hin erschaffen hat, den Rücken kehren.

Genau an diesem Punkt tritt unsere für Gott so schmerzliche Seite unserer gefallenen Natur klar zu Tage: Wir denken, wir seien gut, alles sei gut und wir kämen in Gottes Himmel, wenn wir zumindest unseren Mitmenschen Gutes tun - und dabei eben diesen Gott, in dessen Himmel wir wollen, völlig vergessen.

Zum anderen muss man fragen, ob der Mensch denn wirklich in der Lage ist, (ohne Gottes Hilfe!) auch nur einen Tag so heilig zu leben, dass es Gottes Maßstab entspricht. Ob es einem Menschen möglich wäre, dass er z.B. die Gebote Christi in der Bergpredigt (Matthäus, Kapitel 5-7) einhielte ohne Gottes Gebote zu übertreten.

In der Bergpredigt steht: z.B. „Wer die Frau eines anderen [auch nur] begehrlich ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“ (Matthäus 5:28). Sicher trifft das vornehmlich die Männer – aber ich denke, es macht die Sache schon einigermaßen klar.

Und um es mit den Worten des Apostels Paulus noch deutlicher zu machen: Der ungläubige Mensch ist im Herzen kein Freund Gottes und seiner Gebote (vor allem nicht der wichtigsten, der ersten drei): „Denn der menschliche Eigenwille steht dem Willen Gottes feindlich gegenüber, denn er unterstellt sich dem Gesetz Gottes nicht und kann das auch nicht.“ (Römer 8:7). Der ungläubige Mensch will diese Gebote nicht. Er will niemanden über sich, der ihm sagt, was er zu tun hat. Er ist sich selbst Legislative und Judikative – und im schlimmsten Falle, der Lynchjustiz, auch Exekutive.
Der Mensch bestimmt, wo's lang geht. Nicht mehr Gott. Das war das Angebot im Paradies: "Ihr werdet wissen, was Gut und Böse ist, und werdet sein wie Gott." (1. Mose 3:5).

Luther hat dem Thema des ‚freien Willens‘ in seiner Auseinandersetzung mit Erasmus von Rotterdam eine ganze Schrift gewidmet: „Vom unfreien Willen“. Grundsätzlich bezieht er sich dabei auf die Tatsache, dass dem Menschen mit dem Sündenfall etwas passiert ist, von dem er sich nicht aus eigener Kraft befreien kann: Der Verlust des göttlichen Lebens und damit eine Tendenz (ganz praktisch) Dinge zu tun (oder zu lassen), die er (theoretisch) für falsch erachtet.

Oder wie Paulus es formuliert: „...ich tue nicht das, was ich will, sondern gerade das, was ich hasse“ (Römer 7:15) und „Es fehlt mir nicht am Wollen, aber ich bringe es nicht fertig, das Gute zu tun. Ich tue nicht das Gute, das ich tun will, sondern das Böse, das ich nicht will.“ (Römer 7:18-19). Wer einmal wirklich aufrichtig versucht hat, Gottes Gebote zu halten, erst der wird erkennen, wie unfähig er im Grunde dazu ist.

Ich persönlich habe es versucht. 25 Jahre lang. Und ich bin gescheitert. Tag für Tag. Bis ich endlich begriffen habe, worum es geht: Gott will nicht meine guten Werke. Er will mich. Er will die Beziehung zu mir. Er liebt mich. Und was ich dabei auch begriffen habe ist: Ich schaffe es nicht. Ich bin nicht heilig. Ich versage wieder und wieder. Aber Gott stellt mich wieder auf die Füße und bringt mir, Schritt für Schritt, das Laufen bei - in seine Welt.

Zusammenfassung: Die„Goldene Regel“ und der „Kant’sche Imperativ“ sind zwar gute Wegweiser, wenn es darum geht, uns zu sagen, wie wir uns gegenüber unseren Mitmenschen verhalten sollten. Aber für sich allein genommen, greifen sie zu kurz, denn sie übersehen das Wesentliche: Das Gott den Menschen auf Sich hin bezogen geschaffen hat und dass damit die alleinige Liebe unseres Nächsten nicht ausreicht, weil sie die Gottesliebe außer Acht lässt. Und zum anderen, dass der gefallene Mensch, durch den Verlust des göttlichen Lebens, von sich aus nicht mehr in der Lage ist, zu tun, was er wirklich will, sondern das Gute immer nur annähernd erreicht und dabei ständig an der Vollkommenheit der göttlichen Gebote scheitert.

Was wir brauchen, ist also nicht noch ein „Guter Ratschlag“: wir brauchen „Hilfe von oben“.

Und die wird uns in Christus angeboten. Darum schreibt auch Paulus am Ende des 7. Kapitels seines Briefes an die Römer: "Ich unglückseliger Mensch! Gibt es denn niemand, der mich aus dieser tödlichen Verstrickung befreit? Doch! Und dafür danke ich Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn" (Römer 7:24-25).

Unsere einzige Hoffnung liegt in Christus, der uns unsere Schuld vergibt (weil er sie am Kreuz getragen hat), der uns mit dem Geist Gottes begaben will, damit wir wieder in die Lage versetzt werden, das göttlich Gute überhaupt zu wollen und dann auch zu tun, und der uns damit in die Gemeinschaft mit Gott zurück bringt.

Wer sich weiter mit diesem Thema beschäftigen möchte, dem empfehle ich zwei Schriften:

Zum einen Martin Luther’s „Vom unfreien Willen“:


Und zum anderen C.S. Lewis „Pardon, ich bin Christ“ in dem sich Lewis, seines Zeichens Professor in Oxford und früherer Atheist auf humorvolle und sehr geistreiche Weise mit den wesentlichen Fragen des Christlichen Glaubens auseinandersetzt – darunter auch die Frage nach der Willensfreiheit:

Vom "Gutes tun"

Kann der Mensch wirklich Gutes tun?
Die Frage nach dem „Guten und Bösen“, bzw. der Frage nach dem „Maßstab für Gut und Böse“ wird immer wieder gestellt. Meist vor dem Hintergrund der Frage "wie man in den Himmel kommt".

Die landläufige Meinung ist, dass Gott am Ende unserer Tage unsere guten Taten gegen unsere schlechten aufrechnet, am Ende ein Auge zudrückt und uns dann in den Himmel lässt. Alles paletti also?

Diese landläufige Meinung wirft aus meiner Sicht etliche Fragen auf, wie z.B.: "Kann der Mensch wirklich Gutes tun?" im Sinne von: "Kann der Mensch so viel Gutes tun, dass er in den Himmel kommt?".

Dazu ist erst einmal zu sagen: Natürlich kann der Mensch, rein anthropozentrisch betrachtet, sehr viel Gutes tun! Das scheint mir nicht die Frage zu sein, denn das ist offensichtlich. Und muss der Mensch erst Christ werden, um solches tun zu können? Auch hier würde ich entschieden mit „Nein!“ antworten. Und auch das ist offensichtlich, siehe Mahatma Gandhi oder Amnesty International.

Die Frage ist also nicht, ob der Mensch per se Gutes tun kann, oder nicht, sondern, ob ihn das in den Himmel bringt. Und genau hier wird die Frage nach dem Maßstab wichtig. Nicht nur: „Was ist gut?“ oder „Was ist schlecht?“ sondern vielmehr:„Wie viel Gutes ist des Guten genug?“, oder noch besser: Was ist in den Augen dessen, dem der Himmel gehört, denn wirklich "gut", bzw. "gut genug"?

Diese Frage wurde auch Christus gestellt – und zwar von einem reichen jungen Mann, der sein Leben aus unserer Sicht und nach menschlichem Maßstab in absoluter Makellosigkeit gelebt hatte und nun wissen wollte, was er denn tun müsse, um in den Himmel zu kommen. Wie die Geschichte im Mattäusevangelium zeigt, schien sein äußerliches Verhalten absolut makellos zu sein, doch in seinem Herzen war er gebunden – zu gebunden, um der Beziehung zu Gott in allem den Vortritt zu geben – Gott über alles zu lieben, so wie es im größten aller Gebote verlangt wird. Er sah den Himmel als eine Sache an, die man bekommen könnte, nicht als das, was er in Wahrheit ist: Die Beziehung zu Gott für alle Ewigkeit, die Gemeinschaft mit Ihm, der das personifizierte Leben ist, die Liebe, die Wahrheit, die Güte, die Barmherzigkeit.

Die Geschichte geht so: „Ein junger Mann kam mit der Frage zu Jesus: "Lehrer, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu bekommen?" Jesus entgegnete: "Wieso fragst du mich nach dem Guten? Es gibt nur einen, der gut ist, und das ist Gott. Du kannst ewiges Leben bekommen, wenn du Gottes Gebote befolgst." "Welche denn?", fragte der Mann, und Jesus antwortete: "Du sollst nicht töten! Du sollst nicht die Ehe brechen. Du sollst nicht stehlen! Sag nichts Unwahres über deinen Mitmenschen! Ehre deinen Vater und deine Mutter, und liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst." "Daran habe ich mich immer gehalten! Was muss ich denn noch tun?", wollte der junge Mann wissen. Jesus antwortete: "Wenn du vollkommen sein willst, dann verkauf, was du hast, und gib das Geld den Armen. Damit wirst du im Himmel einen Reichtum gewinnen, der niemals verloren geht. Und dann komm, und folge mir nach." Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg, denn er war sehr reich.“ (Matthäus 19:16-22)

Die Frage, die sich hier offensichtlich stellt ist nicht, ob dieser junge Mann nun gute Werke getan hätte, oder nicht – denn das hatte er – sondern vielmehr, ob er bereit war, die Beziehung zu Gott an die erste Stelle in seinem Leben zu stellen, dorthin, wo sie hingehörte – über sein Wohlbefinden und materielle Güter - um dann mit Gottes Hilfe das zu tun, wozu er geschaffen wurde: Gottes Wesen, seinen Charakter in seinem Handeln zu reflektieren. Doch das war nicht der Fall.

Gott möchte, dass wir ihn lieben, weil er uns liebt (welcher Liebende möchte schon gerne ignoriert werden?) Es geht Gott also nicht allein um gute Werke sondern vor allem um unsere Beziehung zu ihm und darum, dass wir ihn in unserem Sein und Tun allen seinen göttlichen Eigenschaften, wie ein Spiegel, reflektieren. Denn dazu hat er uns erschaffen – das ist der Zweck und Sinn unseres Lebens: „Dann sagte Gott: "Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist.“ (1. Mose 1:26) und „Ich habe sie zu meiner Ehre geschaffen, ja, ich habe sie [zu diesem Zweck] gemacht“ (Jesaja 43:7).

Dieser Beziehung steht jedoch etwas in unserem Innersten entgegen: Unser Hang zu Selbstliebe & Selbstverherrlichung, den wir über alles stellen – auch über Gott – und damit letztlich auch über seine Gebote. Vor allem über die ersten zwei/drei (je nach Zählweise): „Ich bin der Herr Dein Gott ... Du hast keine anderen Götter neben mir [wenn Du mich liebst]“, „Du machst Dir kein Bildnis... [wenn Du mich liebst]“, „Du wirst den Feiertag heiligen [wenn Du mich liebst]“. – oder wie Jesus es im Evangelium sagte: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote befolgen.“ (Johannes 14:15).

Unsere überzogene Egozentrik, unser Egoismus und unsere Selbstdarstellung sind es also, die uns im Wege stehen und die zur Folge haben, dass wir Dinge tun, die wir nicht tun sollten, oder umgekehrt. Unsere Konstitution bestimmt unser Verhalten. Und unser Verhalten führt uns damit letztendlich in Schuld vor Gott: wir übertreten Seine Gebote. Und nicht nur das Erste. Wir alle. Ohne Ausnahme.

Damit ist jetzt aber nicht mehr nur die Beziehungsfrage vorranging und auch nicht die Frage nach der Vollkommenheit unserer praktisch gelebten Ebenbildlichkeit, sondern es ist auch noch die Frage der Schuld hinzugekommen. Und Schuld verhindert Beziehung: Wenn eine Frau ihrem Mann verspricht: „Ich werde keine anderen Männer haben neben Dir [weil ich Dich liebe]“ sich dann aber doch einen anderen anlacht, dann haben die beiden ein Problem. Und das ist nur aus der Welt zu räumen, in dem Versöhnung stattfindet. Indem die Frau zum Mann sagt: „Es tut mir leid!“ und der Mann der Frau vergibt.

Und in diesem Bilde gesprochen: Gott hat uns geschaffen, damit er in einer Liebesbeziehung mit uns leben kann. Und wir haben ihm das Herz gebrochen indem wir ihn (ganz praktisch in unserem Alltag) verachten (nicht beachten): Indem wir Dinge, Freuden und Pläsierchen über die Beziehung zu Ihm stellen und unser Leben ohne ihn leben. Und wenn ohne ihn, dann vor allem abseits seines wesentlichen Gebotes: „...du sollst den HERRN, deinen Gott, mit ganzem Herzen lieben, von ganzer Seele und ganzer Kraft.“ (5. Mose 6:5)

Und dadurch werden wir schuldig. An Gott. Nicht an den Menschen. Weil Gott uns aber dennoch liebt – trotz all unserer Ignoranz! – bietet er uns seine Vergebung an, die Wiederherstellung unserer Beziehung zu ihm. Doch dazu müssten wir erst einmal unsere Einstellung (zu Ihm hin) ändern und umkehren. Und genau aus diesem Grunde heißt es auch in den Evangeliem nicht nur einfach: „Glaubt an die gute Botschaft“ (Markus 1:15) - und: peng! Fertig! Sondern es heißt zuerst einmal: „Kehrt um zu Gott!“ (Matthäus 3:2) und „Ändert Eure Einstellung“ (Markus 1:15).

Der Himmel ist nichts anderes, als die ewige Gegenwart Gottes, der uns für die Beziehung zu ihm in vollkommener Liebe erschaffen hat. Gott allein ist, in persona, die Antwort auf all dieses Loch in unseren Herzen, das wir so verzweifelt bemüht sind zu füllen: mit menschlicher Anerkennung, Stolz, materiellen Dingen und sonstigen Pläsirchen. Doch das Verlangen bleibt. Das Loch lässt sich so nicht stopfen. Weil wir noch eine unbewußte Ahnung davon haben, dass wir nicht für diese Welt, sondern für den Himmel geschaffen wurden: „[Gott] hat [alles] so eingerichtet, dass es schön ist zu seiner Zeit. Auch die Ewigkeit hat er den Menschen ins Herz gelegt.“ (Prediger 3:11)

Zusammenfassung: In Gottes Himmel kommt also nicht derjenige, der tolle Leistungen vorzuweisen hat, sondern der, der erkannt hat, dass er mit seinem Ich-bezogenen Leben Gott das Herz gebrochen und ihm den Rücken gekehrt hat. Der erkannt hat, dass er –abweichend von seiner Bestimmung – sein Herz mit Dingen und Sehnsüchten vollgestopft hat, die doch das Loch nicht stopfen können. Der erkannt hat, dass er mit seinem selbstbezogenen („Hauptsache, mir geht’s gut!“) und selbstverherrlichenden Lebensstil („Die ganze Welt dreht sich um mich - ich bin nur ein Egoist!“) den Wesentlichen, nämlich Gott, aus den Augen verloren hat und damit an dem uns liebenden Gott schuldig geworden ist. Und der dann seine Einstellung ändert und umkehrt zu diesem Gott und Ihn bittet, ihm zu verzeihen. Der, wie der verlorene Sohn, zurückkehrt in die Beziehung zu Gott und dann mit Freude darin bleibt. Was übrigens ganz leicht ist, wenn man erst einmal erkannt hat, wie unendlich wunderbar Gott in seiner Liebe, Gnade und Barmherzigkeit ist und mit wieviel Liebe und Gelduld er uns liebt.

Das ist der Kern der Aussage. Für den, den es noch weiter interessiert, möchte ich an dieser Stelle auf einen Link zu diesem Thema verweisen, der das Thema noch viel ausführlicher behandelt, als ich es an dieser Stelle kann:

Von der depressiven Nabelschau zu echter Heilung & Veränderung

Es steht geschrieben: “Untersucht euch selbst, ... Prüft euch selbst!" (2Kor 13:5). Uns ist geboten, uns selbst zu erkennen. Doch dieser erste Schritt dient allein dazu uns wachzurütteln aus unsererm egozentrischen Selbstbild (je nach Veranlagung: als selbstzentriertes "Opfer der anderen" oder aber in ebenso egozentrischer Manier: als selbstgerechter "Massstab für andere") und zu erkennen, wer wir wirklich sind: hilflose und im Herzen verwundete und zu "wahrer Gutheit" aus eigener Kraft unfähige Menschen.

Kurz, Jesus ist mit denen, die den Schaden in ihren Herzen erkannt haben, einer Meinung: Wir schaffen es nicht aus eigener Kraft, sondern brauchen, wie die Weintraube, 'Hilfe von außerhalb unserer selbst': "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun." (Joh 15:5)

Darum dürfen wir nicht in der Selbsterkenntnis "stecken bleiben":

Die Heilung unserer Wunden und die Korrektur unserer Fehlhaltungen liegt vielmehr in einem zweiten Schritt: Der Erkenntnis des auferstandenen Christus, der allein fähig ist, unser Herz zu heilen und unsere Sünde, mit der wir an anderen schuldig wurden zu vergeben: "...Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilt. " (Jes 53:5) Diese wahre Veränderung der Ursachen (d.i. unserer Herzen) im Gegensatz zur behaviouristischen Korrektur der Symptome (d.i. unseres Verhaltens) kann uns nur Christus schenken: Er allein kennt unser Herz, Er allein hat unsere Schuld am Kreuz für uns bezahlt und Er allein ist in der Lage, die Wunden in unseren Herzen zu heilen.

Doch wie geht das?

Um Christus zu erkennen, müssen wir ihn "sehen". Darum heißt es "...lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens..."(Heb 12:1-2). Nur der Blick auf Christus ist es letztlich, durch den wir geheilt, geheiligt und befreit werden - um ihm jeden Tag ein Stück ähnlicher zu werden, oder wie Paulus es ausdrückt: "Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn ..., und wir werden verwandelt in sein Bild von einer Herrlichkeit zur andern von dem Herrn, der der Geist ist." (2Kor 3:18)

Doch wie kann ich diesen auferstandenen und in die unsichtbare Welt entrückten Christus "sehen", der mich heilt und mir vergibt? Zu allererst in der Heiligen Schrift, in der es heißt: "Ihr sucht in der Schrift, denn ihr ... habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeugt" (Joh 5,39). Aber auch in der Natur: "Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt." (Rö 1:20)

Erst wenn wir Christus in der Schrift begegnen und an seiner Vollkommenheit und in seinen Worten unsere Unvollkommenheit erkennen undwie sehr das Bild Gottes in uns, dem wir ähneln sollten (1.Mo 1:26) zerbrochen ist, werden wir ihm unsere Schuld & Fehler bringen und Ihn um Vergebung und Heilung bitten. Dann erst beginnt das wahre Leben, für das wir geschaffen wurden.

Und in diesem Leben können (und wollen) wir (von Herzen gerne) bleiben.

Und wie geht dieses"bleiben in ihm (s.o., Joh 15:5)?": Vor allem durch den Glauben an die Predigt des Evangeliums (1.Joh 2:24), durch die Gemeinschaft mit Christus im Abendmahl (Joh 6:56), im Halten seiner Gebote (Joh 14:23) und vor allem durch die aus diesem Glauben an die vollkommene Vergebung unserer Lebensschuld, der prozesshaften Heilung der uns zugefügten Lebenswunden und des völligen von-Gott-angenommen-seins entspringende Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen (Gal 5:6, 1.Joh 3:17), die sich in einer tatsächlich praktizierten Nächstenliebe manifestiert (Jak 2:14ff).

Darum: "Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben" (Hebr 4,16 ), "...lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist" (Hebr 12,1 ) und "...solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann..." (Gal 6,10)

Die 'BasisBibel': Modern & verständlich

In Kürze
Die neue Übersetzung der BasisBibel ist klar, transparent und in sehr verständlichem, heutigem Deutsch geschrieben.

Hier eine Kostprobe aus dem 3. Kapitel des Johannes-Evangeliums, Verse 16-21, wo es um Folgendes geht:
  • Gottes Motivation & Handeln
Gottes abgrundtiefe Liebe =
Unser Freispruch, weil Gott sich in Christus
für unsere Straftaten verurteilen ließ
  • Weg & Irrweg
Glaube an den Freispruch von unserer Schuld durch Christi
stellvertretende Verurteilung für uns = Scheideweg

  • Motivation & Handeln der Gottlosen
Eigene Bosheit und emotionale Ablehnung Christi
sowie Liebe zur heimlichen Sünde = Abkehr von Christus

  • Motivion & Handeln der Gläubigen
Geschenkte Freiheit = Hinkehr zu Christus
und öffentliches Bekenntnis Seiner helfenden Gnade


Übersetzung laut BasisBibel
"Denn so sehr hat Gott diese Welt geliebt: Er hat seinen einzigen Sohn hergegeben, damit keiner verloren geht, der an ihn glaubt. Sondern damit er das ewige Leben erhält. Gott hat den Sohn nicht in diese Welt gesandt, damit er sie verurteilt. Vielmehr soll er diese Welt retten. Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist schon verurteilt. Denn er hat nicht an den göttlichen Auftrag von Gottes einzigem Sohn geglaubt. So geschieht die Verurteilung: Das Licht ist in diese Welt gekommen. Aber die Menschen liebten die Dunkelheit mehr als das Licht. Denn ihr ganzes Tun war böse. Jeder, der Schlechtes tut, hasst das Licht. Er tritt nicht ins Licht, damit seine Taten nicht herauskommen. Aber wer das Richtige tut, tritt ins Licht. Seine Taten sollen bekannt werden, denn sie sind mit Gottes Hilfe vollbracht worden."

Leiden, Prüfung, Trost & Hoffnung

Gott hat uns nicht versprochen, dass wir in der Welt keine Not leiden werden, ganz im Gegenteil: Er hat uns vorausgesagt, dass wir in dieser Welt Angst und Bedrängnis leiden werden - und doch in seiner Person Trost und Schutz finden können: "Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." (Johannes 16:33).
Denn: In aller unserer Not hat Gott uns versprochen, bei uns zu sein – jeden Tag: "Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende" (Matthäus 28:20) – und uns so durch unsere Not hindurch zu tragen und uns immer soweit zu helfen, dass wir die Not ertragen können: "Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr's ertragen könnt." (1. Korinther 10:13).

 Die ganzen Schwierigkeiten, die uns im Leben begegnen, sollen unseren Glauben an unseren treuen, guten, liebenden und gerechten Gott wachsen lassen, bis er sich vor Gott bewährt hat: "Meine lieben Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt, und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt." (Jakobus 1:2+3).

Auf diese Weise wird Gott dafür sorgen, dass uns selbst die Bösen Dinge zum Besten dienen: "Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind." (Römer 28:8). Nur auf diese Weise kann man wirklich verstehen, was Jesus verspricht, ohne zu verzweifeln: "Ich bitte dich nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen" (Johannes 17:15).

Wir werden also nicht vor den Anfechtungen des Bösen bewahrt, wohl aber vor dessen letztendlicher Konsequenz: Dem Abfall von Gott, der allein ewig ist und das ewige Leben in sich trägt, das er uns schenken möchte: "Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm." (Johannes 3:36)

Dennoch ist es so, dass es den Bösen oft so gut geht, dass man als Gläubiger Mensch, der auf so vieles "verzichtet", versucht ist, sich darüber zu ärgern. Ein ganzer Psalm ist diesem Thema gewidmet (Psalm 37). Wer diesen Psalm liest, wird jedoch sehen, dass das Ende der Gottlosen - derer, die Gott und seine guten Gesetze missachten, sie brechen und darüber spotten - ihre gerechte Strafe ist: Entrüste dich nicht über die Bösen, sei nicht neidisch auf die Übeltäter. Denn wie das Gras werden sie bald verdorren, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken." (Psalm 37:1+2). "Da wird Heulen und Zähneknirschen sein, wenn ihr sehen werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, euch aber hinausgestoßen." (Lukas 13:28).

Darum sollen wir uns nicht ärgern, wenn es den Bösen in ihrer kurzen Zeit auf der Erde gut geht, sondern uns vielmehr freuen, denn Gott wird uns in aller unserer Not beistehen und am Ende für alle Ewigkeit erretten: "Und der HERR wird ihnen beistehen und sie erretten; er wird sie von den Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn." (Psalm 37:40).

Wir sind als Gläubige in ein Spannungsfeld aus Vertrauen und Leid gestellt, welches unseren Glauben zum Teil bis auf's Äußerste prüft. Diese Prüfungen jedoch sind nicht sinnlos, sie haben ein gutes Ziel - Geduld, Verlässlichkeit, Hoffnung und letztlich unsere Rettung: "Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist." (Römer 5:3-4).

Daher rangen schon damals die Apostel um die von Ihnen gegründeten Gemeinden, im Glauben festzubleiben, denn: „Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen“. (Apostelgeschichte 14:22).

Wunsch und Wirklichkeit

Wenn man in unserer heutigen, naturalistisch und atheistisch geprägten Gesellschaft eine positive Aussage über die Glaubwürdigkeit der Heiligen Schrift im Allgemeinen oder des Neuen Testamentes im Besonderen in den Raum stellt, wird man binnen weniger Momente mit einem ganzen Bündel von Argumenten bedacht, die oft jeder wissenschaftlichen oder historischen Grundlage entbehren. Eine der häufigsten Aussagen ist dabei: "Die Geschichten der Bibel sind schlecht überliefert und enthalten viele Fehler." Oder gar: "Die Person Jesus Christus ist reine Fiktion und hat niemals gelebt."

Wenn man jedoch etwas genauer nachfragt, inwiefern diese Aussagen wissenschaftlich begründet, oder historisch fundiert werden können, wird schnell deutlich, dass es sich um "Hörensagen" & nach dem Prinzip der "Urban Legend" überlieferte "Moderne Sagen" handelt (siehe Wikipedia).
Gegen diese Mundpropaganda stehen die wissenschaftlichen Befunde mit ca. 5.500 bis 5.600 überlieferten Handschriften bzw. Handschriftenteilen. Damit ist das neue Testament das nicht nur meistgelesene sondern auch das historisch am besten bezeugte Schriftstück der "alten Welt". Mit 643 Handschriften liegt dabei selbst der am zweitbesten bezeugte Text der Antike, Homer's "Ilias'" bereits weit hinter der Heiligen Schrift zurück.

Auch die Genauigkeit der Heiligen Schrift ist, mit einer Quote von 0,2% an schwer übersetzbaren Stellen, weitaus höher als die der Ilias mit einer Textunsicherheit von 4,9%. Wie gut die Heilige Schrift überliefert ist, zeigen auch Vergleiche mit historischen Dokumenten bekannter Persönlichkeiten, wie Caesar, Tacitus, oder Herodot:

Von Caesars "De Bello Gallico" ("Der Gallische Krieg") gibt es nur noch wenige vorhandene Manuskripte; neun oder zehn davon sind noch in "gutem Zustand" und das 'jüngste' wurde 900 Jahre nach Caesars Lebzeiten geschrieben. Die "Germania" des Tacitus, deren Informationen wahrscheinlich auf denen von Caesar's "De Bello Gallico" basieren (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Germania_(Tacitus)  ) ist gar nur durch einen einzigen Codex bezeugt und der stammt aus dem 10. Jhd.  Dennoch sind wir alle sicher: Caesar hat gelebt und Kriege geführt; so wird es auch in der Schule zu Recht gelehrt.

 Aber auch außerbiblische Befunde belegen die Historizität der Person Christi, wie zum Beispiel der als "Testimonium Flavianum" bezeichnete Abschnitt aus den "Antiquitates Judaicae" („Jüdische Altertümer“) des jüdischen Pharisäers Flavius Josephus aus dem Jahre 93 n.Chr., welcher Jesus erwähnt und als den Christus bezeichnet:

„Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mann, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er vollbrachte nämlich ganz unglaubliche Taten und war der Lehrer aller Menschen, die mit Lust die Wahrheit aufnahmen. So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Dieser war der Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu. Denn er erschien ihnen am dritten Tage wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies und tausend andere wunderbare Dinge von ihm vorhergesagt hatten. Und bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort."
Wenn man nun noch beachtet, dass die Überlieferungen des neues Testamentes nicht, wie die Werke Caesars, oder Tacitus' mit einem Abstand von 900 Jahren zur realen Geschichte, sondern noch zu Lebzeiten der Augenzeugen verfasst wurden, wird überdeutlich, mit welcher Genauigkeit an historischen Angaben wir rechnen dürfen, wenn wir das "Buch der Bücher" aufschlagen:

Die früheste überlieferte Handschrift, der Papyrus "Magdalen GR 17" wurde in der Zeit vor 65 n. Chr. geschrieben - 36 Jahre nach Christi Tod* (29 n.Chr.) und damit noch zu Lebzeiten der Augenzeugen. (http://www.gutenachrichten.org/ARTIKEL/gn99so_art3.htm ). Zum Vergleich: Der Apostel Johannes starb im Jahre 101 in Ephesus (http://www.almdorfammertal.de/heiligedez.html).

Die Ruinen von Ephesus - das übrigens nur als Randnotiz - können heute noch im jetzt türkischen "Ephesos" besichtigt werden - inklusive dem in der biblischen "Apostelgeschichte" belegten Tempel der Artemis / Tempel der Diana (http://de.wikipedia.org/wiki/Tempel_der_Artemis_in_Ephesos).

Wer die zitierten Aussagen vertiefen möchte, kann dies hier tun: http://www.jesus-der-christus.info/histnt.htm. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann sich in "Die Aufersteheung Jesu - Fiktion oder Wirklichkeit" umfassend über die Auseinandersetzung zur Historizität der Ereignisse informieren.

Damit bleibt abschließend festzustellen: Das Leben, Sterben und die Auferstehung Christi sind historische Tatsachen. Sie sind überliefert in dem bestbezeugten und mängelfreisten Text, der uns aus der Antike überliefert wurde. Dieser Text wurde zu Lebzeiten der Augenzeugen verfasst und wird selbst durch Zeugenaussagen ausserhalb des Christentums belegt. Weiter belegen Übereinstimmungen mit geografischen und astronomischen Ereignissen die Authentizität der Überlieferungen der Heiligen Schrift.

Somit mag es zwar ein Wunsch unserer heutigen Zeit sein, diesen Jesus Christus, vor dessen Thron wir irgendwann einmal alle unser Leben zu verantworten haben, 'wegzudiskutieren', oder 'wegzuglauben'. Die Wirklichkeit aber, die sieht ganz anders aus, denn die Heilige Schrift spricht über den Grund seines Kommens, wie auch über den Grund der Ablehnung, die diesem historisch bezeugten Jesus bereits zu irdischen Zeiten entgegenschlug, folgende Worte:

"Denn so sehr hat Gott diese Welt geliebt: Er hat seinen einzigen Sohn hergegeben, damit keiner verloren geht, der an ihn glaubt. Sondern damit er das ewige Leben erhält. Gott hat den Sohn nicht in diese Welt gesandt, damit er sie verurteilt. Vielmehr soll er diese Welt retten. Wer an ihn glaubt, wird nicht verurteilt. Wer aber nicht glaubt, ist schon verurteilt. Denn er hat nicht an den göttlichen Auftrag von Gottes einzigem Sohn geglaubt. So geschieht die Verurteilung: Das Licht ist in diese Welt gekommen. Aber die Menschen liebten die Dunkelheit mehr als das Licht. Denn ihr ganzes Tun war böse. Jeder, der Schlechtes tut, hasst das Licht. Er tritt nicht ins Licht, damit seine Taten nicht herauskommen. Aber wer das Richtige tut, tritt ins Licht. Seine Taten sollen bekannt werden, denn sie sind mit Gottes Hilfe vollbracht worden." (Johannes 3:16-21)

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* Zum Todesdatum Christi im Jahre 29 siehe auch http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/asna.19312420505/pdf wo auch die biblisch überlieferte Sonnenfinsternis "von der 6. bis zur 9. Stunde" astronomisch bestätigt wird.

Donnerstag, 10. November 2011

Wahre Liebe...

Ein Vater, der seine Kinder liebt, würde niemals einfach nur zusehen, wenn diese ein Unrecht begehen, sondern er würde sie, vielleicht sogar, ohne groß darüber nachzudenken, erziehen. Und zwar mit dem Ziel, dass aus seinen Kindern Menschen werden die sich in der Regel tugendhaft verhalten.

Ein Vater aber, der entweder nicht zwischen Gut und Böse unterscheidet, oder aus Angst vor "political incorrectness" seine Kinder tun und lassen ließe, was sie wollen (Stichwort: "anti-autoritäre Erziehung"), würde sich sicher nicht nur den Vorwurf der der Menge gefallen lassen müssen, er sei ein Ausbund an Gleichgültigkeit, sondern, wenn auch wahrscheinlich erst zu einem späteren Zeitpunkt, den Vorwurf seiner Kinder, sie nicht auf die Gesellschaft, das Leben und echte Beziehungen vorbereitet zu haben.

Wieso also glauben also immer noch so viele Menschen (wenn sie überhaupt glauben, dass es einen Gott gibt), dass unser Vater im Himmel es irgendwie anders gemeint haben könnte mit seiner Liebe? Wieso glauben so viele Menschen, dass der Vers "Gott ist Liebe." auch nur im geringsten meinen könnte, dass Gott dem Bösen gegenüber "irgendwie indifferent" ist?

Würde es nicht vielmehr bedeuten, dass Gott charakterlos wäre, wenn er das Unrecht einfach ungestraft durchgehen ließe, anstatt, wie biblisch bezeugt, zu einem Zeitpunkt 'X' Gericht zu halten über unser Leben? Und stünde das nicht im krassen Gegensatz zu dem biblisch bezeugten Gottessohn, der - gottlob! - die Pharisäer und andere Scharlatane in (politisch natürlich völlig unkorrekter Weise!) der Heuchelei und anderer Falschheiten bezichtigte und dafür letztlich ans Kreuz geschlagen wurde?

Oder warum hält man dafür, dass der Vers: "Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet!" auch nur ansatzweise bedeuten könnte, dass Christen sich, natürlich ganz im Sinne der "political correctness", besser keine Meinung über Recht und Unrecht in der Gesellschaft bilden sollten? Vor allem nicht, wenn es um Themen geht, bei denen der sündige Mensch eine andere "Meinung" vertritt als es die Wahrheit des allein heiligen Gottes bezeugt?

Kann es denn wirklich dem einzelnen Menschen, oder gar einer ganzen Gesellschaft zuträglich sein, wenn er/sie keine Korrektur mehr erfährt? Wenn es nur noch darum geht, dass "jeder nach seiner Facon selig wird"? Dazu fällt mir Peter Hahne's Ausspruch ein: "Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein."

Jeder Einzelne von uns ist sündig und verfehlt ohne Gottes Hilfe das große Ziel: Ein Leben in Liebe und Harmonie mit Gott und seinen Mitmenschen. Jeder Einzelne von uns ist (räulich, zeitlich, mental und sensorisch, etc.) "begrenzt" und vor allem fehlerhaft. Und jeder Einzelne von uns hat es nötig, an den Stellen, wo es hakt, von einem (idealerweise moralisch guten und allwissenden und gnädigen) Gegenüber (die beste aller möglichen) Korrektur(en) zu erfahren.

Von daher bin ich froh, dass dieser liebende Gott uns auch gegenseitig dazu auffordert: "Redet mit jedem Menschen freundlich; alles, was ihr sagt, soll gut und hilfreich sein. Bemüht euch darum, für jeden die richtigen Worte zu finden." "Ermahnt und ermutigt einander immer wieder, solange jenes "Heute" gilt und Gott zu euch redet. Nur so seid ihr sicher, dass ihr euch nicht vor ihm verschließt und die Sünde euch nicht betrügen kann."

Und ich bin froh, dass es - vor allem angesichts des Leidens in diesem Leben - über Gott heißt: "Gott ... behandelt euch als seine Kinder. Welcher Sohn wird von seinem Vater nicht streng erzogen und auch einmal bestraft? Viel schlimmer wäre es, wenn Gott anders mit euch umginge. Dann nämlich wärt ihr gar nicht seine rechtmäßigen Kinder. Außerdem: Haben wir nicht unsere leiblichen Väter geachtet, die uns auch gestraft haben? Wie viel mehr müssten wir dann die Erziehung unseres göttlichen Vaters annehmen, der uns ja auf das ewige Leben vorbereitet. Unsere leiblichen Väter haben uns eine bestimmte Zeit nach bestem Wissen und Gewissen erzogen. Gott aber weiß wirklich, was zu unserem Besten dient. Denn wir sind seine Kinder und sollen ganz zu ihm gehören. Natürlich freut sich niemand darüber, wenn er gestraft wird; denn Strafe tut weh. Aber später zeigt sich, wozu das alles gut war. Wer nämlich auf diese Weise Ausdauer gelernt hat, der tut, was Gott gefällt, und ist von seinem Frieden erfüllt."
Kurz: Solange wir hier leben, leiden wir. Und so lange wir hier leben, lernen wir (auch und vor allem durch das Leid) und brauchen dringend Korrektur - von Gott und von Menschen. Und über diesen Gott, der uns in unserer Fehlerhaftigkeit nicht belässt und uns dennoch wertschätzt und annimmt hat C.S. Lewis so unvergleichlich gesagt:

"Er nimmt uns an, wie wir sind, aber er lässt uns nicht, wie wir sind!".

Das ist wahre Liebe.