Dienstag, 24. April 2012

Vom Sämann (Matthäus 13:1-9)

Text 

1 An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an den See. 2 Und es versammelte sich eine große Menge bei ihm, so daß er in ein Boot stieg und sich setzte, und alles Volk stand am Ufer. 3 Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen und sprach: Siehe, es ging ein Sämann aus, zu säen. 4 Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg; da kamen die Vögel und fraßen's auf. 5 Einiges fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und ging bald auf, weil es keine tiefe Erde hatte. 6 Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. 7 Einiges fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen empor und erstickten's. 8 Einiges fiel auf gutes Land und trug Frucht, einiges hundertfach, einiges sechzigfach, einiges dreißigfach. 9 Wer Ohren hat, der höre!

Kommentar 

1 An eben diesem denkwürdigen und sicher sehr anstrengenden Tag, nachdem er einen Dämon ausgetrieben und sich mit den Pharisäern über deren boshafte Lästerungen auseinandergesetzt hatte, verlässt Jesus das Haus in welches er gegangen war und setzt sich, wohl zur Erholung und Entspannung, an das Ufer des Sees.

2 Doch kaum ist er dort, strömt eine so große Menschenmenge zu ihm, dass er sich genötigt sieht in ein Boot zu steigen, um so Klarheit in die chaotische Lage zu bringen, in der sicher jeder etwas anderes von ihm wissen wollte. So konnte er aus einer die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer fokussierenden Distanz sprechen. Seine Stimme wurde zudem durch die Reflexion am Wasser verstärkt und war für die am Seeufer stehende Zuhörerschaft um so deutlicher zu verstehen.

3a Vielleicht angeregt durch die Fragen aus der ihn vorhin noch bestürmenden Menge, beginnt Jesus, trotz seiner wohl anzunehmenden Erschöpfung, -er setzte sich im Boot anstatt im Stehen zu predigen-, mit einer umfangreichen Lehrstunde und benutzt dabei eine Vielzahl an Vergleichen.

3b-8 Einen dieser Vergleiche beginnt Jesus mit einer in seinem Umfeld leicht verständlichen und leicht zugänglichen, weil alltäglichen Geschichte von einem Bauern, der sein Feld bestellt. Dabei fällt der von diesem ausgestreute Samen auf vier Orte unterschiedlicher Qualität. Auf den Weg, auf felsigen Boden, unter die Dornbüsche und auf den fruchtbaren Ackerboden. So unterschiedlich die Orte, so unterschiedlich sind auch deren Auswirkungen auf den Samen. Er wird entweder von Vögeln gefressen oder verwelkt und verdorrt in der Hitze des Tages schon nach kurzer Zeit aus Mangel an Nährstoffen oder erstickt unter schnell wachsendem Unkraut. Nur der, vielleicht sogar der überwiegende, Teil des Samens, der auf das gute und fruchtbare Ackerland fällt, überlebt und trägt Früchte in unterschiedlicher Menge: einiges über die Maßen viel, einiges sehr viel, einiges viel.

9 Das soeben Gesagte ist von so großer Bedeutsamkeit und Wichtigkeit für uns Menschen, dass Christus, durch den das gesamte Universum und damit auch das menschliche Ohr geschaffen wurde (Hebräer 11,3), uns ermahnt, es uns wirklich zu Herzen zu nehmen, es wirklich zu hören und in uns aufzunehmen.

Die Auslegung dieses Gleichnisses ist hier publiziert.

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