Dienstag, 20. Januar 2026

Johannes Evangelium 6,1–15

 


Das Buch der Zeichen - Das 4. Zeichen - Jesus macht mehr als 5.000 Menschen satt


Was sind Zeichen und Wunder? Klar ist auf jeden Fall, was sie nicht sind: sie sind keine Mythen oder Sagen. Keine billigen Tricks zur Bespaßung der Menge. Sie sind vielmehr Jesus' Personalausweis: sie bezeugen, dass er tatsächlich der ist, der er behauptet zu sein: der Mensch gewordene Gott.

Dass sie echt sind, zeigt sich vor allem daran, dass sich immer wieder Tausende auf den weiten Weg machen, um ihm zu begegnen; seine Hilfe zu suchen. Weil sie das Unglaubliche bereits gesehen und live erlebt haben: dass Blinde plötzlich sehen und Lahme plötzlich gehen können; dass die sonst Unheilbaren gegen jede Erwartung geheilt werden.

Auch deswegen waren sie ihm quer über den ganzen See, bzw. drum herum gefolgt. Um die 5.000 Männer; dazu noch Frauen und Kinder. Dimensionen eines Rockkonzerts. Und Jesus nutzt diese Gelegenheit, um seinen Schülern etwas Wesentliches beizubringen. 

Wohl wissend, dass neun Monatslöhne nicht ausreichen würden, diese Menge satt zu machen, fordert er seinen Schüler Philippus heraus, sich Gedanken darüber zu machen, wo sie jetzt genügend zu essen herbekommen.

Alles, was ihnen zur Verfügung stand, waren läppische 5 Fladenbrote und 2 kleine Fischlein. Doch für Jesus war das genug. Er sagt zu Gott dem Vater über dem Wenigen das Dankgebet und das Unfassbare geschieht: alle werden satt, und es ist noch in Hülle und Fülle übrig. Der Lerneffekt für seine Schüler? Jesus ist und bringt Leben. Und wo wir mit unseren Möglichkeiten am Ende sind, fangen Gottes Möglichkeiten erst an. 

So viel Macht in den Händen des Messias verleitete das Volk dazu, zu hoffen, er würde als irdischer König den römischen Besatzern die Stirn bieten. Aber so tickt Jesus nicht. So funktioniert auch sein Reich nicht. Was er sich wünscht, ist keine militärische Bekämpfung des Bösen mit Macht und Tod, sondern eine Verwandlung von innen heraus; aus dem Herzen: durch Gnade, Umkehr und Liebe. Darum zieht er sich am Ende zurück: er will nicht ihr Tyrann werden; er ist unser Heiland.

O-Ton: Danach fuhr Jesus über den See von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt. Eine große Menge Menschen folgten ihm, weil sie seine Wunder an den Kranken gesehen hatten. 

Jesus stieg auf einen Berg und setzte sich mit seinen Jüngern. Es war kurz vor dem jüdischen Passafest. Jesus blickte auf und sah die Menschenmenge auf sich zukommen. Er wandte sich an Philippus: »Wo können wir Brot kaufen, damit alle diese Leute zu essen bekommen?« Das sagte er, um Philippus auf die Probe zu stellen; er selbst wusste schon, was er tun würde.

Philippus antwortete: »Zweihundert Silberstücke wären nicht genug, um so viel zu kaufen, dass jeder auch nur einen Brocken abbekommt.« Andreas, ein anderer Jünger, der Bruder von Simon Petrus, sagte: »Hier ist ein Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische. Aber was ist das schon bei so einer Menschenmenge?« 

»Sorgt dafür, dass die Leute sich setzen«, sagte Jesus. Es gab viel Gras an dem Ort. Sie setzten sich; ungefähr fünftausend Männer waren da. Jesus nahm die Brote, sprach darüber das Dankgebet und verteilte sie an die Menge. Mit den Fischen tat er dasselbe, und alle hatten reichlich zu essen. 

Als sie satt waren, sagte er zu seinen Jüngern: »Sammelt die Brotreste auf, damit nichts verdirbt.« Sie taten es und füllten zwölf Körbe mit den Resten. So viel war von den fünf Gerstenbroten übrig geblieben. 

Als die Leute das Wunder sahen, das Jesus vollbracht hatte, sagten sie: »Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll!« Jesus merkte, dass sie drauf und dran waren, ihn mit Gewalt zu ihrem König zu machen. Deshalb zog er sich wieder auf den Berg zurück, ganz für sich allein. (Joh 6,1–15)

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