Donnerstag, 5. Februar 2026

Johannes Evangelium 6,22–29


Das Buch der Zeichen - Die Brotrede in Kapernaum - Echte Nahrung und Gottes Wille

Am nächsten Tag war die Volksmenge mehr als nur ein bisschen baff: sie wussten genau, dass die Jünger mit einem einzigen Boot gekommen waren. Und dass sie mit genau diesem Boot am Abend auch wieder abgefahren waren. Und zwar ohne Jesus. Eigentlich hätte Jesus also noch da sein müssen.

War er aber nicht. Das war erst mal nur seltsam. Und es waren auch keine Boote mehr da. Das war auch noch unpraktisch. Zum Glück aber kamen Boote aus dem am Südwestufer des Sees gelegenen Tiberias und legten in der Nähe von Bethsaida am Ostufer des Sees an; dort wo der Rest der Leute war, die Jesus satt gemacht hatte. In diese Boote stiegen sie ein und fuhren den Jüngern hinterher nach Kafarnaum, also ans Nordwestufer des Sees, um Jesus dort zu suchen.

Als sie ihn endlich gefunden hatten, waren sie platt: wann genau war er hier angekommen? Mit dem Boot war er ja nicht gefahren, und zu Fuß hätte er es sicher so schnell nicht geschafft. Jetzt wollten Sie wissen, wie er das gemacht hatte? Doch Jesus beantwortet eine ganz andere Frage. Denn das Volk hatte den Sinn der Zeichen und Wunder offenbar nicht verstanden. Statt sich zu fragen, was all diese Zeichen und Wunder zu bedeuten hätten, suchten sie nur nach der Befriedigung ihrer Neugier und ihrer körperlichen Bedürfnisse.

Genau diese falsche Reihenfolge will Jesus korrigieren. Darum sagt er ihnen, sie sollen sich nicht so sehr um ihr leibliches Wohl kümmern - dafür wird Gott schon sorgen -, sondern sich vor allem um „geistliches Essen“ bemühen, dass zum ewigen Leben taugt. Genau diese Art Nahrung will Jesus ihnen nämlich geben. Denn er ist der, auf dessen Identität die Zeichen und Wunder zeigen. Durch sie hat der Vater ihm sein Siegel aufgedrückt; ihn als seinen Botschafter bestätigt; als den, der er ist: Gott in menschlicher Gestalt.

Weil Jesus ihnen sagte, sie sollten sich um ihr spirituelles Wohl kümmern, will das Volk jetzt wissen: »Was müssen wir denn tun, um Gottes Willen zu erfüllen?« Diese Frage aber ist für uns alle symptomatisch: Wir wollen uns den Himmel mit unserer Leistung verdienen. Weil wir nichts begriffen haben. 

Weder, wie unwürdig wir dafür sind - und dass alle guten Werke dieser Welt nichts daran ändern können. Noch, wie großzügig und gnädig Gott ist, der uns unsere Gottlosigkeit vergeben und uns das ewige Leben schenken will - und dafür nichts von uns verlangt. Selbst den Glauben — Jesus als unseren Retter anzuerkennen und allein auf ihn und seine Liebestat am Kreuz zu vertrauen — will er uns schenken; es ist Gottes Werk.

O-Ton: Die Volksmenge, die am anderen Ufer geblieben war, erinnerte sich am nächsten Tag, dass nur ein einziges Boot am Ufer gelegen hatte. Die Leute wussten, dass Jesus nicht ins Boot gestiegen war und seine Jünger ohne ihn abgefahren waren. 

Es legten aber andere Boote, die von Tiberias kamen, nahe bei dem Ort an, wo der Herr das Dankgebet gesprochen und die Menge das Brot gegessen hatte. Als die Leute nun sahen, dass Jesus nicht mehr da war und seine Jünger auch nicht, stiegen sie in diese Boote. Sie fuhren nach Kafarnaum und wollten Jesus dort suchen. 

Sie fanden ihn tatsächlich auf der anderen Seite des Sees und fragten ihn: »Rabbi, wann bist du hierher gekommen?« Jesus antwortete: »Amen, ich versichere euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr meine Wunder als Zeichen verstanden habt, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid. 

Bemüht euch nicht um vergängliche Nahrung, sondern um wirkliche Nahrung, die für das ewige Leben vorhält. Diese Nahrung wird euch der Menschensohn geben, denn ihn hat Gott, der Vater, als seinen Gesandten bestätigt.« 

Da fragten sie ihn: »Was müssen wir denn tun, um Gottes Willen zu erfüllen?« Jesus antwortete: »Gott verlangt nur eins von euch: Ihr sollt den anerkennen, den er gesandt hat.« (Joh 6,22–29)

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