Das Buch der Zeichen - Das 5. Zeichen - Jesus geht über das Wasser
Am Abend nach der Speisung der 5.000 stiegen seine Schüler wieder vom Berg herunter und in das Boot, um über den See zurück nach Kafarnaum (oder Kapernaum) zu fahren. Übrigens nicht ganz freiwillig, denn bei Matthäus lesen wir, dass Jesus sie quasi genötigt hatte, in das Boot zu steigen.
Und so ruderten sie los. Inzwischen war es Nacht geworden und ein schwerer Sturm war aufgezogen. Jesus‘ Schüler mussten sich mit ihrem Boot inzwischen durch hohe Wellen kämpfen. Es war dunkel. Und sie waren allein. Mit diesem Bild beschreibt Johannes die existenzielle Not, in die wir in diesem Leben geraten können.
Obwohl sie schon seit dem Abend wie wild um ihr Leben ruderten, waren Sie nicht weiter gekommen, als bei gutem Wetter in wohl einer Stunde. Man kann sich ihre innere Not kaum vorstellen. Und dann sehen Sie, durch die vom Sturm aufgepeitschte Gischt, eine Gestalt in der Finsternis, die über das Wasser geht. Kein Wunder, dass sie in eine Panik gerieten, als sei der Klabautermann hinter ihnen her.
Was Jesus ihnen dann sagt, lässt sich nicht so einfach ins Deutsche übersetzen. Die Worte „ἐγώ εἰμι!“ (ego eimi), die hier im griechischen Grundtext stehen, stehen auch in der Septuaginta, einer Übersetzung des Alten Testaments ins Altgriechische. Und zwar an der Stelle, in der Gott der Allmächtige sich Mose offenbart, als der ihn vor dem brennenden Dornbusch nach seinem Namen fragt: „JHWH!“ Dieses „JHWH!“ oder „ἐγώ εἰμι!“ aber bedeutet auf Deutsch nicht weniger als „Ich bin Der Ewig Seiende!“
Mit dieser Selbstoffenbarung ändert sich die ganze Szene: Ihre Angst ist verflogen, und sie wollen ihn bei sich haben. Mit dem Bild des Bootes, das sofort an Land ist, malt Johannes uns dabei vor Augen, wie auch in den Stürmen unseres Lebens sofort Ruhe einkehren kann: wenn wir nur erkennen, dass Jesus der Allmächtige Gott ist und ihn bei uns haben wollen. Weil er keine Gefahr für uns ist. Weil er für uns ist.
O-Ton: Als es Abend geworden war, gingen seine Jünger zum See hinunter. Sie stiegen in ein Boot, um über den See nach Kafarnaum zurückzufahren.
Aber Jesus sagte: »Habt keine Angst, ich bin's!« Sie wollten ihn zu sich ins Boot nehmen. Aber da waren sie auch schon am Ufer, dort, wo sie hinwollten. (Joh 6,16–21)
Es wurde Nacht und Jesus war immer noch nicht zu ihnen gekommen. Das Wetter war sehr stürmisch und das Wasser schlug hohe Wellen.
Die Jünger hatten eine Strecke von etwa fünf Kilometern zurückgelegt, da sahen sie plötzlich Jesus, wie er über das Wasser ging und sich ihrem Boot näherte. Die Angst packte sie.
Aber Jesus sagte: »Habt keine Angst, ich bin's!« Sie wollten ihn zu sich ins Boot nehmen. Aber da waren sie auch schon am Ufer, dort, wo sie hinwollten. (Joh 6,16–21)
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